{"id":6260,"date":"2020-01-11T17:26:50","date_gmt":"2020-01-11T15:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/uhu-bubo-bubo\/"},"modified":"2020-01-11T18:06:36","modified_gmt":"2020-01-11T16:06:36","slug":"uhu-bubo-bubo","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/uhu-bubo-bubo\/","title":{"rendered":"Uhu &#8211; Bubo bubo"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Uhu<\/strong> (<em>Bubo bubo<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogel<\/a><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_(Biologie)\">art<\/a> aus der <a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_(Biologie)\">Gattung<\/a> der <a title=\"Uhus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uhus\">Uhus<\/a> (<em>Bubo<\/em>), die zur <a title=\"Ordnung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ordnung_(Biologie)\">Ordnung<\/a> der <a title=\"Eulen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulen\">Eulen<\/a> (Strigiformes) geh\u00f6rt. Der Uhu ist die gr\u00f6\u00dfte Eulenart. Uhus haben einen massigen K\u00f6rper und einen auff\u00e4llig dicken Kopf mit Federohren. Die Augen sind orangegelb. Das <a class=\"mw-redirect\" title=\"Gefieder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefieder\">Gefieder<\/a> weist dunkle L\u00e4ngs- und Querzeichnungen auf. Brust und Bauch sind dabei heller als die R\u00fcckseite.<\/p>\n<p>Der Uhu ist ein <a title=\"Standvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standvogel<\/a>, der bevorzugt in reich strukturierten Landschaften jagt. In Mitteleuropa br\u00fctet die Art vor allem in den Alpen sowie den Mittelgebirgen, daneben haben Uhus hier in den letzten Jahrzehnten aber auch das Flachland wieder besiedelt. Die Brutpl\u00e4tze finden sich vor allem in Felsw\u00e4nden und Steilh\u00e4ngen und in alten Greifvogelhorsten, seltener an Geb\u00e4uden oder auf dem Boden.<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-6249\" src=\"https:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_6.jpg\" alt=\"\" \/><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der deutsche Name \u201eUhu\u201c geht wie viele seiner mundartlichen Entsprechungen, etwa \u201eSchuhu\u201c, auf den Eindruck seines Balzrufs zur\u00fcck. Auch der Gattungsname \u201e<em>Bubo<\/em>\u201c ist auf diesen charakteristischen Ruf zur\u00fcckzuf\u00fchren. Bezeugt ist der Name \u201eUhu\u201c f\u00fcr diese Eulenart seit dem <a title=\"16. Jahrhundert\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/16._Jahrhundert\">16. Jahrhundert<\/a>. Das <a title=\"Ostmitteldeutsche Dialekte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostmitteldeutsche_Dialekte\">ostmitteldeutsche<\/a> <em>Uhu<\/em> konnte sich gegen\u00fcber dem <a title=\"Fr\u00fchneuhochdeutsche Sprache\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fr%C3%BChneuhochdeutsche_Sprache\">fr\u00fchneuhochdeutschen<\/a> <em>Huhu<\/em> durchsetzen. Andere Namen f\u00fcr den Uhu waren fr\u00fcher: Auf, Jutzeule, Huw, Huher, Nachthuri, Adlereule und Gro\u00dfherzog. Der Name \u201eGro\u00dfherzog\u201c wurde wohl durch die Beobachtung des <a title=\"Hassen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hassen\">Hassens<\/a> auf ihn durch andere V\u00f6gel motiviert. Im <a title=\"Franz\u00f6sische Sprache\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz%C3%B6sische_Sprache\">Franz\u00f6sischen<\/a> wird er aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden \u201egrand-duc\u201c genannt. Der Uhu wurde fr\u00fcher auch h\u00e4ufig als K\u00f6nig oder Herrscher der Nacht bezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Beschreibung\" class=\"mw-headline\">Beschreibung<\/span><\/h2>\n<p>Der Uhu ist die gr\u00f6\u00dfte <a class=\"mw-redirect\" title=\"Rezent (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rezent_(Biologie)\">rezente<\/a> Eulenart der Erde. Weibchen sind deutlich gr\u00f6\u00dfer als M\u00e4nnchen (reverser <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a>). Von S\u00fcdwesten nach Nordosten zeigt die Art entsprechend der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bergmannsche Regel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bergmannsche_Regel\">Bergmannschen Regel<\/a> eine deutliche Gr\u00f6\u00dfen- und Gewichtszunahme. M\u00e4nnchen aus Norwegen erreichen im Durchschnitt eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 61&nbsp;cm und wiegen zwischen 1800 und 2800&nbsp;g, im Mittel 2450&nbsp;g. Norwegische Weibchen haben im Durchschnitt eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 67&nbsp;cm und wiegen 2300 bis 4200&nbsp;g, im Mittel 2990&nbsp;g. V\u00f6gel aus Th\u00fcringen wiegen im Mittel 1890&nbsp;g (M\u00e4nnchen), bzw. 2550&nbsp;g (Weibchen). Die schwersten mitteleurop\u00e4ischen Uhuweibchen wogen 3200&nbsp;g. Der Gr\u00f6\u00dfenunterschied zwischen M\u00e4nnchen und Weibchen zeigt sich auch bei der Fl\u00fcgelspannweite. Die Spannweite der M\u00e4nnchen betr\u00e4gt durchschnittlich 157&nbsp;cm, die der Weibchen 168&nbsp;cm.<\/p>\n<p>Der Kopf ist gro\u00df und hat auffallend lange <a class=\"mw-redirect\" title=\"Federohren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Federohren\">Federohren<\/a>. Diese stehen normalerweise schr\u00e4g seitlich oder nach hinten ab. Der Uhu besitzt auch den f\u00fcr Eulen typischen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Gesichtsschleier (Eule)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesichtsschleier_(Eule)\">Gesichtsschleier<\/a>, der allerdings weniger stark ausgepr\u00e4gt ist als beispielsweise bei der <a title=\"Waldohreule\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldohreule\">Waldohreule<\/a> oder <a title=\"Schleiereule\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleiereule\">Schleiereule<\/a>.<\/p>\n<p>Das K\u00f6rpergefieder ist in Mitteleuropa ein helles Braun mit dunkler L\u00e4ngs- und Querstreifung. Der R\u00fccken ist dabei dunkler als der Bauch, auch die Fl\u00fcgelunterseiten sind heller befiedert. Die einzelnen Unterarten des Uhus unterscheiden sich in ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe sowie in der Grundf\u00e4rbung ihres Gefieders.