{"id":774,"date":"2012-03-13T16:53:03","date_gmt":"2012-03-13T14:53:03","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/zeearend-haliaeetus-albicilla-2\/"},"modified":"2012-03-13T17:23:59","modified_gmt":"2012-03-13T15:23:59","slug":"zeearend-haliaeetus-albicilla-2","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/zeearend-haliaeetus-albicilla-2\/","title":{"rendered":"Zeearend (Haliaeetus albicilla)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Seeadler<\/strong> (<em>Haliaeetus albicilla<\/em>) ist ein sehr gro\u00dfer <a title=\"Greifv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifv%C3%B6gel\">Greifvogel<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Habichtartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habichtartige\">Habichtartigen<\/a> (Accipitridae). Seeadler bewohnen gew\u00e4sserreiche Landschaften Eurasiens von Gr\u00f6nland bis zum Pazifik. Sie ern\u00e4hren sich \u00fcberwiegend von Fischen, Wasserv\u00f6geln und Aas. Die Art wurde in Mittel- und Westeuropa durch menschliche Verfolgung und die Vergiftung durch das Insektizid <a class=\"mw-redirect\" title=\"DDT\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DDT\">DDT<\/a> fast ausgerottet. Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt der Bestand in weiten Teilen Europas jedoch wieder stark zu.<\/p>\n<p>Seeadler geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Greifv\u00f6geln Mitteleuropas, im Westen der <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> sind nur <a title=\"M\u00f6nchsgeier\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6nchsgeier\">M\u00f6nchsgeier<\/a> (<em>Aegypius monachus<\/em>), <a title=\"Bartgeier\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bartgeier\">Bartgeier<\/a> (<em>Gypaetus barbatus<\/em>) und <a title=\"G\u00e4nsegeier\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nsegeier\">G\u00e4nsegeier<\/a> (<em>Gyps fulvus<\/em>) gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Im Sitzen sind Seeadler selbst auf gro\u00dfe Entfernung meist durch ihre Gr\u00f6\u00dfe, den etwas eckig wirkenden, sehr kr\u00e4ftigen und fast bulligen K\u00f6rper, den sehr kr\u00e4ftigen und langen Hals, den gro\u00dfen Schnabel und die sehr kr\u00e4ftigen F\u00e4nge erkennbar. Das <a title=\"Feder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feder\">Gefieder<\/a> <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulter<\/a> Seeadler ist \u00fcberwiegend braun. Kopf, Hals, obere Brust und oberer R\u00fccken sind gelblich ockerfarben aufgehellt. Der wei\u00dfe Schwanz ist kurz und keilf\u00f6rmig. Der Schnabel ist im Vergleich zu anderen Greifv\u00f6geln sehr gro\u00df und kr\u00e4ftig und wie die <a title=\"Wachshaut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachshaut\">Wachshaut<\/a> hellgelb. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> der Augen ist ebenfalls hellgelb. Anders als beim <a title=\"Steinadler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinadler\">Steinadler<\/a> (<em>Aquila chrysaetos<\/em>) sind die Beine nicht bis zu den Zehen befiedert. Auch im Flug sind Seeadler in Mitteleuropa kaum verwechselbar. Neben der bedeutenden Gr\u00f6\u00dfe sind der weit vorgestreckte, lange und kr\u00e4ftige Hals und die breiten, brettf\u00f6rmigen und im <a title=\"Segelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segelflug\">Segelflug<\/a> horizontal gehaltenen Fl\u00fcgel gute Merkmale. In gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he ist der wei\u00dfe Schwanz oft kaum sichtbar, das <a title=\"Flugbild\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugbild\">Flugbild<\/a> wird dann oft mit \u201efliegendem Ger\u00fcstbrett\u201c umschrieben. Im aktiven Flug werden die riesigen Fl\u00fcgel weit nach unten und nach oben durchgeschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Junge Seeadler sind dunkelbraun, Schnabel und Wachshaut sind dunkelgrau. Mit jeder <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauser<\/a> werden sie den adulten Tieren \u00e4hnlicher, mit f\u00fcnf Jahren zeigen sie das vollst\u00e4ndige Adultkleid. <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Immature<\/a> Seeadler werden