{"id":4209,"date":"2015-04-06T04:11:37","date_gmt":"2015-04-06T02:11:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/triel-burhinus-oedicnemus\/"},"modified":"2015-04-06T04:16:26","modified_gmt":"2015-04-06T02:16:26","slug":"triel-burhinus-oedicnemus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/triel-burhinus-oedicnemus\/","title":{"rendered":"Triel (Burhinus oedicnemus)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Triel<\/strong> (<em>Burhinus oedicnemus<\/em>) ist eine der neun Arten der Gattung <em>Burhinus<\/em>, die als einzige die Familie der <a title=\"Triele\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triele\">Triele<\/a> (Burhinidae) innerhalb der Ordnung der <a title=\"Regenpfeiferartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenpfeiferartige\">Regenpfeiferartigen<\/a> (Charadriiformes) bildet. Nach neuerer, noch nicht allgemeing\u00fcltiger Ansicht, werden zwei Arten von der Gattung <em>Burhinus<\/em> abgetrennt und in eine eigene Gattung <em>Esacus<\/em> gestellt. (siehe <a title=\"Triele\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triele\">Triele<\/a>).<\/p>\n<p>Die etwa sechs Unterarten sind von Westeuropa und Nordafrika \u00fcber den Nahen Osten, das s\u00fcdliche Mittelasien bis nach Hinterindien verbreitet. Au\u00dfer der Nominatform br\u00fcten in Europa noch zwei Inselrassen auf den <a title=\"Kanarische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanarische_Inseln\">Kanaren<\/a> sowie die etwas hellere und kleinere Unterart <em>saharae<\/em> in S\u00fcdspanien, den <a title=\"Balearische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balearische_Inseln\">Balearen<\/a>, einigen Mittelmeerinseln sowie in Griechenland. In Mitteleuropa ist er ein \u00e4u\u00dferst seltener und in einigen Staaten vom Aussterben bedrohter Brutvogel.<\/p>\n<p>Der Triel ist ein kompakter, hochbeiniger etwas \u00fcber <a title=\"Tauben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">taubengro\u00dfer<\/a> Vogel. Die Grundf\u00e4rbung des Gefieders ist sandfarben mit einer dunklen, besonders auf Hals und Brust auff\u00e4lligen Strichelung. Die Unterseite des Vogels ist hell, zuweilen fast wei\u00df. Der Kopf ist gro\u00df, ebenso die Augen mit auffallend gelber Iris. Der gelbe, massive Schnabel endet in einer schwarzen Spitze. Auffallend sind auch die kr\u00e4ftigen gelblichen Beine mit deutlich verdickten Fersengelenken, die der Art den englischen Namen <em>Thick-knee<\/em> eingetragen haben. Die Geschlechter unterscheiden sich weder in der Gr\u00f6\u00dfe noch in der Gefiederf\u00e4rbung. Auch das Jugendgefieder gleicht dem ausgef\u00e4rbter V\u00f6gel sehr. Ebenso besteht kein Unterschied zwischen Ruhe- und Brutkleid. Im Flug wirkt die Art von unten sehr hell, sieht man sie von oben, fallen die schwarzen Handschwingen mit einzelnen wei\u00dfen Einschl\u00fcssen auf. Die Nominatform ist von allen Unterarten die gr\u00f6\u00dfte und die am dunkelsten gef\u00e4rbte.<\/p>\n<p>Insgesamt ist die Art gut bestimmbar und kaum zu verwechseln.<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>Der Gesang ist der auff\u00e4lligste Hinweis f\u00fcr die Anwesenheit der Art. Der Reviergesang ert\u00f6nt meist in den Abendstunden (oder auch nachts ) und kann \u2013 mit kurzen Unterbrechungen \u2013 die ganze Nacht \u00fcber andauern. Die gr\u00f6\u00dfte Gesangsintensit\u00e4t wird meist erst in den fr\u00fchen Morgenstunden erreicht. Er ist ein melodisches, etwas wehm\u00fctiges relativ hohes, nicht ganz reines Fl\u00f6ten, das sich etwa mit <em>kr\u00fc\u00fceeeii<\/em> oder <em>tri\u00fc\u00fciii<\/em> transkribieren l\u00e4sst. Er wird sowohl auf dem Boden als auch im Fluge vorgetragen. Der Ruf ist fast einen Kilometer weit zu h\u00f6ren und erinnert entfernt an Rufe des <a title=\"Gro\u00dfer Brachvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Brachvogel\">Gro\u00dfen Brachvogels<\/a>. Oft rufen mehrere M\u00e4nnchen gleichzeitig. Als weitere Rufe sind melodische, regenpfeifer\u00e4hnliche Pfiffe zu h\u00f6ren. Bei Bedrohung, die ein unbemerktes Entkommen nicht mehr erlaubt, schlagen Altv\u00f6gel mit den Fl\u00fcgeln auf den Boden.