{"id":4635,"date":"2016-01-21T16:58:10","date_gmt":"2016-01-21T14:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/weiskopfruderente-oxyura-leucocephala\/"},"modified":"2016-01-21T17:07:39","modified_gmt":"2016-01-21T15:07:39","slug":"weiskopfruderente-oxyura-leucocephala","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/weiskopfruderente-oxyura-leucocephala\/","title":{"rendered":"Wei\u00dfkopfruderente (Oxyura leucocephala)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Wei\u00dfkopfruderente<\/strong> (<em>Oxyura leucocephala<\/em>) ist eine <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Entenv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Entenv%C3%B6gel\">Entenv\u00f6gel<\/a>. Sie ist ein Vertreter der <a title=\"Ruderenten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruderenten\">Ruderenten<\/a>.<\/p>\n<p>Die Best\u00e4nde der Wei\u00dfkopfruderenten insbesondere in <a title=\"S\u00fcdeuropa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdeuropa\">S\u00fcdeuropa<\/a> und <a title=\"Nordafrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordafrika\">Nordafrika<\/a> sind durch die <a title=\"Hybride\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Bastardisierung<\/a> mit <a title=\"Schwarzkopfruderente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzkopfruderente\">Schwarzkopfruderenten<\/a> bedroht. Sie z\u00e4hlt zu den seltensten Brutv\u00f6geln Europas und sind eine der am st\u00e4rksten bedrohten Entenarten der Welt. Aus diesem Grund sind in Europa umfangreiche Schutzma\u00dfnahmen eingeleitet worden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Lebensweise dieser Ente ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig bekannt. Viele Einzelheiten wei\u00df man nur aus der Zoohaltung, die ab den 1970er Jahren verst\u00e4rkt einsetzte, um die Art zu erhalten.<\/p>\n<p>Wie alle Ruderenten zeichnet sich auch die Wei\u00dfkopfruderente durch einen im Verh\u00e4ltnis zum K\u00f6rper auff\u00e4llig dicken Kopf mit einem breiten, etwas aufgetriebenen <a title=\"Schnabel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabel\">Schnabel<\/a> aus. Der etwa 46 cm lange K\u00f6rper ist gedrungen, und der Schwanz ist lang und wie f\u00fcr Ruderenten typisch steiffedrig. Er wird von beiden Geschlechtern auch au\u00dferhalb der <a title=\"Balz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balzzeit<\/a> h\u00e4ufig hochgestellt. Trotz der kleinen, gew\u00f6lbten Fl\u00fcgel gelten Wei\u00dfkopfruderenten als geschickte und schnelle Flieger. Beide Geschlechter wiegen circa 700 Gramm.<\/p>\n<p>Die Beine sind im Vergleich zu anderen Entenarten, die nicht zu den Ruderenten geh\u00f6ren, sehr weit hinten am K\u00f6rper angesetzt. Sie liegen damit deutlich hinter dem K\u00f6rperschwerpunkt. Die Wei\u00dfkopfruderente ist dadurch in der Lage, sehr kraftvoll zu schwimmen und zu tauchen. An Land wirkt sie eher unbeholfen.<\/p>\n<h3><span id=\"Brut-_und_Ruhekleid_des_M.C3.A4nnchens\" class=\"mw-headline\">Brut- und Ruhekleid des M\u00e4nnchens<\/span><\/h3>\n<p>Wie bei den meisten Entenarten gibt es auch bei der Wei\u00dfkopfruderente einen ausgepr\u00e4gten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a>. Beim M\u00e4nnchen im Brutkleid sind die Kopfseiten wei\u00df, auf der Kopfplatte und am Nacken befindet sich eine schwarze Gefiederzeichnung, die bei den einzelnen Individuen unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt ist. Durch diese Kopff\u00e4rbung ist die Wei\u00dfkopfruderente auch am einfachsten von der nahe verwandten <a title=\"Nordamerika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">nordamerikanischen<\/a> <a title=\"Schwarzkopfruderente\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzkopfruderente\">Schwarzkopfruderente<\/a> zu unterscheiden. Bei dieser ist nur das Wangenfeld wei\u00df; ihre K\u00f6rperbefiederung ist au\u00dferdem ein intensiveres Kastanienbraun.