{"id":3334,"date":"2013-12-13T14:03:24","date_gmt":"2013-12-13T12:03:24","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/grauspecht-picus-canus\/"},"modified":"2013-12-13T14:14:38","modified_gmt":"2013-12-13T12:14:38","slug":"grauspecht-picus-canus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/grauspecht-picus-canus\/","title":{"rendered":"Grauspecht (Picus canus)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Grauspecht<\/strong> (<em><span lang=\"la\">Picus canus<\/span><\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Spechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechte\">Spechte<\/a> (Picidae). Er ist neben dem bedeutend h\u00e4ufigeren <a title=\"Gr\u00fcnspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCnspecht\">Gr\u00fcnspecht<\/a> (<em>Picus viridis<\/em>) der zweite Vertreter der sogenannten \u201eErdspechte\u201c in Europa. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich \u00fcber weite Teile der zentralen und \u00f6stlichen <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a>, ostw\u00e4rts bis an die Pazifikk\u00fcste und s\u00fcdostw\u00e4rts bis auf die <a title=\"Malaiische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malaiische_Halbinsel\">Malaiische Halbinsel<\/a> und <a title=\"Sumatra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sumatra\">Sumatra<\/a>. Entsprechend diesem gro\u00dfen Verbreitungsgebiet werden zurzeit elf Unterarten anerkannt.<\/p>\n<table id=\"Vorlage_Taxobox\" class=\"taxobox float-right toptextcells\" summary=\"Taxobox\" width=\"300\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th><a title=\"Systematik (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Systematik_%28Biologie%29\">Systematik<\/a><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Klasse (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klasse_%28Biologie%29\">Klasse<\/a>:<\/em><\/td>\n<td><a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">V\u00f6gel<\/a> (Aves)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Ordnung (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ordnung_%28Biologie%29\">Ordnung<\/a>:<\/em><\/td>\n<td><a title=\"Spechtv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechtv%C3%B6gel\">Spechtv\u00f6gel<\/a> (Piciformes)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a>:<\/em><\/td>\n<td><a title=\"Spechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechte\">Spechte<\/a> (Picidae)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Unterfamilie<\/a>:<\/em><\/td>\n<td><a title=\"Echte Spechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Spechte\">Echte Spechte<\/a> (Picinae)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_%28Biologie%29\">Gattung<\/a>:<\/em><\/td>\n<td><em><a title=\"Picus (Gattung)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Picus_%28Gattung%29\">Picus<\/a><\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><em><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Art<\/a>:<\/em><\/td>\n<td>Grauspecht<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th><a title=\"Nomenklatur (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nomenklatur_%28Biologie%29\">Wissenschaftlicher Name<\/a><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"taxo-name\"><em>Picus canus<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"Person\"><a title=\"Johann Friedrich Gmelin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Friedrich_Gmelin\">Gmelin<\/a> 1788<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th><a title=\"Unterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterarten<\/a><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<dl>\n<dd>\n<ul>\n<li><small><em>Picus canus canus<\/em> (GMELIN, 1788)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus jessoensis<\/em> (STEJNEGER, 1886)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus guerini<\/em> (MALHERBE, 1849)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus hessei<\/em> (GYLDENSTOLPE, 1916)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus kogo<\/em> (BIANCHI, 1906)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus sanguiniceps<\/em> (E.C.S. BAKER, 1926)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus sobrinus<\/em> (J.L. PETERS, 1948)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus sordidior<\/em> (RIPPON, 1906)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus tancolo<\/em> (GOULD, 1863)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus robinsoni<\/em> (OGILVIE-GRANT, 1906)<\/small><\/li>\n<li><small><em>Picus canus dedemi<\/em> (OORT, 1911)<\/small><\/li>\n<\/ul>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Grauspecht ist mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von durchschnittlich 26 Zentimetern etwa 15 Prozent kleiner als seine <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwesterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwesterart\">Schwesterart<\/a>, der Gr\u00fcnspecht, doch ist dieser Gr\u00f6\u00dfenunterschied ohne direkten Vergleich nicht feststellbar. In etwa entspricht er in der Gr\u00f6\u00dfe einer <a title=\"T\u00fcrkentaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkentaube\">T\u00fcrkentaube<\/a>. Grauspechte sind auf der Oberseite ziemlich einheitlich matt olivgr\u00fcn. \u00dcber den Nacken zum Kopf hin geht diese F\u00e4rbung in ein helles Grau \u00fcber, der Kopf wirkt hellgrau. Die spechttypischen Gesichts- und Scheitelzeichnungen sind klein und nicht sehr auffallend. Die Rotf\u00e4rbung ist beim M\u00e4nnchen auf einen kleinen Fleck im Stirnbereich reduziert, nur ein relativ undeutliches Z\u00fcgelband und ein ebenfalls wenig auff\u00e4lliger <a title=\"Bartstreif\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bartstreif\">Bartstreif<\/a> sind schwarz. Der Schnabel ist dunkel und ganz leicht aufw\u00e4rts gebogen, die Iris der Augen ist ebenfalls dunkel und schimmert, abh\u00e4ngig vom Lichteinfall, zuweilen leicht r\u00f6tlich. Nackenabzeichen fehlen bei den Unterarten der in Europa und Westasien verbreiteten <em>canus<\/em>-Gruppe v\u00f6llig. Bei den Unterarten der <em>guerini<\/em>-Gruppe ist der Nacken dagegen schwarz gef\u00e4rbt. Hinterr\u00fccken und <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> sind heller als das R\u00fcckengefieder und weisen meist ein sattes, stumpfes Gelbgr\u00fcn auf. Der im Vergleich zum Gr\u00fcnspecht etwas l\u00e4ngere Schwanz ist wie das R\u00fcckengefieder gef\u00e4rbt, einige der <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> sind jedoch etwas heller und zudem unregelm\u00e4\u00dfig hellbraun-gelb geb\u00e4ndert, sodass der Schwanz insgesamt etwas gesprenkelt erscheint. Die Unterseite des Spechtes ist einheitlich und zeichnungslos matt blassgelb, die Kehle ist sehr hell, manchmal fast wei\u00df. Im Sitzen bilden die dunkelgrau bis schwarzen, deutlich hell geb\u00e4nderten <a title=\"Handschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a> einen dunkel-hell markierten, meist auff\u00e4lligen Fl\u00fcgelrand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschlechter unterscheiden sich recht deutlich voneinander. Beim Weibchen fehlt die kleine rote Scheitelplatte des M\u00e4nnchens, meist ist bei ihnen diese Gefiederpartie etwas dunkler grau, oder ganz leicht grau-schwarz gestreift. Auch die schwarzen Abzeichen (Z\u00fcgel und Bartstreif) sind schmaler, k\u00fcrzer und auch matter gef\u00e4rbt. Insgesamt ist die Gefiederf\u00e4rbung des Weibchens blasser und matter. In Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht unterscheiden sich die Geschlechter nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon im Jugendgefieder besteht ein recht deutlicher <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a>. Juvenile M\u00e4nnchen weisen bereits Andeutungen der roten Scheitelplatte und der schwarzen Gesichtsabzeichen auf, ihr Gefieder ist gr\u00fcnbr\u00e4unlich und an der Unterseite undeutlich dunkel geb\u00e4ndert. Juvenile Weibchen dagegen sind ziemlich zeichnungslos matt gr\u00fcngrau, sie gleichen weitgehend ausgef\u00e4rbten Weibchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Flug\" class=\"mw-headline\">Flug<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie Gr\u00fcnspechte fliegen Grauspechte in einem sehr schnellen wellenf\u00f6rmigen Bogenflug. Der K\u00f6rper ist durchgestreckt, die Fl\u00fcgel werden einige Male rasch hintereinander geschlagen und danach \u2013 im Wellental des Flugverlaufes \u2013 eng an den K\u00f6rper angelegt. Grauspechte fliegen h\u00e4ufiger auf als Gr\u00fcnspechte. W\u00e4hrend diese auch weitere Strecken