{"id":4458,"date":"2015-06-25T14:46:09","date_gmt":"2015-06-25T12:46:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/mauersegler-apus-apus\/"},"modified":"2015-06-25T15:28:32","modified_gmt":"2015-06-25T13:28:32","slug":"mauersegler-apus-apus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/mauersegler-apus-apus\/","title":{"rendered":"Mauersegler (Apus apus)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>Mauersegler<\/strong> (<em>Apus apus<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der Familie der <a title=\"Segler (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segler_%28V%C3%B6gel%29\">Segler<\/a>. Er \u00e4hnelt den <a title=\"Schwalben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwalben\">Schwalben<\/a>, ist aber mit diesen nicht n\u00e4her verwandt; die \u00c4hnlichkeiten beruhen auf <a class=\"mw-redirect\" title=\"Konvergenz (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konvergenz_%28Biologie%29\">konvergenter Evolution<\/a>. Der Mauersegler ist ein <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Er h\u00e4lt sich haupts\u00e4chlich von Anfang Mai bis Anfang August zur Brutzeit in <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropa<\/a> auf. Seine Winterquartiere liegen in <a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">Afrika<\/a>, vor allem s\u00fcdlich des \u00c4quators.<\/p>\n<p>Mauersegler sind extrem an ein Leben in der Luft angepasst. Au\u00dferhalb der Brutzeit halten sie sich h\u00f6chstwahrscheinlich ohne Unterbrechung \u00fcber mehrere Monate in der Luft auf. Im Hochsommer sind die geselligen V\u00f6gel im Luftraum \u00fcber den St\u00e4dten mit ihren schrillen Rufen sehr auff\u00e4llig. Bei ihren Flugman\u00f6vern k\u00f6nnen sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200&nbsp;km\/h erreichen.<\/p>\n<p>Der Mauersegler ist die einzige Seglerart, die in Mitteleuropa eine ausgedehnte Verbreitung aufweist. Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche regionale Namen f\u00fcr den Vogel, sehr verbreitet sind hierbei \u201eSpyre\u201c oder \u00e4hnliche Bezeichnungen, beispielsweise in der Schweiz oder in Tirol.<\/p>\n<p>Die Gestalt ist schwalben\u00e4hnlich, jedoch ist der Mauersegler etwas gr\u00f6\u00dfer als die europ\u00e4ischen Schwalben. Die Fl\u00fcgel sind im Vergleich zum K\u00f6rper lang, und ihre Sichelform ist im Gleitflug gut zu erkennen. Der Schwanz ist relativ kurz und gegabelt. M\u00e4nnchen und Weibchen sind \u00e4u\u00dferlich nicht zu unterscheiden. Das Gefieder ist ru\u00df- bis br\u00e4unlichschwarz mit Ausnahme des grauwei\u00dfen Kehlflecks, der im Flug allerdings schwer zu erkennen ist. Das Gesicht wirkt, von vorne gesehen, rundlich; die Augen sind relativ gro\u00df, und die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist tiefbraun. Der kleine, schwarze Schnabel ist leicht abw\u00e4rts gebogen. Die kurzen F\u00fc\u00dfe sind schw\u00e4rzlich fleischfarben. Die vier Zehen enden in scharfen Krallen; sie sind wie bei allen <a title=\"Segler (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segler_%28V%C3%B6gel%29\">Seglern<\/a> alle nach vorn gerichtet.<\/p>\n<p>Erwachsene Mauersegler wiegen im Mittel etwa 40 Gramm, das Gewicht variiert allerdings recht stark mit dem Ern\u00e4hrungszustand. Nichtbr\u00fcter und soeben am Nistplatz eingetroffene Mauersegler sind meist etwas schwerer als Brutv\u00f6gel. Die Rumpfl\u00e4nge betr\u00e4gt durchschnittlich 17 Zentimeter, beim Anlegen der Fl\u00fcgel kreuzen sich diese und \u00fcberragen den Schwanz um etwa vier Zentimeter. Die Fl\u00fcgelspannweite liegt zwischen 40 und 44&nbsp;Zentimetern. Dabei sind die <a title=\"Handschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a> im Vergleich zu anderen Vogelarten stark verl\u00e4ngert; Ober- und Unterarm sind kurz und kompakt.<\/p>\n<p>Das Jugendkleid ist dunkler und weniger gl\u00e4nzend, das Wei\u00df der Kehle ist ausgedehnter und reiner als bei <a title=\"Adult\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulten<\/a> V\u00f6geln. Zudem unterscheiden sich Jungv\u00f6gel durch die wei\u00dfen Feders\u00e4ume von den Altv\u00f6geln, die an den Achselfedern, den Fl\u00fcgeldecken, dem Gro\u00dfgefieder und vor allem an der Stirn am auffallendsten sind. Nur die S\u00e4ume der Stirnfedern erhalten sich bis zur Jugendmauser, w\u00e4hrend die anderen wei\u00dfen S\u00e4ume durch Abnutzung recht bald verschwinden. Einj\u00e4hrige sehen wie adulte Mauersegler aus; sie sind am besten noch am abgetragen juvenilen Gro\u00dfgefieder zu erkennen, bei dem vor allem die Enden der Schwanzfedern st\u00e4rker gerundet sind.<\/p>\n<h3><span id=\"Mauser\" class=\"mw-headline\">Mauser<\/span><\/h3>\n<p>Die Jugendmauser erfolgt im afrikanischen Winterquartier und ist eine Teilmauser, wobei die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwungfeder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwungfeder\">Schwung-<\/a> und ein Teil der mittleren Schwanzfedern erhalten bleiben. Die zehn <a title=\"Handschwinge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a>, die die wesentliche tragende Fl\u00e4che des Fl\u00fcgels bilden, werden erstmals w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Jahresmauser gewechselt und haben dann schon zwei Reisen nach Afrika hinter sich.<\/p>\n<p>Die Jahresmauser adulter V\u00f6gel ist eine <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Vollmauser<\/a> und kann schon im Juli mit dem Wechsel des Kleingefieders beginnen. Die Mauser der Schwingen beginnt Mitte August oder Anfang September und zieht sich schrittweise und auf beiden Seiten synchron \u00fcber 6 bis 7&nbsp;Monate hin, so dass die Flugf\u00e4higkeit immer gew\u00e4hrleistet bleibt. Zuletzt f\u00e4llt bei normaler Mausersequenz die 10. Handschwinge aus.<\/p>\n<p>Der K\u00f6rperbau des Mauerseglers erm\u00f6glicht einen schnellen, wendigen Gleitflug, bei dem die Fl\u00fcgel fast horizontal gestreckt werden und nur leicht abw\u00e4rts gebogen sind. Bei starker <a title=\"Thermik\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thermik\">Thermik<\/a> k\u00f6nnen Mauersegler auch segeln, normalerweise wechseln aber Schlag- mit Gleitphasen jeweils unterschiedlicher L\u00e4nge. Charakteristisch ist zudem ein h\u00e4ufiges Kippen um die L\u00e4ngsachse, das in Gleitphasen stellenweise eingestreut wird. In Verbindung mit den ebenfalls typischen Wendungen kann das den Eindruck vermitteln, der Fl\u00fcgelschlag erfolge asynchron.Auch bei engen Flugkurven halten Mauersegler ihren Kopf horizontal, so dass sie ihre Umgebung stets umfassend in gleichbleibender Orientierung wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um gr\u00f6\u00dfere H\u00f6henverluste zu vermeiden, werden w\u00e4hrend des Gleitflugs Schlagphasen eingestreut, die von 0,5 bis 22&nbsp;Sekunden andauern k\u00f6nnen, die mittlere Dauer betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 4&nbsp;Sekunden. Die Schlagfrequenz liegt meist zwischen 7 und 8&nbsp;Schl\u00e4gen pro Sekunde. Im Gleitflug werden gew\u00f6hnlich 20 bis 50&nbsp;km\/h, im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kraftflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kraftflug\">Kraftflug<\/a> 40 bis 100&nbsp;km\/h erreicht, bei Flugspielen sind \u00fcber 200&nbsp;km\/h m\u00f6glich. In der Luft \u00fcbernachtende Tiere fliegen durchschnittlich mit 23&nbsp;km\/h. Das beste Verh\u00e4ltnis zwischen Energieaufwand und zur\u00fcckgelegter Strecke liegt f\u00fcr ziehende V\u00f6gel bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ungef\u00e4hr 32&nbsp;km\/h.<\/p>\n<p>Mauersegler passen die Form der Fl\u00fcgel den Flugbedingungen an. Voll ausgestreckte Fl\u00fcgel erm\u00f6glichen dabei den besten langsamen Gleitflug und um bis zu 60 Prozent mehr Distanz als in der Grundstellung. Zur\u00fcckgezogene Fl\u00fcgel dienen dem Flug bei hohem Tempo und schnellen Kehren, bei anderer <a title=\"Pfeilung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfeilung\">Stellung der Fl\u00fcgel<\/a> w\u00fcrden diese sonst dem Winddruck nicht standhalten.<\/p>\n<h3><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h3>\n<p>Vor allem in Gesellschaft und bei K\u00e4mpfen sind Mauersegler au\u00dferordentlich ruffreudig. Am auffallendsten ist das hohe, schrille, oft gereiht vorgetragene \u201esrieh srieh\u201c, mit dem die V\u00f6gel auch den Verkehrsl\u00e4rm in St\u00e4dten \u00fcbert\u00f6nen k\u00f6nnen. Daneben \u00e4u\u00dfern Mauersegler einige weitere ein- oder zweisilbige Rufe wie \u201esprieh\u201c oder \u201esrii\u00fc\u201c. Die Rufe werden verschieden gedehnt, manchmal h\u00f6her oder zweisilbig vorgetragen. Einander jagende V\u00f6gel geben ein individuelles und nach H\u00f6he und L\u00e4nge unterschiedliches \u201esirrr\u201c oder ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Stakkato\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stakkato\">stakkatoartiges<\/a> \u201esisisisi\u201c von sich. Die Frequenz ihrer Rufe liegt zwischen 4000 und 7000 <a title=\"Hertz (Einheit)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hertz_%28Einheit%29\">Hertz<\/a>, in einem hohen, aber f\u00fcr das menschliche Geh\u00f6r gut wahrnehmbaren Frequenzbereich.