{"id":3356,"date":"2013-12-13T15:35:30","date_gmt":"2013-12-13T13:35:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/schwarzstirnwurger-lanius-minor\/"},"modified":"2013-12-13T16:12:34","modified_gmt":"2013-12-13T14:12:34","slug":"schwarzstirnwurger-lanius-minor","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/schwarzstirnwurger-lanius-minor\/","title":{"rendered":"Schwarzstirnw\u00fcrger (Lanius minor)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Schwarzstirnw\u00fcrger<\/strong> (<em>Lanius minor<\/em>) ist ein Vertreter der Gattung <em>Lanius<\/em> innerhalb der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"W\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrger\">W\u00fcrger<\/a> (Laniidae). Schwarzstirnw\u00fcrger gleichen stark Arten aus der Gruppe der <a title=\"S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdlicher_Raubw%C3%BCrger\">Raubw\u00fcrger<\/a>, sind jedoch etwas kleiner. Der obligate <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a> mit \u00dcberwinterungsgebieten in den Steppengebieten der <a title=\"Kalahari\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalahari\">Kalahari<\/a> ist von Ost- und S\u00fcdosteuropa ostw\u00e4rts bis Zentralasien verbreitet. Die Art war noch zur Mitte des 20.&nbsp;Jahrhunderts in vielen Gebieten West- und Mitteleuropas Brutvogel. Heute ist er in diesen Bereichen selten geworden und vielerorts ganz verschwunden.<\/p>\n<p>Mit einer Gesamtl\u00e4nge von bis zu 20&nbsp;Zentimetern ist der Schwarzstirnw\u00fcrger etwa <a title=\"Star (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">starengro\u00df<\/a>, jedoch bedeutend langschw\u00e4nziger und schlanker als dieser. Er weist in der Verteilung der grauen, schwarzen und wei\u00dflichen Gefiederanteile sehr starke Gemeinsamkeiten mit dem <a title=\"N\u00f6rdlicher Raubw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N%C3%B6rdlicher_Raubw%C3%BCrger\">N\u00f6rdlichen<\/a> und <a title=\"S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdlicher_Raubw%C3%BCrger\">S\u00fcdlichen Raubw\u00fcrger<\/a> auf, ist aber dennoch bei ausreichenden Beobachtungsbedingungen zweifelsfrei zu bestimmen.<\/p>\n<p>Das Oberseitengefieder ist vom Scheitel \u00fcber Nacken und R\u00fccken ungezeichnet grau. Die Schultern sowie die Arm- und Handschwingen sind schwarz. Der <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> ist grau, ebenso der Ansatz des deutlich gestuften, im Verh\u00e4ltnis zu Raubw\u00fcrgern etwas k\u00fcrzeren Schwanzes. Ab der Mitte ist der Schwanz schwarz, die \u00e4u\u00dferen <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> sind beim M\u00e4nnchen jedoch wei\u00df. Die Unterseite ist hell. Brust und Flanken sind deutlich r\u00f6tlichbraun behaucht, der Bauch ist meist sehr hell gr\u00e4ulichbraun. Die wei\u00dfen Basen der Handschwingen erzeugen beim sitzenden Vogel einen immer sichtbaren, recht breiten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fl\u00fcgelspiegel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspiegel\">Fl\u00fcgelspiegel<\/a>, beim fliegenden eine sichelf\u00f6rmige wei\u00dfe Markierung. Die Kehle ist fast rein wei\u00df und kontrastiert sehr stark mit der breiten schwarzen Gesichtsmaske, die sich von der Stirn \u00fcber die Augen \u2013 die breit verdeckt werden \u2013 bis in den Nacken zieht. Der schwarze Schnabel ist deutlich gez\u00e4hnt, hoch und breit. Die Beine und Zehen sind dunkel graubraun. Vereinzelt kommen sehr dunkle, <a title=\"Melanismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melanismus\">melanistische<\/a> Individuen vor.<\/p>\n<p>Die Geschlechter unterscheiden sich in Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht nicht. Die F\u00e4rbungsunterschiede lassen jedoch eine sichere Geschlechtsbestimmung zu. Weibchen sind insgesamt weniger kontrastreich gef\u00e4rbt, die Schwarzanteile des Oberseitengefieders weisen einen gut erkennbaren Braunton auf. Die Gesichtsmaske ist bei weiblichen Schwarzstirnw\u00fcrgern in den Umrissen zwar deutlich markiert, meist aber nicht schwarz ausgef\u00e4rbt, sondern grauschwarz gesprenkelt. Insbesondere die Stirn ist sehr selten einheitlich schwarz, meist nur grauschwarz geflockt. Oft ist eine leichte Wellung und <a title=\"Sperberung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperberung\">Sperberung<\/a> des grauen Oberseiten- und hellen Unterseitengefieders zu erkennen.