{"id":4184,"date":"2015-03-29T18:17:26","date_gmt":"2015-03-29T16:17:26","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/kolkrabe-corvus-corax\/"},"modified":"2015-03-29T19:21:36","modified_gmt":"2015-03-29T17:21:36","slug":"kolkrabe-corvus-corax","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/kolkrabe-corvus-corax\/","title":{"rendered":"Kolkrabe(Corvus corax)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Kolkrabe<\/strong> (<em>Corvus corax<\/em>) ist ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Singvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singvogel\">Singvogel<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6gel<\/a> (Corvidae). Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropas<\/a> <a title=\"Aussterben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aussterben\">ausgestorben<\/a>, haben sich danach durch nachlassende Verfolgung aber wieder ausgebreitet. Der wissenschaftliche Name <em>Corvus corax<\/em> setzt sich aus dem lateinischen <em>Corvus<\/em> und dem griechischen <em>Corax<\/em> zusammen, beides bedeutet \u201eRabe\u201c. <em>Kolk<\/em>, die erste Silbe seines seit dem 16. Jahrhundert bezeugten deutschen Namens, ist vermutlich lautmalerischen Ursprungs, ahmt also den Ruf des Vogels nach.<\/p>\n<p>Der Kolkrabe ist mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 54 bis 67&nbsp;cm und einer <a title=\"Fl\u00fcgelspannweite\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspannweite\">Fl\u00fcgelspannweite<\/a> von 115 bis 130&nbsp;cm gr\u00f6\u00dfer als ein <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussard<\/a> und der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Rabenvogel. Der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Unterschied zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen Tieren<\/a> ist bez\u00fcglich der Gr\u00f6\u00dfe gering, M\u00e4nnchen sind im Mittel etwas gr\u00f6\u00dfer und schwerer als Weibchen. <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">Adulte<\/a> M\u00e4nnchen aus Polen hatten eine <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von 388\u2013442&nbsp;mm, im Mittel 423,3&nbsp;mm und wogen 1080\u20131370&nbsp;g, im Mittel 1254&nbsp;g, Weibchen hatten eine Fl\u00fcgell\u00e4nge von 395\u2013433&nbsp;mm, im Mittel 413,8&nbsp;mm und wogen 1070\u20131235&nbsp;g, im Mittel 1147&nbsp;g. Der <a title=\"Schnabel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabel\">Schnabel<\/a> ist sehr gro\u00df und kr\u00e4ftig, der First des Oberschnabels ist deutlich nach unten gebogen.<\/p>\n<p>Bei adulten V\u00f6geln ist das <a class=\"mw-redirect\" title=\"Gefieder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefieder\">Gefieder<\/a> einfarbig schwarz und je nach Lichteinfall metallisch gr\u00fcn oder blauviolett gl\u00e4nzend. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist dunkelbraun, Beine und Schnabel sind schwarz. Die Federn an der Kehle sind verl\u00e4ngert und lanzettlich zugespitzt; vor allem wenn die V\u00f6gel rufen, stehen diese Federn deutlich ab. Der Schwanz ist am Ende deutlich keilf\u00f6rmig. Im Flug sind neben dem keilf\u00f6rmigen Schwanz die langen und im Handfl\u00fcgel deutlich verschm\u00e4lerten Fl\u00fcgel sowie der kr\u00e4ftige Hals mit dem gro\u00dfen Kopf und dem gro\u00dfen Schnabel kennzeichnend.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> fehlt dem Gefieder fast v\u00f6llig der Metallglanz, es ist oberseits braunschwarz, auf der Unterseite braun. Allenfalls die Kehle zeigt einen schwachen Metallglanz. Die Federn der Kehle sind nicht verl\u00e4ngert, der Schwanz ist am Ende weniger keilf\u00f6rmig, sondern eher gerundet. Die Iris ist blaugrau. Nach der ersten Mauser fehlen immer noch die verl\u00e4ngerten Kehlfedern, im Alter von drei Jahren zeigen die V\u00f6gel das Adultkleid.<\/p>\n<p>Eine <a title=\"Variet\u00e4t (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Variet%C3%A4t_%28Biologie%29\">Variet\u00e4t<\/a> mit Partien wei\u00dfen bzw. hellgrauen Gefieders (<a title=\"Wei\u00dfbunter Rabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fbunter_Rabe\">Wei\u00dfbunter Rabe<\/a>), die auf den <a title=\"F\u00e4r\u00f6er\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%A4r%C3%B6er\">F\u00e4r\u00f6ern<\/a> und auf <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> vorkam, ist nach r\u00fccksichtsloser Nachstellung durch Troph\u00e4enj\u00e4ger 1902 ausgestorben.<\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Der am h\u00e4ufigsten zu h\u00f6rende Ruf ist ein lautes und scharfes \u201ekraa\u201c, das bei Bedrohung ge\u00e4u\u00dfert wird; bei starker Bedrohung wird gereiht \u201ekraa, kraa, kraa, kraa\u201c oder \u201erak, rak, rak, rak\u201c gerufen. Beim paarweisen Gleit- oder Schlagflug \u00fcber weitere Strecken, aber auch bei mit der <a title=\"Balz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balz<\/a> in Verbindung stehenden Flugman\u00f6vern wie Luftrollen oder Wellenfl\u00fcgen wird h\u00e4ufig einzeln \u201eklong\u201c, \u201eraok\u201c oder \u201eoang\u201c gerufen. Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen Kolkraben \u00fcber eine gro\u00dfe Vielfalt von Laut\u00e4u\u00dferungen; ihr Repertoire umfasst \u201emehrsilbige, an Kolken, Grunzen, R\u00fclpsen, Knarren, Sirren bis zu hellen Xylophonkl\u00e4ngen erinnernde Laute\u201c, bei mitteleurop\u00e4ischen Raben wurden mindestens 34 verschiedene Ruftypen gefunden. Schlie\u00dflich imitieren Kolkraben auch gerne Ger\u00e4usche und Rufe anderer Tierarten, z.&nbsp;B. Rufe von <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Kr\u00e4hen<\/a>, den Balzgesang des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Auerhahn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Auerhahn\">Auerhahns<\/a>, <a title=\"Bellen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bellen\">Hundegebell<\/a> und vieles andere.<\/p>\n<p>Kolkraben k\u00f6nnen ihre Stimmlage je nach Art der Bekanntschaft mit einem Artgenossen ver\u00e4ndern: Auf fremde Artgenossen reagieren sie mit deutlich tieferer und rauerer Stimme als auf ihnen vertraute Raben, und ihnen aus fr\u00fcheren Begegnungen als \u201efreundlich\u201c bekannte Raben werden mit h\u00f6herer Stimme begr\u00fc\u00dft als ihnen als \u201eunfreundlich\u201c bekannte Individuen.<\/p>\n<p>Das riesige Verbreitungsgebiet der Art umfasst weite Teile der <a title=\"Holarktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktis\">Holarktis<\/a>. In der <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> reicht es von <a title=\"Irland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irland<\/a>, <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> und <a title=\"Portugal\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portugal\">Portugal<\/a> nach Osten bis <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a> an der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pazifikk\u00fcste\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pazifikk%C3%BCste\">Pazifikk\u00fcste<\/a>. In Nord-S\u00fcd-Richtung kommt der Kolkrabe im Westen von der Nordspitze <a title=\"Norwegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegens<\/a> bis in den <a title=\"Maghreb\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maghreb\">Maghreb<\/a> vor. In <a title=\"Westsibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westsibirien\">Westsibirien<\/a> wird die n\u00f6rdliche Verbreitungsgrenze bereits am <a title=\"Polarkreis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polarkreis\">Polarkreis<\/a> erreicht, weiter \u00f6stlich fehlt die Art im nordsibirischen Tiefland, auf der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Taimyr-Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taimyr-Halbinsel\">Taimyr-Halbinsel<\/a>, im <a title=\"Jana-Indigirka-Tiefland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jana-Indigirka-Tiefland\">Jana-Indigirka-Tiefland<\/a>, im Norden im <a title=\"Kolyma-Tiefland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolyma-Tiefland\">Kolyma-Tiefland<\/a> und im n\u00f6rdlichen <a title=\"Anjuigebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anjuigebirge\">Anjuigebirge<\/a>.<\/p>\n<p>Die s\u00fcdliche Verbreitungsgrenze verl\u00e4uft weiter nach Osten im Norden der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a>, im S\u00fcden von <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a> \u00fcber <a title=\"Indien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indien\">Nordindien<\/a> und dann nach Nordosten abbiegend durch Mittelchina bis zur <a title=\"Mandschurei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschurei\">Mandschurei<\/a>. In Asien fehlt die Art gro\u00dffl\u00e4chig in der <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">zentralasiatischen<\/a> <a title=\"Steppe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppenregion<\/a>.<\/p>\n<p>In der <a title=\"Nearktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nearktis\">Nearktis<\/a> sind die k\u00fcstennahen Regionen <a title=\"Gr\u00f6nland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%B6nland\">Gr\u00f6nlands<\/a> sowie <a title=\"Nordamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">Nordamerika<\/a> von <a title=\"Alaska\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaska<\/a> und dem n\u00f6rdlichsten <a title=\"Kanada\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanada\">Kanada<\/a> nach S\u00fcden bis <a title=\"Nicaragua\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicaragua\">Nicaragua<\/a> besiedelt. Die Art fehlt in weiten Teilen der mittleren und westlichen <a class=\"mw-redirect\" title=\"USA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/USA\">USA<\/a> sowie im westlichen <a title=\"Mexiko\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mexiko\">Mexiko<\/a> und <a title=\"Mittelamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelamerika\">Mittelamerika<\/a>.