{"id":5607,"date":"2018-03-22T18:42:02","date_gmt":"2018-03-22T16:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/mornellregenpfeifer-eudromias-morinellus\/"},"modified":"2018-03-22T23:38:49","modified_gmt":"2018-03-22T21:38:49","slug":"mornellregenpfeifer-eudromias-morinellus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/mornellregenpfeifer-eudromias-morinellus\/","title":{"rendered":"Mornellregenpfeifer (Eudromias morinellus)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Mornellregenpfeifer<\/strong> (<em>Charadrius morinellus<\/em>, <a title=\"Synonym (Taxonomie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Synonym_(Taxonomie)\">Syn.<\/a>: <em>Eudromias morinellus<\/em>), meist Mornell genannt, ist ein Vertreter der <a class=\"new\" title=\"Eigentliche Regenpfeifer (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Eigentliche_Regenpfeifer&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Eigentlichen Regenpfeifer<\/a> (Charadriinae). Die Hauptbrutgebiete der Art liegen in den <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundren<\/a> Eurasiens am und n\u00f6rdlich des <a title=\"Polarkreis\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polarkreis\">Polarkreises<\/a>. In S\u00fcdwest- und S\u00fcdeuropa sowie im <a title=\"Alpen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpen\">Alpenbereich<\/a> bestehen individuenarme Reliktvorkommen. Es sind keine Unterarten des Mornellregenpfeifers bekannt. In der wissenschaftlichen Literatur wird h\u00e4ufig auch die Gattungsbezeichnung <em>Eudromias<\/em> verwendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Aussehen\" class=\"mw-headline\">Aussehen<\/span><\/h2>\n<p>Der Mornell ist etwas kleiner als eine <a title=\"Amsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amsel\">Amsel<\/a>, wirkt jedoch auf Grund seiner recht langen, gelben Beine wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Er geh\u00f6rt zu den mittelgro\u00dfen Regenpfeifern, deutlich gr\u00f6\u00dfer als etwa der <a title=\"Flussregenpfeifer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flussregenpfeifer\">Flussregenpfeifer<\/a> (<em>Charadrius dubius<\/em>), aber kleiner als der bekannte <a title=\"Kiebitz (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiebitz_(Art)\">Kiebitz<\/a> (<em>Vanellus vanellus<\/em>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Brutkleid ist die Art unverkennbar, die Geschlechtsbestimmung aber nicht ganz einfach. Wichtigstes Feldkennzeichen im bunten Prachtkleid ist der breite, bis in den Nacken verlaufende wei\u00dfe \u00dcberaugenstreif. Diese \u00dcberaugenstreifen laufen auf dem Hinterkopf zusammen und bilden dort ein V. Der Scheitel ist schwarz, die Kehle wei\u00df. Markant ist weiters ein wei\u00dfes, d\u00fcnn dunkel eingefasstes Brustband, das den schiefergrauen Hals und Nacken vom leuchtend rostroten, ins schw\u00e4rzliche verlaufenden Bauch trennt. R\u00fccken und Fl\u00fcgel sind braun mit deutlich helleren Einfassungen der einzelnen Federpartien. Der im <a title=\"Flugbild\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugbild\">Flugbild<\/a> runde Unterschwanz ist wei\u00df. Das Weibchen ist etwas intensiver und kontrastreicher gef\u00e4rbt. Im Schlichtkleid verblassen alle Farben, insbesondere die des Bauches, der dann gelblich bis wei\u00df gef\u00e4rbt ist. Auch der Brustring ist nicht mehr deutlich erkennbar, sodass erhebliche Verwechslungsgefahr vor allem mit <a title=\"Goldregenpfeifer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldregenpfeifer\">Goldregenpfeiferarten<\/a> wie dem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Amerikanischer Goldregenpfeifer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amerikanischer_Goldregenpfeifer\">Amerikanischen Goldregenpfeifer<\/a> (<em>Pluvialis dominica<\/em>) sowie dem <a class=\"new\" title=\"Wermutregenpfeifer (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Wermutregenpfeifer&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Wermutregenpfeifer<\/a> (<em>Charadrius asiaticus<\/em>) besteht. Das Federkleid von Jungv\u00f6geln \u00e4hnelt sehr stark dem Schlichtkleid der Altv\u00f6gel.