{"id":5128,"date":"2017-05-19T03:44:47","date_gmt":"2017-05-19T01:44:47","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/haherkuckuck-clamator-glandarius\/"},"modified":"2017-05-19T03:52:26","modified_gmt":"2017-05-19T01:52:26","slug":"haherkuckuck-clamator-glandarius","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/haherkuckuck-clamator-glandarius\/","title":{"rendered":"H\u00e4herkuckuck (Clamator glandarius)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>H\u00e4herkuckuck<\/strong> (<em>Clamator glandarius<\/em>) ist ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kuckucksv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuckucksv%C3%B6gel\">Kuckucksvogel<\/a>, der vom <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraum<\/a> bis in den S\u00fcden Afrikas vorkommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist ein <a title=\"Brutparasitismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutparasitismus\">Brutparasit<\/a>, der seine Jungen meist von <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6geln<\/a> gro\u00dfziehen l\u00e4sst. Anders als beim in <a title=\"Avifauna Mitteleuropas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avifauna_Mitteleuropas\">Mitteleuropa<\/a> vorkommenden <a title=\"Kuckuck\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuckuck\">Kuckuck<\/a> schl\u00fcpfen beim H\u00e4herkuckuck auch Jungv\u00f6gel des Wirtsvogels, wenn auch eine geringere Zahl als bei nicht vom H\u00e4herkuckuck parasitierten Nestern. Auf Grund der st\u00e4rkeren Durchsetzungsf\u00e4higkeit des Nestlings des H\u00e4herkuckucks bleiben die Wirtsvogeljungen im Wachstum zur\u00fcck und ein Teil von ihnen verhungert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wichtigsten Wirtsarten in Europa sind <a title=\"Elster\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elster\">Elster<\/a> und <a title=\"Aaskr\u00e4he\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aaskr%C3%A4he\">Aaskr\u00e4he<\/a>.<\/p>\n<p title=\"Eurasian magpie\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"media-element file-full\" title=\"\" src=\"http:\/\/www.chettusia.com\/sites\/default\/files\/styles\/large\/public\/wz.jpg?itok=ldcMVjVA\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"278\" data-file_info=\"%7B%22fid%22:%221492%22,%22view_mode%22:%22full%22,%22fields%22:%7B%22format%22:%22full%22,%22field_file_image_alt_text%5Bund%5D%5B0%5D%5Bvalue%5D%22:%22%22,%22field_file_image_title_text%5Bund%5D%5B0%5D%5Bvalue%5D%22:%22%22%7D,%22type%22:%22media%22%7D\" \/><\/p>\n<h2><span id=\"Merkmale\" class=\"mw-headline\">Merkmale<\/span><\/h2>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 35 bis 39 Zentimetern, einem Gewicht von 140 bis 170&nbsp;g und einer Fl\u00fcgelspannweite von 58 bis 66&nbsp;cm etwas gr\u00f6\u00dfer als der <a title=\"Kuckuck\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuckuck\">Kuckuck<\/a>. Sein Schwanz ist jedoch etwas l\u00e4nger und schmaler und die Fl\u00fcgel breiter und stumpfer als die des Kuckucks. Die Beine sind grau. Jung- und Altv\u00f6gel haben einen leuchtend orangeroten Augenring. Der Schnabel ist an der Basis grau, ansonsten schwarz. Der R\u00fccken und die Fl\u00fcgel sind dunkelgrau, die Schirmfedern und kleinen und gro\u00dfen Decken haben wei\u00dfe Flecken an den Spitzen. Die <a title=\"Armschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Arm-<\/a> und <a title=\"Handschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a> haben wei\u00dfe S\u00e4ume an den Spitzen, ebenso die Schwanzfedern, die abgestuft lang sind. Die Unterseite ist hell, die Kehle und die Brust sind gelblich gef\u00e4rbt. Die <a title=\"Adult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulten<\/a> H\u00e4herkuckucke haben eine auffallende, silbergraue <a title=\"Haube (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haube_%28V%C3%B6gel%29\">Haube<\/a>, Scheitel und Ohrdecken. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern<\/p>\n<p>Frisch geschl\u00fcpfte H\u00e4herkuckucke sind Nesthocker und zun\u00e4chst nackt. Die Haut ist rosa fleischfarben. Der Rachen ist rot, der Gaumen und die Zungenbasis ist mit dornartigen Papillen besetzt. Die Beine und Zehen sind rosa. Die Augen der jungen H\u00e4herkuckucke \u00f6ffnen sich nach f\u00fcnf bis acht Tagen. Mit ca. 14 Tagen k\u00f6nnen sie auf dem Nestrand sitzen und zwischen dem 16. und 21. Lebenstag sind sie flugf\u00e4hig. Bei fl\u00fcgge werdenden Jungv\u00f6geln sind die Oberseite, der Kopf und die Fl\u00fcgel schwarz. Die Handschwingen sind r\u00f6tlich braun. Nach der ersten Mauser sind diese schwarzen <a title=\"Feder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feder#Gefieder\">Gefiederpartien<\/a> und die Handschwingen sepiafarben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck bewegt sich auf dem Boden meist h\u00fcpfend vorw\u00e4rts mit angehobenem Schwanz. Auf einem Zaun sitzend erinnert er in der Haltung an eine Elster. Der Flug ist kuckucksartig mit zum Teil sehr flachen, raschen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen und kurzen eingelegten Gleitstrecken. W\u00e4hrend der Brutzeit sind H\u00e4herkuckucke \u00fcberwiegend paarweise zu beobachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist stimmfreudig und laut. Die Rufe sind sehr vielf\u00e4ltig. Er ruft oft laut ratternd \u201etjerr-tjerr-tje-tje-tje\u201c oder \u201eki-ki-ki-kri\u00e4-kri\u00e4-kri\u00e4&#8230;\u201c, was mitunter an den <a class=\"mw-disambig\" title=\"Steinschm\u00e4tzer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinschm%C3%A4tzer\">Steinschm\u00e4tzer<\/a> erinnern kann. Insbesondere das Weibchen verf\u00fcgt \u00fcber Rufreihen, die mit ihrem rollenden, gackernden <em>gi-gi-gi-gi-gi-k\u00fc-k\u00fc-k\u00fc<\/em> eher an die Rufe von <a title=\"Gr\u00fcnspecht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCnspecht\">Gr\u00fcnspechten<\/a> erinnert. Bei Erregung ruft er nasal und rau \u201ech\u00e4h\u201c. Der Gesang des H\u00e4herkuckucks ist dagegen nur selten zu h\u00f6ren. Er besteht aus einer Strophe aus eint\u00f6nig gereihten, in der Tonh\u00f6he abfallenden <em>kl\u00fc-u<\/em>, <em>\u00fc\u00fcg-\u00fc\u00fcg<\/em>, <em>ki-\u00fc<\/em> oder <em>kliiok<\/em>-elementen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet umfasst <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">S\u00fcdwest-<\/a> und <a title=\"S\u00fcdeuropa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdeuropa\">S\u00fcdeuropa<\/a>, <a title=\"Kleinasien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinasien\">Kleinasien<\/a> bis in den West<a title=\"Iran\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">iran<\/a> und bis nach <a title=\"Ober\u00e4gypten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ober%C3%A4gypten\">Ober\u00e4gypten<\/a> sowie Teile Afrikas s\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a>. W\u00e4hrend der letzten 