{"id":4077,"date":"2015-01-15T22:04:53","date_gmt":"2015-01-15T20:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/pescarus-sur-larus-canus-4\/"},"modified":"2015-01-15T22:20:26","modified_gmt":"2015-01-15T20:20:26","slug":"pescarus-sur-larus-canus-4","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/pescarus-sur-larus-canus-4\/","title":{"rendered":"Pescarus sur (Larus canus)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Sturmm\u00f6we<\/strong> (<em>Larus canus<\/em>) ist eine Vogelart aus der Familie der M\u00f6wen (Laridae) und die kleinste Art der Gattung <em>Larus<\/em>. Ihre Verbreitung liegt vorwiegend in den gem\u00e4\u00dfigten Breiten und reicht durch ganz Eurasien sowie \u00fcber die Beringstra\u00dfe hinweg im Nordwesten Nordamerikas von Alaska bis Zentralkanada. Im Ostteil Nordamerikas wird die Art \u00f6kologisch durch die sehr \u00e4hnliche, etwas gr\u00f6\u00dfere und nahe verwandte Ringschnabelm\u00f6we ersetzt. Die amerikanische Unterart wird von manchen Autoren auch als eigene Art angesehen.<\/p>\n<p>Die Sturmm\u00f6we br\u00fctet meist in kleineren Kolonien von bis zu 50 Paaren, es kommen jedoch an der K\u00fcste bisweilen auch gr\u00f6\u00dfere mit mehreren tausend Paaren vor. Das Nest wird meist am Boden errichtet, kann aber auch erh\u00f6ht liegen und sogar Baumnester kommen vor. Wie die meisten M\u00f6wen ern\u00e4hrt sich die Art omnivor. Die gr\u00f6\u00dften Brutbest\u00e4nde finden sich in K\u00fcstengebieten, aber auch Flusslandschaften, Moore und S\u00fcmpfe im Binnenland werden besiedelt. W\u00e4hrend in Europa viele V\u00f6gel im Winter nur kurze Strecken wandern oder in den Brutgebieten verbleiben, ziehen die V\u00f6gel im \u00fcbrigen Verbreitungsgebiet regelm\u00e4\u00dfig auch weiter. Dabei ziehen die V\u00f6gel des mittleren Eurasiens s\u00fcdwestw\u00e4rts und \u00fcberwintern zum Teil im Bereich des \u00f6stlichen Mittelmeeres.<\/p>\n<p>Der Bestand der Sturmm\u00f6we hat in Europa w\u00e4hrend des zwanzigsten Jahrhunderts wie der vieler anderer M\u00f6wen stark zugenommen, war gegen Ende desselben aber in leichtem R\u00fcckgang begriffen. Die Art ist jedoch nicht bedroht.<\/p>\n<p>Die Sturmm\u00f6we ist mit 40\u201345 cm K\u00f6rperl\u00e4nge und einer Fl\u00fcgelspannweite von 100\u2013130 cm etwas gr\u00f6\u00dfer als eine Lachm\u00f6we und deutlich kleiner als eine Silberm\u00f6we. Sie ist sozusagen eine zierlich gebaute Ausgabe, der gr\u00f6\u00dferen <em>Larus<\/em>-Arten; im Vergleich zur Silberm\u00f6we ist der Kopf rundlicher, der Schnabel feiner, die Fl\u00fcgel schmaler. Im Sitzen wirkt die Brust gew\u00f6lbt, der Hinterleib schlank. Der Flug wirkt gem\u00e4chlich mit kraftvollen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen; im Gleitflug werden die Fl\u00fcgel etwas angewinkelt. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Junge Sturmm\u00f6wen sind ab dem dritten Jahr voll ausgef\u00e4rbt.<\/p>\n<h3>Adultkleider<\/h3>\n<p>Bei adulten V\u00f6geln im Brutkleid sind Schnabel und Beine gelb; die F\u00e4rbung variiert individuell zwischen orangegelb und gr\u00fcnlich gelb. Die Iris ist braun, das Auge von einem roten Orbitalring umgeben. Kopf, Hals, Unterseite, B\u00fcrzel und Schwanz sind rein wei\u00df. Die Oberseite ist bl\u00e4ulich grau. Der Fl\u00fcgel weist wie bei allen <em>Larus<\/em>-Arten einen breiten, wei\u00dfen Hinterrand auf. Die Fl\u00fcgelspitze ist schwarz mit einem wei\u00dfen, subterminalen Spiegel auf den \u00e4u\u00dferen Schwingen und wei\u00dfen Spitzen. Die Schwarzf\u00e4rbung reicht \u00fcber die \u00e4u\u00dferen sechs Handschwingen und die Ausdehnung nimmt zum Armfl\u00fcgel hin ab, so dass sie auf der f\u00fcnften Handschwinge nur noch auf ein subterminales Band beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Beim sitzenden Vogel fallen die wei\u00dfen Spitzen der Handschwingen, die den Schwanz um 5\u20137 cm \u00fcberragen, als feine wei\u00dfe Punkte auf. Ebenfalls auff\u00e4llig sind beim sitzenden Vogel die breiten, wei\u00dfen Spitzen der Schirmfedern.