<\/p>\n<h3><span id=\"Flug_und_Flugbild\" class=\"mw-headline\">Flug und Flugbild<\/span><\/h3>\n<p>Im Flug wirkt die Art von der Unterseite her relativ hell; die typisch regenpfeiferartigen, abgewinkelten und spitz zulaufenden Fl\u00fcgel haben keine auffallenden Zeichnungen. Von oben gesehen erscheint der sehr schnell und wendungsreich fliegende Vogel einheitlich br\u00e4unlich, ohne auffallenden hellen Fl\u00fcgelstreif.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Ma\u00dfe_und_Gewicht\" class=\"mw-headline\">Ma\u00dfe und Gewicht<\/span><\/h3>\n<p>Die Gesamtl\u00e4nge von Schnabelspitze zur Schwanzspitze betr\u00e4gt im Durchschnitt 21 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern bestehen keine Gr\u00f6\u00dfenunterschiede. Ein Fl\u00fcgel misst etwa 15 Zentimeter, die Spannweite betr\u00e4gt rund 60 Zentimeter. Auf den Schwanz entfallen knappe 7 Zentimeter, der Schnabel ist etwas \u00fcber 1,5 Zentimeter lang. Adulte M\u00e4nnchen wiegen rund 100 Gramm, Weibchen sind mit 120 Gramm etwas schwerer. K\u00fcken wiegen mit drei Tagen weniger als 2, mit 14 Tagen aber bereits an die 70 Gramm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Der Mornellregenpfeifer zeigt ein gro\u00dfes Spektrum verschiedener Laut\u00e4u\u00dferungen. Fast alle wirken trotz ihrer weiten Reichweite meist weich und ged\u00e4mpft. Am h\u00e4ufigsten ist ein fl\u00f6tendes, gereihtes <em>D\u00fcii(rr)<\/em>oder p\u00fcii zu h\u00f6ren, wobei die letzte Silbe deutlich abgehoben ist. Dieser Gesang wird in einem langsamen, eulenartig anmutenden Singflug von beiden Geschlechtern vorgetragen. Daneben ist der ebenfalls gereihte, rasch verklingende Abflugruf, der wie <em>dirr<\/em> oder <em>p\u00fcrr<\/em> klingt, relativ h\u00e4ufig zu h\u00f6ren. Oft kombiniert der Mornellregenpfeifer verschiedene Elemente seines Stimmrepertoires.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 322px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Charadrius_morinellus_distr..png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/7\/72\/Charadrius_morinellus_distr..png\/320px-Charadrius_morinellus_distr..png\" alt=\"\" data-file-width=\"1033\" data-file-height=\"433\" width=\"320\" height=\"134\"><\/a><\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 322px;\">\n<div class=\"thumbcaption\"><strong>orange: <\/strong>Verbreitungsgebiete <br \/> <strong>gelb schraffiert:<\/strong> Brutverbreitung nicht gesichert <br \/> <strong>blau: <\/strong>Bisher bekannte \u00dcberwinterungsgebiete<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Mornell ist disjunkt in einige weit voneinander getrennte Teilareale aufgesplittert. Die Art br\u00fctet in <a title=\"Schottland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottland<\/a>, in den <a title=\"Skandinavien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">skandinavischen<\/a> <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fj\u00e4ll\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fj%C3%A4ll\">Fj\u00e4ll<\/a>&#8211; und Tundrengebieten, auf der Halbinsel <a title=\"Kola\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kola\">Kola<\/a> und im s\u00fcdlichen Teil von <a title=\"Nowaja Semlja\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nowaja_Semlja\">Nowaja Semlja<\/a>. Sehr vereinzelt kommt sie im n\u00f6rdlichen Teil des <a title=\"Ural\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ural\">Uralgebirges<\/a> vor. Ein gro\u00dfes, geschlossenes