{"id":5026,"date":"2016-12-18T13:17:58","date_gmt":"2016-12-18T11:17:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/samtente-melanitta-fusca\/"},"modified":"2016-12-18T13:37:45","modified_gmt":"2016-12-18T11:37:45","slug":"samtente-melanitta-fusca","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/samtente-melanitta-fusca\/","title":{"rendered":"Samtente (Melanitta fusca)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Samtente<\/strong> (<em>Melanitta fusca<\/em>) ist eine Meerente in der Familie der <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Entenv\u00f6gel<\/a>, die sowohl in Eurasien als auch Nordamerika vorkommt. Es werden insgesamt drei Unterarten unterschieden, die sich bei den M\u00e4nnchen vor allem durch die Form des Augenflecks unterscheiden. Bei den Weibchen dagegen variiert die Schnabelform und die Stellung der Federspitzen am Schnabel. In Eurasien \u00fcberlappen sich sowohl die Sommer- wie Winterstandorte mit der sehr \u00e4hnlich aussehenden <a title=\"Trauerente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trauerente\">Trauerente<\/a> (<em>Melanitta nigra<\/em>).<\/p>\n<p>In Mitteleuropa ist die Samtente an der Nord- und Ostseek\u00fcste ein h\u00e4ufiger Durchz\u00fcger und Wintergast. Im Binnenland kann sie regelm\u00e4\u00dfiger und h\u00e4ufiger beobachtet werden als die <a title=\"Trauerente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trauerente\">Trauerente<\/a>. Im K\u00fcstenbereich finden sich auch einige \u00dcbersommerer ein.<\/p>\n<h2><span id=\"Merkmale_und_Stimme\" class=\"mw-headline\">Merkmale und Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Die Samtente weist eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 51 bis 58 Zentimetern auf. Im Durchschnitt wiegen die M\u00e4nnchen etwa 1,5 Kilogramm, w\u00e4hrend die Weibchen im Schnitt etwas weniger als 1,2 Kilogramm wiegen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4nnchen ist schwarz und hat unter dem Auge einen wei\u00dfen Fleck. Die Oberschnabelbasis ist verdickt und weist ein orangefarbenes Feld auf. Die F\u00fc\u00dfe sind rot. Verglichen zur Trauerente sind die M\u00e4nnchen der Samtente etwas gr\u00f6\u00dfer und kompakter gebaut. Der Schnabel der Samtente ist au\u00dferdem l\u00e4nger. Beim M\u00e4nnchen weist der Schnabel einen gr\u00f6\u00dferen orangefarbenen Abschnitt sowie einen orangerosa Nagel. Die Schnabelwurzel ist leicht angeschwollen. Anders als die M\u00e4nnchen der Trauerente weisen Samtenten keinen H\u00f6cker am Schnabel auf. Die Iris der M\u00e4nnchen ist blaugrau.<\/p>\n<p>Das Weibchen ist braun gefiedert und hat zwischen Augen und Schnabel einen wei\u00dfen Fleck. Die Iris ist bei den Weibchen dunkler als bei den M\u00e4nnchen. Beide Geschlechter haben am Fl\u00fcgelrand einen wei\u00dfen Spiegel.<\/p>\n<p>Im Flug unterscheidet sich die Samtente von den \u00e4hnlich aussehenden Trauer- und Brillenenten durch ihren wei\u00dfen Spiegel. Grunds\u00e4tzlich ist diese Ente auch etwas zutraulicher als die Trauerente, die bei Ann\u00e4herung von Schiffen oder Booten sehr schnell auffliegt.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Die Samtente ist meist ein sehr ruhiger Vogel. W\u00e4hrend der Fortpflanzungszeit ist vom M\u00e4nnchen gelegentlich ein <em>hu\u00f6r-\u00e4r<\/em> oder ein <em>ohjo<\/em> zu h\u00f6ren.