{"id":3590,"date":"2014-01-20T09:27:44","date_gmt":"2014-01-20T07:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/eisvogel-alcedo-atthis\/"},"modified":"2014-01-21T09:03:35","modified_gmt":"2014-01-21T07:03:35","slug":"eisvogel-alcedo-atthis","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/eisvogel-alcedo-atthis\/","title":{"rendered":"Eisvogel (Alcedo atthis)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Eisvogel<\/strong> (<em>Alcedo atthis<\/em>, regional auch <em>Eisenkeil<\/em>) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Eisv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisv%C3%B6gel\">Eisv\u00f6gel<\/a> (Alcedinidae). Er besiedelt weite Teile <a title=\"Europa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europas<\/a>, <a title=\"Asien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asien\">Asiens<\/a> sowie das westliche <a title=\"Nordafrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordafrika\">Nordafrika<\/a> und lebt an m\u00e4\u00dfig schnell flie\u00dfenden oder stehenden, klaren Gew\u00e4ssern mit Kleinfischbestand und <a title=\"Sitzwarte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sitzwarte\">Sitzwarten<\/a>. Seine Nahrung setzt sich aus <a title=\"Fische\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fischen<\/a>, <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Wasserinsekten<\/a> (<a title=\"Imago (Zoologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Imago_%28Zoologie%29\">Imagines<\/a> und <a title=\"Larve\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Larve\">Larven<\/a>), Kleinkrebsen und <a title=\"Kaulquappe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaulquappe\">Kaulquappen<\/a> zusammen. Der Bestand hat in den letzten Jahren wieder zugenommen und die Art wird derzeit in Europa als dezimiert, aber im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht eingestuft. Der Eisvogel war 1973 und 2009 <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Deutschland%29\">Vogel des Jahres<\/a> in Deutschland, 2009 in \u00d6sterreich, 2005 in Belgien, 2006 <a title=\"Vogel des Jahres (Schweiz)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Schweiz%29\">Vogel des Jahres<\/a> in der Schweiz und 2011 in der Slowakei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3575\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/ytt.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Eisvogel hat wie alle Vertreter der Gattung einen kurzen und gedrungenen K\u00f6rper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Fl\u00fcgeln. Der gro\u00dfe Kopf mit dem etwa 4&nbsp;cm langen, spitzen <a title=\"Schnabel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabel\">Schnabel<\/a> sitzt an einem kurzen Hals. Die Oberseite wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis t\u00fcrkisfarben; auf dem R\u00fccken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen, der besonders beim Abflug auff\u00e4llt. Eisv\u00f6gel haben eine K\u00f6rperl\u00e4nge von etwa 16 bis 18&nbsp;cm und wiegen 35&nbsp;g bis 40&nbsp;g. Die Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt etwa 25&nbsp;cm.<\/p>\n<p>&nbsp;Oberkopf, Fl\u00fcgeldecken, Schultern und Schwanzfedern sind dunkelblaugr\u00fcn bis gr\u00fcnblau gef\u00e4rbt, wobei sich an den Kopffedern azurblaue Querb\u00e4nder und an den Fl\u00fcgeldecken azurblaue Spitzen befinden. Der R\u00fcckenstreifen ist leuchtend t\u00fcrkisblau. Bis auf die wei\u00dfe Kehle ist die Unterseite beim Altvogel rostrot bis kastanienbraun gef\u00e4rbt. Die Kopfzeichnung ist durch rotbraune Ohrdecken, scharf abgesetzte wei\u00dfe Halsseitenflecken und einen blaugr\u00fcnen oder blauen Bartstreif charakterisiert. Auf der Stirn befindet sich vor jedem Auge ein kastanienbrauner Fleck, der von vorn gesehen wei\u00df erscheint. Zur Brutzeit sind die F\u00fc\u00dfe orangerot.<\/p>\n<p>&nbsp;Das M\u00e4nnchen hat einen schwarzen Schnabel, der an der Unterseite leicht aufgehellt sein kann. Das Weibchen zeigt einen orangefarbenen Unterschnabel, dessen F\u00e4rbung sich mindestens von der Basis bis zum vorderen Drittel erstreckt. Beim M\u00e4nnchen hat das <a title=\"Feder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feder\">Gefieder<\/a> der Oberseite meist einen blauen Grundton mit gro\u00dfen und zahlreichen azurblauen Flecken auf dem Oberkopf, das Weibchen ist oberseits eher blaugr\u00fcn gef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>&nbsp;Die Jungv\u00f6gel haben oberseits dunkelbraun gef\u00e4rbte F\u00fc\u00dfe. Das Gefieder ist matter und die Oberseite gr\u00fcnlicher als bei Altv\u00f6geln. Die Brustfedern haben fast immer gr\u00fcnliche oder graue Spitzen. Der Schnabel ist ziemlich kurz und schwarz und zeigt einen hellen Fleck an der Spitze.<\/p>\n<p>&nbsp;Von Ende August bis Mitte November werden in der <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauser<\/a> die Schwungfedern abschnittsweise in einer festgelegten Reihenfolge gewechselt. In Mitteleuropa werden in dieser Zeit meist nur drei Viertel aller Federn erneuert, so dass die Mauser im darauf folgenden Sommer fortgesetzt wird. Bei diesj\u00e4hrigen Jungv\u00f6geln werden in der Jugendmauser das Kleingefieder und manchmal auch die Schwanzfedern gewechselt.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Der kurze, scharfe Ruf des Eisvogels klingt wie \u201etiht\u201c oder \u201eti-it\u201c, das bei Erregung zu \u201etih-tih\u201c oder \u201etit-tit-tit\u201c abgewandelt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;Bei Erregung klingen die Rufe fast stimmlos \u201ekrrikrrtkrrt\u201c. Zur <a title=\"Balz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">Balz<\/a> sind Eisv\u00f6gel besonders ruffreudig und wandeln ihre Rufe geringf\u00fcgig ab. Das klingt wie \u201etiet-tiet\u201c, \u201etit-tieh\u201c, \u201etjii-tit-tit\u201c oder \u00e4hnlich. Entgegen falscher Beschreibungen tragen Eisv\u00f6gel keinen Gesang mit verschiedenen Rufen, Pfiffen und Rollern vor.