Verbreitungsgebiet liegt im <a title=\"Altai\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altaigebirge<\/a> und seinen \u00f6stlichen Ausl\u00e4ufern; es reicht bis s\u00fcdlich und nord\u00f6stlich des <a title=\"Baikalsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baikalsee\">Baikalsees<\/a>. Zwischen der M\u00fcndung des <a title=\"Ob\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ob\">Ob<\/a> und der der <a title=\"Lena (Arktischer Ozean)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lena_(Arktischer_Ozean)\">Lena<\/a> scheint der Mornellregenpfeifer nur sehr selten vorzukommen, beziehungsweise ganz zu fehlen. Die Verbreitungsangaben zu diesem Gebiet sind jedenfalls uneinheitlich und zum Teil widerspr\u00fcchlich. Erst \u00f6stlich der Lenam\u00fcndung beginnen wieder gro\u00dfe, geschlossene Vorkommen, die ostw\u00e4rts bis ins <a title=\"Anadyr (Fluss)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anadyr_(Fluss)\">Anadyrgebiet<\/a> und s\u00fcdostw\u00e4rts in einem breit ausladenden Finger in das <a title=\"Werchojansker Gebirge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Werchojansker_Gebirge\">Werchojansker Gebirge<\/a> und bis zum Mittellauf der <a title=\"Kolyma\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolyma\">Kolyma<\/a> reichen. Wieder isoliert von diesen Vorkommen br\u00fctet der Mornell auf der <a title=\"Tschuktschen-Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuktschen-Halbinsel\">Tschuktschen-Halbinsel<\/a> und wahrscheinlich auf einigen der vorgelagerten <a title=\"Neusibirische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neusibirische_Inseln\">neusibirischen Inseln<\/a> sowie auf der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Taimyr-Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taimyr-Halbinsel\">Taimyr-Halbinsel<\/a>. Auch von <a title=\"Point Barrow\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Point_Barrow\">Point Barrow<\/a> sowie den kleinen <em>Plover islands<\/em> (Regenpfeiferinseln) an der Nordspitze <a title=\"Alaska\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaskas<\/a> wurden und werden Brutvorkommen gemeldet.<\/p>\n<h3><span id=\"Reliktvorkommen_in_Europa\" class=\"mw-headline\">Reliktvorkommen in Europa<\/span><\/h3>\n<p>Der Mornellregenpfeifer br\u00fctet nicht mehr regelm\u00e4\u00dfig und zudem in \u00e4u\u00dferst kleinen Individuenzahlen in einigen Gebirgsregionen Europas. Geographisch v\u00f6llig isolierte Bruten gab es in <a title=\"Koog\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koog\">Poldergebieten<\/a> der Niederlande (in intensivst landwirtschaftlich genutzten Bereichen!) 1961 bis 1969.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich bestehen Brutvorkommen auf dem <a title=\"Zirbitzkogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zirbitzkogel\">Zirbitzkogel<\/a> in der <a title=\"Steiermark\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steiermark\">Steiermark<\/a> und unregelm\u00e4\u00dfig in einigen montanen Gebieten <a title=\"K\u00e4rnten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4rnten\">K\u00e4rntens<\/a>. Auch das Vorkommen in den <a title=\"Abruzzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abruzzen\">Abruzzen<\/a> (Parco Nazionale della <a title=\"Nationalpark Majella\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Majella\">Majella<\/a>) besteht weiter, allerdings in sehr kleiner Zahl. Ob der Mornellregenpfeifer noch gelegentlich in den <a title=\"Vogesen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogesen\">Vogesen<\/a>, in der <a title=\"Hohe Tatra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hohe_Tatra\">Hohen Tatra<\/a>, sowie im <a title=\"Riesengebirge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Riesengebirge\">Riesengebirge<\/a> br\u00fctet, ist