{"id":4801,"date":"2016-08-03T17:59:41","date_gmt":"2016-08-03T15:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/wiesenweihe-circus-pygargus\/"},"modified":"2016-08-03T18:18:52","modified_gmt":"2016-08-03T16:18:52","slug":"wiesenweihe-circus-pygargus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/wiesenweihe-circus-pygargus\/","title":{"rendered":"Wiesenweihe (Circus pygargus)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Wiesenweihe<\/strong> (<em>Circus pygargus<\/em>) ist ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Greifvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifvogel\">Greifvogel<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Habichtartige\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habichtartige\">Habichtartigen<\/a> (Accipitridae). Wie viele Arten der Gattung <em>Circus<\/em> zeigt auch die Wiesenweihe einen starken <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> bez\u00fcglich Gr\u00f6\u00dfe und F\u00e4rbung. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich \u00fcber weite Teile der westlichen und mittleren <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a>. Die Art bewohnt gro\u00dffl\u00e4chig offene, feuchte bis trockene Habitate wie Verlandungszonen, Niedermoore und Steppen sowie landwirtschaftliche Fl\u00e4chen mit vergleichbarer Vegetationsstruktur, vor allem Getreide\u00e4cker. In Mitteleuropa hat die Besiedlung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen unterst\u00fctzt durch gezielten Schutz in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Wiesenweihen sind Langstreckenzieher, sie \u00fcberwintern in Afrika s\u00fcdlich der Sahara sowie im S\u00fcden Asiens. In Teilen Europas gab es im 20. Jahrhundert durch Lebensraumzerst\u00f6rung drastische Bestandr\u00fcckg\u00e4nge, weltweit ist die Art heute jedoch ungef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Wiesenweihen sind mittelgro\u00dfe, jedoch sehr schlanke und leichte Greifv\u00f6gel. Die K\u00f6rperl\u00e4nge betr\u00e4gt 39\u201350&nbsp;cm, die <a title=\"Fl\u00fcgelspannweite\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspannweite\">Fl\u00fcgelspannweite<\/a> 96\u2013116&nbsp;cm.Wie viele Arten der Gattung <em>Circus<\/em> zeigt auch die Wiesenweihe einen starken <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> bez\u00fcglich Gr\u00f6\u00dfe und F\u00e4rbung. <a title=\"Adult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">Adulte<\/a> M\u00e4nnchen aus Europa wiegen 227\u2013305&nbsp;g und haben damit das Gewicht einer <a class=\"mw-redirect\" title=\"Stra\u00dfentaube\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stra%C3%9Fentaube\">Stra\u00dfentaube<\/a>. Sie haben eine <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von 342 bis 389&nbsp;mm, im Mittel 364&nbsp;mm. Weibchen erreichen ein Gewicht von 319\u2013445&nbsp;g und eine Fl\u00fcgell\u00e4nge von 350\u2013388&nbsp;mm, im Mittel 371&nbsp;mm.<\/p>\n<p>Bei adulten M\u00e4nnchen sind Kopf, Oberseite des Rumpfes, die Oberfl\u00fcgeldecken sowie die Unterseite des Rumpfes bis zur Bauchmitte einfarbig dunkelgrau. Ab der Bauchmitte bis einschlie\u00dflich der Unterschwanzdecken ist der Rumpf wei\u00dflich, die Bauchmitte ist mehr oder weniger kr\u00e4ftig fein rostbraun gestrichelt. Die gro\u00dfen Hand- und Armdecken der Oberseite sind grauwei\u00df, auf der Unterseite zeigen sie auf ebenfalls grauwei\u00dfem Grund kr\u00e4ftige rotbraune Strichel und Flecken. Die Armschwingen sind ebenfalls hellgrau mit einer schwarzen Querbinde auf der Ober- und zwei Binden auf der Unterseite. Die Handschwingen sind auf Ober- und Unterseite schwarz. Insgesamt ist die Oberseite der Fl\u00fcgel damit deutlich dreifarbig dunkelgrau, wei\u00dfgrau und schwarz. Die <a title=\"Steuerfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> sind auf hellgrauem Grund dunkler grau geb\u00e4ndert, das mittlere Steuerfedernpaar ist einfarbig dunkelgrau.