<\/p>\n<p>Das K\u00f6rpergefieder der Wei\u00dfkopfruderente ist rotbraun mit einer sehr feinen schwarzen Zeichnung. Auff\u00e4llig ist w\u00e4hrend der Balz- und Brutzeit der leuchtend hellblaue Schnabel.<\/p>\n<h3><span id=\"Gefiederf.C3.A4rbung_des_Weibchens\" class=\"mw-headline\">Gefiederf\u00e4rbung des Weibchens<\/span><\/h3>\n<p>Beim Weibchen ist der Schnabel dagegen dunkelgrau und deutlich weniger aufgeworfen. Ihr K\u00f6rpergefieder ist ganzj\u00e4hrig dunkler als beim M\u00e4nnchen. Im unteren Wangenfeld ist sie gleichfalls wei\u00df befiedert, und unterhalb des Auges verl\u00e4uft ein leicht bogenf\u00f6rmiger, wei\u00dfer Unteraugenstreif. Mit diesem K\u00f6rpergefieder \u00e4hnelt das Weibchen dem der Schwarzkopfruderente. Der Unteraugenstreif ist beim Weibchen der Schwarzkopfruderente allerdings gradliniger.<\/p>\n<h3><span id=\"Daunenkleid_und_Jugendkleid\" class=\"mw-headline\">Daunenkleid und Jugendkleid<\/span><\/h3>\n<p>Die K\u00fcken haben ein an der Oberseite des K\u00f6rpers dunkel sepiabraunes Gefieder. Die Brust und der Bauch sind dagegen rahmwei\u00df. Auff\u00e4llig ist die Kopfzeichnung. Die K\u00fcken haben einen sepiabraunen Backenstreifen, der von einem hell rahmfarbenen Unteraugen- und Bartstreifen eingefasst ist. Im Jugendkleid \u00e4hneln die Jungenten beider Geschlechter den Weibchen. Bei Jungerpel tritt der blaugef\u00e4rbte Schnabel bereits im Herbst auf; das vollst\u00e4ndige Prachtkleid tragen sie das erste Mal kurz vor Vollendung des ersten Lebensjahres.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme_und_Instrumentallaute\" class=\"mw-headline\">Stimme und Instrumentallaute<\/span><\/h2>\n<p>Die Wei\u00dfkopfruderente ist eine weitgehend stumme Entenart. Gelegentlich sind von ihr harte und tief knarrende, grunzende und gl\u00fccksende Laute zu h\u00f6ren. Das M\u00e4nnchen gibt w\u00e4hrend der Balz ein rhythmisch hartes \u201ekrr-krr-k\u2026\u201c von sich sowie hohe Pfeiflaute, die sich lautmalerisch mit \u201ed\u00fcd\u00fc\u201c umschreiben lassen. Vom Weibchen sind dagegen ein tiefes \u201egagaga\u2026\u201c und ein kurzes, weiches \u201egeh\u201c zu h\u00f6ren. Zur Balz geh\u00f6rt auch ein ger\u00e4uschhaftes, lautes Wasserspritzen.<\/p>\n<h3><span id=\"Verbreitungsgebiet\" class=\"mw-headline\">Verbreitungsgebiet<\/span><\/h3>\n<p>Wei\u00dfkopfruderenten sind Brutv\u00f6gel, die ein sehr disjunktes Brutareal in Nordwestafrika, in Vorder- und Mittelasien sowie stellenweise in S\u00fcd- und S\u00fcdwesteuropa haben. So findet man diese Entenart in Teilen <a title=\"Russland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russlands<\/a>, <a title=\"Kasachstan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachstan\">Kasachstan<\/a>, <a title=\"Usbekistan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Usbekistan\">Usbekistan<\/a>, der <a title=\"Mongolei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a>, <a title=\"Armenien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armenien\">Armenien<\/a>, <a title=\"Aserbaidschan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aserbaidschan\">Aserbaidschan<\/a>, dem <a title=\"Iran\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a>, <a title=\"Afghanistan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afghanistan\">Afghanistan<\/a>, der <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a>, <a title=\"Albanien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albanien\">Albanien<\/a>, dem s\u00fcdlichen <a title=\"Spanien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">Spanien<\/a>, <a title=\"Algerien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerien\">Algerien<\/a> und <a title=\"Tunesien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunesien\">Tunesien<\/a>.