{"id":6523,"date":"2022-02-02T16:58:51","date_gmt":"2022-02-02T14:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/gelbschnabeltaucher-gavia-adamsii\/"},"modified":"2022-02-02T17:07:30","modified_gmt":"2022-02-02T15:07:30","slug":"gelbschnabeltaucher-gavia-adamsii","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/gelbschnabeltaucher-gavia-adamsii\/","title":{"rendered":"Gelbschnabeltaucher- Gavia adamsii"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Gelbschnabeltaucher<\/strong> oder <strong>Gelbschnabel-Eistaucher<\/strong> (<em>Gavia adamsii<\/em>) ist eine Vogelart aus der <a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_(Biologie)\">Gattung<\/a> der <a title=\"Seetaucher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seetaucher\">Seetaucher<\/a> (<em>Gavia<\/em>). Die Art br\u00fctet in der k\u00fcstennahen <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> Russlands und Nordamerikas und \u00fcberwintert an n\u00f6rdlichen K\u00fcsten. Der Gelbschnabeltaucher kann ausnahmsweise auch in Mitteleuropa beobachtet werden, vor allem im Winter an den K\u00fcsten von Nord- und Ostsee. Der wissenschaftliche Artname ehrt den englischen Marinearzt und Naturforscher <a class=\"new\" title=\"Edward Adams (Naturforscher) (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Edward_Adams_(Naturforscher)&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Edward Adams<\/a> (1824\u20131856).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6509\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/6.JPG\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Gelbschnabeltaucher ist die gr\u00f6\u00dfte Art der Gattung <em>Gavia<\/em>. Er erreicht eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 77\u201390 cm und eine Spannweite von 135\u2013150 cm. Die Tiere wiegen nach den wenigen bisher vorliegenden Daten 3,7\u20136,4 kg und sind damit deutlich schwerer als eine <a title=\"Graugans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graugans\">Graugans<\/a>.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Prachtkleid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prachtkleid\">Prachtkleid<\/a> ist die Art unverwechselbar. Grundfarbe der gesamten Oberseite und von Kopf und Hals ist schwarz. Der obere R\u00fccken zeigt dichte Reihen gro\u00dfer wei\u00dfer Vierecke, der hintere R\u00fccken und die Flanken zeigen feine wei\u00dfe Punktreihen. Der Hals hat an den Seiten ein querovales Feld aus wei\u00dfen L\u00e4ngslinien, an der Kehle befindet sich eine schmale Linie aus wei\u00dfen Punkten. Brust, Bauch und die Unterfl\u00fcgeldecken sind rein wei\u00df.<\/p>\n<p>Namensgebend ist der gro\u00dfe, hellgelbe oder elfenbeinfarbene und leicht aufgeworfene Schnabel, der beim Schwimmen durch eine entsprechende Kopfhaltung meist leicht schr\u00e4g nach oben ragt. Die Beine und die F\u00fc\u00dfe sind grau. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_(Auge)\">Iris<\/a> ist weinrot.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Schlichtkleid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlichtkleid\">Schlichtkleid<\/a> ist die gesamte Oberseite dunkelgrau, h\u00e4ufig sind jedoch noch wei\u00df gesprenkelte Fl\u00fcgeldecken vorhanden. Kopf und Hinterhals sind schmutzig hell graubraun, die dunkle F\u00e4rbung geht nach vorn an Kehle und Hals in wei\u00df \u00fcber. Um das Auge befindet sich ein recht gro\u00dfer wei\u00dfer Bereich. Der Schnabel ist blassgrau, an der Basis und dort vor allem auf dem First dunkler. Die Stirn ist steil aufgeworfen.<\/p>\n<p>Das <a title=\"Juvenil\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> \u00e4hnelt sehr dem Schlichtkleid, die V\u00f6gel sind jedoch insgesamt oberseits mehr gelbbraun, die Konturfedern der Oberseite und der Flanken sind au\u00dferdem hell gerandet und zeigen dadurch eine saubere Wellenzeichnung. Der Schnabel ist oft noch nicht ganz ausgewachsen und blassgrau bis hellgelb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Laut\u00e4u\u00dferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Flugrufe \u00e4hneln wie die anderer Seetaucher denen von <a title=\"G\u00e4nse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nse\">G\u00e4nsen<\/a>. Die Revierrufe sind weittragend jodelnd oder heulend. Warnlaut ist ein tiefes Lachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst die k\u00fcstennahe <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> Russlands und Nordamerikas. Das russische Areal reicht von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Murmank\u00fcste\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Murmank%C3%BCste\">Murmank\u00fcste<\/a> nach Osten bis zur <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tschuktschenhalbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuktschenhalbinsel\">Tschuktschenhalbinsel<\/a>. In Nordamerika kommt die Art im zentralen n\u00f6rdlichen Kanada sowie an der Nordk\u00fcste <a title=\"Alaska\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaskas<\/a> vor. Zur Brutzeit bewohnt die Art Binnengew\u00e4sser in den Niederungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Ern\u00e4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Die Nahrung wird tauchend erjagt und besteht \u00fcberwiegend aus Fischen, daneben werden <a title=\"Froschlurche\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Froschlurche\">Fr\u00f6sche<\/a>, <a title=\"Krebstiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebstiere<\/a> und <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtiere<\/a> erbeutet. Der Kot wird am Ufer ablegt.<\/p>\n<p>Die Paare des Gelbschnabeltauchers leben \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume monogam, wie dies auch bei anderen Seetaucher der Fall ist. Die Nester werden am Gew\u00e4sserufer gebaut und bestehen meist nur aus einer Bodenmulde, die manchmal auch mit Pflanzenteilen ausgelegt wird. Kopulation geschieht auf dem Ufer, ohne Balzverhalten bis auf gegenseitiges Schnabeleintauchen. Die Eiablage erfolgt Mitte Juni bis Mitte Juli. Das Gelege besteht im Normalfall aus zwei Eiern. Die Brutzeit dauert mindestens 27 Tage; die Eier werden von beiden Eltern bebr\u00fctet und die K\u00fcken dann auch gemeinsam gef\u00fchrt. Wird nicht gen\u00fcgend gef\u00fcttert, k\u00e4mpfen die Jungen intensiv, oft \u00fcberlebt nur eins.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Gelbschnabeltaucher sind offenbar \u00fcberwiegend Mittel- bis <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a>. Der Abzug aus dem Brutgebiet wird eingeleitet, wenn die Jungen flugf\u00e4hig sind, etwa drei Monate nach der Ankunft. Erste \u00dcberwinterer werden schon im Oktober beobachtet. Die russischen V\u00f6gel \u00fcberwintern zum einen an der n\u00f6rdlichen asiatischen Pazifikk\u00fcste, zum anderen vor der K\u00fcste Norwegens, aber offenbar auch regelm\u00e4\u00dfig in der n\u00f6rdlichen Ostsee. Die Populationen Nordamerikas \u00fcberwintern vor der amerikanischen Pazifikk\u00fcste vom s\u00fcdlichen Alaska bis zum mittleren <a title=\"Kalifornien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalifornien\">Kalifornien<\/a>. Die R\u00fcckkehr in die Brutgebiete erfolgt ab Mitte Mai. Die Art wird in Mitteleuropa sehr selten von Oktober bis April nachgewiesen, vor allem an den K\u00fcsten von Nord- und Ostsee und nur ausnahmsweise im Binnenland auf gr\u00f6\u00dferen Seen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef\u00e4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Die IUCN stuft den Gelbschnabeltaucher seit 2010 als in einem geringen Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet ein. Sowohl in weiten Teilen des Brut- als auch des \u00dcberwinterungsgebietes wird \u00d6l gef\u00f6rdert. \u00d6lunf\u00e4lle k\u00f6nnen daher negative Bestandseinfl\u00fcsse haben. Das gilt vor allem f\u00fcr die Population in Alaska, wo 90 Prozent des Bestands in einer Region br\u00fctet, die f\u00fcr den Abbau von \u00d6l- und Gasvorr\u00e4ten vorgesehen ist.<\/p>\n<p>Der Gelbschnabeltaucher wird auch von der indigenen Bev\u00f6lkerung in seinem Verbreitungsgebiet gejagt. Es gibt unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen dar\u00fcber, inwieweit diese Jagd eine Bedrohung f\u00fcr diese Art darstellt.<\/p>\n<p>foto: Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gelbschnabeltaucher oder Gelbschnabel-Eistaucher (Gavia adamsii) ist eine Vogelart aus der Gattung der Seetaucher (Gavia). Die Art br\u00fctet in der k\u00fcstennahen Tundra Russlands und Nordamerikas und \u00fcberwintert an n\u00f6rdlichen K\u00fcsten. 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