{"id":5145,"date":"2017-07-04T16:18:45","date_gmt":"2017-07-04T14:18:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/sakerfalke-falco-cherrug\/"},"modified":"2017-07-04T16:29:33","modified_gmt":"2017-07-04T14:29:33","slug":"sakerfalke-falco-cherrug","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/sakerfalke-falco-cherrug\/","title":{"rendered":"Sakerfalke (Falco cherrug)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Sakerfalke<\/strong>, <strong>Saker<\/strong> oder <strong>W\u00fcrgfalke<\/strong> (<em>Falco cherrug<\/em>) ist ein gro\u00dfer <a title=\"Falken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falken\">Falke<\/a> der <a title=\"Steppe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppen<\/a> und Waldsteppengebiete Osteuropas und Zentralasiens. Seine westlichsten Vorkommen liegen in \u00d6sterreich und in Ungarn, wo sein Gefieder mehr grau als sandfarben ist. Gelegentlich br\u00fctet die Art auch in Deutschland. Der Saker z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften und schwersten Arten innerhalb der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Unterfamilie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterfamilie_%28Biologie%29\">Unterfamilie<\/a> der Eigentlichen Falken. Gemeinsam mit dem <a title=\"Gerfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerfalke\">Gerfalken<\/a> z\u00e4hlt der Sakerfalke zu den beliebtesten Jagdfalken im Nahen Osten. Da der Bestand nicht sehr gro\u00df ist und f\u00fcr den Sakerfalken hohe Preise gezahlt werden, wirkt sich dies potentiell bestandsgef\u00e4hrdend aus.<\/p>\n<p>Der Sakerfalke ist etwa 46 bis 58 Zentimeter gro\u00df, kompakt, kr\u00e4ftig gebaut und hat eine Spannweite von etwa 104 bis 129 Zentimeter. Die Fl\u00fcgel sind lang, breit und spitz, oberseits dunkelbraun, hell gefleckt und geb\u00e4ndert. Die Schwanzoberseite ist hellbraun. Charakteristisch ist der cremefarbige, helle Kopf, der sich von der dunklen Oberseite absetzt. Die Unterseite ist cremefarbig, beim Weibchen mehr und beim M\u00e4nnchen weniger dunkelbraun gefleckt und geb\u00e4ndert. Die Weibchen sind betr\u00e4chtlich gr\u00f6\u00dfer und schwerer als die M\u00e4nnchen. In Mitteleuropa ist die Art feldornithologisch gut bestimmbar, in Gegenden, in denen auch der <a title=\"Lannerfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lannerfalke\">Lannerfalke<\/a> (<em>Falco biarmicus feldeggi<\/em>) vorkommt, zum Beispiel auf dem s\u00fcd\u00f6stlichen <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a>, besteht jedoch erhebliche Verwechslungsgefahr.<\/p>\n<p>Die Zugstrategien des Sakerfalken sind in seinem gesamten Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich. Die europ\u00e4ischen Populationen bleiben bei g\u00fcnstigen Nahrungsverh\u00e4ltnissen im Brutgebiet, ansonsten verstreichen sie ins \u00f6stliche Mittelmeergebiet oder weiter nach S\u00fcden bis Ostafrika.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Ein etwas raues Lahnen und G\u00e4ckern ist &#8211; au\u00dfer am Brutplatz &#8211; relativ selten zu h\u00f6ren.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Falco_cherrug_distr.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/30\/Falco_cherrug_distr.png\/330px-Falco_cherrug_distr.png\" alt=\"\" data-file-width=\"2309\" data-file-height=\"1528\" width=\"330\" height=\"218\"><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none; list-style-image: none; text-indent: -1.5em; margin: 0;\">Jahresvogel<\/li>\n<li style=\"list-style-type: none; list-style-image: none; text-indent: -1.5em; margin: 0;\">Brutvogel<\/li>\n<li style=\"list-style-type: none; list-style-image: none; text-indent: -1.5em; margin: 0;\">Au\u00dferhalb der Brutsaison \/ \u00dcberwinterungsgebiete<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Sakerfalkens sind die Waldsteppen- und Steppenzonen vom S\u00fcdosten Mitteleuropas bis in den Nordwesten Chinas. Die s\u00fcdliche Verbreitungsgrenze verl\u00e4uft durch die T\u00fcrkei und den Iran bis zum Himalaya. Die n\u00f6rdliche Verbreitungsgrenze ist etwa der 56. n\u00f6rdliche Breitengrad.