wegen der h\u00e4ufig gut ausgebildeten dunklen <a title=\"Endbinde\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Endbinde\">Schwanzendbinde<\/a> gelegentlich mit jungen <a title=\"Steinadler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinadler\">Steinadlern<\/a> verwechselt. Anhand der sehr unterschiedlichen K\u00f6rperproportionen und den bei Seeadlern fehlenden hellen Fl\u00fcgelfeldern sind die Arten jedoch gut zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Seeadler erreichen eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 74 bis 92 Zentimetern und eine <a title=\"Fl\u00fcgel (Vogel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgel_%28Vogel%29\">Fl\u00fcgel<\/a>spannweite von 193 bis 244 Zentimetern. Die Weibchen sind mit einem Gewicht von 3,7 bis 6,9 Kilogramm und einer <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von 621 bis 717 Millimetern im Mittel deutlich gr\u00f6\u00dfer und schwerer als die M\u00e4nnchen mit 3,1 bis 5,4 Kilogramm und einer Fl\u00fcgell\u00e4nge von 552 bis 652 Millimetern<\/p>\n<p>Der Balz-\u201eGesang\u201c des Seeadlers ist eine relativ hohe und etwas heisere, oft im Duett ge\u00e4u\u00dferte Rufreihe wie \u201ekl\u00fc, kl\u00fc, kl\u00fc, kl\u00fc, kl\u00fc\u201c oder \u201erick, rick rick\u201c, die zum Ende hin h\u00f6her wird; dabei wird der Kopf nach oben geworfen. Die Rufreihe ist auf gr\u00f6\u00dfere Entfernung dem Ruf des <a title=\"Schwarzspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzspecht\">Schwarzspechtes<\/a> nicht un\u00e4hnlich. Der Ruf wird fast nur in Horstn\u00e4he und dort vor allem in der Morgen- und Abendd\u00e4mmerung ge\u00e4u\u00dfert. Bei St\u00f6rungen am Horst rufen die Altv\u00f6gel anhaltend heiser und abgehackt \u201eak, ak, ak, ak, ak\u201c, denselben Ruf \u00e4u\u00dfern die Jungv\u00f6gel im Nest bei Ann\u00e4herung.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Seeadler werden heute keine <a title=\"Unterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterarten<\/a> beschrieben. Fr\u00fcher wurden die Seeadler auf <a title=\"Gr\u00f6nland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%B6nland\">Gr\u00f6nland<\/a> als eigene Unterart von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> abgetrennt, auch diese Trennung wird jedoch heute nicht mehr aufrechterhalten. Genetische Studien haben best\u00e4tigt, dass gr\u00f6nl\u00e4ndische Seeadler relativ eng mit Seeadlern aus Westeuropa verwandt sind. Vermutlich geht der gr\u00f6nl\u00e4ndische Bestand auf eine Besiedlung durch europ\u00e4ische Seeadler nach der Klimaerw\u00e4rmung seit der letzten Eiszeit (&lt;15.000 Jahre) zur\u00fcck. Allerdings scheinen die Seeadler auf Island und Gr\u00f6nland heutzutage nicht durch Genfluss mit europ\u00e4ischen Seeadlern verbunden zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Aussehen, Verhalten und \u00d6kologie \u00e4hnelt der Seeadler sehr dem amerikanischen <a title=\"Wei\u00dfkopfseeadler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fkopfseeadler\">Wei\u00dfkopfseeadler<\/a>. Einige Autoren vereinigen diese beiden Arten daher zu einer <a title=\"Superspezies\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Superspezies\">Superspezies<\/a>.<\/p>\n<p>Der Seeadler ern\u00e4hrt sich w\u00e4hrend der Brutzeit vor allem von <a title=\"Fische\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fischen<\/a> und <a title=\"Wassergefl\u00fcgel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wassergefl%C3%BCgel\">Wasserv\u00f6geln<\/a>, auch Aas wird gern genommen, lebende S\u00e4uger spielen meist nur eine untergeordnete Rolle. Fische werden h\u00e4ufig selbst erbeutet, Seeadler fressen jedoch auch tote und halb verweste Fische. Die im jeweiligen Lebensraum h\u00e4ufigsten Arten dominieren meist auch im Nahrungsspektrum des Seeadlers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> bildeten Fische 73&nbsp;% und Wasserv\u00f6gel 24&nbsp;% der Beute. Die \u00fcbrigen 3&nbsp;% waren <a title=\"S\u00e4ugetiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ugetiere\">S\u00e4uger<\/a>, vor allem <a title=\"Kaninchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaninchen\">Kaninchen<\/a> und <a title=\"Feldhase\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldhase\">Feldhasen<\/a>. Unter den Fischen waren <a title=\"Brachse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brachse\">Bleie<\/a> mit 24&nbsp;%, <a title=\"Karpfen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karpfen\">Karpfen<\/a> mit 23&nbsp;% und unbestimmte Karpfenfische (<a class=\"mw-redirect\" title=\"Cyprinidae\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cyprinidae\">Cyprinidae<\/a>) mit 29&nbsp;% dominierend. Die am h\u00e4ufigsten erbeuteten Wasserv\u00f6gel waren hier <a title=\"Bl\u00e4sshuhn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bl%C3%A4sshuhn\">Bl\u00e4sshuhn<\/a> (56&nbsp;%), <a title=\"Graugans\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graugans\">Graugans<\/a> (10&nbsp;%) und <a title=\"Stockente\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stockente\">Stockente<\/a> (6&nbsp;%).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Winterhalbjahr steigt der Anteil der Wasserv\u00f6gel betr\u00e4chtlich an und macht im mitteleurop\u00e4ischen Binnenland etwa 80&nbsp;% der Beute aus. Insbesondere im Winter spielt auch <a title=\"Aas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a> eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fischbeute der an der <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">finnischen<\/a> Ostseek\u00fcste lebenden Seeadler besteht zur Brutzeit vor allem aus <a class=\"mw-redirect\" title=\"Europ\u00e4ischer Hecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europ%C3%A4ischer_Hecht\">Hecht<\/a> und <a title=\"Aland (Fisch)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aland_%28Fisch%29\">Aland<\/a>, unter den V\u00f6geln dominieren hier <a title=\"Eiderente\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiderente\">Eiderente<\/a> und verschiedene <a title=\"S\u00e4ger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ger\">S\u00e4ger<\/a> (<em>Mergus sp.<\/em>), wobei die Anteile regional stark variieren. Auf den <a title=\"\u00c5land\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%85land\">\u00c5land<\/a>-Inseln im S\u00fcdwesten Finnlands waren Eiderenten mit 19,4&nbsp;% die h\u00e4ufigste Beute, gefolgt von Hecht (15,5&nbsp;%), verschiedenen S\u00e4gern (11,1&nbsp;%), <a title=\"Aland (Fisch)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aland_%28Fisch%29\">Aland<\/a> (6,4&nbsp;%) und <a title=\"Reiherente\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reiherente\">Reiherente<\/a> (4,4&nbsp;%). In der Umgebung der Stadt <a title=\"Vaasa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vaasa\">Vaasa<\/a> an der Westk\u00fcste Finnlands dominierten Hechte mit 31,7&nbsp;% die Beuteliste, gefolgt von S\u00e4gern (10,7&nbsp;%), der Eiderente (10,5&nbsp;%) und der Reiherente (8,7&nbsp;%).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der nordrussischen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kola-Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kola-Halbinsel\">Kola-Halbinsel<\/a> leben Seeadler zur Brutzeit vor allem von Alanden (49,1&nbsp;%), gefolgt von Hechten (16,7&nbsp;%). Wasserv\u00f6gel machten hier 20,3&nbsp;% der Beuteliste aus, S\u00e4uger 4,9&nbsp;%.<\/p>\n<p>Auch im \u00e4u\u00dfersten Osten des Verbreitungsgebietes dominieren Fische in der Nahrung. Am unteren <a title=\"Amur\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amur\">Amur<\/a> machten 4 Fischarten (<a title=\"Giebel (Fisch)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giebel_%28Fisch%29\">Giebel<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Amur-Hecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amur-Hecht\">Amur-Hecht<\/a> (<em>Esox reicherti<\/em>), <a title=\"Amur-Wels\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amur-Wels\">Amur-Wels<\/a> (<em>Parasilurus asotus<\/em>) und <a class=\"new\" title=\"Amur-Stachelwels (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Amur-Stachelwels&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Amur-Stachelwels<\/a> (<em>Pelteobagrus fulvidraco<\/em>)) zur Brutzeit 93,8&nbsp;% der Beute aus<\/p>\n<p>Die Methoden des Seeadlers beim