h\u00fcpfend zur\u00fccklegen, \u00fcberbr\u00fccken Grauspechte auch k\u00fcrzere Ortswechsel meist fliegend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Unterscheidung_Grauspecht-Gr.C3.BCnspecht\" class=\"mw-headline\">Unterscheidung Grauspecht-Gr\u00fcnspecht<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht ist dem Gr\u00fcnspecht \u00e4hnlich, es bestehen aber gute, auch feldornithologisch brauchbare Unterscheidungsmerkmale. Beim Gr\u00fcnspecht tragen beide Geschlechter ausgedehnte rote Stirn-Scheitel- und Nackenabzeichen, beim Grauspecht weist nur das M\u00e4nnchen eine kleine rote Stirn-Scheitelplatte auf. Der Gr\u00fcnspecht ist hell\u00e4ugig, die gesamte Wangenpartie dieses Spechtes ist schwarz. Beim dunkel\u00e4ugigen Grauspecht sind nur kleine Bereiche (Z\u00fcgelband, schmaler Bartstreif) schwarz. Der leuchtend olivgr\u00fcngelbe Gr\u00fcnspecht ist ein auff\u00e4lliger, pr\u00e4senter Vogel, w\u00e4hrend der in den Farbt\u00f6nen \u00e4hnliche, aber matter gef\u00e4rbte Grauspecht meist sehr verborgen und unauff\u00e4llig lebt, ohne deshalb aber scheuer als der Gr\u00fcnspecht zu sein. Obwohl keine Verbreitungs\u00fcberschneidung der Arten in diesem Gebiet besteht, \u00e4hneln Gr\u00fcnspechte der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> (<em>Picus viridis sharpei<\/em>) dem Grauspecht sehr. Auch bei diesen ist die Gesichtsmaske auf einen kurzen Z\u00fcgel- beziehungsweise Bartstreif reduziert, die Wangenpartie wirkt insgesamt grau. Die roten Stirn- und Nackenabzeichen tragen dagegen beide Geschlechter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revierrufe der beiden Arten sind gut unterscheidbar, doch muss beachtet werden, dass Gr\u00fcnspechte in Regionen, in denen der Grauspecht nicht vorkommt, oft <em>grauspecht\u00e4hnlich<\/em> rufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Laut\u00e4u\u00dferungen der beiden Schwesterarten sind sehr \u00e4hnlich. Der weittragende Reviergesang des Grauspechtes ist jedoch melodischer und reiner t\u00f6nend als das explosive <em>Lachen<\/em> des Gr\u00fcnspechtes. Die aus zehn bis 15 Einzelelementen bestehende Lautreihe (<em>kl\u00fc-kl\u00fc-kl\u00fc &#8230;k\u00fc&#8230;k\u00fc&#8230;k\u00fc(k\u00f6)..<\/em>) f\u00e4llt in der Tonh\u00f6he ab und wird mit gr\u00f6\u00dferen Silbenabst\u00e4nden langsamer. Die Strophe wirkt etwas melancholisch, schwerm\u00fctig, gegen Ende wird sie leiser und <em>erstirbt<\/em>. Der Reviergesang des Weibchens ist sehr \u00e4hnlich, aber etwas leiser und nicht so vollt\u00f6nend melodi\u00f6s, sondern kr\u00e4chzender und meist auch k\u00fcrzer. Die Revierges\u00e4nge sind ab Ende Februar zu h\u00f6ren, in besonders milden Wintern auch fr\u00fcher. Die h\u00f6chste Gesangsintensit\u00e4t liegt im M\u00e4rz, danach verhalten sich diese Spechte akustisch sehr unauff\u00e4llig. Der Reviergesang dient sowohl der Revierabgrenzung und der Revierbehauptung als auch der Partnerwerbung. Daneben kommuniziert das M\u00e4nnchen mit dem Weibchen mit leisen <em>dj\u00fcck<\/em> Rufen, auf die das Weibchen situationsbezogen entweder heiser <em>gw\u00fc\u00fc<\/em> oder leiernd <em>diediedie<\/em> antwortet. Die Bedeutung dieser Differenzierung ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben diesen partnerbezogenen Vokalisationen sind von beiden Geschlechtern, h\u00e4ufiger jedoch vom M\u00e4nnchen, aggressionsbestimmte Laute zu h\u00f6ren. Dabei dominieren einzelne, scharfe <em>k\u00fck<\/em> Rufe, die bei steigender Erregung gereiht und mit <em>kek<\/em> fortgesetzt werden. Einem einzelnen <em>k\u00fck<\/em> kommt auch eine Warnfunktion zu, denn <a title=\"Bettelverhalten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bettelverhalten\">sperrende<\/a> Junge verstummen nach diesem Ruf eines Elternteils sofort. Die individuelle Trommelaktivit\u00e4t der Grauspechte ist sehr unterschiedlich, doch trommeln sie h\u00e4ufiger als Gr\u00fcnspechte. Die Schlagfrequenz betr\u00e4gt etwa 20 Schl\u00e4ge pro Sekunde, ein Wirbel kann bis zu 40 Schl\u00e4ge umfassen, also zwei Sekunden dauern. Beide Geschlechter trommeln, das Weibchen aber weniger h\u00e4ufig und meist auch leiser und k\u00fcrzer. Grauspechte benutzen oft dieselben, gut resonierenden Trommelunterlagen \u00fcber Jahre hinweg &#8211; diese Trommelpl\u00e4tze k\u00f6nnen