{"id":5052,"date":"2017-01-02T16:43:22","date_gmt":"2017-01-02T14:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/tannenhaher-nucifraga-caryocatactes\/"},"modified":"2017-01-02T18:06:05","modified_gmt":"2017-01-02T16:06:05","slug":"tannenhaher-nucifraga-caryocatactes","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/tannenhaher-nucifraga-caryocatactes\/","title":{"rendered":"Tannenh\u00e4her ((Nucifraga caryocatactes)"},"content":{"rendered":"<div id=\"specie-descriere\">\n<p>Der <strong>Tannenh\u00e4her<\/strong> (<em>Nucifraga caryocatactes<\/em>) ist eine Singvogelart aus der Familie der Rabenv\u00f6gel (Corvidae). Mit 22 bis 33 cm K\u00f6rperl\u00e4nge ist er ein mittelgro\u00dfer Vertreter seiner Familie, der sich durch sein schwarz-braunes, wei\u00df get\u00fcpfeltes Gefieder und einen langen, mei\u00dfelf\u00f6rmigen Schnabel auszeichnet. Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Japan \u00fcber das weite Teile des gem\u00e4\u00dfigten Eurasiens bis in die Westalpen. Es ist an einige wenige Pflanzenarten gebunden, von deren Samen sich die V\u00f6gel ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Tannenh\u00e4her bewohnen vorwiegend borealen und montanen Nadelwald. Sie legen \u00fcber den Sommer und Herbst hinweg mehrere Tausend Samen fassende Vorr\u00e4te im Waldboden an, von denen sie sich den Winter \u00fcber ern\u00e4hren. Die meiste Zeit des Jahres lebt der Tannenh\u00e4her in Paaren oder kleinen Familienverb\u00e4nden.<\/p>\n<h2><span id=\"Merkmale\">Merkmale<\/span><\/h2>\n<p>Mit 32 bis 35 Zentimetern K\u00f6rperl\u00e4nge ist der Tannenh\u00e4her so gro\u00df wie der Eichelh\u00e4her und hat einen \u00e4hnlich wellenf\u00f6rmigen, eher undynamischen Flug. Er wirkt jedoch weniger unbeholfen als jener. Der Schwanz des Tannenh\u00e4hers ist deutlich k\u00fcrzer und der Kopf gr\u00f6\u00dfer als der des Eichelh\u00e4hers. Der Tannenh\u00e4her hat eine Fl\u00fcgelspannweite von 50 bis 58 Zentimetern und ist 120 bis 170 Gramm schwer.<\/p>\n<p>Der Rumpf ist dunkelbraun und mit vielen wei\u00dfen Flecken bedeckt, auf jeder Feder des Kleingefieders sind wei\u00dfe Keilstriche, au\u00dfer auf der Kopfkappe und den Schwanzdecken. Dadurch kann er aus der Ferne eher grau aussehen und an den Star erinnern. Der kr\u00e4ftige Schnabel ist hellgrau, die Federn an seiner Basis wei\u00df, die Kopfkappe und Oberschwanzdecken sind schwarzbraun. Besonders auff\u00e4llig sind die wei\u00dfen Unterschwanzdecken. M\u00e4nnchen und Weibchen sind gleich gef\u00e4rbt.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Tannenh\u00e4her geben eher selten Laut\u00e4u\u00dferungen von sich. Ihr Ruf ist ein sehr typisches, in der Brutzeit oft zu h\u00f6rendes, langgezogen und hart gerolltes \u201ekrrrr\u00e4\u00e4h\u201c, das nahezu maschinen\u00e4hnlich klingt und oft in schneller Folge wiederholt wird. Dieser Ruf ist l\u00e4nger, d\u00fcnner, h\u00f6her und im Verlauf der Tonh\u00f6hen gleichm\u00e4\u00dfiger als der der Rabenkr\u00e4he. Teilweise kann leises, an die Dohle erinnerndes \u201ej\u00e4k\u201c oder \u201ekja\u201c gerufen werden. Der Gesang ist leise schw\u00e4tzend, mit knirschenden und rauen Lauten, die an die Elster erinnern.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum_und_Verbreitung\">Lebensraum und Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>Tannenh\u00e4her kommen haupts\u00e4chlich in nadelwaldreichen Gegenden vor. Ihre Verbreitung ist eng an Gebiete mit Fichten und Zirbelkiefern (Zirbe der Alpen und die nah verwandte sibirische Schwesterart) oder Haseln\u00fcssen gebunden. So kommen sie in S\u00fcdskandinavien, in S\u00fcdfinnland, im Baltikum und von Polen \u00fcber Sibirien bis nach Nordostchina und Japan vor. In Deutschland sind sie in den Mittelgebirgen und in den Alpen verbreitet, und zudem \u00fcber den gesamten Alpenraum, den Balkan und den Kaukasus.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Im Sommer lebt der Tannenh\u00e4her \u00fcberwiegend von Insekten und frisst auch Eidechsen, Fr\u00f6sche, Vogeleier und Nestlinge. Im Sp\u00e4tsommer ern\u00e4hrt er sich von Beeren. Im Winter frisst er vor allem die Samen von Nadelh\u00f6lzern. Mit Vorliebe nimmt er die Samen der Zirbelkiefer, die Zirbeln\u00fcsse, aber auch Haseln\u00fcsse. Im Herbst erscheinen Tannenh\u00e4her auch in den Tallagen, um Haseln\u00fcsse zu fressen. Sie zeigen sich dabei wenig scheu. Beim Fressen einer Haselnuss halten sie diese mit einem Fu\u00df und spalten sie mit wenigen Schnabelhieben. Auch die N\u00fcsschen der Zirbelkiefer knacken sie mit dem sehr kr\u00e4ftigen Schnabel.