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Verbreitungsl\u00fccken in Mittel- und Westeuropa sowie im Osten der USA sind durch menschliche Verfolgung verursacht.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Unterarten wird seit langem kontrovers diskutiert, Glutz von Blotzheim und Bauer erkennen acht Unterarten an, die sich jedoch nur durch geringe F\u00e4rbungs- und Gr\u00f6\u00dfenunterschiede differenzieren lassen:<\/p>\n<ul>\n<li><em>C. corax corax<\/em>: Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> besiedelt Europa sowie West- und Mittelsibirien bis zum <a title=\"Baikalsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baikalsee\">Baikalsee<\/a>, nach S\u00fcden reicht die Verbreitung bis zu den Mittelmeerinseln, bis in den Norden des Iran, in den <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a> und beide <a title=\"Sajangebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sajangebirge\">Sajan<\/a>.<\/li>\n<li><em>C. c. varius<\/em>: <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"F\u00e4r\u00f6er-Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%A4r%C3%B6er-Inseln\">F\u00e4r\u00f6er-Inseln<\/a>; Gefieder verglichen mit der Nominatform nicht so stark gl\u00e4nzend, Unterseite mehr gr\u00fcnlich schwarz.<\/li>\n<li><em>C. c. kamtschaticus<\/em>: Ostsibirien und <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a>, nach S\u00fcden bis in den Norden der Mongolei und Nordjapan; Fl\u00fcgell\u00e4nge mit 400 bis 450&nbsp;mm, im Mittel 430&nbsp;mm etwas gr\u00f6\u00dfer als bei Nominatform.<\/li>\n<li><em>C. c. tibetanus<\/em>: <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tienschan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tienschan\">Tienschan<\/a> und <a title=\"Pamir (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pamir_%28Gebirge%29\">Pamir<\/a> bis Ostchina, nach S\u00fcden bis in den Himalaya; Gefieder insgesamt und besonders auf der Unterseite stark purpurblau gl\u00e4nzend, lanzettf\u00f6rmige Kehlfedern ausgepr\u00e4gt und lang, Fl\u00fcgell\u00e4nge mit 470\u2013490&nbsp;mm, im Mittel 479&nbsp;mm, noch gr\u00f6\u00dfer als bei <em>C. c. kamtschaticus<\/em>.<\/li>\n<li><em>C. c. tingitanus<\/em>: Nordafrika bis Marokko sowie <a title=\"Kanarische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanarische_Inseln\">Kanarische Inseln<\/a>; Gefiederglanz mehr \u00f6lig irisierend; Fl\u00fcgell\u00e4nge auf dem afrikanischen Festland mit 380\u2013420&nbsp;mm, im Mittel 401&nbsp;mm, und auf den Kanarischen Inseln mit 370\u2013405&nbsp;mm, im Mittel 388&nbsp;mm deutlich geringer als bei Nominatform.<\/li>\n<li><em>C. c. laurencei<\/em>: Arabische Halbinsel und Vorderasien von Syrien und Jordanien nach Osten bis in den Nordwesten Indiens und bis an den Fu\u00df des s\u00fcdlichen Himalaya; Gefieder mehr stahlblau, abgetragenes Gefieder im Nacken, auf dem Oberr\u00fccken und an der Kehle br\u00e4unlich, Fl\u00fcgell\u00e4nge mit 415\u2013474&nbsp;mm, im Mittel 445&nbsp;mm etwas gr\u00f6\u00dfer als bei Nominatform.<\/li>\n<li><em>C. c. sinuatus<\/em>: Westliches Nordamerika.<\/li>\n<li><em>C. c. principalis<\/em>: N\u00f6rdliches Nordamerika und <a title=\"Gr\u00f6nland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%B6nland\">Gr\u00f6nland<\/a>, Fl\u00fcgell\u00e4nge mit 440\u2013475&nbsp;mm, im Mittel 455&nbsp;mm etwas gr\u00f6\u00dfer als bei Nominatform.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach neueren molekulargenetischen Untersuchungen lassen sich innerhalb der Art zwei deutlich unterschiedliche Kladen unterscheiden: Eine Holarktische, deren <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwestertaxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwestertaxon\">Schwestertaxon<\/a> der <a title=\"Schildrabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schildrabe\">Schildrabe<\/a> ist, und eine weitere, die nur die Kolkraben im S\u00fcdwesten der USA umfasst und deren Schwestertaxon der <a title=\"Wei\u00dfhalsrabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fhalsrabe\">Wei\u00dfhalsrabe<\/a> (<em>C. cryptoleucus<\/em>) ist. Welche taxonomischen Konsequenzen sich daraus ergeben, m\u00fcssen weitere Untersuchungen zeigen.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Der Kolkrabe ist hinsichtlich der besiedelten Lebensr\u00e4ume sehr anpassungsf\u00e4hig und bewohnt Hochgebirge, W\u00e4lder sowie offene und halboffene Landschaften aller Art von der <a title=\"Tundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> im Norden \u00fcber die mitteleurop\u00e4ische Kultursteppe bis zu Halbw\u00fcsten im S\u00fcden des Verbreitungsgebietes. Mit abnehmender menschlicher Verfolgung werden zunehmend auch siedlungsnahe Bereiche bewohnt, so gab es in <a title=\"Berlin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin\">Berlin<\/a> Ende der 1990er Jahre bereits mindestens 15 Brutpaare.