nicht bekannt. Brutzeit- und Zugbeobachtungen werden jedoch aus diesen Gebieten berichtet. Unklar ist auch, ob die Art noch in den <a title=\"Pyren\u00e4en\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyren%C3%A4en\">Pyren\u00e4en<\/a>, in den S\u00fcd<a title=\"Karpaten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karpaten\">karpaten<\/a> sowie an einigen Stellen Nordgriechenlands als Brutvogel vorkommt, und wie gro\u00df die Anzahl der dort br\u00fctenden Paare ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Der Mornellregenpfeifer ist ein Bewohner meist trockener, etwas erhobener Bereiche der <a title=\"Flechte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flechte\">Flechten<\/a><a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">tundra<\/a> am und n\u00f6rdlich des Polarkreises. In den skandinavischen Fj\u00e4lls br\u00fctet er oberhalb der Birkenzone. Er bevorzugt trockene, weitgehend flache, \u00fcberschaubare Gebiete mit nur sp\u00e4rlicher, niedriger Vegetation. Areale mit vereinzelten vegetationslosen und steindurchsetzten Abschnitten werden besonders gesch\u00e4tzt. Die vergleichsweise Seltenheit dieser Habitatsstrukturen in den Tundrengebieten Eurasiens erkl\u00e4rt zum Teil die sehr aufgesplitterte Verbreitung dieses Regenpfeifers. Am Polarkreis br\u00fctet die Art nahe dem Meeresspiegel, in Innerasien bis in H\u00f6hen von \u00fcber 3500 Metern. Die h\u00f6chstgelegenen europ\u00e4ischen Brutpl\u00e4tze befanden, beziehungsweise befinden sich in den B\u00fcndner Alpen in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Graub\u00fcnden\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graub%C3%BCnden\">Graub\u00fcnden<\/a> auf ungef\u00e4hr 2600 Metern sowie auf dem <a title=\"Zirbitzkogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zirbitzkogel\">Zirbitzkogel<\/a> in der <a title=\"Steiermark\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steiermark\">Steiermark<\/a> auf rund 2200 Metern. In Mitteleuropa bevorzugt der Mornell Berge mit sanften R\u00fccken und weitfl\u00e4chigen Plateaus, die sp\u00e4rlich mit <a title=\"Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflanzensoziologische_Einheiten_nach_Oberdorfer\">Krummseggen<\/a> (<em>Caricetum curvulae<\/em>) und ihren Begleitpflanzen bewachsen sind. In den <a title=\"Abruzzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abruzzen\">Abruzzen<\/a> bildeten fast vegetationslose Kalkger\u00f6llebenen mit nur vereinzelten Vegetationsinseln sein Bruthabitat.<\/p>\n<p>V\u00f6llig abweichend von diesen Habitatstrukturen br\u00fctete der Mornellregenpfeifer in den Jahren 1961 bis 1969 auf neuen Poldern im <a title=\"IJsselmeer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IJsselmeer\">IJsselmeer<\/a> auf intensivst landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen. Allerdings wurden nur relativ frisch trockengelegte Bereiche besiedelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Die Nahrung des Mornell besteht vor allem, aber nicht ausschlie\u00dflich aus Insekten. Dabei nimmt er Tiere von M\u00fcckengr\u00f6\u00dfe bis zur Gr\u00f6\u00dfe von <a title=\"Echte Grillen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Grillen\">Grillen<\/a> und gro\u00dfen <a title=\"Hummeln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hummeln\">Hummeln<\/a> auf. Es scheint eine gewisse Pr\u00e4ferenz f\u00fcr hart gepanzerte K\u00e4ferarten, wie <a title=\"Laufk\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laufk%C3%A4fer\">Laufk\u00e4fer<\/a> und <a title=\"R\u00fcsselk\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCsselk%C3%A4fer\">R\u00fcsselk\u00e4fer<\/a> zu bestehen. Auch die Larven von <a title=\"Schnellk\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnellk%C3%A4fer\">Schnellk\u00e4fern<\/a>, die