{"id":5657,"date":"2018-03-24T12:03:41","date_gmt":"2018-03-24T10:03:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/waldschnepfe-scolopax-rusticola\/"},"modified":"2018-03-24T12:19:43","modified_gmt":"2018-03-24T10:19:43","slug":"waldschnepfe-scolopax-rusticola","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/waldschnepfe-scolopax-rusticola\/","title":{"rendered":"Waldschnepfe (Scolopax rusticola)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Waldschnepfe<\/strong> (<em>Scolopax rusticola<\/em>) ist eine <a title=\"Monotypisch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monotypisch\">monotypische<\/a> <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_(Biologie)\">Familie<\/a> der <a title=\"Schnepfenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnepfenv%C3%B6gel\">Schnepfenv\u00f6gel<\/a> (Scolopacidae). Sie ist etwa haustaubengro\u00df mit einem gedrungenen K\u00f6rper, einem langen geraden Schnabel und kurzen Beinen. Das Gefieder ist braun, schwarz und wei\u00df gemustert. Durch die Tarnung ist die Waldschnepfe, deren Lebensraum reich gegliederte Laub- und Mischw\u00e4lder sind, im Freiland nur schwer auszumachen.<\/p>\n<p>Sie tr\u00e4gt den <a title=\"Beiname\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beiname\">Beinamen<\/a> &#8222;<em>Der Vogel mit dem langen Gesicht<\/em>&#8222;.<\/p>\n<h2><span id=\"Beschreibung\" class=\"mw-headline\">Beschreibung<\/span><\/h2>\n<p>Die Waldschnepfe ist in der Gestalt der <a title=\"Bekassine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bekassine\">Bekassine<\/a> sehr \u00e4hnlich, ist aber gr\u00f6\u00dfer und hat einen k\u00fcrzeren Schnabel. Eine ausgewachsene Waldschnepfe wird bis 38&nbsp;cm gro\u00df und erreicht eine Fl\u00fcgelspannweite bis zu 65&nbsp;cm. Die Waldschnepfe kann bis 440 g wiegen und ihr gerader, langer Schnabel wird bis 7&nbsp;cm gro\u00df. Der scheue Einzelg\u00e4nger versteckt sich am Tag und wird meist erst in der D\u00e4mmerung aktiv. Die R\u00fcckseite ist braun, schwarz und grau gemustert und dient sehr gut der Tarnung. Ihre Augen, die jeweils einen Blickwinkel von bis zu 180\u00b0 erreichen \u2013 sie kann also auch nach hinten sehen \u2013, sind schwarz gef\u00e4rbt. Sie hat sehr kurze Beine. M\u00e4nnchen und Weibchen haben die gleiche F\u00e4rbung.<\/p>\n<p>Ihr Ruf klingt scharf und hoch, in etwa wie \u201eziwitz\u201c, abwechselnd mit langgezogenem, froschartigem \u201equorr\u201c.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitungsgebiet\" class=\"mw-headline\">Verbreitungsgebiet<\/span><\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Waldschnepfe ist sehr gro\u00df und erstreckt sich \u00fcber die Waldzone Eurasiens von Westeuropa bis nach Japan. Die Art weist lediglich Verbreitungsl\u00fccken in den Hochgebirgen Asiens auf.<\/p>\n<p>Die s\u00fcdliche Grenze des Brutareals verl\u00e4uft von Nordspanien und den Pyren\u00e4en entlang der s\u00fcdlichen Alpen und Norditalien durch den S\u00fcden Russlands, entlang des Nordens des Himalayas \u00fcber die Mongolei und Mandschurei bis an die Pazifikk\u00fcste. Die Art br\u00fctet auch auf einigen Pazifikinseln und kommt beispielsweise auf Inseln im Norden Japans vor. Im Norden kommt die Art nur sehr selten n\u00f6rdlich des Polarkreises vor, allerdings br\u00fctet die Art h\u00e4ufig in Tundraw\u00e4ldern Europas und Asiens<\/p>\n<p><a title=\"Wetlands International\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wetlands_International\">Wetlands International<\/a> unterscheidet zwischen einer Brutpopulation, die westlich des Urals br\u00fctet und in S\u00fcd- und Westeuropa bis nach Nordafrika \u00fcberwintert, und einer zweiten Population, die \u00f6stlich des Urals br\u00fctet und in S\u00fcdwestasien haupts\u00e4chlich in der Kaspisregion \u00fcberwintert. Drei weitere, sehr kleine Populationen, die auf den Azoren, Madeira und den Kanarischen Inseln br\u00fcten, sind grunds\u00e4tzlich Standv\u00f6gel<\/p>\n<p>Die im Norden Spaniens, Gro\u00dfbritannien, Irland, Frankreich und in den Niederlanden sowie Belgien br\u00fctenden Waldschnepfen sind \u00fcberwiegend Standv\u00f6gel. Waldschnepfen, deren Brutareal im Westen und Nordwesten Russland liegen, ziehen zur \u00dcberwinterung nach Frankreich, Spanien, Gro\u00dfbritannien und Irland sowie Italien. In Irland und Gro\u00dfbritannien \u00fcberwinternde Waldschnepfen stammen nach Untersuchungen aus dem Jahre 2002 zu 37 Prozent aus Russland und Lettland, zu 25 Prozent aus Finnland, 12 Prozent aus Schweden und 10 Prozent aus Norwegen. Nur 14 Prozent der hier \u00fcberwinternden V\u00f6gel stammen aus Gro\u00dfbritannien.<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldschnepfe#cite_note-4\">]<\/a><\/sup> Westsibirische Brutv\u00f6gel dagegen \u00fcberwintern \u00fcberwiegend in der Kaspisregion.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Die Waldschnepfe, benannt nach dem Lebensraum, lebt in feuchten <a title=\"Laubwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laubwald\">Laub-<\/a> und <a title=\"Mischwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mischwald\">Mischw\u00e4ldern<\/a> in fast ganz <a title=\"Europa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europa<\/a>. Die W\u00e4lder haben in der Regel gr\u00f6\u00dfere Ausdehnung, kleinfl\u00e4chige W\u00e4lder werden dagegen kaum besiedelt. Im Herbst und Winter (September bis November) ziehen die meisten Waldschnepfen in den <a title=\"Mittelmeer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeerraum<\/a> oder nach <a title=\"Westeuropa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westeuropa\">Westeuropa<\/a> an die <a title=\"Atlantischer Ozean\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atlantischer_Ozean\">Atlantikk\u00fcste<\/a>, wo sie auch in niedrigeren Geh\u00f6lzen vorkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf dem Speiseplan der Waldschnepfe stehen <a title=\"W\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmer\">W\u00fcrmer<\/a>, <a title=\"Spinnentiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>, <a title=\"Insekten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a> und deren <a title=\"Larve\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Larve\">Larven<\/a>. In der Dunkelheit stochert die Waldschnepfe mit ihrem langen Schnabel im Boden und schnappt sich <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmer<\/a>. Im Winter ern\u00e4hrt sie sich auch von <a title=\"Beere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beere\">Beeren<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Frucht (Botanik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frucht_(Botanik)\">Fr\u00fcchten<\/a> und anderen <a title=\"Pflanzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflanzen\">Pflanzenteilen<\/a> (z.&nbsp;B. Fichtennadeln).<\/p>\n<p>Die Brutzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von M\u00e4rz bis Ende Juli. Es finden bei einem Teil der Weibchen zwei Jahresbruten statt. W\u00e4hrend bzw. nach dem Durchzug nordischer Schnepfen beginnt die kurze Balz und Paarungszeit. Die M\u00e4nnchen fliegen innerhalb von zwei bis drei Wochen mehr oder weniger gleiche Kontrollfl\u00e4chen ab, die sie abends und morgens f\u00fcr ca. 10 bis 30 Minuten bestreifen. Dieser typische Balzflug wird \u201e<a title=\"Schnepfenstrich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnepfenstrich\">Schnepfenstrich<\/a>\u201c genannt. Obwohl der Schnepfenstrich mit Balzgesang bei der Revierbesetzung abgrenzende Bedeutung hat, gibt es allerdings keine strengen Reviergrenzen, weshalb