recht weit von der Bruth\u00f6hle entfernt liegen. Wegen der besonders g\u00fcnstigen Resonanz verwendet der Grauspecht auch h\u00e4ufig Metallabdeckungen auf Masten oder D\u00e4chern als Trommelunterlage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Unterarten unterscheiden sich auch in der Charakteristik ihrer Rufe etwas. Die Strophe der in S\u00fcdwestchina beziehungsweise in den Himalayaregionen br\u00fctenden Subspezies ist weniger abfallend und insgesamt etwas weicher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Stimmbeispiele\" class=\"mw-headline\">Stimmbeispiele<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.vogelwarte.ch\/gruenspecht.html&amp;voice=1\" rel=\"nofollow\">Rufreihe des Gr\u00fcnspechts<\/a> <a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.vogelwarte.ch\/grauspecht.html&amp;voice=1\" rel=\"nofollow\">Rufreihe des Grauspechts<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 352px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Picus_canus_distr_new.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/6\/61\/Picus_canus_distr_new.png\/350px-Picus_canus_distr_new.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Picus_canus_distr_new.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Verbreitungsgebiet des Grauspechtes<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht ist \u00fcber weite Teile Zentral-, Nord- und S\u00fcdosteuropas, sowie in einem breiten G\u00fcrtel s\u00fcdlich des <a title=\"Boreale Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boreale_Zone\">borealen<\/a> Nadelwaldes quer durch Asien bis an die Pazifikk\u00fcste, <a title=\"Sachalin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachalin\">Sachalin<\/a> und <a title=\"Hokkaid\u014d\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hokkaid%C5%8D\">Hokkaid\u014d<\/a> verbreitet. Im Wesentlichen liegt die Nordgrenze des Verbreitungsgebietes im \u00dcbergangsbereich zwischen geschlossenem Nadelwald und aufgelockertem Laubmischwald, die S\u00fcdgrenze verl\u00e4uft in jenen Regionen, in denen die Baumsteppe in baumlose Strauch- und Buschsteppe \u00fcbergeht. In Ostasien erreicht die Art ihre gr\u00f6\u00dfte Rassendifferenzierung und besiedelt von der <a title=\"Mandschurei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschurei\">Mandschurei<\/a> s\u00fcdw\u00e4rts die <a title=\"Koreanische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koreanische_Halbinsel\">Koreanische Halbinsel<\/a>, weite Bereiche Ostchinas und Hinterindiens, die Bergw\u00e4lder der Malaiischen Halbinsel sowie h\u00f6her gelegene Gebiete auf <a title=\"Sumatra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sumatra\">Sumatra<\/a>. Ob die Art auch auf <a title=\"Borneo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borneo\">Borneo<\/a> vorkommt, ist unklar. Einige Populationen sind weit in die Gebirgst\u00e4ler und Vorgebirge des <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalaya<\/a> vorgedrungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Europa br\u00fctet die Nominatform <em>Picus canus canus<\/em> von Westfrankreich in einem breiten G\u00fcrtel ostw\u00e4rts bis an den <a title=\"Ural\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ural\">Ural<\/a>. Besiedelt sind ausgedehnte Gebiete in Mittelskandinavien und in Zentral-, Ost- und S\u00fcdosteuropa. \u00dcber die Best\u00e4nde in der T\u00fcrkei liegen widerspr\u00fcchliche Informationen vor, wahrscheinlich br\u00fctet die Art jedoch in einigen (hundert?) Paaren in den Mittelgebirgslagen des <a title=\"Pontisches Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontisches_Gebirge\">Pontischen Gebirges<\/a>. Die Art kommt in der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Norddeutsche Tiefebene\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norddeutsche_Tiefebene\">Norddeutschen Tiefebene<\/a>, auf den <a title=\"Britische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britische_Inseln\">Britischen Inseln<\/a> und auf der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> nicht vor. Auch die Mittelmeerinseln sind nicht besiedelt. In Italien br\u00fctet der Grauspecht nur im \u00e4u\u00dfersten Norden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Innerhalb seines gro\u00dffl\u00e4chigen und weitr\u00e4umigen