<\/p>\n<h3><span id=\"Stimmbeispiele\" class=\"mw-headline\">Stimmbeispiele<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><a class=\"external free\" href=\"http:\/\/www.scricciolo.com\/eurosongs\/Burhinus.oedicnemus.wav\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.scricciolo.com\/eurosongs\/Burhinus.oedicnemus.wav<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Lebensraum_und_Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Lebensraum und Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 322px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Burhinus_oedicnemus_distr.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/97\/Burhinus_oedicnemus_distr.png\/320px-Burhinus_oedicnemus_distr.png\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"193\" data-file-width=\"1332\" data-file-height=\"803\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 322px;\">\n<div class=\"thumbcaption\"><strong>Orange<\/strong>: Vorwiegend Sommervogel mit \u00dcberwinterungsgebieten in den blauen, teilweise aber auch in den gr\u00fcnen Zonen.<strong>Gr\u00fcn:<\/strong> Vorwiegend Jahresvogel. <strong>Blau:<\/strong> \u00dcberwinterungsgebiete<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Triel ist ein Bewohner trockener, steiniger Gebiete mit nur geringer oder sehr niedriger Vegetation. In Europa sind das vor allem Brachland, K\u00fcstend\u00fcnen, sandige, sehr lichte W\u00e4lder, Trockenrasengebiete sowie Kies- und Schotterb\u00e4nke an Flussufern. Im zunehmenden Ma\u00dfe weicht die Art auf <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sekund\u00e4rlebensraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rlebensraum\">Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume<\/a> wie <a title=\"Truppen\u00fcbungsplatz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Truppen%C3%BCbungsplatz\">Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze<\/a>, <a title=\"Schotter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schotter\">Schottergruben<\/a> oder aufgelassene <a title=\"Tagebau\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tagebau\">Tagebaugebiete<\/a> aus. Gelegentlich werden auch landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen besiedelt.<\/p>\n<p>Die Nominatform br\u00fctet von Westfrankreich und S\u00fcdengland in einem breiten G\u00fcrtel s\u00fcdostw\u00e4rts bis ins Schwarzmeergebiet und Anatolien, s\u00fcdwestw\u00e4rts bis Spanien, s\u00fcdw\u00e4rts bis Sizilien, Kreta und Zypern. Der Gro\u00dfteil Deutschlands, Skandinaviens einschlie\u00dflich D\u00e4nemarks sowie das <a title=\"Baltikum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltikum\">Baltikum<\/a> wurden nicht besiedelt. In Zentraleuropa war die Art immer selten und ist heute nur mehr in ganz wenigen Restvorkommen vorhanden. In Deutschland wird der Triel zurzeit nicht mehr zu den regelm\u00e4\u00dfigen Brutv\u00f6geln gez\u00e4hlt, in \u00d6sterreich bestehen ganz kleine Restvorkommen. \u00dcber die Best\u00e4nde der weiteren Unterarten sind keine genauen Zahlen bekannt.<\/p>\n<p>Ihre Verbreitungsgebiete:<\/p>\n<ul>\n<li><em>distinctus<\/em>: Westliche Kanarische Inseln<\/li>\n<li><em>insularum<\/em>: \u00d6stliche Kanarische Inseln. Beide Rassen sind heller und weniger kontrastreich gef\u00e4rbt; sie sind deutlich kleiner als die Nominatform.<\/li>\n<li><em>saharae<\/em>: Die kleinste aller Unterarten lebt in S\u00fcdgriechenland, auf vielen Mittelmeerinseln, in Nordafrika, Kleinasien, dem <a title=\"Naher Osten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naher_Osten\">Nahen Osten<\/a> sowie im s\u00fcdlichen <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und Iran.<\/li>\n<li><em>harteri<\/em>: Die Brutgebiete dieser hellen, in der Gr\u00f6\u00dfe etwa der Nominatform entsprechenden Unterart beginnen im s\u00fcdlichen <a title=\"Wolga\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolga\">Wolgagebiet<\/a> und ziehen sich aufgelockert \u00fcber die <a title=\"Kaspisches Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspisches_Meer\">Kaspis<\/a>, die westlichen <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">zentralasiatischen Staaten<\/a>, einschlie\u00dflich <a title=\"Afghanistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afghanistan\">Afghanistans<\/a>, den <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a>, <a title=\"Pakistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pakistan\">Pakistan<\/a> bis ins \u00e4u\u00dferste Nordindien fort.