{"id":5973,"date":"2019-04-27T17:10:54","date_gmt":"2019-04-27T15:10:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/sprosser-luscinia-luscinia\/"},"modified":"2019-04-27T17:20:45","modified_gmt":"2019-04-27T15:20:45","slug":"sprosser-luscinia-luscinia","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/sprosser-luscinia-luscinia\/","title":{"rendered":"Sprosser &#8211; Luscinia luscinia"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>Sprosser<\/strong> (<em>Luscinia luscinia<\/em>) ist ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Singvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singvogel\">Singvogel<\/a> aus der Familie der <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4pper<\/a>. Er ist die nord\u00f6stliche <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwesterart\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwesterart\">Schwesterart<\/a> der <a title=\"Nachtigall\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtigall\">Nachtigall<\/a> und dieser sehr \u00e4hnlich. Sein Verbreitungsgebiet grenzt an das der Nachtigall. In Europa ersetzt er sie im Norden und Osten, wobei die Verbreitungsgrenze diagonal durch Mitteleuropa verl\u00e4uft. In Nord- und Ostdeutschland gibt es einen schmalen \u00dcberschneidungsbereich, in dem beide Arten vorkommen und sich auch gemeinsam fortpflanzen. Es sind jedoch nur die m\u00e4nnlichen Nachkommen solcher Verbindungen fortpflanzungsf\u00e4hig. Der Sprosser ist ein Langstreckenzieher, der im s\u00fcdlichen Teil Afrikas \u00fcberwintert. Die europ\u00e4ischen Populationen sind <a title=\"Schleifenzug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleifenzug\">Schleifenzieher<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"toc\" class=\"toc\"><input id=\"toctogglecheckbox\" class=\"toctogglecheckbox\" style=\"display: none;\" type=\"checkbox\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Namensgebung\" class=\"mw-headline\">Namensgebung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vermutlich r\u00fchrt der Name des Sprossers von <em>Sprosse<\/em> im Sinne von Fleck, Hautfleck (z.&nbsp;B. in \u201eSommersprosse\u201c) her und ist auf die gew\u00f6lkte bis gefleckte Brustzeichnung des Sprossers zur\u00fcckzuf\u00fchren. Da sowohl Nachtigall als auch Sprosser in vorigen Jahrhunderten als K\u00e4figv\u00f6gel beliebt waren, ist der namensgebende Bezug auf dieses Merkmal, das bei Beobachtungen im Feld oft kaum zu erkennen ist, verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>In anderen Sprachen belegt schon der Name des Sprossers die enge Verwandtschaft zur Nachtigall, z.&nbsp;B. englisch <em>thrush nightingale<\/em> (= \u201eDrosselnachtigall\u201c) oder niederl\u00e4ndisch <em>Noordse Nachtegaal<\/em> (= \u201eNordische Nachtigall\u201c). In den nordischen Sprachen, z.&nbsp;B. im Schwedischen, ist es umgekehrt, hier ist der Sprosser die <em>N\u00e4ktergal<\/em>, w\u00e4hrend die deutsche \u201eNachtigall\u201c die <em>Sydn\u00e4ktergal<\/em> (= \u201eS\u00fcdnachtigall\u201c) ist. Die franz\u00f6sische Namensgebung <em>rossignol philom\u00e8le<\/em> (Nachtigall) und <em>rossignol progn\u00e9<\/em> (Sprosser) zieht die <a title=\"Griechische Mythologie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Mythologie\">griechische Mythologie<\/a> heran, um das verwandtschaftliche Verh\u00e4ltnis der beiden Arten auszudr\u00fccken: <em>Philomela<\/em> und <em>Progne<\/em> sind zwei Schwestern, die in Nachtigallen (bzw. Nachtigall und Schwalbe) verwandelt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Sprosser ist der Nachtigall sehr \u00e4hnlich. Er ist oberseits r\u00f6tlich- bis olivbraun gef\u00e4rbt, die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Vogelfl\u00fcgel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelfl%C3%BCgel\">Fl\u00fcgel<\/a>&#8211; und <a title=\"Steuerfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Schwanzfedern<\/a> sind dunkel r\u00f6tlichbraun. Insgesamt ist der Sprosser etwas dunkler und weniger farbintensiv als die Nachtigall. Die Unterseite ist beige bis cremefarben und im Gegensatz zur Nachtigall im Bereich der Brust deutlich dunkel gew\u00f6lkt oder sogar leicht gesprenkelt. Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Unterschwanzdecken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterschwanzdecken\">Unterschwanzdecken<\/a> sind leicht dunkel gefleckt oder geb\u00e4ndert, die der Nachtigall sind einfarbig hell. Das dunkle Auge hat einen hellen Rand. Der Schnabel ist geringf\u00fcgig kompakter als der der Nachtigall, dunkelbraun und unterseits etwas heller. Die F\u00fc\u00dfe sind hellbraun.<\/p>\n<p>Der Sprosser ist etwa 16\u201317&nbsp;cm lang und wiegt durchschnittlich etwa 22\u201327&nbsp;g (gut gen\u00e4hrte V\u00f6gel vor dem Zug bis 34&nbsp;g). Die Fl\u00fcgell\u00e4nge betr\u00e4gt durchschnittlich etwa 90&nbsp;mm (81\u201398&nbsp;mm), die durchschnittliche Schwanzl\u00e4nge 70&nbsp;mm (63\u201376&nbsp;mm). M\u00e4nnchen und Weibchen unterscheiden sich kaum, selbst die Bestimmung anhand von Ma\u00dfen und Gewicht ist nicht immer eindeutig. Bei Exemplaren mit extremen Ma\u00dfen kann jedoch von einer eindeutigen Zuordnung ausgegangen werden: Bei einer <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> \u00fcber 91&nbsp;mm handelt es sich mit relativer Sicherheit um ein M\u00e4nnchen, bei Fl\u00fcgell\u00e4ngen unter 85&nbsp;mm um Weibchen.<\/p>\n<p>Im Feld ist der Sprosser rein optisch kaum von der Nachtigall zu unterscheiden. Ein sicheres Merkmal, das aber nur bei Beringungen oder Totfunden gepr\u00fcft werden kann, ist die L\u00e4nge der 10., \u00e4u\u00dferen <a title=\"Handschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwinge<\/a>. Diese ist bei einigen Familien der Singv\u00f6gel, so auch bei den Fliegenschn\u00e4ppern, stark verk\u00fcrzt. Beim Sprosser reicht sie nicht \u00fcber die \u00e4u\u00dferen Handdecken hinaus, bei der Nachtigall ist sie l\u00e4nger als diese.