{"id":6582,"date":"2022-10-26T12:06:42","date_gmt":"2022-10-26T10:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/rotmilan-milvus-milvus\/"},"modified":"2023-01-01T15:26:05","modified_gmt":"2023-01-01T13:26:05","slug":"rotmilan-milvus-milvus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/rotmilan-milvus-milvus\/","title":{"rendered":"Rotmilan &#8211; Milvus milvus"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Rotmilan<\/strong> (<em>Milvus milvus<\/em>), auch <strong>Roter Milan<\/strong>, <strong>Gabelweihe<\/strong> oder <strong>K\u00f6nigsweihe<\/strong> genannt, ist eine <a title=\"Greifv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifv%C3%B6gel\">Greifvogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_(Biologie)\">Familie<\/a> der <a title=\"Habichtartige\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habichtartige\">Habichtartigen<\/a> (Accipitridae). Der gut <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">m\u00e4usebussardgro\u00dfe<\/a>, lang- und schmalfl\u00fcgelige Greifvogel hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Fast der gesamte Weltbestand ist in Europa beheimatet; nur wenige Rotmilane br\u00fcten auch in Nordwestafrika.<\/p>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr diesen eleganten Flieger sind der gegabelte Schwanz sowie die markanten wei\u00dfen Fl\u00fcgelfelder vor den tief gefingerten schwarzen Handschwingen.<\/p>\n<p>Rotmilane sind <a title=\"Teilzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teilzieher\">Teilzieher<\/a>. Die meisten V\u00f6gel Mitteleuropas verlassen im Sp\u00e4therbst ihre Brutgebiete und ziehen nach S\u00fcdwesten ab. Sie bleiben meist in S\u00fcdwesteuropa, nur sehr wenige ziehen weiter bis in die <a title=\"Sahelzone\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahelzone\">Sahelgebiete<\/a> des s\u00fcdwestlichen Afrikas. In zunehmender Zahl versuchen Rotmilane auch in ihren mitteleurop\u00e4ischen Brutgebieten zu \u00fcberwintern.<\/p>\n<p>Rotmilane ern\u00e4hren sich \u00fcberwiegend von <a title=\"Kleins\u00e4uger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleins%C3%A4uger\">Kleins\u00e4ugern<\/a>, <a title=\"Wirbellose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellosen<\/a>, <a title=\"Amphibien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amphibien\">Amphibien<\/a> sowie kleineren <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">V\u00f6geln<\/a> und <a title=\"Aas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a>.<\/p>\n<p>Nach sehr starken Bestandseinbu\u00dfen gegen Ende des 20. Jahrhunderts nehmen die Best\u00e4nde etwa seit 2010 wieder deutlich zu, sodass sich die Art in einigen Gebieten neu oder verst\u00e4rkt etablieren konnte (S\u00fcdwestdeutschland, Vorarlberg, Donauauen). Sie wurde deshalb aus der Vorwarnstufe der IUCN herausgenommen und erneut als ungef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6567\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/b5.JPG\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum nahe verwandten, geringf\u00fcgig kleineren <a title=\"Schwarzmilan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzmilan\">Schwarzmilan<\/a> ist die Verbreitung des Rotmilans im Wesentlichen auf Europa beschr\u00e4nkt. Er br\u00fctet vor allem in offenen, mit kleinen W\u00e4ldern oder Geh\u00f6lzen durchsetzten Landschaften. Er ist bedeutend weniger wassergebunden als der Schwarzmilan. Die meisten Rotmilane des zentralen Mitteleuropas sowie die in Nord- und Osteuropa br\u00fctenden sind Zugv\u00f6gel, w\u00e4hrend ein unterschiedlich hoher Prozentsatz der Brutv\u00f6gel aus dem westlichen und s\u00fcdwestlichen Mitteleuropa jahr\u00fcber als Standvogel im Brutgebiet bleibt. \u00dcber 50 Prozent des Gesamtbestandes dieser Art, die sich vor allem von kleineren S\u00e4ugetieren und V\u00f6geln ern\u00e4hrt, br\u00fctet in Deutschland.<\/p>\n<p>Zurzeit werden keine Unterarten anerkannt. Die seit 2000 nicht mehr nachgewiesenen Milane der <a title=\"Kapverdische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapverdische_Inseln\">Kapverden<\/a> wurden als Unterart des Rotmilans (<em>M. milvus fasciicauda<\/em>), gelegentlich auch als eigenst\u00e4ndige Art (<em>Milvus fasciicauda<\/em>) aufgefasst. Sp\u00e4ter auf den Kapverden gefangene Milane waren Schwarzmilane.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rotmilan ist eine gut bestimmbare Greifvogelart. Verwechseln l\u00e4sst er sich am ehesten mit dem Schwarzmilan, doch sind auch zu dieser nahe verwandten Milanart gute Unterscheidungsmerkmale gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 202px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Schwanz-Milane.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/05\/Schwanz-Milane.jpg\/200px-Schwanz-Milane.jpg\" alt=\"\" data-file-width=\"559\" data-file-height=\"300\" width=\"200\" height=\"107\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 202px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Halbgef\u00e4cherter Schwanz:<br \/>Schwarzmilan (links)<br \/> Rotmilan (rechts)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rotmilan ist gr\u00f6\u00dfer als ein <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussard<\/a> und etwas gr\u00f6\u00dfer als der Schwarzmilan; er hat ausgesprochen lange Fl\u00fcgel und einen langen gegabelten Schwanz. Der sitzende Vogel wirkt r\u00f6tlichbraun, wobei eine deutlich hellere, meist ockerfarbene Feders\u00e4umung vor allem der Deckfedern des Oberfl\u00fcgels und des R\u00fcckengefieders einen kontrastreichen Gesamteindruck vermittelt. Das Kopf-, Nacken- und Kehlgefieder erwachsener Rotmilane ist sehr hell, fast wei\u00df, und weist auffallende schwarze Federnsch\u00e4fte auf, die diese K\u00f6rperpartien schwarz gestrichelt erscheinen lassen. Der ziemlich kr\u00e4ftige Schnabel ist an der Basis gelb, am Schnabelhaken dunkelgrau oder schwarz. Die kurzen Beine sind gelb, die Krallen schwarz. Die Iris erwachsener V\u00f6gel ist blassgelb. Das deutlich schwarz l\u00e4ngsgestrichelte Bauchgefieder ist etwas heller und leuchtender r\u00f6tlichbraun als das R\u00fcckengefieder; ebenso gef\u00e4rbt sind die Unterfl\u00fcgeldeckfedern. Die <a title=\"Armschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Arm-<\/a> und <a title=\"Handschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a> sind an ihren Enden sehr dunkel, fast schwarz.<\/p>\n<p>Im Flug fallen vor allem die langen, relativ schmalen Fl\u00fcgel und der tief gegabelte, rostrote Schwanz auf, der immer in Bewegung ist und auch voll gef\u00e4chert noch eine Kerbung aufweist. In der Oberansicht kontrastieren die schwarzen Arm- und Handschwingen stark mit dem \u00fcbrigen, r\u00f6tlichbraunen Gefieder. Noch kontrastreicher ist das <a title=\"Flugbild\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugbild\">Flugbild<\/a> von unten, da die Handschwingen an der Basis wei\u00df sind und ein ausgedehntes wei\u00dfes Fl\u00fcgelfeld bilden, w\u00e4hrend im Fl\u00fcgelbug meist ein schwarzes Abzeichen zu erkennen ist. Die \u00e4u\u00dfersten, tief gefingerten Handschwingen sind in ihrem letzten Drittel schwarz. Im Segelflug sind die Armschwingen leicht \u00fcber die Horizontale angehoben, die Handschwingen jedoch gerade oder leicht gesenkt, was ein erkennbar geknicktes Fl\u00fcgelprofil ergibt. Die Fl\u00fcgel sind in fast jeder Flugposition im <a title=\"Fl\u00fcgel (Vogel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgel_(Vogel)\">Carpalgelenk<\/a> deutlich gewinkelt.