{"id":5387,"date":"2017-11-05T20:33:10","date_gmt":"2017-11-05T18:33:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/silbermowe-larus-argentatus\/"},"modified":"2017-11-06T19:58:19","modified_gmt":"2017-11-06T17:58:19","slug":"silbermowe-larus-argentatus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/silbermowe-larus-argentatus\/","title":{"rendered":"Silberm\u00f6we (Larus argentatus)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Silberm\u00f6we<\/strong> (<em>Larus argentatus<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogel<\/a><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_(Biologie)\">art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_(Biologie)\">Familie<\/a> der <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6wen<\/a> (Laridae) und die h\u00e4ufigste Gro\u00dfm\u00f6we in Nord- und Westeuropa. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom <a title=\"Wei\u00dfes Meer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fes_Meer\">Wei\u00dfen Meer<\/a> \u00fcber die K\u00fcsten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fennoskandien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandien\">Fennoskandiens<\/a>, der <a title=\"Ostsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostsee\">Ostsee<\/a>, der <a title=\"Nordsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordsee\">Nordsee<\/a> und des <a title=\"\u00c4rmelkanal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84rmelkanal\">\u00c4rmelkanals<\/a> sowie \u00fcber gro\u00dfe Teile der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Atlantik\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atlantik\">Atlantikk\u00fcste<\/a> <a title=\"Frankreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">Frankreichs<\/a> und der <a title=\"Britische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britische_Inseln\">Britischen Inseln<\/a>. Au\u00dferdem kommt die Art auf <a title=\"Island\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> vor.<\/p>\n<p>Silberm\u00f6wen sind Koloniebr\u00fcter, deren Brutpl\u00e4tze meist auf unzug\u00e4nglichen Inseln oder an Steilk\u00fcsten liegen. Vielerorts br\u00fctet die Art aber auch in <a title=\"D\u00fcne\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%BCne\">D\u00fcnengebieten<\/a> oder <a title=\"Salzwiese\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salzwiese\">Salzwiesen<\/a>. Sie ist wie die meisten M\u00f6wen ein <a title=\"Allesfresser\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allesfresser\">Allesfresser<\/a>, ern\u00e4hrt sich aber vor allem von <a title=\"Krebstiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebs-<\/a> und <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtieren<\/a>, <a title=\"Fische\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fischen<\/a> und menschlichen Abf\u00e4llen. W\u00e4hrend die n\u00f6rdlichen Populationen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Zugv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugv%C3%B6gel\">Zugv\u00f6gel<\/a> sind, verbleiben die meisten \u00fcbrigen Silberm\u00f6wen in der N\u00e4he ihrer Brutgebiete. Vor allem junge Silberm\u00f6wen wandern jedoch teils gro\u00dfe Strecken und sind dann auch weit im Binnenland zu finden. Nachdem die Art im 19. Jahrhundert durch Absammeln der Eier und Bejagung stark dezimiert worden war, erholten sich die Best\u00e4nde im Laufe des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die Silberm\u00f6we ist h\u00e4ufig Gegenstand der Forschung gewesen und als Art sehr gut untersucht. Insbesondere der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Verhaltensforscher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verhaltensforscher\">Verhaltensforscher<\/a> <a title=\"Nikolaas Tinbergen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nikolaas_Tinbergen\">Nikolaas Tinbergen<\/a> hat sich ausf\u00fchrlich mit ihr auseinandergesetzt. Bis zum Ende des 20.&nbsp;Jahrhunderts wurden viele, heute als eigene Arten anerkannte M\u00f6wen<a title=\"Taxon\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taxon\">taxa<\/a> als Unterarten der Silberm\u00f6we angesehen. Der Evolutionsbiologe <a title=\"Ernst Mayr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_Mayr\">Ernst Mayr<\/a> zog daher die Silberm\u00f6we als Beispiel f\u00fcr die Theorie der <a title=\"Ringspezies\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringspezies\">Ringspezies<\/a> heran. Nach einer gr\u00fcndlichen Revision der Systematik der M\u00f6wen zu Anfang des 21. Jahrhunderts stellen sich die Verh\u00e4ltnisse jedoch sehr viel differenzierter dar. In den 1990er Jahren wurden zun\u00e4chst die <a title=\"Steppenm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppenm%C3%B6we\">Steppen<\/a>-, die <a title=\"Mittelmeerm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerm%C3%B6we\">Mittelmeer<\/a>&#8211; und die <a title=\"Armenierm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armenierm%C3%B6we\">Armenierm\u00f6we<\/a> zeitweilig als \u201eWei\u00dfkopfm\u00f6we\u201c abgegliedert, sp\u00e4ter als eigene Arten aufgestellt. Etwa 2005 wurden auch der Unterart <em>smithsonianus<\/em> als <a title=\"Amerikanische Silberm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amerikanische_Silberm%C3%B6we\">Amerikanischer Silberm\u00f6we<\/a> (<em>Larus smithsonianus<\/em>) und der Unterart <em>vegae<\/em> als <a class=\"new\" title=\"Ostsibirienm\u00f6we (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Ostsibirienm%C3%B6we&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Ostsibirienm\u00f6we<\/a> (<em>Larus vegae<\/em>) Artstatus zugebilligt. Die Silberm\u00f6we in ihrer heutigen Definition ist recht nahe mit der Mittelmeerm\u00f6we und der <a title=\"Mantelm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mantelm%C3%B6we\">Mantelm\u00f6we<\/a>, nur entfernt jedoch mit <a title=\"Heringsm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heringsm%C3%B6we\">Herings<\/a>&#8211; und Steppenm\u00f6we verwandt. Auch die Amerikanische Silberm\u00f6we steht ihr nicht sehr nahe.