50 Jahre hat er sein Verbreitungsgebiet im S\u00fcden Europas etwas ausgedehnt und ist in Spanien, Frankreich und in Italien h\u00e4ufiger geworden In <a title=\"Avifauna Mitteleuropas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avifauna_Mitteleuropas\">Mitteleuropa<\/a> ist er ein nur selten nachgewiesener <a title=\"Irrgast\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irrgast\">Irrgast<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die weit im Norden oder S\u00fcden ihres Verbreitungsgebiets lebenden Populationen ziehen gew\u00f6hnlich von Europa nach Afrika und von S\u00fcdafrika nordw\u00e4rts. Beim Zug bilden die V\u00f6gel gro\u00dfe Schw\u00e4rme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lebensraum ist das ebene oder h\u00fcgelige, offene Gel\u00e4nde mit einzelnen B\u00fcschen und B\u00e4umen. Seinen Wirtsv\u00f6geln folgt er gelegentlich auch in Parkgel\u00e4nde In Europa ist er vorwiegend in semiariden Regionen anzutreffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist ein Insektenfresser und sucht in lichten Waldregionen vorwiegend am Boden nach Nahrung. Wie andere Kuckucke frisst auch er, was vielen anderen Vogelarten nicht m\u00f6glich ist, gro\u00dfe, behaarte Raupen, die er manchmal vor dem Verzehr von den Haaren befreit. Kleine Reptilien erg\u00e4nzen den Speiseplan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist ein <a title=\"Brutparasitismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutparasitismus\">Brutparasit<\/a> und legt seine Eier in die Nester von <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6geln<\/a>, vor allem von <a title=\"Elster\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elster\">Elstern<\/a>, <a title=\"Aaskr\u00e4he\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aaskr%C3%A4he\">Aaskr\u00e4hen<\/a>, <a title=\"Schildrabe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schildrabe\">Schildrabe<\/a> und <a title=\"Blauelster\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blauelster\">Blauelstern<\/a>. In Afrika z\u00e4hlen auch <a class=\"mw-redirect\" title=\"Glanzstare\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glanzstare\">Glanzstare<\/a> zu den Wirten. Das M\u00e4nnchen lenkt die Wirtsvogeleltern ab, w\u00e4hrend das Weibchen zumindest ein Ei des Wirtsvogels aus dem Nest wirft und durch ein eigenes ersetzt. In einer Brutsaison kann das Weibchen bis zu 18 Eier im Abstand von jeweils zwei Tagen legen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Revier_und_Balz\" class=\"mw-headline\">Revier und Balz<\/span><\/h3>\n<p>In einigen Regionen ihres Verbreitungsgebietes besetzen H\u00e4herkuckucke Brutreviere. Dokumentiert ist dies unter anderem f\u00fcr den S\u00fcden Spaniens, wo die Reviere zwischen 1 und 3,7 Kilometer umfassen. In diesen Revieren befanden sich bis zu 40 Elternestern, der wichtigsten europ\u00e4ischen Wirtsvogelart. Reviere \u00fcberlappen sich jedoch h\u00e4ufig mit dem anderer H\u00e4herkuckucke und dort, wo es sehr viele H\u00e4herkuckucke gibt, findet ein Revierverhalten kaum noch statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Phase der Eiablage wirbt das M\u00e4nnchen um das Weibchen indem er ihre gro\u00dfe Raupen oder andere Insekten bringt. Dem Anbieten von Nahrung folgt meist die Kopulation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Weibchen sucht nach geeigneten Nestern f\u00fcr die Eiablage, indem sie die Wirtsv\u00f6gel h\u00e4ufig von einer