<\/p>\n<p>Die Geschlechter unterscheiden sich in der F\u00e4rbung nicht, auch das Jugend<a class=\"mw-redirect\" title=\"Gefieder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefieder\">gefieder<\/a> \u00e4hnelt stark dem Erwachsenenkleid. Bestes und bei sehr gutem Licht auch feldornithologisch brauchbares Bestimmungsmerkmal juveniler Individuen ist der mehr sandfarbene, nicht hellgrau-wei\u00dfe Kopf und das eher gesprenkelt (nicht l\u00e4ngsgestrichelt) wirkende, mehr blassr\u00f6tlich braune Bauchgefieder. Bei ganz jungen fl\u00fcggen Rotmilanen kann der Schwanz am \u00e4u\u00dfersten Rand noch eine Rundung aufweisen, da die \u00e4u\u00dfersten Steuerfedern noch nicht ihre volle L\u00e4nge erreicht haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Gr\u00f6\u00dfe_und_Gewicht\" class=\"mw-headline\">Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht<\/span><\/h3>\n<p>Der reverse <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> ist beim Rotmilan \u00e4hnlich wie beim Schwarzmilan in Bezug auf die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe nicht sehr deutlich, etwas ausgepr\u00e4gter jedoch in Bezug auf das K\u00f6rpergewicht. Die schwersten M\u00e4nnchen haben ein Gewicht von 1,1 Kilogramm; im Durchschnitt liegt das Gewicht etwas unter einem Kilogramm (0,93&nbsp;kg). Die schwersten Weibchen wiegen 1,4 Kilogramm, das Mittel liegt bei 1,06 Kilogramm. Die K\u00f6rperl\u00e4nge variiert zwischen 60 und 73 Zentimeter, wovon zwischen 31 und 39 Zentimeter auf den <a title=\"Steuerfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Sto\u00df<\/a> entfallen. Die Spannweite betr\u00e4gt 150 bis 180 Zentimeter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Mauser\" class=\"mw-headline\">Mauser<\/span><\/h3>\n<p>Adulte V\u00f6gel vermausern j\u00e4hrlich ihr gesamtes Gefieder. Diese Komplettmauser beginnt mit dem K\u00f6rpergefieder bereits w\u00e4hrend der Brutperiode und wird mit dem Wechsel der Schwingen und Schwanzfedern (meist in den \u00dcberwinterungsregionen) abgeschlossen. Einige Jungv\u00f6gel wechseln Teile des K\u00f6rpergefieders bald nach dem Ausfliegen; eine Komplettmauser beginnt bei allen Jungv\u00f6geln im Fr\u00fchling des 2. Lebensjahres und ist im Sp\u00e4tsommer\/Fr\u00fchherbst abgeschlossen. Ab dann weisen junge Rotmilane das Erscheinungsbild ausgef\u00e4rbter, \u00e4lterer Individuen auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rotmilane sind akustisch weniger auff\u00e4llig als Schwarzmilane. Vor allem au\u00dferhalb der <a title=\"Balz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balzzeit<\/a> und in weiterer Entfernung vom Horst verhalten sie sich weitgehend stumm, sieht man von Nahrungsstreitigkeiten mit anderen V\u00f6geln wie <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Kr\u00e4hen<\/a>, <a title=\"Bussarde\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bussarde\">Bussarden<\/a> oder anderen Milanen ab, die meist sehr lautstark ausgetragen werden. Auff\u00e4lligster Ruf ist ein hohes, in der Tonf\u00e4rbung stark variierendes, jedoch meist schrilles, langgezogenes <em>Wiiieeh<\/em>, dem in ab- und aufsteigender Tonkurve weitere Elemente hinzugef\u00fcgt werden. Das erste Element ist langgezogen, oft klagend, die nachfolgenden schlie\u00dfen sich wellenf\u00f6rmig und k\u00fcrzer werdend, zum Schluss oft stolpernd, an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Milvus_milvus_distr02.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/5c\/Milvus_milvus_distr02.png\/330px-Milvus_milvus_distr02.png\" alt=\"\" data-file-width=\"792\" data-file-height=\"603\" width=\"330\" height=\"251\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Rotmilans ist heute im Wesentlichen auf Zentral-, West- und S\u00fcdwesteuropa beschr\u00e4nkt. Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art liegt in Deutschland, das allein \u00fcber 42 Prozent des weltweit auf maximal 39.000 Brutpaare gesch\u00e4tzten Rotmilanbestandes beherbergt.<\/p>\n<p>Daneben gibt es gr\u00f6\u00dfere Brutvogelbest\u00e4nde in Frankreich, in Spanien, in Italien, der Schweiz und auch in Gro\u00dfbritannien, dort vor allem in <a title=\"Wales\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wales\">Wales<\/a>. In Nordeuropa ist der Rotmilan nur in Schweden in nennenswerter Anzahl vertreten, w\u00e4hrend die Art in Finnland und Norwegen nicht vorkommt und auch in den <a title=\"Baltische Staaten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltische_Staaten\">baltischen Staaten<\/a> sehr selten ist. Gr\u00f6\u00dfere Vorkommen bestehen noch in Polen und in <a title=\"Tschechien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechien\">Tschechien<\/a>, w\u00e4hrend in \u00d6sterreich, der <a title=\"Slowakei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a> und in <a title=\"Ungarn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a> nur wenige Paare br\u00fcten. In Osteuropa bestehen Vorkommen nur mehr im \u00e4u\u00dfersten Westen der <a title=\"Ukraine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine\">Ukraine<\/a> und von <a title=\"Belarus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belarus\">Belarus<\/a>, auch im europ\u00e4ischen Russland br\u00fcten nur einige wenige Paare. Ob die Art noch auf dem <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a> als Brutvogel vorkommt, ist ungewiss. Die ehemals nicht unbetr\u00e4chtlichen t\u00fcrkischen Best\u00e4nde scheinen nicht mehr zu bestehen. Auch aus <a title=\"Marokko\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marokko\">Marokko<\/a> ist der Rotmilan weitgehend verschwunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Der Rotmilan ist ein Greifvogel offener, mit kleinen und gr\u00f6\u00dferen Geh\u00f6lzen durchsetzter Landschaften. Er ist bedeutend weniger wassergebunden als die Nominatform des <a title=\"Schwarzmilan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzmilan\">Schwarzmilans<\/a>, mit dem er jedoch h\u00e4ufig in enger Nachbarschaft br\u00fctet. Bevorzugte Lebensr\u00e4ume sind Agrarlandschaften mit Feldgeh\u00f6lzen, oft auch Parklandschaften und an Offenland grenzende strukturierte Waldr\u00e4nder, seltener Heide- und Moorgebiete, solange B\u00e4ume als Niststandorte zur Verf\u00fcgung stehen. H\u00e4ufig nutzt er die g\u00fcnstigen Aufwindverh\u00e4ltnisse in engeren Flusst\u00e4lern oder an Bergh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Jagen braucht er offenes Kulturland, Grasland und Viehweiden, daneben k\u00f6nnen auch Feuchtgebiete als Nahrungsreviere dienen. Abgeerntete oder gerade umgepfl\u00fcgte