<\/p>\n<h2><span id=\"Beschreibung\" class=\"mw-headline\">Beschreibung<\/span><\/h2>\n<p>Die Silberm\u00f6we ist mit 55\u201367&nbsp;cm etwa so gro\u00df wie ein <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussard<\/a>, die <a title=\"Fl\u00fcgelspannweite\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspannweite\">Fl\u00fcgelspannweite<\/a> ist mit 125\u2013155&nbsp;cm sogar noch etwas weiter. Der Blick dieser h\u00e4ufigen Gro\u00dfm\u00f6we wirkt etwas grimmig, der h\u00f6chste Punkt des Scheitels liegt hinter dem Auge. Der relativ klobige Schnabel ist zwischen 44 und 65&nbsp;mm lang. Die Fl\u00fcgel sind im Vergleich zu anderen Arten der Gattung mittelm\u00e4\u00dfig lang, sie \u00fcberragen beim sitzenden Vogel den Schwanz um 3\u20136&nbsp;cm. Die <a title=\"Schirmfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schirmfeder\">Schirmfedern<\/a> formen auf dem R\u00fccken eine deutliche Stufe, der K\u00f6rper wirkt relativ f\u00fcllig. Ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> ist bez\u00fcglich des Gefieders nicht ausgepr\u00e4gt. M\u00e4nnchen sind gr\u00f6\u00dfer mit einer volumin\u00f6seren Schnabelspitze und einer flacheren Stirn, Weibchen wirken kurzschn\u00e4bliger mit rundlicher Stirn. Das Brutkleid unterscheidet sich vom Schlichtkleid durch einen gestrichelten Kopf. Junge Silberm\u00f6wen sind nach dem vierten Lebensjahr nicht mehr von <a title=\"Adult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulten<\/a> V\u00f6geln zu unterscheiden. Die Beine und F\u00fc\u00dfe sind in allen Kleidern fleischr\u00f6tlich, vor allem im Baltikum kommen jedoch auch Individuen mit gelben Beinen vor (s. Geografische Variation).<\/p>\n<h3><span id=\"Adulte_V.C3.B6gel\" class=\"mw-headline\">Adulte V\u00f6gel<\/span><\/h3>\n<p>Im Prachtkleid ist bei adulten V\u00f6geln der Schnabel gelb mit einem roten <a class=\"new\" title=\"Gonysfleck (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Gonysfleck&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Gonysfleck<\/a>, der im Unterschied zur <a title=\"Mittelmeerm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerm%C3%B6we\">Mittelmeerm\u00f6we<\/a> auf den Unterschnabel beschr\u00e4nkt ist. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_(Auge)\">Iris<\/a> ist meist schwefelgelb, manchmal auch leuchtend gelb oder wei\u00dflich, das Auge mit einem gelben, orangegelben oder auch roten Ring umgeben. Kopf, Hals, Nacken und Unterseite sind wie auch B\u00fcrzel und Schwanz reinwei\u00df. Mantel, R\u00fccken und Schulterfedern sind wie auch die Fl\u00fcgeloberseite hell bl\u00e4ulichgrau, bei einigen V\u00f6geln kann die bl\u00e4uliche T\u00f6nung jedoch fehlen. Die Fl\u00fcgelvorderkante ist schmal wei\u00df, die Hinterkante breit wei\u00df ges\u00e4umt. Die Spitze des Handfl\u00fcgels ist schwarz mit wei\u00dfen Flecken im Bereich der Schwingenspitzen. Die \u00e4u\u00dfere, zehnte Handschwinge \u2013 die elfte ist verk\u00fcmmert \u2013 ist weitgehend schwarz mit einem Grauanteil an der Basis und ein St\u00fcck weit die Innenfahne hinauf. Auf den weiter innen gelegenen Handschwingen wird der Schwarzanteil immer geringer, bis er \u2013 bei den meisten V\u00f6geln der deutschen Population auf der f\u00fcnften Handschwinge \u2013 nur noch als schmaler Rest zu sehen ist und auf den \u00fcbrigen Schwingen fehlt. Zudem sind die Schwingenspitzen wei\u00df. Auf den beiden \u00e4u\u00dferen Handschwingen ist zudem \u2013 durch ein <a title=\"Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatomische_Lage-_und_Richtungsbezeichnungen\">subterminales<\/a>, schwarzes Band von der Spitze getrennt \u2013 ein weiteres wei\u00dfes Feld vorhanden. Auf dem zusammengelegten Fl\u00fcgel wirken die wei\u00dfen Spitzen wie eine Reihe rundlicher Punkte.<\/p>\n<p>Im Winterkleid ist das wei\u00dfe Gefieder des Kopfes bei adulten V\u00f6geln mit graubraunen Stricheln durchsetzt. Die Strichelung variiert individuell, reicht aber oft bis auf den Hals und die vordere Brust. Auf dem Schnabel zeigt sich etwas Schwarz \u00fcber oder neben dem roten Gonysfleck.<\/p>\n<h3><span id=\"Subadulte_V.C3.B6gel\" class=\"mw-headline\">Subadulte V\u00f6gel<\/span><\/h3>\n<h4><span id=\"Jugendkleid\" class=\"mw-headline\">Jugendkleid<\/span><\/h4>\n<p>Das Jugendkleid der Silberm\u00f6we wirkt insgesamt graubraun. Der Schnabel ist schw\u00e4rzlich mit schwach aufgehellter Unterschnabelbasis, das Auge dunkel. Kopf und Unterseite sind auf wei\u00dflichem Grund durch dunkelbraune Schaftstriche und Federzentren diffus dunkel gestrichelt. Die dunkle Strichelung verdichtet sich um das Auge, wird an den Flanken kr\u00e4ftiger und auf den Unterschwanzdecken zur markanten B\u00e4nderung. Mantel- und Schulterfedern wirken durch dunkelbraune Federzentren und beige S\u00e4ume kr\u00e4ftig und regelm\u00e4\u00dfig geschuppt. Vor allem zum unteren R\u00fccken und den Oberschwanzdecken hin finden sich Federzentren mit eichenblatt\u00e4hnlich gewellten R\u00e4ndern, Bogenzeichnung oder B\u00e4nderung, wie auch auf den recht variablen Schirmfedern. Die Armdecken tragen auf beigem Grund dunkle Binden. Die dunkelbraunen Armschwingen weisen einen wei\u00dfen Spitzensaum und eine hell graubraune Innenfahne auf. Die Federn des Handfl\u00fcgels sind bis auf die hellgraubraun aufgehellten inneren Handschwingen schwarzbraun mit schmalen, wei\u00dflichen S\u00e4umen. Die <a title=\"Steuerfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> zeigen hinter einem feinen, wei\u00dfen Spitzensaum im distalen Drittel eine dunkelbraune F\u00e4rbung, die im mittleren oder basalen Drittel in eine dunkle B\u00e4nderung auf wei\u00dfem Grund \u00fcbergeht, so dass der Schwanz eine dunkle Binde zeigt, die sich als grobe B\u00e4nderung zur wei\u00dfen Basis hin aufl\u00f6st.