{"id":3954,"date":"2014-10-26T18:58:09","date_gmt":"2014-10-26T16:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/monchsgrasmucke-sylvia-atricapilla\/"},"modified":"2014-10-26T19:18:50","modified_gmt":"2014-10-26T17:18:50","slug":"monchsgrasmucke-sylvia-atricapilla","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/monchsgrasmucke-sylvia-atricapilla\/","title":{"rendered":"M\u00f6nchsgrasm\u00fccke(Sylvia atricapilla)"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>M\u00f6nchsgrasm\u00fccke<\/strong> (<em>Sylvia atricapilla<\/em>) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasm\u00fccken. Sie ist die h\u00e4ufigste Grasm\u00fccke in Mitteleuropa.<\/p>\n<p>Die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke ist 13,5 bis 15 Zentimeter lang und hat eine Fl\u00fcgelspannweite von 20 bis 23 Zentimetern. Sie wiegt zwischen 15 und 22 Gramm.<\/p>\n<p>Die Oberseite ist dunkelgrau, die Unterseite olivgrau. Die Kehle und die Unterschwanzdecken sind hell, die Iris immer schwarz. Der Schwanz ist immer dunkel, am Ansatz heller und ohne wei\u00df. Die Flanken sind leicht br\u00e4unlich angehaucht, bei Weibchen und Jungv\u00f6geln st\u00e4rker als bei M\u00e4nnchen. Der Schnabel und die Beine sind grau.<\/p>\n<p>F\u00fcr die M\u00e4nnchen ist die schwarze Federkappe charakteristisch, der wissenschaftliche Artname \u201eatricapilla\u201c (lat. \u201eSchwarzk\u00f6pfchen\u201c) nimmt darauf Bezug. Die Weibchen und die Jungv\u00f6gel haben eine rotbraune Kappe. M\u00e4nnchen im ersten Winter haben eine braune, schwarze oder aus beiden Farben gemischte Kappe.<\/p>\n<h2>Stimme<\/h2>\n<div class=\"floatright\">\n<div class=\"mediaContainer\">\n<div class=\"mwPlayerContainer k-player\">\n<div class=\"ui-state-default ui-widget-header ui-helper-clearfix control-bar block\">\n<div class=\"ui-state-default ui-corner-bl rButton k-options\" title=\"Playeroptionen\"><span>Men\u00fc<\/span><\/div>\n<div class=\"ui-widget time-disp\">0:00<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der typische Gesang beginnt mit einer leise schw\u00e4tzenden Strophe und nimmt dann pl\u00f6tzlich an Lautst\u00e4rke zu. Diese aus fl\u00f6tenden T\u00f6nen bestehenden, kurzen Strophen klingen \u201e\u00fcberschlagend\u201c. In diese werden hin und wieder auch Ger\u00e4uschen \u00e4hnelnde T\u00f6ne und teilweise Imitationen anderer V\u00f6gel eingef\u00fcgt. Der Gesang wird, vor allem nach der R\u00fcckkehr aus dem \u00dcberwinterungsgebiet, mit dem Beginn der Balz lang und ausdauernd vorgetragen und nimmt mit zunehmender Brutzeit ab. Ab Mitte Juli ist er nur noch selten zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Motive des Gesangs werden von den m\u00e4nnlichen Jungv\u00f6geln erlernt und sind somit \u00fcberliefert. Sie singen erstmals im Herbst, dieser Herbstgesang hat k\u00fcrzere Strophen. Aufgrund des gro\u00dfen Verbreitungsgebietes der M\u00f6nchgrasm\u00fccke haben sich etliche Dialekte entwickelt, das hei\u00dft es sind ortsgebundene Unterschiede im Gesang zu beobachten. So kann der laute \u00dcberschlag im Gesang regional auch als vereinfachte Form, das so genannte Leiern, auftreten.