&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Bestand_der_drei_Unterarten\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Bestand der drei Unterarten<\/span><\/h2>\n<p>Die Samtente bewohnt die n\u00f6rdlichen Gebiete <a title=\"Europa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europas<\/a>, <a title=\"Asien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asien\">Asiens<\/a> und <a title=\"Nordamerika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">Nordamerikas<\/a>. Zu ihren Brutgebieten z\u00e4hlt &#8211; vom S\u00fcden Norwegens und Schwedens abgesehen &#8211; Skandinavien. Sie findet sich auch in der Ostsee und br\u00fctet unter anderen in Sch\u00e4rengebieten. Am h\u00e4ufigsten kommt sie in Fennoskandinavien in einer H\u00f6he \u00fcber 500 Meter vor. Dort findet sich je 100 Quadratkilometer 3,4 Brutpaare. Die Anzahl der skandinavischen Brutv\u00f6gel hat allerdings im 20. Jahrhundert kontinuierlich abgenommen. Norwegen ist jedoch nach wie vor ein wichtiges Mausergebiet f\u00fcr diese Art. 1985 wurden hier 10.600 Samtenten gez\u00e4hlt, die ihre Mauser in norwegischen und d\u00e4nischen Gew\u00e4ssern verbrachten.<\/p>\n<p>Die Samtente ist au\u00dferdem ein Brutvogel Russlands. Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> der drei Unterarten kommt in \u00f6stlicher Richtung mindestens bis zum <a title=\"Jenissei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jenissei\">Jenissei<\/a> vor; Aussagen, dass sie auch \u00f6stlich von <a title=\"Chatanga (Ort)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chatanga_%28Ort%29\">Chatanga<\/a> br\u00fctet, gelten als nicht hinreichend belegt. In Russland reicht ihr Brutgebiet sehr weit in den S\u00fcden und erreicht auch aufgeforstete Steppe. Isolierte Brutpopulation mit sehr disjunktem Verbreitungsgebiet finden sich auch in der T\u00fcrkei, in Armenien und Georgien sowie in Turkmenistan. Die Anzahl dieser V\u00f6gel wird auf unter 10.000 gesch\u00e4tzt, sie \u00fcberwintern \u00fcberwiegend im kaspischen Meer.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen europ\u00e4ischen Brutv\u00f6gel der Nominatform \u00fcberwintern \u00fcberwiegend in den K\u00fcstengebieten des nordwestlichen Europas. Nur ein kleiner Teil der Population h\u00e4lt sich w\u00e4hrend des Winterhalbjahrs vor der K\u00fcste von Murmansk und in Nordnorwegen auf. Die Samtente \u00fcberwintert in erheblicher Anzahl in der Ostsee, Anfang der 1990er wurde der Winterbestand auf 933.000 Individuen gesch\u00e4tzt [Quelle4]. Das gr\u00f6\u00dfte \u00dcberwinterungsgebiet ist die Pommersche Bucht (DE, PL) einschlie\u00dflich des Greifswalder Boddens (DE). Gro\u00dfe Best\u00e4nde kommen auch in der Rigaer Bucht (LV), der Irbe-Stra\u00dfe (EE, LV) und vor der Kurischen Nehrung (LT, RU) vor, kleinere \u00fcberall in der s\u00fcdlichen und westlichen Ostsee. W\u00e4hrend des Fr\u00fchjahrs lassen sich deswegen gro\u00dfe Schw\u00e4rme an Samtenten beobachten, die zur\u00fcck in ihre Brutgebiete ziehen. 1997 wurden 386.000 Samtenten gez\u00e4hlt, die Estland \u00fcberflogen und weitere 60.000, die den Golf von Finnland \u00fcberquerten.<\/p>\n<p>In Ostasien ist die Unterart <em>Melanitta fusca stejnegeri<\/em> verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet beginnt am Yenisey-Fluss und kommt von dort in \u00f6stlicher Richtung bis nach Sachalin und dem Kurilskiye Archipel vor, dass zwischen Kamtschatka und Japan liegt. Am h\u00e4ufigsten kann sie an der <a title=\"Lena (Arktischer Ozean)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lena_%28Arktischer_Ozean%29\">Lena<\/a> beobachtet werden. Hier ist die Population allerdings vor allem in den 1970er-Jahren stark zur\u00fcckgegangen. Verl\u00e4ssliche Bestandszahlen sind f\u00fcr diese Unterart nur sehr schwer zu ermitteln. Der Bestand wird aber auf eine Zahl zwischen 600.000 und 1.000.000 gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>In Nordamerika kommt die Unterart <em>Melanitta fusca deglandi<\/em> vor, die von North Dakota, Manitoba, Saskatchewan und Alberta br\u00fctet. Ihre h\u00f6chste Brutdichte erreicht sie in den Nordwest-Territorien, wo sie vom Nordufer der Gro\u00dfen Seen bis an die arktische K\u00fcste Kanadas zu beobachten ist. Die <a class=\"new\" title=\"International Ornithologist's Union (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=International_Ornithologist%27s_Union&amp;action=edit&amp;redlink=1\">International Ornithologist&#8217;s Union<\/a> f\u00fchrt die Unterart <em>Melanitta fusca deglandi<\/em> aufgrund einer Publikation von <a class=\"new\" title=\"Bradley Curtis Livezey (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Bradley_Curtis_Livezey&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Bradley Curtis Livezey<\/a> als eigene Art <em>Melanitta deglandi<\/em>.