<\/p>\n<p>Im Herbst und Winter sammeln sich die Wei\u00dfkopfruderenten an gr\u00f6\u00dferen Gew\u00e4ssern. Sie sind dann gelegentlich auch mit anderen Tauchenten vergesellschaftet und halten sich h\u00e4ufiger auf offenem Wasser auf als w\u00e4hrend der Brutzeit. W\u00e4hrend die spanischen Brutv\u00f6gel \u00fcberwiegend Standv\u00f6gel sind, sind die Brutv\u00f6gel im S\u00fcdosten Europas Zugv\u00f6gel. Zu den wichtigen \u00dcberwinterungsgebieten z\u00e4hlen die Steppenseen in Kasachstan und der <a title=\"Burdur G\u00f6l\u00fc\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burdur_G%C3%B6l%C3%BC\">Burdur-See<\/a> in der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>F\u00fcr Mitteleuropa gibt es von Ungarn abgesehen nur sporadische Brutnachweise. Bei den neuesten Beobachtungen handelt es wahrscheinlich um Gefangenschaftsfl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<h3><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h3>\n<p>Wei\u00dfkopfruderenten leben bevorzugt an flachen <a class=\"mw-redirect\" title=\"See (Gew\u00e4sser)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/See_%28Gew%C3%A4sser%29\">Seen<\/a> mit ausgepr\u00e4gten <a title=\"R\u00f6hricht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6hricht\">Riedzonen<\/a>. Sie ziehen dabei schwach <a title=\"Brackwasser\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brackwasser\">brackiges<\/a> salzhaltiges Wasser reinem <a title=\"S\u00fc\u00dfwasser\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BC%C3%9Fwasser\">S\u00fc\u00dfwasser<\/a> vor. An st\u00e4rker salzhaltigen Seen br\u00fctet die Wei\u00dfkopfruderente dagegen nicht, da hier die Rieddickichte fehlen. Die Brutgebiete liegen au\u00dferdem alle in Regionen, die eine hohe Sommertemperatur sowie eine intensive Sonnenbestrahlung aufweisen.<\/p>\n<h3><span id=\"Bestand\" class=\"mw-headline\">Bestand<\/span><\/h3>\n<p>Obwohl keine Bestandszahlen aus fr\u00fcheren Jahrhunderten f\u00fcr diese Ente vorliegen, wird davon ausgegangen, dass die Art in S\u00fcdeuropa fr\u00fcher wesentlich h\u00e4ufiger vertreten war und dass ihre Zahl aufgrund von Entw\u00e4sserungsprojekten und Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion zur\u00fcckging. Wei\u00dfkopfruderenten sind auf seichte Gew\u00e4sser angewiesen. Diese sind jedoch im 19. und 20. Jahrhundert kontinuierlich trockengelegt worden, so dass dieser Art der Lebensraum zunehmend fehlt. Damit erkl\u00e4rt man sich auch die inselartigen Vorkommen in S\u00fcdeuropa und Nordafrika. Die R\u00fcckg\u00e4nge im asiatischen Verbreitungsgebiet sind auf Verluste von Lebensraum und Bejagung zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><a class=\"new\" title=\"Hartmut Kolbe (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Hartmut_Kolbe&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Hartmut Kolbe<\/a> sch\u00e4tzte den Bestand nach 1990 auf ca. 19.000 Tiere, von denen 80&nbsp;% in Kasachstan und Russland br\u00fcten und von denen die Mehrzahl an einigen wenigen Seen in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Anatolien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatolien\">Anatolien<\/a> \u00fcberwintert. Das \u00dcberwinterungsgebiet der \u00fcbrigen V\u00f6gel konzentriert sich auf Seen in <a title=\"Pakistan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pakistan\">Pakistan<\/a>. Der Bestand der Wei\u00dfkopfruderente in <a title=\"Spanien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">S\u00fcdspanien<\/a>, <a title=\"Algerien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerien\">Algerien<\/a> und <a title=\"Tunesien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunesien\">Tunesien<\/a> betrug nach Kolbes Sch\u00e4tzung um 1992 1.000 Wei\u00dfkopfruderenten. Die Populationen in <a title=\"Ungarn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a> waren zwischenzeitlich erloschen. Dort versuchte man die Art in den 1980er Jahren wieder einzub\u00fcrgern, konnte aber bislang keinen stabilen Brutbestand aufbauen.