{"id":4965,"date":"2016-11-16T17:36:07","date_gmt":"2016-11-16T15:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/sterntaucher-gavia-stellata\/"},"modified":"2016-11-16T18:44:57","modified_gmt":"2016-11-16T16:44:57","slug":"sterntaucher-gavia-stellata","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/sterntaucher-gavia-stellata\/","title":{"rendered":"Sterntaucher (Gavia stellata)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Sterntaucher<\/strong> (<em>Gavia stellata<\/em>) ist die kleinste Art innerhalb der <a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_%28Biologie%29\">Gattung<\/a> der <a title=\"Seetaucher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seetaucher\">Seetaucher<\/a> (<em>Gavia<\/em>). Er br\u00fctet in der <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> und der <a title=\"Borealer Nadelwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borealer_Nadelwald\">Taiga<\/a> der <a title=\"Holarktis\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktis\">Holarktis<\/a> und kann auf dem Zug vor allem im Herbst auch in Mitteleuropa regelm\u00e4\u00dfig beobachtet werden. Von anderen Seetauchern unterscheidet sich der Sterntaucher durch seine geringe K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, seinen vergleichsweisen d\u00fcnnen Hals und kleinen Kopf, den leicht aufgeworfenen d\u00fcnnen Schnabel sowie seine K\u00f6rperoberseite, die bei auf dem Wasser schwimmenden V\u00f6geln einheitlich grau wirkt. Er ist geselliger als andere Seetaucher und br\u00fctet in Westeuropa gelegentlich in geringem Abstand voneinander. In den \u00dcberwinterungsgebieten und auf dem Zug versammeln sich an besonders nahrungsreichen gelegentlich eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl dieser V\u00f6gel. In Ausnahmef\u00e4llen k\u00f6nnen diese Ansammlungen bis zu 500 Individuen betragen.<\/p>\n<p>Der deutsche Name nimmt Bezug auf den dunkelroten Halsfleck. Eine \u00e4hnliche Benennung findet sich z. B. beim <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wei\u00dfsterniges Blaukehlchen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fsterniges_Blaukehlchen\">Wei\u00dfsternigen Blaukehlchen<\/a>. Auch die wissenschaftliche Artbezeichnung <em>stellata<\/em> bedeutet \u201emit Stern\u201c.<\/p>\n<h2><span id=\"Beschreibung\" class=\"mw-headline\">Beschreibung<\/span><\/h2>\n<p>Der Sterntaucher ist die kleinste Art der Gattung. Er erreicht eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 55-67 cm und eine Spannweite von 91-110 cm. M\u00e4nnchen wiegen im Sommer im Mittel 1730 g und sind damit etwas schwerer als Weibchen, die im Sommer im Mittel 1480 g erreichen.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Prachtkleid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prachtkleid\">Prachtkleid<\/a> ist die Art unverwechselbar. R\u00fccken und Fl\u00fcgel sind auf der Oberseite einfarbig braun-grau. Der Kopf und die Halsseiten sind hellgrau, Hinterhals und Nacken sind fein schwarz-wei\u00df gestreift und der Vorderhals ist fast \u00fcber die gesamte L\u00e4nge scharf abgesetzt rostrot. Brust, Bauch und die Unterfl\u00fcgeldecken sind rein wei\u00df. Der Schnabel ist dunkelgrau, die Beine sind schwarz und die F\u00fc\u00dfe grau, wobei die Zentren der Schwimmh\u00e4ute fleischfarben sind. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist rosa bis rot.