versteckten Ansitzwarte aus beobachtet. Hat sie ein geeignetes Nest gefunden, kooperieren h\u00e4ufig beide Elternv\u00f6gel, um dem Weibchen die Eiablage in dem fremden Nest zu erm\u00f6glichen. Das M\u00e4nnchen sitzt dann an einer auff\u00e4lligen Stelle in der N\u00e4he des Nestes und zieht die Aufmerksamkeit der Wirtsv\u00f6gel auf sich, indem er laut ruft. Das Weibchen bleibt dagegen still und n\u00e4hert sich dem Nest unter Ausnutzung von Deckung. Sobald die Wirtsv\u00f6gel in Richtung des M\u00e4nnchens fliegen, sucht das Weibchen das Nest auf und legt dort ihr Ei. Die Eiablage erfolgt mit au\u00dferordentlicher Geschwindigkeit. Obwohl die meisten Elsternester einen haubenartigen, aus sperrigen Zweigen bestehenden \u00dcberbau besitzen, hat sie innerhalb von 10 Sekunden das Nest wieder verlassen. Diese Schnelligkeit ist entscheidend: W\u00fcrden Elstern sie \u00fcberraschen, noch w\u00e4hrend sich das H\u00e4herkuckuckweibchen im Nest befindet, w\u00fcrden diese das Weibchen angreifen und sie mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit verletzen. Bei offenen Nestern wie beispielsweise Kr\u00e4hennestern ist das Weibchen sogar noch schneller. Hier verl\u00e4sst sie nach drei Sekunden das Nest: Die meisten Kr\u00e4hen sind gr\u00f6\u00dfer als Elster, Verletzungen durch sie w\u00e4ren schwerwiegender.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anders als der Kuckuck entfernt das H\u00e4herkuckuckweibchen kein Ei aus dem Nest des Wirtsvogels. Dies ist vermutlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es den Aufenthalt des Weibchens im Nest des Wirtsvogels verl\u00e4ngert. Da H\u00e4herkuckucke das Nest ihres Wirtsvogels gelegentlich mehr als einmal aufsuchen, besteht au\u00dferdem das Risiko, dass sie ein H\u00e4herkuckuckei entfernt. Da parasitierte Nester von Elstern jedoch h\u00e4ufiger besch\u00e4digte Eier aufweisen, ist es m\u00f6glich, dass das H\u00e4herkuckuckweibchen w\u00e4hrend der kurzen Zeit im Nest die dort liegenden Eier anpickt oder die Eier w\u00e4hrend der Eiablage besch\u00e4digt werden. Das Risiko, dass durch ein Anpicken oder durch die schnelle Eiablage auch H\u00e4herkuckuckseiern zu Schaden kommen, ist geringer als bei Elsterneier. H\u00e4herkuckuckseier haben eine dickere und robustere Schale. Im Schnitt schl\u00fcpfen in Elternnester ein bis zwei Elsternestlinge, w\u00e4hrend es in nicht parasitierten Nestern durchschnittlich f\u00fcnf sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genetische Analysen haben belegt, dass ein H\u00e4herkuckuckweibchen w\u00e4hrend einer Brutsaison unterschiedliche Wirtsvogelarten nutzt. Bei Untersuchungen in Spanien nutzten H\u00e4herkuckucksweibchen zu Beginn und zum Ende ihrer Brutzeit vorwiegend die Nester von Aaskr\u00e4hen und w\u00e4hrend der Hauptzeit die von Elstern. Elstern sind zwar die bevorzugten Wirtsv\u00f6gel, allerdings weichen die H\u00e4herkuckucksweibchen auf andere Arten aus, wenn zu wenig Elsternestern zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Eier\" class=\"mw-headline\">Eier<\/span><\/h3>\n<p>Die Eier des H\u00e4herkuckucks sind elliptisch bis spindelf\u00f6rmig und verj\u00fcngen sich zu den Polen etwas. Sie sind blass gr\u00fcnlich-blau und dicht mit hellbraunen und grauen Punkten und Flecken \u00fcbers\u00e4t. Obwohl sich die Eier verschiedener H\u00e4herkuckuckweibchen leicht unterscheiden k\u00f6nnen, fehlt die Anpassungsleistung in der Eifarbe, wie sie beispielsweise beim Kuckuck