Getreidefelder schlie\u00dft er ebenso in die Nahrungssuche ein wie Autobahnen und M\u00fclldeponien, letztere aber nicht in dem Ausma\u00df wie der Schwarzmilan. Sein Verbreitungsgebiet stimmt im Wesentlichen mit den <a title=\"Braunerde\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braunerde\">Braunerdegebieten<\/a> Mittel- und Osteuropas sowie den mediterranen Braunerde- und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Terra Rossa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terra_Rossa\">Terra-Rossa-Gebieten<\/a> \u00fcberein und liegt schwerpunktm\u00e4\u00dfig in den Intensivzonen der mitteleurop\u00e4ischen Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen ist der Rotmilan ein Bewohner der Niederungen und der H\u00fcgellandgebiete etwa bis <span style=\"border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;\">800&nbsp;<a title=\"H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6he_%C3%BCber_dem_Meeresspiegel\">m<\/a><\/span>. Im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schweizer Jura\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweizer_Jura\">Schweizer Jura<\/a> liegen einzelne Brutpl\u00e4tze bei fast <span style=\"border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;\">1200&nbsp;<abbr title=\"H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel\">m<\/abbr><\/span>. In den <a title=\"Pyren\u00e4en\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyren%C3%A4en\">Pyren\u00e4en<\/a> sind Vorkommen in der <a title=\"Waldgesellschaften Mitteleuropas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldgesellschaften_Mitteleuropas\">subalpinen Stufe<\/a> bekannt. Historische Brutpl\u00e4tze im <a title=\"Kaukasus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a> und im <a title=\"Hoher Atlas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoher_Atlas\">Hohen Atlas<\/a> lagen in H\u00f6hen von fast <span style=\"border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;\">2500&nbsp;<abbr title=\"H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel\">m<\/abbr><\/span>.<\/p>\n<p>Im Mittelalter scheint der Rotmilan auch in einigen europ\u00e4ischen St\u00e4dten, so etwa in London, gebr\u00fctet zu haben. Er d\u00fcrfte dort eine \u00e4hnliche Rolle als Abfallvertilger gespielt haben, wie sie heute einige Unterarten des Schwarzmilans (<em>M. migrans parasitus<\/em> und <em>M. m. govinda<\/em>) in Afrika beziehungsweise S\u00fcd- und S\u00fcdostasien einnehmen.<\/p>\n<p>In g\u00fcnstigen Nahrungshabitaten k\u00f6nnen Rotmilane in sehr hohen Siedlungsdichten vorkommen. Besonders dicht besiedelt war der <a title=\"Hakel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hakel\">Hakel<\/a>, ein etwa 13&nbsp;km\u00b2 gro\u00dfes, mit ausgedehnten Lichtungen durchsetztes Waldgebiet in der <a title=\"Magdeburger B\u00f6rde\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magdeburger_B%C3%B6rde\">Magdeburger B\u00f6rde<\/a>, wo 1979 136 Rotmilanpaare br\u00fcteten. Seither gingen die Bestandszahlen dort jedoch kontinuierlich zur\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie der Schwarzmilan ist auch der Rotmilan weitgehend <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nahrungsgeneralist\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahrungsgeneralist\">Nahrungsgeneralist<\/a>, ist im Gegensatz zu diesem aber ein leistungsf\u00e4higerer, aktiver J\u00e4ger. Fisch, Aas verzehrt er zwar ebenfalls, aber seltener als der Schwarzmilan. Individuell sind die Nahrungs- und Jagdgewohnheiten recht verschieden. W\u00e4hrend der Brutzeit besteht die Hauptnahrung aus <a title=\"Kleins\u00e4uger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleins%C3%A4uger\">Kleins\u00e4ugern<\/a> und <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">V\u00f6geln<\/a>. Nach Menge und Gewicht \u00fcberwiegen bei den S\u00e4ugetieren <a title=\"Feldm\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldm%C3%A4use\">Feldm\u00e4use<\/a> (<em>Microtus<\/em> sp.) und <a title=\"Maulw\u00fcrfe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maulw%C3%BCrfe\">Maulw\u00fcrfe<\/a> (<em>Talpidae<\/em>) und bei den V\u00f6geln sehr auff\u00e4llig der <a title=\"Star (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_(Art)\">Star<\/a>. Auch verschiedene <a title=\"Tauben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">Tauben<\/a> (<em>Columbidae<\/em>), <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6gel<\/a> (<em>Corvidae<\/em>) und gr\u00f6\u00dfere <a title=\"Drosseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drosseln\">Drosseln<\/a> (<em>Turdidae<\/em>), so etwa <a title=\"Amsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amsel\">Amseln<\/a> (<em>Turdus merula<\/em>), <a title=\"Wacholderdrossel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholderdrossel\">Wacholder-<\/a> (<em>Turdus pilaris<\/em>) und <a title=\"Misteldrossel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Misteldrossel\">Misteldrosseln<\/a> (<em>Turdus viscivorus<\/em>), werden relativ h\u00e4ufig geschlagen. Dort, wo der <a title=\"Feldhamster\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldhamster\">Feldhamster<\/a> (<em>Cricetus cricetus<\/em>) noch vergleichsweise h\u00e4ufig vorkommt, zum Beispiel in Ostpolen, kann dieser zur Hauptbeute werden. Oft handelt es sich bei geschlagenen V\u00f6geln um verletzte oder kranke Individuen oder um Jungtiere. In wasserreichen Gebieten k\u00f6nnen Fische, unter ihnen vor allem <a title=\"Wei\u00dffische\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Ffische\">Wei\u00dffische<\/a> wie <a title=\"Rotauge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotauge\">Pl\u00f6tzen<\/a> (<em>Rutilus rutilus<\/em>) und <a title=\"Brachse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brachse\">Brachsen<\/a> (<em>Abramis brama<\/em>), gewichtsm\u00e4\u00dfig dominieren. Der Rotmilan erbeutet sowohl lebende als auch tote oder sterbend an der Wasseroberfl\u00e4che treibende oder ans Ufer gesp\u00fclte Fische. Nicht unbetr\u00e4chtlich ist die Menge an <a title=\"Wirbellose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellosen<\/a>, die der Rotmilan sowohl im Flug als auch auf dem Boden aufnimmt. Vor allem im Fr\u00fchjahr k\u00f6nnen verschiedene <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fer<\/a> (<em>Coleoptera<\/em>) sowie <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmer<\/a> (<em>Lumbricidae<\/em>) wichtiger Nahrungsbestandteil sein. Der Anteil an <a title=\"Reptilien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reptilien\">Reptilien<\/a> und <a title=\"Amphibien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amphibien\">Amphibien<\/a> am Gesamtnahrungsaufkommen ist regional sehr unterschiedlich, in s\u00fcdlichen Populationen in der Regel etwas gr\u00f6\u00dfer als in Mittel- oder Nordeuropa.