<\/p>\n<p>Eine besondere Bedeutung hat auch das sogenannte \u201eDuettieren\u201c am Brutplatz. Ein Mauerseglerpaar ruft dort gemeinschaftlich \u201eswii-rii\u201c; dabei stammt das hellere \u201eswii\u201c vom Weibchen und das etwas tiefere \u201erii\u201c vom M\u00e4nnchen. Dieses Verhalten stellt die beste M\u00f6glichkeit zur Unterscheidung der Geschlechter dar. Daneben hat dieses <a title=\"Duett\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Duett\">Duett<\/a> f\u00fcr die V\u00f6gel selbst eine noch bedeutendere Funktion, denn es dient einem effizienten Aufteilungsverfahren der oft knappen, geeigneten Brutnischen. Schon lange kennt man in diesem Zusammenhang das sogenannte \u201eBanging\u201c, bei dem einzelne V\u00f6gel kurz die Eing\u00e4nge m\u00f6glicher Nistpl\u00e4tze touchieren und sich so bemerkbar machen. Oft verharren die V\u00f6gel dabei nur kurz, um ohne ein Inspizieren der Bruth\u00f6hle wieder weiterzufliegen. Falls ein einzelner Vogel bereits die im Inneren meist dunkle Bruth\u00f6hle besetzt h\u00e4lt, macht sich dieser durch seinen geschlechtsspezifischen Ruf bemerkbar, und der anfliegende Vogel erf\u00e4hrt so schnell, ob er ein potentieller Kandidat zur Gr\u00fcndung einer Familie sein kann.<\/p>\n<h3><span id=\"Unterscheidung_von_Mauerseglern_und_Schwalben\" class=\"mw-headline\">Unterscheidung von Mauerseglern und Schwalben<\/span><\/h3>\n<table style=\"border-collapse: collapse; background-color: transparent;\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"right\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 172px;\"><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"border-collapse: collapse; background-color: transparent;\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"right\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"border-collapse: collapse; background-color: transparent;\" width=\"175\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"right\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>In Mitteleuropa jagen vor allem <a title=\"Rauchschwalbe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rauchschwalbe\">Rauch-<\/a> und <a title=\"Mehlschwalbe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehlschwalbe\">Mehlschwalben<\/a> in \u00e4hnlicher Weise wie der etwas gr\u00f6\u00dfere Mauersegler in der Luft nach Insekten, manchmal kommen auch gemischte Gruppen vor. Beste Unterscheidungskriterien der verschiedenen Arten sind folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Die schrillen Schreie des Mauerseglers unterscheiden sich deutlich vom eher unauff\u00e4lligen \u201eSchw\u00e4tzen\u201c der Schwalben.<\/li>\n<li>Die schmalen, sichelf\u00f6rmigen Fl\u00fcgel des Mauerseglers sind im Vergleich zum schlanken K\u00f6rper l\u00e4nger, die Flugsilhouette gleicht der Form eines Ankers.<\/li>\n<li>Beim Mauersegler wechseln schnelle, tiefe Fl\u00fcgelschl\u00e4ge und l\u00e4ngere Gleitphasen einander ab. Der Flug der Schwalben dagegen wirkt flattriger und t\u00e4nzelnd, zudem schlagen sie die Fl\u00fcgel etwas nach hinten.<\/li>\n<li>Die Unterseite des Mauerseglers ist, bis auf den kaum zu sehenden Kehlfleck, gl\u00e4nzend schwarzbraun. Schwalben dagegen zeigen eine beige-wei\u00dfe Unterseite, Rauchschwalben zudem eine von unten erkennbare r\u00f6tliche Kehlfarbe. Au\u00dferdem sind Rauchschwalben an den langen, tief gegabelten Schwanzspie\u00dfen gut zu unterscheiden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span id=\"Verwechselbare_verwandte_Arten\" class=\"mw-headline\">Verwechselbare verwandte Arten<\/span><\/h3>\n<p>Innerhalb der Familie der <a title=\"Segler (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segler_%28V%C3%B6gel%29\">Segler<\/a> \u00fcberschneiden sich die Brutgebiete von Mauersegler und <a title=\"Alpensegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpensegler\">Alpensegler<\/a> am weitr\u00e4umigsten, doch ist der Alpensegler erheblich gr\u00f6\u00dfer und durch die wei\u00dfe Kehle und Bauchseite sehr gut gekennzeichnet. Erheblich schwieriger ist die Unterscheidung vom gleich gro\u00dfen <a title=\"Fahlsegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fahlsegler\">Fahlsegler<\/a> im <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraum<\/a> und im <a title=\"Mittlerer Osten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittlerer_Osten\">Mittleren Osten<\/a>, wo sich die Brutgebiete \u00fcberschneiden und die V\u00f6gel oft gemeinsam auf Insektenjagd sind. Der Mauersegler wirkt dabei im Vergleich \u201eschnittiger\u201c, der K\u00f6rper ist schlanker, die Fl\u00fcgelenden sind st\u00e4rker gespitzt und der Schwanz ist etwas tiefer gegabelt. Das Gefieder des Fahlseglers ist etwas heller und eher olivbraun im Vergleich zum Schwarzbraun des Mauerseglers. Am gr\u00f6\u00dften ist die Gefahr einer Verwechslung zwischen der dunkelsten Unterart des Fahlseglers (<em>A. pallidus illyricus<\/em>) und der im Vergleich zur <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> etwas helleren Subspezies <em>A. a. pekinensis<\/em> des Mauerseglers, die einander auf dem Zug und im Winterquartier begegnen.<\/p>\n<p>Vor allem w\u00e4hrend des Weg- und Heimzugs stellt auch der auf <a title=\"Madeira\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madeira\">Madeira<\/a> und den <a title=\"Kanarische Inseln\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanarische_Inseln\">Kanarischen Inseln<\/a> vorkommende <a title=\"Einfarbsegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einfarbsegler\">Einfarbsegler<\/a> eine Verwechslungsm\u00f6glichkeit dar, auch gibt es im afrikanischen Winterquartier mit <a class=\"new\" title=\"Maussegler (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Maussegler&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Maussegler<\/a>, <a class=\"new\" title=\"Schouteden-Segler (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Schouteden-Segler&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Schouteden-Segler<\/a>, <a title=\"Kapsegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapsegler\">Kapsegler<\/a>, <a title=\"Sokotrasegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sokotrasegler\">Sokotrasegler<\/a>, <a title=\"Damarasegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Damarasegler\">Damarasegler<\/a> und <a title=\"Braunsegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braunsegler\">Braunsegler<\/a> eine Reihe afrikanischer Seglerarten, die nicht immer leicht vom Mauersegler zu unterscheiden sind.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung.2C_Lebensraum_und_Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Verbreitung, Lebensraum und Wanderungen<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:ApusApusDistribution.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/91\/ApusApusDistribution.png\/330px-ApusApusDistribution.png\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"277\" data-file-width=\"1070\" data-file-height=\"898\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 332px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Verbreitungsgebiet des Mauerseglers, gr\u00fcn&nbsp;=&nbsp;Brutgebiet, gelb&nbsp;=&nbsp;Winterquartier<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h3>\n<p>Das Brutgebiet erstreckt sich \u00fcber gro\u00dfe Teile der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pal\u00e4arktische Region\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktische_Region\">pal\u00e4arktischen Region<\/a>. Auf den Inseln des <a title=\"Mittelmeer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeers<\/a> und in Europa br\u00fctet der Mauersegler \u00fcberall au\u00dfer in den n\u00f6rdlichsten Gebieten \u2013 <a title=\"Island\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a>, dem Norden <a title=\"Skandinavien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinaviens<\/a> und den <a title=\"Tundra\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundren<\/a> <a title=\"Russland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russlands<\/a>. Er fehlt auch im n\u00f6rdlichsten Teil <a title=\"Schottland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottlands<\/a>, auf den <a title=\"F\u00e4r\u00f6er\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%A4r%C3%B6er\">F\u00e4r\u00f6er-Inseln<\/a>, in den s\u00fcdlichen Gebirgsregionen Skandinaviens und Teilen der <a title=\"Alpen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpen\">Alpen<\/a> und des <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkans<\/a>. Ganz im Nordwesten Afrikas br\u00fctet der Mauersegler nahe der Mittelmeerk\u00fcste und k\u00fcrzlich wurden einigen Berichten zufolge verschiedene <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kanaren\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanaren\">kanarischen Inseln<\/a> besiedelt und markieren nun den s\u00fcdwestlichen Endpunkt des Brutgebietes. Im <a title=\"Naher Osten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naher_Osten\">Nahen Osten<\/a> kommt der Mauersegler in <a title=\"Kleinasien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinasien\">Kleinasien<\/a>, an der Mittelmeerk\u00fcste und vereinzelt in <a title=\"Syrien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a> als Brutvogel vor. In Asien reicht das Brutgebiet im Norden bis zum 60. Breitengrad. Die \u00f6stliche Grenze des Gebiets bilden der Fluss <a title=\"Oljokma\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oljokma\">Oljokma<\/a> in <a title=\"Sibirien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Sibirien<\/a>, der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Gro\u00dfer Chingan\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Chingan\">Gro\u00dfe Chingan<\/a> im Nordosten der <a title=\"Innere Mongolei\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innere_Mongolei\">Inneren Mongolei<\/a> sowie die chinesischen Provinzen <a title=\"Liaoning\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liaoning\">Liaoning<\/a> und <a title=\"Shandong\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shandong\">Shandong<\/a>. Die s\u00fcdliche Grenze des asiatischen Brutgebiets verl\u00e4uft ungef\u00e4hr entlang des 35. Breitengrads, allerdings fehlt der Mauersegler im <a title=\"Zentralasien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">zentralasiatischen<\/a> Steppeng\u00fcrtel.