<\/p>\n<h2><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span><\/h2>\n<p>Wie viele Rabenv\u00f6gel ist auch der Kolkrabe <a title=\"Allesfresser\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allesfresser\">Allesfresser<\/a>, wobei tierische Anteile meist \u00fcberwiegen. Das Nahrungsspektrum umfasst kleine <a title=\"Wirbeltiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbeltiere\">Wirbeltiere<\/a> aller Art sowie deren Entwicklungsstadien (z.&nbsp;B. <a title=\"Vogelei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelei\">Vogeleier<\/a>), gr\u00f6\u00dfere <a class=\"mw-redirect\" title=\"Insekt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekt\">Insekten<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Regenwurm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenwurm\">Regenw\u00fcrmer<\/a> und weitere <a title=\"Wirbellose\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellose<\/a>, Aas jeder Gr\u00f6\u00dfe, Fr\u00fcchte, landwirtschaftliche Produkte wie Mais sowie menschliche Nahrungsabf\u00e4lle jeder Art.<\/p>\n<p>Die Strategien bei der Nahrungssuche sind bedingt durch das sehr breite Nahrungsspektrum und die gro\u00dfe Lernf\u00e4higkeit der Art enorm variabel. Die Nahrungssuche erfolgt \u00fcberwiegend in der offenen Landschaft, \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Entfernungen meist im Suchflug, aber je nach Gegebenheiten auch von einer Warte aus, oder, z.&nbsp;B. am Strand, auf frisch umgebrochenen \u00c4ckern oder auf M\u00fcllkippen, zu Fu\u00df. Bei der Fu\u00dfjagd werden potentielle Nahrungsteile mit dem Schnabel \u201ebeprobt\u201c, Erde oder Holzst\u00fccke werden zur Seite ger\u00e4umt, in lockere Erde werden auch schnabeltiefe L\u00f6cher gegraben. Kolkraben fliegen mit Schnecken und Muscheln auf und lassen sie auf harte Unterlagen fallen, um sie zu zerbrechen. Auf der Suche nach Aas reagieren Raben oft bei einer Jagd schon auf den ersten Schuss mit Ann\u00e4herung, ebenso reagieren sie auf das Geheul von W\u00f6lfen, um dort Teile der Beute zu erlangen.<\/p>\n<p>Bei St\u00f6rungen in <a title=\"Graureiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graureiher\">Graureiher<\/a>&#8211; oder <a title=\"Kormorane\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kormorane\">Kormorankolonien<\/a> nutzen Raben die Abwesenheit der Nestbesitzer, um ein Ei oder einen kleinen Jungvogel zu erbeuten. In an Felsklippen br\u00fctenden Seevogelkolonien agieren Raben noch aktiver als Nestr\u00e4uber, so werden bei Ausfall von Brutpaaren in <a title=\"Lummen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lummen\">Lummenkolonien<\/a> sofort die entstehenden L\u00fccken genutzt. Der Rabe landet dann in dieser L\u00fccke und bel\u00e4stigt einen der direkt benachbarten Brutv\u00f6gel solange, bis dieser aufsteht und den Raben attackiert. Der Rabe weicht dann zur\u00fcck; wenn die Lumme daraufhin wieder auf ihr Nest zur\u00fcckkehren will, packt der Rabe sie am Bein und zieht sie \u00fcber die Nestkante. Dabei st\u00fcrzen beide ab, der Rabe ist in der Luft jedoch viel agiler, f\u00e4ngt sich schneller und kann dann ein Ei oder K\u00fcken mit dem Schnabel greifen und wegfliegen. In \u00e4hnlicher Weise werden auch br\u00fctende <a title=\"Dreizehenm\u00f6we\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dreizehenm%C3%B6we\">Dreizehenm\u00f6wen<\/a> attackiert, hier werfen Kolkraben auch Grasb\u00fcschel auf die Brutv\u00f6gel, um diese vom Nest zu vertreiben.<\/p>\n<p>Kolkraben halten sich gerne in Nutztierherden auf. Hier werden neben dem Futter der Rinder auch <a title=\"Nachgeburt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachgeburt\">Nachgeburten<\/a> und Kadaver genutzt. Kolkraben sind nicht in der Lage, gesunde L\u00e4mmer oder K\u00e4lber zu t\u00f6ten. Geschw\u00e4chte, kranke und verlassene Jungtiere werden jedoch angepickt, nicht lebensf\u00e4hig geborene oder kranke L\u00e4mmer werden in Einzelf\u00e4llen auch get\u00f6tet. Auch der Kot von Rindern, insbesondere von K\u00e4lbern wird gern nach Fressbarem durchsucht. Rinder setzen nach l\u00e4ngerer Ruhe am Boden Kot ab, wenn sie aufstehen. Mehrfach wurden Raben beobachtet, die liegende K\u00e4lber solange in die Hinterbeine zwickten, bis diese aufstanden; der dann abgesetzte Kot wurde dann von den Raben gefressen. Zudem dienen Schafe und Rinder gelegentlich als Sitzwarten, um nach Insekten am Boden zu suchen.<\/p>\n<p>Bei Nahrungs\u00fcberangebot, z.