<\/p>\n<p><a title=\"Aas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a> nimmt der Rotmilan seltener zu sich als der Schwarzmilan, doch nutzt auch er totgefahrene oder verendete Tiere. Er ist an gro\u00dfen Kadavern ebenso anzutreffen wie an den Resten von Kleintieren. Auch an <a title=\"Deponie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deponie\">M\u00fclldeponien<\/a>, wo er h\u00e4ufig <a title=\"Ratten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ratten\">Ratten<\/a> erbeutet, oder dort, wo gro\u00dfe Mengen tierischen Abfalles anfallen, wie zum Beispiel bei Schlachth\u00e4usern oder Tierverwertungsanlagen, finden sich Rotmilane ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rotmilan ist ein <a class=\"new\" title=\"Suchflug (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Suchflug&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Suchflugj\u00e4ger<\/a> offener Landschaften, der gro\u00dfe Gebiete seines Nahrungsreviers in einem relativ niedrigen und langsamen Gleit- und Segelflug systematisch nach Beute absucht. Er ist \u00dcberraschungsj\u00e4ger, der bei erfolglosem Angriff in der Regel abstreicht und das verfehlte Beutetier nicht weiter verfolgt. Nicht selten ist er auch schreitend auf dem Boden zu sehen, wo er vor allem nach Insekten und Regenw\u00fcrmern sucht. Ersp\u00e4hte Beutetiere nimmt der Rotmilan im Dar\u00fcberfliegen vom Boden auf, ohne dabei zu landen. Auch Fische greift er nach <a title=\"Seeadler (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_(Art)\">Seeadlerart<\/a> von der Wasseroberfl\u00e4che ab und tr\u00e4gt sie davon. V\u00f6gel vermag er gelegentlich im Flug oder auf \u00c4sten zu \u00fcberraschen und zu schlagen, meistens jedoch erbeutet er sie auf dem Boden. Die Beutetiere t\u00f6tet er in der Regel nicht mit den Krallen, sondern durch kr\u00e4ftige Schnabelhiebe.<\/p>\n<p>Rotmilane berauben auch andere V\u00f6gel, vor allem Schwarzmilane, Kr\u00e4hen und <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6wen<\/a>. Sie jagen ihnen als <a class=\"mw-redirect\" title=\"Beuteschmarotzer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beuteschmarotzer\">Beuteschmarotzer<\/a> die Beute ab oder bel\u00e4stigen sie so lange, bis sie bereits verschluckte Nahrung wieder ausw\u00fcrgen. Vor allem im Winter scheint diese Art des Nahrungserwerbes zu einem nicht unbetr\u00e4chtlichen Anteil den Nahrungsbedarf zu decken.<\/p>\n<p>Insgesamt ist der Rotmilan in seinen Nahrungserwerbsstrategien sehr flexibel und nutzt g\u00fcnstige Gelegenheiten geschickt aus. Wo durch Mahd- und Erntearbeiten zuvor unzug\u00e4ngliche Beute freigelegt wird, sind Rotmilane schnell zur Stelle. Bis zu ihrem Umbruch bieten auch abgeerntete Felder gute Nahrungsressourcen, auf die sich Rotmilane sehr schnell einstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei ausreichendem Nahrungsangebot und au\u00dferhalb der Brutzeit beginnt der Rotmilan erst einige Zeit nach Sonnenaufgang mit den ersten Beutefl\u00fcgen und kann seine Jagdfl\u00fcge bereits einige Stunden vor Sonnenuntergang beenden. W\u00e4hrend des Tages legt er, meist in Horstn\u00e4he, l\u00e4ngere Ruhepausen ein, die er auch zur intensiven Gefiederpflege nutzt.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe des zur Nahrungsbeschaffung genutzten Areals h\u00e4ngt vom jeweiligen Angebot an Beutetieren ab. Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass Nahrungsfl\u00fcge selten weiter als zwei Kilometer vom Horst wegf\u00fchren. Meist bleibt der nahrungssuchende Vogel in Sichtweite des Horsts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Allgemein-_und_Sozialverhalten\" class=\"mw-headline\">Allgemein- und Sozialverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Die Aktivit\u00e4tszeit ist bei gutem Beutetierangebot auffallend kurz, kann aber, insbesondere w\u00e4hrend der Brutzeit, schon in der fr\u00fchen Morgend\u00e4mmerung beginnen und erst mit Einbruch der Dunkelheit enden. Immer wieder aber legt der Rotmilan zwischen den Beutefl\u00fcgen ausgiebige Ruhepausen ein, auch dann, wenn die <a title=\"Nestling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestling\">Nestlinge<\/a> in unmittelbarer N\u00e4he energisch <a title=\"Bettelverhalten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bettelverhalten\">betteln<\/a>.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb der Brutzeit ist der Rotmilan sehr gesellig und zeigt kein territoriales Verhalten. Die Art n\u00e4chtigt fast immer in gr\u00f6\u00dferen Schlafgesellschaften und fliegt auch gemeinschaftlich auf Jagd. Diese Schlafgesellschaften k\u00f6nnen mehrere hundert Individuen umfassen. H\u00e4ufig kann in diesen Milanansammlungen \u201espielerisches\u201c Verhalten wie gegenseitiges Necken sowie synchrone Flugspiele einiger V\u00f6gel beobachtet werden. Gelegentlich brechen Rotmilane im Flug <a title=\"Koniferen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koniferen\">Koniferenzapfen<\/a> ab, um sie einfach nur fallen zu lassen.<\/p>\n<p>Auch w\u00e4hrend der Brutzeit ist territoriales Verhalten nicht sehr ausgepr\u00e4gt, doch verteidigen beide Partner den Horst und seine weitere Umgebung (bis etwa 100 Meter) sowie den dar\u00fcberliegenden Luftraum gegen\u00fcber Artgenossen und artfremden Eindringlingen. Dabei steigen die Milane hoch auf und attackieren den Eindringling ziemlich energisch von oben. Meist verfolgt ihn vor allem das M\u00e4nnchen eine gewisse Zeit, w\u00e4hrend das Weibchen recht schnell zum Horst zur\u00fcckkehrt. Ein eigenes Nahrungsrevier beansprucht der Rotmilan in der Regel nicht, nur bei sehr geringer Nahrungsverf\u00fcgbarkeit zeigen einzelbr\u00fctende Paare auch diesbez\u00fcglich territoriales Verhalten. Gelegentlich wurde auch bei sehr gro\u00dfen Populationsdichten, wie sie zum Beispiel im <a title=\"Hakel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hakel\">Hakel<\/a> bestanden und in einigen Gegenden von <a title=\"Wales\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wales\">Wales<\/a> bestehen, territoriale Verhaltensweisen bez\u00fcglich der Jagdfl\u00e4chen festgestellt. Rot- und Schwarzmilane k\u00f6nnen sehr nahe beieinander br\u00fcten. Bei Streitigkeiten um einen g\u00fcnstigen Nistplatz oder einen bereits errichteten Horst ist hier in der Regel der Rotmilan der Unterlegene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<p>Die Zugstrategien dieser Art sind nicht einheitlich. Insgesamt wird in den letzten beiden Jahrzehnten eine Verk\u00fcrzung der Zugwege und ein vermehrtes Ausharren der Art in zuvor winters ger\u00e4umten Brutgebieten festgestellt. Schnee\u00e4rmere Winter sowie ein gr\u00f6\u00dferes, allzeit verf\u00fcgbares Nahrungsangebot auf M\u00fcllkippen und entlang stark frequentierter Stra\u00dfen machen es auch f\u00fcr viele mittel- und einige nordeurop\u00e4ischen Populationen m\u00f6glich, w\u00e4hrend des Winters im Brutgebiet auszuharren. Die gr\u00f6\u00dften Winterbest\u00e4nde in Mittel- und Nordeuropa gibt es im n\u00f6rdlichen <a title=\"Harzvorland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harzvorland\">Harzvorland<\/a>, in der Schweiz (zum Beispiel bei <a title=\"Neerach\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neerach\">Neerach<\/a>), in <a title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baden-W%C3%BCrttemberg\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> sowie in S\u00fcdschweden. In einigen \u00dcberwinterungsgebieten in der Schweiz und in S\u00fcdschweden wurden (und werden) die \u00dcberwinterer durch Zuf\u00fctterungen unterst\u00fctzt. In Baden-W\u00fcrttemberg ging die Anzahl der \u00fcberwinternden Rotmilane mit der Schlie\u00dfung einiger M\u00fclldeponien kontinuierlich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der nord- und mitteleurop\u00e4ischen Rotmilane verl\u00e4sst jedoch im Herbst das Brutgebiet und zieht nach S\u00fcdwesten, insbesondere nach Spanien. Die Brutv\u00f6gel des s\u00fcdwestlichen Mitteleuropas, Italiens, Frankreichs und Spaniens sowie die wenigen Rotmilane S\u00fcdosteuropas und Nordafrikas sind dagegen mehrheitlich Standv\u00f6gel, mit unterschiedlich weitr\u00e4umigen Nahrungsfl\u00fcgen innerhalb des \u00dcberwinterungsgebietes. In Spanien decken sich die \u00dcberwinterungsregionen mit den Brutgebieten der dort residenten Rotmilane. Sie liegen vor allem in der <a title=\"Iberische Meseta\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Meseta\">Nord- und S\u00fcdmeseta<\/a>, im <a title=\"Ebro\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ebro\">Ebrobecken<\/a>, in der <a title=\"Extremadura\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Extremadura\">Extremadura<\/a> sowie in Teilen <a title=\"Andalusien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andalusien\">S\u00fcdandalusiens<\/a>.<\/p>\n<p>Rotmilane ziehen bei Tag und zumeist einzeln oder in kleinen Trupps. Auf dem Wegzug sind die Zuggemeinschaften in der Regel individuenst\u00e4rker als auf dem Heimzug. Auf Grund der relativ kurzen Zugdistanzen verlassen Rotmilane erst sp\u00e4t das Brutgebiet, selten vor Mitte September, die meisten in der ersten Oktoberh\u00e4lfte. Die Weibchen ziehen etwa ein bis zwei Wochen vor den M\u00e4nnchen fort. Umgekehrt erscheinen sehr fr\u00fch, schon in der Februarmitte, die ersten ziehenden Rotmilane wieder im Brutgebiet, die Mehrheit folgt Ende Februar und in der ersten M\u00e4rzdekade. Ein Gro\u00dfteil der einj\u00e4hrigen und viele zweij\u00e4hrige Rotmilane ziehen auf ihren ersten Heimz\u00fcgen nicht ins Brutgebiet zur\u00fcck, sondern verbringen den Sommer entweder im \u00dcberwinterungsgebiet oder vagabundieren in kleineren Gesellschaften in S\u00fcd- und Mittelfrankreich, zum Teil auch in der Schweiz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Brutbiologie\" class=\"mw-headline\">Brutbiologie<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"\u00dcberblick\" class=\"mw-headline\">\u00dcberblick<\/span><\/h3>\n<p>Rotmilane werden in Ausnahmef\u00e4llen bereits in ihrem ersten Lebensjahr fortpflanzungsf\u00e4hig, br\u00fcten aber meist erst im dritten Lebensjahr zum ersten Mal. Die Art und Dauer der Paarbindung ist unterschiedlich. Weitgehend monogame Brutsaisonehen sind die Regel, doch wurden mehrj\u00e4hrige Dauerehen ebenso beobachtet wie Partnerwechsel w\u00e4hrend der Brutzeit. Bei Standv\u00f6geln scheint die Paarbindung stabiler zu sein als bei Zugv\u00f6geln, bei denen auch die durch das Zuggeschehen h\u00f6heren Ausfallraten zu h\u00e4ufigerem Partnerwechsel zwingen. Die Art ist sehr brutortstreu. Auch geschlechtsreife Jungv\u00f6gel versuchen sich meist in der n\u00e4heren Umgebung ihres Geburtsortes anzusiedeln, auch dann, wenn in weiterem Umkreis geeignete Brutpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden. Das f\u00fchrt nach Walz in dichtbesiedelten Rotmilanhabitaten mangels geeigneter Brutpl\u00e4tze zu einer Erh\u00f6hung des Bruteintrittsalters.<\/p>\n<p>Bei in Mittel- und Osteuropa \u00fcberwinternden V\u00f6geln wurde Balzverhalten w\u00e4hrend der gesamten \u00dcberwinterungszeit festgestellt. Im Brutgebiet kommen die sp\u00e4teren Partner oft zeitlich versetzt an, nicht selten um bis zu zw\u00f6lf Tage (in Ausnahmef\u00e4llen bis vier Wochen), wobei das Weibchen oder das M\u00e4nnchen zuerst erscheinen kann. Einige treffen bereits lose verpaart im Brutgebiet ein. Dort beginnen die Standv\u00f6gel bereits Mitte bis Ende Februar mit der Hauptbalz, die Zugv\u00f6gel im Durchschnitt etwa zwei bis drei Wochen sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Neuere <a title=\"Telemetrie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Telemetrie\">telemetrische<\/a> Untersuchungen zeigen, dass die Gr\u00f6\u00dfe des <a title=\"Aktionsraum\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktionsraum\">Aktionsraums<\/a> um das <a title=\"Revier (Tier)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Revier_(Tier)\">Revier<\/a> des Brutplatzes bei Rotmilanen extrem unterschiedlich sein kann. So schwankte w\u00e4hrend der Phase der Jungenaufzucht der Aktionsraum bei 27 verschiedenen besenderten M\u00e4nnchen von Jahr zu Jahr und von Vogel zu Vogel zwischen 5 und 500&nbsp;km\u00b2 (<a title=\"Aktionsraum\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktionsraum\">MCP 95&nbsp;%<\/a> zwischen 2,4 und 235&nbsp;km\u00b2). Dabei wurde festgestellt, dass die Anzahl fl\u00fcgger Jungv\u00f6gel (pro Brutpaar) h\u00f6her lag, wenn der Aktionsraum kleiner war (da schon in der N\u00e4he Beute verf\u00fcgbar).<\/p>\n<p>&nbsp;<img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6571\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/b3.JPG\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Balz des Rotmilans ist nicht sehr auff\u00e4llig. Im Wesentlichen besteht sie aus Horstbau, gemeinsamen Fl\u00fcgen \u00fcber dem Horststandort und h\u00e4ufigen <a title=\"Begattung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Begattung\">Kopulationen<\/a>, die bis in die Nestlingszeit hinein anhalten. Zur Kopulation fordert das Weibchen mit leisen Trillerrufen, waagrecht geduckter K\u00f6rperhaltung und gesenktem Kopf auf. Meist fliegt daraufhin das M\u00e4nnchen seine Partnerin direkt an und landet auf ihrem R\u00fccken. Spektakul\u00e4re Steilabst\u00fcrze \u00fcber dem Horstrevier, bei dem sich zwei Altv\u00f6gel ineinander verkrallen, gibt es beim Rotmilan ebenso wie bei vielen anderen Greifv\u00f6geln. Nach der Auswertung verschiedener Untersuchungen zu diesem Thema, wird dieses \u201ecartwheeling\u201c genannte Verhalten inzwischen meistens als Abwehr von Rivalen gedeutet. Denkbar ist auch, dass dieses Verhalten sowohl bei der Abwehr von Rivalen als auch \u2013 abgewandelt \u2013 als Balzritual auftritt. Bereits in der Nestbauphase stellt das Weibchen eigene Nahrungsfl\u00fcge weitgehend ein und wird ab dieser Zeit vom M\u00e4nnchen versorgt, bis es sich etwa zwei bis drei Wochen nach dem Schlupf selbst wieder an der Nahrungsbeschaffung beteiligt.