<\/p>\n<p>&nbsp;Die Bettelrufe der Jungen bestehen aus einem durchdringenden, lang andauernden \u201err\u00fcerr\u00fcerr\u00fce\u201c. Ein Altvogel mit Futter meldet sich am H\u00f6hleneingang manchmal mit einem rauen \u201ekreh\u201c. Zur Verst\u00e4ndigung mit den fl\u00fcggen Jungen verwenden Eisv\u00f6gel Frage-Antwort-Rufe. Altv\u00f6gel k\u00fcndigen sich mit einem kurzen \u201etieht\u201c an und Jungv\u00f6gel antworten mit \u201etschik\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/32\/Alcedo_atthis_-Verbreitungskarte.png\/440px-Alcedo_atthis_-Verbreitungskarte.png\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"218\" \/><\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 442px;\">\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Alcedo_atthis_-Verbreitungskarte.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf9\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Verbreitungskarte \u2013 Eisvogel<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;Der Eisvogel besiedelt weite Teile <a title=\"Europa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europas<\/a>, <a title=\"Asien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asien\">Asiens<\/a> sowie das westliche Nord<a title=\"Afrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">afrika<\/a>. Isolierte Populationen finden sich im \u00f6stlichen <a title=\"Indonesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indonesien\">Indonesien<\/a> und in <a title=\"Melanesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melanesien\">Melanesien<\/a>. Zu den nicht von Eisv\u00f6geln besiedelten Regionen z\u00e4hlen <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a>, Nord<a title=\"Schottland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">schottland<\/a>, <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Nordskandinavien<\/a> und <a title=\"Sibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Sibirien<\/a>. In <a title=\"Hochgebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochgebirge\">Hochgebirgsregionen<\/a> und <a title=\"W\u00fcste\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCste\">W\u00fcsten<\/a> kommt diese Vogelart ebenfalls nicht vor, da Eisv\u00f6gel w\u00e4hrend des ganzen Jahres offenes S\u00fc\u00dfwasser ben\u00f6tigen. In West- und Mitteleuropa ist der Eisvogel mit wenigen Ausnahmen ein <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standvogel<\/a>. In den osteurop\u00e4ischen und zentralasiatischen Populationen steigt der Anteil von <a title=\"Zugvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugvogel\">Zugv\u00f6geln<\/a> dagegen, je weiter \u00f6stlich das Verbreitungsgebiet liegt. Zugrouten und \u00dcberwinterungspl\u00e4tze sind jedoch noch nicht hinreichend erforscht.<\/p>\n<p>&nbsp;Der Eisvogel lebt an m\u00e4\u00dfig schnell flie\u00dfenden oder stehenden, klaren Gew\u00e4ssern mit Kleinfischbestand. Diese sollten von einem ausreichenden Angebot an Sitzwarten und m\u00f6glichst auch von Geh\u00f6lzen ges\u00e4umt sein. Es werden <a title=\"Fluss\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fluss\">Fl\u00fcsse<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bach (Gew\u00e4sser)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bach_%28Gew%C3%A4sser%29\">B\u00e4che<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"See (Gew\u00e4sser)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/See_%28Gew%C3%A4sser%29\">Seen<\/a> und auch vom Menschen geschaffene Gew\u00e4sser wie <a title=\"Altwasser (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altwasser_%28Fluss%29\">Altw\u00e4sser<\/a>, <a title=\"T\u00fcmpel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCmpel\">T\u00fcmpel<\/a>, Gr\u00e4ben, Kan\u00e4le, <a title=\"Teich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teich\">Teichanlagen<\/a>, Talsperren und Abgrabungen genutzt. Au\u00dferhalb der Brutzeit kann er sich sogar am <a title=\"Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meer\">Meer<\/a> aufhalten. Als Brutpl\u00e4tze dienen Steilufer oder gro\u00dfe Wurzelteller umgest\u00fcrzter B\u00e4ume mit dicker Erdschicht. Auch vom Menschen geschaffene Hohlwege und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Senke (Geographie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Senke_%28Geographie%29\">Gruben<\/a> werden genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp; Der Eisvogel ern\u00e4hrt sich von <a title=\"Fische\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fischen<\/a>, <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Wasserinsekten<\/a> und deren <a title=\"Larve\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Larve\">Larven<\/a>, Kleinkrebsen und <a title=\"Kaulquappe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaulquappe\">Kaulquappen<\/a>. Er kann Fische bis neun Zentimeter L\u00e4nge mit einer maximalen R\u00fcckenh\u00f6he von zwei Zentimetern verschlingen. Bei langgestreckten, d\u00fcnnen Arten verschiebt sich die H\u00f6chstgrenze auf zw\u00f6lf Zentimeter K\u00f6rperl\u00e4nge.<\/p>\n<p>&nbsp;Die Jagdmethode des Eisvogels ist das <a title=\"Sto\u00dftauchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sto%C3%9Ftauchen\">Sto\u00dftauchen<\/a>. Von einer passenden Sitzwarte im oder nahe am Wasser wird der Sto\u00df angesetzt. Wenn er eine m\u00f6gliche Beute entdeckt, st\u00fcrzt er sich schr\u00e4g nach unten kopf\u00fcber ins Wasser und beschleunigt dabei meist mit kurzen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen. Die Augen bleiben beim Eintauchen offen und werden durch das Vorziehen der <a title=\"Nickhaut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nickhaut\">Nickhaut<\/a> gesch\u00fctzt. Ist die Wasseroberfl\u00e4che erreicht, wird der K\u00f6rper gestreckt und die Fl\u00fcgel eng angelegt oder nach oben ausgestreckt. Bereits kurz vor dem Ergreifen der Beute wird mit ausgebreiteten Fl\u00fcgeln und Beinen gebremst. Zur Wasseroberfl\u00e4che steigt er zuerst mit dem Nacken, wobei er den Kopf an die Brust gepresst h\u00e4lt. Schlie\u00dflich wird der Schnabel mit einem Ruck aus dem Wasser gerissen und der Vogel startet entweder sofort oder nach einer kurzen Ruhepause zum R\u00fcckflug auf die Sitzwarte. Im Allgemeinen dauert ein Versuch nicht mehr als zwei bis drei Sekunden. Der Eisvogel kann aber auch aus einem kurzen <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">R\u00fcttelflug<\/a> tauchen, wenn ein geeigneter Ansitz fehlt. Nicht jeder Tauchgang ist erfolgreich, er st\u00f6\u00dft oft daneben.