{"id":5345,"date":"2017-11-02T18:24:11","date_gmt":"2017-11-02T16:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/kanadagans-branta-canadensis\/"},"modified":"2017-11-02T19:01:55","modified_gmt":"2017-11-02T17:01:55","slug":"kanadagans-branta-canadensis","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/kanadagans-branta-canadensis\/","title":{"rendered":"Kanadagans (Branta canadensis)"},"content":{"rendered":"<div id=\"specie-descriere\">&nbsp;<img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5334\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/ah_0.jpg\" alt=\"\" \/><\/div>\n<p>Die <strong>Kanadagans<\/strong> (<em>Branta canadensis<\/em>) ist eine Vogelart aus der Familie der <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Entenv\u00f6gel<\/a> (Anatidae) und gilt als die weltweit am h\u00e4ufigsten vorkommende <a title=\"G\u00e4nse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nse\">Gans<\/a>. Ihr urspr\u00fcngliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika. Sie ist dort ein Charaktervogel des Tieflandes und br\u00fctet an Binnenseen der Pr\u00e4rie- und Ackerbaugebiete. Ihr in charakteristischer <a title=\"V-Formation\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V-Formation\">V-Formation<\/a> erfolgender <a title=\"Vogelzug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelzug\">Zug<\/a> in die <a class=\"mw-redirect\" title=\"\u00dcberwinterungsgebiet\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cberwinterungsgebiet\">\u00dcberwinterungsquartiere<\/a> und die R\u00fcckkehr in die Brutreviere im Fr\u00fchjahr sind in Nordamerika Symbole f\u00fcr den Wechsel der Jahreszeiten.<\/p>\n<p>In Europa wurde die Kanadagans zum Teil gezielt angesiedelt. Ein gro\u00dfer Teil der heute vor allem in Gro\u00dfbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden existierenden Populationen ist auch auf <a title=\"Gefangenschaftsfl\u00fcchtling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefangenschaftsfl%C3%BCchtling\">Gefangenschaftsfl\u00fcchtlinge<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren. Seit den 1970er Jahren ist sie auch in Deutschland als Brutvogel vertreten.<\/p>\n<p>Die Kanadagans wird etwas gr\u00f6\u00dfer als die <a title=\"Graugans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graugans\">Graugans<\/a> und ist damit die gr\u00f6\u00dfte G\u00e4nseart, die in Europa in freier Wildbahn zu beobachten ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Charakteristische Merkmale der Kanadagans sind der schwarze Kopf und Hals und das ausgedehnte wei\u00dfe Kinnband, das sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt. Die schwarze Halsbefiederung ist scharf gegen die graue Brust abgesetzt. F\u00fc\u00dfe und Schnabel sind ebenfalls schwarz. Die Iris ist dunkelbraun. Weibchen und M\u00e4nnchen sind gleich gef\u00e4rbt, bei einigen Unterarten sind die Ganter deutlich gr\u00f6\u00dfer und langhalsiger als die Weibchen.<\/p>\n<p>Die F\u00e4rbung der K\u00f6rperoberseite variiert je nach Unterart zwischen Grau- und Rotbraun. Die oberen Schwanzdecken sind bei den in Europa vorkommenden G\u00e4nsen ebenso wie der Bauch und die Brust grau bis fast wei\u00df, die K\u00f6rperoberseite graubraun. Bei einigen der in Nordamerika zu beobachtenden Unterarten ist auch die K\u00f6rperunterseite br\u00e4unlich gef\u00e4rbt und damit so dunkel wie die Flanken.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge der Gans betr\u00e4gt 90 bis 100 Zentimeter, die Fl\u00fcgelspannweite 160 bis 175 Zentimeter. Das Gewicht variiert erheblich. M\u00e4nnchen wiegen in der Regel zwischen 3,5 und 6,5 Kilogramm, w\u00e4hrend die Gewichtsspanne der Weibchen zwischen 3,0 und 5,5 Kilogramm liegt. Von der Unterart <em>Branta canadensis maxima<\/em> wird ein maximales Gewicht von 7,5 Kilogramm berichtet.<\/p>\n<h3><span id=\"Erscheinungsbild_der_Jungv.C3.B6gel\" class=\"mw-headline\">Erscheinungsbild der Jungv\u00f6gel<\/span><\/h3>\n<p>Das Dunenkleid der K\u00fcken hat einen gelblichen bis gr\u00fcngelblichen Farbton, der je nach Unterart variiert. Bei allen Unterarten sind die Kopfplatte, die Augengegend und der R\u00fccken olivgr\u00fcn. Die Stirn, das Gesicht und der Hals sind gr\u00fcnlich-gelb. Bei frisch geschl\u00fcpften Dunenk\u00fcken ist der Schnabel schwarzgrau mit einem hellen Nagel. Beine, F\u00fc\u00dfe und Schwimmh\u00e4ute sind dunkel olivgrau. Die Iris ist blass blaugrau. Bei fl\u00fcggen Jungv\u00f6geln ist der Schnabel vollst\u00e4ndig schwarz. F\u00fc\u00dfe und Beine weisen die olivgraue Farbe auf, wie sie auch bei adulten Kanadag\u00e4nsen charakteristisch ist. Die Schwimmh\u00e4ute sind dunkler als die F\u00fc\u00dfe und Beine.<\/p>\n<p>Das Gefieder der Jungg\u00e4nse gleicht dem der adulten. Die R\u00fccken- und Schulterfedern sind bei ihnen allerdings noch st\u00e4rker gerundet und haben einen breiteren braunen Saum. Die Bauchseite ist verwaschen br\u00e4unlich grau.<\/p>\n<h3><span id=\"Flugbild\" class=\"mw-headline\">Flugbild<\/span><\/h3>\n<p>Im Flug sind der schwarze Kopf und Hals sowie der wei\u00dfe Kehlfleck deutlich erkennbar. Einige Unterarten haben au\u00dferdem auff\u00e4llig wei\u00df abgesetzte Ober- und Unterschwanzdecken, die im Flug ebenfalls leicht zu erkennen sind. Auf Grund der Gr\u00f6\u00dfe und der hellen Vorderbrust sind Kanadag\u00e4nse auch im Flug leicht von <a title=\"Wei\u00dfwangengans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fwangengans\">Wei\u00dfwangen-<\/a> und <a title=\"Ringelgans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringelgans\">Ringelg\u00e4nsen<\/a> zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Besonders h\u00e4ufig sind fliegende Kanadag\u00e4nse in den Morgen- und Abendstunden zu beobachten. Die G\u00e4nse halten sich nachts auf Gew\u00e4ssern auf, verlassen diese morgens, um zu ihren Nahrungsgr\u00fcnden zu fliegen, und kehren abends wieder zu den Gew\u00e4ssern zur\u00fcck. Bei diesen Fl\u00fcgen werden in der Regel nur sehr kurze Distanzen zur\u00fcckgelegt. Untersuchungen in Gro\u00dfbritannien haben gezeigt, dass Kanadag\u00e4nse dabei selten mehr als f\u00fcnf Kilometer zur\u00fccklegen.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Kanadag\u00e4nse sind vor allem w\u00e4hrend des Fluges sehr ruffreudig. Der Ruf ist tief, nasal und trompetend. Er erinnert an ein \u201e<em>ah-honk<\/em>\u201c oder \u201e<em>a-rong<\/em>\u201c, wobei die Betonung auf der zweiten Silbe liegt und die Tonh\u00f6he auf dieser Silbe leicht ansteigt. Kanadag\u00e4nse k\u00f6nnen sich auch am Ruf individuell erkennen. Auf gro\u00dfen Rastpl\u00e4tzen ist w\u00e4hrend des Zuges h\u00e4ufig w\u00e4hrend der ganzen Nacht ein reges Rufen zu h\u00f6ren, das dem Wiederfinden von Familienmitgliedern dient. Erregte Tiere rufen <em>quiik wok<\/em> oder zeigen ein anhaltendes, schrilles <a title=\"Triumphgeschrei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triumphgeschrei\">Triumphgeschrei<\/a>, bei dem sich die Rufe der Geschlechter unterscheiden. Die M\u00e4nnchen rufen <em>rak-ruk-ruk&#8230;.<\/em>, w\u00e4hrend die Weibchen <em>rak-rak-rak<\/em> rufen.<\/p>\n<p>Der in der Literatur ebenfalls beschriebene Ruf \u201ejilk jilk a-lick\u201c ist charakteristisch f\u00fcr die Unterarten, die seit 2004 der <a title=\"Zwergkanadagans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwergkanadagans\">Zwergkanadagans<\/a> zugerechnet werden.<\/p>\n<h2><span id=\"Urspr.C3.BCngliches_Verbreitungsgebiet_und_dort_vorkommende_Unterarten\" class=\"mw-headline\">Urspr\u00fcngliches Verbreitungsgebiet und dort vorkommende Unterarten<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Branta_canadensis_map.