Beuteerwerb sind sehr vielf\u00e4ltig. Seeadler nutzen zur Nahrungssuche an Gew\u00e4ssern bevorzugt st\u00f6rungsarme Sitzwarten, von denen aus sie stundenlang auf eine Gelegenheit zum Beuteerwerb warten. Die einfachste \u201eJagdmethode\u201c ist das Absammeln halbtoter oder toter Fische von der Wasseroberfl\u00e4che. Ebenso wie lebende Fische werden diese vom niedrig \u00fcber dem Wasser fliegenden Adler im Vorbeiflug aus dem Wasser gegriffen. Gro\u00dfe Fische mit einem Gewicht von mehr als 2&nbsp;Kilogramm werden in Ufern\u00e4he im Wasser gegriffen und festgehalten. Dabei kann der Adler in tieferem Wasser einige Minuten mit ausgebreiteten Fl\u00fcgeln auf dem Wasser liegen. Wenn der Fisch sich m\u00fcde gek\u00e4mpft hat, schwimmt der Adler mit seiner Beute an Land.<\/p>\n<p>Gesunde <a class=\"mw-redirect\" title=\"Enten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Enten\">Enten<\/a> und <a title=\"G\u00e4nse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nse\">G\u00e4nse<\/a> fliegen beim Angriffsflug eines Seeadlers sofort auf und werden dann nicht weiter verfolgt. Die Adler nutzen dabei jedoch g\u00fcnstige Gelegenheiten, beispielsweise angeschossene oder kranke V\u00f6gel, im Sommer vor allem noch nicht fl\u00fcgge Jungv\u00f6gel und flugunf\u00e4hige V\u00f6gel in Vollmauser, im Winter zum Beispiel im Eis festgefrorene V\u00f6gel. Bl\u00e4ssh\u00fchner fliegen beim Angriff eines Seeadlers nicht auf, sondern schlie\u00dfen sich dicht zusammen und laufen als geschlossene Gruppe fl\u00fcgelschlagend \u00fcber das Wasser. Das dabei entstehende Rauschen ist weit zu h\u00f6ren. Winterliche Ansammlungen von Wasserv\u00f6geln in Eisl\u00f6chern ziehen oft gr\u00f6\u00dfere Zahlen von Seeadlern an. Die Adler <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">r\u00fctteln<\/a> dann schwerf\u00e4llig \u00fcber dem Eisloch und erbeuten die Wasserv\u00f6gel durch gezielte Sto\u00dffl\u00fcge.<\/p>\n<p>Einzelne <a title=\"Tauchenten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauchenten\">Tauchenten<\/a>, <a title=\"Lappentaucher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lappentaucher\">Lappentaucher<\/a> oder Bl\u00e4ssh\u00fchner, die sich Angriffen durch Abtauchen entziehen, werden durch den immer wieder angreifenden Adler so lange zum Tauchen gezwungen, bis sie ersch\u00f6pft sind, und dann gegriffen. Diese Jagdmethode ist besonders effizient, wenn beide Partner eines Paares abwechselnd angreifen.<\/p>\n<p>Zur Brutzeit werden <a title=\"Kolonie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolonie_%28Biologie%29\">Kolonien<\/a> von <a title=\"Kormoran (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kormoran_%28Art%29\">Kormoranen<\/a> und <a title=\"Graureiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graureiher\">Graureihern<\/a>, im Nordeuropa auch von <a title=\"Lummen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lummen\">Lummen<\/a> und anderen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Seev\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seev%C3%B6gel\">Seev\u00f6geln<\/a>, von Seeadlern regelm\u00e4\u00dfig aufgesucht und Jungv\u00f6gel aus den Nestern erbeutet. In Kormorankolonien sammeln Seeadler auch auf dem Boden die von den Kormoranen ausgew\u00fcrgten Fische ein. Erst in den letzten Jahren wurde bekannt, dass Seeadler auch regelm\u00e4\u00dfig Greifvogelnester ausnehmen. Mehrfach wurden in Seeadlernestern zum Beispiel tote oder sogar noch lebende nestjunge <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussarde<\/a> gefunden.<\/p>\n<p>Vor allem im Winter suchen Seeadler systematisch nach Aas. Dabei werden auch gro\u00dfe S\u00e4uger wie <a title=\"Rothirsch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rothirsch\">Rothirsche<\/a> und <a title=\"Wildschwein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wildschwein\">Wildschweine<\/a> genutzt. Die Adler beobachten unter anderem <a title=\"Kolkrabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolkrabe\">Kolkraben<\/a> und Kr\u00e4hen, die sich an solchen Kadavern oft in gro\u00dfen Schw\u00e4rmen sammeln. <a title=\"Anthropogen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anthropogen\">Anthropogene<\/a> Strukturen werden von den Adlern dabei nicht gemieden. An Bahnlinien fressen Seeadler regelm\u00e4\u00dfig verunfallte Tiere, in Gebieten mit regelm\u00e4\u00dfigen Jagden suchen Seeadler im Nachhinein oft nach liegengelassenen Organen der erlegten Tiere, dem sogenannten Aufbruch. Beides ist f\u00fcr die Adler jedoch nicht ungef\u00e4hrlich (siehe Abschnitt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_%28Art%29#Lebenserwartung_und_Mortalit.C3.A4t\">Lebenserwartung und Mortalit\u00e4t<\/a>).