<\/p>\n<h4><span id=\"Erster_Winter\" class=\"mw-headline\">Erster Winter<\/span><\/h4>\n<p>Das erste Schlichtkleid unterscheidet sich vom Jugendkleid in erster Linie durch die Schulter- und R\u00fcckenfedern. Diese zeigen \u00fcber hellen S\u00e4umen beige bis warmbraune Zentren, die von einer schmalen, dunklen Subterminalbinde begrenzt sind und im mittleren Federteil pfeilf\u00f6rmige Schaftflecken oder dunkle Querb\u00e4nder aufweisen. Schultern und R\u00fccken wirken also nicht mehr geschuppt, sondern feiner geb\u00e4ndert. Kopf Hals und Brust wirken heller, weisen aber immer noch \u2013 vor allem um das Auge und auf dem Scheitel \u2013 dunkle Strichel sowie auf der Brust eine dunkle Fleckung auf. F\u00fcr gew\u00f6hnlich hellt sich die Schnabelbasis ab Herbst etwas auf.<\/p>\n<h4><span id=\"Zweiter_Winter\" class=\"mw-headline\">Zweiter Winter<\/span><\/h4>\n<p>V\u00f6gel im zweiten Winter \u00e4hneln denen im ersten Winter, sind allerdings an Kopf, Hals und Unterseite meist deutlich heller. Die B\u00e4nderungen auf den Federn des vorderen R\u00fcckens und der Schultern sind breiter und bei manchen V\u00f6geln mischen sich bereits hellgraue Federn in das R\u00fcckengefieder \u2013 bei manchen Individuen k\u00f6nnen sie auch stark \u00fcberwiegen. Die Zeichnung der gro\u00dfen Armdecken wirkt diffuser und besteht aus feinen Bekritzelungen. Die kleinen Armdecken zeigen nicht mehr die dunklen Zentren des Jugendkleids, sondern sind geb\u00e4ndert. Ebenso sind die Schirmfedern nicht mehr \u00fcberwiegend dunkel, sondern durch helle B\u00e4nderungen aufgehellt. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zum ersten Winterkleid stellen die Schwingen dar, die eher schw\u00e4rzlich als dunkelbraun sind und vor allem auf dem zusammengelegten Fl\u00fcgel markante, helle und halbmondf\u00f6rmige Ends\u00e4ume zeigen. Auf den Steuerfedern verl\u00e4uft die dunkle Subterminalbinde nicht mehr streifig in die wei\u00dfe Federbasis, sondern eher marmoriert. Ein weiteres Altersmerkmal ist die F\u00e4rbung des Schnabels, bei dem zumindest eine helle Spitze ausgepr\u00e4gt ist, bei einigen Individuen aber bereits eine ausgedehnt fleischfarbene Basis. Die Iris ist bei vielen V\u00f6geln ebenfalls deutlich aufgehellt.<\/p>\n<p>Das Spektrum an stimmlichen \u00c4u\u00dferungen ist bei der Silberm\u00f6we \u2013 wie auch bei allen anderen Arten der Gattung <em>Larus<\/em> \u2013 sehr breit und die Bedeutung der Rufe teilweise sehr komplex. Manche werden recht universell eingesetzt und variieren je nach Situation in Intensit\u00e4t, Betonung, Dauer oder Tempo, andere treten nur in Verbindung mit bestimmten Verhaltensweisen auf<\/p>\n<p>Der Hauptruf (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/29878\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) ist ein helles bis gellendes, herabgezogenes <em>kiu<\/em> oder <em>kiau<\/em>. Er ist besonders variabel und tritt in vielen Situationen auf. Er dr\u00fcckt Erregung unterschiedlicher Intensit\u00e4t bis hin zu Alarm aus oder soll einfach die Aufmerksamkeit anderer Individuen wecken.Eine Funktion als typischer Kontaktruf ist nicht zu beobachten. Beim Schauflug vor der Brutzeit ist eine besonders langgezogene und klagende Variante, der so genannte \u201eWolllustruf\u201c zu vernehmen. Bei Angriffen gegen Pr\u00e4datoren klingt er kurz und scharf (<em>charge call<\/em>).<\/p>\n<p>Eine weitere alarmierende Laut\u00e4u\u00dferung ist der \u201eStakkatoruf\u201c (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/64710\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>), ein tiefes und gackerndes <em>ha-ha-ha<\/em> oder <em>g\u00e4-g\u00e4-g\u00e4g<\/em>. Es dr\u00fcckt Fluchtbereitschaft aus oder animiert andere Individuen und insbesondere Jungv\u00f6gel zur Flucht.Entscheidend ist hierbei der Rhythmus, denn Jungv\u00f6gel reagieren im Experiment auch auf ein entsprechendes Klopfen.<\/p>\n<p>Das <a title=\"Jauchzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jauchzen\">Jauchzen<\/a> der Silberm\u00f6we (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/40008\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) kann mit <em>aau aau au kjiiiau kjau kjau<\/em> beschrieben werden. Es wird meist von einigen tief bellenden Lauten eingeleitet, denen ein sehr erregter, hoher Laut und dann eine in Intensit\u00e4t und Tonh\u00f6he absteigende Rufreihe folgt. Das einleitende Bellen, das auch mit <em>hau<\/em> oder <em>bau<\/em> beschrieben werden kann, ist auch separat als Aufforderung zum Abfliegen zu vernehmen. Im Flug wird es mit den Fl\u00fcgelbewegungen synchronisiert und ist dann ein zweisilbiges <em>aa-o<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der \u201eKatzenruf\u201c (<em>mew call<\/em>, <a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/89886\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) klingt wie das langgezogene Miauen einer Hauskatze. ist vor allem in Brutkolonien zu h\u00f6ren und dr\u00fcckt ein positives Verh\u00e4ltnis zu Partner, Nest und Jungen aus.<\/p>\n<p>Beim Anlegen einer Nestmulde ist ein merkw\u00fcrdig gutturaler Laut zu h\u00f6ren. Aufgrund der stereotypen Schnabelbewegungen, die w\u00e4hrenddessen erfolgen, wird er \u201eSt\u00f6\u00dfellaut\u201c (<em>choking call<\/em>) genannt. Es handelt sich um ein tiefes <em>huo-huo-huo<\/em>, bei dem der Zungenknochen abgesenkt wird, so dass die <a title=\"Physiognomie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Physiognomie\">Physiognomie<\/a> der V\u00f6gel dabei einen eigent\u00fcmlichen Ausdruck bekommt. Zudem wird die Brust rhythmisch bewegt. Das gesamte Verhalten kann auch in Zusammenhang mit Aggressivit\u00e4t gegen Artgenossen auftreten<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Balzgeschehen ist der \u201eSchnappruf\u201c (<em>begging call<\/em>) zu vernehmen \u2013 ein weiches, melodisches, individuell recht variables und zweisilbiges <em>a-i<\/em>. Das Weibchen leitet damit die Balzf\u00fctterung ein, von beiden Geschlechtern kann man ihn vor der Kopulation h\u00f6ren. Er entwickelt sich aus dem Bettelruf der Jungv\u00f6gel.W\u00e4hrend der Kopulation \u00e4u\u00dfert das M\u00e4nnchen ein kr\u00e4chzendes, an- und abschwellendes Gackern, das dem St\u00f6\u00dfellaut \u00e4hnelt.