{"id":4744,"date":"2016-02-28T18:23:06","date_gmt":"2016-02-28T16:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/spiesente-anas-acuta\/"},"modified":"2016-02-28T18:51:36","modified_gmt":"2016-02-28T16:51:36","slug":"spiesente-anas-acuta","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/spiesente-anas-acuta\/","title":{"rendered":"Spie\u00dfente (Anas acuta)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"video-leftside\">\n<div class=\"editor-content video\">\n<div class=\"video-text\">\n<p>Die <strong>Spie\u00dfente<\/strong> (<em>Anas acuta<\/em>) ist eine <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Entenv\u00f6gel<\/a> (Anatidae), die im Norden Eurasiens und Nordamerika weit verbreitet ist. In Mitteleuropa br\u00fctet diese Art nur unregelm\u00e4\u00dfig und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig selten. Sie ist hier \u00fcberwiegend Durchz\u00fcgler und Wintergast und h\u00e4lt sich von September bis April vor allem im Tiefland und in den K\u00fcstenregionen auf.<\/p>\n<p>Die Spie\u00dfente ist etwas kleiner als eine <a title=\"Stockente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stockente\">Stockente<\/a>. Der Erpel weist im <a title=\"Prachtkleid\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prachtkleid\">Prachtkleid<\/a> einen langen und spitz ausgezogenen Schwanz auf, der zu dem Namen Spie\u00dfente gef\u00fchrt hat. Das Weibchen hat ganzj\u00e4hrig ein hellbraunes Federkleid, bei dem die einzelnen Federn des Deckgefieders breit grau ges\u00e4umt sind.<\/p>\n<p>Spie\u00dfenten sind Brutv\u00f6gel der offenen Niederungslandschaften, die gr\u00f6\u00dfere, stehende Binnengew\u00e4sser und \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen aufweisen. Das Nest wird am Boden gebaut und befindet sich h\u00e4ufig in einiger Entfernung von offenen Wasserfl\u00e4chen. Spie\u00dfenten ern\u00e4hren sich \u00fcberwiegend von Wasserpflanzen, die sie <a title=\"Gr\u00fcndeln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCndeln\">gr\u00fcndelnd<\/a> aufnehmen. Au\u00dferhalb der Brutzeit bilden Spie\u00dfenten h\u00e4ufig gro\u00dfe Schw\u00e4rme. Im <a title=\"Wolgadelta\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolgadelta\">Wolgadelta<\/a> bestehen diese Schw\u00e4rme gelegentlich aus 150.000 bis 300.000 Individuen. Die Art gilt als nicht bedroht.<\/p>\n<h3><span id=\"K.C3.B6rperma.C3.9Fe_und_Federkleid_ausgewachsener_Spie.C3.9Fenten\" class=\"mw-headline\">K\u00f6rperma\u00dfe und Federkleid ausgewachsener Spie\u00dfenten<\/span><\/h3>\n<p>Die Spie\u00dfente wirkt sehr schlank und weist einen auffallend langen und d\u00fcnnen Hals auf. <a title=\"Erpel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erpel\">Erpel<\/a> erreichen ausgewachsen eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 59 bis 76 Zentimeter. Ihr K\u00f6rpergewicht liegt in einer Bandbreite von 550 bis 1300 Gramm und betr\u00e4gt im Durchschnitt etwa 850 Gramm. Die durchschnittliche Fl\u00fcgell\u00e4nge betr\u00e4gt bei M\u00e4nnchen etwa 27,5 Zentimeter. Weibchen sind mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 51 bis 64 cm und einer Fl\u00fcgell\u00e4nge von 26 cm etwas kleiner und mit einem durchschnittlichen K\u00f6rpergewicht von 735 g (400\u20131200 g) auch leichter als die M\u00e4nnchen. Ihr Gewichtsminimum weisen Spie\u00dfenten in der Regel im Februar eines Jahres auf; das Gewichtsmaximum wird von Erpeln im Oktober und von Weibchen im August erreicht.<\/p>\n<p>Im Prachtkleid sind die M\u00e4nnchen an Kehle, vorderem Unterhals und den Kopfseiten dunkelbraun gef\u00e4rbt. Der Oberkopf unterscheidet sich von den anderen Kopfpartien durch eine nochmals dunklere F\u00e4rbung. In der Nackenmitte verl\u00e4uft ein fast schwarzes L\u00e4ngsband. Der Schnabel ist blaugrau. Ein schmaler wei\u00dfer und deutlich abgegrenzter Keil reicht an den hinteren Kopfseiten bis etwa zur Schnabelh\u00f6he. Aufgrund dieser charakteristischen Kopfzeichnung sind die Erpel der Spie\u00dfente eindeutig von anderen Entenarten im Verbreitungsgebiet unterscheidbar.<\/p>\n<p>Die Brust und die untere H\u00e4lfte des Vorderhalses sind wei\u00df. Die gro\u00dfen Schulterfedern sind stark verl\u00e4ngert und weisen einen breiten, wei\u00dfgelblichen bis hellbr\u00e4unlichen Saum auf. Die Flanken sind schmal dunkelgrau-wei\u00df geb\u00e4ndert, die K\u00f6rperunterseite ist wei\u00df. Vor den scharf abgesetzten, schwarzen Unterschwanzdecken findet sich eine wei\u00dfgelbliche bis hellbr\u00e4unliche Federpartie. Die langen und spitz ausgezogenen Schwanzfedern weisen eine L\u00e4nge von bis zu zehn Zentimeter auf. Die mittleren Steuerfedern sind schwarz; die an die mittleren Steuerfedern anschlie\u00dfenden weisen eine schwarze Au\u00dfenfahne auf, die Innenfahnen sind dagegen braubraun mit hellbr\u00e4unlichen R\u00e4ndern. Die au\u00dfenliegenden Steuerfedern sind au\u00dfen dunkel und innen hell braungrau. Im Ruhekleid \u00e4hnelt der Erpel dem Weibchen. Einzelne Erpel weisen am R\u00fccken, an den Schultern sowie am B\u00fcrzel einzelne schwarzgraue Federn mit einer groben graubraunen und wei\u00dfen Querwellung auf. Die mittleren Steuerfedern sind beim M\u00e4nnchen auch im Ruhekleid leicht verl\u00e4ngert. Der Wechsel ins Ruhekleid beginnt beim M\u00e4nnchen etwa ab Juni. Die Umf\u00e4rbung ins Prachtkleid beginnt im Dezember und ist meist im Januar bis Februar abgeschlossen.