<\/p>\n<p>Die Art zeigt keine nennenswerte geographische Variation, Unterarten werden nicht beschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Jugendkleid_und_-mauser\" class=\"mw-headline\">Jugendkleid und -mauser<\/span><\/h3>\n<p>Die <a class=\"new\" title=\"Dunen (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Dunen&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Dunen<\/a> der Nestlinge sind schw\u00e4rzlich, ihr Sperrrachen ist intensiv gelb bis orange, die Schnabelr\u00e4nder gelblich. Bis zum 35. Tag wachsen das Kleingefieder und die Fl\u00fcgelfedern, der Sto\u00df ist etwa am 40. Tag ausgewachsen.<\/p>\n<p>Das Jugendkleid ist drossel\u00e4hnlich gefleckt und dem des <a title=\"Rotkehlchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkehlchen\">Rotkehlchens<\/a> sehr \u00e4hnlich, auff\u00e4lliges Unterscheidungsmerkmal zu letzterem ist jedoch neben den arttypischen Proportionen der r\u00f6tliche Schwanz. Das Kopfgefieder hat beige- bis ockerfarbenen Spitzen, die tropfenf\u00f6rmige Flecken bilden und durch die dunklen Federans\u00e4tze deutlich voneinander abgegrenzt sind. Kopfunterseite, Brust und Bauch sind \u00e4hnlich schuppenartig gefleckt, allerdings insgesamt beige bis hellgrau. Die W\u00f6lkung der Brust bleibt im Gegensatz zur Nachtigall beim Altvogel bestehen, ist aber meist wesentlich verwaschener als beim Jugendkleid. Das R\u00fcckengefieder weist wie das Kopfgefieder Ans\u00e4tze von hellen R\u00e4ndern auf, sehr deutliche Flecken an den Spitzen zeigen die Oberfl\u00fcgeldecken. Der Rest des Gefieders, Fl\u00fcgel, hintere R\u00fccken- und Bauchpartie und Sto\u00df sind bereits gef\u00e4rbt wie beim Altvogel.<\/p>\n<p>Die Jugendmauser ist eine Teilmauser, bei der nur das Kleingefieder gewechselt wird; Handdecken und ein Teil der Armdecken bleiben wie das Gro\u00dfgefieder erhalten. Die Jugendmauser beginnt wenige Tage nach Abschluss des Gro\u00dfgefiederwachstums im Alter von etwa einem Monat und vollzieht sich innerhalb von etwa 20 Tagen. Die Mauser erfolgt eher und fast doppelt so schnell wie bei der Nachtigall, da die Zeit vom Verlassen des Nestes bis zum Wegzug sehr viel k\u00fcrzer ist. In Mitteleuropa f\u00e4llt die Mauserzeit etwa in die Mitte des Juli. Der ausgewachsene Vogel im ersten Jahr (Herbst\/Fr\u00fchjahr) beh\u00e4lt aufgrund der Teilmauser die blasse Fleckung des Jugendkleides an den Oberfl\u00fcgeldecken bei. Durch Abnutzung kann dieses Merkmal allerdings im Fr\u00fchjahr an Auspr\u00e4gung verlieren, so dass die Unterscheidung zu Altv\u00f6geln schwieriger wird.<\/p>\n<p>Das Alterskleid weist keine Fleckung der Fl\u00fcgeldecken mehr auf. Wie bei der Nachtigall kann also altersm\u00e4\u00dfig zwischen drei Kleidern unterschieden werden: dem Jugendkleid, dem der einj\u00e4hrigen V\u00f6gel und dem der Altv\u00f6gel ab dem zweiten Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h3>\n<p>Auf dem Boden bewegt sich der Sprosser drossel\u00e4hnlich h\u00fcpfend und etwas gesetzter als die Nachtigall. W\u00e4hrend diese im Verharren und bei Erregung oft den Schwanz senkrecht aufstellt, bewegt ihn der Sprosser oft \u2013 wie f\u00fcr <a title=\"W\u00fcrger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrger\">W\u00fcrger<\/a> typisch \u2013 schr\u00e4g drehend zu Seite. Dabei werden auch meist die Fl\u00fcgel leicht angehoben. Wird der Schwanz in Erregung auf- und abgewippt, fehlt im Gegensatz zur Nachtigall die stark verlangsamte abschlie\u00dfende Aufw\u00e4rtsbewegung. In Erregungs- oder Drohpose, z.&nbsp;B. bei Revierstreitigkeiten, wird der Schwanz senkrecht stehend aufgef\u00e4chert.<\/p>\n<p>Beim Singen sitzt das M\u00e4nnchen aufrecht mit schr\u00e4g abfallendem Schwanz, meist auf nicht zu hoch gelegenen, teils offenen Warten. Zu Zeiten der Revierbildung, wenn das Revier lautstark singend verteidigt wird, verliert der Sprosser oft nahezu die Scheu vor dem Menschen.<\/p>\n<p>Der Flug ist schnell, leicht und im abschlie\u00dfenden Anflug flatternd. Meist werden zielgerichtet gerade, ohne scharfe Richtungswechsel nur kurze Strecken offenen Gel\u00e4ndes \u00fcberflogen, worauf der Vogel sich gleich wieder in Deckung begibt. Ruhe- und Schlafpl\u00e4tze liegen meist in dichter Deckung im Inneren von Geb\u00fcschen. Der Sprosser badet gern und ausgiebig, oft tut er dies in den Abendstunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Reviergesang der M\u00e4nnchen ist dem der Nachtigall sehr \u00e4hnlich. Er wird ebenfalls auch h\u00e4ufig nachts vorgetragen und kann aufgrund seiner Lautst\u00e4rke bei g\u00fcnstigen Bedingungen bis zu einem Kilometer weit geh\u00f6rt werden. Er ist wie bei der Nachtigall sehr melodisch, abwechslungsreich und kr\u00e4ftig. Der Gesang ist deutlich in Strophen gegliedert, die z.&nbsp;T. durch kurze Pausen voneinander abgesetzt sind. Diese bestehen aus Einzelelementen, die meist einfach wiederholt und zum Teil im Ablauf der Strophe leicht ver\u00e4ndert werden. Der Sprosser wiederholt diese Elemente meist h\u00e4ufiger (etwa 4- bis 10-mal) als die Nachtigall (meist nur 2\u2013 bis 3-mal). Die Strophen sind daher oft l\u00e4nger als bei der Nachtigall, die Einzelelemente werden langsamer und oft \u2013 wie bei der Singdrossel \u2013 deutlich voneinander abgesetzt vorgetragen.<\/p>\n<p>Verschiedene Autoren aus dem 19. Jh. haben versucht, den Gesang textlich zu imitieren und f\u00fcr einige Phrasen Namen wie <em>David<\/em>, <em>Fillip<\/em>, <em>Judith<\/em> oder <em>Jakob<\/em> (also z.&nbsp;B. <em>David David David David David \u2026<\/em>) verwendet, was besonders die deutlich abgesetzten, singdrosselartigen Reihen gut beschreibt.<\/p>\n<p>Dem Sprosser fehlt im Allgemeinen die f\u00fcr Nachtigallen typische \u201eSchluchzstrophe\u201c, eine Reihung fl\u00f6tender Laute, die in einem langsamen und dann schneller werdenden <a title=\"Dynamik (Musik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dynamik_(Musik)\">Crescendo<\/a> an Kraft zunehmen. Daf\u00fcr werden mit auff\u00e4lliger Regelm\u00e4\u00dfigkeit gereihte, rohrs\u00e4nger\u00e4hnliche Schnarrlaute in den Gesang eingeflochten, oft beschrieben als \u201eSchnatter-Phrase\u201c. Als \u201eKastagnetten-Phrase\u201c werden die besonders lautstarken Reihen von \u201eTschuck-\u201c, \u201eTschjock\u201c oder \u201eTschjack\u201c-Lauten bezeichnet. Insgesamt fehlen dem Sprossergesang die oft als \u201eklagend\u201c oder \u201eschmelzend\u201c bezeichneten Laute der Nachtigall.