<\/p>\n<p>Von Jungv\u00f6geln sind verschiedene Laute zu vernehmen \u2013 so ein zartes, melodisches <em>w\u00fci-a<\/em> oder <em>h\u00fci<\/em> als Stimmf\u00fchlungs- und Beschwichtigungslaut, ein scharfes, intensives <em>tsch\u00e4-l\u00e4-l\u00e4<\/em> oder <em>tschi-li-li<\/em> als \u201eBettelweinen\u201c von j\u00fcngeren K\u00fcken und eine nasal-tremolierende Reihe (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/25583\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) als Stimmf\u00fchlungs- und Flugruf von \u00e4lteren Jungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Larus_argentatus_argent_map.svg\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/85\/Larus_argentatus_argent_map.svg\/220px-Larus_argentatus_argent_map.svg.png\" alt=\"\" data-file-width=\"700\" data-file-height=\"545\" height=\"171\" width=\"220\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tleft\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Brutverbreitung und Unterarten der Silberm\u00f6we. Dunkelrot: <em>L. a. argenteus<\/em>, Orange: <em>L. a. argentatus<\/em>, Gelb: \u00dcberlappungsgebiet beider Unterarten<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>Seit der Abgliederung der nordamerikanischen und der ostsibirischen Unterart als eigene Arten beschr\u00e4nkt sich die Verbreitung der Silberm\u00f6we auf Nord- und Westeuropa. Sie kommt hier auf den <a title=\"F\u00e4r\u00f6er\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%A4r%C3%B6er\">F\u00e4r\u00f6ern<\/a>, an den K\u00fcsten <a title=\"Island\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Islands<\/a> und der <a title=\"Britische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britische_Inseln\">Britischen Inseln<\/a> vor sowie an der franz\u00f6sischen <a title=\"Biskaya\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biskaya\">Biskayak\u00fcste<\/a> s\u00fcdw\u00e4rts bis zur <a title=\"Gironde (\u00c4stuar)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gironde_(%C3%84stuar)\">Gironde<\/a>, an den K\u00fcsten der <a title=\"Bretagne\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bretagne\">Bretagne<\/a>, der <a title=\"Normandie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Normandie\">Normandie<\/a> und des <a title=\"\u00c4rmelkanal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84rmelkanal\">\u00c4rmelkanals<\/a>, an den K\u00fcsten von <a title=\"Nordsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordsee\">Nord-<\/a> und <a title=\"Ostsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostsee\">Ostsee<\/a> sowie von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fennoskandien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandien\">Fennoskandien<\/a> und dort bis an die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Murmank\u00fcste\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Murmank%C3%BCste\">Murmank\u00fcste<\/a>. Im S\u00fcden Fennoskandiens schlie\u00dft die Brutverbreitung weite Teile des Binnenlands ein.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Silberm\u00f6we ist meistenteils <a title=\"Standvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Stand-<\/a> und <a title=\"Strichvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strichvogel\">Strichvogel<\/a>, lediglich die n\u00f6rdlichen Populationen sind <a title=\"Teilzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teilzieher\">Teilzieher<\/a>. Viele Populationen \u00fcberwintern nahe der Brutorte, wo sie sich an nahrungsreichen Orten wie Fischereih\u00e4fen oder M\u00fclldeponien aufhalten. Hier kann es zu Ansammlungen von bis zu 20.000 V\u00f6geln kommen. V\u00f6gel im ersten Winter neigen durchschnittlich st\u00e4rker als adulte V\u00f6gel zur <a title=\"Dismigration\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dismigration\">Dispersion<\/a> und legen oft gr\u00f6\u00dfere Strecken zur\u00fcck. Am weitesten verstreichen aber V\u00f6gel im zweiten Winter. Ab dem folgenden Fr\u00fchjahr setzt bei diesen V\u00f6geln dann wieder verst\u00e4rkter Heimzug ein.<\/p>\n<p>Die V\u00f6gel Nordnorwegens, Nordrusslands und Nordfinnlands ziehen regelm\u00e4\u00dfig weite Strecken und <a title=\"\u00dcberspringzug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cberspringzug\">\u00fcberspringen<\/a> dabei s\u00fcdlichere Populationen. Ihre \u00dcberwinterungsgebiete erstrecken sich von S\u00fcdskandinavien bis zu den Britischen Inseln. Die Binnenlandpopulationen S\u00fcdskandinaviens r\u00e4umen ihre Brutgebiete im Winter fast vollst\u00e4ndig und sind dann an den K\u00fcsten zu finden. Einige S\u00fcdskandinavische und baltische V\u00f6gel wandern teils kurze Strecken in s\u00fcdwestlicher oder westlicher Richtung.<\/p>\n<p>Insgesamt reicht das Haupt\u00fcberwinterungsgebiet der Silberm\u00f6we vom s\u00fcdwestlichen Ostseeraum und S\u00fcdnorwegen bis zu den Britischen Inseln im Westen und zur Loire in Frankreich, bzw. an der Biskayak\u00fcste bis zur Gironde. In den Niederlanden, Norddeutschland, Nordpolen und den baltischen Staaten findet sich die Art auch relativ weit im Binnenland. In Westeuropa kommt sie zerstreut noch bis zur <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> vor und kleine Zahlen finden sich regelm\u00e4\u00dfig in Oberitalien ein. Irrg\u00e4ste wurden bis in den \u00f6stlichen Mittelmeerraum und sogar in <a title=\"Neufundland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neufundland\">Neufundland<\/a> festgestellt.