<\/p>\n<p>&nbsp; Der Eisvogel ben\u00f6tigt zur Bearbeitung der Beute in der Regel einen dicken Ast oder eine andere, m\u00f6glichst wenig schwingende Unterlage. Kleinere Beute wird mit kr\u00e4ftigem Schnabeldr\u00fccken oft sofort verschluckt. Gr\u00f6\u00dfere Fische werden auf den Ast zur\u00fcckgebracht, dort tot gesch\u00fcttelt oder auf den Ast geschlagen, im Schnabel \u201egewendet\u201c und mit dem Kopf voran verschluckt; anderenfalls k\u00f6nnten sich im Schlund die Schuppen des Fisches str\u00e4uben. Der Eisvogel schluckt seine Beute in einem St\u00fcck. Unverdauliches wie Fischknochen oder Insektenreste werden etwa ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit als <a title=\"Gew\u00f6lle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6lle\">Gew\u00f6lle<\/a> herausgew\u00fcrgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Die meisten Eisv\u00f6gel leben in einer <a title=\"Monogamie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monogamie\">monogamen<\/a> Brutehe. Vor allem in Jahren mit hoher Dichte leben einige M\u00e4nnchen in Bigamie mit zwei Weibchen, die gleichzeitig bis zu mehrere Kilometer entfernt voneinander br\u00fcten. Nach dem Schl\u00fcpfen der Jungen f\u00fcttert das M\u00e4nnchen die parallel verlaufenden Bruten im Wechsel. Dabei sind auch <a title=\"Schachtelbrut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schachtelbrut\">Schachtelbruten<\/a> m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;Zwischen Februar und M\u00e4rz streifen Eisv\u00f6gel laut rufend die Gew\u00e4sser entlang. Wenn sie einen m\u00f6glichen Partner gefunden haben, finden ausgedehnte Verfolgungsfl\u00fcge flach \u00fcber dem Wasser statt, auch mitten durch den <a title=\"Wald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wald\">Wald<\/a> bis \u00fcber die <a title=\"Baum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baum\">B\u00e4ume<\/a>. Sehr selten sind mehrere V\u00f6gel beteiligt. Danach werden meistens m\u00f6gliche Brutpl\u00e4tze durch M\u00e4nnchen besetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Balz_und_Paarung\" class=\"mw-headline\">Balz und Paarung<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Zur Balz tr\u00e4gt das M\u00e4nnchen kleine Fische herbei, um sie in einer Verbeugung dem Weibchen zu \u00fcberreichen, das sie rufend und mit zitternden Fl\u00fcgeln entgegennimmt. Die Balzf\u00fctterung st\u00e4rkt die Paarbindung und dient auch der Beurteilung des Partners. Manchmal sitzen die V\u00f6gel nun auf einem Ast an einem m\u00f6glichen Brutplatz und rufen abwechselnd.<\/p>\n<p>&nbsp;W\u00e4hrend der Bauzeit der H\u00f6hle finden zahlreiche Balzf\u00fctterungen und gegen Ende auch <a title=\"Begattung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Begattung\">Kopulationen<\/a> statt. Zur Paarung nimmt das M\u00e4nnchen nach einer Beute\u00fcbergabe eine Imponierstellung ein, bei der es mit angelegtem Gefieder aufgerichtet sitzt und die Fl\u00fcgel nach vorn sinken l\u00e4sst. Dann fliegt das M\u00e4nnchen hinter das Weibchen, das seine Bereitschaft oft durch Rufe anzeigt und sich fast waagrecht auf den Ast legt, und landet auf dem R\u00fccken der Partnerin. Nun greift das M\u00e4nnchen mit dem Schnabel in die Kopffedern des Weibchens und h\u00e4lt w\u00e4hrend der einige Sekunden dauernden Begattung mit den Fl\u00fcgeln das Gleichgewicht. Danach wird meist gebadet. Begattungen k\u00f6nnen mit oder ohne vorangehende Balzf\u00fctterungen mehrmals am Tag stattfinden.<\/p>\n<h3><span id=\"Bruth.C3.B6hle\" class=\"mw-headline\">Bruth\u00f6hle<\/span><\/h3>\n<p>An einer lotrechten oder leicht nach vorn geneigten Steilwand aus <a title=\"Lehm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lehm\">Lehm<\/a> oder festem Sand, die unbewachsen, trocken und frei von zu vielen <a title=\"Wurzel (Pflanze)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wurzel_%28Pflanze%29\">Wurzeln<\/a> ist, wird m\u00f6glichst im oberen Abschnitt mit dem Schnabel eine H\u00f6hle gegraben. Die leicht ansteigende Nisth\u00f6hle mit einem Kessel am Ende ist 40 bis 80 Zentimeter lang, im Querschnitt hochoval und etwa acht Zentimeter hoch. Der Kessel hat einen Durchmesser von 17 Zentimetern und ist ungef\u00e4hr zw\u00f6lf Zentimeter hoch. Im weichen Sand sind im Gegensatz zu hartem Lehm H\u00f6hlenl\u00e4ngen von bis zu 100 Zentimetern m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zu Beginn des H\u00f6hlenbaus sitzt das Brutpaar vor einer Steilwand, bis pl\u00f6tzlich das M\u00e4nnchen losfliegt und kurz im R\u00fcttelflug vor einer geeigneten Stelle verharrt, um mit dem Schnabel in die Erde zu hacken. Danach kehrt es auf den Ast zur\u00fcck, um die Erde vom Schnabel zu reiben, und arbeitet weiter. Bald beteiligt sich auch das Weibchen und nach einiger Zeit haben sich beide auf eine Stelle f\u00fcr die Anlage der H\u00f6hle geeinigt, so dass sie nun abwechselnd das Loch vergr\u00f6\u00dfern. Nachdem ein Halt f\u00fcr die Krallen entstanden ist, kann mehrmals zugehackt werden. Meist h\u00e4lt einer von beiden V\u00f6geln Wache. Wurde der Tunnel bereits ein St\u00fcck weit in die Wand getrieben, wird die freigegrabene Erde mit den F\u00fc\u00dfen nach hinten gescharrt und r\u00fcckw\u00e4rts aus der R\u00f6hre geschoben. Erst wenn der Kesselbau begonnen hat, kann der Eisvogel mit dem Kopf zuerst aus der H\u00f6hle kommen. Stellt ein Stein oder eine Wurzel ein Hindernis dar, wird das Problem entweder mit der Kr\u00fcmmung der R\u00f6hre umgangen oder an anderer Stelle neu begonnen. Der Bau einer Bruth\u00f6hle kann zwei bis drei Wochen dauern. Zur Markierung werden fertiggestellte H\u00f6hlen mit wei\u00dfen Kotspritzern versehen.<\/p>\n<p>Manchmal werden von einem Brutpaar mehrere R\u00f6hrenans\u00e4tze oder fertige H\u00f6hlen gebaut. Oft werden auch alte, noch intakte Bruth\u00f6hlen nach einer S\u00e4uberung wieder bezogen. Dabei ist es unwichtig, ob das Brutpaar oder ein anderes die H\u00f6hle angelegt hat. H\u00e4ufig werden auch unvollendete H\u00f6hlen aus vergangenen Jahren fertiggestellt. Ende M\u00e4rz oder Anfang April haben die meisten Brutpaare eine geeignete H\u00f6hle gefunden.<\/p>\n<h3><span id=\"Eiablage_und_Brutpflege\" class=\"mw-headline\">Eiablage und Brutpflege<\/span><\/h3>\n<p>Die Eiablage findet vormittags statt. Jeden Tag wird ein Ei gelegt. Die Eier sind wei\u00df, glatt, fast rund und zeigen in den ersten Tagen einen zartes Rosa. Danach f\u00e4rbt sich die Oberfl\u00e4che porzellanwei\u00df. Das Gewicht eines Eies liegt bei 4,4 g. Hin und wieder sitzt ein Altvogel neben dem unvollst\u00e4ndigen Gelege.