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Winters auf der Nordhalbkugel \u201e\u00fcbersommert\u201c der Mauersegler zwischen <a title=\"\u00c4quatorialafrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84quatorialafrika\">\u00c4quatorial<\/a>&#8211; und <a title=\"S\u00fcdafrika\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdafrika\">S\u00fcdafrika<\/a>, von der Nordgrenze der tropischen Tiefland-<a title=\"Tropischer Regenwald\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tropischer_Regenwald\">Regenw\u00e4lder<\/a> und dem \u00c4quator in Ostafrika bis zum S\u00fcdrand des <a title=\"Oranje (Fluss)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oranje_%28Fluss%29\">Orange-River<\/a>-Beckens in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa br\u00fctet der Mauersegler haupts\u00e4chlich an mehrgeschossigen Steinbauten, darunter Wohnh\u00e4user, Kircht\u00fcrme, Fabrikgeb\u00e4ude oder Bahnh\u00f6fe. An solchen Geb\u00e4uden werden vielerlei Hohlr\u00e4ume unter D\u00e4chern und <a title=\"Dachtraufe\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dachtraufe\">Traufen<\/a> genutzt, beispielsweise Rollladenk\u00e4sten oder schief sitzende Ziegel. Neubauten mit glatter Fassade werden kaum genutzt. Bedingt durch die Verf\u00fcgbarkeit geeigneter Brutm\u00f6glichkeiten siedelt der Mauersegler h\u00e4ufig nur an wenigen Stellen, etwa in Ortszentren, Industrie- oder Hafenanlagen, in Kleinst\u00e4dten oft ausschlie\u00dflich an Kirchen oder anderen historischen Geb\u00e4uden.<\/p>\n<p>Der Mauersegler war urspr\u00fcnglich haupts\u00e4chlich Felsbr\u00fcter, heute sind diese in Mitteleuropa selten und nur aus wenigen Regionen bekannt, wie beispielsweise dem <a title=\"Elbsandsteingebirge\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elbsandsteingebirge\">Elbsandsteingebirge<\/a>. Es wird vermutet, dass sich der \u00dcbergang vom Fels- zum Geb\u00e4udebr\u00fcter im <a title=\"Mittelalter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelalter\">Mittelalter<\/a> vollzogen hat, m\u00f6glicherweise stellten in den Fels gebaute Burgen das Bindeglied dar, \u00fcber das sich die V\u00f6gel menschlichen Bauwerken ann\u00e4herten und zum <a title=\"Kulturfolger\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturfolger\">Kulturfolger<\/a> wurden.<\/p>\n<p>Der Mauersegler ist auch Baumbr\u00fcter, in Mitteleuropa allerdings nur vereinzelt, in Deutschland trifft dies beispielsweise nur auf ein Prozent der Brutpaare zu. Davon finden sich einige im <a title=\"Harz (Mittelgebirge)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harz_%28Mittelgebirge%29\">Harz<\/a>, wo die \u00f6kologischen Zusammenh\u00e4nge gut erforscht wurden. Solche \u201eBaumsegler\u201c ben\u00f6tigen \u00fcber 100&nbsp;Jahre alte Baumbest\u00e4nde, um dort verlassene <a title=\"Spechte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechte\">Specht<\/a>h\u00f6hlen zu Seglerh\u00f6hlen weiterentwickeln zu k\u00f6nnen. Im Norden <a title=\"Fennoskandinavien\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandinavien\">Fennoskandinaviens<\/a> sowie in manchen Gegenden <a title=\"Russland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russlands<\/a> meidet der Mauersegler Ortschaften und bewohnt die W\u00e4lder der Umgebung.<\/p>\n<p>Sowohl im Brutgebiet als auch im Winterquartier kommt der Mauersegler dabei in allen H\u00f6henbereichen vor, in denen die klimatischen Verh\u00e4ltnisse ein ausreichendes Angebot an Insekten gew\u00e4hrleisten. Die h\u00f6chsten Brutpl\u00e4tze finden sich im Verbreitungsgebiet der Unterart <em>A. a. pekinensis<\/em> zwischen 1.500 und 3.300&nbsp;Metern, solche V\u00f6gel wurden in mehr als 4.000&nbsp;Metern bei der Nahrungssuche beobachtet, die h\u00f6chsten beobachteten ziehenden V\u00f6gel befanden sich auf einer H\u00f6he von 5.700&nbsp;Metern bei <a title=\"Ladakh\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ladakh\">Ladakh<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<p>Mauersegler verbringen sowohl im Brutgebiet als auch im s\u00fcdafrikanischen Winterquartier nicht mehr als 3 bis 3\u00bd&nbsp;Monate, die restliche Zeit des Jahres beanspruchen Weg- und Heimzug. Der Wegzug erfolgt kurz nach dem Ausfliegen der Jungv\u00f6gel, in Mitteleuropa meist in der zweiten Julih\u00e4lfte oder Anfang August. Erfolglose Brutv\u00f6gel, Jungv\u00f6gel und die noch nicht geschlechtsreifen Einj\u00e4hrigen wandern gew\u00f6hnlich zuerst ab, danach verpaarte M\u00e4nnchen und zuletzt die Brutpartnerinnen. Der l\u00e4ngere Aufenthalt der Weibchen am Brutplatz dient dem Wiederaufbau der Fettreserven. Der Zeitpunkt des Aufbruchs ist offenbar <a title=\"Photoperiodismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Photoperiodismus\">photoperiodisch<\/a> determiniert und beginnt bei Unterschreitung einer Tagesl\u00e4nge von ungef\u00e4hr 17&nbsp;Stunden. Deshalb brechen weiter n\u00f6rdlich br\u00fctende V\u00f6gel sp\u00e4ter auf, beispielsweise in Finnland erst in der zweiten Augusth\u00e4lfte. Diese Nachz\u00fcgler werden dann durch die rapide sinkende Tagesl\u00e4nge f\u00f6rmlich durch Mitteleuropa \u201egehetzt\u201c und deshalb feld<a title=\"Ornithologie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ornithologie\">ornithologisch<\/a> kaum bemerkt.<\/p>\n<p>Die vorherrschende Zugrichtung von Mitteleuropa aus ist S\u00fcdwest bis S\u00fcd, die Alpen bilden dabei keine Barriere. Vor allem bei schlechtem Wetter folgen die Mauersegler Flussl\u00e4ufen, an denen ein besseres Nahrungsangebot zu finden ist. Die west- und mitteleurop\u00e4ischen Populationen ziehen vorwiegend \u00fcber die <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberische Halbinsel<\/a> und Nordwestafrika. Am betr\u00e4chtlichen Durchzug im \u00f6stlichen <a title=\"Mittelmeer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeerraum<\/a> sind haupts\u00e4chlich V\u00f6gel aus S\u00fcdosteuropa und Russland beteiligt, die Lage der Zugscheide und des Mischgebiets ist unklar. Weiter folgen die westlich ziehenden Segler gr\u00f6\u00dftenteils der nordwestafrikanischen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Atlantik\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atlantik\">Atlantik<\/a>k\u00fcste, teilweise wird die <a title=\"Sahara\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> auch direkt \u00fcberflogen. In den <a title=\"Feuchtsavanne\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feuchtsavanne\">Feuchtsavannen<\/a> Afrikas angekommen, scheint sich die Zugrichtung nach S\u00fcdosten zu \u00e4ndern, bis die Haupt\u00fcberwinterungsgebiete erreicht werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des \u201e\u00dcbersommerns\u201c in Afrika folgt offensichtlich eine gro\u00dfe Zahl von Mauerseglern st\u00e4ndig der <a title=\"Innertropische Konvergenzzone\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innertropische_Konvergenzzone\">Innertropischen Konvergenzzone<\/a> (ITCZ), die dem Gebiet des Sonnenh\u00f6chststands mit einmonatiger Verz\u00f6gerung nachfolgt. In den dortigen Trockengebieten bewirken diese saisonalen Niederschl\u00e4ge vor\u00fcbergehend ein reichhaltiges Angebot an Insekten, das die w\u00e4hrend dieser Zeit vermutlich ununterbrochen in der Luft befindlichen Mauersegler konsequent nutzen.<\/p>\n<p>Einige Mauersegler, wahrscheinlich ein Teil der einj\u00e4hrigen V\u00f6gel, verbleiben in Afrika. Der Gro\u00dfteil der heimziehenden V\u00f6gel zieht nun nordw\u00e4rts durch Afrika, wobei die Zugrichtung etwas \u00f6stlicher verl\u00e4uft als beim Wegzug. Auch ziehen die V\u00f6gel beim Heimzug bevorzugt auf der Vorderseite von <a title=\"Tiefdruckgebiet\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tiefdruckgebiet\">Tiefdruckgebieten<\/a>, um die s\u00fcdwestliche Str\u00f6mung im <a title=\"Warmsektor\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Warmsektor\">Warmsektor<\/a> des Tiefs auszunutzen. Im Gegensatz dazu nutzen sie w\u00e4hrend des Wegzugs die nord\u00f6stlichen Winde auf der <a title=\"Tiefdruckgebiet\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tiefdruckgebiet#Vorder-_und_R.C3.BCckseite\">R\u00fcckseite<\/a> eines Tiefs.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa treffen die Mauersegler in der Hauptsache in der zweiten Aprilh\u00e4lfte und im ersten Maidrittel ein, und zwar in Niederungen und Gew\u00e4ssern\u00e4he eher als in h\u00f6heren Lagen. Auch in n\u00f6rdlicheren Gebieten treffen die V\u00f6gel sp\u00e4ter ein. Das Wetter w\u00e4hrend des Zuges hat gro\u00dfen Einfluss auf die Zugdauer, so dass der Ankunftszeitpunkt auch lokal um etwa drei Wochen variieren kann.