<\/p>\n<p>Tag- und Nachtgesang k\u00f6nnen in der Strophenl\u00e4nge und der L\u00e4nge der Intervalle zwischen den Strophen variieren. Nachts werden die Elemente innerhalb der Strophen oft h\u00e4ufiger und schneller nacheinander wiederholt, die Strophen folgen ebenfalls in schnellerer Abfolge aufeinander.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"\u201eMischs\u00e4nger\u201c\" class=\"mw-headline\">\u201eMischs\u00e4nger\u201c<\/span><\/h3>\n<p>Der Gesang ist meist das beste Unterscheidungsmerkmal zur Nachtigall. Hierbei hat der Vogelbeobachter die Schwierigkeit, dass es im \u00dcberschneidungsgebiet der beiden Verbreitungsbereiche auch \u201eMischs\u00e4nger\u201c gibt (in der \u00e4lteren Literatur oft als \u201eZweischaller\u201c bezeichnet), die Gesangseigenschaften von beiden Arten haben. Bei diesen Mischs\u00e4ngern handelt es sich \u2013 soweit eindeutig bestimmt werden konnte \u2013 meistens um Sprosser.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Gesangsaktivit\u00e4t\" class=\"mw-headline\">Gesangsaktivit\u00e4t<\/span><\/h3>\n<p>Die Gesangsaktivit\u00e4t variiert stark, in Gebieten mit hohen Siedlungsdichten kann die st\u00e4rkere Stimulation durch Reviernachbarn zu einem starken Anstieg der Gesangsh\u00e4ufigkeit, bis hin zu ununterbrochenem Dauergesang f\u00fchren. M\u00e4nnchen ohne Weibchen singen ebenfalls h\u00e4ufiger und intensiver. M\u00e4nnchen, die die Nacht hindurch singen, sind generell seltener am Tag zu h\u00f6ren, w\u00e4hrend M\u00e4nnchen, die ihren Gesang zur Mitte der Nacht hin einstellen, h\u00e4ufig und lange auch am Tag singen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Balzgesang\" class=\"mw-headline\">Balzgesang<\/span><\/h3>\n<p>Der Balzgesang, der meist nach abgeschlossener Revierbildung bei Ankunft der Weibchen vorgetragen wird, ist leiser, aber auch schneller und lebhafter mit k\u00fcrzeren Unterbrechungen. Er ist zumeist vormittags zu vernehmen. Gelegentlich reagiert das Weibchen ebenfalls mit einem kurzen Gesangsmotiv. Auff\u00e4lliger Gesang ist aber vom Weibchen nicht zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Rufe\" class=\"mw-headline\">Rufe<\/span><\/h3>\n<p>Der h\u00e4ufigste Alarmruf ist scharf, rau und durchdringend und ein wenig gezogen, \u00e4hnlich dem \u201eH\u00fcit\u201c der Nachtigall, aber weniger aufsteigend und h\u00e4rter, also eher ein scharfes \u201eFiet\u201c, \u00e4hnlich dem entsprechenden Ruf des Buchfinken, jedoch nicht ganz so kurz und metallisch. Dieser Ruf kann bei Aufregung, beispielsweise einer Gefahr in Nestn\u00e4he, auch in eindringlichen Reihen abgegeben werden. Ebenfalls bei Erregung sind ein kr\u00e4ftig brummiges \u201eChrrrrr\u201c oder \u201eKrr\u201c und ein kurzes \u201eDak\u201c zu h\u00f6ren, die ein wenig an Laute vom <a title=\"Hausrotschwanz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausrotschwanz\">Hausrotschwanz<\/a> erinnern. Ebenso wie bei letzterem (\u201ehuit-tek\u201c) werden diese oft auch an den oben beschriebenen, kurzen Alarmruf angeh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Sprosser_Zug2.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/d6\/Sprosser_Zug2.png\/300px-Sprosser_Zug2.png\" alt=\"\" data-file-width=\"1000\" data-file-height=\"1127\" width=\"300\" height=\"338\"><\/a><\/div>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Verbreitung und Zugrouten des Sprossers<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Brutgebiet des Sprossers erstreckt sich von Ost- und Nordeuropa bis nach Zentralasien. Es liegt gr\u00f6\u00dftenteils in der gem\u00e4\u00dfigten und kontinentalen Klimazone und reicht bis in den borealen Nadelwald hinein.<\/p>\n<p>Die westliche Verbreitungsgrenze verl\u00e4uft durch <a title=\"Norwegen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">S\u00fcdnorwegen<\/a>, <a title=\"J\u00fctland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCtland\">Nordj\u00fctland<\/a> und \u00fcber die <a class=\"mw-redirect\" title=\"D\u00e4nische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nische_Inseln\">d\u00e4nischen Inseln<\/a>, durch Nord- und Ostdeutschland, Nordost-<a title=\"Ungarn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a>, die <a title=\"Bulgarien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bulgarien\">bulgarischen<\/a> und <a title=\"Rum\u00e4nien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">rum\u00e4nischen<\/a> <a title=\"Donau\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donau\">Donauniederungen<\/a> zum <a class=\"mw-redirect\" title=\"Donaudelta\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donaudelta\">Donaudelta<\/a>.<\/p>\n<p>In Nordeuropa reicht seine Verbreitung bis zu einer Linie, die zwischen dem 62. und dem 65. n\u00f6rdlichen Breitengrad verl\u00e4uft, in Nordasien folgt sie etwa 60\u00b0 N. Im Osten geht das Areal bis <a title=\"Krasnojarsk\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krasnojarsk\">Krasnojarsk<\/a>, an den westlichen Ausl\u00e4ufern des <a title=\"Altai\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a> s\u00fcdw\u00e4rts, entlang 50\u00b0N durch Kasachstan, am S\u00fcdural entlang bis zum Nordrand des <a title=\"Asowsches Meer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asowsches_Meer\">Asowschen Meers<\/a> und den M\u00fcndungen von <a title=\"Dnepr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dnepr\">Dnepr<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Dnjestr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dnjestr\">Dnjestr<\/a> bis zum Donaudelta.