<\/p>\n<p>Neben dem Gesang ist h\u00e4ufig ein schmatzender Erregungslaut zu h\u00f6ren, etwa wie \u201etak\u201c oder \u201etek\u201c, der an aufeinander schlagende Kieselsteine erinnert und in rascher Folge mehrfach wiederholt wird. In schnellerer Abfolge auch als \u201edededede\u201c oder \u201et\u00e4g t\u00e4g t\u00e4g \u2026\u201c. Der Warnruf ist ein raues \u201erree\u201c oder \u201eschr\u00e4it\u201c. Der Ortungsruf der ausgeflogenen Jungv\u00f6gel ist ein sehr typisches \u201eidat\u201c, das von April bis September auch von den Altv\u00f6geln im Brutrevier zu h\u00f6ren ist. Oft ist dies die einzige Laut\u00e4u\u00dferung im \u00dcberwinterungsgebiet im Mittelmeerraum.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3.jpg\" alt=\"M\u00f6nchsgrasm\u00fccke(Sylvia atricapilla)\" width=\"1080\" height=\"1311\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3-150x150.jpg 150w, \/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3-247x300.jpg 247w, \/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3-768x932.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3-844x1024.jpg 844w, \/wp-content\/uploads\/2014\/10\/8k_3.jpg 1080w\" sizes=\"auto, 1080px\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3945 wt-image\" \/><\/p>\n<p>Die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke ist in ganz Europa mit Ausnahme Islands, Nordskandinaviens und den n\u00f6rdlichsten Spitzen der Britischen Inseln verbreitet. Im S\u00fcden liegt die Verbreitungsgrenze in Nordwest-Afrika und am Schwarzen Meer. Im Osten reicht die Verbreitung bis in den Westsajan und zum Kaspischen Meer.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa ist die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke nahezu fl\u00e4chendeckend verbreitet, mit Ausnahme baum- und strauchloser Fl\u00e4chen und des Hochgebirges ab etwa 1500 Metern H\u00f6he, mit den h\u00f6chsten Dichten in Auw\u00e4ldern, feuchten Mischw\u00e4ldern und schattigen Parkanlagen. Baumlose Strauchbest\u00e4nde werden gemieden. Sie h\u00e4lt sich au\u00dferhalb der Brutzeit meist in Geb\u00fcschen auf, die viele Beeren tragen, dann auch in offener Landschaft. Im \u00dcberwinterungsgebiet ist sie sehr vielseitig in der Wahl des Lebensraumes. Die M\u00f6nchgrasm\u00fccke br\u00fctet auch mitten in Gro\u00dfst\u00e4dten in buschreichen und baumbestandenen G\u00e4rten und Parks. In der Auswahl des Brutreviers ist die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke die vielseitigste Grasm\u00fccke Mitteleuropas. Bevorzugt werden halbschattige Stellen vor trockenen, offenen und sonnigen Fl\u00e4chen. Sie bevorzugt Laubh\u00f6lzer gegen\u00fcber Nadelwald, kann jedoch \u00f6rtlich auch verst\u00e4rkt in immergr\u00fcner Vegetation, wie etwa Efeu oder Lorbeerw\u00e4ldern, auftreten.<\/p>\n<h3>Zugverhalten<\/h3>\n<p>Die in Nord- und Osteuropa br\u00fctenden M\u00f6nchsgrasm\u00fccken sind Mittel- und Langstreckenzieher, in West- und Mitteleuropa sind sie Kurz- und Mittelstreckenzieher und die im Mittelmeerraum br\u00fctenden sind Teilzieher. Die auf den Atlantikinseln (Kanarische Inseln, Madeira und Kap Verde) br\u00fctenden M\u00f6nchsgrasm\u00fccken zeigen kein Zugverhalten.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwinterungsgebiete sind von der Zugdistanz abh\u00e4ngig und reichen von der K\u00fcste des Atlantiks in West- und S\u00fcdeuropa bis nach S\u00fcdafrika. Eine wachsende Anzahl von Individuen \u00fcberwintert bereits in Mitteleuropa.