sich zwei oder mehr M\u00e4nnchen nahekommen k\u00f6nnen. Bisweilen kommt es zum sogenannten <a title=\"Kommentkampf\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kommentkampf\">Kommentkampf<\/a> (ritualisierte Scheink\u00e4mpfe mit wenig Verletzungsgefahr) in der Luft. Der Balzflug dient zur Kontaktaufnahme von M\u00e4nnchen und Weibchen. Das Weibchen lockt das fliegende M\u00e4nnchen an und es folgt eine Bodenbalz mit folgender Paarung. Es kommt auch vor, dass mehrere M\u00e4nnchen gemeinsam um ein Weibchen balzen bzw. sich ein M\u00e4nnchen mit bis zu vier Weibchen paart. Die Paarung findet dort oder in N\u00e4he des Nestes vor und w\u00e4hrend der Eiablage statt. Nach der Paarung trennen sich die beiden V\u00f6gel wieder. Waldschnepfen leben <a class=\"mw-redirect\" title=\"Promisk\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Promisk\">promisk<\/a>, das hei\u00dft, das Weibchen und M\u00e4nnchen lediglich zur Paarung zusammenfinden und danach sich wieder trennen. Die Bebr\u00fctung der Eier und die Jungenaufzucht f\u00fchrt das Weibchen allein durch. Als Laut\u00e4u\u00dferungen sind das &#8222;Quorren&#8220; und &#8222;Puitzen&#8220; beim Schnepfenstrich bekannt, da die Melodie &#8222;quorr-quorr`k-p\u00dfitt&#8220; klingt und \u2013 vom M\u00e4nnchen vorgetragen \u2013 weit h\u00f6rbar ist. W\u00e4hrend der Bodenbalz sowie w\u00e4hrend des F\u00fchrens der Jungen durch das Unterholz gibt es verschiedene weitere Lock-, Warn- und Erregungsrufe. Das <a title=\"Nest\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nest\">Nest<\/a> ist eine Mulde am Boden, die mit <a title=\"Laub (Botanik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laub_(Botanik)\">Laub<\/a>, <a title=\"Gras\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gras\">Gras<\/a>, <a title=\"Moose\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moose\">Moos<\/a> und anderen Pflanzenteilen gepolstert ist. Es wird oft an Grenzen (Schneisen, Waldkanten, nat\u00fcrliche Lichtungen) innerhalb des Waldes angelegt. Das Weibchen legt in der Regel 4 Eier (zwischen 3 und 5) und bebr\u00fctet sie ca. 20 bis 21 Tage, bis die <a title=\"K\u00fcken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%BCken\">K\u00fcken<\/a> schl\u00fcpfen. Die Jungv\u00f6gel sind <a title=\"Nestfl\u00fcchter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestfl%C3%BCchter\">Nestfl\u00fcchter<\/a> und kommen mit kurzen Schn\u00e4beln auf die Welt. Die Mutter versorgt die Jungen mit Futter und sch\u00fctzt sie bei drohender Gefahr mit Warnrufen und Verleiten durch Vort\u00e4uschen einer Flugbehinderung, um <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Pr\u00e4datoren<\/a> oder Menschen fortzulocken. Waldschnepfen verlassen sich aber auch \u00fcberwiegend auf ihr tarnendes Gefieder und ducken sich lange am Boden. Altv\u00f6gel fliegen beim Herannahen eines st\u00f6renden Menschen erst im letzten Moment auf, manchmal erst auf wenigen Metern. \u00dcber das Wegtragen der Jungen aus dem Nest gab es lange unterschiedliche Darstellungen. Es scheint regelm\u00e4\u00dfig vorzukommen, dass die M\u00fctter w\u00e4hrend des Verlassens des Nestes die Schl\u00fcpflinge einige Zentimeter bis Meter mit dem Schnabel forttragen an einen nahen Ort um sie dort dann weiter zu hudern. Dies geschieht allerdings offenbar nicht beim Vorliegen einer konkreten Gefahr. Dieses Verhalten ist wohl eher als normal w\u00e4hrend des ersten Abwanderns der Mutter mit den pulli (<a title=\"Dunenjunges\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dunenjunges\">Dunenjungen<\/a>) zu werten. Das Wegtragen der K\u00fcken mit den Beinen oder im Bauchgefieder ist lange beschrieben worden, allerdings nicht belegt. Nach ca. 5 Wochen sind die Jungv\u00f6gel fl\u00fcgge. Nach einer ersten Brut- und Aufzuchtzeit (M\u00e4rz bis Mai) beginnt ein Teil der Weibchen eine zweite Brut (Juni\/Juli).