<\/p>\n<p>Das Weibchen legt in Mitteleuropa sechs bis acht Eier, selten mehr, und bebr\u00fctet diese im Wechsel mit dem M\u00e4nnchen erst, wenn das Gelege vollst\u00e4ndig ist. Der br\u00fctende Vogel, nachts meist das Weibchen, sitzt mit dem Kopf zum Ausgang. Zur Brutabl\u00f6sung ruft der ankommende Partner vor der Steilwand kurz, worauf der br\u00fctende Vogel die H\u00f6hle verl\u00e4sst. Die Brutzeit dauert 19 bis 21 Tage. Die Jungen schl\u00fcpfen vorwiegend am selben Tag, und nachdem alle geschl\u00fcpft sind, bleiben die Eierschalen meist am Eingang des Brutkessels oder in der H\u00f6hle liegen. Manchmal werden sie auch aus der H\u00f6hle entfernt und vor der Steilwand oder \u00fcber Wasser fallen gelassen.<\/p>\n<p>Von allen begonnenen Bruten gehen 30 bis 40 Prozent zugrunde. Ein Gro\u00dfteil der Verluste entsteht durch Hochwasser. Dabei werden manche Bruth\u00f6hlen durch starke Regenf\u00e4lle \u00fcberflutet oder zum Einsturz gebracht. Zudem ist das Gew\u00e4sser durch mitgef\u00fchrte Boden- und Lehmteilchen stark getr\u00fcbt und vom Regen aufgew\u00fchlt, so dass der Fischfang betr\u00e4chtlich erschwert wird und durch Nahrungsmangel die Brut verhungert. \u00c4ltere Jungv\u00f6gel k\u00f6nnen allerdings kurze Mangelperioden \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Eine ungeschickt angelegte Nisth\u00f6hle kann von F\u00fcchsen, <a title=\"Wiesel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiesel\">Wieseln<\/a>, <a title=\"Waschb\u00e4r\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waschb%C3%A4r\">Waschb\u00e4ren<\/a>, <a title=\"Ratten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ratten\">Ratten<\/a>, <a title=\"M\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4use\">M\u00e4usen<\/a> und <a title=\"Maulw\u00fcrfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maulw%C3%BCrfe\">Maulw\u00fcrfen<\/a> von oben oder von vorn ausgeraubt werden. Dabei werden Eier und j\u00fcngere Jungv\u00f6gel sowie meist auch der <a title=\"Hudern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">hudernde<\/a> oder br\u00fctende Altvogel gefressen. Auch durch zwei- bis dreist\u00fcndige St\u00f6rungen von <a title=\"Mensch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mensch\">Menschen<\/a> kann eine Brut verloren gehen, da es die Altv\u00f6gel dann nicht wagen, in die R\u00f6hre zu schl\u00fcpfen. Nach einem Brutverlust werden wenige Tage sp\u00e4ter sechs bis sieben Eier gelegt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3579\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/eg.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Schl\u00fcpfen sind die Jungen nackt und blind. W\u00e4hrend ein Altvogel <a title=\"Hudern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">hudert<\/a>, f\u00e4ngt der andere f\u00fcr die F\u00fctterung zun\u00e4chst <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a> und sp\u00e4ter vier bis f\u00fcnf Zentimeter lange <a title=\"Fische\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fische<\/a>. Wenn ein K\u00fcken gefressen hat, rotieren die Nestlinge einen Platz weiter, so wird eine gleichm\u00e4\u00dfige Ern\u00e4hrung aller K\u00fcken sichergestellt . Nach acht Tagen zeigen sich an Brust, R\u00fccken und Fl\u00fcgeln die ersten bl\u00e4ulichen Federkiele. Etwa am zehnten Tag \u00f6ffnen sich die Augen. Nun wird lediglich noch nachts gehudert. Vierzehn Tage nach dem Schl\u00fcpfen sind die Jungen befiedert, wobei die Federn noch von einer durchscheinenden H\u00fclle umgeben sind. Nach drei Wochen ist das Gefieder bis auf kleinere Bereiche am Kopf weitgehend von den H\u00fcllen befreit.<\/p>\n<p>Ende Mai bis Mitte Juni fliegen die Jungen 23 bis 28 Tage nach dem Schl\u00fcpfen aus. Sie haben dabei ein Gewicht von etwa 42 Gramm. Die Jungv\u00f6gel verlassen die Bruth\u00f6hle oft aus eigenem Antrieb am fr\u00fchen Morgen oder am Vormittag, meistens alle am selben Tag in einem Zeitraum von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden. Manchmal erfolgt das Ausfliegen aber auch in Sch\u00fcben an zwei aufeinander folgenden Tagen. Die Jungv\u00f6gel halten sich danach in der Umgebung reglos auf Sitzpl\u00e4tzen auf, die oft im dichten, schattigen Ge\u00e4st liegen. Die Eltern, vor allem das M\u00e4nnchen, versorgen sie mit Fischen, f\u00fchren sie dabei aber st\u00fcckweise von der Bruth\u00f6hle weg. Anfangs bekommen sie die Nahrung gereicht, sp\u00e4ter fliegen sie den Altv\u00f6geln entgegen. Zudem beginnen sie bald, das Fischen zu lernen. Nach ein bis zwei Tagen werden sie energisch und laut rufend von den Altv\u00f6geln aus dem Revier vertrieben. Gefahr droht ihnen von <a title=\"Sperber (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperber_%28Art%29\">Sperber<\/a> und <a title=\"Habicht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habicht<\/a>, eventuell auch vom <a title=\"Waldkauz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldkauz\">Waldkauz<\/a>.<\/p>\n<p>Im Juni bis Juli folgt nach einer verk\u00fcrzten Balz eine zweite Brut, deren Ablauf sich nicht wesentlich von der ersten unterscheidet. Je nach Brutbeginn fliegen die Jungv\u00f6gel in der Zeit von Mitte Juli bis Anfang August aus. Auch Schachtelbruten mit \u00dcberschneidungen von f\u00fcnf bis zehn Tagen sind m\u00f6glich. Einige Brutpaare beginnen meist verschachtelt noch eine dritte Brut, so dass deren Junge Ende August bis Ende September fl\u00fcgge werden. Sehr selten kommen Viertbruten vor, bei denen die Jungv\u00f6gel im Oktober ausfliegen.<\/p>\n<p>Ringfundanalysen und Populationsstudien ergaben, dass der Eisvogel eine hohe Sterblichkeitsrate aufweist. So sterben ungef\u00e4hr 80&nbsp;Prozent der Jungv\u00f6gel zwischen dem Verlassen der Bruth\u00f6hle und der folgenden Brutsaison. Zudem sterben etwa 70&nbsp;Prozent der Altv\u00f6gel im Verlauf eines Jahres. Wenige Exemplare werden drei Jahre alt. Ausnahmen mit einem Alter von f\u00fcnf Jahren sind sehr selten. Der hohen Sterblichkeit steht jedoch j\u00e4hrlich eine hohe Reproduktionsrate gegen\u00fcber.