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Schlichtkleid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlichtkleid\">Schlichtkleid<\/a> ist die gesamte Oberseite fein wei\u00df gestrichelt. Der Hals ist \u00fcberwiegend wei\u00df, vor dem Auge befindet sich meist ebenfalls ein wei\u00dfer Bereich. Der Schnabel ist blassgrau. Das <a title=\"Juvenil\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> \u00e4hnelt sehr dem Schlichtkleid, die Oberseitenstrichelung ist jedoch matter und die im Schlichtkleid wei\u00dfen Bereiche am Hals sind grau \u00fcberhaucht. Das erste Dunenkleid ist insgesamt dunkelbraun, die K\u00f6rperunterseite ist jedoch etwas heller als die K\u00f6rperoberseite. Das zweite Dunenkleid \u00e4hnelt dem ersten, jedoch sind die Bauchseiten braungrau.<\/p>\n<p>Im Schlicht- und im Jugendkleid sind Sterntaucher leicht mit anderen Seetauchern, vor allem aber mit dem nur wenig gr\u00f6\u00dferen <a title=\"Prachttaucher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prachttaucher\">Prachttaucher<\/a> zu verwechseln. Eindeutige Bestimmungsmerkmale des Sterntauchers im Vergleich zum Prachttaucher sind der leicht nach unten gew\u00f6lbte und daher leicht nach oben gebogen wirkende Unterschnabel, der meist leicht aufw\u00e4rts gehaltene Kopf, die im Schlichtkleid \u00fcberwiegend wei\u00dfen Halsseiten, der wei\u00dfe Bereich vor dem Auge sowie der fehlende wei\u00dfe Flankenfleck.<\/p>\n<h2><span id=\"Aktivit.C3.A4tsmuster_und_Fortbewegung\" class=\"mw-headline\">Aktivit\u00e4tsmuster und Fortbewegung<\/span><\/h2>\n<p>Sterntaucher sind vor allem in der Brutzeit ganzt\u00e4gig aktiv. Ihr Revier- und Balzverhalten zeigen sie vor allem w\u00e4hrend der Nacht. Der Zug findet \u00fcberwiegend w\u00e4hrend des Tages.<\/p>\n<p>Der Sterntaucher h\u00e4lt sich meist auf dem Wasser auf, selten ist er auch fliegend zu beobachten. An Land geht er nur zur Brutzeit. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher. Auf dem Wasser h\u00e4lt er sich verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch. Bei Gefahr l\u00e4sst er sich so tief sinken, dass nur ein schmaler Streifen des R\u00fcckens, des Halses und der Kopf aus dem Wasser herausragen. Zu den typischen Bewegungsmustern des Sterntauchers geh\u00f6rt ein von Fl\u00fcgelschl\u00e4gen begleitetes Aufrichten auf dem Wasser.<\/p>\n<p>Sterntaucher tauchen in der Regel v\u00f6llig lautlos unter. Ein von lautem Pl\u00e4tschern begleitetes Tauchen ist jedoch Bestandteil des Revier- und Balzverhaltens und kann auch als Ablenkungsman\u00f6ver in der N\u00e4he des Nestes dienen. Sie sind in der Lage, bis zu 90 Sekunden unter Wasser zu bleiben. Gew\u00f6hnlich tauchen sie jedoch nach 40 bis 50 Sekunden wieder an der Wasseroberfl\u00e4che auf. Die Tauchtiefe betr\u00e4gt gew\u00f6hnlich zwischen 2 und 9 Metern. Sie k\u00f6nnen jedoch auch Tiefen von 21 Meter erreichen. Sie schlafen auf dem Wasser, dabei legen sie den Kopf auf den R\u00fccken und der Schnabel wird h\u00e4ufig ins Gefieder gesteckt.<\/p>\n<p>Vom Wasser fliegen Sterntaucher mit kurzem Anlauf auf. Sie landen anders als Enten nicht mit den F\u00fc\u00dfen zuerst, sondern ber\u00fchren zuerst mit der Brust die Wasseroberfl\u00e4che. Im Flug strecken Sterntaucher die F\u00fc\u00dfe nach hinten, der Hals ist nach vorn gestreckt und leicht geneigt. Der Flug ist schnell und geradlinig, die Fl\u00fcgelschl\u00e4ge sind schnell und recht tief. Sterntaucher fliegen grunds\u00e4tzlich einzeln, auch verpaarte Sterntaucher halten in der Luft einigen Abstand voneinander.<\/p>\n<p>An Land bewegt er sich auf Grund seines K\u00f6rperbaus nur unbeholfen. Entweder kriecht er auf dem Boden, wobei er sich mit den F\u00fc\u00dfen abst\u00f6\u00dft und mit den Fl\u00fcgeln nachh\u00e4lt oder in vertikaler K\u00f6rperhaltung mit zu Boden gesenktem Kopf.<\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Balzrufe sind recht variabel, am h\u00e4ufigsten ist ein weittragendes, jodelndes &#8222;ok-ok-\u00e4rr&#8220; oder &#8222;woo\u00e4rr&#8220; zu h\u00f6ren. Die Flugrufe \u00e4hneln denen von <a title=\"G\u00e4nse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%A4nse\">G\u00e4nsen<\/a> und k\u00f6nnen mit &#8222;gak-gak-gak&#8220; umschrieben werden. W\u00e4hrend des Winters sind Sterntaucher \u00fcberwiegend schweigsam.