<\/p>\n<p>Der Horstbau oder die Instandsetzung eines alten Horstes beginnt sofort nach Ankunft der Partner im Brutrevier. Horststandorte und Horstb\u00e4ume sind sehr unterschiedlich, in Mitteleuropa handelt es sich aber haupts\u00e4chlich um <a title=\"Eichen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichen\">Eichen<\/a>, <a title=\"Buchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buchen\">Buchen<\/a> oder <a title=\"Kiefern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiefern\">Kiefern<\/a>. Felsbruten kommen bei den Populationen auf den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Balearen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balearen\">Balearen<\/a> und den nordafrikanischen Rotmilanen vor. Ganz selten wurden auch Horststandorte auf Gittermasten festgestellt. Meist liegen die Horste relativ hoch und in starken B\u00e4umen, doch wurden auch sehr niedrig gelegene Nester in schwachen B\u00e4umen festgestellt. Gerne w\u00e4hlen Rotmilane Nistb\u00e4ume entlang steiler Abh\u00e4nge oder \u00fcber Felsklippen, bevorzugt in Randlagen, oder in stark aufgelichteten Best\u00e4nden. Nistunterlage ist meistens eine starke Stammgabelung, seltener eine Gabelung in einem starken Seitenast. Am Horstbau beteiligen sich beide Partner. Das Grundger\u00fcst besteht aus starken Reisern und Zweigen, die sie vom Boden auflesen oder mit dem Schnabel oder den F\u00e4ngen von B\u00e4umen abrei\u00dfen. Den Horst polstern die V\u00f6gel mit unterschiedlichem, weichem, organischem Material, aber auch mit Kulturabf\u00e4llen wie Folien, Plastikt\u00fcten oder Bindegarn aus. Letzteres f\u00fchrt nicht selten sp\u00e4ter zur Strangulation eines Nestlings. Plastikmaterialien verhindern eine ausgeglichene Luftzirkulation und k\u00f6nnen zur Durchn\u00e4ssung und Unterk\u00fchlung der Jungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe der Rotmilanhorste ist sehr variabel. Sie k\u00f6nnen auffallend klein und recht liederlich zusammengef\u00fcgt sein, mit Durchmessern zwischen nur 45 bis 60 Zentimetern. Mehrj\u00e4hrig benutzte Nester sind jedoch massive Konstruktionen mit einem Durchmesser von einem Meter und mehr, bei einer H\u00f6he von \u00fcber 40 Zentimetern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gelege besteht meist aus drei <a title=\"Vogelei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelei\">Eiern<\/a>, seltener aus einem, zwei oder vier Eiern. Es wurden auch schon Gelege mit f\u00fcnf Eiern gefunden. Die Eier wiegen etwa 60 Gramm und messen im Mittel 57 \u00d7 45 Millimeter. Sie entsprechen in Gr\u00f6\u00dfe und Form einem mittelgro\u00dfen H\u00fchnerei. Auf tr\u00fcbwei\u00dfem Grund weisen sie unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gte, r\u00f6tlichbraune Flecken sowie schw\u00e4rzliche Girlanden auf. Legebeginn in Mitteleuropa ist fr\u00fchestens Ende M\u00e4rz, in der Regel aber erst Anfang bis Mitte April. Bis in den Mai hinein k\u00f6nnen frische Gelege gefunden werden. In S\u00fcdeuropa ist der Legebeginn etwa zwei Wochen fr\u00fcher, in den n\u00f6rdlichsten Verbreitungsgebieten nicht vor Ende April, Anfang Mai. Rotmilane br\u00fcten nur einmal im Jahr; nur bei fr\u00fchem Gelegeverlust kommt es zu einem Nachgelege, meistens in einem anderen Horst.<\/p>\n<p>Die Eier bebr\u00fctet fast ausschlie\u00dflich das Weibchen etwa 32 bis 33 Tage bereits nach dem ersten Ei intensiv, so dass die Jungen mit deutlichen Entwicklungsunterschieden aufgezogen werden. Nur f\u00fcr kurze Zeit \u00fcbernimmt das M\u00e4nnchen das Brutgesch\u00e4ft. In den ersten zwei bis drei Wochen bleibt das Weibchen fast st\u00e4ndig am Horst, <a title=\"Hudern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">hudert<\/a> und beschattet die Nestlinge und verf\u00fcttert die vom M\u00e4nnchen herbeigebrachte Nahrung, die vor allem aus Kleins\u00e4ugern und V\u00f6geln besteht. Die Nestlingszeit betr\u00e4gt, abh\u00e4ngig von Witterung und Nahrungsangebot zwischen 48 und 54 Tagen. In Extremf\u00e4llen fliegen die Jungen erst nach 70 Tagen aus.<\/p>\n<p>Die wesentliche Gef\u00e4hrdung der Nestlinge liegt \u2013 abgesehen von mangelnder Nahrung \u2013 in der <a title=\"Pr\u00e4dationsrisiko\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dationsrisiko\">Pr\u00e4dation<\/a> durch den <a title=\"Habicht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habicht<\/a>. Die F\u00fchrungszeit ist verglichen mit der von jungen Schwarzmilanen recht kurz und betr\u00e4gt selten mehr als drei Wochen. Danach verstreichen die Jungv\u00f6gel, meist verlassen auch die Altv\u00f6gel die unmittelbare Horstumgebung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Mischbruten\" class=\"mw-headline\">Mischbruten<\/span><\/h3>\n<p>In freier Natur wurden gelegentlich Mischbruten zwischen Rot- und Schwarzmilan festgestellt. Der Schwarzmilan war meist der weibliche Vogel. Auch erfolgreiche Bruten zwischen einem Schwarzmilanm\u00e4nnchen und einem <a title=\"Hybride\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">hybriden<\/a> Weibchen wurden bekannt. In Gefangenschaft kommen solche Mischbruten h\u00e4ufiger vor. Im <a title=\"Naturpark Aukrug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturpark_Aukrug\">Naturpark Aukrug<\/a> in Mittelholstein br\u00fctete ein Mischpaar 6 Jahre hindurch erfolgreich. Nach Ausbleiben des Rotmilans trat offenbar eine Hybride aus einer vorangegangenen Brut an seine Stelle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Der Rotmilan ist eine von insgesamt drei <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_(Biologie)\">Arten<\/a> der <a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_(Biologie)\">Gattung<\/a> <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Milvus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milvus\">Milvus<\/a><\/em>. Neben der Nominatform <em>Milvus milvus milvus<\/em> wurde noch die auf den westlichen- und s\u00fcdwestlichen Inseln der Kapverden endemisch vorkommende Unterart <em>M. milvus fasciicauda<\/em> beschrieben. Diese Unterart wurde zuletzt 1999 mit zwei Individuen festgestellt. Alle danach gefangenen und analysierten Milane von den Kapverden waren Schwarzmilane der Nominatform <em>Milvus migrans migrans<\/em>. <em>M. milvus fasciicauda<\/em> scheint also ausgestorben zu sein. Die <a title=\"Taxonomie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taxonomie\">taxonomische<\/a> Stellung des Kapverdenmilans bleibt unklar: Er k\u00f6nnte eine Reliktart gewesen sein, die vor der Trennung der beiden Arten Rotmilan und Schwarzmilan bestand, oder eine weitgehend stabilisierte Hybride zwischen diesen beiden Arten. Molekulargenetische Untersuchungen an Museumsb\u00e4lgen aus dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert zeigten jedoch, dass V\u00f6gel mit den <em>fasciicauda<\/em>-typischen Merkmalen in die Rotmilan-<a title=\"Klade\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klade\">Klade<\/a> einzuordnen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef\u00e4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 292px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Milvus_milvus_world_population.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/64\/Milvus_milvus_world_population.png\/290px-Milvus_milvus_world_population.png\" alt=\"\" data-file-width=\"1473\" data-file-height=\"1198\" width=\"290\" height=\"236\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 292px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Bestand des Rotmilans (Brutpaare) nach L\u00e4ndern, Stand 2009.