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Altv\u00f6gel meistens auch au\u00dferhalb der Brutsaison in ihren Revieren bleiben, streifen die selbstst\u00e4ndigen Jungv\u00f6gel auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet ungef\u00e4hr von Juli bis Mitte Oktober umher. Die Wanderungen k\u00f6nnen wenige bis 1.000 Kilometer umfassen. Dabei legen Weibchen meist gr\u00f6\u00dfere Entfernungen zur\u00fcck als M\u00e4nnchen. Die Jungen aus Zweit- und Drittbruten legen h\u00e4ufig l\u00e4ngere Wanderungen zur\u00fcck. Haben sie ein Revier f\u00fcr den Winter gefunden, wird es in Hinblick auf die Gew\u00e4sser und die Umgebung erkundet. Auf die Eignung als Brutrevier in der n\u00e4chsten Brutsaison wird es unter anderem durch Besuche in Brutrevieren anderer, noch sp\u00e4te Bruten aufziehender V\u00f6gel, beurteilt. Ab November stellen sie gr\u00f6\u00dfere Ortsbewegungen ein und nehmen in Erwartung des kommenden Winters von knapp 40 Gramm im Sp\u00e4tsommer auf 44 bis 46 Gramm zu.<\/p>\n<p>Der Eisvogel ist ein territorialer Einzelg\u00e4nger. Er ist standorttreu und tagaktiv. Oft sitzt er lange Zeit still auf einem niedrig \u00fcber dem Wasser h\u00e4ngenden Ast.<\/p>\n<p>Bei der Begegnung zweier Individuen wird zun\u00e4chst gedroht. Dabei sitzt der Eisvogel hoch aufgerichtet, gestreckt, mit angelegtem Kleingefieder und nach vorn sackenden Fl\u00fcgeln. Oft wird auch der Schnabel ge\u00f6ffnet. Die Kehlfedern sind eng angelegt. Zur Verst\u00e4rkung der Drohung verbeugt sich der Eisvogel ganz langsam vor dem Gegner, wobei der Kopf einen vertikalen Kreisbogen beschreibt oder langsam von einer Seite zur anderen gedreht wird. Die st\u00e4rkste Drohung besteht darin, dass der Vogel die Fl\u00fcgel ausbreitet und sich in voller Gr\u00f6\u00dfe zeigt. Bei Drohduellen sitzen sich die Rivalen steif und d\u00fcnn im Profil gegen\u00fcber, wobei manchmal kurze, von erregten Rufen begleitete Verfolgungsfl\u00fcge stattfinden. Die Dauer kann mehrere Stunden betragen, in denen offensichtliche Gefahren kaum bemerkt werden. Vermutlich testen sie sich dabei in Bezug auf Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit. Mit der Aufgabe des schw\u00e4cheren Vogels endet das Duell.<\/p>\n<p>In Ausnahmef\u00e4llen reicht das Drohen nicht aus und es kommt zum Kampf. Dabei versucht ein Eisvogel den anderen vom Ansitz zu sto\u00dfen oder in den Nacken zu bei\u00dfen. Wenn dies nicht gelingt, fassen sich die Rivalen gegenseitig am Schnabel und zerren sich hin und her, flattern zu Boden oder fallen ins Wasser. Meist enden die K\u00e4mpfe ohne ernsthafte Verletzungen. Zum Schluss flieht der Unterlegene. Der Sieger bleibt zur\u00fcck oder verfolgt den Gegner noch ein kurzes St\u00fcck.<\/p>\n<p>Selbstst\u00e4ndige Jungv\u00f6gel aus fr\u00fcheren Bruten desselben Jahres besuchen oft (etwa ab Juni) die Brutsteilwand. Manchmal werden diese aus fremden Bruten stammenden Besucher von den Altv\u00f6geln energisch verjagt, bei anderen Gelegenheiten aber ignoriert oder geduldet. Sie zeigen ein starkes Interesse an Bruth\u00f6hlen, insbesondere solchen mit Nestlingen, und beteiligen sich nachweislich zumindest teilweise intensiv an der F\u00fctterung.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb der Brutsaison k\u00f6nnen sich an einem bestimmten Gew\u00e4sserabschnitt mit ausreichendem Nahrungsangebot mehrere Eisv\u00f6gel ohne gegenseitiges Drohen aufhalten.<\/p>\n<p><a title=\"Greifv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifv%C3%B6gel\">Greifv\u00f6geln<\/a> entkommt der Eisvogel oft, indem er zun\u00e4chst laut rufend flach \u00fcber dem Wasser fliegt und pl\u00f6tzlich aus vollem Flug einen Tauchsto\u00df ausf\u00fchrt, so dass der J\u00e4ger \u00fcber ihn hinwegfliegt und damit seine Beute verloren hat.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Die Populationen des Eisvogels in Europa machen weniger als die H\u00e4lfte des weltweiten Bestandes aus. Nach Angaben der <a title=\"International Union for Conservation of Nature and Natural Resources\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/International_Union_for_Conservation_of_Nature_and_Natural_Resources\">IUCN<\/a> ist diese mit weniger als 160.000 Paaren relativ klein und nahm zwischen 1970 und 1990 m\u00e4\u00dfig ab. Obwohl die Art zwischen 1990 und 2000 grunds\u00e4tzlich weitgehend stabil war und stabilen, fluktuierenden oder steigenden Trends in gro\u00dfen Teilen Europas unterliegt, gilt die Population als noch nicht erholt, da sie die Stufe vor dem Schwinden noch nicht erreicht hat. Konsequenterweise wird sie vorl\u00e4ufig in Europa als dezimiert (<span lang=\"en\">Depleted<\/span>) gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Eisvogel ist gem\u00e4\u00df \u00a7 10 Abs. 2 Nr. 5 und Nr. 11 <a title=\"Bundesnaturschutzgesetz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesnaturschutzgesetz\">BNatSchG<\/a> eine in Deutschland streng gesch\u00fctzte Art. Der Eisvogel war 2009 zum zweiten Mal nach 1973 <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Deutschland%29\">Vogel des Jahres<\/a> in Deutschland und war 2006 <a title=\"Vogel des Jahres (Schweiz)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Schweiz%29\">Vogel des Jahres in der Schweiz<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"Gef.C3.A4hrdung_und_Schutz\" class=\"mw-headline\">Gef\u00e4hrdung und Schutz<\/span><\/h3>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe des Brutbestands wird wesentlich von der Winterstrenge bestimmt. Harte Winter mit l\u00e4nger andauernden K\u00e4lteeinbr\u00fcchen k\u00f6nnen regional zu drastischen Bestandseinbr\u00fcchen (bis zu 90 Prozent) f\u00fchren, da die meisten Fischgew\u00e4sser zufrieren und an eisfreien Gew\u00e4ssern Eisperlen zum Verlust der Flugf\u00e4higkeit oder zum Anfrieren auf dem Ansitz f\u00fchren k\u00f6nnen. Durch die hohe Fortpflanzungsrate des Eisvogels k\u00f6nnen diese Verluste innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher wurde der Eisvogel von Binnenfischern stark bejagt. Im 19. Jahrhundert etwa galten die Federn als begehrter Schmuck f\u00fcr Damenh\u00fcte. Auch zur Herstellung von k\u00fcnstlichen Fliegen f\u00fcr Angler wurden tausende V\u00f6gel get\u00f6tet. Heute ist er durch die Vernichtung seines <a title=\"Habitat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habitat\">Lebensraums<\/a> bedr\u00e4ngt, da fast alle europ\u00e4ischen Fl\u00fcsse und auch <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bach (Gew\u00e4sser)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bach_%28Gew%C3%A4sser%29\">B\u00e4che<\/a> in