<\/p>\n<p>Bald nach dem Ausfliegen mausern Schwarzstirnw\u00fcrger ins Jugendkleid, das bereits die Zeichnungskonturen des Erwachsenengefieders aufweist. Sie sind auf der Oberseite geflockt graubraun, die Fl\u00fcgel sind schwarzbraun. Vor allem die gro\u00dfen Armdecken weisen eine deutliche helle Randung auf. Der wei\u00dfe Fl\u00fcgelspiegel ist bereits ausgebildet, auch die Augenmaske ist angedeutet. Die Unterseite ist hell, verwaschen schmutzigwei\u00df und an den Flanken <a class=\"mw-redirect\" title=\"Isabellfarben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isabellfarben\">isabellfarben<\/a>. Hier ist eine leichte Wellung und Sperberung des Gefieders zu erkennen. Im Winterquartier mausern die Jungv\u00f6gel ins Adultkleid; nur selten sind einj\u00e4hrige V\u00f6gel mit Resten des Jugendgefieders im Brutgebiet anzutreffen.<\/p>\n<h3><span id=\"Verwechslungsm.C3.B6glichkeiten\" class=\"mw-headline\">Verwechslungsm\u00f6glichkeiten<\/span><\/h3>\n<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger kann mit den beiden Arten des Raubw\u00fcrgers, auf dem Zug auch mit dem <a title=\"Graumantelw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graumantelw%C3%BCrger\">Graumantelw\u00fcrger<\/a> verwechselt werden. Von allen drei Arten unterscheidet er sich durch die wesentlich geringere Gr\u00f6\u00dfe, von den Raubw\u00fcrgern durch die breite, zum Scheitel hin niemals wei\u00df gerandete Gesichtsmaske, sowie durch die schlankere, weit weniger wuchtige Gestalt. Der Fl\u00fcgelspiegel ist ausgepr\u00e4gter und auf die Handschwingen beschr\u00e4nkt. Schwarzstirnw\u00fcrger sitzen meist aufrechter als Raubw\u00fcrger. Der Graumantelw\u00fcrger ist fast nur in Gruppen anzutreffen. Er ist auffallend langschw\u00e4nzig. Der Schwanz ist im Gegensatz zum Schwarzstirnw\u00fcrger in seiner zweiten H\u00e4lfte zur G\u00e4nze schwarz. Junge Schwarzstirnw\u00fcrger sind von juvenilen Raubw\u00fcrgern nur durch ihre geringere Gr\u00f6\u00dfe sicher zu unterscheiden.<\/p>\n<h3><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h3>\n<p>Der Gesang ist ein w\u00fcrgertypisches, anhaltendes Schwatzen, in das neben den f\u00fcr die Art charakteristischen kr\u00e4chzenden und gepressten Lauten viele, zum Teil sehr gute Imitationen anderer Vogelarten und Ger\u00e4usche der Kulturlandschaft oder Hundegebell eingebettet sein k\u00f6nnen (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/ibc.hbw.com\/ibc\/phtml\/votacio.phtml?idVideo=17266&amp;Lanius_minor\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel als Video<\/a>). Verschiedenste Vogelarten werden imitiert. Dem Gesang geht meist ein abgesetztes Eingangselement voraus. Der Reviergesang ist ein anhaltendes moduliertes Schilpen, das in einem langsamen Imponierflug vorgetragen wird.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verf\u00fcgen Schwarzstirnw\u00fcrger \u00fcber ein reiches Repertoire an Rufen. Die meisten klingen kr\u00e4chzend und rau. Erregungsrufe sind gereihte <em>reck\u2026sreck<\/em>-Folgen (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.birdsongs.it\/songs\/lanius_minor\/call1.wav\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>; <a title=\"RIFF WAVE\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RIFF_WAVE\">WAV<\/a>; 309&nbsp;kB), beziehungsweise w\u00fcrgertypisches <em>Tsch\u00e4ckern<\/em> (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.birdsongs.it\/songs\/lanius_minor\/call2.wav\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>; <a title=\"RIFF WAVE\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RIFF_WAVE\">WAV<\/a>; 273&nbsp;kB), beim Erscheinen von Fressfeinden sind laute <em>g\u00e4\u2026g\u00e4g\u00e4<\/em>-Folgen zu h\u00f6ren. Ein intimer, leiser Kontaktruf, vor allem beim Nestbau, beim Balzf\u00fcttern oder bei der Futter\u00fcbergabe ge\u00e4u\u00dfert, ist ein leises <em>Krett<\/em>.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Lanius_minor_distr.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/91\/Lanius_minor_distr.png\/300px-Lanius_minor_distr.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"336\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Lanius_minor_distr.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Verbreitung des Schwarzstirnw\u00fcrgers<br \/> Brutgebiete (orange), \u00dcberwinterungsgebiete (blau)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger ist vom \u00f6stlichen <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropa<\/a> ostw\u00e4rts bis an die Westgrenze der <a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a> und bis in die Grenzregionen des nordwestlichen <a title=\"China\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/China\">Chinas<\/a> verbreitet. Die dichteren Vorkommen beginnen in <a title=\"Ungarn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">Ungarn<\/a>, der <a