<\/p>\n<p>Ausgewachsene Weibchen haben ein hellbraunes Gefieder. Das Deckgefieder ist breit grau ges\u00e4umt. Sie weisen dadurch insgesamt einen ausgepr\u00e4gteren Grauton als die Weibchen anderer Arten aus der Gattung der <a title=\"Eigentliche Enten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eigentliche_Enten\">Eigentlichen Enten<\/a> auf. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind der lange Hals und der lange, graue bis bl\u00e4ulich-hornfarbene Schnabel, der im Vergleich zur Stockente deutlich schmaler ist. Wie beim M\u00e4nnchen haben auch die Beine eine graue bis graublaue Farbe. Die Schwimmh\u00e4ute sind schw\u00e4rzlich. Bei beiden Geschlechtern ist die Iris braun.<\/p>\n<h3><span id=\"Erscheinungsbild_von_Jungv.C3.B6geln_und_K.C3.BCken\" class=\"mw-headline\">Erscheinungsbild von Jungv\u00f6geln und K\u00fcken<\/span><\/h3>\n<p>Noch nicht ausgewachsene Spie\u00dfenten \u00e4hneln in ihrem Jugendkleid dem Weibchen. Bei ihnen ist allerdings die Bauchseite gefleckt, w\u00e4hrend adulte Weibchen ein fast einfarbiges Bauchgefieder aufweisen. Die Federn auf der K\u00f6rperoberseite weisen bei Jungv\u00f6geln einen schm\u00e4leren grauen Saum auf. Dadurch wirken Jungv\u00f6geln insgesamt etwas dunkler als die ausgewachsenen Weibchen. Junge Erpel wechseln in ihrem ersten Winter erstmals in das Prachtkleid. Einzelne Federpartien auf der K\u00f6rperoberseite und die \u00e4u\u00dferen Steuerfedern bleiben dabei noch unvermausert. Die mittleren Steuerfedern erreichen noch nicht die L\u00e4nge, wie sie f\u00fcr adulte Erpel charakteristisch ist.<\/p>\n<p>Die K\u00fcken der Spie\u00dfenten gleichen in ihrem Dunenkleid denen der Stockenten. Der Oberkopf und der R\u00fccken sind olivbraun. Ein heller L\u00e4ngsstreifen verl\u00e4uft beiderseits des Mittelr\u00fcckens von den Fl\u00fcgeln bis zu den Schwanzseiten. Das rahmbraune Gesicht der K\u00fcken ist von einem dunklen Augen- und Backenstreifen durchzogen. Die K\u00f6rperunterseite der K\u00fcken ist rahmwei\u00df bis blassbraun. Der Schnabel ist bleigrau; die F\u00fc\u00dfe sowie die Beine sind hellgrau bis gr\u00fcnlichgrau. Bereits nach der zweiten Lebenswoche wird das Zeichnungsmuster des Dunenkleides zunehmend undeutlicher. Dreiw\u00f6chige Spie\u00dfenten haben an Schulter, Flanken und Schwanz bereits gut erkennbare, etwa 1,3 Zentimeter lange Federn. In einem Alter von etwa sechs Wochen sind die Spie\u00dfenten voll befiedert. Reste der Dunenfedern finden sich noch am Hals, R\u00fccken, B\u00fcrzel und Fl\u00fcgel. Mit etwa sieben Wochen sind die Jungenten flugf\u00e4hig.<\/p>\n<h3><span id=\"Fortbewegung\" class=\"mw-headline\">Fortbewegung<\/span><\/h3>\n<p>Spie\u00dfenten k\u00f6nnen an Land geschickt laufen. Im Wasser liegen sie relativ hoch, so dass der gr\u00f6\u00dfte Teil des K\u00f6rpers und der Schwanz sichtbar sind.Die langen Steuerfedern weisen bei schwimmenden M\u00e4nnchen leicht schr\u00e4g nach oben.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">&nbsp;<\/div>\n<p>Der Flug der Spie\u00dfenten ist sehr schnell. Die Fl\u00fcgel sind dabei im Unterschied zu den meisten anderen Entenarten leicht nach hinten zur\u00fcckgebogen. Wegen der schlanken K\u00f6rperform und den verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langen und schmalen Fl\u00fcgeln bezeichnet die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ornithologe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ornithologe\">Ornithologin<\/a> <a title=\"Janet Kear\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Janet_Kear\">Janet Kear<\/a> das <a title=\"Flugbild\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugbild\">Flugbild<\/a> der Spie\u00dfenten als \u201enahezu m\u00f6wengleich\u201c. Beim Erpel sind im Flug sehr gut die bronzegr\u00fcnen und rotbraunen Fl\u00fcgelspiegel sichtbar, die an ihrem vorderen Ende mit einem braunen und an ihrem hinteren Ende mit einer schwarz wei\u00dfen Binde gefasst sind. Beim Weibchen sind diese Fl\u00fcgelspiegel weniger gut zu erkennen. Zu den eindeutigen Feldkennzeichen fliegender Spie\u00dfenten geh\u00f6ren neben der langgestreckten K\u00f6rperform au\u00dferdem der schmale helle Hinterrand der Fl\u00fcgel und der d\u00fcnne Hals. Fliegen Spie\u00dfenten vom Wasser auf hoch, so ben\u00f6tigen sie keine Laufphase, sondern starten relativ steil aus dem Wasser. Beim Landen im Wasser strecken sie die F\u00fc\u00dfe weit nach vorne.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Die Stimm\u00e4u\u00dferungen beider Geschlechter sind wenig auff\u00e4llig. Weibchen der Spie\u00dfente lassen ihre Stimme dar\u00fcber hinaus nur selten h\u00f6ren. Ihr Ruf erinnert an das Quaken der weiblichen Stockente und f\u00e4llt wie bei dieser in der Tonh\u00f6he leicht ab. Der Schreckruf aufgescheuchter Weibchen ist ein in der Tonh\u00f6he dunkles <em>croak<\/em>. Balzende oder erregte Erpel der Spie\u00dfente \u00e4u\u00dfern ein leises, nasales <em>w\u00e4-gl\u00fcck-h\u00e4<\/em> oder <em>krl\u00fck<\/em>. Dabei wird der Hals zun\u00e4chst gestreckt und dann wieder eingezogen. Diese Rufe \u00e4hneln der der <a title=\"Krickente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krickente\">Krickente<\/a>. Die der Spie\u00dfente sind allerdings in ihrer Tonh\u00f6he etwas tiefer und ged\u00e4mpfter. Spie\u00dferpel, die sich gest\u00f6rt f\u00fchlen, lassen au\u00dferdem ein leises und nasal klingendes <em>wr\u00e4 wr\u00e4 wr\u00e4&#8230;<\/em> h\u00f6ren.