<\/p>\n<p>Adulte Silberm\u00f6wen verlassen ihre Brutkolonien gleich nach dem Fl\u00fcggewerden der Jungen, diesj\u00e4hrige verweilen offenbar etwas l\u00e4nger. Im Sp\u00e4tsommer und Herbst versammeln sich gro\u00dfe Zahlen im deutsch-niederl\u00e4ndischen Wattenmeer (Ansammlungen bis zu 50.000 V\u00f6geln) und im Nordwesten <a title=\"J\u00fctland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCtland\">J\u00fctlands<\/a> (bis zu 20.000<sup id=\"cite_ref-olsenzug_8-1\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silberm%C3%B6we#cite_note-olsenzug-8\">]<\/a><\/sup>). Im Binnenland taucht die Art ab August zerstreut und ab Ende Oktober in gr\u00f6\u00dferer Zahl auf. Zugv\u00f6gel aus Skandinavien ziehen vorwiegend zwischen September und November; in Deutschland ist ein Zuggipfel im Oktober\/November zu sp\u00fcren. Der Zug ist weitgehend ab Ende November abgeschlossen, lediglich Dispersionen finden dann noch statt. Im Dezember und Januar verlassen in einigen Jahren viele \u00dcberwinterer das kontinentale Europa wegen zufrierender Gew\u00e4sser und verstreichen ins westliche Mitteleuropa und zu den Britischen Inseln, wo zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar H\u00f6chstzahlen (bis etwa 380.000<sup id=\"cite_ref-olsenzug_8-2\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silberm%C3%B6we#cite_note-olsenzug-8\">[<\/a><\/sup>) erreicht werden. Brutv\u00f6gel kehren ab Januar zu den Brutpl\u00e4tzen zur\u00fcck; Nichtbr\u00fcter halten sich teils auch noch im M\u00e4rz im Binnenland auf. In kleiner Zahl sind \u00fcbersommernde, vorwiegend <a class=\"mw-redirect\" title=\"Subadult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subadult\">subadulte<\/a> V\u00f6gel an Binnengew\u00e4ssern zwischen Mai und August anzutreffen.<\/p>\n<h2><span id=\"Geografische_Variation\" class=\"mw-headline\">Geografische Variation<\/span><\/h2>\n<p>Es werden zwei Unterarten anerkannt, von denen die westlich verbreitete Unterart <em>L. a. argenteus<\/em> sich im Adultkleid von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> durch eine Kombination aus relativ heller Oberseite und ausgedehnterem Schwarz auf der Fl\u00fcgelspitze unterscheidet. Im Baltikum und in Westrussland gab es bis in die 1950er Jahre eine Population von Silberm\u00f6wen, bei der alle adulten V\u00f6gel gelbe Beine hatten. Diese wurde zeitweise als Unterart <em>omissus<\/em> gef\u00fchrt und sp\u00e4ter dann der \u201eWei\u00dfkopfm\u00f6we\u201c (<em>L. cachinnans<\/em>) zugerechnet. Ab den 1960er Jahren vermischten sich aber diese Populationen mit westlicheren V\u00f6geln, so dass diese Form heute fast erloschen ist und nur noch wenige gelbbeinige Individuen auftreten.<\/p>\n<ul>\n<li><em>L. a. argenteus<\/em> <span class=\"Person\"><a title=\"Christian Ludwig Brehm\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Ludwig_Brehm\">C. L. Brehm<\/a><\/span>, 1822 \u2013 Island, F\u00e4r\u00f6er, Britische Inseln und Westfrankreich bis Westdeutschland<\/li>\n<li><em>L. a. argentatus<\/em> <span class=\"Person\">Pontoppidan<\/span>, 1763 \u2013 D\u00e4nemark und Fennoskandien bis zur Murmank\u00fcste<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Silberm\u00f6we br\u00fctet vorwiegend an K\u00fcsten und bevorzugt hier Brutpl\u00e4tze, die vor Hochwasser und Bodenfeinden sicher sind. Dies sind im Allgemeinen felsige Steilk\u00fcsten mit vorgelagerten Inseln und <a title=\"Sch\u00e4re\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%A4re\">Sch\u00e4ren<\/a>. Wo derartige Strukturen \u2013 wie beispielsweise an der deutschen Nordseek\u00fcste \u2013 fehlen, br\u00fctet sie aber auch in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sandd\u00fcne\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sandd%C3%BCne\">Sandd\u00fcnen<\/a> und im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Deichvorland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deichvorland\">Deichvorland<\/a>, auf Sp\u00fclfl\u00e4chen und Kiesb\u00e4nken sowie im Inselgr\u00fcnland und auf <a title=\"Salzwiese\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salzwiese\">Salzwiesen<\/a>. In den Niederlanden wurden Bruten in Kohlfeldern festgestellt und bisweilen nistet die Art auch auf Geb\u00e4uden.<\/p>\n<p>Lediglich in Schweden, Finnland und Nordwestrussland sowie in Teilen des Baltikums br\u00fctet die Silberm\u00f6we auch in gr\u00f6\u00dferer Zahl im Binnenland. Sie kommt hier in <a title=\"Moor\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moor\">Moor<\/a>&#8211; und <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundralandschaften<\/a> vor, aber auch an Bergseen bis in 2000&nbsp;m H\u00f6he.<\/p>\n<p>Ihre Nahrung sucht die Silberm\u00f6we ebenfalls vorwiegend im Bereich der K\u00fcste. Sie ist hier h\u00e4ufig an Str\u00e4nden und im <a title=\"Wattenmeer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wattenmeer\">Wattenmeer<\/a> und selten mehr als 20&nbsp;km von der K\u00fcste entfernt auf dem offenen Meer zu finden. Von besonderer Bedeutung sind jedoch auch ganzj\u00e4hrig Orte, an denen Abf\u00e4lle eine sichere Nahrungsquelle bieten, wie M\u00fclldeponien, Fischereih\u00e4fen und -betriebe, aber auch Schlachth\u00f6fe. In geringerer Zahl findet man die Art jedoch auch auf landwirtschaftlichen Nutz- und \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen, an Kl\u00e4rteichen und auf Rieselfeldern sowie an Binnengew\u00e4ssern auch im <a title=\"Urbanisierung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urbanisierung\">urbanen<\/a> Umfeld.