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Der Sprosser \u00fcberwintert im \u00f6stlichen Afrika s\u00fcdlich der Sahara. Laut <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> findet er sich dort in einem 3,9 Mio. km\u00b2 gro\u00dfen Gebiet. H\u00e4ufig zu finden ist er ab dem s\u00fcdlichen <a title=\"\u00c4thiopien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84thiopien\">\u00c4thiopien<\/a>, in den \u00f6stlichen Landesteilen von <a title=\"Kenia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kenia\">Kenia<\/a> und <a title=\"Tansania\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tansania\">Tansania<\/a>, im gr\u00f6\u00dften Teil <a title=\"Sambia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sambia\">Sambias<\/a>, in S\u00fcd-<a title=\"Malawi\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malawi\">Malawi<\/a> und in <a title=\"Simbabwe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Simbabwe\">Simbabwe<\/a>. Er kommt aber auch bis nach Ost-<a title=\"Namibia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Namibia\">Namibia<\/a> und im n\u00f6rdlichen S\u00fcdafrika bis <a title=\"Transvaal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transvaal\">Transvaal<\/a> vor.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Sprosser sind <a title=\"Schleifenzug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleifenzug\">Schleifenzieher<\/a> und ziehen \u00fcber den \u00f6stlichen Mittelmeerraum, Kleinasien und den \u00e4u\u00dfersten Osten des afrikanischen Kontinents gen S\u00fcden. Dabei ziehen die finnischen Populationen ziemlich genau nach S\u00fcden, die des westlichen Ostseeraums eher nach S\u00fcds\u00fcdost weg. Der R\u00fcckzug erfolgt dabei \u2013 wie Ringfunde belegen \u2013 auf einer weiter \u00f6stlich gelegenen Route. W\u00e4hrend auf dem Hinzug die Balkanhalbinsel weitr\u00e4umig \u00fcberflogen wird, wird sie auf dem R\u00fcckzug meist nur \u00f6stlich gestreift.<\/p>\n<p>Die V\u00f6gel aus den sibirischen Populationen ziehen \u00fcber den Iran und die arabische Halbinsel in die Winterquartiere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Externe_Systematik\" class=\"mw-headline\">Externe Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Der Sprosser ist die nord\u00f6stliche, <a title=\"Monotypisch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monotypisch\">monotypische<\/a> <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwesterart\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwesterart\">Schwesterart<\/a> der Nachtigall. Sein Verbreitungsgebiet liegt komplement\u00e4r zu dem der Nachtigall, deren europ\u00e4ische Nominatform den Sprosser im S\u00fcden und Westen Europas ersetzt. In Asien grenzen die Verbreitungsareale der beiden Nachtigall-Unterarten <em>africana<\/em> und <em>hafizi<\/em> s\u00fcdlich an das Areal des Sprossers an. Vermutlich entstanden die beiden Arten durch <a title=\"Allopatrische Artbildung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allopatrische_Artbildung\">allopatrische Artbildung<\/a> aufgrund geografischer Isolation w\u00e4hrend der letzten Eiszeit.In Mitteleuropa zeigen beide Arten eine etwa 60\u2013100&nbsp;km breite \u00dcberschneidungsszone, die in Deutschland in etwa entlang der <a title=\"Eisrandlage\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisrandlage\">Eisrandlagen<\/a> der letzten Eiszeit verl\u00e4uft und die vermutlich w\u00e4hrend der postglazialen Ausbreitung entstand.<\/p>\n<p>Obwohl das Artenpaar immer wieder als Paradebeispiel angef\u00fchrt wird, ist dies nicht ungew\u00f6hnlich. <a title=\"J\u00fcrgen Haffer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCrgen_Haffer\">Haffer<\/a> (1989) stellt die beiden Arten in eine Gruppe mit etwa 80 nahe verwandten Artenpaaren in Eurasien, die <a title=\"Parapatrie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parapatrie\">parapatrisch<\/a> vorkommen und benachbarte oder entlang ihrer Grenzen sich geringf\u00fcgig \u00fcberlappende Verbreitungsgebiete zeigen.<\/p>\n<p>In der beschriebenen \u00dcberschneidungszone kommen die beiden Arten mit geringf\u00fcgig unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen im gleichen Lebensraum vor. Das Brutrevier wird hier nicht nur gegen\u00fcber Individuen der eigenen, sondern auch jeweils gegen\u00fcber der anderen Art verteidigt. An Brutpl\u00e4tzen, die f\u00fcr beide Arten geeignet sind, werden die feuchteren Standorte offensichtlich zuerst vom Sprosser besiedelt, bevor er auch in andere Gebiete, u. a. auch in Siedlungsn\u00e4he, vorr\u00fcckt. Es kommt auch zu gemeinsamer Fortpflanzung, jedoch nur mit begrenztem Erfolg: Lediglich die M\u00e4nnchen sind fortpflanzungsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Da beide Arten in vorigen Jahrhunderten arg dezimiert wurden und die Ausbreitungs- und R\u00fcckgangstendenzen im gemeinsam besiedelten Gebiet kein absolut klares Bild liefern, ist es umstritten, ob der Sprosser die Nachtigall verdr\u00e4ngt, was von einigen Autoren behauptet wurde. Unter anderem wird das Vorkommen der Nachtigall n\u00e4mlich wesentlich durch ihre Anf\u00e4lligkeit gegen k\u00fchleres Klima nach Norden hin begrenzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Sprosser ist gro\u00dfr\u00e4umig betrachtet, wie auch die Nachtigall, fast ausschlie\u00dflich ein Brutvogel der Flussniederungen. Man kann ihn an geeigneten Orten auch au\u00dferhalb der letzteren finden, dann jedoch meist in weitaus niedrigeren Siedlungsdichten.<\/p>\n<p>Er bevorzugt feuchte Laubholzstandorte auf fruchtbaren B\u00f6den. Im Unterschied zur Nachtigall, die auch lichte W\u00e4lder mit \u00fcppiger Strauchschicht besiedelt, scheint der Sprosser gro\u00dffl\u00e4chigere Waldungen eher zu meiden. Er bevorzugt zergliedertere, kleinfl\u00e4chige oder mosaikartige Waldstrukturen wie Feldgeh\u00f6lze, Geh\u00f6lzinseln in Niedermoorfl\u00e4chen oder baum- und buschreiche Gew\u00e4sserufer.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Wahl des Habitats sind lichtarme Dickichte mit bis zu 100&nbsp;% Laubdeckung, denen eine Krautschicht fehlt, sodass der Sprosser am Boden seine Nahrung finden kann. Diese sollten sich jedoch mit offeneren, von einer dichten Krautschicht aus Stauden oder jungen Str\u00e4uchern bewachsenen Fl\u00e4chen abwechseln, die geeignete Neststandorte bieten und auf denen der Reviergesang weithin gut zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig ist der Sprosser in ufernahen Weidengeh\u00f6lzen zu finden, aber auch in den Randbereichen von Erlenbr\u00fcchen oder in durch Weiden-, Erlen- oder Eschenjungwuchs verbuschten Verlandungsbereichen und <a title=\"Niedermoorwiese\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedermoorwiese\">Niedermoorwiesen<\/a>. Auf Hiddensee besiedelt der Sprosser ungew\u00f6hnlicherweise die dort h\u00e4ufigen, mit <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wei\u00dfdorn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fdorn\">Wei\u00dfdorn<\/a> und <a title=\"Holunder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holunder\">Holunder<\/a> durchmischten <a title=\"Sanddorn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sanddorn\">Sanddorn<\/a>-Dickichte und erreicht dort hohe Siedlungsdichten.