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutliche Abnahmen in den Hauptbrutgebieten f\u00fchrten dazu, dass die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Weltnaturschutzunion\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltnaturschutzunion\">Weltnaturschutzunion<\/a> (IUCN) Anfang des Jahrtausends den Bestand in der <a title=\"Rote Liste gef\u00e4hrdeter Arten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten\">Roten Liste<\/a> auf NT (= near threatened) hochstufte. Aufgrund steigender Population \u00e4nderte die IUCN im Jahr 2021 die Einstufung in LC (= least concern, ungef\u00e4hrdet).<\/p>\n<p>Die Situation in den Bundesl\u00e4ndern ist uneinheitlich. W\u00e4hrend die Rote Liste der Brutvogelarten Baden-W\u00fcrttembergs den Rotmilan seit 2007 in die Kategorie \u201eUngef\u00e4hrdet\u201c einstuft, f\u00fchrt ihn die Rote Liste der gef\u00e4hrdeten Brutv\u00f6gel in Niedersachsen und Bremen seit 2007 als stark gef\u00e4hrdet (Kategorie 2). Ausschlaggebend daf\u00fcr sind die zum Teil erheblichen Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge seit Beginn der 1990er Jahre in den Schl\u00fcssell\u00e4ndern der Verbreitung Deutschland, Spanien und Frankreich. In Deutschland insgesamt sind die Best\u00e4nde seit 1996 stabil \u2013 allerdings auf einem niedrigeren Niveau als 1990. Stabile oder sogar steigende Brutpaarzahlen sind in der Schweiz, in Italien, in der Tschechischen Republik, in Polen, Schweden und in Wales zu verzeichnen. Stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau, sind die Best\u00e4nde auch in \u00d6sterreich, Ungarn und in der <a title=\"Slowakei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a>.<\/p>\n<p>Die Sch\u00e4tzungen des europ\u00e4ischen Gesamtbestandes schwanken je nach Autor zwischen minimal 19.000 und maximal 29.000 Brutpaaren. Dabei gibt es verschiedene Gr\u00fcnde f\u00fcr nat\u00fcrliche Bestandsschwankungen. So nehmen die Best\u00e4nde zum Beispiel in Jahren mit einer hohen M\u00e4use- und Feldhamsterverf\u00fcgbarkeit zu (sogenannte <a title=\"Gradation (Zoologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gradation_(Zoologie)\">Gradations<\/a>jahre), w\u00e4hrend Jahre mit (pl\u00f6tzlich einsetzenden) feucht-kalten Fr\u00fchjahrstemperaturen zu Gelegeverlusten durch Unter- bzw. Ausk\u00fchlen von Eiern oder Jungv\u00f6geln f\u00fchren k\u00f6nnen, wodurch der Bestand auch insgesamt abnehmen kann. Extreme Wetterereignisse, die durch den fortschreitenden Klimawandel zunehmen werden, k\u00f6nnten den Bestand der Rotmilan-Population k\u00fcnftig negativ beeinflussen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr die zwischen 1990 und 1996 erlittenen Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge liegen vor allem in der Intensivierung und Umstellung der Landwirtschaft. Besonders negativ wirkte sich dies nach der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wende (DDR)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wende_(DDR)\">Wende<\/a> auf die Rotmilanbest\u00e4nde im Osten Deutschlands aus, wo regional Einbu\u00dfen um mehr als 50 Prozent und ein deutliches Absinken der Reproduktionszahlen zu verzeichnen waren. Wesentliche Faktoren sind die Verschlechterung der Nahrungsverf\u00fcgbarkeit durch Umstellung der M\u00e4htermine infolge des verst\u00e4rkten Anbaus von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wintergetreide\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wintergetreide\">Wintergetreide<\/a> und <a title=\"Raps\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raps\">Raps<\/a> sowie ein R\u00fcckgang der Rinderhaltung \u2013 mit zugleich weniger Weidewirtschaft und Gr\u00fcnfutteranbau mit regelm\u00e4\u00dfiger <a title=\"M\u00e4hen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4hen\">Mahd<\/a>. Dar\u00fcber hinaus tragen Verkehr, sekund\u00e4re Vergiftung durch Aufnahme vergifteter Beutetiere, Verfolgung durch vors\u00e4tzliche Vergiftung,Abschusssowie Unfallverluste an <a title=\"Freileitung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freileitung\">Freileitungen<\/a> und <a title=\"Windkraftanlage\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Windkraftanlage\">Windkraftanlagen<\/a> zum R\u00fcckgang bei. Gravierend sind ferner Verluste durch illegale Absch\u00fcsse, vorwiegend w\u00e4hrend des Vogelzuges und in den \u00dcberwinterungsgebieten. Als Folge kehren viele Tiere im Fr\u00fchjahr nicht zur\u00fcck. In den Brutgebieten kommt es zu Brutverlusten durch Forstarbeiten in der Brutzeit in Horstn\u00e4he. Trotz strikter Verbote und Regularien gem\u00e4\u00df EU-Vogelschutzrichtlinie bestehen hier noch enorme Defizite bez\u00fcglich der Kontrolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das noch laufendes Forschungsprojekt <a title=\"LIFE (EU)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/LIFE_(EU)\">Life<\/a>-Eurokite, das bis Anfang 2022 die Todesursache von 556 mit GPS-Sendern ausgestatteten toten Rotmilanen untersuchte, kam zu dem Zwischenergebnis, dass die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr Rotmilane in Europa <a title=\"Giftk\u00f6der\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giftk%C3%B6der\">Giftk\u00f6der<\/a> seien. Die Rotmilane sterben dabei nach dem Verzehr vergifteter Kleins\u00e4uger wie Ratten und M\u00e4usen. Anschlie\u00dfend folgte der <a title=\"Stra\u00dfenverkehr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stra%C3%9Fenverkehr\">Stra\u00dfenverkehr<\/a>, illegaler <a title=\"Wilderei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilderei\">Abschuss<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Stromschlag\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stromschlag\">Stromschlag<\/a> an Strommasten, Unf\u00e4lle mit <a title=\"Schienenfahrzeug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schienenfahrzeug\">Schienenfahrzeugen<\/a> und auf Rang sieben <a title=\"Windkraftanlage\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Windkraftanlage\">Windkraftanlagen<\/a>. Gem\u00e4\u00df Studienleiter Rainer Raab ist eine Kollision eines Rotmilans mit einer Windkraftanlage ein \u201e\u00e4u\u00dferst seltenes Ereignis\u201c, das vor allem dann auftrete, wenn ein Rotmilan nach einem langen Flug ersch\u00f6pft oder die Sicht nicht gut sei. In einer <a title=\"Pressemitteilung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pressemitteilung\">Pressemitteilung<\/a> stellte das Forschungsprojekt Life-Eurokite nach der Ausstrahlung des <a title=\"Frontal (2001)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frontal_(2001)\">Frontal<\/a>-Berichts klar, \u201eDiese Ergebnisse sind nicht per se auf die aktuelle Debatte um Todesursachen vom Rotmilan in Deutschland \u00fcbertragbar (auch wenn dies im Beitrag so dargestellt wurde), da die Todesursachen in Europa ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt sind. So treten bspw. Vergiftungen und illegale Absch\u00fcsse sowie der Stromschlag an Elektroleitungen in Deutschland wesentlich seltener auf als in anderen europ\u00e4ischen Staaten\u201c und kommt zum Schluss \u201eEs ist zum derzeitigen Projektstand nicht auszuschlie\u00dfen, dass es in Zukunft zu Verschiebungen bei der H\u00e4ufigkeit der Todesursachen kommt.