vorkommt. W\u00e4hrend bei dieser Art sich Weibchen auf einen Wirtsvogel spezialisiert haben und Eier legen, die in F\u00e4rbung und Musterung diesen fast entspricht, verfolgt der H\u00e4herkuckuck eine andere Strategie. Seine Eier \u00e4hneln generell vielen seiner Wirtsvogelarten. In Europa entsprechen die Eier die der Elster und sind auch \u00e4hnlich gro\u00df. Sie entsprechen in der F\u00e4rbung auch dem der Aaskr\u00e4he, sind allerdings nur halb so gro\u00df wie deren Eier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Afrika ist der Schildrabe der h\u00e4ufigste Wirtsvogel und auch hier entspricht die F\u00e4rbung deren Eier, erneut sind die Eier der Kr\u00e4he jedoch deutlich gr\u00f6\u00dfer. Dagegen sind die Eier der <a class=\"new\" title=\"Kapkr\u00e4he (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Kapkr%C3%A4he&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Kapkr\u00e4he<\/a> (<em>Corvus capensis<\/em>), die in S\u00fcdafrika einer der h\u00e4ufigsten Wirtsvogelarten ist, eher r\u00f6tliche Eier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Parasitierungsgrad\" class=\"mw-headline\">Parasitierungsgrad<\/span><\/h3>\n<p>Der Parasitierungsgrad ist nicht im gesamten Verbreitungsgebiet des H\u00e4herkuckucks untersucht. Jedoch betr\u00e4gt der Parasitierungsgrad in S\u00fcdafrika bei Schildraben 13 Prozent, bei Kapkr\u00e4hen 10 Prozent und bei <a title=\"Zweifarben-Glanzstar\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweifarben-Glanzstar\">Zweifarben-Glanzstaren<\/a> 5 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im S\u00fcden Spaniens hat man w\u00e4hrend einer zehn Jahre w\u00e4hrenden Untersuchungsdauer ein Parasitierungsgrad von 43 Prozent bei Elstern und 8 Prozent bei Aaskr\u00e4hen festgestellt. In zwei Prozent der Nester von <a title=\"Dohle\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dohle\">Dohlen<\/a> und 5 Prozent der Nester von <a title=\"Alpenkr\u00e4he\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpenkr%C3%A4he\">Alpenkr\u00e4hen<\/a> finden sich ebenfalls Eier des H\u00e4herkuckucks.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Heranwachsen_der_Jungv.C3.B6gel\" class=\"mw-headline\">Heranwachsen der Jungv\u00f6gel<\/span><\/h3>\n<p>Anders als beim Kuckuck duldet das K\u00fcken dieser Art den Nachwuchs seiner Adoptiveltern neben sich. Trotzdem ist die Reproduktionsrate von Elstern in von H\u00e4herkuckucken parasitierten Nestern gering und betr\u00e4gt nach einzelnen Untersuchungen lediglich durchschnittlich 0,6 fl\u00fcgge Jungv\u00f6gel, w\u00e4hrend bei nicht parasitierten Nestern durchschnittlich 3,5 Elstern ausfliegen. Der Unterschied ist teilweise auf die Besch\u00e4digung der Elsterneier durch das legende H\u00e4herkuckuckweibchen aber auch durch das Verhalten der H\u00e4herkuckuckjungen im Nest zur\u00fcckzuf\u00fchren. Obwohl Elsterjungen gr\u00f6\u00dfer sind (175 Gramm zu dem Zeitpunkt, zu dem sie fl\u00fcgge werden) als H\u00e4herkuckucknestlinge (135 Gramm), setzen sich H\u00e4herkuckucke gegen\u00fcber ihrer Nestkonkurrenten durch. Ihnen gelingt dies, weil sie einige Tage vor den Elsterjungen schl\u00fcpfen und dadurch einen kleinen Wachstumsvorsprung haben. Sie wachsen im Vergleich zu den Elsterjungen auch deutlich schneller heran und sind nach 15 bis 16 Tagen fl\u00fcgge, w\u00e4hrend Elsternestlinge dies erst nach 21 bis 27 Tage sind. Kr\u00e4hennestlinge ben\u00f6tigen sogar 30 bis 40 Tage, bis sie in der Lage