so genannten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Drahtw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drahtw%C3%BCrmer\">Drahtw\u00fcrmer<\/a>, werden gerne verzehrt. Heuschrecken, Schmetterlinge oder W\u00fcrmer spielen dagegen keine wesentliche Rolle. In manchen \u00dcberwinterungsgebieten ern\u00e4hren sich Mornellregenpfeifer offenbar haupts\u00e4chlich von verschiedenen kleinen Schneckenarten. In zwar kleinen Mengen aber regelm\u00e4\u00dfig nimmt der Mornell pflanzliche Nahrung in Form von Bl\u00e4ttern und Beeren zu sich. Ebenso fanden sich in den M\u00e4gen untersuchter V\u00f6gel meistens kleine Steinchen (<a title=\"Gastrolith\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gastrolith\">Gastrolithen<\/a>).<\/p>\n<p>Die Nahrung wird pickend am Boden, laufend in kleinen Verfolgungsjagden bzw. in kurzen Flugjagden erbeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Der Mornell ist kein sehr scheuer Vogel. In seinem subarktischen Lebensraum ist seine Fluchtdistanz&nbsp;\u2013 insbesondere w\u00e4hrend der Brutzeit&nbsp;\u2013 vor dem Menschen sogar auffallend gering. W\u00e4hrend der Brutzeit ist ein Mornellpaar streng territorial, au\u00dferhalb dieser Zeit leben die V\u00f6gel jedoch in kleinen, oft in Altersklassen beziehungsweise Geschlechtern differenzierten Gruppen gesellig zusammen. Im Hauptverbreitungsgebiet im Bereich des Polarkreises ist der Mornell w\u00e4hrend 24 Stunden aktiv, legt allerdings innerhalb dieser Zeit lange Ruhe- und Putzpausen ein. In seinen alpinen Brutgebieten beginnt die Aktivit\u00e4tsphase des Vogels erst etwa zwei Stunden nach Sonnenaufgang und endet bereits wieder gut eine Stunde, bevor die Sonne untergeht. <br \/> Auff\u00e4llig sind die vor allem bei Beunruhigung besonders intensiven <em>ruckenden<\/em> Bewegungen des Oberk\u00f6rpers, der rei\u00dfend schnelle, nieder \u00fcber den Erdboden f\u00fchrende Flug, sowie das <em>Wachtpostenstehen<\/em> mit auffallendem <em>Wegschauen<\/em> auf kleinen Erhebungen im Brutgebiet.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich besteht beim Mornell in einigen Verhaltensweisen, insbesondere im Sexual- und Aggressionsbereich eine gewisse <a class=\"new\" title=\"Rollenumkehr (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Rollenumkehr&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Rollenumkehr<\/a>, das hei\u00dft, Verhaltensweisen, die im Allgemeinen vom M\u00e4nnchen erwartet werden, werden bei den Mornellregenpfeifern st\u00e4rker vom weiblichen Tier praktiziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Paarbildung\" class=\"mw-headline\">Paarbildung<\/span><\/h3>\n<p>Die oben erw\u00e4hnte Rollenumkehr wird im Balzverhalten dieser Art sowie in deren Brutbiologie besonders deutlich. H\u00e4ufig ist eine solche, im Englischen <em>reverse sex role<\/em> genannte Verhaltensausrichtung bereits in der Gefiederf\u00e4rbung angedeutet. Der Mornellregenpfeifer schreitet im Allgemeinen erst in seinem 3. Sommer zur ersten Brut, doch sind auch Bruten im zweiten Sommer bekannt geworden.<\/p>\n<p>Die Paarbildung resultiert aus einer anfangs nicht partnerbezogenen Gruppenbalz, innerhalb der das Weibchen der aktivere Teil ist. Die Balz beginnt erst im Brutgebiet, hochnordisch br\u00fctende Populationen erscheinen jedoch schon locker verpaart im Brutareal. Das Weibchen versucht durch Scheinfluchten, Sich-Ducken beziehungsweise durch Scheinbr\u00fcten, die Aufmerksamkeit eines M\u00e4nnchens auf sich zu ziehen. Erfolgt keine Reaktion eines M\u00e4nnchens, kehrt das Weibchen zur Balzgruppe zur\u00fcck. Zwischen den Weibchen kann es zu kleinen Auseinandersetzungen um ein M\u00e4nnchen kommen. Die meist aus weniger als 10 Individuen bestehenden Balzgruppen wechseln oft ihren Standort; auch die Gruppenmitglieder sind variabel. Findet