<\/p>\n<p>Seeadler versuchen also meist mit m\u00f6glichst wenig Aufwand Nahrung zu erlangen und wirken dabei oft plump und tr\u00e4ge, andererseits werden die Geschwindigkeit und die Wendigkeit, die dieser Adler entwickeln kann, oft untersch\u00e4tzt. Im normalen Schlagflug fliegen Seeadler mit rund 60&nbsp;km\/h und sind ohne weiteres in der Lage, beispielsweise Kolkraben einzuholen. Die Erbeutung von Graureihern und G\u00e4nsen im freien Luftraum ist mehrfach beobachtet worden. Seeadler <a title=\"Parasitismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parasitismus\">parasitieren<\/a> auch sehr geschickt bei anderen Arten, vor allem <a title=\"Fischadler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fischadler\">Fischadlern<\/a> (<em>Pandion haliaetus<\/em>) wird regelm\u00e4\u00dfig die Beute abgejagt. Funde von kleineren V\u00f6geln wie adulten <a title=\"Eichelh\u00e4her\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichelh%C3%A4her\">Eichelh\u00e4hern<\/a>, <a title=\"Elster\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elster\">Elstern<\/a> oder <a title=\"Waldschnepfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldschnepfe\">Waldschnepfen<\/a> in Seeadlerhorsten haben gezeigt, dass offensichtlich auch mittelgro\u00dfe Greifvogelarten wie <a title=\"Habicht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habicht<\/a> oder <a title=\"Wanderfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanderfalke\">Wanderfalke<\/a> von Seeadlern parasitiert werden.<\/p>\n<p>Alte Seeadlerpaare leben in Dauerehe zusammen und zeigen vor allem im Winter beeindruckende <a title=\"Balz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balzfl\u00fcge<\/a>. Bei den Balzfl\u00fcgen wechseln Synchronfl\u00fcge, gemeinsames Kreisen und spielerisches Aufeinandersto\u00dfen einander ab. An sonnigen Tagen mit starkem Wind ist die Flugaktivit\u00e4t besonders gro\u00df.<\/p>\n<p>Junge und noch nicht ausgef\u00e4rbte Artgenossen werden von territorialen Altv\u00f6geln meist ignoriert und im Revier geduldet. Ausgef\u00e4rbte Fremdadler werden jedoch sofort heftig angegriffen und aus dem Revier vertrieben. Der angegriffene Fremdadler verl\u00e4sst im Normalfall so schnell wie m\u00f6glich das Revier des Paares. Regelm\u00e4\u00dfig werden in Brutrevieren jedoch Seeadler gefunden, die bei innerartlichen Besch\u00e4digungsk\u00e4mpfen schwer verletzt oder get\u00f6tet wurden. Vermutlich kommt es zu solchen K\u00e4mpfen, wenn der revierbesitzende Vogel durch hohes Alter, kleine Verletzungen oder \u00c4hnliches geschw\u00e4cht ist und der eindringende Vogel eine Chance auf die \u00dcbernahme des Revieres sieht.<\/p>\n<p>Junge und immature Adler schlie\u00dfen sich insbesondere an nahrungsreichen Stellen zu gr\u00f6\u00dferen Gruppen zusammen und nutzen gemeinsame Schlafpl\u00e4tze. An Stellen mit hohem Nahrungsangebot, wie zum Beispiel beim Abfischen in Teichanlagen oder an gro\u00dfen Kadavern, finden sich daher oft 20 und mehr Seeadler ein. Innerhalb dieser Gruppen sind spielerische Balgereien um Beute oder die besten Ruhepl\u00e4tze h\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Seeadler errichten gewaltige Horste aus \u00c4sten. Die Nestmulde wird mit Gras und Moos ausgekleidet. In Mitteleuropa werden zur Horstanlage alte B\u00e4ume benutzt, in Norddeutschland vor allem <a title=\"Rotbuche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotbuche\">Rotbuchen<\/a>, in Ostdeutschland neben der Rotbuche vor allem <a title=\"Waldkiefer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldkiefer\">Waldkiefern<\/a>. Neue Horste haben einen Durchmesser von etwa 1,2 bis 1,5 Metern und eine H\u00f6he von 50 bis 80 Zentimetern, alte und \u00fcber Jahrzehnte genutzte Horste k\u00f6nnen einen Durchmesser von zwei Metern, eine H\u00f6he von drei bis f\u00fcnf Metern und ein Gewicht von 600 Kilogramm erreichen. An den K\u00fcsten Nordeuropas, zum Beispiel in <a title=\"Norwegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegen<\/a>, br\u00fcten viele Seeadler in Felsw\u00e4nden, auf abgelegenen und baumlosen Inseln auch auf dem Boden. Viele Reviere weisen einen oder mehrere Wechselhorste auf, die abwechselnd oft \u00fcber Jahrzehnte genutzt werden.