<\/p>\n<p>Die britische Regierung sch\u00e4tzte im Jahre 2003 die Zahl der europ\u00e4ischen Wei\u00dfkopfruderenten auf 2.700 Individuen und ging von einem weltweiten Bestand von 10.000 Altv\u00f6geln aus. Die <a title=\"IUCN\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a>, die international die <a title=\"Rote Liste gef\u00e4hrdeter Arten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten\">Rote Liste gef\u00e4hrdeter Arten<\/a> f\u00fchrt, ordnet die Wei\u00dfkopfruderente seit 2004 als bedrohte Art. Grund f\u00fcr diese Einstufung ist, dass in den letzten 10 Jahren die <a title=\"Population (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Population_%28Biologie%29\">Population<\/a> um insgesamt 60&nbsp;% zur\u00fcckging. Da sich insbesondere die spanische Population aber wieder erholt hat, geht die IUCN davon aus, dass der Populationsverlust in den kommenden Jahren weniger dramatisch ausfallen werde. Die Wei\u00dfkopfruderente hat dabei sehr stark von den intensiven Schutzma\u00dfnahmen profitiert. So stieg in der Region von Valencia der Bestand von vier Brutpaaren im Jahre 1994 auf 190 Brutpaare im Jahre 2.000. 1997 erfolgte eine Wiederbesiedlung Marokkos.<\/p>\n<p>Seit den 1950er Jahren wird insbesondere in <a title=\"Vereinigtes K\u00f6nigreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich\">Gro\u00dfbritannien<\/a> die nah verwandte nordamerikanische Schwarzkopfruderente als <a title=\"Ziergefl\u00fcgel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziergefl%C3%BCgel\">Ziergefl\u00fcgel<\/a> gehalten. Sp\u00e4testens in den 1960er Jahren sind aus der Haltung V\u00f6gel entwichen, die sich als sogenannte <a title=\"Gefangenschaftsfl\u00fcchtling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefangenschaftsfl%C3%BCchtling\">Gefangenschaftsfl\u00fcchtlinge<\/a> stark vermehrten. Ihre Population umfasste 1993 3.500 Tiere, die in Europa br\u00fcteten und sich bis nach S\u00fcdeuropa und Nordwestafrika ausbreiteten. 2003 betrug der Bestand allein in Gro\u00dfbritannien 6.000 Individuen dieser Art, die damit schon eine gr\u00f6\u00dfere Populationsdichte als die in Europa beheimatete Wei\u00dfkopfruderente aufweist. In vielen Gebieten ist es zu Vermischungen mit ans\u00e4ssigen Wei\u00dfkopfruderenten gekommen, so dass deren reliktartige Populationen in Europa bedroht sind und die Wiederansiedelungsversuche gef\u00e4hrden. Die M\u00e4nnchen der Schwarzkopfruderenten sind aggressiver als die der Wei\u00dfkopfruderenten, so dass sie die Wei\u00dfkopfrudererpel aus dem Brutrevier vertreiben und Kopulationen mit deren Weibchen erzwingen k\u00f6nnen. Aus den Paarungen gehen fortpflanzungsf\u00e4hige <a title=\"Hybride\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybriden<\/a> hervor. Viele Vogelsch\u00fctzer bef\u00fcrchten, dass die Schwarzkopfruderente letztlich die Wei\u00dfkopfruderente v\u00f6llig verdr\u00e4ngen wird, wenn nicht weitgehende Ma\u00dfnahmen ergriffen werden.<\/p>\n<h3><span id=\"Bestandsbedrohung_durch_Klimawandel\" class=\"mw-headline\">Bestandsbedrohung durch Klimawandel<\/span><\/h3>\n<p>Ein Forschungsteam, das im Auftrag der britischen Umweltbeh\u00f6rde und der <a title=\"Royal Society for the Protection of Birds\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Royal_Society_for_the_Protection_of_Birds\">RSPB<\/a> die zuk\u00fcnftige Verbreitungsentwicklung von europ\u00e4ischen Brutv\u00f6geln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, weist darauf hin, dass die Best\u00e4nde der Wei\u00dfkopfruderente m\u00f6glicherweise im Verlauf des 21. Jahrhunderts in Europa allein auf Grund der Klimaerw\u00e4rmung verschwinden werden. In den Simulationen des untersuchenden Teams bot keine Region Europas dieser Art mehr Lebensr\u00e4ume, die den spezifischen Klimaanspr\u00fcchen gerecht wurde.