sich ein Paar, sondert es sich von der Gruppe ab und beginnt ein Revier zu besetzen, das von beiden V\u00f6geln energisch verteidigt wird. Diese Partnerbindung besteht h\u00e4ufig bis zum Ausschl\u00fcpfen der K\u00fcken. Die Weibchen k\u00f6nnen aber auch w\u00e4hrend der Bebr\u00fctung des ersten Geleges weitere M\u00e4nnchen mit Vollgelegen versorgen. (Sukzessive <a title=\"Polyandrie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polyandrie\">Polyandrie<\/a>). In isolierten Kleinvorkommen kann zuweilen ein merklicher \u00dcberschuss an brutbereiten Weibchen herrschen, sodass es zur Eiablage von unbefruchteten Eiern, sowie zu Weibchenpaaren kommt, die auf unbefruchteten Eiern sitzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Brutbiologie\" class=\"mw-headline\">Brutbiologie<\/span><\/h3>\n<p>Der Neststandort ist meist eine etwas erhobene, trockene und ebene Stelle. Freie Rundumsicht und ein kurzrasiger Bewuchs haben Priorit\u00e4t. Das Nest selbst ist nur eine angedeutete Mulde; ein wenig wird es mit Pflanzenmaterial aus der unmittelbaren Umgebung ausgelegt. In alpinen Nestern wurde vor allem die Wei\u00dfe <a class=\"new\" title=\"Schlauchflechte (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Schlauchflechte&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Schlauchflechte<\/a> (<em>Thamniola vermicularis<\/em>) als Nistmaterial verwendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Vollgelege besteht in der Regel aus drei, mit im Durchschnitt 42\u00d728 Millimetern relativ gro\u00dfen, lehmbraunen bis olivgr\u00fcnen Eiern, die eine dunkelbraune bis schwarze Fleckung aufweisen. Die Nachgelege umfassen selten mehr als zwei Eier. Die innerhalb von etwa 36 Stunden gelegten Eier werden erst nach Ablage des letzten Eies intensiv vom M\u00e4nnchen bebr\u00fctet. Das Weibchen befindet sich aber h\u00e4ufig in der N\u00e4he des Nestes, steht im Stimmkontakt mit dem M\u00e4nnchen und beteiligt sich an der Abwehr von Feinden. Die Beteiligung der Weibchen am Brutgesch\u00e4ft ist sehr unterschiedlich, zu Beginn und gegen Ende der Brutperiode ist sie am st\u00e4rksten, sie kann aber auch ganz unterbleiben. Die K\u00fcken werden vom M\u00e4nnchen sehr bald nach dem Schl\u00fcpfen vom Nest weggef\u00fchrt, was f\u00fcr das zuletzt geschl\u00fcpfte oft sehr m\u00fchsam ist und zu Verlusten f\u00fchrt. Der Aktionsradius betr\u00e4gt nach dem Schl\u00fcpftag maximal etwa 50 Meter, am dritten Tag kann sich die Familiengruppe aber bereits \u00fcber 700 Meter und einige 100 H\u00f6henmeter vom Neststandort entfernt haben. Ab dieser Zeit vertreibt das M\u00e4nnchen auch das Weibchen aus der N\u00e4he der K\u00fcken. Beobachtungen deuten jedoch darauf hin, dass f\u00fchrende M\u00e4nnchen nichtf\u00fchrende Geschlechtsgenossen in der Umgebung der Jungen dulden, und diese sich auch an der Feindabwehr beteiligen. Die F\u00fchrungszeit betr\u00e4gt etwa 30 Tage. Danach l\u00f6st sich der Verband auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Aggressions-_und_Feindverhalten\" class=\"mw-headline\">Aggressions- und Feindverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Auch im Aggressionsverhalten sind die Weibchen dieser Art dominierender. Sie imponieren h\u00e4ufiger mit <em>Schwanzf\u00e4chern<\/em>, <em>Fl\u00fcgelausbreiten<\/em> und <em>Pr\u00e4sentieren<\/em> der markanten Gefiederpartien der Brust- und Bauchseite. In Rivalenk\u00e4mpfen kann es zu K\u00f6rperkontakt und kleinen K\u00f6rperverletzungen kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Verleiten\" class=\"mw-headline\">Verleiten<\/span><\/h3>\n<p>Besonders ausgepr\u00e4gt ist das <a title=\"Verleiten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verleiten\">Verleite-Verhalten<\/a> des Mornell. Je nach der individuell empfundenen Qualit\u00e4t der Bedrohung