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Art ist <a class=\"new\" title=\"Zirkumpolar (Biogeographie) (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Zirkumpolar_%28Biogeographie%29&amp;action=edit&amp;redlink=1\">zirkumpolar<\/a> und umfasst die <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> und die <a title=\"Borealer Nadelwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borealer_Nadelwald\">Taiga<\/a> in <a title=\"Europa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europa<\/a>, <a title=\"Asien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asien\">Asien<\/a> und <a title=\"Nordamerika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">Nordamerika<\/a>. In Europa kommt die Art im Norden <a title=\"Irland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irlands<\/a>, in <a title=\"Schottland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottland<\/a>, in <a title=\"Norwegen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegen<\/a>, im mittleren und n\u00f6rdlichen <a title=\"Schweden\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">Schweden<\/a>, in <a title=\"Finnland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnland<\/a> sowie im Norden <a title=\"Russland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russlands<\/a> vor. Ihre Brutgebiete liegen bedeutend weiter n\u00f6rdlich als die anderer Seetaucher und reichen bis dicht an die arktische W\u00fcste. Zur Brutzeit bewohnt die Art kleine <a title=\"Stillgew\u00e4sser\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stillgew%C3%A4sser\">Stillgew\u00e4sser<\/a> bis etwa 1 ha Gr\u00f6\u00dfe und fliegt von dort zur Nahrungssuche zu benachbarten gr\u00f6\u00dferen Seen oder an die Meeresk\u00fcste. Diese Brutgew\u00e4sser weisen nicht selten eine L\u00e4nge von nur 10 bis 15 Metern auf. Ihre geringste Ausdehnung wird vermutlich von der f\u00fcr das Auffliegen ben\u00f6tigten Anlaufstrecke bestimmt. Optimale Brutareale f\u00fcr den Sterntaucher sind die stark sumpfige Niederungstundra mit einem gut ausgebildeten Netz von Seen und Flussl\u00e4ufen sowie die ans Meer grenzende Tundra.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Sterntaucher sind je nach geographischer Lage <a title=\"Standvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a>, Strichv\u00f6gel oder <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a>. Der Wegzug aus dem Brutgebiet beginnt ab August oder September und f\u00e4llt zeitlich mit dem Fl\u00fcggewerden der Jungen zusammen. In Europa \u00fcberwintert die Art vor allem in der westlichen <a title=\"Ostsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostsee\">Ostsee<\/a>, in der <a title=\"Nordsee\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordsee\">Nordsee<\/a> und an der K\u00fcste des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Atlantik\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atlantik\">Atlantik<\/a> von <a title=\"Norwegen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegen<\/a> bis zur <a title=\"Biskaya\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biskaya\">Biskaya<\/a>. Die Populationen Asiens \u00fcberwintern \u00fcberwiegend auf dem <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzen Meer<\/a> und dem <a title=\"Kaspisches Meer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspisches_Meer\">Kaspischen Meer<\/a>. Die Art wird regelm\u00e4\u00dfig im mitteleurop\u00e4ischen Binnenland nachgewiesen, vor allem im Sp\u00e4therbst ab Mitte Oktober, seltener auf dem Heimzug von M\u00e4rz bis Juni. Die meisten Nachweise erfolgen hier auf gr\u00f6\u00dferen Seen, w\u00e4hrend der Zugzeiten aber auch auf Fl\u00fcssen und in Meeresbuchten.