title=\"Slowakei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a> und auf der <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkanhalbinsel<\/a>, wo in <a title=\"Rum\u00e4nien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">Rum\u00e4nien<\/a> allein etwa die H\u00e4lfte des europ\u00e4ischen Gesamtbestandes br\u00fctet, umfassen im S\u00fcdosten weite Teile der <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a>, das <a title=\"Kaukasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasien\">Kaukasusgebiet<\/a> und reichen bis in den <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Nordiran<\/a>. Nach Osten setzten sie sich \u00fcber die <a title=\"Ukraine\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine\">Ukraine<\/a> und das nord\u00f6stliche <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzmeergebiet<\/a> fort und reichen weit in den <a title=\"Steppe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppeng\u00fcrtel<\/a> der <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">zentralasiatischen Staaten<\/a>. In Nordosteuropa bestehen schwindende, beziehungsweise sehr kleine Brutvorkommen in <a title=\"Polen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polen\">Polen<\/a>, <a title=\"Litauen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Litauen\">Litauen<\/a> und <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrussland<\/a>, sowie starke Populationen im europ\u00e4ischen und asiatischen Teil Russlands. Die \u00f6stlichsten Brutgebiete liegen bei etwa 85\u00b0 Ost, die n\u00f6rdlichsten bei 55\u00b0 Nord.<\/p>\n<p>Die fr\u00fcher nicht unbedeutenden Vorkommen im zentralen und westlichen Teil Europas sind bis auf Reste in <a title=\"Spanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">Nordspanien<\/a> und <a title=\"Frankreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">S\u00fcdfrankreich<\/a> weitgehend erloschen. In <a title=\"Italien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">Italien<\/a> ist die Verbreitung des Schwarzstirnw\u00fcrgers stark fragmentiert.<\/p>\n<p>In der Schweiz und in Deutschland br\u00fctet der Schwarzstirnw\u00fcrger zur Zeit nicht. In \u00d6sterreich kommt es fallweise zu Bruten von Einzelpaaren, vor allem im <a title=\"Seewinkel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seewinkel\">Seewinkel<\/a> sowie in der s\u00fcdlichen <a title=\"Steiermark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steiermark\">Steiermark<\/a>.<\/p>\n<p>Den <a title=\"Boreale Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boreale_Zone\">borealen<\/a> Winter verbringt fast die gesamte Weltpopulation in der Kalahari im s\u00fcdlichen Afrika, vor allem in <a title=\"Botswana\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Botswana\">Botswana<\/a>. Das Winterareal ist nach Harris f\u00fcnfmal kleiner als das Brutgebiet, nach Herremans umfasst es nur ein Zehntel. Nur wenige Schwarzstirnw\u00fcrger \u00fcberwintern weiter n\u00f6rdlich dieses Gebietes, einige wenige schon im <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und im S\u00fcden der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<p>Alle Populationen sind <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Die meisten europ\u00e4ischen V\u00f6gel verlassen ihre Brutgebiete im August und September, die ersten Nichtbr\u00fcter schon Ende Juli. Sie ziehen in einem Korridor zwischen S\u00fcdwest und S\u00fcdost meist \u00fcber den Balkan nach S\u00fcden, \u00fcberqueren das <a title=\"Mittelmeer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeer<\/a> auf der <a class=\"mw-redirect\" title=\"\u00c4g\u00e4is\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84g%C3%A4is\">\u00e4g\u00e4ischen<\/a> Inselbr\u00fccke und erreichen in einem relativ schmalen Bereich im Grenzgebiet zwischen <a title=\"Libyen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libyen\">Libyen<\/a> und <a title=\"\u00c4gypten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84gypten\">\u00c4gypten<\/a> das afrikanische Festland. Weiter nach S\u00fcden folgen die meisten dem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Niltal\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niltal\">Niltal<\/a>. Die kleinasiatischen Brutv\u00f6gel ziehen entlang der Westk\u00fcste des <a title=\"Rotes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotes_Meer\">Roten Meeres<\/a>, die zentralasiatischen \u00fcberqueren den <a title=\"Persischer Golf\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Persischer_Golf\">Persischen Golf<\/a> und den S\u00fcdteil der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a> und erreichen Afrika im