<\/p>\n<h3><span id=\"Wetterflucht\" class=\"mw-headline\">Wetterflucht<\/span><\/h3>\n<p>Aufkommendem Regenwetter begegnen Mauersegler durch so genannte zyklonale Wetterfl\u00fcge. Bei Ann\u00e4herung eines <a title=\"Tiefdruckgebiet\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tiefdruckgebiet\">Tiefdruckgebiets<\/a>, auch Zyklon genannt, ziehen viele Mauersegler vor dessen Wetterfronten her. Sie starten in vielen F\u00e4llen bereits, wenn die Kaltfront noch 500 bis 600&nbsp;km entfernt ist. Die V\u00f6gel bilden rasch Trupps, die zun\u00e4chst in den <a title=\"Warmsektor\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Warmsektor\">Warmsektor<\/a> des Tiefs ziehen, wo sie selbst bei Regen noch gen\u00fcgend Nahrung finden. Sp\u00e4ter fliegen sie gegen den Wind durch die Kaltfront des Tiefdruckgebiets hindurch und sind so die k\u00fcrzestm\u00f6gliche Zeit den st\u00e4rksten Regenf\u00e4llen ausgesetzt. Meist umwandern die Mauersegler dabei das Zentrum des Tiefs im Uhrzeigersinn und kehren oft erst nach 1000 bis 2000&nbsp;Kilometern wieder zum Ausgangspunkt zur\u00fcck. Regelm\u00e4\u00dfig vermischen sich durch solche <a title=\"Wetterflucht\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wetterflucht\">Wetterfluchten<\/a> aber auch die Individuen verschiedener Regionen vor\u00fcbergehend.<\/p>\n<p>An den Wetterfl\u00fcgen nehmen besonders die nicht br\u00fctenden V\u00f6gel teil, also vor allem die Einj\u00e4hrigen. Aber auch die Brutv\u00f6gel beteiligen sich oft an den Wetterfluchten. Die Jungv\u00f6gel \u00fcberdauern die Abwesenheit der Eltern meist in einer Art Hungerschlaf (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauersegler#Hungerstarre\">Hungerstarre<\/a>).<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung_und_Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrung und Nahrungserwerb<\/span><\/h2>\n<p>Mauersegler ern\u00e4hren sich als Luftj\u00e4ger ausschlie\u00dflich von <a title=\"Insekten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a> und <a title=\"Spinnentiere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>. Die regionale H\u00e4ufigkeit bestimmter Beute im Luftraum und das Nahrungsspektrum der dortigen V\u00f6gel stimmen weitestgehend \u00fcberein, so dass davon auszugehen ist, dass Mauersegler nicht w\u00e4hlerisch sind und alle erreichbaren Objekte geeigneter Gr\u00f6\u00dfe verwerten. In Europa sind \u00fcber 500 Arten als Beute nachgewiesen, wobei von einer wesentlich h\u00f6heren Zahl auszugehen ist, da die bisherigen diesbez\u00fcglichen Untersuchungen sich nur auf recht wenige Standorte beschr\u00e4nken. Hauptbeute sind wohl <a title=\"Blattl\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blattl%C3%A4use\">Blattl\u00e4use<\/a>, <a title=\"Hautfl\u00fcgler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hautfl%C3%BCgler\">Hautfl\u00fcgler<\/a>, <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fer<\/a> und <a title=\"Zweifl\u00fcgler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweifl%C3%BCgler\">Zweifl\u00fcgler<\/a>, h\u00e4ufig spielen auch fliegende <a title=\"Ameisen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a>stadien und in Afrika zudem <a title=\"Termiten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Termiten\">Termiten<\/a> eine wichtige Rolle. Bei Wahlm\u00f6glichkeit werden Beutetiere mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von mehr als 5&nbsp;Millimetern bevorzugt, zu den gr\u00f6\u00dften als Beutetier nachgewiesenen Tieren z\u00e4hlt die <a title=\"Hausmutter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausmutter\">Hausmutter<\/a>, ein <a title=\"Eulenfalter\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulenfalter\">Eulenfalter<\/a> mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 26 bis 29&nbsp;Millimetern.<\/p>\n<p>Der Nahrungserwerb erfolgt praktisch ausschlie\u00dflich in der Luft, ein Ablesen von Nahrung an Dachrinnen, Vord\u00e4chern oder \u00c4hnlichem ist selten. Je nach Wetter und Verteilung des Angebots jagen Mauersegler in wechselnden Gebieten und H\u00f6hen, bei niedrigen Temperaturen oft in geringem Abstand zur Vegetation. Normalerweise liegt die Flugh\u00f6he zwischen 6 und 50&nbsp;Metern, an warmen Tagen oft aber auch \u00fcber 100&nbsp;Meter \u00fcber dem Boden. Auch folgen Mauersegler ihrer Beute, wenn diese in der aufsteigenden Thermik hochgesp\u00fclt wird. So jagen sie auch in H\u00f6hen bis zu den Wolkenuntergrenzen von Kumuluswolken. In Mitteleuropa sind dies H\u00f6hen von bis zu etwa 3.000 m. Segelflugzeugpiloten nutzen Schw\u00e4rme von jagenden Mauerseglern als Thermikindikatoren: Wo sich Mauersegler in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen aufhalten, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch aufsteigende Luftstr\u00f6mungen zu finden. Der gr\u00f6\u00dfte Jagderfolg ergibt sich vermutlich bei windstiller und warmer Witterung. Die Nahrungssuche erfolgt im Wechsel zwischen <a title=\"Schlagflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlagflug\">Schlag<\/a>&#8211; und <a title=\"Gleitflug\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleitflug\">Gleitflug<\/a> mit raschen Richtungs\u00e4nderungen; dabei wird der Schnabel erst beim Zuschnappen ge\u00f6ffnet. Allerdings erreichen Mauersegler nicht die extreme Wendigkeit der <a title=\"Schwalben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwalben\">Schwalben<\/a>, die zudem auch gezielt gr\u00f6\u00dfere Insekten ergreifen als Mauersegler. Die Luftjagd der Schwalben gilt als wesentlich effektiver. Bei der Nahrungssuche halten voneinander entfernt fliegende V\u00f6gel optisch Kontakt, so dass sich bei Aufsteigen <a title=\"Ameisen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen#Hochzeitsflug\">schw\u00e4rmender Ameisen<\/a> oft binnen weniger Minuten Hunderte von Mauerseglern einfinden.<\/p>\n<p>Die <a class=\"new\" title=\"Nestlingsnahrung (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Nestlingsnahrung&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Nestlingsnahrung<\/a> unterscheidet sich nicht wesentlich vom sonstigen Beutespektrum der Altv\u00f6gel, sie besteht fast ausschlie\u00dflich aus Objekten von 2 bis 10&nbsp;Millimetern L\u00e4nge. Brutv\u00f6gel sammeln die Nahrung im Kehlsack, bis eine definierte Menge beisammen ist, was bei gutem Wetter bereits in knapp 40&nbsp;Minuten erledigt sein kann, bei schlechter Witterung aber erheblich l\u00e4nger dauert. Ein f\u00fctterndes Brutpaar kann bei guten Bedingungen an einem Tag 50&nbsp;Gramm Futter herbeischaffen, was mehr als 20.000 Insekten oder Spinnentieren entspricht.<\/p>\n<p>Das Trinken erfolgt in einem schnellen, geraden Gleitflug, wobei der K\u00f6rper einen Winkel von etwa 20 bis 35&nbsp;Grad zur Wasseroberfl\u00e4che bildet. Die Fl\u00fcgel werden dabei in V-Stellung gehalten. Der Schnabel taucht auf einer Strecke von ungef\u00e4hr einem halben Meter ein und nahezu gleichzeitig mit dem \u00d6ffnen des Schnabels werden die Schwanzfedern abw\u00e4rts gedr\u00fcckt.<\/p>\n<h3><span id=\"Hungerstarre\" class=\"mw-headline\">Hungerstarre<\/span><\/h3>\n<p>\u00c4ltere, befiederte Nestlinge k\u00f6nnen durch Schlechtwetterperioden und Wetterflucht der Altv\u00f6gel verursachten Nahrungsmangel \u00fcberstehen, indem sie <a title=\"Torpor\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Torpor\">torpide<\/a> werden. Dabei werden alle K\u00f6rperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich. Die K\u00f6rpertemperatur sinkt vom ungef\u00e4hr bei 39&nbsp;\u00b0C liegenden Normalwert nach einer Weile nachts bis knapp \u00fcber die Umgebungstemperatur ab. Zun\u00e4chst werden die Fettreserven verbraucht, zuletzt auch K\u00f6rpergewebe angegriffen, vor allem die <a title=\"Muskulatur\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Muskulatur\">Muskulatur<\/a> oder die <a title=\"Leber\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leber\">Leber<\/a>. Auf diese Art k\u00f6nnen die Nestlinge ein bis zwei Wochen ohne Nahrung \u00fcberdauern. Wenn die K\u00f6rpertemperatur 20&nbsp;\u00b0C unterschreitet, tritt in der Regel der Tod ein.<\/p>\n<p>Auch Altv\u00f6gel k\u00f6nnen in beschr\u00e4nktem Ma\u00dfe torpide werden, aber dabei nur drei bis vier Tage ohne Nahrung \u00fcberstehen. Wenn die Tiere bei einer Wetterflucht nicht in Gegenden mit besseren Bedingungen gelangen, sammeln sie sich dicht gedr\u00e4ngt und bewegungslos an Mauern und Felsw\u00e4nden. Beobachten kann man die Mauersegler in diesem Zustand kaum, da sie sich in gesch\u00fctzte Nischen zur\u00fcckziehen, weil sie aufgrund stark reduzierter <a title=\"Reflex\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reflex\">Reflexe<\/a> sonst Feinden hilflos ausgeliefert w\u00e4ren.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung_und_Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung und Lebenserwartung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 572px;\"><a class=\"image\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:ApusApusCircleOfYear.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f3\/ApusApusCircleOfYear.png\/570px-ApusApusCircleOfYear.png\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"182\" data-file-width=\"1350\" data-file-height=\"432\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 572px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">Jahreszyklus bezogen auf <a title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baden-W%C3%BCrttemberg\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> (48\u00b0&nbsp;30\u2032&nbsp;N)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Mauersegler werden fr\u00fchestens am Ende des zweiten Lebensjahres <a title=\"Geschlechtsreife\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsreife\">geschlechtsreif<\/a>, die einj\u00e4hrigen V\u00f6gel verbringen also nach der R\u00fcckkehr aus Afrika die erste Saison im Brutgebiet noch ohne Reproduktion. Teilweise werden aber schon potentielle Bruth\u00f6hlen inspiziert und auch besetzt. Adulte Mauersegler f\u00fchren eine monogame Ehe zumindest f\u00fcr eine Saison, in der Regel aber \u00fcber viele Jahre. Die partnerschaftliche Treue basiert auf einer ausgepr\u00e4gten Nistplatzbindung. Die Partner treffen nicht gemeinsam, sondern meist im Abstand von etwa 10 Tagen im Brutgebiet ein.