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Holarktisch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktisch\">holarktisch<\/a> verbreitete Spie\u00dfente ist die am weitesten im Norden br\u00fctende Gr\u00fcndelente. Ihr Brutgebiet, dessen Verbreitungsgrenzen in Eurasien zwischen den Juli-Isothermen von 6 und 23&nbsp;\u00b0C, in Nordamerika sogar bis 28&nbsp;\u00b0C liegt, erstreckt sich bis in die arktische Tundra hinein. Sie ist dort die h\u00e4ufigste Entenart. In geeigneten arktischen Habitaten br\u00fcten bis zu 5 Brutpaare je Quadratkilometer. Im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mackenzie (Kanada)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mackenzie_%28Kanada%29\">Mackenzie-Delta<\/a>, das den Lebensraumanforderungen der Spie\u00dfenten besonders entspricht, wurden sogar bis zu 8,8 Brutpaare je Quadratkilometer gez\u00e4hlt.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">&nbsp;<\/div>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Spie\u00dfenten erstreckt sich insgesamt etwa \u00fcber eine Fl\u00e4che von 10 Millionen Quadratkilometer und ist damit das gr\u00f6\u00dfte aller <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Entenv\u00f6gel<\/a>. Es reicht von den K\u00fcstenregionen <a title=\"Island\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Islands<\/a>, der Nordspitze <a title=\"Irland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irlands<\/a> und <a title=\"Gro\u00dfbritannien (Insel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fbritannien_%28Insel%29\">Gro\u00dfbritanniens<\/a> \u00fcber <a title=\"Eurasien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasien\">Eurasien<\/a> bis nach <a title=\"Kanada\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanada\">Kanada<\/a>, <a title=\"Alaska\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaska<\/a>, den <a title=\"Mittlerer Westen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittlerer_Westen\">Mittleren Westen<\/a> der USA und dem S\u00fcdwesten Gr\u00f6nlands. Im Westen Europas finden sich einige vorgeschobene, teils nur sporadisch besetzte Brutpl\u00e4tze in der <a title=\"Camargue\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Camargue\">Camargue<\/a>, in S\u00fcdspanien und im Po-Delta. Etwa 90 Prozent des europ\u00e4ischen Brutbestands br\u00fctet auf russischem Gebiet. In Deutschland sind Spie\u00dfenten dagegen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig seltene Brutv\u00f6gel. Der Brutbestand wird auf etwa 300 Paare gesch\u00e4tzt. Die meisten br\u00fcten in der norddeutschen Tiefebene. Brutvorkommen gibt es auch in der ungarischen Tiefebene und daran anschlie\u00dfend vereinzelt auch im Osten \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p>In einigen Regionen des Verbreitungsgebietes ist die Spie\u00dfente ein <a title=\"Standvogel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standvogel<\/a>. Dazu geh\u00f6ren Gro\u00dfbritannien und der Nordwesten der USA. Die \u00fcberwiegende Zahl der Spie\u00dfenten \u00fcberwintert in Regionen, die s\u00fcdlich des Brutgebietes liegen. Bezogen auf ihre \u00dcberwinterungspl\u00e4tze weisen sie eine hohe Standorttreue auf.<\/p>\n<p>Nordamerikanische Brutv\u00f6gel \u00fcberwintern zum gr\u00f6\u00dften Teil s\u00fcdlich des 40. n\u00f6rdlichen Breitengrades. Ihr \u00dcberwinterungsgebiet erreicht in Panama fast den <a title=\"\u00c4quator\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84quator\">\u00c4quator<\/a>. Eine besonders hohe Zahl \u00fcberwinternder Spie\u00dfenten findet sich in Kalifornien sowie in der K\u00fcstenregion von <a title=\"Mexiko\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mexiko\">Mexiko<\/a> und dem US-amerikanischen Bundesstaat <a title=\"Louisiana\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Louisiana\">Louisiana<\/a>. In Afrika reichen die \u00dcberwinterungsgebiete eurasischer Brutv\u00f6gel bis nach <a title=\"Tansania\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tansania\">Tansania<\/a>, <a title=\"Nigeria\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nigeria\">Nigeria<\/a>, <a title=\"Mali\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mali\">Mali<\/a> und <a title=\"Senegal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Senegal\">Senegal<\/a>. In Asien \u00fcberwintern Teile der Populationen auch im tropischen S\u00fcdasien. Sie ziehen teilweise bis nach <a title=\"Sri Lanka\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a> und <a title=\"Borneo\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borneo\">Borneo<\/a>. Irrg\u00e4ste erreichen gelegentlich auch <a title=\"Mikronesien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mikronesien\">Mikronesien<\/a>, <a title=\"Polynesien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polynesien\">Polynesien<\/a> und <a title=\"Neuguinea\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuguinea\">Neuguinea<\/a>. Ein Erpel der Spie\u00dfente wurde im Juli 1985 nord\u00f6stlich von <a title=\"Perth\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Perth\">Perth<\/a>, <a title=\"Australien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australien\">Australien<\/a> beobachtet.