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa beginnt die Brut zwischen Mitte Februar und Mitte M\u00e4rz. Das Gelege besteht aus ein bis drei wei\u00dfen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ei (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ei_%28Biologie%29\">Eiern<\/a>, die Brutzeit bel\u00e4uft sich auf ca. 38 Tage. Die Jungv\u00f6gel erreichen nach rund 75 Tagen das <a title=\"\u00c4stling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84stling\">\u00c4stlingsstadium<\/a> und nach 80 bis 90 Tagen k\u00f6nnen sie schon kurze Strecken fliegen.<\/p>\n<p>Die Sterblichkeit in den ersten Lebensjahren ist verglichen mit kleineren Greifvogelarten sehr gering. Bei einer Studie in Norwegen wurden nestjunge Seeadler mit Satellitensendern versehen, mindestens 86&nbsp;% aller Jungv\u00f6gel \u00fcberlebten die ersten zwei Lebensjahre. In Finnland wurde die Sterblichkeit anhand von Ablesungen beringter V\u00f6gel an F\u00fctterungsstellen berechnet, sie betrug bis zum ersten Winter (also von der Beringung bis zum Winter im Jahr der Beringung) 14&nbsp;%, vom ersten bis zum zweiten Winter 7&nbsp;% und vom zweiten bis zum dritten Winter 4&nbsp;%. Vergleichbare Untersuchungen liegen aus Mitteleuropa bisher nicht vor.<\/p>\n<p>Angaben zum durchschnittlichen Alter von Brutv\u00f6geln liegen bisher aus Schleswig-Holstein vor. Im Jahr 2006 wurden 35 beringte Brutv\u00f6gel identifiziert, diese hatten ein Alter von 4-20 Jahren, im Mittel 10,3 Jahre. Der \u00fcberwiegende Teil der V\u00f6gel (80&nbsp;%) war zwischen 6 und 14 Jahre alt.<\/p>\n<p>Die heutige Mortalit\u00e4t in Mitteleuropa ist \u00fcberwiegend auf menschliche Einfl\u00fcsse zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die bedeutendsten anthropogenen Todesf\u00e4lle sind hier Bleivergiftungen durch die Aufnahme von Bleipartikeln aus Jagdgeschossen, Kollisionen mit anthropogenen Strukturen wie Eisenbahnen, Oberleitungen und Windr\u00e4dern sowie Stromschl\u00e4ge an Hochspannungsleitungen. Die wichtigste nat\u00fcrliche Verlustursache sind Verletzungen bei Revierk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>So hatten von 87 zwischen 1998 und 2006 verletzt oder geschw\u00e4cht gefundenen Seeadlern aus Deutschland 33&nbsp;% eine Bleivergiftung, 12&nbsp;% waren sicher mit anthropogenen Strukturen kollidiert, 5&nbsp;% waren Opfer von Stromschl\u00e4gen. Weitere 22&nbsp;% wiesen ebenfalls Anflugverletzungen wie Knochenbr\u00fcche und \u00e4hnliches auf, ohne dass die verursachende Struktur ermittelt werden konnte, da viele dieser V\u00f6gel offenbar schon tage- oder wochenlang flugunf\u00e4hig gewesen waren und weite Strecken zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt hatten. Verletzungen durch innerartliche Revierk\u00e4mpfe wurden bei 9&nbsp;% der Fundtiere festgestellt, diese traten nur bei adulten und immaturen Adlern auf. Im Unterschied zu kleineren Greifvogelarten, bei denen die gr\u00f6\u00dfte Sterblichkeit bei Jungv\u00f6geln im ersten Lebensjahr auftritt, waren hier 43&nbsp;% der gefundenen V\u00f6gel adult, weitere 18&nbsp;% waren immatur und nur 39&nbsp;% waren im Nestlingsalter oder im Jugendkleid. Von den 23 in dieser Studie erfassten nestjungen und eben fl\u00fcggen Seeadlern hatten zudem 11 das <a title=\"Pinching-Off-Syndrom\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pinching-Off-Syndrom\">Pinching-Off-Syndrom<\/a>, eine vermutlich genetisch bedingte schwere Befiederungsst\u00f6rung. Ohne diese bisher nur in Mittel- und Westeuropa auftretende Erkrankung w\u00e4re der Anteil der Jungv\u00f6gel noch deutlich geringer gewesen.