der Vergangenheit ausgebaut oder reguliert, die <a title=\"T\u00fcmpel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCmpel\">T\u00fcmpel<\/a> zugesch\u00fcttet und die <a title=\"Feuchtgebiet\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feuchtgebiet\">Feuchtgebiete<\/a> trockengelegt wurden. Durch diese Ma\u00dfnahmen hat sich das Nahrungsangebot sowie die Zahl der Ansitze und ruhigen Buchten verringert. Zudem verhindern abgeschr\u00e4gte, befestige B\u00f6schungen die Entstehung von Uferabbr\u00fcchen. Vereinzelte <a title=\"Renaturierung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Renaturierung\">Renaturierung<\/a> hat daran nichts Wesentliches ge\u00e4ndert. Auch verschmutztes und saures Wasser entzieht dem Eisvogel die Nahrungsgrundlage. Die zur Beseitigung des Brutplatzmangels vom Menschen geschaffenen k\u00fcnstlichen Steilw\u00e4nde, teilweise auch mit k\u00fcnstlichen Bruth\u00f6hlen, wurden erfolgreich angenommen. Der Erhalt naturnaher, von k\u00fcnstlichen Eingriffen unabh\u00e4ngiger Fluss- und Bachlandschaften stellt das wichtigste Kriterium f\u00fcr den Schutz des Eisvogels dar, so dass er bei <a title=\"Naturschutzorganisation\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturschutzorganisation\">Naturschutzorganisationen<\/a> als <a title=\"Flaggschiffart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flaggschiffart\">Flaggschiffart<\/a> f\u00fcr die weniger bekannten Arten dieses Lebensraums steht.<\/p>\n<p>Das <a class=\"mw-redirect\" title=\"Unternehmenslogo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unternehmenslogo\">Logo<\/a> des Naturschutzverbandes <a title=\"Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landesbund_f%C3%BCr_Vogelschutz_in_Bayern\">Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern<\/a> e.&nbsp;V. zeigt ein Exemplar mit ausgebreiteten Schwingen.<\/p>\n<h3><span id=\"Externe_Systematik\" class=\"mw-headline\">Externe Systematik<\/span><\/h3>\n<p>Zwischen den westafrikanischen Vertretern der Gattungen <em>Alcedo<\/em>, <em>Ispidina<\/em>, und <em>Myioceyx<\/em> sowie zwischen den Gattungen <em>Alcyone<\/em> und <em>Ceyx<\/em> wurde schon 1934 eine sehr nahe Verwandtschaft angenommen. Folglich musste die \u00fcbliche Einteilung in Alcedininae und Halcyoninae aufgegeben werden, so dass die auf Fischnahrung spezialisierten Eisv\u00f6gel keine geschlossene Gruppe mehr bildeten. Man nahm mehrere Entwicklungslinien (<em>Ispidina<\/em> \u2013 <em>Alcedo<\/em>, <em>Halcyon<\/em> \u2013 <em>Ceryle<\/em> u.&nbsp;a.) an, da ihre gemeinsamen Merkmale <a class=\"mw-redirect\" title=\"Konvergenz (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konvergenz_%28Biologie%29\">konvergent<\/a> sind.<\/p>\n<p>Die <a title=\"Phylogenese\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phylogenese\">Phylogenie<\/a> der Familie der <a title=\"Eisv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisv%C3%B6gel\">Eisv\u00f6gel<\/a> (Alcedinidae) wurde 2006 durch den Vergleich <a title=\"Mitochondriale DNA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondriale_DNA\">mitochondrialer<\/a> und <a title=\"Zellkern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zellkern\">nukle\u00e4rer<\/a> <a title=\"Nukleotidsequenz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nukleotidsequenz\">DNA-Sequenzen<\/a> von 38 repr\u00e4sentativen Arten rekonstruiert. Innerhalb der Gattung <em>Halcyon<\/em> ist die Phylogenie gut erforscht und erlaubt Einblicke in allgemeine Beziehungen. Demnach unterst\u00fctzt sie die Trennung von <em>Todiramphus<\/em> und <em>Halcyon<\/em>. Au\u00dferdem sind <em>Todiramphus<\/em> und <em>Syma<\/em> genauso Schwestergattungen wie <em>Halcyon<\/em> und <em>Pelargopsis<\/em>. Somit ist die Vereinigung oder Beibehaltung dieser Gruppen eine eher subjektive Entscheidung. Die gel\u00e4ufigen Begrenzungen zwischen den Gattungen <em>Ceyx<\/em> und <em>Alcedo<\/em> scheinen demnach keine nat\u00fcrlichen Gruppen darzustellen, wobei die Beziehungen innerhalb der Alcedinidae noch nicht vollst\u00e4ndig aufgekl\u00e4rt sind.<\/p>\n<h3><span id=\"Interne_Systematik\" class=\"mw-headline\">Interne Systematik<\/span><\/h3>\n<p>Nach ITIS gibt es sieben Unterarten:<\/p>\n<ul>\n<li><em>A. a. atthis<\/em> <a title=\"Nominotypisches Taxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominotypisches_Taxon\">Nominatform<\/a>\n<ul>\n<li>Verbreitung: Br\u00fctet in Nordwestafrika und S\u00fcd<a title=\"Italien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">italien<\/a> bis <a title=\"Bulgarien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bulgarien\">Bulgarien<\/a>, gelegentlich in der <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a>, <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a> und h\u00e4ufiger in <a title=\"Afghanistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afghanistan\">Afghanistan<\/a>, Nordwest<a title=\"Indien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indien\">indien<\/a> (n\u00f6rdliches <a title=\"Xinjiang\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang\">Xinjiang<\/a>) und <a title=\"Sibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Sibirien<\/a> von <a title=\"Omsk\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Omsk\">Omsk<\/a> bis <a title=\"Krasnojarsk\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krasnojarsk\">Krasnojarsk<\/a>. \u00dcberwintert in <a title=\"\u00c4gypten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84gypten\">\u00c4gypten<\/a>, Nordwest<a title=\"Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sudan\">sudan<\/a>, <a title=\"Jemen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jemen\">Jemen<\/a>, <a title=\"Oman\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oman\">Oman<\/a> und <a title=\"Pakistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pakistan\">Pakistan<\/a>.<\/li>\n<li>Aussehen: Krone gr\u00fcnlicher, Kinn und Kehle wei\u00df, Unterseite blasser rostfarben als <em>A. a. ispida<\/em>; ein wenig gr\u00f6\u00dfer, besonders der Schnabel.