Bereich des <a title=\"Horn von Afrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Horn_von_Afrika\">Horns von Afrika<\/a>. Schwarzstirnw\u00fcrger ziehen nachts. Sie ben\u00f6tigen f\u00fcr den Wegzug zwischen acht und zehn Wochen. In den Winterquartieren verweilen sie bis zu 22&nbsp;Wochen. Der Heimzug erfolgt auf etwas \u00f6stlicheren Routen (<a title=\"Schleifenzug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleifenzug\">Schleifenzug<\/a>) und dauert nur sechs bis acht Wochen. Die Winterquartiere werden von der Mehrzahl der Tiere innerhalb weniger Tage verlassen. Die ersten Schwarzstirnw\u00fcrger erreichen bereits Mitte April die Brutgebiete, das Gros trifft jedoch erst Anfang bis Mitte Mai ein.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger besiedelt in seinem gesamten Verbreitungsgebiet h\u00e4ufig Biotope, die zumindest teilweise vom Menschen gestaltet und meist, zumindest extensiv, genutzt werden. Von allen pal\u00e4arktischen W\u00fcrgerarten bevorzugt er die trockensten Habitate, in vollkommen wasserlosen Regionen br\u00fctet er jedoch nicht. Wichtige Requisiten eines geeigneten Schwarzstirnw\u00fcrgerhabitats sind neben dem ausreichenden Nahrungsangebot einzeln stehende B\u00e4ume und freie, kurzrasige Fl\u00e4chen, in die v\u00f6llig unbewachsene Areale eingebettet sein k\u00f6nnen. Die Art der B\u00e4ume scheint keine Rolle zu spielen, meist handelt es sich jedoch um Laubb\u00e4ume. Nur in den hochgelegenen Brutgebieten Mittelasiens kommt die Art in alten Wacholderbest\u00e4nden vor. Baumfreie, nur von Str\u00e4uchern oder B\u00fcschen bestandene Regionen, besiedelt der Schwarzstirnw\u00fcrger im Gegensatz zu den meisten anderen W\u00fcrgerarten nicht. In der <a title=\"Pistazien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pistazien\">Pistazien<\/a>savanne im S\u00fcden <a title=\"Turkmenistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turkmenistan\">Turkmenistans<\/a> kommt er nur dann als Brutvogel vor, wenn die Wuchsform der Pistazie Baumcharakter annimmt. Er bewohnt aufgelockerte Baumsteppen bis in die \u00e4u\u00dfersten Randgebiete der borealen W\u00e4lder ebenso wie Trocken- und Gebirgssteppen, solange ausreichend B\u00e4ume zur Verf\u00fcgung stehen. Schwarzstirnw\u00fcrger br\u00fcten in weitfl\u00e4chigen, im Idealfall beweideten Obstg\u00e4rten mit gro\u00dfen Baumabst\u00e4nden, in Weing\u00e4rten, in baumbestandenen Weiden, oft in Alleen entlang von Stra\u00dfen- und Bahnd\u00e4mmen oder in zum Beispiel aus <a title=\"Pappeln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappeln\">Pappeln<\/a> gebildeten Windschutzstreifen, die Kulturland begrenzen. Er meidet die N\u00e4he des Menschen weniger als die anderen europ\u00e4ischen W\u00fcrger. Brutpl\u00e4tze in unmittelbarer N\u00e4he zu bewohnten H\u00e4usern sind ebenso bekannt wie solche in Parks inmitten von Gro\u00dfst\u00e4dten. In Europa liegen seine Brutgebiete unter 900&nbsp;Metern, in Teilen Zentralasiens und im Kaukasus kommt er noch in H\u00f6hen von \u00fcber 2000&nbsp;Metern als Brutvogel vor.<\/p>\n<p>Im borealen Winter ist er ein Charaktervogel der offenen Akazien- und Dornbuschsavanne. Dort wo sich die \u00dcberwinterungsgebiete mit denen des <a title=\"Neunt\u00f6ter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neunt%C3%B6ter\">Neunt\u00f6ters<\/a> \u00fcberschneiden, bevorzugt der Schwarzstirnw\u00fcrger die trockeneren Habitate. Er bewohnt aufgelockerte <a title=\"Mopane\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mopane\">Mopanew\u00e4lder<\/a> sowie kultiviertes Land, wo er h\u00e4ufig Leitungsdr\u00e4hte oder die Pf\u00e4hle von Viehz\u00e4unen als Warten benutzt.<\/p>\n<p>Wie einige andere W\u00fcrgerarten neigen Schwarzstirnw\u00fcrger zu aufgelockert koloniehaftem Br\u00fcten, sodass es zu relativ gro\u00dfen Bestandsdichten auf verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinem Raum kommen kann, benachbarte, ebenfalls gut geeignete Habitate aber ungenutzt bleiben. So br\u00fcteten nahe <a title=\"Odessa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Odessa\">Odessa<\/a> in einem nur 0,6&nbsp;Hektar gro\u00dfen Bereich acht Paare erfolgreich. Solch hohe Siedlungsdichten bilden jedoch die Ausnahme. In der Regel liegen die Nestabst\u00e4nde zwischen 50 und 300&nbsp;Metern.