<\/p>\n<p>Meistens handelt es sich bei besiedelten Geh\u00f6lzen um 3 bis 13&nbsp;m hohe, 13 bis 17-j\u00e4hrige Stangenh\u00f6lzer. Untersuchungen in Finnland haben ergeben, dass Geh\u00f6lze nur in einer bestimmten Phase der <a title=\"Sukzession (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sukzession_(Biologie)\">Sukzession<\/a> f\u00fcr den Sprosser geeignet zu sein scheinen. Erreichen die B\u00e4ume eine Wuchsh\u00f6he von etwa 3&nbsp;m oder mehr, werden die Habitate vom Sprosser gut angenommen, die gr\u00f6\u00dften Siedlungsdichten erreicht er bei einer H\u00f6he von 8\u201312&nbsp;m, Habitate mit h\u00f6heren oder ausgewachsenen B\u00e4umen werden meist mit der Zeit aufgegeben. Auch der Bruterfolg scheint eng mit der Wuchsh\u00f6he der Geh\u00f6lze verbunden zu sein.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig br\u00fctet der Sprosser in Gew\u00e4ssern\u00e4he. In vielen F\u00e4llen wurden Nester in 50\u2013100&nbsp;m Entfernung von Wasserfl\u00e4chen oder Flie\u00dfgew\u00e4ssern gefunden. Allerdings scheint Gew\u00e4ssern\u00e4he kein zwingendes Kriterium f\u00fcr die Brutplatzwahl zu sein. Ist in der N\u00e4he von Gew\u00e4ssern kein akzeptabler Lebensraum zu finden, k\u00f6nnen die Brutgebiete auch weit entfernt davon liegen. Grund f\u00fcr die h\u00e4ufige Gew\u00e4ssern\u00e4he bei Niststandorten ist also vermutlich die Tatsache, dass geeignete Habitate ohnehin oft an Gew\u00e4ssern liegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Siedlungsdichte\" class=\"mw-headline\">Siedlungsdichte<\/span><\/h2>\n<p>Der Sprosser siedelt sich gerne in Gruppen an, hierbei sind die Revierstandorte etwa 50\u2013100&nbsp;m voneinander entfernt. Wo er in Gruppen siedelt, sind die Best\u00e4nde meist stabiler als andernorts, dort schwanken die Siedlungsdichten offensichtlich je nach Wetterlage w\u00e4hrend der Phase der Revierbesetzung.<\/p>\n<p>In weniger geeigneten Habitaten wie Parks oder feuchten Nadelw\u00e4ldern sind die Siedlungsdichten niedrig (meist deutlich unter 4 Brutpaaren pro 10 ha), in Erlenw\u00e4ldern und Feldgeh\u00f6lzen liegen sie je nach Eignung (siehe Lebensraum) zwischen 4 und 12 Bp.\/10 ha. Auf sehr guten Standorten (z.&nbsp;B. verbuschte Moor- und Gew\u00e4sserr\u00e4nder) k\u00f6nnen Siedlungsdichten von bis zu 16 Bp.\/10 ha erreicht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 402px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Spr_nahrung1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/a5\/Spr_nahrung1.jpg\/400px-Spr_nahrung1.jpg\" alt=\"\" data-file-width=\"1024\" data-file-height=\"500\" width=\"400\" height=\"195\"><\/a><\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 402px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Beispiel f\u00fcr die Zusammensetzung der Nahrung von Nestlingen und Altv\u00f6geln des Sprossers<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Sprosser sucht seine Nahrung zum gr\u00f6\u00dften Teil auf dem Boden oder der unteren Krautschicht. In den \u00fcbrigen F\u00e4llen wird sie von \u00c4sten und Zweigen, aus den unteren Regionen der Strauchschicht gesammelt oder aber seltener in hohen Spr\u00fcngen aus der Luft gefangen. Sie besteht zum \u00fcberwiegenden Teil aus <a title=\"Gliederf\u00fc\u00dfer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gliederf%C3%BC%C3%9Fer\">Arthropoden<\/a>. Zum gr\u00f6\u00dften Teil (75\u201395&nbsp;%) sind dies <a title=\"Insekten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a>, aber auch <a title=\"Asseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asseln\">Asseln<\/a> (<em>Isopoda<\/em>), <a title=\"Doppelf\u00fc\u00dfer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Doppelf%C3%BC%C3%9Fer\">Doppelf\u00fc\u00dfer<\/a> (<em>Diplopoda<\/em>) und <a title=\"Spinnentiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnentiere<\/a> (<em>Araneida<\/em>). Auff\u00e4llig ist, dass anders als bei der Nachtigall <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmer<\/a> offenbar kaum eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Altv\u00f6gel ern\u00e4hren sich zu einem gro\u00dfen Teil von kleinen K\u00e4fern (vorwiegend <a title=\"R\u00fcsselk\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCsselk%C3%A4fer\">R\u00fcsselk\u00e4fer<\/a>) und <a title=\"Ameisen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a> sowie <a title=\"Ohrw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohrw%C3%BCrmer\">Ohrw\u00fcrmern<\/a> und <a title=\"Wanzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanzen\">Wanzen<\/a>. Ebenso werden kleinere Tiere wie <a title=\"Staubl\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staubl%C3%A4use\">Staub-<\/a> und <a title=\"Pflanzenl\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflanzenl%C3%A4use\">Pflanzenl\u00e4use<\/a> von Zweigen und Bl\u00e4ttern gelesen. Seltener geh\u00f6ren <a title=\"Heuschrecken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heuschrecken\">Heuschrecken<\/a>, <a title=\"Zikaden\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zikaden\">Zikaden<\/a> oder <a title=\"Libellen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libellen\">Libellen<\/a> zu den Beutetieren. An die Nestlinge wird meist gr\u00f6\u00dfere, aber weichere Nahrung mit geringem <a title=\"Exoskelett\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Exoskelett\">Chitinanteil<\/a> verf\u00fcttert. Dabei \u00fcberwiegen wieder die Insekten und hier vor allem K\u00e4ferlarven, Schmetterlingsraupen (<em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Lepidoptera\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lepidoptera\">Lepidoptera<\/a><\/em>), und kleine Fliegen. Der Anteil anderer Arthropoden ist wegen der h\u00e4ufig verf\u00fctterten Asseln und Spinnentiere meist h\u00f6her als bei den Altv\u00f6geln.