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. bengalensis<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: <a title=\"S\u00fcdasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdasien\">S\u00fcdasien<\/a> und <a title=\"Ostasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostasien\">Ostasien<\/a>: <a title=\"Indien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indien\">Indien<\/a> (au\u00dfer dem Nordwesten und S\u00fcden) bis <a title=\"Malaiische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malaiische_Halbinsel\">Malaiische Halbinsel<\/a>, <a title=\"Indochina\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indochina\">Indochina<\/a>, <a title=\"Hainan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hainan\">Hainan<\/a>, <a title=\"China\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/China\">China<\/a>, <a title=\"Korea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korea\">Korea<\/a>, <a title=\"Japan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Japan\">Japan<\/a>, von <a title=\"Sachalin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachalin\">Sachalin<\/a> bis zum <a title=\"Baikalsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baikalsee\">Baikalsee<\/a> und \u00f6stliche <a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a>. \u00dcberwintert in <a title=\"Sumatra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sumatra\">Sumatra<\/a>, <a title=\"Java (Insel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Java_%28Insel%29\">Java<\/a>, <a title=\"Borneo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borneo\">Borneo<\/a>, Nord<a title=\"Sulawesi\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sulawesi\">sulawesi<\/a>, <a title=\"Sula-Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sula-Inseln\">Sula-Inseln<\/a>, <a title=\"Halmahera\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halmahera\">Halmahera<\/a> und die <a title=\"Philippinen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philippinen\">Philippinen<\/a>.<\/li>\n<li>Aussehen: Heller und kleiner als <em>A. a. ispida<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. floresiana<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kleine Sunda-Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleine_Sunda-Inseln\">Kleine Sunda-Inseln<\/a>, <a title=\"Bali\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bali\">Bali<\/a>, bis <a title=\"Timor\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timor\">Timor<\/a> und <a title=\"Wetar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wetar\">Wetar<\/a><\/li>\n<li>Aussehen: wie <em>A. a. taprobana<\/em> aber dunkleres blau; gleiche Gr\u00f6\u00dfe wie <em>A. a. bengalensis<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. hispidoides<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: <a title=\"Sulawesi\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sulawesi\">Sulawesi<\/a>, <a title=\"Molukken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Molukken\">Molukken<\/a>, den Inseln von <a title=\"West-Neuguinea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/West-Neuguinea\">West-Neuguinea<\/a>, an dem K\u00fcsten <a title=\"Neuguinea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuguinea\">Neuguineas<\/a> vom <a title=\"Sepik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sepik\">Sepik<\/a> bis Aora.<\/li>\n<li>Aussehen: Dunkler als <em>A. a. floresiana<\/em>, Blau-Purpurne T\u00f6ne am hinteren Hals und Rumpf, Ohren blau.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. ispida<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: Br\u00fctet von S\u00fcd<a title=\"Norwegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">norwegen<\/a>, <a title=\"Irland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irland<\/a> und <a title=\"Spanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">Spanien<\/a> bis nach West<a title=\"Russland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">russland<\/a>, bis etwa nach <a title=\"Sankt Petersburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sankt_Petersburg\">Sankt Petersburg<\/a> und <a title=\"Rum\u00e4nien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">Rum\u00e4nien<\/a>. \u00dcberwintert s\u00fcdlich bis S\u00fcd<a title=\"Portugal\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portugal\">portugal<\/a> und <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. salomonensis<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: <a title=\"Salomonen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salomonen\">Salomonen<\/a> bis San Cristoval.<\/li>\n<li>Aussehen: Mehr Purpurt\u00f6ne, Ohren blau.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>A. a. taprobana<\/em>\n<ul>\n<li>Verbreitung: <a title=\"Sri Lanka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a> und <a title=\"Indien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indien\">Indien<\/a>, s\u00fcdlich der <a title=\"Kaveri\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaveri\">Kaveri<\/a>.<\/li>\n<li>Aussehen: Unterseite hellblau, nicht gr\u00fcnblau, gleiche Gr\u00f6\u00dfe wie <em>A. a. bengalensis<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andere Quellen erkennen noch zwei weitere an:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Alcedo a. japonica<\/em> lebt auf <a title=\"Japan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Japan\">Japan<\/a>, <a title=\"Taiwan (Insel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taiwan_%28Insel%29\">Taiwan<\/a> und <a title=\"Sachalin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachalin\">Sachalin<\/a>.<\/li>\n<li><em>Alcedo a. pallasii<\/em> besiedelt <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">Zentralasien<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Jahr 1758 bezeichnete <a title=\"Carl von Linn\u00e9\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_von_Linn%C3%A9\">Carl von Linn\u00e9<\/a> den Eisvogel als <em>Alcedo ispida<\/em>. Der lateinische Name <em>Alcedo<\/em> ist abgeleitet vom <a title=\"Griechische Sprache\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Sprache\">griechischen<\/a> <em><a title=\"Halkyon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halkyon\">Halkyon<\/a><\/em>, was so viel wie \u201edie auf dem Meer Br\u00fctende\u201c bedeuten kann. Die genaue Namensherkunft wird in der <a title=\"Griechische Mythologie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Mythologie\">griechischen Mythologie<\/a> beschrieben: Die um ihren Gemahl <a title=\"Keyx (Sohn des Heosphoros)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keyx_%28Sohn_des_Heosphoros%29\">Keyx<\/a> trauernde <a title=\"Alkyone (Trachis)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alkyone_%28Trachis%29\">Alkyone<\/a> und er selbst waren nach ihrem Tod von einem barmherzigen Gott in Eisv\u00f6gel verwandelt worden. Jeden Winter tr\u00e4gt nun die Eisvogelhenne ihren toten Partner zu Grabe. Danach baut die Henne ein Nest, das sie auf den Wellen treiben l\u00e4sst. Hinein legt sie die Eier und br\u00fctet ihre K\u00fcken aus. Nestbau und Br\u00fcten geschieht in den <a title=\"Halkyonische Tage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halkyonische_Tage\">halkyonischen Tagen<\/a>, das sind die je sieben windarmen Tage vor und nach der Wintersonnenwende.