<\/p>\n<p>Die nur etwa dreimonatige Brutperiode erm\u00f6glicht nur eine Jahresbrut, Ersatzbruten bei Gelegeverlust gibt es dennoch h\u00e4ufig, meist im selben Nest. Der Bruterfolg ist stark wetterabh\u00e4ngig. Wegen der hohen Lebenserwartung des Mauerseglers beeinflussen jedoch selbst Jahre ohne Nachwuchs den Bestand kaum.<\/p>\n<h3><span id=\"Neststandort_und_Nest\" class=\"mw-headline\">Neststandort und Nest<\/span><\/h3>\n<p>Die gesellig in Kolonien br\u00fctenden Mauersegler bevorzugen Neststandorte in dunklen, gr\u00f6\u00dftenteils horizontalen Hohlr\u00e4umen mit der M\u00f6glichkeit eines direkten Anflugs. Die meist 6 bis 30 Meter hoch gelegenen H\u00f6hleneing\u00e4nge werden mittels einer sogenannten Unterfliegungslandung angeflogen, bei der ein erheblicher Teil des Schwungs durch einen kurzen Steigflug vor der Landung abgebremst wird. Das Nest befindet sich im Regelfall in der hinteren H\u00f6hlenecke, m\u00f6glichst weit vom Eingang entfernt. Zwischen H\u00f6hleneingang und Nest k\u00f6nnen gegebenenfalls R\u00f6hren mit mindestens 10&nbsp;Zentimetern Durchmesser und einer L\u00e4nge von bis zu 70&nbsp;Zentimetern kriechend bew\u00e4ltigt werden. Im Gegensatz zum <a title=\"Alpensegler\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpensegler\">Alpensegler<\/a>, bei dem sich mehrere Paare einen Eingang teilen k\u00f6nnen, beansprucht jedes Mauerseglerpaar normalerweise einen separaten Eingang.<\/p>\n<p>Der Nestbau erfolgt durch beide Partner und kann schon einen Tag nach der <a title=\"Paarbildung (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paarbildung_%28Biologie%29\">Verpaarung<\/a> beginnen. Das Sammeln von Nistmaterial erfolgt dabei im Flug, mit gelegentlichen Unterbrechungen aufgrund der Windabh\u00e4ngigkeit. Die Objekte, die <a title=\"Aerodynamik\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerodynamik\">aerodynamisch<\/a> keinen allzu gro\u00dfen Widerstand leisten d\u00fcrfen, werden meist im Schnabel transportiert, seltener im Kehlsack oder mit den F\u00fc\u00dfen. Je nach Angebot werden so Halme, Bl\u00e4tter, Knospenschuppen, Samen, Fasern, Haare, Federn, Textil- und Papierfetzen verbaut. Das Nest bildet eine unordentliche, flache Schale mit einer zentralen Vertiefung, die mit klebrigem, rasch erh\u00e4rtenden <a title=\"Speichel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Speichel\">Speichel<\/a> \u00fcberzogen wird. H\u00e4ufig wird ein Nest viele Brutperioden nacheinander benutzt und allj\u00e4hrlich nur erg\u00e4nzt und neu eingespeichelt, wobei der Durchmesser von 9&nbsp;Zentimetern bei Neuanlage auf 15 Zentimeter anwachsen kann. Vorgefundene Bauten anderer H\u00f6hlenbr\u00fcter wie <a title=\"Star (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">Star<\/a>, <a title=\"Haussperling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperling<\/a> oder <a title=\"Hausrotschwanz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausrotschwanz\">Hausrotschwanz<\/a> werden gelegentlich gewaltsam \u00fcbernommen und \u00fcberbaut, manchmal samt Eiern oder Jungv\u00f6geln. \u00dcberbaute Nester verursachen so mitunter erheblichen Gestank, was die Mauersegler offensichtlich nicht st\u00f6rt.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz_und_Paarung\" class=\"mw-headline\">Balz und Paarung<\/span><\/h3>\n<p>Die Flugbalz beginnt bei gutem Wetter unmittelbar nach Ankunft im Brutgebiet, kann aber auch bereits im Winterquartier ab Anfang November beginnen. Beim Balzflug verfolgen sich zwei Segler im Abstand von einem bis zehn Meter, vermutlich handelt es sich beim Verfolger um das M\u00e4nnchen, das mit einer typischen V-Stellung der Fl\u00fcgel \u00fcberfallartig versucht, das Weibchen zu erreichen. Dieses Balzfliegen wirkt animierend, so dass weitere V\u00f6gel sich anschlie\u00dfen oder die Jagd auf einen anderen Vogel er\u00f6ffnen. H\u00e4ufig geht eine solche kollektive Flugbalz recht unvermittelt in die Nahrungssuche \u00fcber.<\/p>\n<p>Manchmal kommt es auch zur Paarbildung am Nistplatz, insbesondere das Zusammenfinden fr\u00fcherer Partner erfolgt oft in der Bruth\u00f6hle. Der Eindringende wird dabei zun\u00e4chst vom H\u00f6hlenbesitzer mit lauten Schreien und heftigen Drohgesten empfangen. Die sehr erregten Tiere richten sich mehrfach auf, was als Beschwichtigungsgeste zu interpretieren ist, nur langsam entspannt sich die Situation und eine gegenseitige Gefiederpflege schlie\u00dft sich an. Handelt es sich beim Ank\u00f6mmling um den Partner aus dem Vorjahr, sind die Drohgesten schw\u00e4cher und der \u00dcbergang zum gegenseitigen Putzen erfolgt erheblich schneller.<\/p>\n<p><a title=\"Begattung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Begattung\">Kopulationen<\/a> erfolgen sowohl in der Bruth\u00f6hle als auch in der Luft. Bei der Vereinigung am Nistplatz h\u00e4lt sich das M\u00e4nnchen mit dem Schnabel im Genick und mit den F\u00fc\u00dfen im Gefieder der ruhig liegenden Partnerin fest. W\u00e4hrend das Weibchen den Schwanz hebt, windet das M\u00e4nnchen seinen Hinterleib abw\u00e4rts. Gew\u00f6hnlich folgen drei bis vier Begattungen aufeinander. Die offenbar nur bei gutem Wetter vollzogenen Flugkopulationen beginnen in einer H\u00f6he von etwa 80&nbsp;Metern und erinnern an die Flugbalz. Das zun\u00e4chst ruhig geradeaus fliegende Weibchen beginnt mit den Fl\u00fcgeln zu vibrieren und verliert an Fahrt. Das folgende M\u00e4nnchen steigert sein Tempo, schwebt schr\u00e4g von oben auf die Partnerin und verkrallt sich im R\u00fcckengefieder. W\u00e4hrend der Begattung bleiben die Fl\u00fcgel ruhig. Bei der Kopulation verliert das Paar an H\u00f6he und Geschwindigkeit und trennt sich im Normalfall nach zwei bis vier Sekunden wieder.<\/p>\n<p>Die <a title=\"Evolution\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evolution\">evolution\u00e4re<\/a> Bedeutung solcher Begattungen \u201eon the wing\u201c ist schwer zu erkl\u00e4ren, da es nachgewiesenerma\u00dfen auch zu Kopulationen in der Bruth\u00f6hle kommt und sich die Frage stellt, welchen Grund es haben kann, dass sich die V\u00f6gel dabei einem solchen Risiko aussetzen. Aber die Flugkopulationen sind durch zahlreiche wissenschaftliche Quellen belegt, auch bei anderen Seglerarten.Die Vermutung, dass Flugkopulationen f\u00fcr das Weibchen eine M\u00f6glichkeit der <a title=\"Sexuelle Selektion\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexuelle_Selektion\">sexuellen Selektion<\/a> darstellen k\u00f6nnten, ist nicht haltbar, da die H\u00e4ufigkeit einer au\u00dferpartnerschaftlichen Vaterschaft bei Mauerseglern selbst f\u00fcr einen \u201enormalen\u201c Koloniebr\u00fcter ausgesprochen niedrig zu sein scheint.<\/p>\n<h3><span id=\"Gelege_und_Brut\" class=\"mw-headline\">Gelege und Brut<\/span><\/h3>\n<p>Die Eier sind l\u00e4nglich elliptisch, aber ungleichh\u00e4lftig. Sie messen 25&nbsp;\u00d7&nbsp;16&nbsp;Millimeter, die Schale ist wei\u00df und glanzlos, die grauen Flecken stammen vom Kot der <a title=\"Mauerseglerlausfliege\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauerseglerlausfliege\">Seglerlausfliege<\/a>. In mehr als 90&nbsp;Prozent der F\u00e4lle besteht das Gelege aus 2 bis 3 Eiern, gelegentlich aus nur einem Ei und sehr selten aus 4 Eiern. \u00dcblicherweise erfolgt die Eiablage in Mitteleuropa in der zweiten Maih\u00e4lfte, meist w\u00e4hrend des Vormittags.<\/p>\n<p>Sowohl die Gelegegr\u00f6\u00dfe als auch die im Durchschnitt 19&nbsp;Tage dauernde Bebr\u00fctungszeit sind stark witterungsabh\u00e4ngig, die Brutdauer kann zwischen 18 und 27&nbsp;Tagen liegen. Eine solche zeitliche Variabilit\u00e4t und L\u00e4nge stellt eine Besonderheit bei einem Vogel dieser Gr\u00f6\u00dfe dar. Die Partner wechseln sich beim Br\u00fcten ab und br\u00fcten offenbar zu ann\u00e4hernd gleichen Teilen, bei witterungsbedingten Brutpausen sind die Eier gegen Ausk\u00fchlung resistent.<\/p>\n<h3><span id=\"Entwicklung_der_Jungen\" class=\"mw-headline\">Entwicklung der Jungen<\/span><\/h3>\n<p>Geschwister schl\u00fcpfen meist innerhalb von zwei Tagen, sie sind dabei blind und v\u00f6llig nackt. Die <a title=\"Nestling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestling\">Nestlingszeit<\/a> ist wie die Brutdauer stark witterungsabh\u00e4ngig und kann zwischen 38 und 56&nbsp;Tagen liegen, meist sind es knapp \u00fcber 40&nbsp;Tage. In den ersten 2 bis 7&nbsp;Tagen <a title=\"Hudern\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">hudern<\/a> die Altv\u00f6gel nahezu st\u00e4ndig, sp\u00e4ter bei g\u00fcnstiger Witterung nur noch nachts. Die Nahrung wird von den Eltern im Kehlsack gesammelt und mit Speichel zu einer haselnussgro\u00dfen Kugel geformt, in der viele Kleintiere noch am Leben sind. Nur in den ersten Tagen wird der Ballen in Portionen an die Nestlinge verteilt, sp\u00e4ter als Ganzes an die rufend mit Schnabelschwenken bettelnden Jungen \u00fcbergeben. Frische Exkremente werden von den Altv\u00f6geln anfangs verschluckt, sp\u00e4ter im Kehlsack fortgetragen<\/p>\n<p>Nach 2 bis 3&nbsp;Wochen hopsen die Jungen in der Brutnische flatternd umher, wobei sie sich anf\u00e4nglich nach wenigen Sekunden wieder ausruhen. Mit etwa einem Monat stemmen sie mit gestreckten Fl\u00fcgeln ihren K\u00f6rper hoch, so dass die F\u00fc\u00dfe abheben, diese Stellung k\u00f6nnen sie vor dem Ausfliegen 10 oder mehr Sekunden halten. Auch nachts vollf\u00fchren Nestlinge typische Flugbewegungen.