<\/p>\n<h2><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Die Silberm\u00f6we zeigt aufgrund ihres opportunistischen Nahrungsverhaltens ein sehr breites Nahrungs- und Beutespektrum. Oft wird ein lokal oder saisonal reiches Nahrungsvorkommen ausgiebig und auch einseitig genutzt. Wenn aber ein solches nicht vorhanden ist, ist die Art recht erfinderisch im Auftreiben von Ersatz. Im Verlauf der Jahreszeiten, regional oder bei einzelnen V\u00f6geln k\u00f6nnen die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt sein.<\/p>\n<p>Tierische Nahrung macht einen gro\u00dfen Anteil aus, jedoch spielt Fisch eine geringere Rolle, als oft berichtet. Dies trifft mehr auf die <a title=\"Mittelmeerm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerm%C3%B6we\">Mittelmeerm\u00f6we<\/a> zu. Da die Silberm\u00f6we ihre Nahrung vorwiegend in der Gezeitenzone sucht, stellen <a title=\"Krebstiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebs-<\/a> und <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtiere<\/a> \u2013 insbesondere <a class=\"mw-redirect\" title=\"Strandkrabbe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strandkrabbe\">Strandkrabbe<\/a> und <a title=\"Nordseegarnele\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordseegarnele\">Nordseegarnele<\/a> sowie die <a title=\"Gemeine Herzmuschel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeine_Herzmuschel\">Gemeine Herzmuschel<\/a>, <a title=\"Miesmuscheln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Miesmuscheln\">Miesmuscheln<\/a> und die <a title=\"Baltische Plattmuschel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltische_Plattmuschel\">Baltische Plattmuschel<\/a> \u2013 den Hauptanteil. Im Sommerhalbjahr steigt der Anteil an Krebstieren teils auf bis zu 90&nbsp;%, im Winter dominieren meist Muscheln. In geringeren Anteilen kommen weitere <a class=\"mw-redirect\" title=\"Crustaceen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Crustaceen\">Crustaceen<\/a>&#8211; und <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Molluskenarten<\/a>, <a title=\"Fische\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fische<\/a>, <a title=\"Stachelh\u00e4uter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stachelh%C3%A4uter\">Stachelh\u00e4uter<\/a>, <a title=\"Insekten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a>, Vogeleier oder Jungv\u00f6gel oder sogar Kleins\u00e4uger bis zur Gr\u00f6\u00dfe von <a title=\"Wildkaninchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wildkaninchen\">Jungkaninchen<\/a> hinzu. Kleinv\u00f6gel werden bisweilen auf dem Zug \u00fcber das Meer erbeutet, wenn sie ersch\u00f6pft und leicht zu fangen sind. Gr\u00f6\u00dfere Tiere werden allenfalls als Aas aufgenommen.<\/p>\n<p>Pflanzliche Nahrung nimmt nur einen geringen Stellenwert ein. Sie wird meist unbewusst in Form von Algen oder kleinen Pflanzenteilen zusammen mit anderer Nahrung gefressen. Gelegentlich werden aber auch Beeren oder Getreide verzehrt.<\/p>\n<p>Menschliche Abf\u00e4lle k\u00f6nnen \u2013 vor allem im Winter \u2013 einen bedeutenden Anteil der Nahrung ausmachen. Diese werden vorwiegend auf M\u00fclldeponien, in Fischereih\u00e4fen und an Schlachth\u00f6fen gesucht, die M\u00f6wen folgen aber auch Fischkuttern und Ausflugsdampfern, nutzen den verklappten M\u00fcll gr\u00f6\u00dferer Schiffe oder durchsuchen Abfallbeh\u00e4lter. Hierbei nehmen sie auch Unverdauliches wie Kunststoffteile, Silberfolie, Zigarettenfilter oder \u00e4hnliches auf.<\/p>\n<p>Silberm\u00f6wen erlangen erst zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr Geschlechtsreife. Manche V\u00f6gel br\u00fcten ab dem dritten Jahr, meist aber nur bei geringer Nistplatzkonkurrenz und au\u00dferhalb von Kolonien. Der \u00fcberwiegende Teil schreitet erst ab dem f\u00fcnften Jahr zur Brut.<\/p>\n<p>Es findet eine Jahresbrut statt. Bei Verlust kann es bis zu zweimal, in seltenen F\u00e4llen auch ein drittes Mal zu Nachgelegen kommen.<\/p>\n<p>Silberm\u00f6wen f\u00fchren eine monogame Saisonehe und Wiederverpaarungen in Folgejahren sind aufgrund der hohen Brutorts- und Partnertreue sehr h\u00e4ufig. Bei vielen Partnern kommt es daher zu einer monogamen Dauerehe. Bisweilen gibt es dabei Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten wie beispielsweise eine zwischenzeitliche, teils sogar mehrj\u00e4hrige Verpaarung mit anderen Partnern unter Fortbestand der alten Paarbeziehung oder Balzhandlungen mit anderen Partnern. Teilweise wurden regelrechte Dreiecksbeziehungen \u00fcber mehrere Jahre dokumentiert.<\/p>\n<h3><span id=\"Kolonien_und_Revierverhalten\" class=\"mw-headline\">Kolonien und Revierverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Silberm\u00f6wen br\u00fcten einzeln oder in Kolonien, deren Gr\u00f6\u00dfe zwischen unter 10 und \u00fcber 15.000 Brutpaaren liegen kann. Der Nestabstand betr\u00e4gt meist um 1,85&nbsp;m, kann aber auch nur etwa 60&nbsp;cm betragen, wenn Sichtbarrieren zwischen den Nestern liegen. Das Territorium eines Paares erstreckt sich \u00fcber die Umgebung eines urspr\u00fcnglichen \u201eStandplatzes\u201c des M\u00e4nnchens, in dessen N\u00e4he auch sp\u00e4ter das Nest errichtet wird. Die Grenzen sind relativ diffus und die Reviergr\u00f6\u00dfe ist von der Dominanz und der Verteidigungsbereitschaft des jeweiligen M\u00e4nnchens abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Die Kolonen werden von Einzelv\u00f6geln ab Oktober, meist aber erst im Februar wiederbesetzt. Zun\u00e4chst ist die Kolonie oft nur bei Hochwasser belebt, w\u00e4hrend sich bei Ebbe alle V\u00f6gel bei der Nahrungssuche im Watt befinden. Erst ab Mitte M\u00e4rz ist eine dauerhafte Besetzung zu verzeichnen.