<\/li>\n<li><em>indicus<\/em>: Diese ebenfalls kleine Rasse bewohnt geeignete Habitate in Indien und <a title=\"Sri Lanka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a>. Weiter im Osten sind die Vorkommen stark aufgesplittert und reichen etwa bis Korea und Vietnam.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Der Triel ist sowohl <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standvogel<\/a>, <a title=\"Teilzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teilzieher\">Teilzieher<\/a> als auch <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Art und Auspr\u00e4gung des Zugverhaltens h\u00e4ngen von der Unterart sowie deren Brutstandort ab. Die kanarischen Inselrassen, <em>indicus<\/em> sowie die meisten Populationen von <em>saharae<\/em> sind Standv\u00f6gel oder Kurzstreckenzieher. Einige vagabundieren au\u00dferhalb der Brutzeit. Die meisten Populationen der Unterart <em>harteri<\/em> ziehen in S\u00fcd- und S\u00fcdwestrichtung ab und \u00fcberwintern am Rande von Oasengebieten sowie in Trockensteppen auf der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a> bzw. in Ostafrika, insbesondere <a title=\"Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sudan\">S\u00fcdsudan<\/a>, <a title=\"Eritrea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eritrea\">Eritrea<\/a>, <a title=\"Somalia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Somalia\">Somalia<\/a>.<br \/> Auch das Zugverhalten der Nominatform ist uneinheitlich. Fast alle kontinentaleurop\u00e4ischen Populationen sind Zugv\u00f6gel, einige haben ausgesprochene Langstreckenzugtraditionen. Viele englische Triele (insbesondere Jungv\u00f6gel aus Zweitbruten) versuchen dagegen im Brutgebiet zu \u00fcberwintern. Die \u00dcberwinterungsgebiete der europ\u00e4ischen Zieher beginnen bereits im n\u00f6rdlichen Mittelmeergebiet sowie in S\u00fcdwestfrankreich. Vielfach wird der Zug jedoch fortgesetzt und kann bis in die (vor allem westafrikanische) Sahelzone f\u00fchren. Triele sind Breitfrontzieher, sie \u00fcberfliegen die Alpen und das Mittelmeer offenbar ohne Umgehungsstrategie. Die Transsaharazieher w\u00e4hlen Oasenrouten.<\/p>\n<p>Ab Mitte Juli verlassen die kontinentaleurop\u00e4ischen Triele ihr Brutareal und schlie\u00dfen sich zu Wandergesellschaften zusammen. Dieser erste Wegzug f\u00fchrt in geeignete Gebiete, in denen der Gefiederwechsel erfolgt. Danach (etwa ab Mitte September) l\u00f6sen sich diese <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauserverb\u00e4nde<\/a> schnell auf und der eigentliche Zug beginnt. Die s\u00fcdlichsten \u00dcberwinterungsgebiete werden bereits wieder gegen Ende Januar verlassen, die zentraleurop\u00e4ischen Brutgebiete werden aber nicht vor Mitte M\u00e4rz, meist aber erst in der zweiten oder dritten Aprildekade erreicht.<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p><em>Burhinus oedicnemus<\/em> ist d\u00e4mmerungs- bzw. nachtaktiv. Nur an sehr tr\u00fcben Tagen sowie w\u00e4hrend der Jungenaufzucht wurden auch l\u00e4nger andauernde Aktivit\u00e4tsphasen w\u00e4hrend des Tages festgestellt. Der Aktivit\u00e4tsbeginn wird auch au\u00dferhalb der Brutzeit meist mit Rufen eingeleitet, deren gr\u00f6\u00dfte Intensit\u00e4t jedoch erst kurz vor Anbruch der Morgend\u00e4mmerung erreicht wird. Den Tag verbringt die Art flach an den Boden gedr\u00fcckt in guter Deckung. W\u00e4hrend dieser Ruhezeit wird Nahrung nur dann aufgenommen, wenn sie \u00e4u\u00dferst leicht erreichbar ist. H\u00e4ufig stehen Triele l\u00e4ngere Zeit fast unbeweglich mit hoch erhobener K\u00f6rperhaltung. Auf Grund ihrer Tarnf\u00e4rbung sind sie auch in dieser Position schwer zu entdecken. Bei St\u00f6rungen fliegt der Triel nur selten auf, sondern