<\/p>\n<h2><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Der Sterntaucher erjagt seine Nahrung tauchend. Dabei nutzt er in der Regel nicht die kleinen Gew\u00e4sser an denen er br\u00fctet, sondern er fliegt zu gr\u00f6\u00dferen Seen, Fl\u00fcssen oder zum Meer. Die Strecke, die er bis zu den Nahrungsgr\u00fcnden \u00fcberwindet, kann dabei durchaus zehn Kilometer betragen. Er bevorzugt flachere Gew\u00e4sser als andere Arten der Gattung und sucht seine Nahrung sogar in Stromschnellen, wo er \u00e4hnlich wie <a title=\"S\u00e4ger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ger\">S\u00e4ger<\/a> gegen die Str\u00f6mung taucht. Erfasste Beute wird durch Quetschen mit dem Schnabel get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die Nahrung besteht \u00fcberwiegend aus kleinen Fischen, daneben werden <a title=\"Froschlurche\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Froschlurche\">Fr\u00f6sche<\/a>, <a title=\"Krebstiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebstiere<\/a>, <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtiere<\/a> und vermutlich auch Wasserinsekten erbeutet. Zu den gefressenen Fischen geh\u00f6ren haupts\u00e4chlich junge <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mar\u00e4ne\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mar%C3%A4ne\">Mar\u00e4nen<\/a> und <a title=\"Lachsfische\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lachsfische\">Lachsfische<\/a>. Eine besonders gro\u00dfe Rolle spielen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Saibling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saibling\">Saibling<\/a>, <a title=\"Rotauge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotauge\">Pl\u00f6tze<\/a>, <a title=\"Hasel (Fisch)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hasel_%28Fisch%29\">Hasel<\/a>, <a title=\"Ukelei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukelei\">Ukelei<\/a>, <a title=\"Flussbarsch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flussbarsch\">Flussbarsch<\/a> und <a title=\"Groppen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Groppen\">Groppen<\/a>. Zu den Salzwasserfischen, die sie fressen, geh\u00f6ren <a title=\"Heringe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heringe\">Heringe<\/a> und andere <a title=\"Heringsartige\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heringsartige\">Heringsartige<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sandaal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sandaal\">Sandaal<\/a>, <a title=\"Flunder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flunder\">Flunder<\/a> und <a title=\"Dorschartige\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dorschartige\">Dorschartige<\/a>.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Aufgrund des zeitlichen Auftretens des definitiven Prachtkleides wird vermutet, dass Sterntaucher ihre Geschlechtsreife erst gegen Ende des zweiten, vielleicht aber auch erst im dritten Lebensjahr erreichen. Es sind monogame V\u00f6gel und da sie auch in den \u00dcberwinterungsgebieten oft paarweise anzutreffen sind, wird vermutet, dass die Paarbeziehung \u00fcber mehr als eine Fortpflanzungsperiode besteht.<\/p>\n<p>Ihre Brutpl\u00e4tze erreichen Sterntaucher erst verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sp\u00e4t im Jahr. Die Seen, die sie als Nahrungsgr\u00fcnde nutzen, weisen dann gen\u00fcgend gro\u00dfe eisfreie Stellen auf und die kleineren Gew\u00e4sser sind bereits vollst\u00e4ndig eisfrei. Die Ankunftszeit im Brutgebiet wird wesentlich von der geographischen Breite der Gebiete bestimmt. In Westeuropa und im Norden des europ\u00e4ischen Teils Russlands erfolgt die Ankunft ab der ersten Maidekade bis in den Juni. In den Tundren Ostsibiriens treffen sie dagegen erst in der ersten bis zweiten Junidekade ein. Brutpaare sind generell sehr ortstreu und br\u00fcten wiederholt im selben Gew\u00e4sser. Bei Mangel an geeigneten Gew\u00e4ssern benutzen sie sogar fr\u00fchere Neststandorte.