&nbsp;B. an <a title=\"Luder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luder\">Luderpl\u00e4tzen<\/a>, vergraben Kolkraben Beutest\u00fccke und decken sie mit Grasb\u00fcscheln ab, um sie sp\u00e4ter zu nutzen. Dabei wird Nahrung nur versteckt, wenn keine Artgenossen zusehen, die das Depot leeren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wie auch andere Rabenv\u00f6gel spielen Kolkraben gerne. Typische Spiele, vor allem mit Artgenossen, sind Rodeln oder sich herunterrollen lassen im Schnee, auf Sandd\u00fcnen oder an sonstigen glatten Strukturen, Kopfunterh\u00e4ngen, Schaukeln, das gelegentlich bis zur <a title=\"Riesenfelge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Riesenfelge\">Riesenfelge<\/a> betrieben wird, Balancieren und Spiele mit Gegenst\u00e4nden.<\/p>\n<p>Der Eintritt der Geschlechtsreife bei M\u00e4nnchen ist bisher nicht bekannt, Weibchen sind im Alter von 3 Jahren geschlechtsreif, br\u00fcten aber meist erst im Alter von 4 Jahren. Kolkraben leben in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Monogam\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monogam\">monogamer<\/a> Dauerehe, revierbesitzende Paare sind ganzj\u00e4hrig in den Revieren anzutreffen. Die Partner erkennen sich an der Stimme. Die Balz erfolgt in Mitteleuropa \u00fcberwiegend im Sp\u00e4twinter. Sie besteht aus paarweisen Flugspielen \u00fcber dem Revier wie gemeinsamem Kreisen, halben Flugrollen und Wellenfl\u00fcgen, dabei wird oft gerufen. Zur Balz geh\u00f6ren weiterhin gegenseitige Gefiederpflege, Kraulen mit dem Schnabel und gegenseitiges F\u00fcttern.<\/p>\n<p>Das Nest wird je nach Angebot variabel auf B\u00e4umen, in Felsw\u00e4nden oder auf k\u00fcnstlichen Unterlagen errichtet, in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten z.B. zunehmend auf Hochspannungsmasten, vereinzelt auch an exponierten Geb\u00e4uden. In Norddeutschland werden die Nester \u00fcberwiegend auf <a title=\"Rotbuche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotbuche\">Rotbuchen<\/a> gebaut, in Ostdeutschland am h\u00e4ufigsten auf <a title=\"Waldkiefer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldkiefer\">Waldkiefern<\/a>. Beide Partner bauen; das meist runde Nest besteht aus recht groben, toten \u00c4sten; die Mulde wird mit Erdklumpen, Wolle, Fellfetzen, Haaren, Bindegarn und \u00e4hnlichem ausgelegt. Die Nester werden oft mehrfach genutzt, viele Paare haben ein oder mehrere Wechselnester.<\/p>\n<p>Die Eiablage erfolgt sehr fr\u00fch, die fr\u00fchesten Legebeginne fallen in Mitteleuropa auf Anfang bis Mitte Februar, die meisten Gelege werden hier Ende Februar und Anfang M\u00e4rz begonnen. Das Gelege besteht aus zwei bis sieben, \u00fcberwiegend drei bis sechs Eiern, die meist auf hellgr\u00fcnem Grund dicht gr\u00fcnlich grau bis olivbraun gefleckt sind. Die Eier sind in Relation zum K\u00f6rpergewicht des Kolkraben extrem klein, Eier aus Norddeutschland messen im Mittel 49,3&nbsp;mm&nbsp;\u00d7&nbsp;33,1&nbsp;mm und wiegen im Mittel 27,4&nbsp;g. Die Bebr\u00fctung beginnt in der Regel ab dem zweiten Ei, die Brutzeit betr\u00e4gt 19 bis 21&nbsp;Tage. Die Nestlinge schl\u00fcpfen nackt und blind und sind ausgesprochene Nesthocker; sie <a title=\"Bettelverhalten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bettelverhalten\">sperren<\/a> wie alle Singv\u00f6gel, um Nahrung zu bekommen. Der Rachen ist bei den Nestlingen karminrot, die Schnabelw\u00fclste sind gelb. Die Jungv\u00f6gel sind mit 27 bis 29 Tagen stehf\u00e4hig. Die Nestlingszeit betr\u00e4gt 40 bis 42 Tage, in Mitteleuropa fliegen die Jungv\u00f6gel fr\u00fchestens Mitte April, meist Anfang Mai aus.<\/p>\n<h2><span id=\"Alter\" class=\"mw-headline\">Alter<\/span><\/h2>\n<p>Angaben zum Durchschnittsalter wildlebender Kolkraben liegen nicht vor. Die \u00e4ltesten beringten freilebenden V\u00f6gel wurden 16 und 20 Jahre alt, in Gefangenschaft sind H\u00f6chstalter von 26 Jahren und 28 Jahren, bei den sogenannten <a title=\"Tower-Raben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tower-Raben\">Tower-Raben<\/a> sogar 44 Jahre nachgewiesen.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Kolkraben sind im gesamten Verbreitungsgebiet bis in den hohen Norden ausgesprochene <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Stand-<\/a> oder allenfalls <a title=\"Strichvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strichvogel\">Strichv\u00f6gel<\/a>. Jungv\u00f6gel schlie\u00dfen sich nach dem Verlassen des elterlichen Reviers zu Trupps zusammen und wandern auf der Suche nach g\u00fcnstigen Nahrungsquellen gro\u00dfr\u00e4umiger umher. Im Normalfall entfernen sich die V\u00f6gel dabei bis zu 200&nbsp;km vom Geburtsort, gr\u00f6\u00dfere Dispersaldistanzen wurden nur sehr selten nachgewiesen.