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 312px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Bubo_bubo_distribution_map.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f2\/Bubo_bubo_distribution_map.png\/310px-Bubo_bubo_distribution_map.png\" alt=\"\" data-file-width=\"673\" data-file-height=\"310\" width=\"310\" height=\"143\"><\/a><\/div>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 312px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Verbreitung des Uhus in Europa und Asien<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Uhus geh\u00f6ren zu den Eulenarten mit einem sehr gro\u00dfen Verbreitungsgebiet. Sie sind sowohl in Nord<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">afrika<\/a> als auch in Europa und <a title=\"Asien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asien\">Asien<\/a> beheimatet. In Europa fehlt die Art in der n\u00f6rdlichen H\u00e4lfte Frankreichs, in Irland, auf Island und den meisten Inseln des Mittelmeers. In Gro\u00dfbritannien gibt es nur 2 bis 10 Brutpaare, welche auf entflogene Uhus zur\u00fcckgehen. Diese Wiedereinf\u00fchrung des Uhus auf den Britischen Inseln, nachdem dieser seit vielen Hunderten oder Tausenden Jahren dort nicht ans\u00e4ssig war, ist unter Ornithologen umstritten, da hierdurch gravierende Ver\u00e4nderungen der einheimischen Vogelwelt bef\u00fcrchtet werden.In Europa (ohne Russland) br\u00fcteten 2008 ca. 12.000 Brutpaare, davon 3300 in Mitteleuropa. In Deutschland taxiert man die Zahl auf 2000 Brutpaare (2016), in \u00d6sterreich auf mindestens 400 (2008), in der Schweiz auf etwa 100 Brutpaare (2008). Der Bestand des Uhus hat in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre aufgrund von Schutzma\u00dfnahmen sowie durch Auswilderungsaktionen stark zugenommen. Allerdings sind in Europa, insbesondere in Westeuropa, gro\u00dfe Gebiete im Flachland noch immer nicht wiederbesiedelt. Intensiv genutzte Agrarlandschaften werden ganz gemieden. Hingegen kommt es inzwischen zumindest in Einzelf\u00e4llen zur Besiedlung von St\u00e4dten und Ballungsgebieten. So br\u00fcten Uhus inzwischen mit mehreren Brutpaaren in Hamburg und Helsinki.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Status_iucn3.1.svg\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/1\/18\/Status_iucn3.1.svg\/langde-220px-Status_iucn3.1.svg.png\" alt=\"\" data-file-width=\"512\" data-file-height=\"137\" width=\"220\" height=\"59\"><\/a><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Klassifizierung gem\u00e4\u00df IUCN<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der <a title=\"Rote Liste gef\u00e4hrdeter Arten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten\">Roten Liste<\/a> der <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> wird die Art mit <em>LC<\/em> (<em>Least Concern<\/em>, <a title=\"Englische Sprache\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Englische_Sprache\">englisch<\/a> f\u00fcr <em>nicht gef\u00e4hrdet<\/em>) klassifiziert. Sie geh\u00f6rt zum Anhang I der <a title=\"Vogelschutzrichtlinie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelschutzrichtlinie\">EU-Vogelschutzrichtlinie<\/a> (RL 79\/409\/EWG) und zum Anhang A der <a title=\"Verordnung (EG) Nr. 338\/97\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verordnung_(EG)_Nr._338\/97\">EU-Artenschutzverordnung<\/a>. In Deutschland steht die Art aufgrund vieler Vogelschutzma\u00dfnahmen nicht mehr auf der Roten Liste. Sie z\u00e4hlt aber zu den besonders und streng gesch\u00fctzten Arten gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14 <a title=\"Bundesnaturschutzgesetz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesnaturschutzgesetz\">Bundesnaturschutzgesetz<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Besiedlungsgebiete_und_Standortanspr\u00fcche\" class=\"mw-headline\">Besiedlungsgebiete und Standortanspr\u00fcche<\/span><\/h3>\n<p>Vor allem durch menschliche Verfolgung war der Uhu in Mitteleuropa weitgehend auf die Mittelgebirge sowie die Alpen beschr\u00e4nkt. Inzwischen wird zunehmend das Flachland wiederbesiedelt. Das typische Jagdrevier bzw. Streifgebiet hat im Durchschnitt eine Gr\u00f6\u00dfe von 40 Quadratkilometern. In seinem Verbreitungsgebiet zeigt der Uhu, wie stark er sich den unterschiedlichen Gegebenheiten seines Lebensraumes anpassen kann. Uhus leben in nahezu baumlosen W\u00fcstengebirgen und Steppen, in den lichten <a title=\"Borealer Nadelwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borealer_Nadelwald\">borealen Nadelw\u00e4ldern<\/a> sowie in subtropischen Breitengraden. Sie sind auch an Meeresk\u00fcsten zu finden.<\/p>\n<p>Das f\u00fcr den Uhu ideale Jagdrevier ist abwechslungsreich strukturiert und durchzogen von Hecken, Gew\u00e4ssern und Feldgeh\u00f6lzen sowie offenen Feldfl\u00e4chen. W\u00e4hrend Uhus den engeren Bereich rund um das Nest verteidigen, gilt dies nicht f\u00fcr ihr Jagdrevier. Dieses \u00fcberlappt sich zum Teil mit dem benachbarter Individuen. In Lebensr\u00e4umen, die optimale Bedingungen bieten, kann die Besiedlung durch Uhus sehr dicht sein. So wurden beispielsweise in <a title=\"Frankreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">S\u00fcdfrankreich<\/a> auf einer Fl\u00e4che von 140&nbsp;Quadratkilometern 28&nbsp;Brutpaare gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Uhu ist inzwischen in Mitteleuropa vor allem ein Felsbr\u00fcter. Er nistet gerne in Felsw\u00e4nden, Nischen und Felsb\u00e4ndern. Gut geeignete Brutpl\u00e4tze sind h\u00e4ufig \u00fcber Generationen von Uhus besetzt. Zahlreiche ehemalige und aktuelle Brutpl\u00e4tze tragen deshalb Namen wie Uhufelsen, Uhuwand, Uhuturm, Eulenwand, Uhulegge und Schuwutt.