<\/p>\n<h3><span id=\"Wintervorr.C3.A4te\">Wintervorr\u00e4te<\/span><\/h3>\n<p>Im Sommer und Herbst werden Depots mit Zirbel- und Haseln\u00fcssen im Erdboden angelegt. Dazu hackt der H\u00e4her ein Loch in den Boden und erweitert es durch Aufsperren des Schnabels, das sogenannte <em>Zirkeln<\/em>. Anschlie\u00dfend deponiert er einen ganzen Kropf voller Zirbeln\u00fcsse (\u00fcber 100) oder anderer Baumfr\u00fcchte darin, z. B. bis zu 14 Haseln\u00fcsse. Anschlie\u00dfend wird das Loch wieder zugedeckt.<\/p>\n<p>Jeder Tannenh\u00e4her legt Tausende von Samenverstecken als Wintervorrat an. Ohne lange zu suchen, findet er 80 Prozent dieser Verstecke auch bei hohen Schneedecken sehr gut wieder. Man wei\u00df bis heute nicht, wie genau der Tannenh\u00e4her die Depots, die er im Herbst eingerichtet hat, durch den Schnee hindurch wieder erkennt.<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Am auff\u00e4lligsten und am leichtesten zu beobachten sind Tannenh\u00e4her im Herbst. Wenn die Haseln\u00fcsse reif werden, kommen sie bis in die G\u00e4rten, um die N\u00fcsse zu fressen oder wegzutragen und so Vorr\u00e4te f\u00fcr den Winter anzulegen. Ansonsten sind sie eher heimlich. In harten Wintern wandern die V\u00f6gel in w\u00e4rmere Gegenden, um Nahrung zu suchen, aber eigentlich sind sie Jahresv\u00f6gel.<\/p>\n<p>Die Nester werden bereits fr\u00fch im Jahr hoch in Nadelb\u00e4umen in der N\u00e4he des Stammes gebaut. Dabei werden bevorzugt Fichten, die Zirbelkiefer oder andere Kiefern gew\u00e4hlt, weniger h\u00e4ufig auch L\u00e4rchen. Pro Brut werden 3 bis 4 Junge gro\u00dfgezogen. Die Brutzeit betr\u00e4gt 16 bis 21 Tage, die Nestlingszeit 21 bis 25 Tage.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Der Tannenh\u00e4her ist eine von drei Arten der Nussknacker (<em>Nucifraga<\/em>), die anderen Arten sind der im westlichen Nordamerika verbreitete Kiefernh\u00e4her (<em>N. columbiana<\/em>) und der Himalayah\u00e4her (<em>Nucifraga multipunctata<\/em>).<\/p>\n<p>Es gibt acht Unterarten des Tannenh\u00e4hers:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Nucifraga c. carycatactes<\/em> Linnaeus 1758, die Nominatform, kommt in Europa vor<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. macrorhynchos<\/em> C. L. Brehm 1823, kommt vom Ural nach Osten vor<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. rothschildi<\/em> Hartert 1903, kommt in Tian Shan vor<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. japonicus<\/em> Hartert 1897, kommt in Japan vor<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. interdicta<\/em> Kleinschmidt, Weigold, 1922<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. macella<\/em> Thayer, Bangs, 1909<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. hemispila<\/em> Vigors 1831, diese drei Unterarten kommen im Himalaya vor<\/li>\n<li><em>Nucifraga c. owstoni<\/em> Ingram 1910, kommt auf Taiwan vor<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Etymologie_des_Namens\">Etymologie des Namens<\/span><\/h2>\n<p>Der wissenschaftliche Name ist eine Tautologie: Beide Namensbestandteile bedeuten so viel wie \u201aNussbrecher\u2018 (<em>Nucifraga<\/em> besteht aus <em>nux<\/em> \u201aNuss\u2018 und <em>frangere<\/em> \u201abrechen\u2018 und ist lateinischen Ursprungs, <em>caryocatactes<\/em> besteht aus <em>karuon<\/em> \u201aNuss\u2018 und <em>katagnunai<\/em> \u201abrechen\u2018 und ist griechischen Ursprungs).<\/p>\n<p>Der deutsche Name Tannenh\u00e4her ist zumindest, was die Hauptnahrung angeht, irref\u00fchrend: Die Zapfen der Tannenarten zerfallen im Gegensatz zu anderen Nadelbaumarten am Baum. Der Tannenh\u00e4her ern\u00e4hrt sich dagegen vornehmlich von Zirbelkiefernsamen, die er an <em>Arvenschmiede<\/em> genannten Pl\u00e4tzen aus den Zapfen bricht. Tannen dienen dem Tannenh\u00e4her neben anderen Nadelbaumarten h\u00f6chstens als Nistplatz, kommen aber nur in einem kleinen Teil des Verbreitungsgebietes der Vogelart vor.<\/p>\n<\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7.jpg\" alt=\"Tannenh\u00e4her ((Nucifraga caryocatactes)\" width=\"1761\" height=\"1080\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7-150x150.jpg 150w, \/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7-300x184.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7-768x471.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7-1024x628.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7-1536x942.jpg 1536w, \/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ac_7.jpg 1761w\" sizes=\"auto, 1761px\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5041 wt-image\" \/><\/div>\n<p class=\"wt-photo-credit\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tannenh\u00e4her (Nucifraga caryocatactes) ist eine Singvogelart aus der Familie der Rabenv\u00f6gel (Corvidae). 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