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/cd\/Branta_canadensis_map.png\/300px-Branta_canadensis_map.png\" alt=\"\" data-file-width=\"1306\" data-file-height=\"707\" height=\"162\" width=\"300\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Verbreitung im <span style=\"color: #f1e51d;\"><strong>Sommer<\/strong><\/span>, im <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Winter<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #008000;\"><strong>ganzj\u00e4hrig<\/strong><\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Innerhalb ihres gro\u00dfen nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebietes in Nordamerika wird eine Reihe von Unterarten unterschieden. Die Unterarten durchmischen sich in ihrem Verbreitungsgebiet weitr\u00e4umig, so dass die Unterscheidung zwischen den einzelnen Unterarten nicht einfach ist und je nach Autor erheblich schwanken kann. Seitdem die <a title=\"Zwergkanadagans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwergkanadagans\">Zwergkanadagans<\/a> (<em>Branta hutchinsii<\/em>) als eigenst\u00e4ndige Art eingeordnet wird, ist die Einteilung in sieben Unterarten die allgemein \u00fcbliche. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass die Unterarten eine dunklere K\u00f6rperf\u00e4rbung aufweisen, je weiter westlich in Nordamerika ihr Verbreitungsgebiet liegt. Die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe der jeweiligen Unterarten steigt dagegen in s\u00fcdlicher Verbreitungsrichtung an.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Branta canadensis canadensis<\/em> ist die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a>, die im Deutschen auch als Atlantische Kanadagans bezeichnet wird. Charakteristisch f\u00fcr die Nominatform sind die hellen Feders\u00e4ume, die eine schwache, auf den Schultern aber deutlich sichtbare B\u00e4nderung ergeben. Das hellgraue Brustgefieder wird in Richtung Hals immer heller und ist am Halsanfang fast wei\u00df. Zu den Flanken hin wird die F\u00e4rbung dagegen zunehmend gelblich braun. R\u00fccken, B\u00fcrzel und Schwanz sind schwarz, w\u00e4hrend die Oberschwanzdecke und die Afterregion wei\u00df sind. Diese Unterart der Kanadagans br\u00fctet auf <a title=\"Anticosti\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anticosti\">Anticosti<\/a>, <a title=\"Nova Scotia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nova_Scotia\">Nova Scotia<\/a>, <a title=\"Neufundland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neufundland\">Neufundland<\/a> und auf <a title=\"Labrador-Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Labrador-Halbinsel\">Labrador<\/a> n\u00f6rdlich des <a title=\"Sankt-Lorenz-Golf\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sankt-Lorenz-Golf\">Sankt-Lorenz-Golfs<\/a> bis zur Baumgrenze bei Webbs Bay an der Labradork\u00fcste. In westlicher Richtung erstreckt sich ihr Brutgebiet bis nach <a title=\"Ungava-Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungava-Halbinsel\">Ungava<\/a> an der <a title=\"Hudsonstra\u00dfe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudsonstra%C3%9Fe\">Hudsonstra\u00dfe<\/a>. Hier grenzt ihr Verbreitungsgebiet an das von <em>Branta canadensis interior<\/em> an. Diese Unterart \u00fcberwintert in der N\u00e4he von <a class=\"new\" title=\"Port Jol\u00ed (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Port_Jol%C3%AD&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Port Jol\u00ed<\/a> und <a class=\"new\" title=\"Port H\u00e9bert (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Port_H%C3%A9bert&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Port H\u00e9bert<\/a> auf Novia Scotia und entlang der Atlantikk\u00fcste vom s\u00fcd\u00f6stlichen <a title=\"Massachusetts\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Massachusetts\">Massachusetts<\/a> bis nach <a title=\"North Carolina\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/North_Carolina\">North Carolina<\/a>. Die Anzahl der \u00fcberwinternden V\u00f6gel wurde zu Beginn der 1990er Jahre auf etwa 27.000 gesch\u00e4tzt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Todds Kanadagans (<em>Branta canadensis interior<\/em>) ist im Vergleich zur Nominatform etwas dunkler. Bei ihr sind unter anderem die hellen Feders\u00e4ume auf der K\u00f6rperoberseite schm\u00e4ler. Das Brustgefieder dieser Unterart hellt sich von einem mittleren Grau in Richtung Hals nur bis zu einem Taubengrau auf. Ihr Brutgebiet liegt in dem weitr\u00e4umigen Tiefland rund um die Hudson Bay, das sich von <a title=\"Manitoba\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manitoba\">Manitoba<\/a> im Osten \u00fcber <a title=\"Ontario\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ontario\">Ontario<\/a> bis nach <a title=\"Qu\u00e9bec\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qu%C3%A9bec\">Qu\u00e9bec<\/a> erstreckt. Sie br\u00fctet auch auf den Inseln der Hudson und <a title=\"James Bay\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Bay\">James Bay<\/a>. Besonders <a title=\"Akimiski Island\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Akimiski_Island\">Akimiski Island<\/a> und die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Belcher Islands\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belcher_Islands\">Belcher Islands<\/a> sind f\u00fcr ihre Best\u00e4nde an Todds Kanadag\u00e4nsen bekannt. Das \u00dcberwinterungsgebiet dieser Unterart erstreckt sich vom S\u00fcdosten South Dakotas \u00fcber Missouri bis an die Golfk\u00fcste Louisianas und North Carolinas. Zahlenm\u00e4\u00dfig stellt diese Unterart den gr\u00f6\u00dften Teil der Kanadagans-Population \u2013 Anfang der 1990er Jahre wurde der Bestand auf 1,25 Mill. Individuen gesch\u00e4tzt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Moffitts Kanadagans (<em>Branta canadensis moffitti<\/em>) geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Unterarten. Verglichen mit der Nominatform ist bei ihr der gesamte Rumpf heller gef\u00e4rbt. Ihr K\u00f6rper wirkt insgesamt etwas untersetzter. Sie weist au\u00dferdem verglichen mit den anderen Unterarten einen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzen Schnabel und kurze Beine auf. Ihr Brutgebiet erstreckt sich von <a title=\"British Columbia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/British_Columbia\">British Columbia<\/a>, <a title=\"Washington (Bundesstaat)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Washington_(Bundesstaat)\">Washington<\/a> und <a title=\"Oregon\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oregon\">Oregon<\/a>, dem Nordosten <a title=\"Kalifornien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalifornien\">Kaliforniens<\/a>, dem Norden von <a title=\"Nevada\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nevada\">Nevada<\/a> und <a title=\"Utah\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utah\">Utah<\/a> bis nach <a title=\"Montana\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Montana\">Montana<\/a> und <a title=\"Wyoming\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wyoming\">Wyoming<\/a>. Die \u00dcberwinterungsgebiete liegen in Nevada, im mittleren und s\u00fcdlichen Kalifornien bis in die n\u00f6rdliche Region des Golfs von Kalifornien.