<\/p>\n<p>Der Uhu nutzt als Brutplatz auch von Menschen geschaffene <a title=\"Steinbruch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinbruch\">Steinbr\u00fcche<\/a> \u2013 in Deutschland befanden sich 2005 64&nbsp;Prozent der Brutpl\u00e4tze in solchen sogenannten \u201esekund\u00e4ren Brutbiotopen\u201c. Dabei wird sogar h\u00e4ufig in noch in Betrieb befindlichen Steinbr\u00fcchen gebr\u00fctet. Voraussetzung ist allerdings, dass der unmittelbare Brutbereich nicht gest\u00f6rt wird. Untersuchungen zeigten, dass die Reproduktion in betriebenen und stillgelegten Steinbr\u00fcchen praktisch identisch ist. In betriebenen Steinbr\u00fcchen kommt es auch zu einzelnen Brutverlusten durch die Abbaut\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>In Regionen, in denen keine Felsen zur Verf\u00fcgung stehen \u2013 wie beispielsweise in <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> \u2013 br\u00fctet der Uhu h\u00e4ufig auch am Boden oder in verlassenen Greifvogelhorsten, meist in <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussard<\/a>&#8211; oder <a title=\"Habicht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habichthorsten<\/a>. Bis ins 18.&nbsp;Jahrhundert gab es auch h\u00e4ufig Geb\u00e4udebruten an <a title=\"Ruine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruine\">Ruinen<\/a> und Kirchen. Seit 1975 kommt es in zunehmendem Ma\u00dfe zu Bauwerksbruten. Neben Ruinen und <a title=\"Kirche (Bauwerk)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirche_(Bauwerk)\">Kirchen<\/a> werden vor allem auch Industriebauwerke genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Ruhe-_und_Komfortverhalten\" class=\"mw-headline\">Ruhe- und Komfortverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Den Tag verbringen Uhus gesch\u00fctzt in Baumkronen, Felsnischen oder Strauchwerk sitzend. Meistens sitzen Uhus aufrecht auf ihren Ruhe\u00e4sten. Gelegentlich legen sie sich jedoch auch schr\u00e4g mit dem <a title=\"Brustbein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brustbein\">Brustbein<\/a> auf einen starken Ast. Wie nahezu alle Eulenarten nehmen Uhus gerne ein Sonnenbad, zu dem sie sich mitunter flach auf den Boden legen. Auch im Regen zeigen sie eine <a title=\"Komfortverhalten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Komfortverhalten\">Komforthaltung<\/a>, bei der sie ihre Fl\u00fcgel auff\u00e4chern und ihr K\u00f6rpergefieder str\u00e4uben. Beim <a title=\"Sandbad\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sandbad\">Sandbaden<\/a> schaufeln sie Sand mit ihren Fl\u00fcgeln auf Nacken und R\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An ihren Ruhepl\u00e4tzen tarnen sich Uhus mit steil aufgerichteten Federohren und zu schmalen Schlitzen verengten Augen. Damit verbergen sie ihre auff\u00e4lligen Gesichtskonturen mit den gro\u00dfen Augen auch gegen\u00fcber Tagv\u00f6geln, die auf einen tags\u00fcber entdeckten Uhu mit aggressivem Verhalten reagieren, laut l\u00e4rmend auf den entdeckten Uhu aufmerksam machen und teilweise sogar Scheinangriffe auf den n\u00e4chtlichen R\u00e4uber fliegen (sogenanntes \u201e<a title=\"Hassen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hassen\">Hassen<\/a>\u201c oder \u201eMobbing\u201c, vergleiche auch den Artikel <em><a title=\"Eulen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulen#Hassreaktion_anderer_Vogelarten_auf_Eulen\">Eulen<\/a><\/em>). Ein in die Enge getriebener Uhu str\u00e4ubt das Gefieder, <a title=\"Schnabelknappen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabelknappen\">knappt<\/a> mit dem Schnabel und faucht. Er f\u00e4chert dann auch seinen Schwanz auf, bildet mit den Fl\u00fcgeln ein gro\u00dfes Fl\u00fcgelrad auf und vergr\u00f6\u00dfert damit optisch seine K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Rufe\" class=\"mw-headline\">Rufe<\/span><\/h3>\n<p>Der Uhu verf\u00fcgt \u00fcber ein gro\u00dfes Rufrepertoire. Das M\u00e4nnchen l\u00e4sst in der Balzzeit ein dumpfes \u201ebuho\u201c erklingen, das bis zu einem Kilometer weit zu h\u00f6ren ist. Das Weibchen antwortet auf diesen Ruf mit einem helleren \u201eu-hu\u201c. H\u00e4ufig rufen beide Geschlechter im Duett. W\u00e4hrend der Paarung ist vom M\u00e4nnchen au\u00dferdem ein erregtes \u201ehohohoho\u201c und vom Weibchen ein schrilles \u201ewiwiwiwi\u201c zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Zum Balzverhalten geh\u00f6ren auch eine ganze Reihe weiterer Laute:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<dl>\n<dd><em>Mit weich im Glissando verschmelzenden Silben \u201ebuhju\u201c oder \u201eujo\u201c lockt das M\u00e4nnchen beim \u201eNestzeigen\u201c und zur Beute\u00fcbergabe. Diese \u201eeindringlichen\u201c Laute werden sowohl in rascher Folge gereiht als auch einzeln mit anderen Laut\u00e4u\u00dferungen kombiniert (z.&nbsp;B. F\u00fctterungslaut). Eine verhalten-leise Serie glucksend-gackernder Silben wird vom M\u00e4nnchen zur Demonstration einer prospektiven Nistmulde in rascher Reihung eingesetzt (weiches \u201egu.dugg-gu.dugg-gu.dugg\u201c, mit Betonung der jeweils 2. Silbe). Dieser Laut entspricht im Charakter dem F\u00fctterungslaut (\u201edugge-dugge\u201c bzw. \u201eglugg-glugg\u201c), mit dem das Weibchen die <a title=\"Nestling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestling\">Nestlinge<\/a> zur Abnahme von Beutest\u00fccken anregt.