<\/p>\n<p>Bleivergiftungen sind zum einen auf <a title=\"Schrotkugel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schrotkugel\">Bleischrot<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren, wie er f\u00fcr die Jagd auf Wasserv\u00f6gel, Tauben, Fasane, F\u00fcchse, etc. verwendet wird, aber vor allem auf bleihaltige <a title=\"Patrone (Munition)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Patrone_%28Munition%29#B.C3.BCchsenpatrone\">Kugelmunition<\/a>, mit der <a title=\"Paarhufer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paarhufer\">Paarhufer<\/a> (u. a. <a title=\"Reh\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reh\">Rehe<\/a>, <a title=\"Hirsche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hirsche\">Hirsche<\/a> und <a title=\"Wildschwein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wildschwein\">Wildschweine<\/a>) erlegt werden. Diese <a title=\"Projektil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Projektil\">Projektile<\/a> zersplittern beim Aufprall und <a title=\"Kontaminanten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kontaminanten\">kontaminieren<\/a> gro\u00dfe Teile des Tierk\u00f6rpers mit Bleisplittern.Seeadler suchen insbesondere im Winter systematisch nach Aas und nutzen dann die am Ort der Erlegung vom J\u00e4ger zur\u00fcckgelassenen Innereien sowie Tiere, die beschossen und trotz Nachsuche nicht gefunden werden. Die sauren Magens\u00e4fte des Seeadlers l\u00f6sen Blei sehr schnell auf, das Blei gelangt dann in die Blutbahn. Das toxische <a title=\"Schwermetalle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwermetalle\">Schwermetall<\/a> <a title=\"Blei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blei\">Blei<\/a> sch\u00e4digt unter anderem das <a title=\"Zentralnervensystem\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralnervensystem\">Zentralnervensystem<\/a> und die Blutbildung der Adler. Dies f\u00fchrt h\u00e4ufig zu zentralnerv\u00f6sen Ausfallerscheinungen bis zur v\u00f6lligen Blindheit. Die St\u00f6rung der Blutbildung f\u00fchrt zu Sauerstoffmangel, viele der Adler ersticken daher qualvoll. Bleifreie Alternativmunition ist seit l\u00e4ngerem verf\u00fcgbar. Erste Schritte zum Verbot bleihaltiger Kugelmunition haben bisher die Landesforstverwaltungen der L\u00e4nder <a title=\"Berlin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin\">Berlin<\/a> und <a title=\"Brandenburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandenburg\">Brandenburg<\/a> unternommen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der allgemein praktizierten Verfolgung aller Greifv\u00f6gel etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden auch Seeadler in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes intensiv verfolgt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie in ganz Westeuropa ausgerottet, die westlichsten Vorkommen gab es in Mitteleuropa zu dieser Zeit in den heutigen Bundesl\u00e4ndern <a title=\"Mecklenburg-Vorpommern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mecklenburg-Vorpommern\">Mecklenburg-Vorpommern<\/a> und <a title=\"Brandenburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandenburg\">Brandenburg<\/a>. Auch die Vorkommen in <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinavien<\/a> und <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnland<\/a> waren bis auf kleine Reste verschwunden. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erste Schutzbem\u00fchungen, die in den 20er Jahren vor allem durch ein Buch von <a title=\"Bengt Berg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bengt_Berg\">Bengt Berg<\/a>, \u201eDie letzten Adler\u201c, in ganz Europa erheblich verst\u00e4rkt wurden. Die Best\u00e4nde zeigten durch die Jagdverschonung deutliche Zuw\u00e4chse. In dieser Zeit wurde unter anderem <a title=\"Sachsen-Anhalt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachsen-Anhalt\">Sachsen-Anhalt<\/a> (1932), <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> (1947) und <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a> (1952) wieder besiedelt.