sind, das Nest zu verlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Elsternestlinge, die drei oder vier Tage nach den H\u00e4herkuckucken schl\u00fcpfen, haben nur eine sehr geringe Chance, fl\u00fcgge zu werden. Nicht nur sind die H\u00e4herkuckucknestlinge in der Lage, sich den futterbringenden Elstern mehr entgegenzustrecken sondern die kr\u00e4ftigeren Nestlinge treten auch auf ihre Nestgeschwister und breiten ihre Fl\u00fcgel \u00fcber diese aus, so dass diese eine deutlich geringere Chance haben, an Futter zu gelangen. Sie zeigen gelegentlich auch ein aggressives Verhalten und picken nach den K\u00f6pfen der Mit-Nestlinge. Sofern zwei Kuckucksnestlinge im Nest sind, ist es auf Grund dieses Verhalten auch wahrscheinlicher, dass der \u00e4ltere von beiden alleine fl\u00fcgge wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00e4herkuckucksnestlinge ahmen nicht nur die Bettelrufe ihrer Wirtsv\u00f6gel nach, sondern zeigen au\u00dferdem ein ausgepr\u00e4gteres Bettelverhalten als die Elsternestlinge und werden dadurch von den Wirtsv\u00f6gel mehr gef\u00fcttert. Anders als Elsternestlinge betteln sie bereits durch laute Rufe eine halbe Stunde nach F\u00fctterung erneut um Futter. In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass sie h\u00e4ufig das aufgenommene Futter dann wieder ausspucken, aber weiter betteln. Durch dieses \u00fcbertriebene Bettelverhalten sind sie in der Lage, sich im Nest st\u00e4rker durchzusetzen. N. B. Davies weist darauf hin, dass dieses so stark \u00fcberzeichnete Bettelverhalten m\u00f6glicherweise auch eine Anpassung ist, da die H\u00e4herkuckucknestlinge mit zunehmenden Lebenstagen sich vom Nachwuchs ihrer Wirtsv\u00f6gel unterscheiden. Der Unterschied ist gr\u00f6\u00dfer als bei vielen anderen Brutschmarotzern, m\u00f6glicherweise kompensieren dies H\u00e4herkuckucke durch ihr Verhalten. In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass bei Elstern zumindest ein Gew\u00f6hnungseffekt an den anders aussehenden Nestling eintritt: W\u00e4hrend ein hinzugesetzter H\u00e4herkuckucknestling in einem bislang nicht parasitierten Elsternest von den Elternv\u00f6geln angegriffen wird, unterbleibt dieses aggressive Verhalten, wenn bereits ein anderer H\u00e4herkuckucknestling in dem Nest heranw\u00e4chst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"M.C3.B6gliche_weitere_Verhaltensanpassungen_an_den_Brutparasitismus\" class=\"mw-headline\">M\u00f6gliche weitere Verhaltensanpassungen an den Brutparasitismus<\/span><\/h3>\n<p>Der israelische Zoologe <a title=\"Amotz Zahavi\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amotz_Zahavi\">Amotz Zahavi<\/a> hat 1979 die sogenannte \u201eMafia-Hypothese\u201c aufgestellt, nach der intelligente V\u00f6gel wie Kr\u00e4hen, die sogar in der Lage sind, einzelne Menschen voneinander zu unterscheiden, ein artfremdes Ei akzeptieren und in ihrem Nest ausbr\u00fcten und den Nestling aufziehen, weil sie im Falle eines Entfernens des Ei das Risiko eingehen, ihre gesamte Brut zu verlieren. Sie ziehen nach dieser Hypothese zwar weniger Jungv\u00f6gel auf als wenn ihr Nest nicht parasitiert w\u00e4re, sie haben aber eine Chance auf wenigstens einen geringen Bruterfolg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der H\u00e4herkuckuck ist die einzige Art, an der bislang diese Hypothese \u00fcberpr\u00fcft wurde. In der Region um <a title=\"Guadix\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guadix\">Guadix<\/a> in der