zeigt die Art sehr unterschiedliche und expressive Verhaltensweisen. Als geringste Verleite-Antwort wird das <em>Wegsehen<\/em> gedeutet. Dabei wendet sich der Vogel vom erkannten Eindringling ab, zeigt dadurch das markante Scheitel-V, fixiert aber trotzdem den potentiellen Feind. Die n\u00e4chste Stufe ist durch <em>Auff\u00e4lliges Weglaufen<\/em> gekennzeichnet, wobei oft hinkende und schlingernde Schritte raschem Laufen folgen, ein oder beide Fl\u00fcgel halb gef\u00e4chert am Boden schleifen. Begleitet ist dieses <em>Weglaufen<\/em> von klagenden Rufreihen. Kann der Mornell den Eindringling noch immer nicht von seinem Nest oder den gef\u00fchrten K\u00fcken ablenken, pr\u00e4sentiert er sich mit konvulsischem Fl\u00fcgel-, Bein- und Schwanzzittern <em>sterbend<\/em>. Dieses Verleiten zeigen beide Geschlechter, bei den M\u00e4nnchen ist es expressiver.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Mornell ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet ein obligater Zugvogel, mit einem, im Verh\u00e4ltnis zu seinem riesigen Verbreitungsgebiet relativ kleinen \u00dcberwinterungsgebiet im n\u00f6rdlichen Afrika sowie im <a title=\"Naher Osten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naher_Osten\">Nahen Osten<\/a>. Von Ende Juli an werden die Brutpl\u00e4tze ger\u00e4umt, wobei die Weibchen etwa drei Wochen vor den M\u00e4nnchen und Jungv\u00f6geln abziehen. Der Zug erfolgt auf traditionellen Zugrouten in breiter <a title=\"Breitfrontzug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitfrontzug\">Front<\/a> meist in kleinen Trupps oder Gruppen von 20\u201330 Individuen. Traditionelle Rast- und Mauserpl\u00e4tze (zum Beispiel auf dem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Cassonsgrat\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cassonsgrat\">Cassonsgrat<\/a> in den <a title=\"B\u00fcndner Alpen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCndner_Alpen\">B\u00fcndner Alpen<\/a>, dem <a title=\"Chasseral\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chasseral\">Chasseral<\/a> im Berner <a title=\"Jura (Gebirge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jura_(Gebirge)\">Jura<\/a>, beziehungsweise an einigen Stellen n\u00f6rdlich des <a title=\"Kaspisches Meer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspisches_Meer\">Kaspischen Meeres<\/a>) werden \u00fcber Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgesucht. Viele der europ\u00e4ischen V\u00f6gel scheinen jedoch auch in einem Nonstopflug ihr Winterquartier zu erreichen. Die ostasiatischen V\u00f6gel legen auf ihrem Zug eine Strecke von bis zu 10.000 Kilometern zur\u00fcck. Insgesamt erfolgen aber sowohl Wegzug und \u2013 in noch gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe \u2013 Heimzug sehr heimlich, sodass Mornells auf ihrem Zuge eher f\u00fcr Irrg\u00e4ste gehalten werden als f\u00fcr regul\u00e4re Zugv\u00f6gel.<\/p>\n<p>Die wesentlichsten \u00dcberwinterungsgebiete f\u00fcr die Mehrzahl der europ\u00e4ischen V\u00f6gel liegen im nordwestlichen Afrika, insbesondere im <a title=\"Hoher Atlas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoher_Atlas\">Atlasgebiet<\/a>. Die asiatischen Populationen suchen Quartiere auf der <a title=\"Sinai-Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinai-Halbinsel\">Sinai-Halbinsel<\/a>, sowie im <a title=\"Irak\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und im <a title=\"Iran\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a> auf. Meist handelt es sich um <a class=\"mw-redirect\" title=\"Semiarid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Semiarid\">semiaride<\/a>, offene Gebiete, W\u00fcsten werden gemieden.<\/p>\n<p>Der Heimzug beginnt Mitte Februar. Mitte M\u00e4rz haben alle Mornells ihr \u00dcberwinterungsgebiet verlassen. Die Ankunft in den Brutgebieten erfolgt ab Ende April.