<\/p>\n<p>Adulte Weibchen sind auf Oberkopf, Hinterhals, R\u00fccken und Oberfl\u00fcgeldecken einfarbig mittelbraun, die kleinen Armdecken sind in der Fl\u00fcgelmitte etwas aufgehellt. Die Schwingen sind oberseits auf graubr\u00e4unlichem Grund schw\u00e4rzlich geb\u00e4ndert und zeigen auch eine schw\u00e4rzliche Spitze. Der <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> ist deutlich kontrastierend wei\u00df. Die Steuerfedern sind auf hellbraunem Grund schwarz geb\u00e4ndert und zeigen eine breite schwarze Endbinde. Die Unterseite ist insgesamt deutlich heller. Hals, oberer Rumpf und die kleinen Unterfl\u00fcgeldecken sind auf hellbeigem Grund kr\u00e4ftig braun gestrichelt, die Strichelung wird zum Unterbauch hin schw\u00e4cher. Die mittleren und gro\u00dfen Fl\u00fcgeldecken sind unterseits kr\u00e4ftig r\u00f6tlich braun quergeb\u00e4ndert. Die Unterseiten von Schwingen und Steuerfedern sind auf hellgrauem Grund breit dunkelbraun bis schwarz geb\u00e4ndert und zeigen eine breite dunkle Endbinde. Der Kopf zeigt einen schmalen dunklen Augenstreif, der ober- und unterhalb des Auges breit wei\u00dflich eingefasst ist. Das breite Wangenband ist dunkelbraun.<\/p>\n<p>V\u00f6gel im <a title=\"Juvenil\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> sind oberseits \u00e4hnlich wie adulte Weibchen gef\u00e4rbt, die Armschwingen sind jedoch fast einfarbig dunkel graubraun. Auf der Unterseite unterscheiden sie sich von adulten Weibchen jedoch deutlich. Die Kehle, der gesamte Rumpf einschlie\u00dflich der Beinbefiederung und der Unterschwanzdecken sowie die Unterfl\u00fcgeldecken sind fast einfarbig kr\u00e4ftig rostbraun. Die Brustseiten zeigen auf diesem Grund h\u00e4ufig eine feine dunkle Strichelung, die mittleren und gro\u00dfen Unterfl\u00fcgeldecken ein kr\u00e4ftigere Strichelung. Die Handschwingenspitzen sind unterseits schw\u00e4rzlich, die Armschwingen sind insgesamt sehr dunkel und kontrastarm geb\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist bei adulten V\u00f6geln gelb, bei M\u00e4nnchen im Jugendkleid grau, bei Weibchen im Jugendkleid braun. <a title=\"Wachshaut\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachshaut\">Wachshaut<\/a> und Beine sind in allen Kleidern gelb, der Schnabel und die Krallen sind schwarz.<\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Balzrufe des M\u00e4nnchens bestehen aus gereihten, nasalen Rufen, die mit \u201ek\u00e4-k\u00e4-k\u00e4\u201c oder \u201ekj\u00e4h-kj\u00e4h-kj\u00e4h\u201c wiedergegeben werden k\u00f6nnen. Bei Bedrohung am Nest \u00e4u\u00dfern beide Partner schnelle, etwa wie \u201etschit-er-tschit-er-tschit-it-it-it\u201c klingende Rufe. Der von Jungv\u00f6geln beim Betteln st\u00e4ndig genutzte Ruf ist ein d\u00fcnnes \u201epii-ii\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Circus_pygargus_dis.PNG\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/b\/b3\/Circus_pygargus_dis.PNG\/220px-Circus_pygargus_dis.PNG\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"102\" data-file-width=\"1357\" data-file-height=\"628\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Verbreitungsgebiet der Wiesenweihe (gr\u00fcn = Brutgebiet, blau = Winterquartier)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Wiesenweihe umfasst gro\u00dfe Teile der s\u00fcdwestlichen <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> von Nordafrika \u00fcber S\u00fcd- und Mitteleuropa bis West- und Mittelsibirien. Die Nordgrenze der Verbreitung liegt im S\u00fcden Gro\u00dfbritanniens und in S\u00fcdschweden, weiter \u00f6stlich in S\u00fcdwestfinnland und schlie\u00dflich in Sibirien bei etwa 56\u00b0&nbsp;30\u2032 N.