<\/em> (Mebs, Scherzinger, S. 157)<\/dd>\n<\/dl>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nestlinge rufen anfangs leise \u201echn\u00e4\u00e4\u201c, die <a title=\"\u00c4stling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84stling\">\u00c4stlinge<\/a> dagegen lassen ein zischendes und raues \u201echau\u201c oder \u201echtscht\u201c h\u00f6ren. \u00c4stlinge zeigen dabei eine gro\u00dfe Ausdauer. Ihre weithin h\u00f6rbaren Rufe k\u00f6nnen \u00fcber Stunden erschallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul class=\"gallery mw-gallery-traditional\">\n<li class=\"gallerybox\" style=\"width: 155px;\">\n<div style=\"width: 155px;\">\n<div class=\"thumb\" style=\"width: 150px;\">\n<div style=\"margin: 15px auto;\">\n<div class=\"mediaContainer\" style=\"width: 120px;\">\n<div class=\"mwPlayerContainer k-player\" style=\"width: 120px; position: relative; height: 20px;\">\n<div class=\"videoHolder\">\n<div id=\"mwe_player_0\" class=\"mwEmbedPlayer\"><img decoding=\"async\" class=\"playerPoster\" style=\"position: absolute; inset: 0px 0px 0px 50px; height: 20px; width: 20px;\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkqAcAAIUAgUW0RjgAAAAASUVORK5CYII=\" alt=\"\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ui-state-default ui-widget-header ui-helper-clearfix control-bar block\" style=\"height: 20px;\">\n<div class=\"ui-state-default ui-corner-all ui-icon_link rButton volume_control\" title=\"Lautst\u00e4rkeregelung\">&nbsp;<\/div>\n<div class=\"ui-widget time-disp\">0:00<\/div>\n<div class=\"ui-state-default ui-corner-all ui-icon_link lButton play-btn\" title=\"Clip abspielen\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"gallerytext\">\n<p>Reviergesang (M\u00e4nnchen)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Uhu ist ein n\u00e4chtlicher J\u00e4ger, der sich mit der D\u00e4mmerung auf Jagd begibt, etwa nach Mitternacht eine Jagdpause einlegt und dann bis zur Morgend\u00e4mmerung weiterjagt. Jagdaktivit\u00e4ten w\u00e4hrend des Tages zeigt er nur w\u00e4hrend Hungerperioden. Bei der Jagd auf bodenbewohnende S\u00e4uger kontrolliert er im <a title=\"Gleitflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleitflug\">Gleit-<\/a> oder <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ruderflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruderflug\">Ruderflug<\/a> dicht oberhalb des Erdbodens sein Revier. Jagt er V\u00f6gel, fliegt er dagegen in Wipfelh\u00f6he der B\u00e4ume. Bei der Jagd auf V\u00f6gel kann er sehr hohe Fluggeschwindigkeiten erreichen; er ist in der Lage, <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Raben, Kr\u00e4hen<\/a> oder <a title=\"Tauben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">Tauben<\/a> im Flug einzuholen, und ist wendig genug, um einen Vogel auch in dichtem Baumbestand zu verfolgen. Er schl\u00e4gt seine Vogelbeute allerdings bevorzugt dann, wenn sie entweder nachts auf den \u00c4sten ruht oder wenn sie durch ihn aufgeschreckt auffliegt.<\/p>\n<p>Der Uhu ist auch am Boden ein geschickter J\u00e4ger, der mit weit ausholenden Schritten zu jagen vermag. Er ist in der Lage, eine fl\u00fcchtende Maus am Boden laufend einzuholen. Er sucht den Boden jedoch auch nach <a title=\"Schnecken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a>, <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmern<\/a> und anderen <a title=\"Wirbellose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellosen<\/a> ab. Uferbereiche und <a title=\"Gezeiten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gezeiten\">Gezeitenzonen<\/a> am Meer werden von ihm nach Krebsen und Fischen abgesucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Uhus ern\u00e4hren sich in erster Linie von kleinen bis mittelgro\u00dfen S\u00e4ugern und V\u00f6geln. Zu seiner Beute z\u00e4hlen in Mitteleuropa vor allem <a title=\"Igel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Igel\">Igel<\/a>, <a title=\"Ratten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ratten\">Ratten<\/a>, <a title=\"M\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4use\">M\u00e4use<\/a>, <a title=\"Kaninchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaninchen\">Kaninchen<\/a>, <a title=\"Feldhase\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldhase\">Feldhasen<\/a>, <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6gel<\/a>, <a title=\"Tauben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">Tauben<\/a> und <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Enten<\/a>. In seinen <a title=\"Gew\u00f6lle\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6lle\">Gew\u00f6llen<\/a> konnten mehr als 50 unterschiedliche S\u00e4ugetierarten und fast 180 Vogelarten nachgewiesen werden. Das Beuteschema ist in vielen Regionen Europas umfangreich analysiert worden. Diese Analysen zeigen, dass der Uhu zwar in der Lage ist, sehr viele Tierarten zu erbeuten, aber in der Regel die Arten bejagt, die in seinem Jagdrevier besonders h\u00e4ufig vorkommen. So zeigen zum Beispiel Untersuchungen im <a title=\"Burgenland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burgenland\">Burgenland<\/a>, dass mit dem allgemeinen R\u00fcckgang des <a title=\"Rebhuhn (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rebhuhn_(Art)\">Rebhuhns<\/a> auch der Anteil der Rebh\u00fchner bei den von den Uhus erbeuteten Tieren zur\u00fcckging.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Uhus k\u00f6nnen Beutetiere im Flug wegtragen, die bis zu zwei Drittel ihres K\u00f6rpergewichts wiegen. Zu ihren Beutetieren geh\u00f6ren daher gelegentlich auch die bis zu 2,2&nbsp;kg schwer werdenden <a title=\"Eiderente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiderente\">Eiderenten<\/a>, junge <a class=\"mw-redirect\" title=\"Frischling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frischling\">Frischlinge<\/a>, <a title=\"Alpenmurmeltier\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpenmurmeltier\">Murmeltiere<\/a>, junge <a title=\"Rotfuchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfuchs\">F\u00fcchse<\/a> oder schwache <a title=\"Reh\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reh\">Rehkitze<\/a>. Sie schlagen aber auch <a title=\"Graureiher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graureiher\">Graureiher<\/a>, <a title=\"Habicht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habichte<\/a> und andere Eulen. Zu den h\u00e4ufig von ihnen erbeuteten Eulenarten geh\u00f6ren der <a title=\"Waldkauz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldkauz\">Waldkauz<\/a> und die <a title=\"Waldohreule\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldohreule\">Waldohreule<\/a>. Zumindest