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung_und_Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrung und Nahrungserwerb<\/span><\/h2>\n<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger ern\u00e4hrt sich fast ausschlie\u00dflich von <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a>, vor allem von am Boden lebenden <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fern<\/a>, die \u00fcber 90&nbsp;% der Gesamtnahrungsmenge ausmachen k\u00f6nnen. Er bevorzugt gr\u00f6\u00dfere Arten, doch werden Beutetiere bereits ab einer Gr\u00f6\u00dfe von etwa 5&nbsp;Millimetern aufgenommen. Er frisst, wie andere W\u00fcrger, auch Arten, die sich durch Stinkdr\u00fcsen oder durch eine besondere Warntracht sch\u00fctzen. Im Winterquartier geh\u00f6rt der <a title=\"W\u00fcstenlaufk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCstenlaufk%C3%A4fer\">W\u00fcstenlaufk\u00e4fer<\/a> zu seinen Beutetieren, der ein \u00e4tzendes Sekret absondert. Neben K\u00e4fern werden <a title=\"Grillen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grillen\">Grillen<\/a> sowie <a title=\"Heuschrecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heuschrecken\">Feld- und Laubheuschrecken<\/a> h\u00e4ufig erbeutet. Wirbeltiere, insbesondere <a class=\"mw-redirect\" title=\"Echte M\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_M%C3%A4use\">M\u00e4use<\/a>, <a title=\"Spitzm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spitzm%C3%A4use\">Spitzm\u00e4use<\/a> und V\u00f6gel spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle, noch seltener finden sich <a title=\"Amphibien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amphibien\">Amphibien<\/a>, verschiedene <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>, <a title=\"Schnecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a> oder <a title=\"W\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmer\">W\u00fcrmer<\/a> unter den Nahrungstieren. In extremen Notsituationen kann es dazu kommen, dass Schwarzstirnw\u00fcrger die eigene Brut verzehren (<a class=\"mw-redirect\" title=\"Kronismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kronismus\">Kronismus<\/a>). Zumindest im \u00dcberwinterungsgebiet wurde die Art bislang nicht beim Trinken beobachtet.<\/p>\n<p>Unter den K\u00e4fern \u00fcberwiegen in allen Untersuchungen <a title=\"Laufk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laufk%C3%A4fer\">Laufk\u00e4fer<\/a>, mit gro\u00dfem Abstand gefolgt von <a title=\"R\u00fcsselk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCsselk%C3%A4fer\">R\u00fcsselk\u00e4fern<\/a>, <a title=\"Aask\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aask%C3%A4fer\">Aask\u00e4fern<\/a> und <a title=\"Blatthornk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blatthornk%C3%A4fer\">Blatthornk\u00e4fern<\/a>. Besonders h\u00e4ufig gefressene Arten sind im Brutgebiet <a title=\"Grabk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grabk%C3%A4fer\">Grabk\u00e4fer<\/a>, zum Beispiel <em><a class=\"new\" title=\"Pterostichus vulgaris (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Pterostichus_vulgaris&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Pterostichus vulgaris<\/a><\/em>, der <a title=\"Maik\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maik%C3%A4fer\">Maik\u00e4fer<\/a>, oder Arten der <a title=\"Totengr\u00e4ber (K\u00e4fer)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Totengr%C3%A4ber_%28K%C3%A4fer%29\">Totengr\u00e4ber<\/a>, doch richtet sich die Artzusammensetzung nach dem jeweiligen Angebot.<\/p>\n<p>Vorherrschende Jagdmethode des Schwarzstirnw\u00fcrgers ist die <a title=\"Ansitzjagd\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ansitzjagd\">Ansitzjagd<\/a>. Die Warten liegen meist in 2\u22123&nbsp;Metern H\u00f6he. H\u00f6here B\u00fcsche, Seiten\u00e4ste von B\u00e4umen, abgestelltes landwirtschaftliches Ger\u00e4t, sehr h\u00e4ufig Stromleitungen, im \u00dcberwinterungsgebiet auch Termitenh\u00fcgel und viele andere, einen guten \u00dcberblick bietende, erh\u00f6hte Positionen k\u00f6nnen als Warten dienen. Beim Fehlen von Warten <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">r\u00fctteln<\/a> Schwarzstirnw\u00fcrger ausdauernd. Die Beute wird meist am Boden geschlagen und dort verzehrt, gr\u00f6\u00dfere Beutetiere aber zu einem Ansitz gebracht und dort zum Verzehr vorbereitet, wobei sie mit einem Fu\u00df festgehalten werden. Gelegentlich f\u00e4ngt er Beutetiere wie Maik\u00e4fer, <a title=\"Rosenk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rosenk%C3%A4fer\">Rosenk\u00e4fer<\/a> oder <a title=\"Hummeln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hummeln\">Hummeln<\/a> und andere geradlinig fliegende Insektenarten in der Luft.<\/p>\n<p>Schwarzstirnw\u00fcrger spie\u00dfen Nahrungstiere nur \u00e4u\u00dferst selten auf; auch auf andere Art legen sie keine Vorr\u00e4te an. Das Fehlen dieser Verhaltensweisen macht sie bei Nahrungsknappheit besonders anf\u00e4llig.