<\/p>\n<p>Unter optimalen Bedingungen k\u00f6nnen Nestlinge, die beim Schl\u00fcpfen ungef\u00e4hr drei Gramm wiegen, ihr H\u00f6chstgewicht von bis zu 60&nbsp;Gramm in nicht einmal drei Wochen erreichen, sie wiegen dann das Anderthalbfache eines Altvogels. Erst ein paar Tage bevor sie fl\u00fcgge werden, stellen sie das Betteln ein und magern auf das optimale Fluggewicht von etwa 40&nbsp;Gramm ab. Untersuchungen haben ergeben, dass selbst auf den R\u00fccken geklebte Zusatzgewichte oder gestutzte Fl\u00fcgelspitzen nicht die F\u00e4higkeit der Jungv\u00f6gel beeintr\u00e4chtigen, ihr Gewicht optimal auf den Tag des Ausfliegens abzustimmen. Man geht davon aus, dass die oben beschriebenen \u201eLiegest\u00fctze\u201c in diesem Zusammenhang auch die Bestimmung des Verh\u00e4ltnisses von K\u00f6rpergewicht und Fl\u00fcgelfl\u00e4che erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Am Tag des Ausfliegens verbringen die Nestlinge den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages am Flugloch. Es vergehen oft viele Stunden, in denen der Vogel mit gespreizten Fl\u00fcgeln und ausgebreitetem Schwanz immer wieder den Kopf hinausstreckt. Die Eltern sind beim Ausfliegen nicht zugegen, bei Sp\u00e4tbruten befinden sie sich unter Umst\u00e4nden bereits auf der Reise ins Winterquartier. Vermutlich zum Schutz vor <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Beutegreifern<\/a> erfolgt das Ausfliegen meist in den Abendstunden. Die Jungv\u00f6gel sind sofort selbstst\u00e4ndig und verbringen gleich die erste Nacht in der Luft, wie mit <a title=\"Telemetrie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Telemetrie\">Telemetriesendern<\/a> nachgewiesen wurde.<\/p>\n<h3><span id=\"Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Lebenserwartung<\/span><\/h3>\n<p>Mauersegler weisen eine hohe Lebenserwartung und eine unter V\u00f6geln ungew\u00f6hnliche Altersstruktur auf, in denen h\u00f6here Lebensalter noch gut vertreten sind. Die j\u00e4hrliche Sterberate adulter V\u00f6gel wird im Mittel auf 20&nbsp;Prozent gesch\u00e4tzt. Die mittlere Lebenserwartung erwachsener V\u00f6gel liegt zwischen 4,3 und 6,2&nbsp;Jahren, f\u00fcr fl\u00fcgge Jungv\u00f6gel liegt sie bei ungef\u00e4hr 2,4&nbsp;Jahren. Ein Alter von 10 und mehr Jahren ist keine Seltenheit, einige Male konnte durch <a title=\"Vogelberingung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelberingung\">Beringung<\/a> schon ein Alter von mehr als 20&nbsp;Jahren nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Der direkte oder indirekte Einfluss des Wetters auf die Lebenserwartung ist erheblich. Bei anhaltend nasskaltem Wetter mit Temperaturen tags\u00fcber unter 10 bis 12&nbsp;Grad ist die Existenz ganzer Populationen bedroht, wenn eine solche Wetterlage zudem gro\u00dfr\u00e4umig ist oder eine weitere <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauersegler#Wetterflucht\">Wetterflucht<\/a> durch Barrieren verhindert wird. Ein solches Massensterben adulter Tiere kann eine Population nachhaltig dezimieren, wohingegen ein einj\u00e4hriger Brutausfall in Folgejahren normalerweise kompensiert werden kann.<\/p>\n<h2><span id=\"Feinde_und_Parasiten\" class=\"mw-headline\">Feinde und Parasiten<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Feinde\" class=\"mw-headline\">Feinde<\/span><\/h3>\n<p>Die nat\u00fcrlichen Feinde des Mauerseglers sind in Mitteleuropa vor allem <a title=\"Baumfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baumfalke\">Baumfalke<\/a> und <a title=\"Wanderfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanderfalke\">Wanderfalke<\/a>, die den Mauersegler auch h\u00e4ufig im freien Luftraum erbeuten. F\u00fcr einige andere Greifvogelarten wie <a title=\"Turmfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turmfalke\">Turmfalke<\/a> und <a title=\"Sperber (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperber_%28Art%29\">Sperber<\/a> sowie f\u00fcr <a title=\"Eulen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulen\">Eulen<\/a> sind Mauersegler eher eine seltenere Gelegenheitsbeute, vor allem wenn die Tiere aufgrund anhaltend nasskalter Witterung durch Nahrungsmangel geschw\u00e4cht sind. Bei schlechtem Wetter gelingt es auch <a title=\"Hauskatze\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hauskatze\">Hauskatzen<\/a> mitunter, die dann niedrig fliegenden V\u00f6gel zu ergreifen. In der Bruth\u00f6hle stellen <a title=\"Steinmarder\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinmarder\">Steinmarder<\/a> und <a title=\"Wiesel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiesel\">Wiesel<\/a> gelegentlich eine Bedrohung dar.<\/p>\n<h3><span id=\"Parasiten\" class=\"mw-headline\">Parasiten<\/span><\/h3>\n<p>Besonders hervorzuheben ist die <a title=\"Mauerseglerlausfliege\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauerseglerlausfliege\">Mauerseglerlausfliege<\/a> (<em>Crataerina pallida<\/em>), ein auf diese Art spezialisierter <a class=\"mw-redirect\" title=\"Parasit\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parasit\">Parasit<\/a>. Der Lebenszyklus der Lausfliegen ist mit dem der Segler synchronisiert, die in der Bruth\u00f6hle abgelegten Larven schl\u00fcpfen mit den Vogelnestlingen. Die bevorzugt an Hals und Bauch Blut saugenden, 6 bis 10&nbsp;Millimeter gro\u00dfen Parasiten k\u00f6nnen Jungv\u00f6gel schw\u00e4chen. Ob hierdurch die Sterblichkeit des Mauerseglers beeinflusst wird, ist nicht bekannt. Bis zu 12 Lausfliegen k\u00f6nnen sich im Gefieder eines Nestlings befinden; bei einem Altvogel k\u00f6nnen es bis zu 20 sein. Die Parasiten werden, wenn sie erreichbar sind, offenbar nur entfernt, aber nicht gefressen. Die Mauerseglerlausfliegen k\u00f6nnen selbst nicht mehr aktiv fliegen, sondern nur noch segeln.<\/p>\n<p>Neben Lausfliegen kommen auch andere Parasiten wie <a title=\"Bandw\u00fcrmer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bandw%C3%BCrmer\">Bandw\u00fcrmer<\/a>, <a title=\"Milben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milben\">Milben<\/a>, <a title=\"Wanzen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wanzen\">Wanzen<\/a> und <a title=\"Tierl\u00e4use\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tierl%C3%A4use\">L\u00e4use<\/a> vor. Ihr Einfluss auf die Sterblichkeit und Lebenserwartung ist unklar.<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Der Beginn der Aktivit\u00e4t ist stark wetterabh\u00e4ngig. Die im Nest n\u00e4chtigenden Brutv\u00f6gel verlassen dieses im Juni am mitten durch Deutschland verlaufenden 50. <a class=\"mw-redirect\" title=\"Breitengrad\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitengrad\">Breitengrad<\/a> durchschnittlich 15&nbsp;Minuten vor Sonnenaufgang; am 60. Breitengrad, der durch S\u00fcd<a title=\"Finnland\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">finnland<\/a> verl\u00e4uft, hingegen eine Stunde vor Sonnenaufgang aufgrund der l\u00e4ngeren <a title=\"D\u00e4mmerung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4mmerung\">D\u00e4mmerung<\/a>. Bei Bew\u00f6lkung, st\u00e4rkerem Wind und niedriger Temperatur begeben sich die V\u00f6gel oft wesentlich sp\u00e4ter und erst bei weit gr\u00f6\u00dferer Helligkeit in die Luft, bei sehr schlechter Witterung unternehmen sie keine oder nur unregelm\u00e4\u00dfige, sporadische Ausfl\u00fcge. Das Aktivit\u00e4tsende ist hingegen weit weniger vom Wetter beeinflusst und liegt beispielsweise am 50. Breitengrad im Juni bei klarem Wetter ungef\u00e4hr bei einer halben Stunde nach Sonnenuntergang. Zur besseren Ausnutzung des Tageslichts erfolgen Nahrungsfl\u00fcge auch \u00fcber Anh\u00f6hen, w\u00e4hrend die in den T\u00e4lern liegenden Brutpl\u00e4tze noch oder schon im Dunkeln liegen.<\/p>\n<h3><span id=\".C3.9Cbernachtung_in_der_Luft\" class=\"mw-headline\">\u00dcbernachtung in der Luft<\/span><\/h3>\n<p>Bereits im 18. Jahrhundert war von <a title=\"Lazzaro Spallanzani\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lazzaro_Spallanzani\">Lazzaro Spallanzani<\/a> vermutet worden, dass Mauersegler in der Luft n\u00e4chtigen, da er oft abends beobachten konnte, wie sie sich immer h\u00f6her schraubten. Zun\u00e4chst durch Verfolgung mit Sportflugzeugen, sp\u00e4ter mit <a title=\"Radar\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radar\">Radar<\/a>ortungen wurde dieser Verdacht best\u00e4tigt, und mittlerweile ist unumstritten, dass Mauersegler, insbesondere die nicht br\u00fctenden V\u00f6gel, h\u00e4ufig fliegend \u00fcbernachten. Der Mauersegler ist derzeit die einzige <a title=\"Segler (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segler_%28V%C3%B6gel%29\">Segler<\/a>art, von der sicher bekannt ist, dass sie die Nacht auf diese Weise verbringt. F\u00fcr andere Arten dieser Familie h\u00e4lt man dies jedoch ebenfalls f\u00fcr wahrscheinlich. Manche wurden auch beim abendlichen Aufstiegskreisen beobachtet.