<\/p>\n<p>Im adulten Schlichtkleid ist der Kopf verwaschen graubraun gestrichelt. Die Strichelung ist auf dem Scheitel und am Auge verdichtet; au\u00dferdem wird sie im Nacken gr\u00f6ber und wirkt hier oft streifig. Der Schnabel ist blass gelblich bis hell blaugrau und zeigt auf dem vorderen Teil eine schmale, schwarze Binde, die jeweils auf Ober- und Unterschnabel etwas zur Spitze hin gebogen ist, so dass sie z-f\u00f6rmig erscheint. Die Beine sind gr\u00fcnlichgelb.<\/p>\n<h3>Subadulte Kleider<\/h3>\n<p>Im Jugendkleid ist der Schnabel dunkel mit hellerer Basis. Das Auge ist dunkel. Oberkopf, Nacken und Halsseiten sind auf wei\u00dflichem Grund verwaschen graubraun fleckig bis gestrichelt. Die verwaschene Zeichnung verdichtet sich um das Auge, auf den Ohrdecken und im Nacken. Sie reicht bis auf die Brustseiten und Flanken; die \u00fcbrige Unterseite ist schmutzig wei\u00df.<\/p>\n<p>Der vordere R\u00fccken ist relativ einfarbig graubraun. Der \u00fcbrige R\u00fccken, Schulterfedern, kleine und mittlere Armdecken wirken durch braune Federzentren und helle S\u00e4ume geschuppt. Davon heben sich die graubeigen gro\u00dfen Armdecken, von denen nur die inneren einen hellen Spitzensaum und ein subterminales, braunes Zentrum haben, als helles Band ab. Die dunkelbraunen Armschwingen zeigen aufgrund von hellen Spitzen einen breiten, wei\u00dflichen Saum, der auf den inneren Handschwingen ausl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegend schwarzbraune Handfl\u00fcgel zeigt aufgrund von hellen Basen der inneren Handschwingen ein helles Feld zum Armfl\u00fcgel hin. Der Unterfl\u00fcgel zeigt aufgrund dunkler Spitzens\u00e4ume ein auff\u00e4lliges Muster. Der B\u00fcrzel ist hell graubraun, die Oberschwanzdecken zeigen auf wei\u00dflichem Grund dunkle, pfeilf\u00f6rmige Zeichnungen im Bereich des Schaftes. Der wei\u00dfliche Schwanz tr\u00e4gt eine breite, braunschwarze Subterminalbinde. Die Beine sind fleischfarben.<\/p>\n<p>Ab September mausern diesj\u00e4hrige V\u00f6gel ins erste Schlichtkleid. Dabei wird das Gefieder an Kopf, Brust und Oberseite erneuert. Der Kopf \u00e4hnelt nun dem adulter V\u00f6gel im Winter, die braungraue Strichelung reicht aber oft bis auf Brustseiten und Flanken. Der einfarbig hellgraue Mantel und R\u00fccken setzt sich vom noch juvenilen Fl\u00fcgelgefieder mit br\u00e4unlichen Federzentren und hellen S\u00e4umen ab. Dieser Kontrast verst\u00e4rkt sich zum Fr\u00fchjahr hin, wenn das Fl\u00fcgelgefieder ausgebleicht ist und daher sehr hell wirkt. Das Merkmal kann auch im Flug auff\u00e4llig sein. Der B\u00fcrzel ist nun meist komplett wei\u00df und setzt sich scharf gegen die dunkle Schwanzbinde ab. Die Schnabelbasis ist gegen\u00fcber dem Jugendkleid sichtlich aufgehellt, die Beine immer noch fleischfarben.<\/p>\n<p>Im zweiten Winter ist die dunkle Schnabelbinde meist breiter und auff\u00e4lliger, als bei voll ausgef\u00e4rbten V\u00f6geln. Die Handdecken sind zum Teil noch schw\u00e4rzlich gef\u00e4rbt, die wei\u00dfen Spitzen der Handschwingen und der helle Spiegel auf den beiden \u00e4u\u00dferen Handschwingen sind noch nicht so ausgedehnt wie bei adulten V\u00f6geln und daher unauff\u00e4lliger. Auch auf den Schirmfedern k\u00f6nnen sich noch dunkle Zentren finden; Reste der Schwanzbinde k\u00f6nnen noch bei einzelnen Steuerfedern angedeutet sein.