\u201c Eine kurz nach dem frontal-Bericht ver\u00f6ffentlichte Stellungnahme der &#8222;Fachgruppe Rotmilan&#8220; zog f\u00fcr Deutschland aus diesem und \u00e4lterem Datenmaterial andere Schl\u00fcsse und kritisierte die Systematik der Life-Eurokite Studie. Die Forscher betonten, dass in den letzten 15 Jahren Kollisionen mit WEA mit 15&nbsp;% eine der h\u00e4ufigsten Todesursachen sowohl bei erstj\u00e4hrigen als auch bei \u00e4lteren V\u00f6geln gewesen sei und im Vergleich zu fr\u00fcheren Jahrzehnten deutlich zugenommen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die in Windparks gefundenen Schlagopfer gibt eine seit 2002 von der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg gef\u00fchrte Kollisionsstatistik Auskunft. Beim Rotmilan lag diese Zahl zwischen 2002 und Mai 2021 bei insgesamt 629 in Deutschland, nur <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussarde<\/a> waren mit 683 Schlagopfern h\u00e4ufiger betroffen. Diese Zahlen lassen keinen R\u00fcckschluss darauf zu, wie sich Kollisionen auf die Population auswirken. Auch die bisher umfangreichste Studie zu diesem Thema (PROGRESS-Studie) kann diese Frage nicht beantworten. Bei einem 2019 durchgef\u00fchrten Vergleich der Populationsentwicklung des Rotmilans durch den <a title=\"Dachverband Deutscher Avifaunisten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dachverband_Deutscher_Avifaunisten\">Dachverband Deutscher Avifaunisten<\/a> von 2005 bis 2014 mit der Windkraftanlagendichte im Jahr 2015 zeigen sich regionale Unterschiede. Es gab deutliche Bestandszunahmen in S\u00fcdwest- und Westdeutschland ausschlie\u00dflich in Gebieten, wo bisher nahezu keine Windkraftanlagen standen, deutliche Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge hingegen in Kreisen mit hoher Windkraftanlagendichte beispielsweise in Sachsen-Anhalt und Ostwestfalen. Im Durchschnitt ergab sich eine hochsignifikante <a title=\"Korrelationskoeffizient\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korrelationskoeffizient\">negative Korrelation<\/a> zwischen Rotmilan-Bestandsver\u00e4nderung und Windkraftanlagendichte auf Landkreisebene, das hei\u00dft bei zunehmender Dichte der Windkraftanlagen sinkt die Zahl der Rotmilane. Aufgrund neuester Daten haben allerdings IUCN und <a title=\"BirdLife International\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BirdLife_International\">BirdLife International<\/a> den Rotmilan als nicht mehr gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p>Auch das Schlie\u00dfen von M\u00fclldeponien wirkte sich Anfang der 1990er bestandslimitierend aus. Den V\u00f6geln wurden damit ganzj\u00e4hrig verf\u00fcgbare Nahrungsquellen entzogen.Ob sich zunehmende <a title=\"Schwarzmilan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzmilan\">Schwarzmilanbest\u00e4nde<\/a> negativ auf den in direkter Konkurrenz stehenden Rotmilan auswirken, ist noch nicht ausreichend gekl\u00e4rt. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Einfl\u00fcsse durch den aus Nordamerika eingewanderten <a title=\"Waschb\u00e4r\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waschb%C3%A4r\">Waschb\u00e4ren<\/a>, der sich besonders in Hessen und Brandenburg stark verbreitet hat. Es gibt deutliche Hinweise, dass Waschb\u00e4ren Nistpl\u00e4tze von Greifv\u00f6geln nutzen und als <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nestr\u00e4uber\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestr%C3%A4uber\">Nestr\u00e4uber<\/a> Greifvogelnester ausr\u00e4umen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Lebenserwartung<\/span><\/h2>\n<p>Rotmilane k\u00f6nnen sehr alt werden. Ein in Freiheit aufgefundener Rotmilan war fast drei\u00dfig Jahre alt. Die tats\u00e4chliche Lebenserwartung freilebender V\u00f6gel ist jedoch bedeutend geringer. In einer Untersuchung von 2009 waren 2\/3 von 44 in Th\u00fcringen gefangenen Rotmilanen zwischen drei und sieben Jahre alt. Nur 16&nbsp;% waren \u00e4lter als 10 Jahre.<\/p>\n<p>Besonders der erste Wegzug endet f\u00fcr viele Rotmilane t\u00f6dlich. Am Ende des ersten Lebensjahres leben von einem Geburtsjahrgang etwa 60\u201365 Prozent. Mit wachsender Erfahrung verlangsamt sich die Ausfallsrate, sodass nach drei Jahren noch ungef\u00e4hr 35\u201345 Prozent eines Jahrgangs am Leben sind und zur Brut kommen k\u00f6nnen. Diese Zahlen sind jedoch von vielen Faktoren abh\u00e4ngig, sodass sie nur als Ann\u00e4herungswerte zu sehen sind. Nahrungsmangel, Abschuss, Kollisionen mit Hindernissen und Stromleitungen sowie Vergiftungen sind die h\u00e4ufigsten fr\u00fchen Todesursachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Sonstiges\" class=\"mw-headline\">Sonstiges<\/span><\/h2>\n<p>Der Rotmilan war 2000 <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_(Deutschland)\">Vogel des Jahres<\/a> in Deutschland und <a title=\"Vogel des Jahres (\u00d6sterreich)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_(%C3%96sterreich)\">\u00d6sterreich<\/a>. Hierdurch sollte auf seine Gef\u00e4hrdung durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie die besondere Verantwortung Deutschlands f\u00fcr die Erhaltung der Art (<a title=\"Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arten_nationaler_Verantwortlichkeit_Deutschlands\">Tierart nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands<\/a>) aufmerksam gemacht werden. Denn \u00fcber die H\u00e4lfte aller br\u00fctenden Rotmilane weltweit haben ihr Nest in Deutschland.<\/p>\n<p>Die Gemeinden <a title=\"Hattorf am Harz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hattorf_am_Harz\">Hattorf am Harz<\/a> (Niedersachsen) und <a title=\"Ilmtal-Weinstra\u00dfe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilmtal-Weinstra%C3%9Fe\">Ilmtal-Weinstra\u00dfe<\/a> (Th\u00fcringen) f\u00fchren diesen Greifvogel in rot als Wappentier. Im Wappen von <a title=\"Karbach (Unterfranken)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karbach_(Unterfranken)\">Karbach<\/a> in Unterfranken wird eine <a title=\"Tingierung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tingierung#Metalle\">goldene<\/a> Gabelweihe (Rotmilan) dargestellt.<\/p>\n<p><strong>foto: Mihai Baciu<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rotmilan (Milvus milvus), auch Roter Milan, Gabelweihe oder K\u00f6nigsweihe genannt, ist eine Greifvogelart aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Der gut m\u00e4usebussardgro\u00dfe, lang- und schmalfl\u00fcgelige Greifvogel hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Fast der gesamte Weltbestand ist in Europa beheimatet; nur wenige Rotmilane br\u00fcten auch in Nordwestafrika. 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