<\/p>\n<p>Vorwiegend bei sch\u00f6nem Wetter erfolgt das abendliche, gesellige Aufsteigen unter Ausnutzung von Aufwinden \u00fcber den w\u00e4rmeren Luftschichten. Die Nacht verbringen die Segler in H\u00f6hen zwischen 400 und 3.600&nbsp;Metern, einzeln oder in Schw\u00e4rmen und sind meist stumm. Dabei schlagen sie gelegentlich mit den Fl\u00fcgeln, allerdings in langsamerer Frequenz als tags\u00fcber. Offenbar versuchen die V\u00f6gel m\u00f6glichst station\u00e4r zu bleiben und fliegen vergleichsweise langsam gegen den Wind, so dass sie bei st\u00e4rkeren Winden sogar r\u00fcckw\u00e4rtig abgetrieben werden und morgens zur\u00fcckfliegen m\u00fcssen, um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Unklar ist, wie sich Mauersegler nachts erholen, da die Miniaturisierung der zur diesbez\u00fcglichen Forschung erforderlichen <a title=\"Telemetrie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Telemetrie\">Telemetrie<\/a>ausr\u00fcstung noch nicht ausreichend ist, um sie f\u00fcr V\u00f6gel dieser Gr\u00f6\u00dfe zu verwenden. Man vermutet einen Halbschlaf \u00e4hnlich dem bei <a title=\"Wale\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wale\">Walen<\/a> oder <a title=\"Delfine\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Delfine\">Delfinen<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber die <a title=\"Evolution\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evolution\">evolution\u00e4ren<\/a> Vorteile des N\u00e4chtigens in der Luft wird viel spekuliert und diskutiert. Selbst f\u00fcr einen so gut an das Leben in der Luft angepassten Vogel stellt die \u00dcbernachtung im Flug einen betr\u00e4chtlichen energetischen Mehraufwand gegen\u00fcber der N\u00e4chtigung am Boden dar. Sicher ist, dass die V\u00f6gel nicht zur n\u00e4chtlichen Insektenjagd in der Luft verbleiben, da sie hierf\u00fcr nicht ausreichend sehen k\u00f6nnen. Ein Erkl\u00e4rungsversuch unterstellt als Ausgangspunkt einen Mangel an geeigneten Schlafgelegenheiten, insbesondere im afrikanischen Winterquartier, wo geeignete Nist- und Schlafpl\u00e4tze bereits durch 20 andere dort br\u00fctende einheimische Seglerarten beansprucht werden. Dieser Theorie zufolge hat der Mauersegler im \u00fcbertragenen Sinn aus der Not eine Tugend gemacht, denn mit dem Verzicht auf eine bodengebundene Schlafm\u00f6glichkeit ist es ihm m\u00f6glich, dem sich verlagernden gr\u00f6\u00dften Nahrungsangebot in der <a title=\"Innertropische Konvergenzzone\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innertropische_Konvergenzzone\">innertropischen Konvergenzzone<\/a> (siehe auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauersegler#Wanderungen\">Wanderungen<\/a>) konsequent zu folgen.<\/p>\n<h3><span id=\"H.C3.B6henfl.C3.BCge_zur_Wetterbeobachtung\" class=\"mw-headline\">H\u00f6henfl\u00fcge zur Wetterbeobachtung<\/span><\/h3>\n<p>Mauersegler steigen im Laufe der Abend<a title=\"D\u00e4mmerung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4mmerung\">d\u00e4mmerung<\/a> innerhalb einer halben Stunde um 2000 bis 3000 m auf. Der Aufstieg geschieht erneut bei Tagesanbruch. In der Morgend\u00e4mmerung n\u00e4hern die V\u00f6gel sich dann wieder der Erdoberfl\u00e4che. Mithilfe eines C-Band Doppler <a title=\"Wetterradar\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wetterradar\">Wetterradars<\/a> konnten die charakteristischen Flugmuster der V\u00f6gel von Forschern nachverfolgt werden. Entgegen urspr\u00fcnglicher Annahmen scheinen die Aufstiege nicht in erster Linie dem Ziel zu dienen, die Nachtstunden in atmosph\u00e4rischen Zonen mit geringer Windgeschwindigkeit zu verbringen. Es wird vermutet, dass die H\u00f6henfl\u00fcge der Sammlung von Informationen \u00fcber die Wetterentwicklung dienen. W\u00e4hrend der D\u00e4mmerung ist es den V\u00f6geln m\u00f6glich, zugleich die Gestalt der Erdoberfl\u00e4che, <a title=\"Polarisation\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polarisation\">Polarisationsmuster<\/a> des Tageslichts, das <a title=\"Erdmagnetfeld\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdmagnetfeld\">Magnetfeld<\/a> der Erde und die Position der Sterne zu erfassen.<\/p>\n<h3><span id=\"Sozialverhalten\" class=\"mw-headline\">Sozialverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Mauersegler sind das ganze Jahr \u00fcber gesellig und leben zur Brutzeit im Regelfall in Kolonien, in denen viele Aktivit\u00e4ten synchron sind. Besonders auffallend sind die nur bei gutem Wetter vorwiegend abends zu sehenden sozialen Flugspiele, die sogenannten \u201eScreaming Parties\u201c, die von lauten Rufen begleitet sind. Dabei bilden die V\u00f6gel einen mehr oder weniger geschlossenen Schwarm, der zeitweilig in gro\u00dfer H\u00f6he kreist und wiederholt mit rasanter Geschwindigkeit dicht an den Nistpl\u00e4tzen vorbeifliegt. Daran beteiligen sich alle V\u00f6gel der Kolonie, auch die Brutv\u00f6gel und im Sp\u00e4tsommer die fl\u00fcggen Jungen. Bei diesen Flugspielen sind sehr komplexe Flugman\u00f6ver zu sehen. Teilweise erinnern diese an die Balzfl\u00fcge. Auf die \u201eScreaming Parties\u201c folgt oft unmittelbar das Aufsteigen zur N\u00e4chtigung in der Luft. Besonders intensiv sind die Flugspiele kurz vor dem Wegzug; m\u00f6glicherweise dienen sie der sozialen Synchronisation.<\/p>\n<h3><span id=\"Bewegung\" class=\"mw-headline\">Bewegung<\/span><\/h3>\n<p>Ein Aspekt der extremen Anpassung des Mauerseglers an den Luftraum (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauersegler#Flug\">Flug<\/a>) sind auch die kleinen F\u00fc\u00dfe, die f\u00fcr Bodenlandungen und die Fortbewegung am Boden nicht sonderlich geeignet sind. Am Boden steht er auf den Krallen und Fersengelenken; mit leicht gesenktem Kopf und weit ausholender Bewegung der etwas gespreizten F\u00fc\u00dfe vermag der Mauersegler <a class=\"mw-redirect\" title=\"Eidechsen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eidechsen\">eidechsenartig<\/a> zu laufen, was einen recht unbeholfenen Eindruck macht. Mittels der vier nach vorn gerichteten Krallen verm\u00f6gen erwachsene V\u00f6gel ausgezeichnet zu klettern. An Zweigen oder Stangen k\u00f6nnen Mauersegler h\u00e4ngen, nicht aber darauf sitzen.<\/p>\n<p>Auch wenn Mauersegler nicht ohne Not auf flachem Boden landen, k\u00f6nnen gesunde Tiere entgegen anders lautenden Behauptungen m\u00fchelos vom Boden starten, sofern eine ausreichende freie Strecke f\u00fcr den Start vorhanden ist. Mit den F\u00fc\u00dfen kann sich der Vogel dabei 30 bis 50 Zentimeter vom Boden hochkatapultieren oder sich nach einem Sprunglauf von 3 bis 5 Schritten in die Luft erheben. Obwohl die Spitzen der Handschwingen bei einem solchen Start den Boden ber\u00fchren, st\u00f6\u00dft sich der Mauersegler nie mit den Fl\u00fcgeln vom Untergrund ab. Insbesondere geschw\u00e4chte Tiere klettern auch W\u00e4nde und B\u00e4ume empor, um sich von dort in den Luftraum fallen lassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><span id=\"Komfortverhalten\" class=\"mw-headline\">Komfortverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Zur Gefiederpflege werden Brust und Schultern sowie die Fl\u00fcgeldecken bis zur Handmitte im Flug mit dem Schnabel bearbeitet, n\u00f6tigenfalls wird der betreffende Fl\u00fcgel kurz angelegt. Das Reinigen der mit dem Schnabel nicht erreichbaren Gefiederteile und das Ordnen der Schwungfedern geschieht durch rasches, alternierendes Vor- und Zur\u00fcckziehen der Schwingen entlang der Flanken. Auch der sogenannte \u201eFlattersturz\u201c, bei dem der Vogel mit den Fl\u00fcgeln schlagend abw\u00e4rts wirbelt, ist offenbar eine Reaktion auf st\u00f6rende Reize im Gefieder. Wahrscheinlich dient es auch dem Absch\u00fctteln von <a title=\"Lausfliegen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lausfliegen\">Lausfliegen<\/a>. In der H\u00f6hle sitzende Tiere verbringen die meiste Zeit mit Putzhandlungen. Dank der enormen Drehbarkeit des Kopfs werden s\u00e4mtliche K\u00f6rperzonen erreicht. Wirklich alle Gefiederteile erreichen Mauersegler aber nur h\u00e4ngend.<\/p>\n<h3><span id=\"Aggressions-_und_Feindverhalten\" class=\"mw-headline\">Aggressions- und Feindverhalten<\/span><\/h3>\n<p>Gegen\u00fcber unbekannten Artgenossen verhalten sich Mauersegler in der Bruth\u00f6hle sehr aggressiv. Der H\u00f6hlenbesitzer bewegt sich drohend mit gestreckten und angehobenen Fl\u00fcgeln auf den Eindringling zu und stellt zudem durch Anheben des zugewandten Fl\u00fcgels und Seitw\u00e4rtskippen des K\u00f6rpers seine F\u00fc\u00dfe als \u201eWaffen\u201c zur Schau. Reagiert der eindringende Vogel mit dem gleichen Verhalten, k\u00e4mpfen die V\u00f6gel ineinander verkrallt mit Fl\u00fcgelschl\u00e4gen und Schnabelhieben. Solche heftigen von lauten Rufen begleiteten Auseinandersetzungen dauern inklusive gelegentlicher Unterbrechungen h\u00e4ufig \u00fcber 20&nbsp;Minuten, manchmal sogar 2 bis 5&nbsp;Stunden. Die Auseinandersetzungen mit artfremden Nistplatzkonkurrenten wie <a title=\"Star (Art)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">Star<\/a> oder <a title=\"Haussperling\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperling<\/a> \u00e4hneln intraspezifischen Auseinandersetzungen, nur wird der Gegner in diesem Fall nicht selten verletzt oder get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Bei Erscheinen eines <a title=\"Baumfalke\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baumfalke\">Baumfalken<\/a> und anderer gr\u00f6\u00dferer <a title=\"Greifv\u00f6gel\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifv%C3%B6gel\">Greifv\u00f6gel<\/a> bilden Mauersegler einen Schwarm, oft auch gemeinsam mit <a title=\"Schwalben\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwalben\">Schwalben<\/a>. Sie kreisen dann gemeinschaftlich \u00fcber und hinter dem Angreifer und schrauben sich wie dieser in die H\u00f6he. Gelegentlich erfolgen vermutlich auch Scheinangriffe. Entfernt sich der Feind, wird er noch eine Weile verfolgt. Unter normalen Bedingungen gelingt es Greifv\u00f6geln wohl nur in Ausnahmef\u00e4llen, einen Mauersegler aus dem Schwarm zu erbeuten.