<\/p>\n<h3><span id=\"Paarbildung_und_Balz\" class=\"mw-headline\">Paarbildung und Balz<\/span><\/h3>\n<p>Die Paarbildung erfolgt bei langj\u00e4hrigen Paaren nicht selten schon im Winter, so dass viele bereits verpaart an den Brutpl\u00e4tzen eintreffen. Bei Erstbr\u00fctern findet die Partnerwahl im \u201eKlub\u201c statt und obliegt dem Weibchen, das sich ein M\u00e4nnchen mit einem Territorium aussucht. Die Ann\u00e4herung erfolgt sehr langsam. Zun\u00e4chst reagiert das M\u00e4nnchen noch mit Drohen oder Vertreibung, w\u00e4hrend das Weibchen versucht, sich mit dem\u00fctiger \u201eBuckelhaltung\u201c als Weibchen zu erkennen zu geben. Hat dies \u2013 oft erst nach einigen Tagen \u2013 Erfolg, \u00e4ndert sich die Reaktion des M\u00e4nnchens, das das eintreffende Weibchen nun mit einer Rufreihe (\u201e<a title=\"Jauchzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jauchzen\">Jauchzen<\/a>\u201c) empf\u00e4ngt. Von nun an kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu Balzf\u00fctterungen und <a title=\"Begattung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Begattung\">Kopulationen<\/a>. Dieser Vorgang wird durch ein Kopfnicken des Weibchens eingeleitet, bei dem es den Kopf fast senkrecht in den Nacken wirft und dann wieder senkt. Dabei geht es um das M\u00e4nnchen herum und f\u00e4ngt an, bettelnd nach der Kehle des M\u00e4nnchens zu schnappen. Dabei ist der Schnappruf \u2013 ein leises <em>a-u<\/em> \u2013 zu vernehmen. Das M\u00e4nnchen reagiert mit Imponierverhalten, indem es umstehende Rivalen angreift, mit F\u00fctterung des Weibchens oder mit Nestlocken, bei dem es das Weibchen zu einem potentiellen Neststandort hinf\u00fchrt. Beide Partner verfallen dann unter glucksenden Lauten in ritualisierte Nestbauhandlungen. Die Kopula wird oft durch Bettelverhalten des M\u00e4nnchens ausgel\u00f6st und von beiderseitigem Kopfwippen eingeleitet.<\/p>\n<p>Betteln und Balzf\u00fcttern sind oft schon im Winter zu beobachten, Kopulationen erst etwa 30 Tage vor der Eiablage. Der H\u00f6hepunkt des Balzverhaltens wird etwa 10 Tage vor Legebeginn erreicht. Nach der Eiablage endet es relativ schlagartig.<\/p>\n<p>Das Nest wird an \u00fcberflutungssicheren Standorten und oft im Schutz der Vegetation errichtet. Nicht selten steht es in der N\u00e4he einer auff\u00e4lligen Markierung, wie etwa B\u00fcschen, Felsen, Pf\u00e4hlen, Brettern oder Kisten. Manchmal befindet es sich auch \u201e\u00fcberdacht\u201c in einem Standhaferbulten.<\/p>\n<p>Vor dem Nestbau werden Spielnester in Form einfacher Mulden errichtet, h\u00e4ufig entwickelt sich dann daraus das endg\u00fcltige Nest. Es besteht aus einer teils volumin\u00f6sen Anh\u00e4ufung aus Pflanzenteilen wie Gras oder Tang. Ist kein Nistmaterial vorhanden, bleibt es bei einer ausgescharrten Mulde, die mit Mauserfedern ausgekleidet wird.<\/p>\n<p>Die Eiablage beginnt Mitte April, in Nordskandinavien und auf den Ost- und Westfriesischen Inseln etwas sp\u00e4ter. Die Hauptlegezeit liegt im Mai, ab Mitte Juli werden kaum noch Eier gelegt. Bis Anfang August gibt es dann allenfalls noch Nachgelege.<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus 2\u20133 glatten und glanzlosen Eiern, die meist auf beigem, hellbraunem oder olivgr\u00fcnlichem Grund dunkel gefleckt, gepunktet oder bekritzelt sind. F\u00e4rbung und Zeichnung sind sehr variabel, bisweilen kommen auch bl\u00e4ulichwei\u00dfe, cremefarbene oder rosa get\u00f6nte Eier vor. Die Abmessungen liegen bei 70&nbsp;x&nbsp;50&nbsp;mm.<\/p>\n<p>Die Eier werden im Abstand von 2\u20133 Tagen gelegt und vom ersten Ei an bebr\u00fctet, wobei sich die Partner abwechseln. Die Brutdauer liegt zwischen 25 und 33 Tagen.<\/p>\n<p>Junge Silberm\u00f6wen sind Platzhocker, die in den ersten Tagen noch viel <a title=\"Hudern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">gehudert<\/a> werden. Nach 35\u201359 Tagen werden sie fl\u00fcgge. Weitere 19\u201347 Tage halten sich die Jungv\u00f6gel in der N\u00e4he der Eltern auf und werden noch gef\u00fcttert \u2013 in seltenen F\u00e4llen sogar bis zur n\u00e4chsten Brut.<\/p>\n<h2><span id=\"Sterblichkeit_und_Alter\" class=\"mw-headline\">Sterblichkeit und Alter<\/span><\/h2>\n<p>Wie Ringfunde und Ablesungen beringter Tiere zeigen, k\u00f6nnen Silberm\u00f6wen \u00fcber 20, in einzelnen F\u00e4llen sogar \u00fcber 30 Jahre alt werden. Eine in den Niederlanden beringte M\u00f6we erreichte ein Alter von 34 Jahren und neun Monaten, eine in Deutschland beringte M\u00f6we war 30 Jahre alt.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Die interne Systematik der Gattung <em>Larus<\/em> ist \u00e4u\u00dferst komplex, und besonders die Erforschung der taxonomischen Verh\u00e4ltnisse innerhalb des Formenkreises <em>argentatus-fuscus<\/em> (Silber- und Heringsm\u00f6we) waren in den letzten Jahrzehnten eine besondere wissenschaftliche Herausforderung, die teils nach wie vor besteht. Viele Fragen sind bislang nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt, und auch aktuelle Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Nomenklatur und Taxonomie sind nicht unumstritten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1925 gliederte <a title=\"Jonathan Dwight\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jonathan_Dwight\">Jonathan Dwight<\/a> die mittelgro\u00dfen, auf der Nordhalbkugel verbreiteten Gro\u00dfm\u00f6wen in Silberm\u00f6we (<em>L. argentatus<\/em>), <a title=\"Kalifornierm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalifornierm%C3%B6we\">Kalifornierm\u00f6we<\/a> (<em>L. californicus<\/em>), Wei\u00dfkopfm\u00f6we (<em>L. cachinnans<\/em>), <a title=\"Heringsm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heringsm%C3%B6we\">Heringsm\u00f6we<\/a> (<em>L. fuscus<\/em>), <a title=\"Westm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westm%C3%B6we\">Westm\u00f6we<\/a> (<em>L. occidentalis<\/em>), <a title=\"Kamtschatkam\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatkam%C3%B6we\">Kamtschatkam\u00f6we<\/a> (<em>L. schistisagus<\/em>), <a title=\"Beringm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beringm%C3%B6we\">Beringm\u00f6we<\/a> (<em>L. glaucescens<\/em>), <a title=\"Eism\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eism%C3%B6we\">Eism\u00f6we<\/a> (<em>L. hyperboreus<\/em>) und <a title=\"Polarm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polarm%C3%B6we\">Polarm\u00f6we<\/a> (<em>L. glaucoides<\/em>).Diese Einteilung blieb nicht unwidersprochen; so vereinigte 1934 <a class=\"new\" title=\"Boris Karlowitsch Stegmann (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Boris_Karlowitsch_Stegmann&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Boris Stegmann<\/a> alle vorgenannten Arten im Taxon Silberm\u00f6we (<em>L. argentatus<\/em>), andere Autoren fassten die Silberm\u00f6we mit anderen Taxa (z.