<\/p>\n<p>Nicht alle Spie\u00dfenten ziehen weit nach S\u00fcden. Im Westen Europas z\u00e4hlen die Atlantikk\u00fcste Frankreich sowie Gro\u00dfbritannien und Irland zu den wichtigen \u00dcberwinterungsquartieren. Auch in den Niederlanden finden sich im Januar tausende von Spie\u00dfenten. Zu den \u00dcberwinterungsquartieren z\u00e4hlt auch der Mittelmeerraum. Hier finden sich im Winter Spie\u00dfenten von S\u00fcdspanien und Marokko bis ins Nildelta. Eine kleine Anzahl von Spie\u00dfenten \u00fcberwintert auf pazifischen Inseln. In Hawaii finden sich j\u00e4hrlich einige hundert V\u00f6gel auf, die dort den Winter auf \u00fcberfluteten Niederungsfl\u00e4chen verbringen.<\/p>\n<p>Eine Reihe von Beringungsfunden belegt eine Vielzahl von Ozean\u00fcberquerungen f\u00fcr Spie\u00dfenten, wobei Pazifik\u00fcberquerungen h\u00e4ufiger vorkommen als \u00dcberquerungen des Atlantiks. Die auf Hawaii \u00fcberwinternden V\u00f6gel br\u00fcten im Osten Russlands. In Japan beringte Spie\u00dfenten wurden im Osten der USA wiedergefunden. Die Flugleistungen der Spie\u00dfenten sind dabei beeindruckend. Eine im kanadischen <a title=\"Labrador (Kanada)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Labrador_%28Kanada%29\">Labrador<\/a> beringte Spie\u00dfente wurde neun Tage sp\u00e4ter von einem J\u00e4ger in Gro\u00dfbritannien geschossen. Anhand der Beringungsfunde konnte man bei einer anderen Spie\u00dfente nachweisen, dass sie \u00fcber Nacht 560 Kilometer zur\u00fcckgelegt hatte.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Spie\u00dfenten sind grunds\u00e4tzlich Brutv\u00f6gel offener Landschaften. Bewaldete Regionen werden von ihnen gemieden. Der Aktivit\u00e4tsraum eines Spie\u00dfentenpaares umfasst etwa 500 Hektar, wobei es sowohl intra- wie interspezifische \u00dcberlappungen im Aktivit\u00e4tsraum gibt.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">&nbsp;<\/div>\n<p>Der Lebensraum der Spie\u00dfenten umfasst w\u00e4hrend der Brutzeit ausgedehnte Moore, Feuchtwiesen, S\u00fcmpfe, \u00dcberschwemmungszonen gr\u00f6\u00dferer Fl\u00fcsse sowie Seengebiete, wobei sie verlandende und vegetationsreiche Gew\u00e4sser bevorzugen. Sie z\u00e4hlen zu den charakteristischen Brutv\u00f6geln der arktischen und subarktischen Tundra. Die Aufzuchtzeit ihrer Jungen f\u00e4llt dort in die kurzen Sommerperiode mit einem reichen Angebot an Insekten und proteinreicher Pflanzennahrung. In ihrem s\u00fcdlichen Brutgebiet z\u00e4hlen auch d\u00fcnn bewaldete Waldsteppen zum Brutgebiet, sofern diese gen\u00fcgend offene Wasserfl\u00e4chen aufweisen. Spie\u00dfenten sind Lebensraumopportunisten, die geeignete Brutreviere schnell besiedeln: Untersuchungen im US-amerikanischen Bundesstaat <a title=\"North Dakota\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/North_Dakota\">North Dakota<\/a> zeigen, dass Spie\u00dfenten Teiche als Brutrevier nutzen, die f\u00fcr das Weidevieh als Tr\u00e4nke neu angelegt wurden. Dabei wiesen Teiche mit einer Gr\u00f6\u00dfe zwischen 0,4 und 0,8 Hektar die h\u00f6chste Brutdichte auf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Mauser bevorzugen Spie\u00dfenten kleine, freiliegende Wasserfl\u00e4chen im R\u00f6hricht nahrungsreicher Seen. Spie\u00dfenten sind in dieser Zeit sehr gesellige V\u00f6gel. Gro\u00dfe Mauserschw\u00e4rme von Spie\u00dfenten finden sich unter anderem an den gro\u00dfen Seen Kasachstans und im M\u00fcndungsgebiet der Wolga. Weitere Mauserpl\u00e4tze mit Massenansammlungen von Spie\u00dfenten finden sich auch in den Waldsteppen- und Tundrenzonen Westsibiriens wie etwa am Unterlauf des <a title=\"Ob\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ob\">Ob<\/a> und des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Jenissej\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jenissej\">Jenissej<\/a>. An den Mauserpl\u00e4tzen treffen zun\u00e4chst die Erpel ein, die sich am Brutgesch\u00e4ft nicht beteiligen sowie die Weibchen, die erfolglos oder \u00fcberhaupt nicht gebr\u00fctet haben. Die anderen Weibchen gesellen sich sp\u00e4ter mit den fl\u00fcgge gewordenen Jungv\u00f6geln hinzu, sobald sie im Brutrevier die Mauser durchlaufen haben. Zwischen 150.000 und 300.000 Spie\u00dfenten sind dann im Sp\u00e4tsommer in dieser Region anzutreffen. Dabei vergesellschaften sie sich auch mit anderen Entenarten. Der Beginn des Weiterzuges in die Winterquartiere ist abh\u00e4ngig von der jeweiligen Verbreitungsregion. Er beginnt in Kasachstan bereits Mitte August. W\u00e4hrend des Zuges halten sie sich auch in Flussm\u00fcndung, Brackwasserzonen, Haffs und Lagunen auf.<\/p>\n<p>Beide Geschlechter erreichen ihre Fortpflanzungsf\u00e4higkeit am Ende ihres ersten Lebensjahres. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Weibchen br\u00fctet allerdings erstmals gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Die Paarbildung beginnt bereits w\u00e4hrend des Winterzuges zur\u00fcck in die Brutgebiete.Brutpaare kommen immer nur f\u00fcr eine Brutperiode zusammen.<\/p>\n<p>Der Erpel umwirbt das auf dem Wasser schwimmende Weibchen, indem er sich hier mit gesenkten Kopf und angehobenen Schwanzfedern n\u00e4hert. Dabei l\u00e4sst er fortw\u00e4hrend seine Balzrufe erklingen. Die Paarung findet auf dem Wasser statt. Das Weibchen signalisiert seine Paarungsbereitschaft, in dem es tiefer mit seinem K\u00f6rper ins Wasser eintaucht. Das M\u00e4nnchen reagiert darauf mit einem erregten Kopf-Aufsto\u00dfen, bei dem der Kopf bei waagrecht gehaltenem Schnabel hochgereckt wird, und besteigt schlie\u00dflich das Weibchen. W\u00e4hrend der Paarung fasst der Erpel mit dem Schnabel die Federn am Hinterkopf der Partnerin. Nach der Paarung ruft der Erpel mit zur\u00fcckgelegtem Kopf erneut.<\/p>\n<p>Gelegentlich sind bei Spie\u00dfenten sogenannte <a title=\"Reihflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reihflug\">Reihfl\u00fcge<\/a> zu beobachten, bei denen zwei oder mehr Erpel hinter einem einzelnen Weibchen herfliegen. In Phasen einer noch stattfindenden Paarbildung kommt es zu solchen Reihfl\u00fcgen, wenn mehrere Erpel ein Weibchen bedr\u00e4ngen, das Weibchen auffliegt und die M\u00e4nnchen ihm folgen. Au\u00dferdem sind sie gelegentlich zu beobachten, wenn ein bereits verpaarter Erpel das Nistgebiet gegen ein anderes Paar verteidigt und dem Paar fliegend bis zur Reviergrenze folgt.<\/p>\n<p>Die Brutzeit liegt zwischen April und Juni und beginnt unmittelbar nach dem Frostaufbruch der Brutgew\u00e4sser. Die Zeitdauer, die zwischen Ankunft im Brutgebiet und dem Brutbeginn liegt, ist abh\u00e4ngig von der jeweiligen Verbreitungsregion. An der S\u00fcdgrenze des Brutareals verstreichen in der Regel 35 bis 40 Tage, bis ein Weibchen mit der Eiablage beginnt. Je n\u00f6rdlicher das Brutgebiet liegt, desto k\u00fcrzer wird diese Zeitspanne. In der Region um <a title=\"Tobolsk\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tobolsk\">Tobolsk<\/a> beginnt die Eiablage 15 bis 20 Tage nach Ankunft des Weibchens. Auf dem Jamal liegt dieses Intervall bei f\u00fcnf bis zehn Tagen.<\/p>\n<p>Das Nest wird nur vom Weibchen am Boden gebaut. Es befindet sich in der Regel in der Riedzone auf einer trockenen Erhebung. Vor allem in Steppen- und Trockenrasenregionen br\u00fcten Spie\u00dfenten mitunter auch in einer Entfernung vom Wasser, die mehrere Kilometer betragen kann.Die meisten Nester finden sich jedoch nicht mehr als 100 Meter vom n\u00e4chsten Gew\u00e4sser entfernt. Das flache Nest besteht aus Pflanzenmaterial und ist mit Daunen ausgepolstert. Ein Gelege besteht aus acht bis zw\u00f6lf hellgr\u00fcnen Eiern. Das Weibchen legt etwa ein Ei pro Tag. Die Eigr\u00f6\u00dfe betr\u00e4gt etwa 55 bis 28 Millimeter. Ein durchschnittliches Ei wiegt 45 Gramm, wobei sieben Prozent des Gewichts auf die Schale entfallen. Wird das Gelege zerst\u00f6rt, ist das Weibchen bis etwa Ende Juli in der Lage, ein Ersatzgelege zu legen.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">&nbsp;<\/div>\n<p>Brut und Aufzucht der Jungen erfolgt allein durch das Weibchen. Die Erpel halten sich zun\u00e4chst noch in Nestn\u00e4he auf. Mit dem Fortschreiten der Brutperiode wird die Paarbindung zwischen Erpel und Weibchen zunehmend lockerer. Die Erpel schlie\u00dfen sich zunehmend anderen Erpeln an und ziehen schlie\u00dflich in Richtung der Mauserpl\u00e4tze ab. Das Weibchen bebr\u00fctet das Gelege etwa 22 bis 24 Tage. Die frisch geschl\u00fcpften Dunenk\u00fcken werden nach dem Schlupf vom Weibchen zum n\u00e4chsten Gew\u00e4sser gef\u00fchrt, wo sie die ersten Wochen von Insekten leben, die sie von der Wasseroberfl\u00e4che abpicken. Die K\u00fcken sind nach 46 bis 47 Tagen fl\u00fcgge. Sie verbleiben allerdings in der Regel bei dem Muttervogel, bis dieser die Mauser vollst\u00e4ndig durchlaufen hat.<\/p>\n<p>Etwa zwei von vier geschl\u00fcpften K\u00fcken \u00fcberleben die ersten zwei Lebenswochen. Nur jedes vierte K\u00fcken dagegen wird auch fl\u00fcgge. Das maximale Lebensalter, das f\u00fcr eine Spie\u00dfente bislang nachgewiesen werden konnte, betr\u00e4gt 27 Jahre und f\u00fcnf Monate. Die durchschnittliche Lebensspanne einer Spie\u00dfente liegt allerdings deutlich darunter. Detaillierte Untersuchungen fehlen jedoch. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das durchschnittliche Lebensalter einer Spie\u00dfentenpopulation \u00e4hnlich wie bei der Stockente zwei Jahre betr\u00e4gt.