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4tsommer und Herbst erweitern Beeren (z.&nbsp;B. <a title=\"Brombeeren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brombeeren\">Brombeeren<\/a> und <a title=\"Johannisbeeren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannisbeeren\">Johannisbeeren<\/a>) und andere Fr\u00fcchte (z.&nbsp;B. <a title=\"Holunder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holunder\">Holunder<\/a>, <a title=\"Maulbeeren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maulbeeren\">Maulbeeren<\/a>, <a title=\"Faulbaum\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Faulbaum\">Faulbaum<\/a> oder <a title=\"Hartriegel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hartriegel\">Hartriegel<\/a>) das Nahrungsspektrum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Der Sprosser f\u00fchrt eine monogame Saisonehe. Es gibt nur eine Jahresbrut. Umpaarungen oder Zweitbruten wurden nicht nachgewiesen. Diese sind aufgrund der kurzen Brutsaison auch eher unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Ankunft_und_Revierbildung\" class=\"mw-headline\">Ankunft und Revierbildung<\/span><\/h3>\n<p>Die M\u00e4nnchen beginnen etwa ab Februar in den \u00dcberwinterungsgebieten zu singen, und der R\u00fcckzug erfolgt etwa im M\u00e4rz. Insgesamt liegen die Zugzeiten beim Sprosser \u00e4hnlich wie bei der Nachtigall, er trifft jedoch meist etwas mehr als eine Woche sp\u00e4ter ein als diese und zieht auch fr\u00fcher wieder in die Winterquartiere, so dass die Brutperiode beim Sprosser insgesamt k\u00fcrzer ist als bei der Nachtigall.<\/p>\n<p>In Deutschland liegt die Ankunftszeit im Brutrevier etwa Anfang bis Mitte Mai. Zuerst treffen die \u00e4lteren M\u00e4nnchen an den Brutpl\u00e4tzen ein und besetzen ihre Reviere. Die Standorttreue ist beim Sprosserm\u00e4nnchen sehr hoch, oft werden also die vorj\u00e4hrigen Reviere erneut besetzt. Wenn diese in ihrer Beschaffenheit nicht mehr den Lebensraumanspr\u00fcchen entsprechen, z.&nbsp;B. durch die nat\u00fcrliche Fortentwicklung der besiedelten Geh\u00f6lze (siehe Lebensraum), wird ein neues Brutrevier gesucht. Die Reviergr\u00fcndung kann daher bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>Es folgen etwas sp\u00e4ter die einj\u00e4hrigen M\u00e4nnchen, diese br\u00fcten jedoch oft nicht bzw. versuchen, erfolglos ein Revier zu besiedeln, so dass der Anteil einj\u00e4hriger V\u00f6gel am Brutbestand meist gering ist (ca. 10&nbsp;%).<\/p>\n<p>Der Reviergesang ist manchmal aufgrund kalter Witterung oder fehlender Stimulation durch Rivalen erst einige Tage nach der Ankunft und auch dann noch bisweilen recht z\u00f6gerlich zu h\u00f6ren, so dass die Erstankunft vermutlich oft sp\u00e4ter registriert wird, als sie tats\u00e4chlich stattfindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Paarbildung_und_Balz\" class=\"mw-headline\">Paarbildung und Balz<\/span><\/h3>\n<p>Die Weibchen treffen etwa bis zu einer Woche, manchmal bis zu 10 Tage sp\u00e4ter ein. Etwa zu diesem Zeitpunkt setzt bei den M\u00e4nnchen der lautstarke, weit zu h\u00f6rende Reviergesang ein, an dem die Weibchen sich beim Aufsuchen der Brutreviere orientieren. Im Gegensatz zu den M\u00e4nnchen sind die Weibchen wenig standortstreu. Die Paare finden meist f\u00fcr eine Brutsaison zusammen. \u00dcber Umpaarungen ist nichts bekannt, vermutlich finden diese aufgrund der kurzen Brutsaison nicht statt. Auch F\u00e4lle von <a title=\"Polygynie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polygynie\">Polygynie<\/a>, also z.&nbsp;B. die Verpaarung eines M\u00e4nnchens mit mehreren Weibchen, sind bei dieser Art nicht dokumentiert.<\/p>\n<p>Ein eintreffendes Weibchen wird vom M\u00e4nnchen sofort mit dem <a class=\"new\" title=\"Balzgesang (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Balzgesang&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Balzgesang<\/a> umworben und in geringem Abstand bei der Nahrungssuche begleitet. Das M\u00e4nnchen fliegt umliegende Zweige an und balzt unter raschem Fl\u00fcgelheben und stetigem Auff\u00e4chern, Heben und Zusammenlegen des r\u00f6tlichen Schwanzes. H\u00e4ufig nimmt es dabei eine Pose ein, bei der es nahezu kopf\u00fcber auff\u00e4llig den Hinterk\u00f6rper aufstellt. Am Boden wird das Weibchen dann mit steifen Schritten und h\u00e4ngenden Fl\u00fcgeln in etwa einem halben Meter Entfernung umbalzt, wobei der Schwanz \u2013 ebenfalls herabh\u00e4ngend \u2013 \u00fcber den Boden geschleift wird. Nach einer halben Umrundung wechselt das M\u00e4nnchen die Richtung, hin und wieder springt es mehrmals in hohem Bogen um das Weibchen herum. Versucht das Weibchen sich zu entfernen, wird es vom M\u00e4nnchen unter Balzgesang oder leisen Rufreihen verfolgt und umflogen. Nach erfolgter Paarbildung folgt das Weibchen dem M\u00e4nnchen und zeigt mit ausgebreiteten Fl\u00fcgeln m\u00f6gliche Nistpl\u00e4tze auf.<\/p>\n<p>Wird die Paarbindung enger, ist der Balzgesang nicht mehr zu h\u00f6ren \u2013 an dessen Stelle treten leise Kontaktlaute (\u201etack\u201c), das Paar h\u00e4lt sich tags\u00fcber nahe beieinander auf und \u00fcbernachtet in unmittelbarer N\u00e4he voneinander.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Nestbau\" class=\"mw-headline\">Nestbau<\/span><\/h3>\n<p>Das 10\u201315&nbsp;cm breite Nest wird ausschlie\u00dflich vom Weibchen gebaut. Es wird meist am Boden oder in Bodenn\u00e4he errichtet; entweder am Fu\u00df von B\u00e4umen oder Str\u00e4uchern, in Reisighaufen oder in der Krautschicht, z.