<\/p>\n<p>Die Balz beginnt mit der R\u00fcckkehr in die Brutareale im April. Zur <a title=\"Balz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balz<\/a> des Erpels geh\u00f6rt unter anderem ein ruckartiges Aufrichten des Schwanzes und ein Auf- und Abschnellen des Kopfes. Dieses Verhalten wechselt mit zwei Formen von Demonstrationsschwimmen. Bei der einen Form umschwimmt der Erpel schnell in weiten Kreisen die Ente und liegt dabei hoch auf dem Wasser. Der Schwanz liegt dabei waagrecht auf dem Wasser, der Kopf des Erpels ist h\u00e4ufig der Ente zugewendet. Bei der zweiten Form schwimmt der Erpel tief eingetaucht mit auf dem R\u00fccken abgelegten Kopf in der N\u00e4he der Ente auf und ab.<\/p>\n<p>Das Entenweibchen zeigt w\u00e4hrend dieses Werbens des Erpels h\u00e4ufig kein auff\u00e4lliges Verhalten. Sie verf\u00e4llt aber gelegentlich \u00fcbersprungsartig in ein auff\u00e4lliges Putzverhalten.<\/p>\n<p>Die Nester werden bevorzugt im Rieddickicht angelegt. Dabei werden h\u00e4ufig die Nistinseln von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Rallen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rallen\">Rallen<\/a> und <a title=\"Tauchenten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauchenten\">Tauchenten<\/a> genutzt. Als der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wildfowl Trust\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wildfowl_Trust\">Wildfowl Trust<\/a> in den 1970er Jahren mit der Erhaltungszucht der Art begann, machte man die Erfahrung, dass balzende Entenpaare sich nur dann fortpflanzten, wenn man ihnen in ihrer <a title=\"Voliere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Voliere\">Voliere<\/a> k\u00fcnstlich solche Nisthilfen anbot.<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus etwa sechs bis dreizehn Eier mit rauer Schale, die anfangs hellgr\u00fcn gef\u00e4rbt sind und dann zunehmend eine schmutzig wei\u00dfe F\u00e4rbung annehmen. Die Ente bebr\u00fctet das Gelege allein. Bei St\u00f6rungen taucht die Ente direkt am Nest ins Wasser und taucht erst in weiter Entfernung vom Nest wieder auf. Sie bleibt dabei bis zu zwei Minuten unter Wasser. H\u00e4ufig kommt sie in der N\u00e4he des Erpels wieder an die Wasseroberfl\u00e4che. Da man aufgrund dieses Fluchtverhaltens selten Enten auf dem Nest beobachtete, findet man in der Literatur gelegentlich noch die Behauptung, dass Wei\u00dfkopfruderenten die Eier nur einige Tage anbr\u00fcten und sie sich aufgrund ihrer Eigenw\u00e4rme &#8222;fertigbr\u00fcten&#8220;. Die Erfahrungen aus der Zoohaltung haben diese Ansicht widerlegt.<\/p>\n<p>Der Erpel h\u00e4lt sich zum Schlupf der K\u00fcken in der N\u00e4he der Nestes auf. Er verl\u00e4sst dann das Revier und bildet gemeinsam mit anderen Erpeln Mausergruppen.<\/p>\n<h3><span id=\"Die_K.C3.BCken\" class=\"mw-headline\">Die K\u00fcken<\/span><\/h3>\n<p>Die K\u00fcken schl\u00fcpfen nach etwa 23 bis 25 Tagen. Sie werden nur durch die Ente gef\u00fchrt, die sich tags\u00fcber mit ihrem Nachwuchs entlang der R\u00f6hrichtzone aufh\u00e4lt. Abends ist sie gelegentlich auch mit den K\u00fcken auf offener Wasserfl\u00e4che zu beobachten.<\/p>\n<p>Die K\u00fcken sind nach etwa 60 Tagen flugf\u00e4hig. Geschlechtsreif sind die Jungv\u00f6gel in ihrem zweiten Lebensjahr.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Wei\u00dfkopfruderenten leben \u00fcberwiegend von Wasserpflanzen, von denen sie sowohl das junge Gr\u00fcn als auch die Samen fressen. Kleinlebewesen werden dabei nur zuf\u00e4llig aufgenommen. Die K\u00fcken und Jungenten fressen dagegen nahezu ausschlie\u00dflich Wasserinsekten, Kleinkrebse und Wasserschnecken.<\/p>\n<p>Wei\u00dfkopfruderenten z\u00e4hlen nicht zum typischen <a title=\"Ziergefl\u00fcgel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziergefl%C3%BCgel\">Ziergefl\u00fcgel<\/a>. Lange Zeit wurde in <a title=\"Zoo\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zoo\">Zoos<\/a> und bei Privatz\u00fcchtern lediglich die nordamerikanische Schwarzkopfruderente gehalten, die aufgrund ihrer H\u00e4ufigkeit einfacher zu erhalten waren.