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Der Kolkrabe wurde als angeblicher Sch\u00e4dling der Jagd und der Landwirtschaft \u00fcber Jahrhunderte r\u00fccksichtslos verfolgt und in Teilen Mittel- und Westeuropas sowie im Osten der USA ausgerottet. In Europa erreichte der Bestand um 1940 seinen Tiefpunkt und das Verbreitungsgebiet seine geringste Ausdehnung. Zu dieser Zeit gab es in Mitteleuropa nur noch im s\u00fcdlichen <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a> und in <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a>, im Osten Polens sowie im Alpenraum nennenswerte Best\u00e4nde; Einzelpaare gab es noch in den an Schleswig-Holstein grenzenden Teilen von <a title=\"Niedersachsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsen\">Niedersachsen<\/a> und <a title=\"Mecklenburg-Vorpommern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mecklenburg-Vorpommern\">Mecklenburg-Vorpommern<\/a>. Mit der Jagdruhe im Zweiten Weltkrieg und den Jahren danach setzte eine Bestandserholung ein, etwa ab 1960 begann die Art dann auch mit der Wiederbesiedlung der Teile Mitteleuropas, in denen sie ausgerottet worden war. Bestandszunahme und Wiederausbreitung halten im westlichen Mitteleuropa bis heute an. In <a title=\"Belgien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belgien\">Belgien<\/a>, den <a title=\"Niederlande\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederlande\">Niederlanden<\/a>, <a title=\"Nordrhein-Westfalen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordrhein-Westfalen\">Nordrhein-Westfalen<\/a>, <a title=\"Th\u00fcringen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Th%C3%BCringen\">Th\u00fcringen<\/a> und im <a title=\"B\u00f6hmerwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%B6hmerwald\">B\u00f6hmerwald<\/a> wurde die Wiederbesiedlung durch Auswilderungen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Kolkraben unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht (nach \u00a7 2 BJagdG), haben hier aber eine ganzj\u00e4hrige Schonzeit.<\/p>\n<p>Den weltweiten Bestand gab die <a title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> f\u00fcr das Jahr 2003 mit etwa 16 Mio. Individuen an, die Art gilt heute weltweit als ungef\u00e4hrdet (<em>least concern<\/em>).<\/p>\n<h2><span id=\"Verh.C3.A4ltnis_zu_anderen_Lebewesen\" class=\"mw-headline\">Verh\u00e4ltnis zu anderen Lebewesen<\/span><\/h2>\n<p>Kolkraben sind aufgrund ihrer Lernf\u00e4higkeit, ihrer Intelligenz und wegen ihrer Nutzung von Aas schon sehr fr\u00fch in unterschiedlichsten Kontexten Gegenstand von Sagen und Mythen des Menschen geworden. Auch in Literatur und Dichtung wurden und werden Kolkraben h\u00e4ufig thematisiert. Sie werden dabei sowohl negativ als Ungl\u00fccksboten, als \u201e<a title=\"Rabenmutter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenmutter\">Rabeneltern<\/a>\u201c, als diebisch, ungeschickt oder gef\u00e4hrlich, aber auch positiv als Berater oder Helfer des Menschen gezeichnet. Viele Erw\u00e4hnungen oder volkst\u00fcmliche Wendungen wie \u201erabenschwarz\u201c beziehen sich aber auch nur auf die Gefiederf\u00e4rbung des Vogels.<\/p>\n<ul>\n<li>Der alttestamentliche Prophet <a title=\"Elija\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elija\">Elija<\/a> soll w\u00e4hrend seines Aufenthaltes im Wildbachtal Kerit durch Raben ern\u00e4hrt worden sein.<\/li>\n<li>In den altgriechischen Fabeln, beispielsweise denen des <a title=\"\u00c4sop\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84sop\">\u00c4sop<\/a>, werden dem Raben unterschiedliche Charakterz\u00fcge wie Hochmut oder Geschw\u00e4tzigkeit nachgesagt. Die bekannteste ist <em><a title=\"Vom Fuchs und Raben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vom_Fuchs_und_Raben\">Der Fuchs und der Rabe<\/a><\/em>.<\/li>\n<li>Den <em>Metamorphosen<\/em> des <a title=\"Ovid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ovid\">Ovid<\/a> zufolge musste der zuvor strahlend wei\u00dfe Rabe, Vogel des Gottes <a title=\"Apollon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apollon\">Apollon<\/a> (Ph\u0153bus), als \u00dcberbringer einer schlechten Nachricht zur Strafe fortan schwarzes Gefieder tragen. Hierher r\u00fchrt vermutlich der Mythos des \u201eUngl\u00fccksboten\u201c.<\/li>\n<li>Der Rabe tritt auch als wichtige Figur in den M\u00e4rchen und Sch\u00f6pfungsmythen verschiedener zirkumpolarer V\u00f6lker auf, wie beispielsweise <a class=\"mw-redirect\" title=\"Eskimos\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eskimos\">Eskimos<\/a> und <a title=\"Tschuktschen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuktschen\">Tschuktschen<\/a>. Bei den Eskimos erschuf der Rabe Tulukauguk einen Stranderbsenstrauch, aus dessen Schote der erste Mensch herausschl\u00fcpfte. Bei den <a title=\"Haida (Volk)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haida_%28Volk%29\">Haida-Indianern<\/a> an der nordamerikanischen Pazifikk\u00fcste stahl der Rabe das Licht und brachte es in die zuvor dunkle Welt.<\/li>\n<li><a title=\"Hugin und Munin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hugin_und_Munin\">Hugin und Munin<\/a> (\u201eDer Gedanke\u201c und \u201eDie Erinnerung\u201c) sind die beiden Raben <a title=\"Odin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Odin\">Odins<\/a> in der nordischen Mythologie.