<\/p>\n<p>In Russland sowie der Ukraine ist die Art ein Langstreckenzieher. An der Westgrenze seines Areals h\u00e4lt sich der Sakerfalke auch in den Wintermonaten in der N\u00e4he seiner Brutpl\u00e4tze auf.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>Der Sakerfalke geh\u00f6rt weltweit zu den gef\u00e4hrdetsten Greifvogelarten. Vor allem scheinen jetzt auch die innerasiatischen Best\u00e4nde zusammenzubrechen, w\u00e4hrend sich die europ\u00e4ischen <a title=\"Population (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Population_%28Biologie%29\">Populationen<\/a> leicht erholen und sogar eine leichte Arealausweitung feststellbar ist. Trotzdem wird es in Europa kaum mehr als 700 Brutpaare des Sakerfalken geben \u2013 das bedeutet im Vergleich zum 19. Jahrhundert einen R\u00fcckgang um \u00fcber 90&nbsp;%. Weltweit wird der Bestand des Sakerfalken von der <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> nach Daten von 2003 auf 3.600 bis 4.400 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Die Art wird als &#8222;stark gef\u00e4hrdet&#8220; eingestuft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gute und teilweise expandierende Vorkommen sind besonders in <a title=\"Ungarn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a> mit etwa 120 Paaren und in der <a title=\"Ukraine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine\">Ukraine<\/a> mit rund 100 Paaren zu verzeichnen. Die positive Entwicklung der Best\u00e4nde in Ungarn sind vor allem auf intensive Schutzma\u00dfnahmen zur\u00fcckzuf\u00fchren. So wachsen mehr als 30 Prozent der Jungv\u00f6gel in Kunstnestern heran und die Horste werden \u00fcberwacht. Zudem scheint sich die Art nach dem weitgehenden Verschwinden des <a title=\"Ziesel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziesel\">Ziesels<\/a> in Mitteleuropa erfolgreich auf die Haustaube als Ersatznahrung umgestellt zu haben.<\/p>\n<p>Im deutschen Teil des <a title=\"Elbsandsteingebirge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elbsandsteingebirge\">Elbsandsteingebirges<\/a> br\u00fctete in den Jahren 1997 und 1998 ein Sakerfalkenpaar, es kam allerdings nicht zu dauerhaften Bruterfolgen.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Seine Nahrung besteht w\u00e4hrend der Brutphase haupts\u00e4chlich aus Kleins\u00e4ugern wie <a title=\"Ziesel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziesel\">Zieseln<\/a> sowie w\u00e4hrend des Zuges und im \u00dcberwinterungsgebiet aus V\u00f6geln bis zur Entengr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Sakerfalken bauen wie alle Falken keine Nester. Zur Eiablage nutzen Sakerfalken je nach Lebensraum gro\u00dfe Zweignester anderer Vogelarten auf B\u00e4umen oder in Felsw\u00e4nden sowie Felsnischen, auch Bodenbruten kommen vor. Die Art nimmt auch gerne Kunstnester an. Vermehrt werden neuerdings Nester auf <a title=\"Freileitungsmast\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freileitungsmast\">Freileitungsmasten<\/a> zur Brut genutzt. Am Brutplatz ist der Sakerfalke sehr ruffreudig. Das Gelege umfasst zwei bis sechs <a title=\"Ei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ei\">Eier<\/a>, die \u00fcberwiegend vom Weibchen rund 30 Tage lang bebr\u00fctet werden. In den ersten etwa 18 Tagen werden die Jungen ausschlie\u00dflich vom Weibchen gef\u00fcttert, das M\u00e4nnchen tr\u00e4gt die Beute heran. Die <a title=\"Nestling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestling\">Nestlingszeit<\/a> dauert etwa 50 Tage, 30 bis 45 Tage nach dem Ausfliegen werden die Jungv\u00f6gel selbst\u00e4ndig.