<\/p>\n<h2><span id=\"Territoriales_und_antagonistisches_Verhalten\" class=\"mw-headline\">Territoriales und antagonistisches Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Die Territorialit\u00e4t und die damit verbundene Aggressivit\u00e4t ist bei dieser Art individuell sehr verschieden. Im Minimalfall verteidigt der Schwarzstirnw\u00fcrger nur den Neststandort selbst, sowie ein kleines umliegendes Gebiet. In der N\u00e4he br\u00fctende Artgenossen werden weitgehend ignoriert. Die Nahrungsterritorien der Reviernachbarn k\u00f6nnen weitr\u00e4umig \u00fcberlappen, ohne dass es zu Rivalit\u00e4ten kommt. Im gegens\u00e4tzlichen Fall k\u00f6nnen die Reviere jedoch bedeutend umfangreicher sein, mehrere Lieblingswarten umfassen und aggressiv verteidigt werden. Gegen\u00fcber anderen Vogelarten und anderen W\u00fcrgern kann der Schwarzstirnw\u00fcrger ausgesprochen tolerant sein. Schwarzstirnw\u00fcrger erkennen die Reviere benachbarter, aggressiverer W\u00fcrgerarten sehr rasch und respektieren sie. So wurde einmal eine <a title=\"Aggregation (Verhaltensforschung)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aggregation_%28Verhaltensforschung%29\">Brutaggregation<\/a> von <a title=\"Pirol (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pirol_%28Art%29\">Pirol<\/a>, Raubw\u00fcrger, <a title=\"Rotkopfw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkopfw%C3%BCrger\">Rotkopfw\u00fcrger<\/a> und Schwarzstirnw\u00fcrger beobachtet, ohne dass nennenswerte Auseinandersetzungen festzustellen gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>In den \u00dcberwinterungsgebieten sind oft kleine Gruppen von Schwarzstirnw\u00fcrgern gemeinsam anzutreffen, oft vergesellschaftet mit anderen Vogelarten wie <a title=\"Rotfu\u00dffalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotfu%C3%9Ffalke\">Rotfu\u00dffalken<\/a> oder <a title=\"Wacholderdrossel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholderdrossel\">Wacholderdrosseln<\/a>.<\/p>\n<p>Antagonistische Verhaltensweisen gegen\u00fcber Artgenossen sind vor allem in der Vorbrutzeit sowie in der fr\u00fchen Brutzeit h\u00e4ufig. Meist reichen Imponierstellung, Entgegenfliegen und laute Rufe aus, um einen eindringenden Artgenossen zu vertreiben. Es kann zu Verfolgungsjagden kommen, die aber nur sehr selten zu Ber\u00fchrungsk\u00e4mpfen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Vor Nestr\u00e4ubern wie <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Kr\u00e4henv\u00f6geln<\/a> oder verschiedenen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Greifvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifvogel\">Greifvogelarten<\/a> warnen Schwarzstirnw\u00fcrger mit lautem Gezeter. Bei gro\u00dfer Ann\u00e4herung fliegen sie diese direkt an und attackieren sie bis zur Ber\u00fchrung. An dieser Abwehr beteiligen sich oft mehrere benachbart br\u00fctende Paare. Das Fluchtverhalten vor Menschen ist regional und wohl individuell sehr unterschiedlich. Im Winterquartier verhalten sich Schwarzstirnw\u00fcrger bedeutend scheuer als etwa der Neunt\u00f6ter.<\/p>\n<h2><span id=\"Brutbiologie\" class=\"mw-headline\">Brutbiologie<\/span><\/h2>\n<p>Schwarzstirnw\u00fcrger werden am Ende ihres ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Soweit bekannt, f\u00fchren sie eine monogame Saisonehe. Da vor allem die Weibchen eine geringe Brutortstreue zeigen, d\u00fcrften Wiederverpaarungen letztj\u00e4hriger Partner eher selten vorkommen. Schwarzstirnw\u00fcrger br\u00fcten nur einmal im Jahr. Bei Gelegeverlust und bei Brutverlust im fr\u00fchen Nestlingsstadium kommt es zu einem Ersatzgelege, fast immer in einem anderen Brutbaum, oft in einem v\u00f6llig neuen Revier.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz.2C_Nestbau_und_Nest\" class=\"mw-headline\">Balz, Nestbau und Nest<\/span><\/h3>\n<p>H\u00e4ufig erscheinen Schwarzstirnw\u00fcrger bereits angepaart im Brutrevier, dann erfolgt die Balz recht heimlich. Unverpaarte M\u00e4nnchen sind jedoch sehr auff\u00e4llig. Im Balzflug fliegt das M\u00e4nnchen mit sehr flachen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen langsam kreisend, oft segelnd, niedrig \u00fcber das Revier. Kommt ein Weibchen, setzt es sich bald daneben, verbeugt sich, wechselt von einer Seite zur anderen. Bei den Verbeugungen zittert es mit den Fl\u00fcgeln, der Schwanz ist gespreizt. Gelegentlich fliegt es auf und vollf\u00fchrt in einer Astgabelung ritualisierte Nistmuldebewegungen. Sehr bald bringt es auch Beutetiere und \u00fcbergibt sie dem Weibchen. Dieses verh\u00e4lt sich eine gewisse Zeit recht passiv und nimmt zu Beginn die dargebotenen Futtertiere oft nicht an. Abgeschlossen ist die Paarbildung, wenn beide gemeinsam einen Nistplatz ausw\u00e4hlen und mit dem Nestbau beginnen. Zu diesem Zeitpunkt finden die ersten Kopulationen statt.