spanischen Provinz Granada lag vor dem Untersuchungsbeginn 1990 der Parasitierungsgrad von Elstern bei 10 Prozent. Auff\u00e4llig war, dass in den meisten F\u00e4llen, wo in ein Elsternest ein H\u00e4herkuckuckei gelegt worden war, aus diesem Nest auch Jungv\u00f6gel fl\u00fcgge wurden. In den wenigen F\u00e4llen, wo durch Elstern jedoch das artfremde Ei entfernt wurde, wurde das Gelege sehr h\u00e4ufig zerst\u00f6rt. Im Zeitraum bis 1992 wurde dies experimentell verst\u00e4rkt. Wissenschaftler entfernten bewusst H\u00e4herkuckuckseier aus einzelnen Nester, die Kontrollgruppe waren Elternester, die zwar parasitiert waren, aus denen jedoch kein Ei entfernt wurde. Es zeigte sich, dass in mehr als der H\u00e4lfte der Nester, bei denen das H\u00e4herkuckuckei entfernt wurde, es anschlie\u00dfend zu Nestr\u00e4ubereien kam und entweder Eier oder sogar Jungv\u00f6gel verschwanden. Dagegen war das bei der Kontrollgruppe nur in 10 Prozent der Fall. Zwei Indizien weisen darauf hin, dass dies nicht durch Fressfeinde erfolgt ist: Gelegentlich wurden verletzte Nestlinge im Nest zur\u00fcckgelassen und in einem Fall kehrte ein mit einem Sender ausger\u00fcstetes H\u00e4herkuckuckweibchen zu dem von ihr parasitierten Nest zur\u00fcck und pickte, nachdem zuvor dort ihr Ei entfernt worden war, die verbliebenen Eier an. N.B. Davies weist darauf hin, dass dies eine bemerkenswerte Leistung der H\u00e4herkuckucke sei: Sie w\u00e4ren dann nicht nur in der Lage, trotz der \u00e4hnlichen F\u00e4rbung ihre Eier von denen der Elster zu unterscheiden und k\u00f6nnten feststellen, ob ihr eigenes Ei fehlen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N. B. Davies weist auch darauf hin, dass dieses Verhalten aus Sicht des H\u00e4herkuckucks sinnvoll ist: Ein zerst\u00f6rtes Gelege erh\u00f6ht die Chance, dass die Wirtsvogel einen zweiten Brutversuch unternehmen, f\u00fcr den H\u00e4herkuckuck bietet sich dann erneut die Chance, das Nest zu parasitieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frage, ob die Wirtsv\u00f6gel bei einem zweiten Gelege weniger h\u00e4ufig das artfremde Ei entfernen, ist in einer zweiten Studie 1996\/1997 getestet worden. Hier wurden von den Wissenschaftlern k\u00fcnstliche H\u00e4herkuckuckseier in die Nester gelegt. Bei den Elstern, die dieses Ei entfernten, wurde die im Nest befindlichen Eier so zerst\u00f6rt wie dies auch ein H\u00e4herkuckuck t\u00e4te. Beim darauf folgenden Zweitgelege wurde erneut ein k\u00fcnstliches H\u00e4herkuckucksei in das Nest gelegt. Die H\u00e4lfte der Elsternpaare \u00e4nderte nun ihr Verhalten und akzeptierte bei diesem Zweitversuch das artfremde Ei. Dieses Verhalten war besonders dort sehr ausgepr\u00e4gt, wo H\u00e4herkuckucke h\u00e4ufig waren. Die von Amotz Zahav aufgestellte \u201eMafia-Hypothese\u201c konnte trotzdem nicht vollst\u00e4ndig best\u00e4tigt werden. Aus Sicht des Reproduktionserfolg war es f\u00fcr Elstern sinnvoller, ein H\u00e4herkuckuckei zu entfernen und es zu riskieren, dass das Nest zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5118\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/wa.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der H\u00e4herkuckuck (Clamator glandarius) ist ein Kuckucksvogel, der vom Mittelmeerraum bis in den S\u00fcden Afrikas vorkommen. &nbsp; Der H\u00e4herkuckuck ist ein Brutparasit, der seine Jungen meist von Rabenv\u00f6geln gro\u00dfziehen l\u00e4sst. 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