<\/p>\n<p>In den 50er und 60er Jahren kam es jedoch wieder zu einer rapiden Abnahme der Best\u00e4nde, da die V\u00f6gel kaum noch Nachwuchs bekamen. Dies lag an den Folgen der Verwendung von <a class=\"mw-redirect\" title=\"DDT\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DDT\">DDT<\/a>. Das nach 1945 weltweit h\u00e4ufig eingesetzte <a title=\"Insektizid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insektizid\">Insektizid<\/a> DDT bzw. dessen <a title=\"Metabolit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metabolit\">Metabolit<\/a> <a title=\"Dichlordiphenyldichlorethen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dichlordiphenyldichlorethen\">DDE<\/a> reicherte sich \u00fcber die <a title=\"Nahrungskette\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahrungskette\">Nahrungskette<\/a> besonders in aquatischen Lebensr\u00e4umen stark an und f\u00fchrte beim Seeadler und anderen Greifv\u00f6geln zu sehr d\u00fcnnen Eierschalen. Die Eier zerbrachen w\u00e4hrend der Brut oder starben ab. Mit dem Verbot von DDT ab Anfang der 70er Jahre erholten sich die Best\u00e4nde wieder, seit 1990 zeigen viele <a title=\"Population (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Population_%28Biologie%29\">Populationen<\/a>, darunter auch die deutsche, ein sehr starkes Wachstum und eine deutliche Ausbreitungstendenz. So stieg die Zahl der Brutpaare in <a title=\"Deutschland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschland\">Deutschland<\/a> von 185 im Jahr 1990 auf 470 im Jahr 2004, 2007 wurden 575 Brutpaare in Deutschland gez\u00e4hlt. \u00c4hnliche Entwicklungen fanden in <a title=\"Polen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polen\">Polen<\/a>, <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnland<\/a> und <a title=\"Schweden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">Schweden<\/a> statt. Wieder besiedelt wurden unter anderem <a title=\"Tschechien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechien\">Tschechien<\/a> (1984), <a title=\"Niedersachsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsen\">Niedersachsen<\/a> (1987), <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a> (1995), <a title=\"\u00d6sterreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreich\">\u00d6sterreich<\/a> (2001), <a title=\"Bayern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bayern\">Bayern<\/a> (2006) und die <a title=\"Niederlande\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederlande\">Niederlande<\/a> (2006). Bestandssch\u00e4tzungen gehen derzeit weltweit von bis zu 12.000 Brutpaaren aus.<\/p>\n<p>Genetische Studien haben gezeigt, dass der lokale Schutz von Seeadlern ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr den Naturschutz war.<sup id=\"cite_ref-13\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_%28Art%29#cite_note-13\">[14]<\/a><\/sup><sup id=\"cite_ref-thesis_14-0\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_%28Art%29#cite_note-thesis-14\">[15]<\/a><\/sup><sup id=\"cite_ref-15\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_%28Art%29#cite_note-15\">[16]<\/a><\/sup> Verbot der DDT-Nutzung, lokaler Nestplatzschutz, Winterf\u00fctterung und die unz\u00e4hligen weiteren Schutzma\u00dfnahmen in vielen L\u00e4ndern f\u00fchrten insgesamt dazu, dass sich die Seeadlerbest\u00e4nde regional erholten. Dies f\u00fchrte dazu, dass trotz der massiven Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge w\u00e4hrend des 19. und 20. Jahrhunderts, relativ viel genetische Variation erhalten blieb. Diese Tatsache sehen Naturschutzbiologen als wichtigen Faktor f\u00fcr das langfristige \u00dcberleben der Art an.<\/p>\n<p>Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> hat den Seeadler bis 1993 als \u201egef\u00e4hrdet\u201c gef\u00fchrt, 1994 wurde die Art wegen der Bestandszunahmen auf \u201egering gef\u00e4hrdet\u201c und 2005 auf \u201enicht gef\u00e4hrdet\u201c heruntergestuft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist ein sehr gro\u00dfer Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Seeadler bewohnen gew\u00e4sserreiche Landschaften Eurasiens von Gr\u00f6nland bis zum Pazifik. Sie ern\u00e4hren sich \u00fcberwiegend von Fischen, Wasserv\u00f6geln und Aas. 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