<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand,_Bestandsentwicklung_und_Gef\u00e4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand, Bestandsentwicklung und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Erfassung der Best\u00e4nde bereitet bei der Waldschnepfe besondere Schwierigkeiten: Der Erfassungsgrad ist in den meisten L\u00e4ndern sehr gering, zudem ist aufgrund der heimlichen und promisken Lebensweise die Zusammensetzung der Brutpopulation, insbesondere das Geschlechterverh\u00e4ltnis, unbekannt und es kann angenommen werden, dass sich bisherige Bestandsannahmen eher auf revieranzeigende M\u00e4nnchen beziehen, die h\u00e4ufige Angabe von \u201eBrutpaaren\u201c jedoch deren Lebensweise nicht ber\u00fccksichtigt. Der europ\u00e4ische Gesamtbestand wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts verschiedentlich zwischen 1,5 und 11 Millionen &#8222;Brutpaaren&#8220; beziehungsweise bis zu 25 Millionen Individuen gesch\u00e4tzt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der europ\u00e4ischen Brutpopulation lebt im europ\u00e4ischen Teil Russlands (etwa 1,2 bis 2,5 Millionen \u201eBrutpaare\u201c). In Schweden leben zwischen 250.000 und einer Million \u201eBrutpaare\u201c. Zu den L\u00e4ndern mit mehr als 100.000 \u201eBrutpaaren\u201c geh\u00f6ren au\u00dferdem Wei\u00dfrussland und Finnland Der mitteleurop\u00e4ische Brutbestand wird auf 42.000 bis 142.000 \u201eBrutpaare\u201c gesch\u00e4tzt., der deutsche 2005 bis 2009 auf 20.000\u201339.000. Die EU-Kommission gab 2005 f\u00fcr 25 Mitgliedsstaaten einen Bestand von ca. 960.000 \u201eBrutpaare\u201c an.<\/p>\n<p>In der Roten Liste der Brutv\u00f6gel Deutschlands von 2015 wird die Art auf der Vorwarnliste gef\u00fchrt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\">\n<div class=\"thumbimage\">\n<div class=\"mw-graph\" style=\"min-width: 300px; min-height: 200px;\"><img decoding=\"async\" class=\"mw-graph-img\" src=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/api\/rest_v1\/page\/graph\/png\/Waldschnepfe\/0\/61824fcdfaf81c9ad4443c62cea99f6a4490c0cb.png\" alt=\"\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumbcaption\">Deutsche Jagdstrecke Waldschnepfen<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr Deutschland liegen aufgrund der schwierigen Erfassung des Bestandes haupts\u00e4chlich die amtlich ausgewiesenen Jagdstrecken vor. Diese weisen von 1959 bis 1977 eine weitgehend stabile Strecke f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder <a title=\"Niedersachsen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsen\">Niedersachsen<\/a>, <a title=\"Nordrhein-Westfalen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordrhein-Westfalen\">Nordrhein-Westfalen<\/a> und <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> aus. Diese drei Bundesl\u00e4nder stellten in der alten <a title=\"BRD\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BRD\">BRD<\/a> das Hauptjagdgebiet f\u00fcr die Waldschnepfe dar. Ab 1977 brachen die Strecken aufgrund der Aussetzung der Fr\u00fchjahrsjagd ein. Obschon die bis 1977 praktizierte Jagd w\u00e4hrend der Paarungs-, Brut- und Aufzuchtzeit \u2013 also w\u00e4hrend der Zeit des Schnepfenstrichs \u2013 bis heute ruht, haben sich die Jagdstrecken in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis 2006 auf ein Niveau angehoben, das an die Zeit vor 1977 heranreicht. Die Strecke f\u00fcr Schleswig-Holstein ist hingegen seit 1977 auf einem stabilen Niveau verblieben.