in Mitteleuropa werden Insekten, Amphibien und Fische nur selten gejagt. Gelegentlich gehen Uhus auch an <a title=\"Aas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die f\u00fcr den Uhu unverdaulichen mitgefressenen Beutebestandteile wie Haare, Federn, Knochen, Krallen, Schn\u00e4bel und Z\u00e4hne werden in <a title=\"Gew\u00f6lle\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6lle\">Gew\u00f6llen<\/a>, auch Speiballen genannt, ausgew\u00fcrgt. Teilweise finden sich auch Sch\u00e4del von kleineren Beutetieren in Gew\u00f6llen. Erbeutete Igel werden zwar umgedreht und dann sozusagen ausgesch\u00e4lt, so dass am Ende die ausgeschabte Igelschwarte mit den Igelstacheln daran \u00fcbrig bleibt, trotzdem finden sich in Gew\u00f6llen auch Igelstacheln. Im Extremfall kann ein Gew\u00f6lle fast ausschlie\u00dflich aus Igelstacheln bestehen. Kleinere Beutetiere werden komplett verschlungen, w\u00e4hrend gr\u00f6\u00dfere Beute gerupft (zumindest das Gro\u00dfgefieder) bzw. angeschnitten wird. Bei gr\u00f6\u00dferen Beutetieren wird zuerst der Kopf abgetrennt. So finden sich in Beutedepots in der Regel gr\u00f6\u00dfere Beutetiere wie z. B. <a title=\"Wanderratte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanderratte\">Wanderratten<\/a> ohne Kopf. In den Gew\u00f6llen finden sich h\u00e4ufig Teile gr\u00f6\u00dferer Knochen, die zerbissen oder durchgebrochen wurden. Wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe sind Uhugew\u00f6lle eigentlich unverwechselbar. Sie haben eine L\u00e4nge von 4,3 bis 12,9&nbsp;cm, im Mittel 7,2&nbsp;cm und einen Durchmesser von 1,9 bis 4,4&nbsp;cm, im Mittel 3,4&nbsp;cm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Balz\" class=\"mw-headline\">Balz<\/span><\/h3>\n<p>Im September beginnt die Herbstbalz der Uhus. Nun sind Altpaare wieder im direkten Umfeld ihres Brutplatzes zu finden, und neue Paare finden sich zusammen. Die Herbstbalz geht von September bis November. Sofern kein harter Wintereinbruch erfolgt, kann die Herbstbalz nahtlos in die eigentliche Balz \u00fcbergehen. Die Balz endet nach Brutbeginn der Uhus. M\u00e4nnchen, die noch keine Partnerin haben, rufen sehr ausdauernd und intensiv. Intensives Rufen hat man auch bei Uhuweibchen festgestellt, deren Partner verstorben ist und die im urspr\u00fcnglichen Revier allein zur\u00fcckblieben. Einzeluhus in einem Revier k\u00f6nnen bis zum Juni intensiv rufen.<\/p>\n<p>Zum Balzverhalten geh\u00f6rt es auch, dass das M\u00e4nnchen versucht, das Weibchen mit Lock- und F\u00fctterungslauten zum ausgew\u00e4hlten Nistplatz zu locken. Nimmt das Weibchen den Nistplatz an, beginnt das M\u00e4nnchen das Weibchen mit Beute zu versorgen, und zwar h\u00e4ufig schon Wochen vor dem eigentlichen Brutbeginn. Jedes 5. Uhupaar schreitet allerdings nicht zur Brut \u2013 das kann beispielsweise auf nicht ausreichend vorhandene Beute zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab Dezember werden von Uhupaaren Brutmulden an m\u00f6glichen Brutpl\u00e4tzen gescharrt. Ab dieser Zeit jagt das Weibchen nicht mehr und wird vom M\u00e4nnchen mit Nahrung versorgt. Die ersten Uhus beginnen in Mitteleuropa Ende Februar zu br\u00fcten. Die meisten Uhus beginnen im M\u00e4rz zu br\u00fcten. Der Rest der Brutpaare folgt im April. Wenn ein Gelege zu Anfang der Brutzeit verloren geht, kann es zu einem Nachgelege kommen.<\/p>\n<p>Ein Gelege besteht meist aus zwei bis drei, gelegentlich vier, ausnahmsweise aus einem oder f\u00fcnf Eiern, die im Abstand von drei bis vier Tagen gelegt werden und vom Weibchen allein bebr\u00fctet werden. Da das Uhuweibchen w\u00e4hrend Brutpausen immer nur an wenige Stellen zur Kotabgabe fliegt, fallen diese durch die so genannten <a class=\"new\" title=\"Brutschiss (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Brutschiss&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Brutschisse<\/a> auf. Untersuchungen von Wissenschaftlern des staatlichen Forschungsinstituts CSIC in S\u00fcdspanien deuten darauf hin, dass Uhus anscheinend ihren Kot und die Federn von Beutetieren dazu nutzen, das Revier um ihr Nest zu markieren. Die Greifv\u00f6gel markieren die Umgebung ihres Nestes vor allem in der Zeit, in der die Weibchen br\u00fcten oder die Jungen einen besonderen Schutz ben\u00f6tigen. Die K\u00fcken schl\u00fcpfen nach 34 Tagen. Der Schlupf eines Uhuk\u00fckens kann bis zu 24 Stunden dauern. Die frisch geschl\u00fcpften Uhus tragen ein wei\u00dfliches Daunenkleid und wiegen durchschnittlich 60 Gramm. Im Alter von sechs Tagen sind die Nestlinge erstmals in der Lage, auf ihren Fersen zu hocken, mit 16 Tagen k\u00f6nnen sie bereits stehen. Der Zeitpunkt, zu dem die Nestlinge die Nistmulde verlassen und damit zu <a title=\"\u00c4stling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84stling\">\u00c4stlingen<\/a> werden, ist vom Brutplatz abh\u00e4ngig. In gesch\u00fctzten Felsnischen verbleiben die Junguhus bis zu 10 Wochen; liegt die Nistmulde dagegen am Boden, wandern die Jungen bereits mit 3,5 Wochen ab. Sicher gehen, springen und klettern k\u00f6nnen Uhujunge allerdings erst mit vier bis f\u00fcnf Wochen. Im Alter von 8 Wochen beginnen die Junguhus mit dem Fliegen. Die Eltern versorgen ihre Nachkommenschaft bis zu einem Alter von etwa 5 Monaten. Das erste Lebensjahr \u00fcberleben jedoch durchschnittlich nur drei von 10 Junguhus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einem ausgewachsenen, gesunden und flugf\u00e4higen Uhu werden andere Beutegreifer nur in Ausnahmef\u00e4llen gef\u00e4hrlich. Nur <a title=\"Steinadler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinadler\">Steinadler<\/a> schlagen \u00f6fter <a title=\"Juvenil\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">juvenile<\/a> und <a title=\"Adult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulte<\/a> Uhus am Brutplatz. Aber auch <a title=\"Seeadler (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seeadler_(Art)\">Seeadler<\/a>, <a