<\/p>\n<h2>Stimme<\/h2>\n<p>Die Sturmm\u00f6we ist vor allem zur Brutzeit recht ruffreudig und weist wie alle M\u00f6wen ein breites Rufrepertoire auf. Der Hauptruf (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/25066\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) ist ein helles, manchmal leicht quiekendes und nasales <em>ki\u00e4<\/em> oder <em>kia<\/em>, das weniger kr\u00e4ftig und h\u00f6her ist, als der entsprechende Ruf der Silberm\u00f6we, und bei Erregung gereiht werden kann. Das Jauchzen (<em>long call<\/em>, <a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/44726\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>) ist h\u00f6her, im Mittelteil oft schriller und schneller.<\/p>\n<p>Der als Stimmf\u00fchlungs- und Kontaktruf ge\u00e4u\u00dferte \u201eKatzenruf\u201c (<em>mew call<\/em>) wird als weiches, leises, teils jaulendes oder manchmal vibrierendes <em>oiiiie<\/em> beschrieben. Als Alarmruf wird ein staccatoartiges, tiefes <em>g\u00e4 g\u00e4 g\u00e4<\/em> oder <em>w\u00e4 w\u00e4 w\u00e4<\/em> ge\u00e4u\u00dfert. Der Bettelruf des Weibchens bei der Balz ist ein hohes, feines <em>kli\u00e4<\/em>; bei der oft folgenden Begattung ist ein an- und abschwellendes, tiefes Gackern zu vernehmen (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/72845\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>).<\/p>\n<h2>Verbreitung<\/h2>\n<p>Das nahezu zirkumpolare Brutareal der Sturmm\u00f6we umfasst gro\u00dfe Teile der Pal\u00e4arktis und einen gro\u00dfen Teil der westlichen Nearktis.<\/p>\n<p>In Nordeuropa kommt die Art auf Island, auf den F\u00e4r\u00f6ern und in fast ganz Fennoskandien vor. Sie besiedelt den Nordteil der Britischen Inseln und sporadisch auch den S\u00fcdteil. In Westeuropa gibt es ferner vereinzelte Brutvorkommen in Frankreich und in Portugal. In Mitteleuropa br\u00fctet die Art nur selten an der Nordsee, gr\u00f6\u00dfere Vorkommen gibt es an der Ostsee in D\u00e4nemark, Deutschland, Polen und im Baltikum. Im Binnenland reichen einzelne Vorkommen bis ins Alpenvorland und nach Ungarn.<\/p>\n<p>Ostw\u00e4rts erstreckt sich die Verbreitung in einem breiten G\u00fcrtel durch ganz Asien bis nach Kamtschatka, zum Anadyrgolf und bis auf die Kurilen. Im S\u00fcden reicht das Areal dort durch die Kirgisische Steppe, bis Tuwa und zum Baikalsee, durch Daurien und das Stanowoigebirge. S\u00fcdlich des Kaukasus gibt es jedoch Brutvorkommen noch in Armenien und im nordwestlichen Iran.<\/p>\n<p>In Nordamerika reicht die Verbreitung im Norden vom Kotzebue Sound in Alaska ostw\u00e4rts durch das Tal des Yukon River s\u00fcdlich der Brooks Range und durch das gesamte Yukon Territory. In den Northwest Territories reicht das Areal von der M\u00fcndung des Mackenzie River ostw\u00e4rts bis zum Horton River und s\u00fcdw\u00e4rts bis zum Great Slave Lake. In einem Ausl\u00e4ufer erstreckt es sich dann s\u00fcdw\u00e4rts bis ins nord\u00f6stliche Alberta und in den Norden Saskatchewans, wo die Art noch etwa bis zum Lake Athabasca und zum Wollaston Lake regelm\u00e4\u00dfig vorkommt. Brutzeitbeobachtungen liegen vom Reindeer Lake vor, gelegentliche Bruten gab es bis ins nord\u00f6stliche Manitoba. entlang der Pazifikk\u00fcste verl\u00e4uft ein weiterer Ausl\u00e4ufer, der auch noch den Nordwesten von British Columbia umfasst, dann aber in einem recht schmalen K\u00fcstenareal bis Vancouver Island reicht, wobei die Art jedoch auf Haida Gwaii als Brutvogel fehlt.<\/p>\n<p class=\"wt-photo-credit\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sturmm\u00f6we (Larus canus) ist eine Vogelart aus der Familie der M\u00f6wen (Laridae) und die kleinste Art der Gattung Larus. 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