&nbsp;B. im Schutz von <a title=\"Brombeeren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brombeeren\">Brombeeren<\/a>, <a class=\"mw-disambig\" title=\"Heckenrose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heckenrose\">Heckenrosen<\/a>, <a title=\"M\u00e4des\u00fc\u00df\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4des%C3%BC%C3%9F\">M\u00e4des\u00fc\u00df<\/a>, <a title=\"Giersch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giersch\">Giersch<\/a>, <a title=\"Brennnesseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brennnesseln\">Brennnesseln<\/a> oder <a title=\"Buschwindr\u00f6schen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buschwindr%C3%B6schen\">Buschwindr\u00f6schen<\/a>. Liegt das Nest am Boden, wird h\u00e4ufig eine 6\u20138&nbsp;cm breite, nicht sehr tiefe Nestmulde angelegt. Sehr selten wurden Nester auch zwischen \u00c4sten in 1 oder mehr Metern H\u00f6he gefunden. Von au\u00dfen wird das Nest von einer d\u00fcnnen Schicht Halmen oder Zweigen zusammengehalten, besteht sonst meist aus dem Laub der umstehenden B\u00e4ume (<a class=\"mw-redirect\" title=\"Erlen (Botanik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erlen_(Botanik)\">Erle<\/a>, <a title=\"Birken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Birken\">Birke<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Weiden (Botanik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weiden_(Botanik)\">Weide<\/a> oder <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pappel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappel\">Pappel<\/a>) und wird mit weichem Material wie feinen Halmen, Wurzeln oder Tierhaaren ausgekleidet. Gelegentlich besteht das Nest auch nur aus einem Material, wie z.&nbsp;B. in einem Fall aus vorj\u00e4hrigen Erlenbl\u00e4ttern oder in einem anderen aus <a title=\"Schilfrohr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schilfrohr\">Schilfbl\u00e4ttern<\/a>, die nach innen hin immer feiner wurden. Manchmal wird das Nest auch noch von oben mit etwas trockenem Laub getarnt. Der Nestbau dauert etwa vier, seltener bis zu sieben Tagen. Er kann sich verz\u00f6gern, wenn zun\u00e4chst eine Nestmulde gegraben werden muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Eiablage beginnt in Mitteleuropa etwa zwei Wochen nach der der Nachtigall, beginnt Mitte Mai und erreicht Ende Mai ihren H\u00f6hepunkt. Das Gelege besteht aus 4\u20136, seltener 3 Eiern, die in der Form recht variabel und olivgr\u00fcn oder -braun sind. Meist fehlt eine Fleckung. Gelegentlich findet man eine dichte, braune W\u00f6lkung und schwarze Strichelungen am stumpfen Ende. Sie sind im Durchschnitt 22 \u00d7 17&nbsp;mm gro\u00df und wiegen bei Vollgewicht ca. 13,8 g. Im Unterschied zu denen der Nachtigall sind sie etwas schwerer und dunkler in der T\u00f6nung.<\/p>\n<p>Die Bebr\u00fctung beginnt mit der Ablage des vorletzten oder letzten Eies und dauert etwa 13 bis 14 Tage. Eventuell beginnt die Bebr\u00fctung h\u00e4ufiger als bei der Nachtigall schon mit dem vorletzten Ei, was eine k\u00fcrzere Brutzeit zur Folge h\u00e4tte.Die Bebr\u00fctung \u2013 und sp\u00e4ter das <a title=\"Hudern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">Hudern<\/a> \u2013 \u00fcbernimmt ausschlie\u00dflich das Weibchen, das \u2013 anders als bei der Nachtigall \u2013 kaum vom M\u00e4nnchen gef\u00fcttert wird. Es sucht in kurzen Brutpausen, deren L\u00e4nge zwischen zwei Minuten und einer Viertelstunde liegen, etwas Nahrung in Nestn\u00e4he. Das M\u00e4nnchen l\u00e4sst in dieser Phase weiterhin seinen Reviergesang h\u00f6ren, verh\u00e4lt sich dabei aber weniger exponiert als vor dem Brutbeginn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Jungenaufzucht\" class=\"mw-headline\">Jungenaufzucht<\/span><\/h3>\n<p>Die Jungen werden ausschlie\u00dflich durch das Weibchen gehudert, das in den Pausen dazwischen Nahrung sucht. Die F\u00fctterung der Jungen \u00fcbernimmt anf\u00e4nglich das M\u00e4nnchen, dabei kommt es oft vor, dass es zuerst dem Weibchen die Nahrung \u00fcbergibt. Etwa ab dem zweiten Tag beteiligt sich auch das Weibchen an der Futtersuche.<\/p>\n<p>Es wird vor allem morgens gehudert. Liegt die L\u00e4nge der Huderphasen bis zum dritten oder vierten Tag noch zwischen 1 und 39 Minuten (durchschnittlich 10,4 Minuten), reduziert sie sich stark, wenn die Jungen die erste Befiederung ausbilden. So wurde bei einer Brut etwa am 6. Tag noch durchschnittlich 4,8 Minuten gehudert, bei einer anderen ab dem vierten Tag nur noch nachts.<\/p>\n<p>Die Nestlingsdauer betr\u00e4gt meist zwischen 10 und 11, seltener 12 Tagen. Gegebenenfalls verlassen die Jungv\u00f6gel bei Gefahr schon eher das Nest, bei schlechtem Wetter kann sich dies noch einige Tage hinausz\u00f6gern. Nach dem Ausfliegen werden die Jungen noch etwa 2 bis 3 Wochen gef\u00fcttert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>Aufgrund der Aufmerksamkeit, die dem Sprosser als K\u00e4figvogel zuteil wurde, l\u00e4sst sich die Bestandsentwicklung bis in vorige Jahrhunderte zur\u00fcckverfolgen. Sprosser und Nachtigall wurden wegen ihres Gesangs in derartigen Mengen gefangen, dass vermutlich ganze Populationen ausgerottet oder zumindest stark dezimiert wurden. Ein 1877 europaweit t\u00e4tiger Vogelh\u00e4ndler hatte beispielsweise an 53 Orten Vogelf\u00e4nger unter Vertrag, die es ihm erm\u00f6glichten, j\u00e4hrlich 800\u20131000 Nachtigallen und Sprosser zu ver\u00e4u\u00dfern. Dass derartiger <a class=\"mw-redirect\" title=\"Raubbau (Natur)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raubbau_(Natur)\">Raubbau<\/a> nicht ohne Folgen blieb, ist bereits den Zeitgenossen aufgefallen, diese klagten \u00fcber sinkende Fangzahlen oder die nachlassende Qualit\u00e4t der Ges\u00e4nge, da in den ausged\u00fcnnten Populationen die singenden M\u00e4nnchen kaum noch voneinander lernen oder sich gegenseitig anregen konnten.