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>Obwohl der Mauersegler derzeit nicht in seinem Bestand bedroht ist, wurde die Art im Jahr 2003 in Deutschland und \u00d6sterreich zum <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Deutschland%29\">Vogel des Jahres<\/a> gew\u00e4hlt, in der <a title=\"Vogel des Jahres (Schweiz)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Schweiz%29\">Schweiz<\/a> war er dies im Jahr 2005. Der Mauersegler sollte dabei als Sympathietr\u00e4ger auf die Probleme seines Lebensraums aufmerksam machen, stellvertretend auch f\u00fcr andere geb\u00e4udebr\u00fctende Arten.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Bestand wird auf 4,0 bis 4,9 Millionen V\u00f6gel gesch\u00e4tzt, die weltweite Population soll aus ungef\u00e4hr 25 Millionen Individuen bestehen. Bei diesen Bestandszahlen handelt es sich aber nur um grobe Sch\u00e4tzwerte, da diese in den einzelnen Gebieten meist aus der maximalen Zahl fliegender Individuen abgeleitet werden und verl\u00e4ssliche Angaben f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Gebiete kaum vorliegen. Dies zeigt sich auch daran, dass die von <a title=\"BirdLife International\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BirdLife_International\">BirdLife International<\/a> ver\u00f6ffentlichten Zahlen f\u00fcr den europ\u00e4ischen Bestand mehr als dreimal so hoch sind wie die oben genannten, die 1997 von Boano und Delov ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>Obwohl hierzu keine genauen Zahlen vorliegen, ist von einer Zunahme der Populationen im 20. Jahrhundert auszugehen, weil der Mauersegler von der Urbanisierung und den zu jener Zeit vorherrschenden Baustilen profitiert hat. Heutige Geb\u00e4ude und modernisierte Fassaden bieten jedoch weit weniger als Brutpl\u00e4tze geeignete Nischen als \u00e4ltere Geb\u00e4ude, m\u00f6glicherweise wirkt sich die Brutorttreue des Mauerseglers hier noch zus\u00e4tzlich nachteilig aus, denn aus dem Winterquartier zur\u00fcckkehrende Segler stehen nach einer Modernisierung oft \u201evor verschlossener T\u00fcr\u201c. In den letzten Jahren scheint sich so trotz der f\u00fcr den Mauersegler eigentlich g\u00fcnstigen klimatischen Entwicklung in Mitteleuropa ein leichter Bestandsr\u00fcckgang abzuzeichnen. Ein weiterer beobachteter Effekt ist das Verschwinden aus den Zentren von Gro\u00dfst\u00e4dten wie <a title=\"London\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/London\">London<\/a>. Hier geht man davon aus, dass nicht die Verunreinigung der Luft urs\u00e4chlich ist, sondern die zunehmende Entfernung zu den Freifl\u00e4chen und Gew\u00e4ssern des Umlands.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Von den weltweit \u00fcber 90 <a title=\"Segler (V\u00f6gel)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Segler_%28V%C3%B6gel%29\">Segler<\/a>arten ist der Mauersegler die einzige, die in Mitteleuropa eine ausgedehnte Verbreitung aufweist. Die meisten anderen Seglerarten sind in den tropischen Regionen beheimatet.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Mauersegler werden zwei <a title=\"Unterart\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterarten<\/a> unterschieden: Neben der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> <em>Apus apus apus<\/em> ist dies <em>Apus apus pekinensis<\/em>. Letztere unterscheidet sich von der Nominatform vor allem durch ein br\u00e4unlicheres Gefieder; die Fl\u00fcgel und besonders die Armschwingen wirken zudem graubraun. Die Stirn ist br\u00e4unlichgrau und von der \u00fcbrigen Oberseite deutlich abgesetzt, das Wei\u00df der Kehle ist reiner und ausgedehnter. <em>A. a. pekinensis<\/em> besiedelt vom <a title=\"Iran\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a> ausgehend die \u00f6stlichen Teile des Verbreitungsgebiets, das Winterquartier liegt in der und um die <a title=\"Kalahari\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalahari\">Kalahari-W\u00fcste<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"Etymologie_und_Benennung\" class=\"mw-headline\">Etymologie und Benennung<\/span><\/h3>\n<p>Der Name \u201eMauersegler\u201c ist auf das Verhalten der V\u00f6gel zur\u00fcckzuf\u00fchren, entlang oder in der N\u00e4he von Mauern zu segeln. Das entsprechende <a title=\"Adjektiv\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adjektiv\">Adjektiv<\/a> zur englischen Bezeichnung \u201eswift\u201c bedeutet so viel wie \u201eflink\u201c oder \u201eeilig\u201c und passt sehr gut zur Flugweise der Segler.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Volksmund\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volksmund\">Volksmund<\/a> werden sie in Deutschland auch \u201eSpirschwalbe\u201c, im <a title=\"Mittelhochdeutsch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelhochdeutsch\">Mittelhochdeutschen<\/a> wie in der <a title=\"Schweiz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a>, im <a title=\"Elsass\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elsass\">Elsass<\/a> oder in <a title=\"Tirol\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tirol\">Tirol<\/a> auch \u201eSpire\u201c oder \u201eSpyr\u201c genannt. <a title=\"Etymologie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Etymologie\">Etymologen<\/a> sind sich uneinig dar\u00fcber, ob diese Bezeichnung die langen spitzen Fl\u00fcgel der V\u00f6gel oder die bevorzugt bewohnte Turmspitze meint. Wiederum andere deuten es lautmalerisch bezogen auf die charakteristischen lauten Rufe. Aus vielen weiteren regional \u00fcblichen Bezeichnungen wie \u201eTurmschwalbe\u201c, \u201eMauerschwalbe\u201c, \u201eKirchschwalbe\u201c oder \u201eQuieckschwalbe\u201c wird deutlich, dass man fr\u00fcher Mauersegler den Schwalben zurechnete. Im romanischen Sprachraum der Surselva steht die Aussichtsplattform <a title=\"Il spir\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Il_spir\">Il spir<\/a>, welche nach dem lokalen <a title=\"B\u00fcndnerromanisch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCndnerromanisch\">romanischen<\/a> Namen des Mauerseglers benannt ist. Im Engadin lehnt sich das Romanisch n\u00e4her ans Italienische an, weshalb der Name <em>Radurel Pitschen<\/em> n\u00e4her beim italienischen Namen liegt.<\/p>\n<p>In der <em><a title=\"Naturalis historia\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturalis_historia\">Naturalis historia<\/a><\/em> werden die Segler \u201e<em>Apoda<\/em>\u201c genannt. Diese und auch die durch <a title=\"Carl von Linn\u00e9\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_von_Linn%C3%A9\">Carl von Linn\u00e9<\/a> f\u00fcr die Gattung und Art eingef\u00fchrte <a title=\"Nomenklatur (Biologie)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nomenklatur_%28Biologie%29\">wissenschaftliche Bezeichnung<\/a> \u201e<em>Apus<\/em>\u201c leitet sich aus dem Griechischen her: \u03ac\u03c0\u03bf\u03c5\u03c2, <em>\u00e1pus<\/em> bedeutet \u201eohne F\u00fc\u00dfe\u201c \u2013 tats\u00e4chlich sind die Beine sehr kurz und w\u00e4hrend des Fluges tief im Gefieder verborgen und nicht zu sehen.<\/p>\n<h3><span id=\"Legenden\" class=\"mw-headline\">Legenden<\/span><\/h3>\n<p>Obwohl Mauersegler in St\u00e4dten und kleinen Ortschaften schon lange Zeit zu Hause sind, haben sie keine besondere Aufmerksamkeit seitens der Bev\u00f6lkerung erhalten; es gibt vergleichsweise wenige Hinweise auf <a title=\"Mythologie\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mythologie\">mythologische<\/a> Eigenschaften dieser V\u00f6gel. In einigen Gegenden Englands standen die Mauersegler im Ruf, \u201eTeufelsv\u00f6gel\u201c zu sein (\u201edevil birds\u201c oder \u201escreech devils\u201c). Ihr pl\u00f6tzliches Auftreten zu Beginn des Sommers, zusammen mit dem schwarzen Gefieder und dem lauten Geschrei, war den Menschen unheimlich. Im Gegensatz dazu bewerteten die <a title=\"Tirol\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tirol\">Tiroler<\/a> die Mauersegler positiv, denn dort galten sie als Gl\u00fccksbringer und schl\u00fcpften in die Rolle, die in Deutschland Rauch- und Mehlschwalben zugedacht war. Von <a title=\"Plinius der \u00c4ltere\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Plinius_der_%C3%84ltere\">Plinius<\/a> ist auch eine Nutzanwendung aus der <a title=\"Volksmedizin\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volksmedizin\">Volksmedizin<\/a> \u00fcberliefert, und zwar sollte <a title=\"Schmerz\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmerz#Bauchschmerzen\">Bauchgrimmen<\/a> mit in Wein eingelegten Mauerseglern therapiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Mauersegler (Apus apus) ist eine Vogelart aus der Familie der Segler. Er \u00e4hnelt den Schwalben, ist aber mit diesen nicht n\u00e4her verwandt; die \u00c4hnlichkeiten beruhen auf konvergenter Evolution. Der Mauersegler ist ein Langstreckenzieher. Er h\u00e4lt sich haupts\u00e4chlich von Anfang Mai bis Anfang August zur Brutzeit in Mitteleuropa auf. 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