<\/p>\n<p>Sterntaucher br\u00fcten bevorzugt einzeln. In Westeuropa, wo geeignete Brutpl\u00e4tze rarer sind, br\u00fcten sie gelegentlich auch in kleinen Kolonien. Zur Balz und zur Reviermarkierung geh\u00f6ren das paarweise Schwimmen mit gestrecktem Hals und geneigtem Kopf oder mit fast senkrecht aus dem Wasser gehobenem Vorderk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Die Nester werden am Gew\u00e4sserufer oder auf kleinen Inseln gebaut und bestehen nur aus einer mit Pflanzen ausgelegten Bodenmulde. Es bauen beide Elternv\u00f6gel. Nester, die am Gew\u00e4sserufer gebaut werden, haben als Basis einen festgestampften Haufen aus Moos, Seggenst\u00e4ngeln oder <em><a class=\"new\" title=\"Arctophila (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Arctophila&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Arctophila<\/a><\/em>. Manchmal verarbeiten Sterntaucher auch Algen, die sie vom Grund des Gew\u00e4ssers hochtauchen. Auf seichten Seen werden die Nester in der Flachwasserzone in der Ufervegetation errichtet. Das erste Nistmaterial legen die Sterntaucher in einer Gew\u00e4ssertiefe von 30 bis 80 Zentimeter zwischen Seggen- oder <em>Arctophila<\/em>-B\u00fclten ab und erreichen ein Nest in Form eines stumpfen Kegels, das von den St\u00e4ngeln im Wasser gehalten wird. Diese Nestbaue sind sehr massiv, ragen aber nur f\u00fcnf bis acht Zentimeter \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che. Unabh\u00e4ngig vom Neststandort weist das Nest immer eine Nestmulde von drei bis f\u00fcnf Zentimeter Tiefe und 18 bis 20 Zentimeter Durchmesser auf.<\/p>\n<p>Die Eiablage erfolgt in <a title=\"Schottland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottland<\/a> schon ab Anfang Mai bis Anfang Juli, im Westen <a title=\"Sibirien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Sibiriens<\/a> erst ab Mitte Juni. Das Gelege besteht meist aus zwei, nur sehr selten aus einem oder drei Eiern, die auf olivbraunem bis dunkelbraunem Grund dunkel gefleckt sind. Die Eier werden in einem Abstand von 24 bis 36 Stunden gelegt. Sterntaucher ziehen im Jahr maximal eine Brut gro\u00df. Geht das Gelege zu Beginn der Bebr\u00fctung verloren, sind Sterntaucher in der Lage, ein zweites Gelege zu legen.<\/p>\n<p>Die Bebr\u00fctung beginnt mit der Ablage des ersten Eis. Beide Elternv\u00f6gel sind daran beteiligt, jedoch hat das Weibchen den h\u00f6heren Anteil am Brutgesch\u00e4ft. Der jeweils nicht auf dem Gelege sitzende Elternvogel h\u00e4lt sich in der N\u00e4he auf dem Wasser auf oder befindet sich zur Nahrungssuche auf einem anderen Gew\u00e4sser. Die Brutzeit dauert 25-30 Tage, der Schlupf der K\u00fcken erfolgt nicht synchron. Frisch geschl\u00fcpfte K\u00fcken wiegen durchschnittlich 65 Gramm. Sie sind keine Nestfl\u00fcchter, sondern werden in ihren ersten Lebenstagen von den Elternv\u00f6geln im Nest gehudert. \u00c4ltere K\u00fcken werden auch au\u00dferhalb des Nestes an geeigneten Stellen am Ufer gehudert, wohin die Elternv\u00f6gel sie manchmal auf dem R\u00fccken tragen. W\u00e4hrend der ersten zwei Lebenswochen h\u00e4lt sich einer der beiden Elternv\u00f6gel st\u00e4ndig bei den K\u00fcken auf. \u00c4ltere K\u00fcken verstecken sich, wenn die Elternv\u00f6gel abwesend sind, in der Ufervegetation oder unter einem \u00fcberh\u00e4ngenden Uferabschnitt.