<\/p>\n<p>Nesttr\u00e4ger sind fast immer B\u00e4ume, nur in sehr seltenen Ausnahmef\u00e4llen auch h\u00f6here B\u00fcsche. Die Baumart variiert stark, doch scheinen in manchen Gegenden <a title=\"Pyramidenpappel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyramidenpappel\">Pyramidenpappeln<\/a> bevorzugt zu werden. Das Nest ist ein kompakter, festgef\u00fcgter Napf, der ausschlie\u00dflich aus frischen Pflanzenst\u00e4ngeln in H\u00f6hen zwischen 4 und 12 (ausnahmsweise 20)&nbsp;Metern, oft nahe am Stamm, aber auch in Gabelungen von Seiten\u00e4sten, gelegentlich auch in alten <a title=\"Elster\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elster\">Elstern<\/a>&#8211; oder Kr\u00e4hennestern errichtet wird. Aromatisch duftende Gew\u00e4chse wie <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kamille\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamille\">Kamille<\/a>, <a title=\"Salbei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salbei\">Salbei<\/a> oder <a title=\"Beifu\u00df\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beifu%C3%9F\">Beifu\u00df<\/a>, beziehungsweise wei\u00df behaarte Pflanzen werden beim Nestbau bevorzugt. Holziges Material wird nicht verbaut. Innen wird der Napf mit weichen Pflanzenfasern, Tier- und Pflanzenwolle, Vogelfedern und Tierhaaren ausgekleidet.<\/p>\n<h3><span id=\"Gelege_und_Brut\" class=\"mw-headline\">Gelege und Brut<\/span><\/h3>\n<p>Das Gelege besteht aus 5\u22126 (3\u22129) Eiern mit Ma\u00dfen von durchschnittlich 25\u00d718&nbsp;Millimetern, die auf blaugrauem Grund am stumpfen Pol kranzartig gr\u00fcnbraun oder olivgr\u00fcn gefleckt sind. Nachgelege sind kleiner und k\u00f6nnen nur drei Eier umfassen. Die Eier werden im Tagesabstand gelegt und ab dem vorletzten Ei ausschlie\u00dflich vom Weibchen bebr\u00fctet. W\u00e4hrend der Brutzeit und der fr\u00fchen Nestlingszeit versorgt das M\u00e4nnchen das Weibchen mit Nahrung, dieses verl\u00e4sst das Nest zur Nahrungssuche gelegentlich auch selbst. Die Jungen schl\u00fcpfen nach etwa 15&nbsp;Tagen. Bei gr\u00f6\u00dferen Gelegen kann sich der Schlupfprozess \u00fcber mehrere Tage hinziehen, sodass zwischen den Jungen erhebliche Entwicklungsunterschiede bestehen k\u00f6nnen. Die K\u00fcken schl\u00fcpfen nackt; ab dem 8. Tag beginnen sich die Federfahnen zu \u00f6ffnen, am 11. Tag sind sie weitgehend vollst\u00e4ndig befiedert. Sie werden in den ersten Tagen vom Weibchen gehudert und mit der vom M\u00e4nnchen herangeschafften Nahrung gef\u00fcttert; sp\u00e4ter beteiligt sich das Weibchen an der Futtersuche. Die Jungen verlassen witterungsabh\u00e4ngig nach etwa 16 Tagen das Nest, verbleiben aber noch zumindest einen Tag im Brutbaum. Die Eltern versorgen die Jungen noch mindestens zwei Wochen, manchmal in zwei getrennten F\u00fchrungsgruppen.<\/p>\n<h3><span id=\"Bruterfolg_und_Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Bruterfolg und Lebenserwartung<\/span><\/h3>\n<p>Es liegen nur wenige Untersuchungen zum Bruterfolg des Schwarzstirnw\u00fcrgers vor. Generell zeigt sich eine sehr starke Abh\u00e4ngigkeit des Bruterfolges von der Witterung w\u00e4hrend der Brutzeit. In <a title=\"Rheinland-Pfalz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rheinland-Pfalz\">Rheinland-Pfalz<\/a> gingen in den fr\u00fchen 1960er Jahren von 147 kontrollierten Gelegen 33,5&nbsp;Prozent bis zum Beringungsalter der Jungen durch Pr\u00e4dation oder Witterungseinfl\u00fcsse verloren. Dieser f\u00fcr W\u00fcrger nicht ung\u00fcnstige Prozentsatz stieg jedoch in den nasskalten Sommern der Jahre 1965\u22121967 auf 59\u221275&nbsp;Prozent an. Generell scheint der Schwarzstirnw\u00fcrger bei g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen bessere Bruterfolge erzielen zu k\u00f6nnen als der Rotkopfw\u00fcrger.Neben Witterungseinfl\u00fcssen f\u00fchren St\u00f6rungen am Brutplatz sowie <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pr\u00e4dation\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dation\">Pr\u00e4dation<\/a> durch kleine S\u00e4ugetiere, Kr\u00e4henv\u00f6gel und Eulen, in Mittelasien auch durch Schlangen, zu Brutausf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Zur Lebenserwartung liegen keine Daten vor.