<\/li>\n<li>Die Kleine Kanadagans (<em>Branta canadensis parvipes<\/em>) ist mittelgro\u00df und zeichnet sich durch einen hellen Rumpf aus. In K\u00f6rperf\u00e4rbung und -bau gleicht sie weitgehend der Moffits Kanadagans, ist aber deutlich kleiner. Als 2004 eine Reihe von Unterarten der neuen Art der Zwergkanadagans zugeordnet wurde, wurden diese Unterart aufgeteilt und ein Teil der Kanadagans und der andere der Zwergkanadagans zugeordnet. Ihre wissenschaftlichen Bezeichnungen sind dementsprechend \u201e<em>Branta canadensis parvipes<\/em>\u201c und \u201e<em>Branta hutchinsii parvipes<\/em>\u201c. Die in der \u00e4lteren Literatur zu findenden Angaben zu K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gewicht sind daher nicht mehr zuverl\u00e4ssig. Die Kleine Kanadagans geh\u00f6rt zu den am weitesten n\u00f6rdlich br\u00fctenden Unterarten, die von der Hudson Bay bis nach West Kanada vorkommt. Die \u00dcberwinterungsgebiete liegen vor allem in Zentralkalifornien. Einzelne Individualpopulationen ziehen bis nach <a title=\"Texas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Texas\">Texas<\/a> und <a title=\"Mexiko\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mexiko\">Mexiko<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Dunkle Kanadagans (<em>Branta canadensis occidentalis<\/em>) ist am gesamten Rumpf dunkel. Sie hat verglichen mit den anderen Unterarten einen schlanken K\u00f6rper und einen d\u00fcnneren Hals. Sie br\u00fctet an der K\u00fcste <a title=\"Alaska\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">S\u00fcdalaskas<\/a> und \u00fcberwintert in der Region von <a title=\"Vancouver\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vancouver\">Vancouver<\/a> und <a title=\"Oregon\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oregon\">Oregon<\/a>.<\/li>\n<li>Die Vancouver Kanadagans (<em>Branta canadensis fulva<\/em>), die ebenfalls an der Nordwestk\u00fcste Nordamerikas br\u00fctet.<\/li>\n<li>Die Riesenkanadagans (<em>Branta canadensis maxima<\/em>) ist die gr\u00f6\u00dfte der Unterarten. Ihr K\u00f6rpergefieder ist verglichen mit der Nominatform heller. Der Hals ist im Verh\u00e4ltnis zum Rumpf sehr lang. Bei einigen Subpopulationen dieser Unterart lie\u00df sich au\u00dferdem feststellen, dass bei den M\u00e4nnchen der Hals in Verh\u00e4ltnis zur K\u00f6rperl\u00e4nge um 7&nbsp;% l\u00e4nger ist als bei Weibchen. Generell l\u00e4sst sich bei dieser Unterart ein signifikanter Gr\u00f6\u00dfenunterschied zwischen den Geschlechtern feststellen. Viele Individuen haben au\u00dferdem auf der Stirnseite des Kopfes helle Federn. Bei einigen Exemplaren ist diese wei\u00dfe Stirnpartie sehr ausgepr\u00e4gt. Der Ornithologe <a class=\"new\" title=\"Harold C. Hanson (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Harold_C._Hanson&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Hanson<\/a>, der sich sehr intensiv mit dieser Unterart besch\u00e4ftigt hat, weist au\u00dferdem darauf hin, dass sich diese Unterart auch in Verhalten und Stimme unterscheidet. Die V\u00f6gel rufen w\u00e4hrend des Fluges nur selten; ihr Ruf ist dunkler als der der anderen Unterarten. Bei kurzen Fl\u00fcgen fliegen sie au\u00dferdem in niedrigerer H\u00f6he als andere Arten und ihr Fl\u00fcgelschlag ist flacher. Als Brutrevier nutzt die Riesenkanadagans fast die gesamte nordamerikanische Pr\u00e4rie. Gesichert ist, dass sich ihr Verbreitungsgebiet von South und <a title=\"North Dakota\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/North_Dakota\">North Dakota<\/a>, <a title=\"Minnesota\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minnesota\">Minnesota<\/a> bis <a title=\"Kansas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kansas\">Kansas<\/a>, <a title=\"Kentucky\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kentucky\">Kentucky<\/a>, <a title=\"Tennessee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tennessee\">Tennessee<\/a> und <a title=\"Arkansas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arkansas\">Arkansas<\/a> erstreckte. Nach den Untersuchungen von Hanson kam die Riesenkanadagans vor den Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen durch die intensive Bejagung auch in Teilen <a title=\"Colorado\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Colorado\">Colorados<\/a>, <a title=\"Wyoming\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wyoming\">Wyomings<\/a> und <a title=\"Montana\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Montana\">Montanas<\/a> vor. Sie besiedelte auch <a title=\"Wisconsin\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wisconsin\">Wisconsin<\/a>, <a title=\"Illinois\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Illinois\">Illinois<\/a>, <a title=\"Indiana\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indiana\">Indiana<\/a> und <a title=\"Michigan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michigan\">Michigan<\/a> sowie in Kanada <a title=\"Alberta\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alberta\">Alberta<\/a> und <a title=\"Saskatchewan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saskatchewan\">Saskatchewan<\/a> sowie die Randbereiche im S\u00fcdwesten von <a title=\"Ontario\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ontario\">Ontario<\/a>. Aufgrund des gro\u00dfen Verbreitungsgebietes nutzt die Riesenkanadagans sehr unterschiedliche \u00dcberwinterungsreviere. Die Populationen in der Mitte und im S\u00fcden des Verbreitungsgebietes sind teilweise Standv\u00f6gel. Sie migrieren nur dann nach S\u00fcden, wenn aufgrund kalten Wetters in dieser Region die Seen zufrieren. \u00dcberwinterungsquartiere finden sich unter anderem in Kalifornien, an der Golfk\u00fcste von Texas, Louisiana, New Mexico und Kansas. Belegt ist auch ein Mauserzug sexuell noch nicht reifer Jungv\u00f6gel und unverpaarter G\u00e4nse in n\u00f6rdlicher Richtung. Diese V\u00f6gel halten sich w\u00e4hrend der Mauser im Tiefland westlich der Hudson Bay auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Literatur finden sich gelegentlich auch Hinweise, dass kleine Populationen der Kanadag\u00e4nse sich auch auf <a title=\"Kamtschatka\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a>, Japan und dem \u00f6stlichen China befinden. Dabei handelt es sich allerdings um Unterarten der Zwergkanadagans (<em>Branta hutchinsii<\/em>). Auch der Hinweis, dass Ringfunde belegen, dass Kanadag\u00e4nse gelegentlich auf Irrfl\u00fcgen Europa erreichen, bezieht sich auf diese Art.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Kanadag\u00e4nse ben\u00f6tigen Reviere, zu denen Gew\u00e4sser von mittlerer bis gro\u00dfer Gr\u00f6\u00dfe geh\u00f6ren. Diese haben eine Gew\u00e4ssertiefe von mindestens einem Meter und weisen idealerweise auch Inseln auf. Voraussetzung f\u00fcr die Etablierung eines Brutreviers ist ein unmittelbar an das Gew\u00e4sser angrenzendes Gebiet, auf dem die G\u00e4nse weiden k\u00f6nnen, sowie ein weitgehend ungest\u00f6rtes Areal, auf dem die Nester gebaut werden k\u00f6nnen. Kanadag\u00e4nse legen ihre Nester auf festem Grund an und bevorzugen Stellen, von denen aus der br\u00fctende Vogel das angrenzende Gebiet gut beobachten kann. In Nordamerika findet man deshalb h\u00e4ufig Nester auf den Bauten von <a title=\"Bisamratte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bisamratte\">Bisamratten<\/a>.<\/p>\n<p>Reviere, die diese Voraussetzungen bieten, sind in Europa vor allem Parks, park\u00e4hnliche Gel\u00e4nde oder Weidegebiete, die an Seen angrenzen. Die Art hat sich dabei st\u00e4rker als in Nordamerika einem Leben in einer landwirtschaftlich stark genutzten Landschaft angepasst. In Nordamerika ist die Gans an den Fl\u00fcssen und Seen bewaldeter und offener Landschaften zu finden.<\/p>\n<p>Die Anforderungen an das \u00dcberwinterungsrevier sind weniger spezifisch. Die G\u00e4nse halten sich in dieser Zeit sowohl an der K\u00fcste als auch im Binnenland auf Stoppelfeldern und Grasland auf.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Abgesehen von der Paarungs- und Brutzeit leben Kanadag\u00e4nse in gro\u00dfen Schw\u00e4rmen. Kanadag\u00e4nse gehen normalerweise langj\u00e4hrige Paarbindungen ein. Die Verpaarung erfolgt in der Regel bereits im zweiten Lebensjahr, obwohl die G\u00e4nse erst im dritten Lebensjahr erfolgreich br\u00fcten.