<\/p>\n<h2><span id=\"Namen_und_Namensherleitung\" class=\"mw-headline\">Namen und Namensherleitung<\/span><\/h2>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Name f\u00fcr diese Falkenart ist Saker. Unter dieser Bezeichnung wird sie schon im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Falkenbuch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falkenbuch\">Falkenbuch<\/a> Friedrichs&nbsp;II. (<em>De arte venandi cum avibus<\/em>) genannt. Erst im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert kam der Name W\u00fcrgfalke auf. Er b\u00fcrgerte sich \u00fcber die damals geltende wissenschaftliche Bezeichnung der Art <em>Falco lanarius<\/em> ein. <em>Lanarius<\/em> leitet sich von lateinischen Verb <em>laniare<\/em> ab, was so viel wie <em>zerfleischen, zerrei\u00dfen, w\u00fcrgen<\/em> bedeutet. (Vergleiche die Gattung <em>Lanius<\/em> = W\u00fcrger). Dieser Name setzte sich im avifaunistischen Schrifttum des 19. und 20. Jahrhunderts weitgehend durch, und wird teilweise auch heute noch verwendet. Abgesehen davon, dass er der Art besonders aggressive Verhaltensweisen unterstellt, ist er auch insofern falsch, als Saker, wie alle anderen Falken auch, <a title=\"Bisst\u00f6ter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bisst%C3%B6ter\">Bisst\u00f6ter<\/a> und keine Grifft\u00f6ter sind. Die Artbezeichnung <em>cherrug<\/em> ist eine Transkription des persischen -bzw. <a title=\"Hindi\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hindi\">Hindinamens<\/a> dieser Art.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Die systematische Einordnung des Sakerfalken ist bis heute umstritten. Nach neueren genetischen Untersuchungen bildet der Sakerfalke gemeinsam mit dem <a title=\"Lannerfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lannerfalke\">Lanner<\/a> (<em>Falco biarmicus<\/em>), dem <a title=\"Laggarfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laggarfalke\">Laggarfalken<\/a> (<em>Falco jugger<\/em>) und dem <a title=\"Gerfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerfalke\">Gerfalken<\/a> (<em>Falco rusticolus<\/em>) eine monophyletische Gruppe. Diese 4 <em><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Arten<\/a><\/em> sind genetisch nicht voneinander abgrenzbar. Es handelt sich um <a title=\"Morphospezies\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morphospezies\">Morphospezies<\/a>, die genetisch bisher kaum differenziert sind und deren <a title=\"Adaptive Radiation\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adaptive_Radiation\">Radiation<\/a> evolutionsgeschichtlich jungen Datums ist. Ursprungsart ist wahrscheinlich der Lannerfalke, der heute vor allem in weiten Teilen Afrikas verbreitet ist. Von dort d\u00fcrfte auch die Ausbreitung erfolgt sein. Daher wird f\u00fcr diese vier Formen eine Vereinigung in einer Superspezies <em>Hierofalco<\/em> vorgeschlagen. Von der Gruppe der <a title=\"Wanderfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanderfalke\">Wanderfalken<\/a> (z. B. <em>Falco peregrinus<\/em>, <em><a title=\"W\u00fcstenfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCstenfalke\">Falco pelegrinoides<\/a><\/em> und auch <a title=\"Pr\u00e4riefalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4riefalke\"><em>Falco mexicanus<\/em><\/a>) sind die <em>Hierofalco<\/em> genetisch deutlich getrennt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5139\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/nh_0.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sakerfalke, Saker oder W\u00fcrgfalke (Falco cherrug) ist ein gro\u00dfer Falke der Steppen und Waldsteppengebiete Osteuropas und Zentralasiens. Seine westlichsten Vorkommen liegen in \u00d6sterreich und in Ungarn, wo sein Gefieder mehr grau als sandfarben ist. Gelegentlich br\u00fctet die Art auch in Deutschland. 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