<\/p>\n<h3><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h3>\n<p>Spie\u00dfenten ern\u00e4hren sich \u00fcberwiegend von Wasserpflanzen, die sie im flachen Wasser gr\u00fcndelnd aufnehmen. Die jeweilige Nahrungszusammensetzung ist dabei abh\u00e4ngig vom \u00f6rtlichen Nahrungsangebot. Wie f\u00fcr Gr\u00fcndelenten charakteristisch, stehen sie bei der Nahrungssuche h\u00e4ufig mit Kopf nach unten im Wasser und halten durch leichte Beinbewegungen das Gleichgewicht. Auf Grund des langen Halses k\u00f6nnen Spie\u00dfenten auch noch Nahrungsbestandteile aufnehmen, die sich 30 Zentimeter unterhalb der Wasseroberfl\u00e4che finden. Spie\u00dfenten nutzen daher Wasserzonen, die au\u00dferhalb der Reichweite anderer Gr\u00fcndelenten wie etwa der <a title=\"Krickente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krickente\">Krick-<\/a> oder Stockente liegen. Auch in ganz flachem Wasser wird der Kopf und der Hals bei der Nahrungssuche ganz eingetaucht und das Bodensediment durchsucht. Die Nahrungsaufnahme erfolgt \u00fcberwiegend am Abend und in der Nacht. Den \u00fcberwiegenden Teil des Tages verbringen die Spie\u00dfenten ruhend.<\/p>\n<p>Die Nahrung besteht haupts\u00e4chlich aus Pflanzenmaterial wie Samen und Rhizomen von Wasserpflanzen. Gelegentlich suchen Spie\u00dfenten auch an Land nach Wurzeln, Getreidek\u00f6rnern und anderen Samen. Dieses Verhalten ist aber bei anderen Enten der <em><a title=\"Eigentliche Enten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eigentliche_Enten\">Anas<\/a><\/em>-Gattung ausgepr\u00e4gter. Zu den landwirtschaftlichen Feldfr\u00fcchten, die von Spie\u00dfenten gefressen werden, z\u00e4hlen unter anderem <a title=\"Weizen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weizen\">Weizen<\/a>, <a title=\"Gerste\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerste\">Gerste<\/a>, <a title=\"Hirse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hirse\">Hirse<\/a>, <a title=\"Echter Buchweizen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echter_Buchweizen\">Buchweizen<\/a> sowie <a title=\"Reis\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reis\">Reis<\/a>.<\/p>\n<p>Abweichend von der tendenziell eher vegetarischen Nahrungsweise nehmen Weibchen w\u00e4hrend der Brutzeit einen hohen Anteil tierischer Nahrung zu sich. Vor dem Legen der Eier betr\u00e4gt dieser Anteil 56 Prozent; er steigt w\u00e4hrend der Legephase auf 77 Prozent und f\u00e4llt danach auf 29 Prozent. Bei nicht eierlegenden Weibchen liegt der Anteil tierischer Nahrung dagegen nur bei 4,6 Prozent. Die tierische Nahrung von Spie\u00dfenten besteht \u00fcberwiegend aus den Larven verschiedener Wasserinsekten sowie <a title=\"Weichtiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtiere<\/a>, <a title=\"Flohkrebse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flohkrebse\">Flohkrebsen<\/a> und <a title=\"Wenigborster\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wenigborster\">Wenigborstern<\/a>. Steht den Weibchen tierische Nahrung in nicht ausreichendem Ma\u00dfe zur Verf\u00fcgung, so hat dies Auswirkungen auf die Gelegegr\u00f6\u00dfe. Weibchen, die in dieser Zeit ausschlie\u00dflich Weizen zum Fressen erhielten, hatten ein Gelege, das um bis 46 bis 50 Prozent kleiner war.<\/p>\n<h2><span id=\"Fressfeinde_und_Krankheiten\" class=\"mw-headline\">Fressfeinde und Krankheiten<\/span><\/h2>\n<p>Gelege und K\u00fcken der Spie\u00dfenten sind durch Raubs\u00e4uger wie <a title=\"Rotfuchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfuchs\">F\u00fcchse<\/a> und <a title=\"Dachse\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dachse\">Dachse<\/a> und durch V\u00f6gel wie <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6wen<\/a>, <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Kr\u00e4hen<\/a> und <a title=\"Echte Elstern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Elstern\">Elstern<\/a> gef\u00e4hrdet. Ausgewachsene Spie\u00dfenten k\u00f6nnen sich in der Regel der Nachstellung von Raubs\u00e4ugern durch Auffliegen entziehen. Br\u00fctende Spie\u00dfentenweibchen werden jedoch am Nest h\u00e4ufig von gro\u00dfen Raubs\u00e4ugern wie etwa dem <a title=\"Rotluchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotluchs\">Rotluchs<\/a> oder dem <a title=\"Rotfuchs\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfuchs\">Rotfuchs<\/a> \u00fcberrascht. Einige Greifv\u00f6gel wie etwa der <a title=\"Habicht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habicht<\/a> sind in der Lage, Spie\u00dfenten auch am Boden zu schlagen. Einige Falken, darunter insbesondere der <a title=\"Gerfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerfalke\">Gerfalke<\/a>, sind ausreichend schnell und kr\u00e4ftig, um auch fliegende Spie\u00dfenten zu erjagen.<\/p>\n<p>Spie\u00dfenten werden von einer Reihe von Parasiten befallen. Dazu geh\u00f6ren <a title=\"Kryptosporidien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kryptosporidien\">Kryptosporidien<\/a>, <a title=\"Giardien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giardien\">Giardien<\/a>, <a title=\"Bandw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bandw%C3%BCrmer\">Bandw\u00fcrmer<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Federlinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Federlinge\">Federlinge<\/a>. Auch andere Vogelerkrankungen treten bei der Spie\u00dfente auf. Es ist h\u00e4ufig die Art mit der h\u00f6chsten Mortalit\u00e4tsrate, wenn unter Wassergefl\u00fcgel <a title=\"Botulismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Botulismus\">Botulismus<\/a> oder <a title=\"Gefl\u00fcgelcholera\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefl%C3%BCgelcholera\">Gefl\u00fcgelcholera<\/a> ausbricht. Spie\u00dfenten k\u00f6nnen au\u00dferdem an der <a title=\"Vogelgrippe H5N1\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelgrippe_H5N1\">Vogelgrippe H5N1<\/a> erkranken.