<\/p>\n<p>Die Gesamtzahl der nordamerikanischen Samtenten wird auf 1 Million V\u00f6gel gesch\u00e4tzt. Ihre Population gilt als stabil.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Die Samtente ist ein Brutvogel in den Borealen Nadelw\u00e4ldern sowie an Gebirgsseen. Sie br\u00fctet gelegentlich landeinw\u00e4rts an Sch\u00e4ren und entlang der waldbestandenen K\u00fcstenlinie der Ostseek\u00fcste. W\u00e4hrend ihrer Z\u00fcge in die \u00dcberwinterungsgebiete und im Fr\u00fchjahr zur\u00fcck in die Brutgebiete h\u00e4lt sie sich gelegentlich auch auf S\u00fc\u00dfwasserseen auf. Die meisten aber \u00fcberwintern in den K\u00fcstengew\u00e4ssern.<\/p>\n<p>Paare finden sich im sp\u00e4ten Winter und Fr\u00fchjahr, so dass die Samtente in der Regel verpaart in den Brutgebieten ankommt. Samtenten haben eine Gruppenbalz, bei der mehrere M\u00e4nnchen sich um mehrere Weibchen scharen. Zum Balzritual z\u00e4hlt ein Abtauchen der M\u00e4nnchen, bei dem sie sich unter Wasser den Weibchen n\u00e4hern. Verpaarte Weibchen zeigen am Morgen ein auff\u00e4lliges Flugverhalten, indem sie niedrig \u00fcber Land fliegen, dabei laut rufen und an ihren Ausgangsort zur\u00fcckkehren. Dieses Verhalten wird bis zum Beginn der Eiablage gezeigt. Die Paare verteidigen nur ein kleines Revier rings um das Nest. Die Paarbindung l\u00e4sst bereits nach, w\u00e4hrend das Weibchen noch br\u00fctet. Die M\u00e4nnchen ziehen dann bereits zu ihren Mauserpl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das Nest wird in der N\u00e4he von Seen, Fl\u00fcssen oder der Meeresk\u00fcste auf dem Boden gebaut. In der Taiga befindet es sich nicht weiter als 100 Meter vom n\u00e4chsten offenen Gew\u00e4sser entfernt. Gelegentlich nisten diese Enten auch in M\u00f6wenkolonien.<\/p>\n<p>Das Weibchen legt nur ein Gelege. Die Anzahl der Eier ist je nach Unterart unterschiedlich. Bei der Nominatform liegt die Gelegegr\u00f6\u00dfe normalerweise bei sieben bis neun Eiern. Die Eier sind von ovaler Form und cremewei\u00df. Frisch geschl\u00fcpfte Dunenjunge wiegen rund 54 Gramm.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Die Samtente sucht ihre Nahrung ausschlie\u00dflich tauchend, wobei sie 1 Minute unter Wasser bleiben und dabei bis zu 10 Meter tief tauchen kann. Haupts\u00e4chlich ern\u00e4hrt sie sich von Krebs- und Weichtieren.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand\" class=\"mw-headline\">Bestand<\/span><\/h2>\n<p>Die <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> stuft die Samtente als ungef\u00e4hrdet (<em>least concern<\/em>) ein, da das Verbreitungsgebiet sehr gro\u00df ist. Grunds\u00e4tzlich geht man von abnehmenden Populationszahlen aus, jedoch erreicht der Bestandsr\u00fcckgang noch nicht die kritische Grenze, ab der eine Art in die Vorwarnstufen der IUCN aufgenommen wird. Der Bestand wird auf 1,7 bis 3 Millionen geschlechtsreife Individuen gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-5015\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/ac_6.jpg\" alt=\"\" \/><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Foto:Mihai Baciu<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Samtente (Melanitta fusca) ist eine Meerente in der Familie der Entenv\u00f6gel, die sowohl in Eurasien als auch Nordamerika vorkommt. Es werden insgesamt drei Unterarten unterschieden, die sich bei den M\u00e4nnchen vor allem durch die Form des Augenflecks unterscheiden. Bei den Weibchen dagegen variiert die Schnabelform und die Stellung der Federspitzen am Schnabel. 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