<\/p>\n<p>Seit den 1960er-Jahren haben Teile der s\u00fcddeutschen und \u00f6sterreichischen Population eine mehr nordwestliche Zugroute eingeschlagen, die sie nach Gro\u00dfbritannien f\u00fchrt. Neben klimatischen Ver\u00e4nderungen wird dies haupts\u00e4chlich auf die in Gro\u00dfbritannien weit verbreitete Vogelf\u00fctterung zur\u00fcckgef\u00fchrt. Da die mehr nordwestlich ziehenden Individuen begonnen haben, sich in Schnabelform, Fl\u00fcgelform und F\u00e4rbung von der Hauptpopulation zu unterscheiden, nimmt man an, dass sich hier eine neue (Unter-)Art herausbildet.<\/p>\n<h2>Nahrung<\/h2>\n<p>Die Nahrung besteht zur Brutzeit aus Insekten und deren Larven sowie Spinnen. Beeren und Fr\u00fcchte sind vom Sommer bis in den M\u00e4rz ein wichtiger Teil der Nahrung, anders als bei den anderen Grasm\u00fccken. Die Jungen werden auch damit gef\u00fcttert. Im Fr\u00fchjahr werden auch Nektar und Staubbl\u00e4tter zum Beispiel von Mandelbl\u00fcten genutzt.<\/p>\n<p>Ihr Nest baut die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke niedrig in dichtem Geb\u00fcsch, als halboffenen Napf aus Gr\u00e4sern, Moos und Wurzeln. Das Gelege besteht meistens aus f\u00fcnf Eiern, die 10 bis 15 Tage bebr\u00fctet werden. Die Jungv\u00f6gel verlassen nach 10 bis 14 Tagen das Nest.<\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcnf Unterarten, die sich jedoch morphologisch kaum unterscheiden.<\/p>\n<ul>\n<li><em>S. a. atricapilla<\/em> Linnaeus 1758, die Nominatform, kommt in Europa n\u00f6rdlich des Mittelmeeres vor<\/li>\n<li><em>S. a. dammholzi<\/em> Stresemann 1928, kommt im Kaukasus bis zum Nordiran vor<\/li>\n<li><em>S. a. pauluccii<\/em> Arrigoni 1902, kommt im zentralen und \u00f6stlichen Mittelmeerraum vor<\/li>\n<li><em>S. a. heineken<\/em> Jardine 1830, kommt auf Madeira, den Kanarischen Inseln, im S\u00fcden der Iberischen Halbinsel und in Nordwestafrika vor<\/li>\n<li><em>S. a. gularis<\/em> Alexander 1898, kommt auf den kapverdischen Inseln und den Azoren vor<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/h2>\n<p>Der Gesamtbestand der M\u00f6nchsgrasm\u00fccke in Europa betr\u00e4gt 25 bis 49 Millionen Brutpaare, mit leicht zunehmender Tendenz. Lokal kann der Bestand um mehr als 50 Prozent schwanken. In letzter Zeit wurden vermehrt Bestandzunahmen und teilweise auch Arealausweitungen in Deutschland und \u00d6sterreich festgestellt. In Deutschland wird die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke mit 2,6 bis 3,3 Millionen Brutpaaren im Jahr 2008 als derzeit achth\u00e4ufigste Brutvogelart angesehen. Die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke gilt derzeit als nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p class=\"wt-photo-credit\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke (Sylvia atricapilla) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasm\u00fccken. Sie ist die h\u00e4ufigste Grasm\u00fccke in Mitteleuropa. Die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke ist 13,5 bis 15 Zentimeter lang und hat eine Fl\u00fcgelspannweite von 20 bis 23 Zentimetern. Sie wiegt zwischen 15 und 22 Gramm. Die Oberseite ist dunkelgrau, die Unterseite olivgrau. 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