<\/p>\n<p>In den 1960er Jahren zog ein Zoo in <a title=\"Spanien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">Spanien<\/a> die ersten zwei wild gefangenen K\u00fcken auf. Die Erstzucht dieser Art gelang jedoch erst 1973 dem Wildfowl Trust, der dazu ausgewachsene Enten in Pakistan einfangen lie\u00df. Die Nachzuchten wurden zum Zweck der Erhaltungszucht in zahlreiche Zoos abgegeben. Zu einem der Zoos, die seit langem erfolgreich Wei\u00dfkopfruderenten nachz\u00fcchten, z\u00e4hlt der <a title=\"Zoo Wuppertal\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zoo_Wuppertal\">Zoo Wuppertal<\/a>. Mittlerweile wird diese Art auch von Privatz\u00fcchtern gehalten; die K\u00fckenaufzucht gilt jedoch als schwierig.<\/p>\n<h3><span id=\"Schutzma.C3.9Fnahmen\" class=\"mw-headline\">Schutzma\u00dfnahmen<\/span><\/h3>\n<p>Seit 1993 gibt es ein umfangreiches Schutzprogramm zur Erhalt der Wei\u00dfkopfruderenten, an denen unter anderem der britische Wildfowl Trust beteiligt sind. In Spanien werden unter anderem gezielt alle Hybriden abgeschossen. Zahlreiche europ\u00e4ische Zoos wie beispielsweise der <a title=\"K\u00f6lner Zoo\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6lner_Zoo\">K\u00f6lner Zoo<\/a> haben die Haltung von Schwarzkopfruderenten aufgegeben und beteiligen sich an der Erhaltungszucht von Wei\u00dfkopfruderenten. Wiederansiedlungsprogramme versuchen, diese Entenart wieder in <a title=\"Frankreich\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">Frankreich<\/a>, <a title=\"Ungarn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a> und <a title=\"Italien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">Italien<\/a> ans\u00e4ssig zu machen.<\/p>\n<p>Zu den Schutzma\u00dfnahmen geh\u00f6rt es auch, dass in Gro\u00dfbritannien die wildlebenden Schwarzkopfruderenten gezielt abgeschossen werden. Diese Abschussma\u00dfnahmen f\u00fchrten in Gro\u00dfbritannien zu umfangreichen Diskussionen \u00fcber Tierschutzprogramme, nachdem 2002 knapp ein Drittel der dort lebenden Tiere gezielt erjagt wurden. Als treibende Kraft hinter den Absch\u00fcssen der Schwarzkopfruderente galt die <a title=\"Royal Society for the Protection of Birds\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Royal_Society_for_the_Protection_of_Birds\">Royal Society for the Protection of Birds<\/a> (RSPB) und als Protest gegen die von der Gesellschaft unterst\u00fctzen Ma\u00dfnahme, traten viele der Mitglieder aus. Andrew Tyler, Direktor der britischen Tierschutzorganisation <a class=\"new\" title=\"Animal Aid (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Animal_Aid&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Animal Aid<\/a>, bezeichnete innerhalb dieser Diskussionen die T\u00f6tungen der Schwarzkopfruderente als grotesk und absurd. Er sah in der Hybridisierung mit der robusteren Schwarzkopfruderente eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Wei\u00dfkopfruderente, langfristig zu \u00fcberleben. Diese Ansicht wird von vielen Natursch\u00fctzern allerdings nicht geteilt. F\u00fcr sie ist die Verdr\u00e4ngung der Wei\u00dfkopfruderente durch einen durch Menschen importierte <a class=\"mw-redirect\" title=\"Neozoen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neozoen\">Neozoen<\/a> ein unwiederbringlicher Verlust an <a title=\"Biodiversit\u00e4t\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biodiversit%C3%A4t\">Biodiversit\u00e4t<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wei\u00dfkopfruderente (Oxyura leucocephala) ist eine Art aus der Familie der Entenv\u00f6gel. Sie ist ein Vertreter der Ruderenten. Die Best\u00e4nde der Wei\u00dfkopfruderenten insbesondere in S\u00fcdeuropa und Nordafrika sind durch die Bastardisierung mit Schwarzkopfruderenten bedroht. Sie z\u00e4hlt zu den seltensten Brutv\u00f6geln Europas und sind eine der am st\u00e4rksten bedrohten Entenarten der Welt. 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