&nbsp;B. Wei\u00dfkopf- oder Eis- und Polarm\u00f6we) zusammen, und einige zweifelten die Zugeh\u00f6rigkeit diverser Unterarten an.<\/p>\n<p>Bei Untersuchungen der <a title=\"Mitochondriale DNA\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondriale_DNA\">mitochondrialen DNA<\/a> stellte sich zu Anfang des 21. Jahrhunderts heraus, dass einige der von Dwight definierten Taxa <a class=\"mw-redirect\" title=\"Paraphylie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paraphylie\">paraphyletisch<\/a> sind. Heute spricht vieles f\u00fcr eine Aufteilung der Silberm\u00f6we in ein amerikanisches, ein europ\u00e4isches und ein ostsibirisches Taxon.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Artstatus der amerikanischen Form sind neben DNA-Befunden die biogeografische Isolation sowie Unterschiede im ersten Winterkleid und in den stimmlichen \u00c4u\u00dferungen. Letztere weichen so stark ab, dass europ\u00e4ische Silberm\u00f6wen auf Klangattrappen mit den Rufen amerikanischer V\u00f6gel nicht reagieren.<\/p>\n<p>Ungekl\u00e4rt ist immer noch der Status der ostsibirischen Form <em>vegae<\/em>. Einige Autoren betrachten diese als eigene Art (<em>L. vegae<\/em>), nach Erkenntnissen von 2008 ist sie jedoch als Unterart der Amerikanischen Silberm\u00f6we zu betrachten. Zudem w\u00e4re die bisher zur <a title=\"Steppenm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppenm%C3%B6we\">Steppenm\u00f6we<\/a> (<em>L. cachinnans<\/em>) gestellte Form <em>mongolicus<\/em> ebenfalls in dieses Taxon einzugliedern<\/p>\n<p>Der Bestand der Silberm\u00f6we umfasst etwa 700.000\u2013850.000 Brutpaare; die gr\u00f6\u00dften Best\u00e4nde halten Gro\u00dfbritannien und Norwegen, gefolgt von Frankreich, Schweden, den Niederlanden, D\u00e4nemark und Deutschland.<\/p>\n<p>Im Lufe des 20. Jahrhunderts hat sich der Bestand in diesen L\u00e4ndern drastisch erh\u00f6ht. Zun\u00e4chst erholten sich die Populationen nach dem <a title=\"Erster Weltkrieg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Weltkrieg\">Ersten Weltkrieg<\/a>, nachdem kommerzielles Eiersammeln verboten und die Art in zahlreichen Seevogelschutzgebieten unter Schutz gestellt worden war. Dies hatte beispielsweise zur Folge, dass Island in den sp\u00e4ten 1920er Jahren erstmals besiedelt wurde. Ein zweiter Anstieg der Populationen war in den 1950er Jahren zu sp\u00fcren. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr waren die zunehmende Anpassung an den menschlichen Siedlungsbereich, wo zahlreiche Nahrungsquellen wie M\u00fclldeponien oder Fischfabriken f\u00fcr ein ganzj\u00e4hriges Angebot und geringere Wintersterblichkeit sorgten. Neben einer Bestandszunahme waren eine weitere Ausbreitung nach Norden und ein vermehrtes Vordringen von \u00dcberwinterern ins Binnenland zu beobachten.<\/p>\n<p>Insgesamt stiegen die Best\u00e4nde in D\u00e4nemark um das Zwanzigfache und in Deutschland um das F\u00fcnfzehnfache. In den Niederlanden verf\u00fcnffachten sich die Best\u00e4nde; in Gro\u00dfbritannien gab es ein j\u00e4hrliches Wachstum von 13\u201314&nbsp;%. Dem wurden teils massive Dezimierungsbem\u00fchungen wie das systematische Zerst\u00f6ren von Gelegen, Vergiften oder der Abschuss ganzer Kolonien entgegengehalten. Ziel war es meist, die Best\u00e4nde anderer Seevogelarten wie Seeschwalben oder Watv\u00f6gel zu sch\u00fctzen. Die Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen blieben aber weitgehend ohne Erfolg oder bewirkten das Gegenteil, denn entstehende L\u00fccken wurden schnell wieder durch Zuwanderung aufgef\u00fcllt oder die weitere Verbreitung durch schnelle Umsiedlungen gef\u00f6rdert. Lediglich in Gro\u00dfbritannien f\u00fchrten die Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen in Verbindung mit <a title=\"Botulismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Botulismus\">Botulismus<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Salmonellenvergiftung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salmonellenvergiftung\">Salmonellenvergiftungen<\/a> und besserer Abfallverwertung zu einem 50%igen R\u00fcckgang zwischen 1969 und 1987. Neueren Untersuchungen und Sichtweisen zufolge sind die populations\u00f6kologischen Auswirkungen r\u00e4uberischer Verhaltensweisen von Arten wie der Silber- oder der Sturmm\u00f6we gering. Urs\u00e4chlich f\u00fcr den R\u00fcckgang anderer Seevogelarten sind in erster Linie Biotopzerst\u00f6rung, Pestizideinwirkungen und St\u00f6rungen am Brutplatz. Wirksame M\u00f6glichkeiten zur Bestandsregulierung von Gro\u00dfm\u00f6wen d\u00fcrften zudem statt in der Bek\u00e4mpfung eher in der Begrenzung des \u00fcberreichen Nahrungsangebots an M\u00fclldeponien aufgrund einer verbesserten Abfallwirtschaft liegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5368\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cv_0.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Silberm\u00f6we (Larus argentatus) ist eine Vogelart aus der Familie der M\u00f6wen (Laridae) und die h\u00e4ufigste Gro\u00dfm\u00f6we in Nord- und Westeuropa. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Wei\u00dfen Meer \u00fcber die K\u00fcsten Fennoskandiens, der Ostsee, der Nordsee und des \u00c4rmelkanals sowie \u00fcber gro\u00dfe Teile der Atlantikk\u00fcste Frankreichs und der Britischen Inseln. 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