<\/p>\n<p>Die Art bewohnt gro\u00dffl\u00e4chig offene, feuchte Habitate wie breite Flusst\u00e4ler, Verlandungszonen, Moore, aber auch trockenere Lebensr\u00e4ume wie Steppen, Heiden, Landwirtschaftsfl\u00e4chen und junge Aufforstungen. In Mitteleuropa wurden die Horste fr\u00fcher \u00fcberwiegend im Bereich von Verlandungszonen angelegt und dort vor allem im \u00dcbergangsbereich vom <a title=\"R\u00f6hricht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6hricht\">R\u00f6hricht<\/a> zum <a title=\"Seggen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seggen\">Seggenried<\/a> und in noch weiter vom offenen Wasser entfernten Bereichen mit sch\u00fctterem <a title=\"Schilfrohr\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schilfrohr\">Schilfrohr<\/a>. Diese Lebensr\u00e4ume sind in Mitteleuropa fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt, die Art besiedelt hier jedoch in den letzten Jahrzehnten stark zunehmend intensiv genutzte landwirtschaftliche Fl\u00e4chen mit vergleichbarer Vegetationsstruktur, vor allem Getreidefelder. Wiesenweihen jagen \u00fcber den Fl\u00e4chen, die auch als Bruthabitate dienen; auf \u00c4ckern br\u00fctende Paare nutzen zur Jagd vor allem Brachland in der Umgebung.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr die Wiesenweihe werden keine Unterarten anerkannt. Nach molekulargenetischen Untersuchungen steht die Art innerhalb der Gattung <em><a title=\"Weihen (Gattung)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihen_%28Gattung%29\">Circus<\/a><\/em> recht isoliert und hat kein eigentliches <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwestertaxon\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwestertaxon\">Schwestertaxon<\/a>.<\/p>\n<h2><span id=\"Jagdweise_und_Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Jagdweise und Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Wiesenweihen jagen \u00fcber offenem Gel\u00e4nde wie andere <a title=\"Weihen (Gattung)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihen_%28Gattung%29\">Weihen<\/a> \u00fcberwiegend im niedrigen, hin und her schwenkenden <a title=\"Gaukelflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gaukelflug\">Suchflug<\/a> mit leicht nach oben gehaltenen Fl\u00fcgeln. Die Beute wird am Boden aus kurzer Distanz \u00fcberrascht und gegriffen, die sehr agilen Wiesenweihen versuchen aufgescheuchte Kleinv\u00f6gel durch blitzschnelle K\u00f6rperdrehungen auch noch in der Luft zu greifen. Entkommt der Beutevogel dann, wird er jedoch nicht weiter verfolgt. Die Hauptnahrung besteht aus kleinen <a title=\"S\u00e4ugetiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ugetiere\">S\u00e4ugetieren<\/a> wie <a title=\"W\u00fchlm\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BChlm%C3%A4use\">W\u00fchlm\u00e4usen<\/a> und kleinen V\u00f6geln, daneben werden auch sehr h\u00e4ufig gr\u00f6\u00dfere Insekten wie Heuschrecken, Libellen und K\u00e4fer gefressen, gelegentlich auch <a title=\"Aas\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a> (z. B. von Autobahnr\u00e4ndern). Vor allem im S\u00fcdeuropa k\u00f6nnen auch Eidechsen einen erheblichen Teil der Nahrung ausmachen.<\/p>\n<p>Im afrikanischen Winterquartier ist das Nahrungsspektrum offenbar deutlich schmaler als im Brutgebiet, Hauptbeute sind dort <a title=\"Wanderheuschrecken\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanderheuschrecken\">Wanderheuschrecken<\/a>.