title=\"Steppenadler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppenadler\">Steppenadler<\/a> und <a title=\"Habichtsadler (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habichtsadler_(Art)\">Habichtsadler<\/a> k\u00f6nnen Uhus erbeuten. Gef\u00e4hrdet sind dagegen Junguhus. <a title=\"Rotfuchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfuchs\">F\u00fcchse<\/a> und <a title=\"Marder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marder\">Marder<\/a> beispielsweise fressen Junguhus, sofern sie diese an ihren Brutpl\u00e4tzen erreichen k\u00f6nnen. Zu den Schutzma\u00dfnahmen, die zur Bestandserhaltung ergriffen werden, geh\u00f6rte fr\u00fcher auch die Absicherung von Brutpl\u00e4tzen in Steinbr\u00fcchen gegen den Zugriff von F\u00fcchsen. Bei den gelegentlich vorkommenden Bodenbruten sind die Gelege sowie die K\u00fcken auch durch <a title=\"Wildschwein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wildschwein\">Wildschweine<\/a> gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Wenn auch die Sterblichkeitsrate der Junguhus w\u00e4hrend ihres ersten Lebensjahres 70&nbsp;% betr\u00e4gt, k\u00f6nnen die Uhus, die diese kritische Phase \u00fcberleben, ein beachtliches Lebensalter erreichen. Aufgrund von Beringungen konnte als maximales Lebensalter bisher 27 Jahre bei in freier Wildbahn lebenden Uhus nachgewiesen werden. V\u00f6gel in Volierenhaltung k\u00f6nnen erheblich \u00e4lter werden. Der <a title=\"Methusalem\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Methusalem\">Methusalem<\/a> unter den Uhus in Volierenhaltung erreichte ein Lebensalter von 68 Jahren, allerdings ist ein Alter von 28 bis 34 Jahren typischer f\u00fcr Volierenv\u00f6gel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Innerhalb des gro\u00dfen Verbreitungsgebietes des Uhus haben sich eine Reihe von Unterarten ausgebildet. Verschiedene Autoren unterschieden bis zu zwanzig Unterarten, die sich in der Grundf\u00e4rbung des Gefieders sowie in der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. Nach neueren Untersuchungen sowohl der Rufe als auch der DNA werden gegenw\u00e4rtig 14 Unterarten unterschieden. Da in Teilen Asiens noch keine vergleichende Untersuchungen durchgef\u00fchrt wurden, ist die genaue Anzahl der Unterarten noch offen. Es stellte sich erst k\u00fcrzlich heraus, dass die Unterart <em>Bubo bubo ascalaphus<\/em>, die in Nordafrika und im Nahen Osten lebt, eine separate Art (<em>Bubo ascalaphus<\/em>, <a title=\"W\u00fcstenuhu\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCstenuhu\">W\u00fcstenuhu<\/a> oder Pharaonenuhu) darstellt. Die kleinste Unterart <em>Bubo bubo hispanus<\/em> lebt auf der Iberischen Halbinsel. Die hier pr\u00e4sentierte Auflistung von 14 Unterarten basiert im Wesentlichen auf K\u00f6nig, Weick, Becking 1999. Teilweise sind die genauen Abgrenzungen der Unterarten unklar, da es Vermischungsgebiete gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>B. b. bubo<\/em>: Europa von den Pyren\u00e4en bis Nordwest-Russland (Pechora Fluss) und Ukraine.<\/li>\n<li><em>B. b. hispanus<\/em>: Iberische Halbinsel und bewaldete Bereiche des Atlasgebirge in Nordafrika.<\/li>\n<li><em>B. b. ruthenus<\/em>: \u00d6stlich der Linie Pechora Fluss-Moskau-Wolga Mittellauf bis West-Sibirien.<\/li>\n<li><em>B. b. interpositus<\/em>: Moldawien, Steppenregionen der Ukraine mit Krim, Kaukasus, Kleinasien, Nordwest-Iran, Nord-Irak, Syrien und Palestina. M\u00f6glicherweise handelt es sich hier um eine eigene Art.<\/li>\n<li><em>B. b. sibiricus<\/em>: West-Sibirien und Baschkirien zum Mittleren Ob und West-Altai Gebirge. Nordw\u00e4rts bis an den Rand der Taiga. Er stellt die gr\u00f6\u00dfte Unterart des Uhu dar.<\/li>\n<li><em>B. b. yenisseensis<\/em>: Zentral-Sibirien bis zum n\u00f6rdlichen Rand der Taiga.<\/li>\n<li><em>B. b. jakutensis<\/em>: Nordost-Sibirien bis zum n\u00f6rdlichen Rand der Taiga.<\/li>\n<li><em>B. b. ussuriensis<\/em>: S\u00fcdost-Sibirien, Nordchina, Sachalin und s\u00fcdliche Kurilen.<\/li>\n<li><em>B. b. turcomonus<\/em>: \u00d6stlich des Unterlaufs der Wolga bis zur Westmongolei. N\u00f6rdlich bis zum Ural-Gebirge s\u00fcdlich bis zum Kaspischen Meer und einschlie\u00dflich Turim Tiefland (Mittelasien).<\/li>\n<li><em>B. b. omissus<\/em>: Turkmenien, Nordost-Iran bis Nordwestchina<\/li>\n<li><em>B. b. nikolskii<\/em>: S\u00fcdirak, West-Iran bis Pakistan<\/li>\n<li><em>B. b. hemachalana<\/em>: Westchina mit Tibet und Afghanistan.<\/li>\n<li><em>B. b. kiautschensis<\/em>: Korea und Nord-China bis zu den Provinzen Yunan und Sichuan.<\/li>\n<li><em>B. b. swinhoei<\/em>: S\u00fcdostchina.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Uhu weist wie die meisten anderen Eulenarten ein optisches Erscheinungsbild auf, das von anderen V\u00f6geln erkannt wird. Auf tags\u00fcber im Versteck entdeckte Eulen reagieren V\u00f6gel mit einem eindeutigen Aggressionsverhalten und versammeln sich in der N\u00e4he eines Verstecks einer Eule, <a title=\"Hassen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hassen\">hassen<\/a> durch lautes Rufen auf den Fressfeind und fliegen teilweise sogar Angriffe.<\/p>\n<p>Der Mensch hat sich dies immer wieder zunutze gemacht. Eine der am h\u00e4ufigsten zu solchen sogenannten <a class=\"mw-redirect\" title=\"H\u00fcttenjagd\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%BCttenjagd\">H\u00fcttenjagden<\/a> verwendeten Eulenarten war der Uhu. Zur H\u00fcttenjagd wurde der Uhu in der Regel auf einem Baumstumpf vor dem Versteck des J\u00e4gers angepflockt. Mit dem Uhu als Lockvogel wurden beispielsweise Kr\u00e4hen und Greifv\u00f6gel gejagt. J\u00e4ger zahlten daher attraktive Preise f\u00fcr lebend gefangene oder ausgehorstete Uhus, was in einigen Regionen dazu f\u00fchrte, dass die Uhubest\u00e4nde dramatisch zur\u00fcckgingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Ver\u00e4nderung_der_Wertsch\u00e4tzung_des_Uhus\" class=\"mw-headline\">Ver\u00e4nderung der Wertsch\u00e4tzung des Uhus<\/span><\/h3>\n<p>Bis ins 20. Jahrhundert hinein galt der Uhu als Jagdsch\u00e4dling, der zu bek\u00e4mpfen sei. Man sah in ihm einen Jagdkonkurrenten, der jagdlich attraktive Tiere wie <a title=\"Fasan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fasan\">Fasan<\/a>, <a title=\"Feldhase\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldhase\">Feldhase<\/a> und <a title=\"Reh\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reh\">Reh<\/a> zur Beute hatte. Zum Ende der 1930er Jahre war der Uhu aufgrund der intensiven Bejagung und der <a title=\"Aushorstung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aushorstung\">Aushorstung<\/a> von Junguhus f\u00fcr die H\u00fcttenjagd in weiten Bereichen seines vormals besiedelten Gebietes in Mittel- und Westeuropa nahezu vollst\u00e4ndig ausgerottet.