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandssituation\" class=\"mw-headline\">Bestandssituation<\/span><\/h2>\n<p>Obwohl in den schottischen und finnischen Verbreitungsgebieten erhebliche Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge festgestellt wurden, wird der Bestand der Art insgesamt noch immer mit S (<em>secure<\/em> \u2013 gesichert) bewertet. In dieser Bewertung nicht evaluiert sind die gro\u00dfen nordostsibirischen und zentralasiatischen Vorkommen, \u00fcber deren Dynamik zu wenig bekannt ist.<\/p>\n<p>Die \u00e4u\u00dferst individuenarmen europ\u00e4ischen Reliktvorkommen unterliegen sehr gro\u00dfen Schwankungen. 1971 und 1995 konnten im Zirbitzkogelgebiet f\u00fcnf Gelege gez\u00e4hlt werden, von 2001 bis 2004 wurden keine Gelege festgestellt. 2004 konnten jedoch wieder vier Durchz\u00fcgler beobachtet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Namensherleitung\" class=\"mw-headline\">Namensherleitung<\/span><\/h2>\n<p><em>Charadrius<\/em> ist eine Bezeichnung, die <a title=\"Aristoteles\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aristoteles\">Aristoteles<\/a> in seiner <em>Tierkunde<\/em> verwendet. Zusammengefasst werden unter diesem Namen wassernah lebende V\u00f6gel ohne Schwimmh\u00e4ute. Der zweite gebr\u00e4uchliche Gattungsname <em>Eudromias<\/em> umrei\u00dft die flinken, gewandten Bewegungen des Mornell zu Lande. Er ist aus griech. <em>e\u016b<\/em> = <em>gut<\/em> und <em>ho dr\u00f3mos<\/em> = <em>der L\u00e4ufer<\/em> zusammengesetzt. Die Artbezeichnung beschreibt das wenig scheue Verhalten des Mornell, das als n\u00e4rrisch, beziehungsweise t\u00f6richt empfunden wurde. Das lat. Nomen <em>morinellus<\/em> bedeutet <em>kleiner Narr<\/em>. Eine fr\u00fchere deutsche Bezeichnung lautete <em>Dummer Regenpfeifer<\/em>. Auch der englische Name <em>Dotterel<\/em> umschreibt diese, als unklug erachtete Verhaltensweise. Der Bedeutungskern von <em>Dotterel<\/em> liegt im engl. <em>dote<\/em>, das <em>kindisch sein<\/em>, <em>nicht ganz klar sein<\/em> bedeuten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Mein_Freund,_der_Regenpfeifer\" class=\"mw-headline\"><em>Mein Freund, der Regenpfeifer<\/em><\/span><\/h2>\n<p>Der schwedische Naturfotograf und -schriftsteller <a title=\"Bengt Berg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bengt_Berg\">Bengt Berg<\/a> widmete dem Mornellregenpfeifer das Buch <em>Mein Freund, der Regenpfeifer<\/em> (1925), in dem er seine Erlebnisse im schwedischen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fj\u00e4ll\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fj%C3%A4ll\">Fj\u00e4ll<\/a> beschreibt. Dabei vermenschlichte Berg systematisch die Verhaltensweisen des <em>L\u00e1hol<\/em> (Name des Mornellregenpfeifers in der <a title=\"Samische Sprachen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Samische_Sprachen\">samischen Sprache<\/a>), um die Identifikation des Lesers mit dem Tier zu f\u00f6rdern. Das Buch trug im deutschsprachigen Raum erheblich zur Popularisierung eines romantisch gepr\u00e4gten Naturkunde- und Naturschutz-Gedankens bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5593\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/ab_13.jpg\" alt=\"\" \/><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5194\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/av.jpg\" alt=\"\" \/><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"specie-reproducere\">&nbsp;<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus, Syn.: Eudromias morinellus), meist Mornell genannt, ist ein Vertreter der Eigentlichen Regenpfeifer (Charadriinae). Die Hauptbrutgebiete der Art liegen in den Tundren Eurasiens am und n\u00f6rdlich des Polarkreises. 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