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Die Balz beginnt mit der Ankunft des M\u00e4nnchens im Brutrevier. Sie besteht in erster Linie aus spektakul\u00e4ren Schaufl\u00fcgen des M\u00e4nnchens, selten von beiden Partnern. Das M\u00e4nnchen zeigt Wellenfl\u00fcge in gro\u00dfer H\u00f6he, <a title=\"Looping (Kunstflug)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Looping_%28Kunstflug%29\">Loopings<\/a>, Sturzfl\u00fcge mit schraubigen Drehungen, pl\u00f6tzliche Wendungen und unkontrolliert erscheinendes Abtrudeln, \u00e4hnlich einem fallenden Blatt. Dabei ruft das M\u00e4nnchen h\u00e4ufig. Diese Balzfl\u00fcge werden vom Weibchen meist in niedrigerer H\u00f6he begleitet oder sitzend verfolgt. Zur Balz geh\u00f6ren au\u00dferdem Scheinangriffe des M\u00e4nnchens auf das Weibchen, zu deren Abwehr sich das Weibchen auf den R\u00fccken wirft, sowie gemeinsames Gleiten und Kreisen. H\u00e4ufig hat das M\u00e4nnchen bei diesen Balzfl\u00fcgen Beute dabei, die es im Anschluss an das Weibchen \u00fcbergibt, worauf dann die Paarung folgt.<\/p>\n<p>Wiesenweihen f\u00fchren meist eine <a class=\"mw-redirect\" title=\"Monogam\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monogam\">monogame<\/a> Saisonehe. M\u00e4nnchen balzen auch noch nach Beginn der Eiablage, daher kommt es gelegentlich zur <a title=\"Bigamie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bigamie\">Bigamie<\/a>, also zur Verpaarung mit einem zweiten Weibchen.<\/p>\n<p>Die Art ist wie die meisten Weihen Bodenbr\u00fcter. Das Nest steht meist direkt auf dem Boden auf trockenem bis etwas feuchtem, nur sehr selten auf sehr nassem Untergrund. Die Vegetation am Brutplatz darf weder zu hoch noch zu dicht sein. Meist ist sie etwa 1&nbsp;m hoch, in hohem Schilf werden Nester nur in gr\u00f6\u00dferen L\u00fccken gebaut. F\u00fcr Bruten auf Getreidefeldern wird in Mitteleuropa meist <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wintergerste\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wintergerste\">Wintergerste<\/a> gew\u00e4hlt, da diese bei der Ankunft der Brutv\u00f6gel meist schon hoch genug steht. So waren in den Jahren 1993 bis 1996 von 197 Nestern in der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Hellwegb\u00f6rde\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hellwegb%C3%B6rde\">Hellwegb\u00f6rde<\/a> in <a title=\"Nordrhein-Westfalen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordrhein-Westfalen\">Nordrhein-Westfalen<\/a> 75,6&nbsp;% in Wintergerste, 12,2&nbsp;% in Saatgras, 5,6&nbsp;% in Weizen, 4,1&nbsp;% in Roggen, 2,0&nbsp;% in Raps und 0,5&nbsp;% in Stilllegungsfl\u00e4chen. Bei geeignetem Bruthabitat und in g\u00fcnstigen Jahren k\u00f6nnen die Bruten sehr dicht benachbart sein, maximal wurden 1998 in der Estremadura 43 Nester in einem Feld von 1,5&nbsp;km\u00b2 Gr\u00f6\u00dfe gefunden. Das meist sehr flache Nest wird aus trockenen Pflanzen wie Gras und Schilf und auch aus kleinen Zweigen gebaut. Der Au\u00dfendurchmesser betr\u00e4gt meist 35\u201340&nbsp;cm, manchmal bis 80&nbsp;cm. Der Legebeginn variiert je nach geografischer Verbreitung. In Marokko erfolgt die Eiablage schon ab Mitte April, in Mitteleuropa nur ausnahmsweise Anfang Mai, meist erst ab Mitte Mai bis Anfang Juni. Das Gelege besteht aus 2\u20136, meist 3\u20135 Eiern. Die Eier sind meist reinwei\u00df, nur gelegentlich rotbraun gefleckt. Eier aus Deutschland ma\u00dfen im Mittel 41,3 \u00d7 33,3&nbsp;mm, gr\u00f6\u00dfere Stichproben von Eiern aus anderen Teilen Mitteleuropas wichen nur wenig davon ab. Die Brutdauer betr\u00e4gt 28\u201330 Tage, die Nestlingszeit 30\u201335 Tage. In Mitteleuropa werden die Jungv\u00f6gel ab Mitte Juli fl\u00fcgge.