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand\" class=\"mw-headline\">Bestand<\/span><\/h2>\n<p>Die Spie\u00dfente ist eine der Arten, die unter das <em>Agreement on the Conservation of African-Eurasian Migratory Waterbirds<\/em> (<a class=\"mw-redirect\" title=\"AEWA\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AEWA\">AEWA<\/a>) f\u00e4llt, sie hat aber keinen speziellen Schutzstatus im Rahmen der <a class=\"mw-redirect\" title=\"CITES\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CITES\">CITES<\/a>-Vereinbarungen.<\/p>\n<p>Die weltweite Population wird aktuell auf 6,1 bis 7,7 Millionen Individuen gesch\u00e4tzt. Die <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> geht davon aus, dass die Population in den letzten Jahren beziehungsweise in den letzten drei Generationen nicht mehr als 30 Prozent abgenommen hat. Dementsprechend wird die Art von der <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> als <em>least concern<\/em> oder <em>nicht bedroht<\/em> eingestuft.<\/p>\n<p>Die am besten dokumentierten Bestandszahlen liegen f\u00fcr Nordamerika vor. Sie belegen, dass die Art insgesamt starken Populationsschwankungen unterworfen ist: In Nordamerika ging die Brutpopulation zwischen 1957 und 1964 von urspr\u00fcnglich 10 Millionen Individuen auf 3,5 Millionen zur\u00fcck. Wichtigste Ursache des R\u00fcckgangs war neben einer lang anhaltenden D\u00fcrre in den Pr\u00e4riegebieten eine Reihe von Krankheitsepidemien, von denen Spie\u00dfenten stark betroffen waren. Der Bestand erholte sich bis 1969 wieder auf 5,9 Millionen Individuen und blieb in den 1970er Jahren mit etwa 5,6 Millionen Individuen stabil. 1988 lag der nordamerikanische Bestand allerdings nur noch bei zwei Millionen Spie\u00dfenten. Nach den Untersuchungen kanadischer und US-amerikanischer Beh\u00f6rden z\u00e4hlen zu den Ursachen f\u00fcr den Bestandseinbruch eine jagdliche \u00dcbernutzung, Lebensraumverlust und klimatische Einfl\u00fcsse. In den zwei Botulismus-Epidemien des Jahres 1997, denen in Kanada und den USA etwa 1,5 Millionen Wasserv\u00f6gel zum Opfer fielen, waren Spie\u00dfentenbest\u00e4nde erneut besonders stark betroffen. 1999 lag die Brutpopulation um etwa 30 Prozent unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Auch die eurasischen Brutbest\u00e4nde gehen offenbar zur\u00fcck.Dies wird vor allem an der Zahl \u00fcberwinternder Spie\u00dfenten festgemacht: W\u00e4hrend die Zahl der im westlichen Afrika \u00fcberwinternden Spie\u00dfenten mit 1,2 Millionen in den letzten drei\u00dfig Jahren stabil blieb, geht die sich im Winterhalbjahr im Nordwesten Europas aufhaltende Population an Spie\u00dfenten leicht zur\u00fcck. Die Zahl der im Schwarzen Meer sowie im \u00f6stlichen Mittelmeerraum \u00fcberwinternden Spie\u00dfenten sinkt dagegen j\u00e4hrlich um durchschnittlich 6,4 Prozent. F\u00fcr andere \u00dcberwinterungsgebiete liegen keine ausreichenden Zahlen vor, um daraus auf die Entwicklung des Bestandes zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>In ihrer Wertung der zuk\u00fcnftigen Bestandsentwicklung geht die Ornithologin <a title=\"Janet Kear\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Janet_Kear\">Janet Kear<\/a> davon aus, dass die Populationszahlen der Spie\u00dfente zuk\u00fcnftig weiter zur\u00fcckgehen werden. Die traditionellen \u00dcberwinterungspl\u00e4tze sind durch eine fortschreitende industrielle Entwicklung bedroht. In Nordamerika ging die Brutpopulation der Pr\u00e4riegebiete trotz Schutzma\u00dfnahmen durch den Verlust von Lebensraum drastisch zur\u00fcck. Ein Forschungsteam, das im Auftrag der britischen Umweltbeh\u00f6rde und der <a class=\"mw-redirect\" title=\"RSPB\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSPB\">RSPB<\/a> die zuk\u00fcnftige Verbreitungsentwicklung von V\u00f6geln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, kommt zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis und geht davon aus, dass es bei der Spie\u00dfente bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf Grund der Klimaerw\u00e4rmung zu einem weitr\u00e4umigen Verschwinden in West-, Nord- und Mitteleuropa kommen wird. Das Verbreitungsgebiet wird sich nach dieser Prognose deutlich verkleinern und nach Norden verschieben.