<\/p>\n<p>Die meisten J\u00e4ger haben inzwischen ein wesentlich realistischeres Bild vom Beuteschema eines Uhus und von seiner Rolle in einem intakten Biotop. Dies hat erg\u00e4nzend zu gesetzlichen Schutzma\u00dfnahmen erheblich zur Wiederansiedelung von Uhus in zwischenzeitlich uhufreien Regionen beigetragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die <em>Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen<\/em> erstellte 2009 eine nicht-repr\u00e4sentative Statistik zu den Todesursachen von 1667 adulten <a title=\"Vogelberingung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelberingung\">beringten<\/a> Uhus, die im Zeitraum 1965 bis 2008 in sechs Bundesl\u00e4ndern gefunden wurden. 26,2&nbsp;Prozent der Uhus erlitten einen Stromschlag (vgl. <a title=\"Vogelschlag\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelschlag\">Vogelschlag<\/a>) an einer <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mittelspannung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelspannung\">Mittelspannungsleitung<\/a> und 6,3&nbsp;Prozent an einer <a title=\"Oberleitung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberleitung\">Oberleitung<\/a> der Bahn.<br \/><span class=\"plainlinks-print\"><a class=\"external text\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bnatschg_2009\/__41.html\" rel=\"nofollow\">\u00a7&nbsp;41<\/a><\/span> des <a title=\"Bundesnaturschutzgesetz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesnaturschutzgesetz\">Bundesnaturschutzgesetzes<\/a> hat die <a title=\"\u00dcbertragungsnetzbetreiber\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cbertragungsnetzbetreiber\">Netzbetreiber<\/a> verpflichtet, bis 2012 die vorhandenen Masten und Bauteile so umzur\u00fcsten, dass V\u00f6gel vor Stromschlag gesch\u00fctzt sind. F\u00fcr die Oberleitungen der Bahn gilt die Umr\u00fcstungspflicht jedoch nicht. In der Schweiz sind bei neuen Freileitungen ausschlie\u00dflich vogelsichere Konstruktionen zul\u00e4ssig. Eine Sanierung bereits bestehender Strommasten ist jedoch nur erforderlich, wenn von ihnen \u00abf\u00fcr Mensch und Umwelt eine drohende Gefahr\u00bb ausgeht. In anderen L\u00e4ndern mit Uhuvorkommen gibt es keine gesetzliche Umr\u00fcstpflicht f\u00fcr <a title=\"Freileitungsmast\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freileitungsmast#Mittelspannung_(1_kV_bis_50_kV)\">Mittelspannungsmasten<\/a>; sogar neu errichtete Mittelspannungsmasten brauchen nicht vogelsicher zu sein. Verlustursache Nummer zwei war der Verkehr mit 29,5&nbsp;Prozent. Davon entfielen 24,5&nbsp;Prozent auf Stra\u00dfen und 5,0&nbsp;Prozent auf Bahntrassen. Die an <a title=\"Wegrand\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wegrand\">Stra\u00dfen-<\/a> und Bahntrassenr\u00e4ndern vorhandenen <a title=\"Saum (Biotoptyp)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saum_(Biotoptyp)\">Saumhabitate<\/a> und teilweise ein erh\u00f6htes Aufkommen von Abf\u00e4llen f\u00fchren zu gr\u00f6\u00dferen Nagervorkommen. Uhus k\u00f6nnen mit Fahrzeugen kollidieren oder von ihren <a title=\"Wirbel (Str\u00f6mungslehre)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbel_(Str%C3%B6mungslehre)\">Luftwirbeln<\/a> erfasst werden, wenn sie jagen, eine Verkehrstrasse \u00fcberfliegen oder wenn sie frischtote Tiere auf einer Stra\u00dfe oder Bahnstrecke aufnehmen.<\/p>\n<p>Weitere 10,3&nbsp;Prozent der Uhus wurden als Drahtopfer, meist Stacheldraht, gefunden. 27,7&nbsp;Prozent der gefundenen Uhus starben an sonstigen Ursachen. Vereinzelt sind tote Uhus <a title=\"Windkraftanlage\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Windkraftanlage#V\u00f6gel\">an Windkraftanlagen<\/a> gefunden worden.<\/p>\n<p>Auch in der Schweiz sind Stromschl\u00e4ge mit rund einem Drittel die h\u00e4ufigste nicht nat\u00fcrliche Todesursache der Uhus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einigen Regionen wurde der Uhu durch Auswilderung gez\u00fcchteter Individuen wieder heimisch gemacht, beispielsweise im <a title=\"Harz (Mittelgebirge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harz_(Mittelgebirge)\">Harz<\/a> und in der <a title=\"Eifel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eifel\">Eifel<\/a>.<\/p>\n<p>Zur Auswilderung werden unterschiedliche Methoden genutzt. Eine der erfolgreichsten Methoden, die zur Verst\u00e4rkung von Restpopulationen genutzt wird, ist die so genannte <em>Adoptionsmethode<\/em>, bei der nicht erfolgreich br\u00fctenden Uhus Eier oder Jungv\u00f6gel untergeschoben werden. Die jungen Uhus wachsen dann unter nat\u00fcrlichen Bedingungen auf und weisen keine Fehlpr\u00e4gungen durch eine Aufzucht in menschlicher Obhut auf.