<\/p>\n<p>Die K\u00fcken sind zu Beginn nicht in der Lage, selbst\u00e4ndig zu fressen obwohl sie vom ersten Lebenstag an schwimmen und tauchen k\u00f6nnen. Sie werden von beiden Elternv\u00f6gel gef\u00fcttert. Sie erbetteln sich Nahrung, indem sie vor den Elternvogel schwimmen und diesen an Brust und Schnabel picken. Ab einem Alter von vier bis sechs Wochen k\u00f6nnen sie selbst\u00e4ndig fressen. Die Familiengruppe l\u00f6st sich gew\u00f6hnlich nach acht bis zehn Wochen auf.<\/p>\n<h3><span id=\"Negative_Einwirkungen_auf_das_Brutgeschehen\" class=\"mw-headline\">Negative Einwirkungen auf das Brutgeschehen<\/span><\/h3>\n<p><a title=\"Raubm\u00f6wen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raubm%C3%B6wen\">Raubm\u00f6wen<\/a> und Gro\u00dfm\u00f6wen wie <a title=\"Silberm\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silberm%C3%B6we\">Silber-<\/a> und <a title=\"Eism\u00f6we\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eism%C3%B6we\">Eism\u00f6we<\/a> vernichten h\u00e4ufig Gelege der Sterntaucher. Dies geschieht gew\u00f6hnlich nur, wenn sie ein verlassenes Gelege finden. Der auf dem Nest sitzende Sterntaucher wird meist nicht von diesen Vogelarten behelligt. Aus diesem Grund spielt es f\u00fcr den Bruterfolg dieser Art eine gro\u00dfe Rolle, wie stark Sterntaucher beispielsweise durch die N\u00e4he zum Menschen w\u00e4hrend des Brutgeschehens beunruhigt werden. Sterntaucher, die sich durch Beunruhigung veranlasst sahen, ihr Gelege zu verlassen, kehren lange nicht zum Nest zur\u00fcck, was die Gefahr deutlich erh\u00f6ht, dass das Gelege in dieser Zeit vernichtet wird.<\/p>\n<h2><span id=\"Sterntaucher_und_Mensch\" class=\"mw-headline\">Sterntaucher und Mensch<\/span><\/h2>\n<p>Der Sterntaucher wird in einigen Regionen seines Verbreitungsgebietes als Wildgefl\u00fcgel gejagt. Eine gezielte Bejagung auf ihn findet jedoch in der Regel nicht statt, er wird nur gelegentlich gemeinsam mit anderen V\u00f6geln geschossen.<\/p>\n<p>Der Hals- und Bauchteil von Sterntaucherh\u00fcten wurden fr\u00fcher in der Modeindustrie verarbeitet. Verwendet wurde er, um Damenh\u00fcte oder leichte Kragen und Applikationen zu arbeiten. Diese Praxis ist mittlerweile vollst\u00e4ndig eingestellt.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Der Weltbestand wurde von der <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> im Jahr 2002 grob auf 490.000 bis 1,5 Millionen Individuen gesch\u00e4tzt und gilt als ungef\u00e4hrdet. Der europ\u00e4ische Brutbestand betr\u00e4gt etwa 32.000 bis 92.000 Paare, davon leben mehr als 50&nbsp;% im Gebiet des europ\u00e4ischen Russlands. Auf Gr\u00f6nland kommen zwischen 5.000 und 30.000 Brutpaare vor. Der europ\u00e4ische Winterbestand betr\u00e4gt 51.000 bis 115.000 Individuen.<\/p>\n<p>In Europa gibt es Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge gegenw\u00e4rtig nur noch in Teilen Fennoskandiens. Ansonsten ist der Bestand stabil oder nimmt wie in Gro\u00dfbritannien sogar leicht zu. Verglichen mit der Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Brutbestand heute aber deutlich niedriger, die Art hat sich trotz der Reduktion der Jagd nicht st\u00e4rker erholt. Gef\u00e4hrdungsursachen sind vor allem Habitatverschlechterungen durch Versauerung, Eutrophierung und Schadstoffbelastung sowie Verbauung der Gew\u00e4sser und St\u00f6rungen w\u00e4hrend der Brutzeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mhai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sterntaucher (Gavia stellata) ist die kleinste Art innerhalb der Gattung der Seetaucher (Gavia). Er br\u00fctet in der Tundra und der Taiga der Holarktis und kann auf dem Zug vor allem im Herbst auch in Mitteleuropa regelm\u00e4\u00dfig beobachtet werden. 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