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger ist eine der mindestens 26 Arten der Gattung <a class=\"new\" title=\"W\u00fcrger (Gattung) (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=W%C3%BCrger_%28Gattung%29&amp;action=edit&amp;redlink=1\"><em>Lanius<\/em><\/a>. Ihre Vertreter sind in Afrika, Europa und Asien weit verbreitet. In Nordamerika kommen nur zwei Arten vor, in S\u00fcdamerika und Australien br\u00fcten keine Arten dieser Gattung. Innerhalb dieser Gattung ist der Schwarzstirnw\u00fcrger wahrscheinlich am n\u00e4chsten mit dem in Afrika s\u00fcdlich des Regenwaldg\u00fcrtels beheimateten <a class=\"new\" title=\"Langschwanzw\u00fcrger (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Langschwanzw%C3%BCrger&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Langschwanzw\u00fcrger<\/a> und dem <a title=\"Rotkopfw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkopfw%C3%BCrger\">Rotkopfw\u00fcrger<\/a> verwandt. In seltenen F\u00e4llen hybridisiert der Schwarzstirnw\u00fcrger mit anderen W\u00fcrgerarten. Zwei F\u00e4lle von Mischbruten mit dem Neunt\u00f6ter sowie Balzverhalten gegen\u00fcber dem <a class=\"new\" title=\"Rotschulterw\u00fcrger (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Rotschulterw%C3%BCrger&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Rotschulterw\u00fcrger<\/a> wurden beobachtet.<\/p>\n<p>Meist wird von der im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes bis Westrussland vorkommenden <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> die etwas gr\u00f6\u00dfere und hellere <a title=\"Unterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterart<\/a> <em>L. minor turanicus<\/em> unterschieden, doch ist diese Subspezies nicht allgemein anerkannt.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand-_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestand- und Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>Die <a title=\"International Union for Conservation of Nature and Natural Resources\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/International_Union_for_Conservation_of_Nature_and_Natural_Resources\">IUCN<\/a> listet den Schwarzstirnw\u00fcrger in keiner Gef\u00e4hrdungsstufe. Als <em>leicht r\u00fcckg\u00e4ngig<\/em> beurteilt BirdLife Europe die Bestandssituation der Art. Bestandszunahmen in Bulgarien und Russland stehen Abnahmen in den \u00fcbrigen europ\u00e4ischen Brutgebieten gegen\u00fcber. Der Schwerpunkt der Verbreitung in Europa liegt in Rum\u00e4nien, wo BirdLife Europe bis zu 857.000 Brutpaare vermutet, eine Zahl, die jedoch nach Harris, der nur 70.000 angibt, zu hoch sein d\u00fcrfte. Bestandssch\u00e4tzungen f\u00fcr die au\u00dfereurop\u00e4ischen Brutvorkommen bestehen nicht.<\/p>\n<p>Da die Art in einem relativ kleinen, unfragmentierten Bereich \u00fcberwintert, l\u00e4sst sich durch Z\u00e4hlungen in diesem Gebiet der Weltgesamtbestand mit etwa 6 Millionen Individuen relativ genau hochrechnen.<\/p>\n<p>Der Bestand des Schwarzstirnw\u00fcrgers ist generell gro\u00dfen Schwankungen unterworfen, die vor allem mit ung\u00fcnstigen Wetterbedingungen w\u00e4hrend der Brutzeit in Zusammenhang zu bringen sind. Besonders gravierend wirken sich diese Bestandsschwankungen in den Randzonen des Verbreitungsgebietes aus. Nach einem fast v\u00f6lligen Bestandszusammenbruch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erholten sich die Best\u00e4nde in Mitteleuropa um die Mitte des Jahrhunderts wieder. Gegen Ende der 1950er Jahre br\u00fcteten in Deutschland mehr als 1000 Paare, in \u00d6sterreich an die 500 und auch in der Schweiz bestanden noch recht starke Brutvorkommen. Danach setzte ein rapider R\u00fcckgang ein, der einerseits mit den nasskalten Sommern der sp\u00e4ten 1960er Jahre in Verbindung zu bringen ist, andererseits durch die Intensivierung des Pestizideintrages und durch Habitatzerst\u00f6rung in den Brutgebieten begr\u00fcndet ist. Von diesem Bestandseinbruch hat sich die Art in weiten Teilen der mittel- und nordosteurop\u00e4ischen Randzonen bisher nicht erholt. Au\u00dferdem wirkt sich die direkte Verfolgung, vor allem auf dem Zug, bestandsminimierend aus, w\u00e4hrend die Insektenbek\u00e4mpfung in den \u00dcberwinterungsgebieten nur eine sehr geringe Rolle spielen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>foto: Mihai Baciu<br \/><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwarzstirnw\u00fcrger (Lanius minor) ist ein Vertreter der Gattung Lanius innerhalb der Familie der W\u00fcrger (Laniidae). Schwarzstirnw\u00fcrger gleichen stark Arten aus der Gruppe der Raubw\u00fcrger, sind jedoch etwas kleiner. Der obligate Langstreckenzieher mit \u00dcberwinterungsgebieten in den Steppengebieten der Kalahari ist von Ost- und S\u00fcdosteuropa ostw\u00e4rts bis Zentralasien verbreitet. 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