<\/p>\n<p>Zur Herkunft des deutschen Namens gibt es mehrere Theorien. So l\u00e4sst sich der Name wahrscheinlich vom <a title=\"Althochdeutsch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Althochdeutsch\">altdeutschen<\/a> \u201e<em>eisan<\/em>\u201c ableiten, was \u201eschillern\u201c oder \u201egl\u00e4nzen\u201c bedeutet und auf das gl\u00e4nzend-farbige Gefieder des Vogels bezogen ist. Wenige Autoren beziehen den Namen tats\u00e4chlich auf das <a title=\"Eis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eis\">Eis<\/a>, indem sie einen Bezug zu seinem Aufenthalt an zugefrorenen Gew\u00e4ssern, dem Abeisen oder zu toten Tieren im Eis herstellen. Andere beziehen sich auf die \u201eeisblauen\u201c R\u00fcckenfedern oder seine leichtere Auffindbarkeit bei Eis und Schnee. Zuletzt gehen einige Autoren davon aus, dass der Name urspr\u00fcnglich \u201eEisenvogel\u201c bedeutet haben sollte, da die R\u00fcckenfedern des Vogels stahlblau oder die Unterseite rostrot gef\u00e4rbt sei.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren einige <a class=\"mw-redirect\" title=\"Synonymie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Synonymie\">Synonyme<\/a>, die heute selten benutzt werden, in Gebrauch: Uferspecht, Wasserspecht, Blauspecht, Wasserh\u00e4hnlein, K\u00f6nigsfischer. In englischsprachigen L\u00e4ndern hei\u00dft er \u201e<em>Kingfisher<\/em>\u201c und bei den Schweden \u201e<em>Kungsfiskare<\/em>\u201c. Als weiterer Name wird die Bezeichnung <a title=\"Martin von Tours\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_von_Tours\">Sankt-Martins<\/a>-Vogel oder Martinsfischer in Frankreich, Spanien und Italien verwendet.<\/p>\n<h3><span id=\"Mythologie.2C_Sage_und_Aberglaube\" class=\"mw-headline\">Mythologie, Sage und Aberglaube<\/span><\/h3>\n<p>Die alten Griechen und R\u00f6mer gingen tats\u00e4chlich von einem auf dem offenen Meer schwimmenden Nest aus. <a title=\"Plutarch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Plutarch\">Plutarch<\/a> dachte, es best\u00fcnde aus ineinander verflochtenen, kleinen Fischgr\u00e4ten und <a title=\"Plinius der \u00c4ltere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Plinius_der_%C3%84ltere\">Plinius der \u00c4ltere<\/a> berichtet in seiner <em>Naturalis historia<\/em> um 70 nach Christus von einem schwamm\u00e4hnlichen, nicht durch <a title=\"Eisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eisen\">Eisen<\/a> zerschlagbaren Nest. Selbst noch im 19. Jahrhundert hielt man die <a title=\"Halkyonische Tage\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halkyonische_Tage\">halkyonischen Tage<\/a> f\u00fcr die Brutzeit des Eisvogels.<\/p>\n<p>Auf Grund der griechischen Sage um Keyx und Alkyone \u00fcberdauerte der Glaube an die Gattenliebe und die Treue des Eisvogels bis mindestens ins 19. Jahrhundert hinein. So ging der Naturforscher <a title=\"Conrad Gesner\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Conrad_Gesner\">Conrad Gesner<\/a> 1669 davon aus, dass das Weibchen beim Tod des M\u00e4nnchens einen Trauergesang anstimmen w\u00fcrde. Er soll Macht und Reichtum, Frieden und Sch\u00f6nheit verhei\u00dfen. Zudem gilt er als Gl\u00fccksbringer. Zuletzt soll er den Fischern reichen Fang und den Schiffern eine gute Reise erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Nach einer franz\u00f6sischen Sage wurde der damals noch grau gef\u00e4rbte Eisvogel von Noah der <a title=\"Tauben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">Taube<\/a> nachgeschickt. Er sollte erkunden, ob sich die Wasser der Sintflut zur\u00fcckgezogen h\u00e4tten. Da er auf seinem Flug einem Sturm ausweichen musste, flog er so hoch, dass die Oberseite die Farbe des Himmels annahm und die Unterseite von der <a title=\"Sonne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sonne\">Sonne<\/a> rot gebrannt wurde. Als der Bote Bericht erstatten wollte, konnte er die Arche nicht mehr finden, so dass er noch heute die Gew\u00e4sser nach Noah suchend abstreift.<\/p>\n<p>Im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Aberglauben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aberglauben\">Aberglauben<\/a> wurden <a title=\"Talisman\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Talisman\">Talismane<\/a> von Eisvogelfedern und -b\u00e4lgen gegen <a title=\"Blitz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blitz\">Blitzschlag<\/a> eingesetzt. Das am Hals getragene getrocknete Herz sollte vor <a title=\"Gift\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gift\">Gift<\/a> und schwerer Not sch\u00fctzen. Mumifizierte V\u00f6gel dienten als Mittel zur <a title=\"Nachtfalter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtfalter\">Mottenabwehr<\/a> und an einem Faden aufgeh\u00e4ngt auch als <a title=\"Kompass\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kompass\">Kompass<\/a> und Wetterfahne. Sich widersprechenden Theorien zufolge sollte der Schnabel immer nach Norden oder in Windrichtung zeigen. <a title=\"Paracelsus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paracelsus\">Paracelsus<\/a> nahm an, dass der Eisvogel nach seinem Tod nicht verfaule, so dass der Naturforscher Balthasar Sprenger 1753 einen best\u00e4tigenden Artikel dar\u00fcber abfasste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:Mihai Baciu<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Eisvogel (Alcedo atthis, regional auch Eisenkeil) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisv\u00f6gel (Alcedinidae). 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