<\/li>\n<li>Im <a title=\"Tower of London\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tower_of_London\">Tower of London<\/a> werden seit Jahrhunderten halbzahme Kolkraben gehalten, die <a title=\"Tower-Raben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tower-Raben\">Tower-Raben<\/a>.<\/li>\n<li>In <a title=\"Merseburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merseburg\">Merseburg<\/a> erz\u00e4hlt man sich die <a title=\"Merseburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merseburg#Die_Merseburger_Rabensage\">Merseburger Rabensage<\/a>.<\/li>\n<li>Auch im deutschen Volksm\u00e4rchen spielt der Rabe immer wieder eine Rolle. Am bekanntesten sind <em><a title=\"Die sieben Raben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_sieben_Raben\">Die sieben Raben<\/a><\/em> von den <a title=\"Br\u00fcder Grimm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%BCder_Grimm\">Br\u00fcdern Grimm<\/a>.<\/li>\n<li>Ein \u00e4hnliches Motiv findet sich in der <a title=\"Sorben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sorben\">sorbischen<\/a> Sage <em><a title=\"Krabat (Sage)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krabat_%28Sage%29\">Krabat<\/a><\/em>, die von <a title=\"M\u011br\u0107in Nowak-Njechor\u0144ski\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C4%9Br%C4%87in_Nowak-Njechor%C5%84ski\">M\u011br\u0107in Nowak-Njechor\u0144ski<\/a> und <a title=\"Jurij Br\u011bzan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jurij_Br%C4%9Bzan\">Jurij Br\u011bzan<\/a> in ihren Romanen neu bearbeitet wurde. Au\u00dferhalb der DDR wurde die etwas abweichende Version des Jugendbuches <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Krabat (Preu\u00dfler)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krabat_%28Preu%C3%9Fler%29\">Krabat<\/a><\/em> von <a title=\"Otfried Preu\u00dfler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otfried_Preu%C3%9Fler\">Otfried Preu\u00dfler<\/a> sehr bekannt.<\/li>\n<li>Der Rabe ist Hauptfigur in <a title=\"Edgar Allan Poe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edgar_Allan_Poe\">Edgar Allan Poes<\/a> Gedicht <em><a title=\"Der Rabe (Poe)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Rabe_%28Poe%29\">Der Rabe<\/a><\/em>.<\/li>\n<li>Die Bildergeschichte <em><a title=\"Hans Huckebein, der Ungl\u00fccksrabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Huckebein,_der_Ungl%C3%BCcksrabe\">Hans Huckebein, der Ungl\u00fccksrabe<\/a><\/em> geh\u00f6rt zu den bekanntesten Werken von <a title=\"Wilhelm Busch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Busch\">Wilhelm Busch<\/a>.<\/li>\n<li>Der Dichter <a title=\"Christian Morgenstern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Morgenstern\">Christian Morgenstern<\/a> verfasste die Gedichte <em>Der Rabe Ralf<\/em> und <em>Km 21<\/em>, die von Raben handeln und zu den <em><a title=\"Galgenlieder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Galgenlieder\">Galgenliedern<\/a><\/em> geh\u00f6ren.<\/li>\n<li>Die Mittelalter-Musikgruppe <a title=\"Corvus Corax\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Corvus_Corax\">Corvus Corax<\/a> hat sich nach dem lateinischen Namen des Kolkraben benannt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige Redewendungen und W\u00f6rter gehen auf die Rolle des Kolkraben als auff\u00e4lligsten \u201eAasfresser\u201c in Mitteleuropa zur\u00fcck. Im Mittelalter konnte man ihn h\u00e4ufig an Richtpl\u00e4tzen antreffen, daher nannte man ihn \u201eauch Aasrabe, und den gr\u00f6\u00dften Galgenvogel\u201c, als \u201eGalgenvogel\u201c wurden aber auch andere Rabenv\u00f6gel bezeichnet. Auch das Schimpfwort \u201eRabenaas\u201c und die zweite Zeile des Kinderlieds <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Hoppe hoppe Reiter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoppe_hoppe_Reiter\">Hoppe hoppe Reiter<\/a><\/em> (\u201ef\u00e4llt er in den Graben, fressen ihn die Raben\u201c) gehen auf diesen Sachverhalt zur\u00fcck. Seine in der kalten Jahreszeit besonders auff\u00e4llige Pr\u00e4senz machte den Kolkraben, ebenfalls wie andere Rabenv\u00f6gel, auch zum Symbol des Winters. Eine herk\u00f6mmliche Redensart spielt auf die Schl\u00e4ue des Vogels an: \u201eEr stiehlt wie ein Rabe.\u201c<\/p>\n<p>Die Bezeichnung \u201eUngl\u00fccksrabe\u201c wurde vermutlich zun\u00e4chst nicht f\u00fcr einen vom Pech verfolgten Menschen gebraucht, sie bezog sich eher auf die angebliche Eigenschaft des Kolkraben als Vorbote des Ungl\u00fccks. Dergestalt findet er sich beispielsweise bei <a class=\"mw-redirect\" title=\"Shakespeare\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shakespeare\">Shakespeare<\/a> als <em>fatal raven<\/em> oder in der Wendung <em>sing a raven\u2019s note<\/em>.