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz-_und_Paarungsverhalten\" class=\"mw-headline\">Balz- und Paarungsverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Das Paarungsverhalten der Kanadag\u00e4nse unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer G\u00e4nsearten. Das M\u00e4nnchen leitet das Balzverhalten ein, indem es auf das ausgew\u00e4hlte Weibchen mit stark nach unten gebogenem Hals zuschwimmt. Bei diesem Imponierverhalten ber\u00fchrt die Schnabelspitze die Brust des Ganters. Auch wenn das Weibchen Paarungsversuche des Ganters zu diesem Zeitpunkt noch zur\u00fcckweist, beginnt das M\u00e4nnchen bereits in diesem Stadium das Weibchen gegen andere Ganter zu verteidigen. Nach erfolgreichem Vertreiben eines anderen m\u00e4nnlichen Konkurrenten zeigt das M\u00e4nnchen ein Triumphverhalten, bei dem es seitlich neben dem Weibchen schwimmt. Teil des Triumphverhaltens ist ein lautes Rufen, in welches das Weibchen einstimmt, wenn es an dem M\u00e4nnchen interessiert ist. Das gemeinsame Triumphieren spielt im Paarbindungsverhalten von vielen Gansarten eine so wesentliche Rolle, dass das M\u00e4nnchen auch imagin\u00e4re Kontrahenten vertreibt, um das gemeinsame Triumphieren einzuleiten. Erst nachdem ein gemeinsames Triumphieren erfolgte, \u201egr\u00fc\u00dft\u201c eine Gans den Ganter: Schwimmt der Ganter in Imponierhaltung auf die Gans zu, reagiert sie darauf ebenfalls mit einer stark gebogenen Halshaltung. Dabei liegt der Schnabel gleichfalls auf der Brust auf; unterbrochen wird diese Haltung durch ein gelegentliches Eintauchen des Kopfes ins Wasser. Erst danach kommt es zu Paarungsversuchen, die sowohl durch das M\u00e4nnchen als auch das Weibchen eingeleitet werden k\u00f6nnen. Wie die meisten anderen G\u00e4nsev\u00f6gel paaren sich Kanadag\u00e4nse in der Regel auf dem Wasser. Der Paarung voraus geht ein schnelles Eintauchen des Kopfes in das Wasser, das von beiden Geschlechtern gezeigt wird. Dieses Eintauchen intensiviert sich in einem Zeitraum von 30 Sekunden bis zwei Minuten. Der Ganter schwimmt dabei immer n\u00e4her an die Gans heran und verbei\u00dft sich normalerweise ins Nackengefieder der Gans, wenn er sie besteigt. Unter dem Gewicht des Ganters taucht die Gans dabei fast unter. W\u00e4hrend der Paarung spreizt die Gans ihre Schwanzfedern nach oben und bewegt ihren hinteren K\u00f6rperteil hin und her, um eine Ber\u00fchrung der beiden <a title=\"Kloake (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloake_(Biologie)\">Kloaken<\/a> zu erm\u00f6glichen. Nach erfolgter Kopulation streckt der Ganter Hals und Kopf und st\u00f6\u00dft einen kurzen Ruf aus. Dabei breitet er seine Fl\u00fcgel kurz aus.<\/p>\n<p>Das Weibchen bestimmt die Stelle, an der das Nest errichtet wird. Es handelt sich dabei h\u00e4ufig um nicht mehr als eine flache Erdmulde, die mit wenigen Pflanzenteilen gegen die Umgebung abgegrenzt wird. Sie wird jedoch \u00fcberreichlich mit Daunen ausgestattet. F\u00fcr die Kanadagans ist experimentell eine gro\u00dfe Standorttreue nachgewiesen. Migrierende G\u00e4nse kehren in die Gebiete zur\u00fcck, in denen sie selber fl\u00fcgge geworden sind.<\/p>\n<p>Kanadag\u00e4nse legen gew\u00f6hnlich zwischen f\u00fcnf und sechs cremewei\u00dfe Eier. Es wurden aber auch schon Gelege mit zwei oder elf Eiern beobachtet. Bei den gro\u00dfen Unterarten messen die Eier 87 \u00d7 58 Millimeter; bei den kleineren Unterarten 72 \u00d7 48 Millimeter. Es br\u00fctet allein das Weibchen. Das M\u00e4nnchen h\u00e4lt sich jedoch in der N\u00e4he des Nestes auf. Nach durchschnittlich 28 Tagen schl\u00fcpfen die jungen G\u00e4nse. Das Durchschnittsgewicht frisch geschl\u00fcpfter G\u00f6ssel britischer Populationen betr\u00e4gt etwa 115 Gramm. Nach etwa 60 bis 70 Tagen erreichen die G\u00f6ssel ihre Flugf\u00e4higkeit. Insbesondere der Ganter verteidigt sowohl die Gans als auch das Gelege, sp\u00e4ter die G\u00f6ssel gegen Eindringlinge in das unmittelbare Brutrevier ausgesprochen aggressiv. Bei Kanadag\u00e4nsen ist dabei die innerartliche Aggression st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als gegen\u00fcber anderen St\u00f6rern. So greifen Ganter eine sich dem Nest n\u00e4hernde andere Kanadagans bereits dann an, wenn sie die 30-Meter-Distanz unterschreitet. Graug\u00e4nse werden dagegen in gr\u00f6\u00dferer N\u00e4he geduldet und erst angegriffen, wenn sie sich dem Nest mehr als 15 Meter n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Mit der Brutzeit f\u00e4llt auch die <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_(V%C3%B6gel)\">Mauser<\/a> der Elternv\u00f6gel zusammen. Die Schwingen<a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_(V%C3%B6gel)\">mauser<\/a> der Elterntiere beginnt in der Regel, wenn die G\u00f6ssel zwischen drei und f\u00fcnf Tagen alt sind. Wie eine Vielzahl der Arten der G\u00e4nsev\u00f6gel sind auch Kanadag\u00e4nse dann f\u00fcr einen vier- bis f\u00fcnfw\u00f6chigen Zeitraum flugunf\u00e4hig. Die Wiedererlangung ihrer Flugf\u00e4higkeit f\u00e4llt zeitlich mit dem Zeitpunkt zusammen, zu dem auch ihr Nachwuchs flugf\u00e4hig wird. Meist bleiben die Jungtiere bis zur n\u00e4chsten Brut mit den Elterntieren zusammen und sind auch sp\u00e4ter oft bei diesen anzutreffen.<\/p>\n<h2><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Kanadag\u00e4nse leben im Sommer \u00fcberwiegend von Gr\u00e4sern, Sumpf- und Wasserpflanzen. \u00c4hnlich wie die <a title=\"Graugans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graugans\">Grau-<\/a> und <a title=\"Ringelgans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringelgans\">Ringelgans<\/a> weiden sie regelm\u00e4\u00dfig auch Unterwasserpflanzen ab. Der K\u00f6rper liegt dabei in der Regel horizontal auf der Wasserfl\u00e4che, w\u00e4hrend Kopf und Hals tief untergetaucht sind. Ihre Reichweite unter Wasser k\u00f6nnen Kanadag\u00e4nse deutlich vergr\u00f6\u00dfern, indem sie ihren Hinterk\u00f6rper aus dem Wasser heben. Ihre Balance halten sie in diesem Kopfstand mit zum Teil sehr starken Paddelbewegungen der F\u00fc\u00dfe. Sie erreichen dann auch noch Wasserpflanzen in einer Gew\u00e4ssertiefe von 75 Zentimetern.<\/p>\n<p>Im Winter \u00e4sen sie bevorzugt am Land. Sie bevorzugen dabei Landschaftsbestandteile mit kurzen Gr\u00e4sern und Kr\u00e4utern, die ihnen ein weites Sichtfeld geben. Ihr nat\u00fcrlicher Lebensraum ist deshalb auch von gro\u00dfen Pflanzenfressern \u2013 sogenannten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Megaherbivoren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Megaherbivoren\">Megaherbivoren<\/a> \u2013 gepr\u00e4gt.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Kanadagans kommt fast im gesamten Nordamerika vor, die s\u00fcdlicheren Regionen nutzt sie dabei nur als \u00dcberwinterungsquartier. Die Wanderungsrouten der Kanadagans sind dabei nicht genetisch fixiert, sondern werden in den verschiedenen Teilpopulationen tradiert. Junge G\u00e4nse erlernen erst w\u00e4hrend des Zuges mit ihren Elternv\u00f6geln den Wanderweg und die Lage der Winterquartiere. Einige der s\u00fcdlicheren Teilpopulationen sind Standv\u00f6gel oder Teilzieher; die n\u00f6rdlicheren dagegen ausgesprochene Zugv\u00f6gel. Die n\u00f6rdlicheren Populationen \u201e\u00fcberrollen\u201c teilweise w\u00e4hrend des Zuges die in der N\u00e4he der Brutreviere verbleibenden s\u00fcdlichen Populationen und halten sich w\u00e4hrend des Winterhalbjahres deutlich weiter s\u00fcdlich auf als diese.