versucht sich mit geducktem K\u00f6rper und vorgestrecktem Hals schleichend oder laufend aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. Auch vor ernsten Bedrohungen rennt er erstmals \u00e4u\u00dferst schnell und wendungsreich davon. Vor Flugfeinden nimmt er zuweilen eine hoch erhobene, fast an eine <a class=\"mw-disambig\" title=\"Dommel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dommel\">Dommel<\/a> erinnernde Pfahlstellung ein. Muss er auffliegen, kehrt er nie direkt zur Nistmulde zur\u00fcck, sondern landet entfernt; bei der R\u00fcckkehr zum Gelege wurden Ablenkungsverhaltensweisen wie Scheinpicken oder Scheinbr\u00fcten beobachtet.<br \/> Triele fliegen mit kr\u00e4ftigem und ausholendem Fl\u00fcgelschlag, meist in Bodenn\u00e4he und ohne besondere Flugman\u00f6ver.<\/p>\n<p>In Aggressionssituationen ist die K\u00f6rperhaltung hoch aufgerichtet, die Fl\u00fcgel sind ausgebreitet, wobei die Fl\u00fcgelinnenseite dem Gegner zugewendet wird. Meist faucht der Vogel mit leicht ge\u00f6ffnetem Schnabel. Zwischen Artgenossen kann es in der Balz- und Brutzeit zu K\u00e4mpfen kommen, bei denen die Kontrahenten mit ihren Schn\u00e4beln aufeinander losgehen. Auch Verfolgungsjagden wurden beobachtet.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung_und_Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrung und Nahrungserwerb<\/span><\/h2>\n<p>Die Nahrung des Triels ist fast ausschlie\u00dflich animalisch, nur in sehr geringem Ma\u00dfe werden auch S\u00e4mereien, Pflanzen und Pflanzenteile aufgenommen. Vorwiegend werden Insekten aller Art, landlebende <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mollusken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mollusken\">Mollusken<\/a>, W\u00fcrmer sowie Spinnen und Asseln erbeutet. Kleine Eidechsen und Schlangen geh\u00f6ren ebenso ins Beutespektrum wie Jungv\u00f6gel und Vogeleier sowie verschiedene kleine S\u00e4ugetiere. Die Beutetiere werden am Boden gesucht und sowohl optisch als auch akustisch geortet, vielfach nach der Entdeckung auch kurze Strecken laufend oder fliegend verfolgt. Steine werden umgedreht, wenn darunter Beute vermutet wird. Der Nahrungserwerb findet fast ausschlie\u00dflich in den D\u00e4mmerungsstunden und nachts statt, nur w\u00e4hrend der Brutzeit gelegentlich auch am Tage.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Balzzeit und der Zeit der Jungenaufzucht sind Triele territorial, doch werden Jungv\u00f6gel aus Erstbruten und m\u00f6glicherweise auch unverpaarte Artgenossen im Revier geduldet. <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bruthilfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bruthilfe\">Bruthilfe<\/a> wurde beobachtet. Der Triel f\u00fchrt wahrscheinlich eine monogame Saisonehe, doch bestehen Hinweise, dass die Paarbildung bereits im Winterquartier erfolgt und die Partner verpaart den Heimzug antreten. Fr\u00fchestens mit einem Jahr, meist aber erst nach dem zweiten Heimzug beginnen Triele zu br\u00fcten. W\u00e4hrend des Balzrituals dreht das M\u00e4nnchen mehrere Nistmulden und zeigt sie durch Schleudern von Steinchen und Scheinbr\u00fcten an. Die Auswahl f\u00fcr den endg\u00fcltigen Nistplatz trifft das Weibchen. Die Balzrituale sind recht vielf\u00e4ltig. Vor allem bestehen sie aus verschiedenen Sprungt\u00e4nzen und gegenseitigen Verbeugungen. Die Niststandorte liegen meist auf vegetationslosem oder zumindest vegetationsarmen Untergrund, oft etwas erh\u00f6ht und in der N\u00e4he von Geb\u00fcschen. Das Gelege besteht aus zwei (sehr selten drei) sand- beziehungsweise lehmfarbenen Eiern und wird von beiden Eltern bebr\u00fctet. Zweitbruten sind h\u00e4ufig, m\u00f6glicherweise sogar die Regel. Ebenso kommt es oft zu <a title=\"Schachtelbrut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schachtelbrut\">Brutverschachtelungen<\/a>, sodass Paare mit fast fl\u00fcggen und eben erst geschl\u00fcpften Jungen beobachtet wurden. Die Eltern verteidigen das Gelege energisch. Zu nahe kommende Weidetiere werden durch Zischen und Fauchen sowie durch Flugangriffe vertrieben; auch potentielle Nestr\u00e4uber, wie zum Beispiel <a