<\/p>\n<p>Die Bebr\u00fctung der Eier sowie die F\u00fctterung und Bewachung der Nestlinge erfolgt bis etwa 14 Tage nach deren Schlupf fast ausschlie\u00dflich durch das Weibchen, das in dieser Zeit vom M\u00e4nnchen mit Nahrung versorgt wird. Danach beginnt das Weibchen wieder zu jagen. Mit 35 Tagen k\u00f6nnen die Jungv\u00f6gel bereits gut fliegen, sind jedoch immer noch h\u00e4ufig zu Fu\u00df in der Nestumgebung unterwegs. Im Alter von 40 Tagen k\u00f6nnen die Jungv\u00f6gel sich die Beute bereits gegenseitig im Flug abjagen. Etwa im Alter von 50 Tagen beginnen sie selbst mit der Jagd nach Beute in der Horstumgebung.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Wiesenweihen sind <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>, sie \u00fcberwintern in Afrika s\u00fcdlich der Sahara sowie im S\u00fcden Asiens. Das Winterquartier in <a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">Afrika<\/a> reicht vom S\u00fcdrand der <a title=\"Sahara\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> bis in die \u00f6stliche <a title=\"Kapprovinz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapprovinz\">Kapprovinz<\/a> in S\u00fcdafrika. In Asien reicht das Winterareal vom s\u00fcd\u00f6stlichen Iran \u00fcber Pakistan, <a title=\"Nepal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nepal\">Nepal<\/a> und gro\u00dfe Teile Indiens bis nach <a title=\"Sri Lanka\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a>, zu den <a title=\"Malediven\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malediven\">Malediven<\/a> und den <a title=\"Andamanen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andamanen\">Andamanen<\/a>. Der Abzug aus den Brutgebieten erfolgt ab Ende Juli\/Anfang August, erreicht Mitte bis Ende August seinen H\u00f6hepunkt und ist im Norden des europ\u00e4ischen Verbreitungsgebiets im Normalfall Mitte September abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Wiesenweihen West- und Mitteleuropas ziehen wohl \u00fcberwiegend \u00fcber Frankreich und Spanien oder \u00fcber Italien nach Afrika. Zwei im Jahr 2005 in den Niederlanden mit Satellitensendern versehene adulte Weibchen zogen Mitte August aus den Brutgebieten ab nach Osten und hielten sich zun\u00e4chst an mehreren Stellen in Nord- und Mitteldeutschland jeweils einige Tage lang auf. Das eine Weibchen begann mit dem eigentlichen Wegzug Ende August, es flog von Deutschland nach S\u00fcdwesten und erreichte \u00fcber Frankreich und Spanien am 25. September Marokko, danach versagte der Sender. Das zweite Weibchen flog hingegen von Deutschland nach S\u00fcdosten und hielt sich dann Ende August einige Tage in Tschechien auf. Danach flog es offenbar \u00fcber Italien und Algerien \u00fcber die Sahara und erreichte sein Winterquartier in <a title=\"Niger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niger\">Niger<\/a> am 21. September.<\/p>\n<p>Bei einer weiteren Untersuchung wurden 2006 im Nordwesten Spaniens 10 adulte Wiesenweihen mit Satellitensendern ausger\u00fcstet, von denen 6 bis in das Winterquartier verfolgt werden konnten. Auch diese V\u00f6gel zeigten zun\u00e4chst eine ungerichtete Abwanderung aus dem Brutgebiet, ein Individuum zog zun\u00e4chst sogar entgegen der sp\u00e4teren Zugrichtung nach Nordosten bis S\u00fcdfrankreich. Der eigentliche Abzug erfolgte zwischen dem 25. Juli und dem 3. September, alle V\u00f6gel flogen dann \u00fcber S\u00fcdspanien nach Afrika. Das Winterquartier aller V\u00f6gel befand sich in einer in Nord-S\u00fcd-Richtung schmalen, aber in Ost-West-Richtung mehr als 1000 km langen Gebiet in der <a title=\"Sahelzone\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahelzone\">Sahelzone<\/a> im Bereich der Grenze von <a title=\"Mali\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mali\">Mali<\/a> zu <a title=\"Mauretanien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauretanien\">Mauretanien<\/a>. Dieses Areal wurde vom ersten Vogel am 7. August, vom letzten am 2. Oktober erreicht.