<\/p>\n<p>Der bisherige Rekordhalter unter den Kanadag\u00e4nsen erreichte ein Lebensalter von 33 Jahren. Es handelte sich dabei um eine in Gefangenschaft gehaltene Gans. In freier Wildbahn sterben Kanadag\u00e4nse in der Regel deutlich fr\u00fcher. \u00dcber ihr maximales Lebensalter liegen nur wenige Daten vor. Kanadag\u00e4nse, die in freier Wildbahn \u00e4lter als zw\u00f6lf Jahre werden, d\u00fcrften jedoch die Ausnahme darstellen. Nach amerikanischen Untersuchungen liegt die j\u00e4hrliche Mortalit\u00e4tsrate bei ausgewachsenen, standorttreuen Kanadag\u00e4nsen bei etwa 10&nbsp;%. Bei den G\u00e4nsen, die sich im Sommer dagegen auf den Mauserzug begeben und nach Norden migrieren, liegt die Mortalit\u00e4tsrate bei 23&nbsp;%. Die Zusammensetzung dieser beiden Gruppen ist jedoch nicht identisch \u2013 auf den Zug nach Norden begeben sich junge, nicht erfahrene G\u00e4nse sowie solche, die nicht zum Br\u00fcten kamen. Bei letzteren kann eine durch Krankheit und Alter geschw\u00e4chte Verfassung die Ursache f\u00fcr den ausbleibenden Bruterfolg sein, der auf dem Zug in die Mausergebiete auch zu einer h\u00f6heren Sterblichkeit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ausgewachsene, gesunde Kanadag\u00e4nse werden nur sehr selten durch Fressfeinde geschlagen. Kanadag\u00e4nse sind wachsame und wehrhafte V\u00f6gel, die sich normalerweise jeder Ann\u00e4herung von potentiellen Fressfeinden durch Flucht entziehen. Es sind daher eher geschw\u00e4chte, kranke G\u00e4nse, die vorwiegend in der Nacht von Raubs\u00e4ugern wie <a title=\"Rotfuchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfuchs\">Rotfuchs<\/a>, <a title=\"Wolf\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf\">Wolf<\/a> oder <a title=\"Kojote\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kojote\">Kojote<\/a> geschlagen werden. Tags\u00fcber fallen solche G\u00e4nse auch gro\u00dfen Greifv\u00f6geln wie etwa dem <a title=\"Wei\u00dfkopfseeadler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fkopfseeadler\">Wei\u00dfkopfseeadler<\/a> zum Opfer. Einfluss auf die Populationsgr\u00f6\u00dfe haben eher Klimabedingungen, die das Nahrungsangebot negativ beeinflussen. Nach harten Wintern sind die G\u00e4nse h\u00e4ufig in so schlechter k\u00f6rperlicher Verfassung, dass dies ihren Bruterfolg erheblich mindert. Mangelndes Nahrungsangebot in den Gebieten, in denen die V\u00f6gel sich zum Mausern einfinden, kann im Extremfall zum Hungertod der V\u00f6gel f\u00fchren oder ihre Fitness so negativ beeinflussen, dass sie den Winter nicht \u00fcberstehen. Ihre fehlende Flugf\u00e4higkeit in dieser Zeit bedingt, dass sie nicht in der Lage sind, bessere Nahrungsgr\u00fcnde aufzusuchen. <a title=\"Protozoen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Protozoen\">Protozoen<\/a> scheinen Kanadag\u00e4nse besonders h\u00e4ufig zu befallen. Diese Blutparasiten k\u00f6nnen insbesondere bei Jungv\u00f6geln eine hohe Sterblichkeit verursachen.<\/p>\n<p>Die jungen G\u00e4nse sind einem h\u00f6heren Druck durch Fressfeinde ausgesetzt. Nach einzelnen Untersuchungen sterben 2,9 Prozent der G\u00f6ssel in ihren ersten f\u00fcnf Lebenswochen. Das ist im Vergleich zu Enten wie etwa der <a title=\"Stockente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stockente\">Stockente<\/a> sehr niedrig und darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Gans und Ganter die G\u00f6ssel bewachen und verteidigen. Ein G\u00e4nsepaar kann gemeinsam den Angriff von Raubs\u00e4ugern auf ihre Brut in der Regel erfolgreich abwehren. Die Abwesenheit eines der Elternv\u00f6gel erh\u00f6ht jedoch die Erfolgschancen von <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Pr\u00e4datoren<\/a> deutlich. Ung\u00fcnstige Wetterverh\u00e4ltnisse haben dagegen einen st\u00e4rkeren Einfluss auf die \u00dcberlebenschance des Nachwuchses. Je h\u00f6her die Niederschlagsmenge in den ersten Wochen nach dem Schlupf ist, desto weniger Jungg\u00e4nse \u00fcberleben die ersten drei Monate.<\/p>\n<p>Im Juli 2004 entschied sich die American Ornithologist Union (AOU), eine Reihe von Unterarten der Kanadagans einer eigenst\u00e4ndigen Art zuzuordnen. Die Neuordnung der Art wurde seit langem diskutiert. Einige <a class=\"mw-redirect\" title=\"Taxonom\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taxonom\">Taxonomen<\/a> hatten bereits in den 1970er und 80er Jahre vorgeschlagen, die in K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gefiederf\u00e4rbung so variable Art in bis zu vier neue Arten aufzuteilen. Die Unterschiede zwischen den in der Tundra br\u00fctenden kleinen Arten, die sich auch in der Stimme von den weiter s\u00fcdlich br\u00fctenden Unterarten unterschied, waren dabei besonders augenf\u00e4llig. Als Gegenargument wurde jedoch immer wieder angef\u00fchrt, dass ausgedehnte Areale bestehen, in denen Mischpopulationen unterschiedlicher Unterarten existieren. Genetische Untersuchungen haben den Unterschied zwischen den in der Tundra br\u00fctenden Arten und denen weiter s\u00fcdlich vorkommenden best\u00e4tigt. Die n\u00f6rdlichen Unterarten sind mit den anderen Meerg\u00e4nsen \u2013 insbesondere mit der Ringelgans \u2013 n\u00e4her verwandt als mit den s\u00fcdlichen Unterarten der Kanadagans. Die Zwergkanadagans (Branta hutchinsii) wird seitdem als selbst\u00e4ndige Art neben der Kanadagans anerkannt. Die British Ornithologists Union folgte dieser Entscheidung im Juni 2005.<\/p>\n<p>Seitdm werden folgende Unterarten nicht mehr der Art <em>canadensis<\/em>, sondern der Art <em>hutchinsii<\/em> zugerechnet:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Branta hutchinsii hutchinsii<\/em><\/li>\n<li><em>Branta hutchinsii asiatica<\/em><\/li>\n<li><em>Branta hutchinsii leucopareia<\/em><\/li>\n<li><em>Branta hutchinsii minima<\/em><\/li>\n<li><em>Branta hutchinsii taverneri<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Mensch_und_Kanadagans\" class=\"mw-headline\">Mensch und Kanadagans<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Einb.C3.BCrgerung_in_Europa_und_Neuseeland\" class=\"mw-headline\">Einb\u00fcrgerung in Europa und Neuseeland<\/span><\/h3>\n<p>Kanadag\u00e4nse sind mittlerweile sowohl in Europa als auch in Neuseeland als Brutv\u00f6gel fest etabliert. In beiden Regionen haben sie sich als unproblematische <a class=\"mw-redirect\" title=\"Neozoen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neozoen\">Neozoen<\/a> erwiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die erfolgreiche Wiedereinb\u00fcrgerung und Bestandserholung der Graugans f\u00e4llt teilweise mit einem starken Populationsanstieg von Kanadag\u00e4nsen zusammen. Dies war m\u00f6glich, weil zwischen den Arten trotzdem eine Reihe wichtiger Unterschiede in den Umweltanspr\u00fcchen besteht. Auf Grund des langen Halses k\u00f6nnen Kanadag\u00e4nse noch in Gew\u00e4ssertiefen gr\u00fcndeln, die der Graugans nicht zug\u00e4nglich sind. Die Graugans bevorzugt au\u00dferdem f\u00fcr ihre Brutreviere Habitate mit etwas h\u00f6herer Vegetation als die Kanadagans. Tendenziell ist die Kanadagans dabei die Art, die die N\u00e4he des Menschen st\u00e4rker toleriert und eher als die Graugans an Parkgew\u00e4ssern und Seen mit starker Freizeitnutzung durch den Menschen zu finden ist. In Regionen mit einer hohen Bestandsdichte an G\u00e4nsen ist die Nistplatzkonkurrenz zwischen den beiden Arten allerdings hoch. Dort kommt es auch zu Hybriden zwischen Graugans und Kanadagans. Die genetischen Unterschiede der zu unterschiedlichen Gattungen geh\u00f6renden G\u00e4nse sind allerdings so gro\u00df, dass diese Kreuzungen unfruchtbar sind.<\/p>\n<p>Einer bestimmten Unterart lassen sich die in Europa und Neuseeland vorkommenden G\u00e4nse nicht zuordnen. Sie sind eine Mischung der Unterarten <em>canadensis<\/em>, <em>interior<\/em>, <em>maxima<\/em> und <em>moffitti<\/em>.<\/p>\n<p>Kanadag\u00e4nse wurden bereits im 17. Jahrhundert nach England eingef\u00fchrt. Um 1665 erwarben Agenten des K\u00f6nigs <a title=\"Karl II. (England)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_II._(England)\">Charles<\/a> f\u00fcr ihn die ersten Kanadag\u00e4nse. Belegt ist, dass auch Charles\u2019 Nachfolger <a title=\"Jakob II. (England)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jakob_II._(England)\">James II.