title=\"Hermelin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermelin\">Hermeline<\/a>, k\u00f6nnen solcherart erfolgreich von ihrem Vorhaben abgebracht werden. Die Brutdauer liegt zwischen 25 und 27 Tagen; die Jungen sind in den ersten Stunden recht hilflos, k\u00f6nnen aber bald von den Eltern vom Nest weggelockt werden. In Gefahrensituationen dr\u00fccken sie sich mit vorgestrecktem Kopf flach auf den Boden und verharren regungslos, bis von den Altv\u00f6geln Entwarnung kommt. In einer solchen Situation k\u00f6nnen sie sogar aufgenommen werden, ohne dass eine Fluchtreaktion erfolgt. Sp\u00e4testens 40 Tage nach dem Schl\u00fcpfen sind die <a title=\"Nestfl\u00fcchter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestfl%C3%BCchter\">Nestfl\u00fcchter<\/a> flugf\u00e4hig. Etwa ebenso lange werden sie auch noch weiter von den Eltern betreut.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>In Mitteleuropa sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts die Trielbest\u00e4nde zusammengebrochen. Verantwortlich f\u00fcr diese Entwicklung war vor allem die Vernichtung geeigneter Bruthabitate etwa durch Flussregulierungen, Kultivierung ehemals brachliegender \u00d6dfl\u00e4chen oder durch Stra\u00dfenbau. Dazu kommen Biozideintrag, St\u00f6rungen in den verbliebenen Brutgebieten und im zunehmenden Ma\u00dfe eine starke Beeintr\u00e4chtigung der \u00dcberlebensm\u00f6glichkeiten in den \u00dcberwinterungsgebieten.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa gibt es nur mehr in Ungarn und im <a title=\"Elsass\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elsass\">Elsass<\/a> kleine, aber einigerma\u00dfen stabile Populationen. In den Niederlanden und in Polen gilt er als ausgestorben, in Deutschland und in Tschechien als vom <em>Aussterben bedroht<\/em>. In den zuletzt genannten Staaten d\u00fcrften jedoch, wie Brutzeitbeobachtungen nahelegen, kleine Restvorkommen der Art bestehen. In \u00d6sterreich h\u00e4lt sich eine sehr kleine Population im <a title=\"Marchfeld\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marchfeld\">Marchfeld<\/a> und im <a title=\"Steinfeld (Nieder\u00f6sterreich)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinfeld_%28Nieder%C3%B6sterreich%29\">Steinfeld<\/a>. Die Bestandszahlen liegen bei 15\u201320 Brutpaaren. Sie sind zurzeit (Stand 2004) stabil, beziehungsweise sogar leicht steigend. Die gr\u00f6\u00dften und stabilsten Best\u00e4nde der Art weisen Spanien und Frankreich mit zusammen etwa 50.000 Brutpaaren auf.<\/p>\n<p>Von der <a title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> wird die Art weltweit als ungef\u00e4hrdet (\u201eleast concern\u201c) eingestuft.<\/p>\n<h2><span id=\"Namensherleitung\" class=\"mw-headline\">Namensherleitung<\/span><\/h2>\n<p>Der deutsche Name ist vom Ruf der Art hergeleitet, ist also eine <a class=\"mw-redirect\" title=\"Onomatopoetisch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Onomatopoetisch\">onomatopoetische<\/a> Bezeichnung. F\u00fcr den wissenschaftlichen Gattungsnamen <em>Burhinus<\/em> sind Herleitungen von griech. <em>h\u0113 b\u016bs<\/em> und griech. <em>t\u00f2 rhin\u00f2n<\/em> also <em>Rinderhaut<\/em>, beziehungsweise griech. <em>h\u0113 b\u016bs<\/em> und griech.<em>h\u0113 rh\u00eds<\/em> denkbar. Die eine w\u00fcrde die F\u00e4rbung der Beine zu beschreiben versuchen, die andere \u2013 <em>Rindernase<\/em> \u2013 die Kopfform umschreiben. <em>oedicnemus<\/em> setzt sich aus dem Verb griech. <em>oid\u00e9\u014d<\/em> (schwellen) und dem griech. Substantiv <em>h\u0113 kn\u0113m\u0113<\/em> (Wade) zusammen, entspricht also in etwa dem englischen Namen <em>Thick-knee<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Triel (Burhinus oedicnemus) ist eine der neun Arten der Gattung Burhinus, die als einzige die Familie der Triele (Burhinidae) innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes) bildet. Nach neuerer, noch nicht allgemeing\u00fcltiger Ansicht, werden zwei Arten von der Gattung Burhinus abgetrennt und in eine eigene Gattung Esacus gestellt. (siehe Triele). 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