<\/p>\n<p>Bereits ab dem 13. Jahrhundert wurden gegen den Fang Beschr\u00e4nkungen erlassen, ab dem 15. Jahrhundert gab es erste Fang- und Handelsverbote. Teilweise wurde als Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahme eine \u201e<a title=\"Nachtigallensteuer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtigallensteuer\">Nachtigallensteuer<\/a>\u201c erhoben, diese gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Beim Sprosser f\u00fchrten der Vogelfang in Kombination mit R\u00fcckgang des Lebensraums besonders an der westlichen Verbreitungsgrenze zu starken R\u00fcckg\u00e4ngen. Bis ins 18. Jahrhundert umfangreiche Best\u00e4nde im <a title=\"Pannonische Tiefebene\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pannonische_Tiefebene\">Pannonischen Tiefland<\/a>, den \u00f6sterreichischen <a title=\"Donau\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donau\">Donauauen<\/a>, an der <a title=\"Thei\u00df\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thei%C3%9F\">Thei\u00df<\/a>, in <a title=\"M\u00e4hren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4hren\">S\u00fcdm\u00e4hren<\/a> und westw\u00e4rts bis an die <a title=\"Elbe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elbe\">Elbe<\/a> bei <a title=\"Magdeburg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magdeburg\">Magdeburg<\/a> waren sp\u00e4testens bis zum ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erloschen.<\/p>\n<p>Erst in den 1920er Jahren begann sich der Trend langsam umzukehren. In Nordeuropa, wo es vermutlich aufgrund intensiver Waldbeweidung im 19. Jahrhundert R\u00fcckg\u00e4nge gegeben hatte, kam es in den 1960er\u20131980er Jahren zu Bestandszunahmen und einer Arealausweitung. Etwas sp\u00e4ter, in den 1970er Jahren, begann dieser Trend in Polen, und seit den 1990er Jahren begann die Ausbreitung auch in Ostdeutschland, wo es immer wieder zu Brutzeitbeobachtungen an Orten relativ weitab der geschlossenen Besiedelung kam.<\/p>\n<p>Heute scheint der europ\u00e4ische Bestand mit 3,7\u20136,9 Mio. Brutpaaren recht stabil, und die Art wird in keiner Gef\u00e4hrdungskategorie gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahrhunderten entwickelte sich eine ganze Kenner- und Liebhaberkultur um den Gesang von Nachtigall und Sprosser. Neben der Hervorhebung gegen\u00fcber anderen Arten wurde innerhalb der Gattung und der Arten zwischen \u201eguten\u201c und \u201eschlechten\u201c S\u00e4ngern unterschieden. Nachtigallen und Sprosser aus bestimmten Regionen oder Lebensr\u00e4umen wurden als \u201eStubenv\u00f6gel\u201c bevorzugt, was teilweise zu einem schwunghaften Handel unter Haltern im ganzen europ\u00e4ischen Raum f\u00fchrte, da man als Vogelliebhaber in den Besitz besonders guter \u201eSchl\u00e4ger\u201c kommen wollte.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4tsmerkmale sind hierbei sehr subjektiv, wenn auch teilweise mit pseudowissenschaftlichen Argumentationen oder akademischer Vehemenz darum gestritten oder dar\u00fcber geschrieben wird. <a title=\"Johann Friedrich Naumann\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Friedrich_Naumann\">J. F. Naumann<\/a> beschreibt beispielsweise die Sprosser der pommerschen Ostseek\u00fcste als die schlechtesten S\u00e4nger, r\u00fchmt aber jene aus dem Gebiet von <a title=\"W\u00f6rlitz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%B6rlitz\">W\u00f6rlitz<\/a> an der Mittelelbe als die besten. Besonders begehrt waren \u201eDonausprosser\u201c, was dazu f\u00fchrte, dass das dortige Vorkommen etwa in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts erlosch, obwohl der Fang rund um Wien bereits 1830 untersagt wurde.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde in der Namensgebung nicht zwischen den Arten unterschieden, sondern die \u201eNachtigallen\u201c vor allem nach Lebensraum als z.&nbsp;B. \u201eBerg-\u201c oder \u201eWaldnachtigallen\u201c benannt. Es kristallisiert sich mit der Zeit eine Arteinteilung heraus, bei der der Sprosser als \u201eWasser\u201c- oder \u201eAuennachtigall\u201c bezeichnet wird. Diese \u2013 wurde gemutma\u00dft \u2013 w\u00fcrde besonders sch\u00f6n und laut singen, da die Kehle aufgrund der N\u00e4he zum Wasser immer ausreichend benetzt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es entspann sich eine Auseinandersetzung dar\u00fcber, ob der Sprosser mit seinem kr\u00e4ftigen Gesang oder die Nachtigall mit ihrer melodischeren, klagenden Charakteristik die bessere Wahl sei oder \u201ewem die Sangeskrone geb\u00fchre\u201c. Beispielsweise wurde \u2013 im Hinblick auf den gr\u00f6\u00dferen Frequenzumfang des Sprossers \u2013 behauptet, die Nachtigall, verglichen mit einer Violine, nutze nur drei Saiten dieses Instruments, der Sprosser aber alle vier Saiten. Andere behaupteten, der Sprosser w\u00fcrde seinen Gesang ordentlich, klar und nach den Regeln der Dichtkunst gestalten, die Nachtigall hingegen sei impulsiv und hastig und w\u00fcrde anstelle eines klaren und deutlich Vortrags zu h\u00e4ufig die einzelnen Elemente verwischen oder klare Akzentuierungen verschlucken. Gegenstimmen r\u00fchmten die Nachtigall als gef\u00fchlvoller und kreativer und hoben ihre \u201egr\u00f6\u00dfere Mannigfaltigkeit im Gesang\u201c hervor. Gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Vogelh\u00e4ndler jener Zeit rieten zur Anschaffung beider Arten, diplomatische Geister erkl\u00e4rten den Sprosser zum \u201eSangesk\u00f6nig\u201c, die Nachtigall zur \u201eSangesk\u00f6nigin\u201c.<\/p>\n<h2><span id=\"Voice\" class=\"mw-headline\">Voice<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Sonogram_L_luscinia_L_megarhynchos.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/83\/Sonogram_L_luscinia_L_megarhynchos.png\/220px-Sonogram_L_luscinia_L_megarhynchos.png\" alt=\"\" data-file-width=\"2200\" data-file-height=\"2400\" width=\"220\" height=\"240\"><\/a><\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">The sonograms of <a class=\"mw-redirect\" title=\"Luscinia luscinia\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Luscinia_luscinia\">Luscinia luscinia<\/a> and <a class=\"mw-redirect\" title=\"Luscinia megarhynchos\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Luscinia_megarhynchos\">Luscinia megarhynchos<\/a> singing help to distinguish these two species by voice definitely.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><span style=\"font-size: large;\"><span style=\"font-size: large;\">foto :Mihai Baciu<br \/><\/span><\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Sprosser (Luscinia luscinia) ist ein Singvogel aus der Familie der Fliegenschn\u00e4pper. 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