<\/a> sie im Jahre 1678 im <a class=\"new\" title=\"St. James Park (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=St._James_Park&amp;action=edit&amp;redlink=1\">St. James Park<\/a> als Teil seiner Wassergefl\u00fcgelsammlung hielt. Popul\u00e4r wurde ihre Haltung jedoch erst etwa ein Jahrhundert sp\u00e4ter, als sich in der Gartenkunst der Wandel vom geometrisch angelegten <a title=\"Barockgarten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barockgarten\">Barockgarten<\/a> zu dem weitl\u00e4ufigen, der Natur nachempfundenen Landschaftsgarten vollzog. Typisch f\u00fcr diese Gr\u00fcnanlagen rund um die englischen Landsitze waren gro\u00dfe, aufgestaute Seen. 1762 legte beispielsweise der bekannte britische <a class=\"mw-redirect\" title=\"Landschaftsg\u00e4rtner\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landschaftsg%C3%A4rtner\">Landschaftsg\u00e4rtner<\/a> <a title=\"Capability Brown\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Capability_Brown\">Capability Brown<\/a> den gro\u00dfen, etwa eine <a title=\"Meile\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meile\">Meile<\/a> langen See von <a title=\"Holkham Hall\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holkham_Hall\">Holkham Hall<\/a> an. Anschlie\u00dfend wurden Kanada- und <a title=\"Nilgans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nilgans\">Nilg\u00e4nse<\/a> auf diesem See ausgesetzt. Nicht allen Nachk\u00f6mmlingen dieser G\u00e4nse wurden die Schwungfedern beschnitten; Teile dieser Populationen entkamen bereits zu diesem Zeitpunkt und besiedelten die Region rund um diesen in <a title=\"Norfolk\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norfolk\">Norfolk<\/a> gelegenen Landsitz. \u00c4hnliches vollzog sich auf anderen Landsitzen \u2013 wo gro\u00dfe Wasserfl\u00e4chen angelegt wurden, hielt man auch Schw\u00e4ne, G\u00e4nse und Enten und unter den gehaltenen Arten befanden sich h\u00e4ufig die robusten und zahm werdenden Kanadag\u00e4nse.<\/p>\n<p>1953 wurde erstmals in Gro\u00dfbritannien eine Z\u00e4hlung frei lebender Kanadag\u00e4nse vorgenommen. Die Z\u00e4hlung ergab lediglich eine Population von 2.200 bis 4.000 G\u00e4nsen. Die meisten von ihnen kamen in der Region rund um Holkham Hall vor; ihre Anzahl war dort bereits so hoch, dass die Landwirte dieser Region sich \u00fcber Sch\u00e4den durch die auf den \u00c4ckern weidenden G\u00e4nse beklagten. Um die Probleme durch den hohen Bestand an G\u00e4nsen zu verringern, wurden Teile der Population eingefangen und in geeigneten anderen Gebieten wieder ausgesetzt. Die Aktion war mit der Hoffnung verbunden, dass sich kleine Gruppen von G\u00e4nsen als weniger problematisch erweisen w\u00fcrden. Erwartet wurde auch, dass in Regionen wie dem <a title=\"Themse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Themse\">Themsetal<\/a>, den <a title=\"West Midlands (Region)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/West_Midlands_(Region)\">West Midlands<\/a> und <a title=\"Yorkshire\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yorkshire\">Yorkshire<\/a>, wo im Herbst und Winter traditionell Enten und G\u00e4nse gejagt werden, die Bejagung die Anzahl der G\u00e4nse niedrig halten w\u00fcrde. Beide Erwartungen traten jedoch nicht ein. Die in kleinen Gruppen aufgeteilten G\u00e4nse vermehrten sich st\u00e4rker als zuvor. Eine Bejagung der G\u00e4nse erfolgte zwar und in den 1980er Jahren machten Kanadag\u00e4nse etwa 15&nbsp;% der in Gro\u00dfbritannien erlegten G\u00e4nse aus. Einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an der <a title=\"Jagdstrecke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagdstrecke\">Jagdstrecke<\/a> britischer J\u00e4ger hatten lediglich Graugans und <a title=\"Kurzschnabelgans\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzschnabelgans\">Kurzschnabelgans<\/a>, die Bejagung blieb jedoch weitgehend ohne negative Wirkung auf den Populationsanstieg der Kanadag\u00e4nse. 1976 betrug die britische Population fast 20.000 und 1985 bereits 39.000 G\u00e4nse. Bei den in Yorkshire vorkommenden G\u00e4nsen entwickelte sich au\u00dferdem auch ein Mauserzug-Verhalten \u2013 \u00e4hnlich wie man es in Nordamerika von der Riesen-Kanadagans kennt. Noch nicht geschlechtsreife G\u00e4nse sowie G\u00e4nse, deren Brutversuch fr\u00fchzeitig scheiterte, migrieren nach Norden und halten sich im Sommer in der N\u00e4he von <a title=\"Inverness\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inverness\">Inverness<\/a> auf, 500 Kilometer n\u00f6rdlich des Brutgebietes ihrer Teilpopulation.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1785 sind Kanadag\u00e4nse auch auf dem europ\u00e4ischen Festland als Ziergefl\u00fcgel belegt. Die Motive f\u00fcr ihre Haltung waren \u00e4hnlich wie in Gro\u00dfbritannien \u2013 die gro\u00dfen Seen der neu angelegten Landschaftsparks verlangten nach einer \u201eBelebung\u201c durch Wassergefl\u00fcgel und neben den \u00e4sthetisch als besonders reizvoll empfundenen Schw\u00e4nen wurden auch G\u00e4nse und Enten gehalten. \u00c4hnlich wie in Gro\u00dfbritannien begann sich die Kanadagans erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa weitr\u00e4umig auszubreiten. Dazu haben entflohene G\u00e4nse aus der Ziergefl\u00fcgelhaltung ebenso beigetragen wie gezielte Auswilderungen. Der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ornithologe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ornithologe\">Ornithologe<\/a> <a title=\"Bengt Berg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bengt_Berg\">Bengt Berg<\/a> hat beispielsweise in den 1930er Jahren Kanadag\u00e4nse im <a title=\"Kalmarsund\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalmarsund\">Kalmarsund<\/a> im S\u00fcdosten <a title=\"Schweden\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">Schwedens<\/a> angesiedelt. Diese ausgewilderten G\u00e4nse gelten als die wichtigste Stammpopulation der heute in Skandinavien beheimateten G\u00e4nse. Der deutliche Anstieg der europ\u00e4ischen Population, der mit einer erheblichen Ausweitung des Brutareals einherging, begann in den 1960er Jahren. 1970 br\u00fcteten die ersten G\u00e4nse in <a title=\"Norwegen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegen<\/a>, wenig sp\u00e4ter auch in <a title=\"Finnland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnland<\/a> und <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a>. In den 1980er Jahren lebten beispielsweise in Finnland bereits 3.000 Kanadag\u00e4nse, die im Winter nach S\u00fcden migrierten. Seit 1950 wurden Kanadag\u00e4nse als Durchz\u00fcgler und Winterg\u00e4ste (Mitte Oktober bis Ende M\u00e4rz) im Norden der BRD beobachtet. Anfang der 1990er Jahre hatten sich zwischen 400 und 600 Brutpaare auch in Deutschland etabliert. F\u00fcr 2005 wurden 1.500 Brutpaare und mehr als 6.000 Individuen gemeldet. F\u00fcr ganz Europa wurden f\u00fcr 2010 60.000 Brutpaare und 350.000 Individuen angegeben.<\/p>\n<h4><span id=\"Neuseeland\" class=\"mw-headline\">Neuseeland<\/span><\/h4>\n<p>Anders als in Gro\u00dfbritannien und Kontinentaleuropa wurden Kanadag\u00e4nse in Neuseeland nicht als Ziergefl\u00fcgel, sondern als Jagdwild eingef\u00fchrt. Auch hier waren es vor allem die Unterarten aus dem Osten Nordamerikas, die eingef\u00fchrt wurden. Mittlerweile kommt die Kanadagans in ganz Neuseeland vor, wobei sie sich besonders stark im S\u00fcden Neuseelands ausbreiten konnte.<\/p>\n<p>Erste Kanadag\u00e4nse wurden bereits 1876 und 1879 in Neuseeland ausgewildert. Dieser Bestand konnte sich jedoch nicht etablieren. Der heutige Bestand auf Neuseeland wird weitgehend auf 50 Kanadag\u00e4nse zur\u00fcckgef\u00fchrt, die 1905 auf der S\u00fcdinsel ausgesetzt wurden. Weitere Auswilderungen erfolgten bis 1920. Bereits 1925 wurde diese Gans in der Regionen <a title=\"Otago (Region)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otago_(Region)\"><span lang=\"mi\">Otago<\/span><\/a> und <a title=\"Canterbury (Region)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Canterbury_(Region)\">Canterbury<\/a> in <a title=\"Neuseeland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuseeland\">Neuseeland<\/a> zum Jagdwild deklariert. Auch hier erwies sich die Jagd auf die Kanadag\u00e4nse nicht als bestandslimitierender Faktor. Bereits in den 1950er Jahren begannen neuseel\u00e4ndische Landwirte \u00fcber Weidesch\u00e4den zu klagen, die diese G\u00e4nse verursachten. Der neuseel\u00e4ndische Wildlife Service schoss schon 1950 3.000 G\u00e4nse, um landwirtschaftliche Sch\u00e4den einzud\u00e4mmen, trotzdem betrug die Populationszahl Ende der 1980er Jahre 20.000 Individuen. Zu ihrem Ausbreitungserfolg trug dabei erheblich bei, dass die Lebensbedingungen in Neuseeland sich nur unwesentlich von denen in Nordamerika unterscheiden. Neuseel\u00e4ndische Landwirte haben au\u00dferdem aus der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re Grasarten importiert, die als Futterpflanze von den Kanadag\u00e4nsen auch dort genutzt werden.