<\/p>\n<p>Zur Besiedelung neuer Gebiete hat es sich bew\u00e4hrt, wenn Uhus bei ihren Elternv\u00f6geln in Gehegen in der Region aufwachsen, die sie sp\u00e4ter besiedeln sollen. Sie werden dann direkt aus dem Zuchtgehege freigelassen. Diese Methode wurde besonders im <a title=\"Bayerischer Wald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bayerischer_Wald\">Bayerischen Wald<\/a> erfolgreich angewandt, wo Auswertungen verschiedener Wiederansiedelungsweisen zeigten, dass diese Methode am ehesten sicherstellt, dass die Junguhus im Gebiet verbleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Schutzma\u00dfnahmen\" class=\"mw-headline\">Schutzma\u00dfnahmen<\/span><\/h3>\n<p>Die wichtigste Ma\u00dfnahme zur Erhaltung der Uhubest\u00e4nde ist der Erhalt vielf\u00e4ltig strukturierter Landschaften. Eine weitere Komponente ist die Verhinderung von St\u00f6rungen w\u00e4hrend der Brut, die zur Brutaufgabe f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Naturfelsen und Steinbr\u00fcche mit Brutvorkommen k\u00f6nnen als Naturschutzgebiet (NSG) oder Naturdenkmal (ND) gesch\u00fctzt werden, um Brutm\u00f6glichkeiten zu erhalten. In einigen Bundesl\u00e4ndern ist dies eine g\u00e4ngige Praxis.<\/p>\n<p>M\u00f6glichen Brutst\u00f6rungen durch Klettersportler wird durch Konzepte zum naturvertr\u00e4glichen Klettern (Kletterkonzeptionen) begegnet. Dazu wurde z. B. vom <a title=\"Deutscher Alpenverein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Alpenverein\">Deutschen Alpenverein<\/a> im Jahr 1991 die \u201eKommission Klettern und Naturschutz\u201c gegr\u00fcndet, die zusammen mit Beh\u00f6rden und Naturschutzverb\u00e4nden Nutzungsregelungen bis hin zu Felssperrungen erarbeitet.<\/p>\n<p>Zu den Schutzma\u00dfnahmen, die gezielt dem Uhu dienten, geh\u00f6rte fr\u00fcher die Horstbewachung, die verhinderte, dass br\u00fctende Uhus an ihrem Brutplatz gest\u00f6rt werden. Bei einem Brutbestand von ca.&nbsp;1500&nbsp;Brutpaaren (2008) ist dies nicht mehr notwendig und wurde deshalb eingestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Volkslied <em><a title=\"Die Vogelhochzeit\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Vogelhochzeit\">Die Vogelhochzeit<\/a><\/em> wird der Uhu erw\u00e4hnt, doch ist dies <a title=\"Kulturgeschichte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturgeschichte\">kulturgeschichtlich<\/a> eher die Ausnahme. <a title=\"Sage\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sage\">Sagen<\/a> und <a title=\"M\u00e4rchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4rchen\">M\u00e4rchen<\/a> erz\u00e4hlen meist unspezifisch von Eulen und unterscheiden selten zwischen den einzelnen gro\u00dfen Eulenarten. Auch <a title=\"William Shakespeare\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Shakespeare\">Shakespeare<\/a> erw\u00e4hnt Eulen, verzichtet aber gleichfalls darauf, die Art zu benennen. Aus diesem Grund sind die kulturgeschichtlichen Besonderheiten im Artikel \u00fcber <a title=\"Eulen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulen\">Eulen<\/a> erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><a title=\"Martin Luther\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Luther\">Martin Luther<\/a> erw\u00e4hnt in seiner <a title=\"Lutherbibel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lutherbibel\">\u00dcbersetzung des Alten Testaments<\/a> den <em>Huhu<\/em> (<a title=\"3. Buch Mose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/3._Buch_Mose\">3. Mose<\/a> 11, 17) bzw. den <em>Uhu<\/em> (<a title=\"5. Buch Mose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/5._Buch_Mose\">5. Mose<\/a> 14, 16) als eine der unreinen Vogelarten, die nicht verzehrt werden sollen. Einige andere \u00dcbersetzungen sprechen in diesen Reinheitsgeboten statt vom Uhu von anderen Eulenarten; auch die Reihenfolge der genannten Tiere variiert von \u00dcbersetzung zu \u00dcbersetzung.<\/p>\n<p>Der Name des 1932 auf den Markt gebrachten und nach dem Vogel benannten Kunstharzklebstoff <a class=\"mw-redirect\" title=\"Uhu (Klebstoff)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uhu_(Klebstoff)\">Uhu<\/a> bezieht sich nicht auf spezielle Eigenschaften des Uhus \u2013 die Benennung von Markenartikeln nach Vogelarten war in der deutschen Schreibwarenbranche damals weit verbreitet, nachdem die 1896 nach dem Wappentier eines Unternehmers benannte Marke <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pelikan AG\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pelikan_AG\">Pelikan<\/a> sehr erfolgreich war. Der Uhu wurde ausgew\u00e4hlt, da er im Produktionsstandort <a title=\"B\u00fchl (Baden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BChl_(Baden)\">B\u00fchl<\/a> nahen Schwarzwald heimisch war.<\/p>\n<p><em><a title=\"Toter Uhu\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Toter_Uhu\">Le Grand-duc<\/a><\/em> (<em>Toter Uhu<\/em>) ist ein Werk des franz\u00f6sischen Malers <a title=\"\u00c9douard Manet\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%89douard_Manet\">\u00c9douard Manet<\/a>. Das Bild zeigt einen toten, kopf\u00fcber an einer Bretterwand h\u00e4ngenden Uhu als Jagdtroph\u00e4e.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Haltung_von_Uhus_im_Zoo\" class=\"mw-headline\">Haltung von Uhus im Zoo<\/span><\/h3>\n<p>In Europa wird in \u00fcber 480 Zooeinrichtungen der Europ\u00e4ische Uhu gehalten. Davon entfallen \u00fcber 200 Zooanlagen auf Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Vogel_des_Jahres_2005\" class=\"mw-headline\">Vogel des Jahres 2005<\/span><\/h3>\n<p>Am 1. Oktober 2004 wurde der Uhu vom <a title=\"Naturschutzbund Deutschland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturschutzbund_Deutschland\">Naturschutzbund Deutschland<\/a> und <a title=\"BirdLife \u00d6sterreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BirdLife_%C3%96sterreich\">BirdLife \u00d6sterreich<\/a> zum <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_(Deutschland)\">Vogel des Jahres<\/a> 2005 in Deutschland und \u00d6sterreich gek\u00fcrt.<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Uhu (Bubo bubo) ist eine Vogelart aus der Gattung der Uhus (Bubo), die zur Ordnung der Eulen (Strigiformes) geh\u00f6rt. Der Uhu ist die gr\u00f6\u00dfte Eulenart. Uhus haben einen massigen K\u00f6rper und einen auff\u00e4llig dicken Kopf mit Federohren. Die Augen sind orangegelb. Das Gefieder weist dunkle L\u00e4ngs- und Querzeichnungen auf. 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