<\/p>\n<h2><span id=\"Spie.C3.9Fenten_und_Menschen\" class=\"mw-headline\">Spie\u00dfenten und Menschen<\/span><\/h2>\n<p>Wegen ihrer Wachsamkeit und ihres schnellen Fluges sind Spie\u00dfenten f\u00fcr den J\u00e4ger keine leicht zu erlegende Beute, was aber f\u00fcr viele J\u00e4ger den Reiz der Jagd auf sie erh\u00f6ht. Ihrem Fleisch wird au\u00dferdem eine gute Qualit\u00e4t nachgesagt. Fast im gesamten Verbreitungsgebiet wird sie vom Menschen bejagt. In Deutschland machen Spie\u00dfenten weniger als 10 Prozent der erlegten Entenarten aus, wobei der Jagd nahezu ausschlie\u00dflich Durchz\u00fcgler zum Opfer fallen. In \u00d6sterreich z\u00e4hlt die Spie\u00dfente nicht zum jagdbaren Federwild. In den USA und in Kanada ist die Spie\u00dfente dagegen ein jagdlich wichtiges Federwild. Obwohl die Spie\u00dfente zu den h\u00e4ufigsten Entenarten weltweit z\u00e4hlt, hat dort die Jagd und andere den Bestand beeinflussende Faktoren zu Populationsr\u00fcckg\u00e4ngen gef\u00fchrt, so dass diese Art zeitweise unter Schutz gestellt beziehungsweise die Bejagung eingeschr\u00e4nkt wurde.Eine lokale jagdliche \u00dcbernutzung kann sich auf die Bestandszahlen eines sehr gro\u00dfen Verbreitungsgebietes negativ auswirken, da die im Sommerhalbjahr opportunistisch neue Lebensr\u00e4ume besiedelnden Spie\u00dfenten eine hohe Standorttreue gegen\u00fcber ihren \u00dcberwinterungspl\u00e4tzen aufweisen.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">&nbsp;<\/div>\n<p>Durch den Menschen werden unter anderem Lebensr\u00e4ume der Spie\u00dfente so ver\u00e4ndert, dass sie als Brutgebiet nicht mehr in Frage kommen. Bestandsbeeinflussend ist vor allem die Trockenlegung von Sumpf- und Marschland zwecks Umwandlung in landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen. In vielen Teilen des Verbreitungsgebiets f\u00e4llt au\u00dferdem die landwirtschaftliche Pflanz- und Saatzeit in den Zeitraum, in dem die Spie\u00dfenten bereits ihre Nester angelegt haben. Eine Vielzahl von Gelegen wird deswegen durch landwirtschaftliche Arbeiten zerst\u00f6rt. In einer kanadischen Studie fielen mehr als die H\u00e4lfte der beobachteten Nester <a title=\"Pflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflug\">Pfl\u00fcg-<\/a> und <a title=\"Egge (Landtechnik)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Egge_%28Landtechnik%29\">Eggarbeiten<\/a> zum Opfer. Studien in North Dakota best\u00e4tigen dieses Ergebnis.<\/p>\n<p>Die Jagd mit Bleischrot sowie das <a title=\"Angeln (Fischfang)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angeln_%28Fischfang%29\">Angeln<\/a> mit Bleisenkern gilt als der wichtigste Grund f\u00fcr Bleivergiftungen, die bei Gr\u00fcndelenten besonders h\u00e4ufig auftreten. In einer spanischen Studie z\u00e4hlten Spie\u00df- und <a title=\"Tafelente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tafelente\">Tafelenten<\/a> zu den Arten, die am h\u00e4ufigsten mit der Nahrung Blei zu sich nahmen. In den meisten westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, den USA sowie Kanada ist die Verwendung von bleihaltiger Munition f\u00fcr die Jagd auf Wassergefl\u00fcgel mittlerweile verboten.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Die Art wurde 1758 durch <a title=\"Carl von Linn\u00e9\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_von_Linn%C3%A9\">Carl von Linn\u00e9<\/a> in seiner <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Systema naturae\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Systema_naturae\">Systema naturae<\/a><\/em> als <em>Anas acuta<\/em> eingeordnet. W\u00e4hrend <em>anas<\/em> die <a title=\"Latein\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Latein\">lateinische<\/a> Bezeichnung f\u00fcr Ente ist, leitet sich <em>acuta<\/em> vom lateinischen Verb <em>acuere<\/em> ab, das f\u00fcr sch\u00e4rfen oder spitzen steht.<\/p>\n<p>Innerhalb der artenreichen <a title=\"Anatinae\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatinae\">Anatinae<\/a>-Gattung <em>Anas<\/em> ist die Spie\u00dfente am engsten mit der s\u00fcdamerikanischen <a title=\"Spitzschwanzente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spitzschwanzente\">Spitzschwanzente<\/a> (<em>Anas georgica<\/em>) und der <a title=\"Kerguelenente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kerguelenente\">Kerguelenente<\/a> (<em>Anas eatoni<\/em>) verwandt. Die im s\u00fcdlichen Indischen Ozean als Inselform vorkommende Kerguelenente galt lange als eine Unterart der Spitzschwanzente. Mittlerweile wird ihr ein eigener Artstatus zuerkannt. Bereits 1824 ist von <a title=\"James Francis Stephens\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Francis_Stephens\">James Francis Stephens<\/a> vorgeschlagen worden, die Artengruppe der Spitzschwanzenten einer eigenen Gattung mit dem Gattungsnamen <em>Dafila<\/em> zuzuordnen. Dieser Vorschlag wird durch neue morphologische und molekularbiologische Erkenntnisse best\u00e4tigt, hat sich aber bislang nicht allgemein durchgesetzt.<\/p>\n<p>Trotz des gro\u00dfen Verbreitungsgebietes weist diese Art keine Unterarten auf, sie wird deshalb als eine monotypische Art bezeichnet. Brutpaare bilden sich in den \u00dcberwinterungsgebieten, wo Spie\u00dfenten aus unterschiedlichen Verbreitungsgebieten aufeinander treffen. Dieses Verhaltensmerkmal sowie die F\u00e4higkeit, neue Brutgebiete opportunistisch zu besiedeln, haben dazu gef\u00fchrt, dass sich bislang keine erkennbaren morphologischen Unterschiede herausgebildet haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Spie\u00dfente (Anas acuta) ist eine Art aus der Familie der Entenv\u00f6gel (Anatidae), die im Norden Eurasiens und Nordamerika weit verbreitet ist. In Mitteleuropa br\u00fctet diese Art nur unregelm\u00e4\u00dfig und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig selten. 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