<\/p>\n<p>Kanadag\u00e4nse sind auf Neuseeland Teilzieher. W\u00e4hrend einige Populationen in der N\u00e4he ihrer Brutpl\u00e4tze \u00fcberwintern, zieht die gro\u00dfe Zahl an Kanadag\u00e4nsen, die am <a title=\"Lake Ellesmere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lake_Ellesmere\">Lake Ellesmere<\/a> br\u00fcten, ab Ende August in den Norden der S\u00fcdinsel. Nicht br\u00fctende ausgewachsene Kanadag\u00e4nse kehren bereits im fr\u00fchen Dezember zum Lake Ellesmere zur\u00fcck, um dort zu mausern. Die an diesem See erfolgreich br\u00fctenden Kanadag\u00e4nse sowie die Jungv\u00f6gel kehren im Zeitraum M\u00e4rz bis Mai zur\u00fcck.<\/p>\n<h4><span id=\"Gesamtbestand\" class=\"mw-headline\">Gesamtbestand<\/span><\/h4>\n<p>Die <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> beziffert den Gesamtbestand der Art auf 1 bis 10 Millionen Tiere und stuft die Art als ungef\u00e4hrdet ein.<\/p>\n<h3><span id=\"Jagd\" class=\"mw-headline\">Jagd<\/span><\/h3>\n<p>\u00dcber die Jagd auf Kanadag\u00e4nse durch indigene nordamerikanische V\u00f6lker vor Einf\u00fchrung des Gewehrs ist wenig bekannt. F\u00fcr die Cree-Indianer in der Region der Hudson Bay war die Kanadagans zumindest noch in den 1950er Jahren wichtiger Bestandteil der Ern\u00e4hrung, wenn im Fr\u00fchjahr andere Nahrungsmittel nicht zur Verf\u00fcgung standen. Ob dies auch f\u00fcr die Zeit vor der Besiedlung durch europ\u00e4ische Siedler, der mit ihnen einhergehenden Ver\u00e4nderung des nordamerikanischen Biosystems und vor allem vor Einf\u00fchrung von Feuerwaffen gilt, ist zumindest nicht belegt. Wie alle G\u00e4nse sind jedoch Kanadag\u00e4nse allein wegen der Menge an Fleisch, die sie repr\u00e4sentieren, eine attraktive Jagdbeute. Die Jagd mit Pfeil und Bogen auf eine auffliegende Gans ist allerdings un\u00f6konomisch; der wahrscheinliche Verlust des aufwendig hergestellten Pfeils im Wasser \u00fcberwiegt in der Regel den Gewinn einer nur potentiell m\u00f6glichen Jagdbeute. F\u00fcr den Menschen erreichbarer waren mausernde und damit flugunf\u00e4hige G\u00e4nse. Die Eskimos im Norden Kanadas, Alaskas und im nord\u00f6stlichen Russland machten traditionell Jagd auf flugunf\u00e4hige G\u00e4nse. Ihre Jagdtechniken werden heute noch verwendet, um Kanadag\u00e4nse zu beringen. Das Verhalten der flugunf\u00e4higen G\u00e4nse ist so vorhersehbar, dass sie sich \u201etreiben\u201c lassen. Eine Fanganlage aus Netzen wird an einer geeigneten Stelle errichtet und die G\u00e4nse werden von einer Gruppe von Personen zu Fu\u00df oder in Booten in diese Fanganlage hineingetrieben.<\/p>\n<p>Die Jagd auf G\u00e4nse mit dem Gewehr intensivierte sich ab dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert und nahm weiter zu, als die Gewehre immer zuverl\u00e4ssiger und zielgenauer wurden. Hunderassen wie <a title=\"Labrador Retriever\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Labrador_Retriever\">Labrador Retriever<\/a>, <a title=\"Chesapeake Bay Retriever\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chesapeake_Bay_Retriever\">Chesapeake Bay Retriever<\/a> und <a title=\"Golden Retriever\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golden_Retriever\">Golden Retriever<\/a> sind Hunderassen, die speziell f\u00fcr die Jagd auf Wassergefl\u00fcgel gez\u00fcchtet wurden. In Nordamerika wurde die Jagd auf Kanadag\u00e4nse zum Volkssport, bei dem die J\u00e4ger versuchten, sich gegenseitig mit dem Abschuss der jeweils schwersten Gans zu \u00fcbertrumpfen. Der Ornithologe Harold C. Hanson, der in den 1960er Jahren die ausgestorben geglaubte Riesenkanadagans wiederentdeckte, hat versucht, ihr urspr\u00fcngliches Verbreitungsgebiet anhand von Jagdberichten \u00fcber ungew\u00f6hnlich schwere Kanadag\u00e4nse zu rekonstruieren. Inwieweit der R\u00fcckgang der Best\u00e4nde dieser Unterart auf die Bejagung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, l\u00e4sst sich nicht mehr feststellen. Gro\u00dfen Einfluss auf den Bestand hat mit Sicherheit auch die Ver\u00e4nderung ihres Lebensraumes durch die zunehmende Besiedelung durch den Menschen gehabt.<\/p>\n<p>In Euroa zumindest lie\u00dfen sich die Best\u00e4nde der Kanadag\u00e4nse nicht durch die Jagd regulieren. In Gro\u00dfbritannien ist ein Teil der Kanadaganspopulation nicht bejagbar, weil sie in zu gro\u00dfer N\u00e4he zum Menschen siedeln. In anderen Regionen hat die Kanadagans sogar von der Jagd profitiert: In Neuseeland hat man sie gezielt eingef\u00fchrt, weil man mit ihr ein attraktives Jagdwild ansiedeln wollte. In Schweden profitierte sie in ihrer Populationsentwicklung von dem gezielten Angebot von Nisthilfen durch J\u00e4ger. Heute ist sie nicht zuletzt deswegen die h\u00e4ufigste und am weitesten verbreitete Gans Schwedens.<\/p>\n<h4><span id=\"Landwirtschaft\" class=\"mw-headline\">Landwirtschaft<\/span><\/h4>\n<p>Die meisten der Wildgansarten k\u00f6nnen auf Weidefl\u00e4chen und Getreide\u00e4ckern betr\u00e4chtliche Sch\u00e4den anrichten. Landwirte werden heute in vielen Regionen daf\u00fcr entsch\u00e4digt. Dies ist aber nicht \u00fcberall der Fall. So zahlt zum Beispiel der Freistaat <a title=\"Sachsen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachsen\">Sachsen<\/a> keine Entsch\u00e4digungen f\u00fcr Ertragsausf\u00e4lle, die auf G\u00e4nse oder Schw\u00e4ne zur\u00fcckgehen. Bei der Festsetzung der Schadensh\u00f6he m\u00fcssen au\u00dferdem so unterschiedliche Faktoren wie die Dauer der Beweidung, der Zeitpunkt, die betroffene Feldfrucht, Witterungsbedingungen und Bodenzustand ber\u00fccksichtigt werden. Auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen \u00e4sende G\u00e4nse richten nicht zwangsl\u00e4ufig Sch\u00e4den an \u2013 Untersuchungen haben gezeigt, dass der Ertrag eines Ackers nach erfolgter G\u00e4nsebeweidung bis zu 10 Prozent ansteigen kann, wenn der Boden trocken oder gefroren ist und die Getreidepflanzen bereits das vierte oder f\u00fcnfte Blatt getrieben haben. Die Beweidung f\u00fchrt dann zu einer besseren Bestockung der Pflanzen und damit h\u00f6heren Ernteertr\u00e4gen. Sie wirkt sich auf die Ertr\u00e4ge des Ackers negativ aus, je feuchter der Boden und je j\u00fcnger die gekeimte Saat zum Zeitpunkt der Beweidung war. Auf sehr nassen und weichen B\u00f6den k\u00f6nnen auch weit entwickelte Getreidepflanzen, die unter anderen Bedingungen von der Beweidung durch G\u00e4nse profitieren w\u00fcrden, durch die zupfende \u00c4sbewegung der G\u00e4nse herausgezogen werden. Noch sch\u00e4digender ist unter diesen Bodenbedingungen die Verdichtung des Bodens durch den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Vertritt\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertritt\">G\u00e4nsetritt<\/a>. An Stellen, an denen viele G\u00e4nse passieren, kann sich der Boden so weit verdichten, dass Getreidepflanzen wegen mangelnder Bodenbel\u00fcftung absterben. Auf Weiden ist der Schaden durch Kanadag\u00e4nse schwieriger zu messen. Als Daumenregel gilt jedoch, dass f\u00fcnf Kanadag\u00e4nse etwa den Nahrungsbedarf eines Schafes haben.