<\/p>\n<p>Der Heimzug dauert in <a title=\"Gibraltar\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gibraltar\">Gibraltar<\/a> von Ende M\u00e4rz bis Anfang Mai. Die ersten Beobachtungen im Brutgebiet erfolgen in Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern ab Mitte April, in Schleswig-Holstein in den 1960er Jahren im Mittel am 21. April und in Brandenburg in den 1990er Jahren fr\u00fchestens am 14. April.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Der europ\u00e4ische Bestand wurde von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Birdlife International\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Birdlife_International\">Birdlife International<\/a> im Jahr 2004 auf 35.000\u201365.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt, der Gro\u00dfteil davon lebt in Russland mit allein 20.000\u201335.000 Paaren. Weitere gro\u00dfe Best\u00e4nde haben in Europa Spanien mit mindestens 4900, Frankreich mit 3800\u20135100, Polen mit 1300\u20132500 und Wei\u00dfrussland 3000\u20135000 Paaren. Der Weltbestand wurde 2009 von Birdlife International auf etwa 100.000 Paare gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Die Bestandsentwicklung verlief in den letzten etwa 100 Jahren wechselhaft. Zumindest in West- und Mitteleuropa gab es etwa ab Mitte der 1920er Jahre infolge der weitgehenden Zerst\u00f6rung der urspr\u00fcnglichen Lebensr\u00e4ume durch Trockenlegung und intensive landwirtschaftliche Nutzung der Niederungen und Moore, Flussregulierungen und die allgemeine Nutzungsintensivierung der offenen Landschaft drastische Bestandseinbr\u00fcche. So schrumpfte der Bestand in den Niederlanden von etwa 500\u20131000 Paaren zwischen 1900 und 1930 auf 14\u201315 in den Jahren 1990\/1991, in Brandenburg von noch 46\u201354 Paaren in den Jahren 1969 und 1970 auf maximal 1 Paar Ende der 1980er Jahre.<\/p>\n<p>In Europa ist jedoch insgesamt ab etwa 1970 ein Bestandsanstieg zu verzeichnen, der sich ab 1990 durch gro\u00dffl\u00e4chige Brachlegungen landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen deutlich beschleunigt hat. Der Bestandsanstieg ab 1990 hat sich in Europa in einer starken Zunahme von Bruten auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen manifestiert. Diese Bruten sind durch Erntetermine vor Mitte Juli generell stark gef\u00e4hrdet; nach Sch\u00e4tzungen w\u00fcrden ohne Schutz bei mindestens 60&nbsp;% der Getreidebruten die Nestjungen bei der Ernte durch die M\u00e4hdrescher get\u00f6tet. Zum Schutz der Bruten haben sich daher in vielen L\u00e4ndern regionale Arbeitsgruppen gebildet.<\/p>\n<p>Die Schutzkonzepte umfassen im Wesentlichen:<\/p>\n<ul>\n<li>die fr\u00fchzeitige Lokalisierung der Brutpl\u00e4tze,<\/li>\n<li>die Information der betroffenen Landwirte<\/li>\n<li>die Ausweisung einer Schutzzone um das Nest, meist eine Fl\u00e4che von 50 \u00d7 50&nbsp;m, auf der der Landwirt die Ernte zur\u00fcckstellt. F\u00fcr den Ernteausfall wird der Landwirt meist von staatlichen Stellen entsch\u00e4digt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch die mancherorts erfolgte Kontrolle der Gelege aus der Luft hat sich bew\u00e4hrt, da hierdurch keine Duftspuren zum Nest gelegt werden, die Beutegreifer wie den Fuchs anlocken k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In den Niederlanden ist der Bestand seit 1991 bis 2001 auf 35\u201345 Paare gestiegen, in Deutschland auf 410\u2013470 Paare im Jahr 2007. In der Roten Liste von Deutschland steht die Art heute in der Kategorie 2 (stark gef\u00e4hrdet). Weltweit betrachtet die <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> die Art heute als ungef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wiesenweihe (Circus pygargus) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). 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