<\/p>\n<p>Da junge Raben nach Verlassen des Nestes noch sehr unbeholfen wirken, entstand der Mythos, Raben seien schlechte Eltern und w\u00fcrden ihre Jungen vorzeitig im Stich lassen. Dies findet sich noch im heutigen Begriff <em><a title=\"Rabenmutter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenmutter\">Rabenmutter<\/a><\/em> wieder (bisweilen auch <em>Rabenvater<\/em>, <em>Rabeneltern<\/em> oder <em>nach Rabenart<\/em>).<\/p>\n<p>Die jagdliche und sonstige Nutzung des Kolkraben war kaum von Bedeutung. Vereinzelt wurde er handzahm zur Unterhaltung gehalten, in seltenen F\u00e4llen auch f\u00fcr die <a title=\"Beizjagd\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beizjagd\">Beizjagd<\/a> abgerichtet. Die Federkiele dienten fr\u00fcher in <a title=\"Kielinstrument\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kielinstrument\">Kielinstrumenten<\/a> (z.&nbsp;B. <a title=\"Cembalo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cembalo\">Cembali<\/a>) zum Anrei\u00dfen der Saiten.<\/p>\n<h3><span id=\"Kolkraben_und_Weidetiere\" class=\"mw-headline\">Kolkraben und Weidetiere<\/span><\/h3>\n<p>In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden sind Kolkraben Gegenstand von Schadensmeldungen durch Weidetierhalter und entsprechenden Pressemeldungen, wobei Kolkraben die T\u00f6tung von L\u00e4mmern, K\u00e4lbern bis hin zu ausgewachsenen Rindern zugeschrieben wird. Dort, wo diese Meldungen wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft wurden, haben sie sich in allen F\u00e4llen als unzutreffend oder erheblich \u00fcbertrieben erwiesen.<\/p>\n<p>In <a title=\"Brandenburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandenburg\">Brandenburg<\/a> wurden solche Schadensmeldungen angesichts anhaltender Pressemeldungen zwischen 1995 und 2000 umfassend untersucht. Von den angeschriebenen 391 Mutterkuhhaltern meldeten 13&nbsp;% Sch\u00e4den durch Raben, von 100 Schafhaltern 22&nbsp;%. Insgesamt 39 Halter wurden daraufhin besucht und n\u00e4her befragt. Im Ergebnis konnten bei dem gr\u00f6\u00dften Teil dieser Halter keine Sch\u00e4den festgestellt werden, die Schadensmeldungen wurden von den Meldern nicht sicher auf Kolkraben zur\u00fcckgef\u00fchrt, betrafen nur ohnehin schwer erkrankte Tiere, und zum Teil waren die Schadensmeldungen frei erfunden. Bei insgesamt drei Rinder- und f\u00fcnf Schafhaltern ergaben sich bei den Besuchen Hinweise auf tats\u00e4chlich durch Raben verursachte Probleme. Diese daraufhin im Rahmen von Freilandstudien n\u00e4her untersuchten Herden zeichneten sich in erster Linie durch ein attraktives Nahrungsangebot f\u00fcr Kolkraben aus; dieses bestand aus einem f\u00fcr Raben frei zug\u00e4nglichen Futter der Herde, Nachgeburten, frischem Kot vor allem von jungen K\u00e4lbern sowie kaum noch lebensf\u00e4higen oder toten Weidetieren. Die Feldbeobachtungen ergaben, dass Raben in diesen Herden systematisch die Gesundheit der Weidetiere durch Zwicken oder Schnabelhiebe testen und dies sofort einstellen, wenn die Weidetiere artgem\u00e4\u00df darauf reagierten. Zu Hackverletzungen kam es bei von der Mutter nicht betreuten, lebensschwach geborenen oder kranken Jungtieren, bei schweren Geburten und bei nach der Geburt festliegenden Jung- oder Alttieren.<\/p>\n<p>Trotz des Angebots der Beh\u00f6rde, m\u00f6glicherweise durch Raben get\u00f6tete Tiere kostenfrei hinsichtlich der Todesursache untersuchen zu lassen, wurden den Untersuchern nur in sehr geringem Umfang tote Weidetiere \u00fcbergeben; insgesamt wurden 19 L\u00e4mmer und 16 K\u00e4lber untersucht, die vorgeblich durch Raben get\u00f6tet worden waren. Eines der L\u00e4mmer hatte eine andere Todesursache, die \u00fcbrigen 18 hatten ausnahmslos erhebliche Sch\u00e4digungen wie Infektionen, schlechte Ern\u00e4hrungszust\u00e4nde oder waren nach der Geburt nicht lebensf\u00e4hig. Die Hackspuren durch Raben waren sowohl vor als auch erst nach dem Tod der L\u00e4mmer entstanden. Die untersuchten K\u00e4lber waren alle durch andere Ursachen verendet und erst nach dem Tod von Raben angehackt worden. Bei vielen weiteren zur Untersuchung vorgelegten Tierk\u00f6rpern oder Fotos von diesen war offensichtlich, dass Raben nicht f\u00fcr den Verlust urs\u00e4chlich waren, hier wurde von vornherein auf eine Untersuchung verzichtet. Eine T\u00f6tung gesunder L\u00e4mmer, K\u00e4lber oder gar Rinder konnte in keinem Fall nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kolkrabe (Corvus corax) ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenv\u00f6gel (Corvidae). Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgestorben, haben sich danach durch nachlassende Verfolgung aber wieder ausgebreitet. Der wissenschaftliche Name Corvus corax setzt sich aus dem lateinischen Corvus und dem griechischen Corax zusammen, beides bedeutet \u201eRabe\u201c. 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