<\/p>\n<p>Die stellenweise ganzj\u00e4hrige Anwesenheit und hohe Siedlungsdichte der Kanadagans schafft generell ein h\u00f6heres Schadenspotential als bei Wildgansarten, die sich nur zu bestimmten Zeitpunkten ihres Zuges auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen einfinden \u2013 Landwirte haben weniger M\u00f6glichkeiten, m\u00f6gliche Sch\u00e4den durch eine andere Fruchtfolge oder \u00c4nderung der Bestellzeiten zu begrenzen. Kanadag\u00e4nse finden sich beispielsweise in fast erntereifen Getreidefeldern ein, um die \u00c4hren leer zu fressen. Auch die Kolben von durch Wind oder Regen niedergedr\u00fcckten Maispflanzen werden gelegentlich von ihnen abgeerntet. Wie andere G\u00e4nse sind Kanadag\u00e4nse in der Lage, neue Nahrungsquellen schnell zu erschlie\u00dfen, und sch\u00e4digen neben Weide- und Getreidefl\u00e4chen auch Tomatenplantagen, Kohl-, Zucker- oder Mohrr\u00fcbenfelder. Dort wo sich Kanadag\u00e4nse ganzj\u00e4hrig aufhalten, sind abwehrende Ma\u00dfnahmen wie Vogelscheuchen oder im Wind flatternde Plastikb\u00e4nder oder Aluminiumstreifen au\u00dferdem schwieriger zu etablieren. G\u00e4nse erkennen in verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzer Zeit, wenn von ihnen keine reale Gefahr ausgeht. Bei britischen Versuchen mit einer menschen\u00e4hnlichen Vogelscheuche, die batteriebetrieben in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Arme und Kopf bewegte, hatten G\u00e4nse innerhalb von 14 Tagen sie als so harmlos eingestuft, dass sie in ihrer unmittelbaren N\u00e4he weideten.<\/p>\n<h4><span id=\".C3.96kosysteme\" class=\"mw-headline\">\u00d6kosysteme<\/span><\/h4>\n<p>Kanadag\u00e4nse besiedeln auch Parks und park\u00e4hnliche Gel\u00e4nde. Die gro\u00dfen F\u00e4kalienmengen, die sie dabei hinterlassen, verschmutzen sowohl Wege und Rasenfl\u00e4che und eutrophieren die Gew\u00e4sser. Die w\u00e4hrend der Brutzeit deutlich aggressiveren G\u00e4nse k\u00f6nnen auch zu einer Einschr\u00e4nkung der Nutzung durch den Menschen f\u00fchren. Durch die hohe Aggressivit\u00e4t k\u00f6nnen andere Wasserv\u00f6gel von ihrem Brutplatz vertrieben werden bzw. eine Ansiedlung verhindert werden. Es kann zur unerw\u00fcnschten Hybridisierung mit der Graugans kommen. Mit einheimischen G\u00e4nsearten und der <a title=\"Pfeifente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfeifente\">Pfeifente<\/a> besteht eine Nahrungskonkurrenz. R\u00f6hrichtbest\u00e4nde k\u00f6nnen so abgefressen werden, dass sie als Lebensraum, hier Brutplatz, f\u00fcr R\u00f6hrrichtv\u00f6gel ungeeignet sind. Es wird f\u00fcr Deutschland eine Beseitigung (Fang und Abschuss) lokaler Best\u00e4nde gefordert, damit sich keine gr\u00f6\u00dferen Populationen aufbauen. Wegen des Aufwandes erscheint eine europaweite Bek\u00e4mpfung nicht durchf\u00fchrbar.<\/p>\n<h4><span id=\"Luftverkehr\" class=\"mw-headline\">Luftverkehr<\/span><\/h4>\n<p>Aufgrund ihres hohen Gewichts stellen Kanadag\u00e4nse eine Gefahr f\u00fcr den Luftverkehr dar. So musste ein Airbus A320 im <a title=\"Hudson River\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudson_River\">Hudson River<\/a> <a title=\"Notwasserung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Notwasserung\">notwassern<\/a>, nachdem kurz nach dem Start mehrere Kanadag\u00e4nse in seine <a title=\"Mantelstromtriebwerk\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mantelstromtriebwerk\">Mantelstromtriebwerke<\/a> geraten waren und diese dadurch ausfielen (siehe <a title=\"US-Airways-Flug 1549\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/US-Airways-Flug_1549\">US-Airways-Flug <\/a><\/p>\n<p>Dem Bildhauer <a class=\"new\" title=\"William Lishman (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=William_Lishman&amp;action=edit&amp;redlink=1\">William Lishman<\/a> gelang es im Herbst 1993, eine kleine Schar von Menschen aufgezogener Kanadag\u00e4nse mit einem Ultraleichtflugzeug von Ontario in \u00dcberwinterungsgebiete nach Virginia zu f\u00fchren. Fast alle dieser G\u00e4nse kehrten im Fr\u00fchjahr 1994 selbst\u00e4ndig auf die Farm zur\u00fcck, auf der man sie aufgezogen hatte. Das Experiment wiederholte er 1994 mit einer noch gr\u00f6\u00dferen Gruppe von G\u00e4nsen, f\u00fcr die man als \u00dcberwinterungsquartier ein Wildschutzgebiet in dem weiter s\u00fcdlich gelegenen South Carolina w\u00e4hlte.<sup id=\"cite_ref-46\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanadagans#cite_note-46\">[46]<\/a><\/sup> Auch dieses zweite Experiment, das von Biologen und Natursch\u00fctzern wissenschaftlich begleitet wurde, war erfolgreich. Mit dieser Pioniertat konnte er zeigen, dass es M\u00f6glichkeiten gibt, auch in k\u00fcnstlicher Umgebung aufgezogenen Zugv\u00f6geln ein nat\u00fcrliches Zugverhalten anzutrainieren. Dies ist f\u00fcr den Erhalt bedrohter Zugvogelarten wie <a title=\"Trompeterschwan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trompeterschwan\">Trompeterschw\u00e4ne<\/a> oder <a title=\"Schreikranich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schreikranich\">Schreikraniche<\/a> von wesentlicher Bedeutung. Zur Gef\u00e4hrdung dieser Arten tr\u00e4gt bei, dass ihre \u00dcberwinterungsgebiete vernichtet wurden oder sie auf ihrem Zug Routen nutzen, auf denen sie in besonderer Weise gef\u00e4hrdet sind. Teilweise existiert von diesen Arten nur noch eine auf ein einziges Gebiet begrenzte Population. Erfahrungen mit <a title=\"Endemit\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Endemit\">endemischen<\/a> Arten wie etwa dem <a title=\"Angela-Walds\u00e4nger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angela-Walds%C3%A4nger\">Angela-Walds\u00e4nger<\/a> oder der <a title=\"Puerto-Rico-Amazone\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Puerto-Rico-Amazone\">Puerto-Rico-Amazone<\/a> haben gezeigt, dass eine einzelne Naturkatastrophe oder Krankheitsausbruch sich auf die Individuenanzahl einer solchen Art drastisch auswirken und zum vollst\u00e4ndigen Aussterben der Art f\u00fchren kann. Um dieses Risiko zu verringern, kann es sinnvoll sein, geeignete Habitate mit Teilen der noch existierenden Population neu zu besiedeln. Im Idealfall bietet das neue Habitat so gute Bedingungen, dass auch die Reproduktionsrate einer Art deutlich ansteigt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei Standv\u00f6geln die Umsiedlung eine bereits seit mehreren Jahrzehnten mit Erfolg praktizierte Erhaltungsstrategie war, galt sie bei Zugv\u00f6geln mit erlernten Wanderrouten als wenig aussichtsreich. Bis zu Lishmans erfolgreichem Experiment mit Kanadag\u00e4nsen schien es keine M\u00f6glichkeit zu geben, ihnen ein ad\u00e4quates Zugverhalten anzutrainieren.<\/p>\n<p>Lishmans Flug mit den Kanadag\u00e4nsen war die Inspiration zu dem Film <em><a title=\"Amy und die Wildg\u00e4nse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amy_und_die_Wildg%C3%A4nse\">Amy und die Wildg\u00e4nse<\/a><\/em>, in dem die junge Titelheldin mit einem Ultraleichtflugzeug ihre handaufgezogenen Kanadag\u00e4nse in ein geeignetes \u00dcberwinterungshabitat f\u00fchrt. Tierfilmer verwenden f\u00fcr ihre Aufnahmen mittlerweile ebenfalls Leichtflugzeuge, um Nahaufnahmen von fliegenden V\u00f6geln zu machen. Filme wie <em><a title=\"Nomaden der L\u00fcfte \u2013 Das Geheimnis der Zugv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nomaden_der_L%C3%BCfte_%E2%80%93_Das_Geheimnis_der_Zugv%C3%B6gel\">Nomaden der L\u00fcfte \u2013 Das Geheimnis der Zugv\u00f6gel<\/a><\/em> werden erst durch Aufnahmen m\u00f6glich, die aus Leichtflugzeugen gemacht werden.<\/p>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>foto:Mihai Baciu<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Kanadagans (Branta canadensis) ist eine Vogelart aus der Familie der Entenv\u00f6gel (Anatidae) und gilt als die weltweit am h\u00e4ufigsten vorkommende Gans. Ihr urspr\u00fcngliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika. Sie ist dort ein Charaktervogel des Tieflandes und br\u00fctet an Binnenseen der Pr\u00e4rie- und Ackerbaugebiete. 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