<\/p>\n<p>Aktuell (Stand 2017) ist die Waldschnepfe in Berlin und Hessen ganzj\u00e4hrig geschont, in Nordrhein-Westfalen ist von 2016 bis zum 31. Dezember 2020 die Bejagung ausgesetzt. Nimmt man die Jagdstatistik zur Grundlage, wird der innerhalb Deutschlands relativ begrenzte Lebensraum auf drei Bundesl\u00e4nder sichtbar. Niedersachsen scheint mit Abstand die gr\u00f6\u00dfte Population zu besitzen. Der j\u00e4hrliche Abschuss machte hier in den letzten f\u00fcnf Jagdjahren etwa 50 Prozent (2016 sogar 67&nbsp;%) der gesamten deutschen <a title=\"Jagdstrecke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagdstrecke\">Jagdstrecke<\/a> aus. Diese lag 2015\/16 bei 8.835 Individuen, dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren.<sup id=\"cite_ref-12\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldschnepfe#cite_note-12\">]<\/a><\/sup> In Schleswig-Holstein lag der Anteil mit insgesamt 2.126 Tieren bei 24 Prozent der Gesamtstrecke. Die Gr\u00f6\u00dfe der Population in Nordrhein-Westfalen, (der Gesamtbestand wird im Jahr 2015 auf 3.000 bis 6.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt), ist durch das Aussetzen der Bejagung aus der Jagdstatistik aktuell nicht ersichtlich. Alle \u00fcbrigen deutschen Bundesl\u00e4nder erreichten zusammen mit 700 Waldschnepfen gerade mal 8 Prozent der Gesamtstrecke. Unklar ist indes, ob es sich bei den in Deutschland erlegten Waldschnepfen \u00fcberwiegend um die einheimische Population oder um Durchz\u00fcgler oder \u00dcberwinterer handelt. Ein Vergleich der heutigen Jagdstrecke mit der des Staates <a title=\"Preu\u00dfen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Preu%C3%9Fen\">Preu\u00dfen<\/a> aus dem <a title=\"Jagdjahr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagdjahr\">Jagdjahr<\/a> 1885\/1886 l\u00e4sst f\u00fcr Deutschland keinen R\u00fcckschluss auf einen R\u00fcckgang der Best\u00e4nde zu.<\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen wird die Art als <em>Gef\u00e4hrdet<\/em> eingestuft, in Hessen steht sie auf der Vorwarnliste. In der <em>Roten Liste der Brutv\u00f6gel Mecklenburg-Vorpommerns<\/em> wird die Waldschnepfe 2014 als <em>Stark gef\u00e4hrdet<\/em> eingestuft. In Berlin gilt die Art als <em>Vom Aussterben bedroht<\/em>. Unter 22.687 in Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 beringten V\u00f6geln befand sich nur eine Waldschnepfe.<\/p>\n<p>Die \u00f6sterreichische Jagdstrecke betrug 2015\/16 etwa 2.620 Schnepfen, der Anteil von <a title=\"Nieder\u00f6sterreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nieder%C3%B6sterreich\">Nieder\u00f6sterreich<\/a> und dem <a title=\"Burgenland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burgenland\">Burgenland<\/a> machte hier zusammen 56 Prozent aus. In der Schweiz wird die Waldschnepfe aktuell in sieben Kantonen gejagt, die Strecke lag bei 2.470 V\u00f6geln. Allein auf den <a title=\"Kanton Tessin\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanton_Tessin\">Kanton Tessin<\/a>, in dem die Vogeljagd traditionell besonders beliebt ist, entfallen 1.920 get\u00f6tete Waldschnepfen, das entspricht 78 Prozent der Schweizer Gesamtstrecke. Nachweise von Bruten und Jungv\u00f6geln sind dort extrem selten, im Tessin werden also haupts\u00e4chlich Zugv\u00f6gel abgeschossen.<\/p>\n<p>Nach fachlicher Einsch\u00e4tzung durch Ornithologen ist der Bestand der Waldschnepfe, zumindest regional in den Mittelgebirgen, m\u00f6glicherweise durch den Bau von Windkraftanlagen bedroht. Ob die Art als \u201ewindkraftsensibel\u201c gelten soll, ist fachlich umstritten.<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5642\" src=\"https:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/aaa_1.jpg\" alt=\"\" \/><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5646\" src=\"https:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/aa3.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenv\u00f6gel (Scolopacidae). 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