Verbreitungsgebietes ist der Grauspecht nirgendwo h\u00e4ufig. Die Verbreitungsschwerpunkte dieser Art liegen in der Ostpal\u00e4arktis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht br\u00fctet in reich gegliederten Landschaften, die zumindest kleine Laubholzanteile aufweisen. Er ist st\u00e4rker an Wald gebunden als der Gr\u00fcnspecht und kommt auch, im Gegensatz zu diesem, im Inneren gro\u00dfer, geschlossener W\u00e4lder vor. Insgesamt sind seine Lebensr\u00e4ume sehr unterschiedlich. Bevorzugt werden aufgelockerte Laubmischw\u00e4lder mit vielf\u00e4ltigen Grenzstrukturen, etwa Lichtungen, Windwurffl\u00e4chen, Jungwuchsbest\u00e4nden, Lawinenschneisen oder eingestreuten gro\u00dfen Felsbl\u00f6cken, die sowohl ausreichend geeigneten Baumbestand zur Anlage von Brut- und Schlafh\u00f6hlen sowie Trommelb\u00e4ume bieten, als auch totholzreiche Abschnitte und Freifl\u00e4chen zum Nahrungserwerb aufweisen. Solche Landschaftsstrukturen findet der Grauspecht in Europa vor allem in Auwaldgebieten, sowie in forstwirtschaftlich nur extensiv bewirtschafteten Mittelgebirgslagen. Er kann aber auch <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sekund\u00e4rlebensraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rlebensraum\">Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume<\/a> wie Parkanlagen, Obstg\u00e4rten, Friedh\u00f6fe oder Golfpl\u00e4tze besiedeln und dort auf relativ engem Raum gemeinsam mit dem Gr\u00fcnspecht vorkommen. Obwohl der Grauspecht in manchen Gegenden Mitteleuropas bevorzugt Buchenw\u00e4lder zu besiedeln scheint, sind insgesamt keine eindeutigen Laubbaumpr\u00e4ferenzen feststellbar. Im Winter werden grobborkige B\u00e4ume wie <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pappel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappel\">Pappeln<\/a> oder <a title=\"Eichen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichen\">Eichen<\/a> h\u00e4ufig zur Nahrungssuche aufgesucht. Auch Nadelw\u00e4lder werden nicht generell gemieden, so br\u00fctet die Art in <a title=\"Vorarlberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorarlberg\">Vorarlberg<\/a> in Kiefernmischw\u00e4ldern und in alten L\u00e4rchenbest\u00e4nden, eine isolierte griechische Population im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Oita (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oita_%28Gebirge%29\">Oita-Gebirge<\/a> besiedelt reine Fichtenbest\u00e4nde (<em>Abies cephalonica<\/em>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Europa kommt der Grauspecht bevorzugt in Habitaten der <a title=\"Waldgesellschaften Mitteleuropas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldgesellschaften_Mitteleuropas\">collinen<\/a> und <a title=\"Waldgesellschaften Mitteleuropas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldgesellschaften_Mitteleuropas\">submontanen<\/a> Stufe vor. In seinen asiatischen Verbreitungsgebieten sind Brutpl\u00e4tze auf \u00fcber 3000 Metern \u00fcber Normalnull bekannt, die ostasiatischen Grauspechte sind fast ausschlie\u00dflich Brutv\u00f6gel der Bergw\u00e4lder. Dort wo die Art ungest\u00f6rte Lebensbedingungen und ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfindet, br\u00fctet sie jedoch ebenso in Tieflandgebieten. So sind zum Beispiel in den Pappel- und Erlengalerien des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Donaudelta\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donaudelta\">Donaudeltas<\/a> die Populationsdichten sehr hoch und auch in Deutschland z\u00e4hlen einige ausgedehnte Auw\u00e4lder zu guten Grauspechtrevieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Asien bewohnt die Art unterschiedliche Waldtypen, wobei solche mit laubwerfenden Baumarten offenbar bevorzugt werden. Im Himalaya steigen Grauspechte bis in H\u00f6hen von \u00fcber 3000 Metern \u00fcber Normalnull auf, der Schwerpunkt der Brutverbreitung liegt aber unterhalb dieser H\u00f6henlagen. In Ostasien werden gelegentlich auch Bambusgeh\u00f6lze besiedelt. Im Winter sind Grauspechte in unterschiedlichsten Landschaftstrukturen zu finden, so unter anderem auch in Riedgebieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die Siedlungsdichten und Reviergr\u00f6\u00dfen liegen nur wenige verl\u00e4ssliche Zahlen aus Mitteleuropa vor. In optimalen Habitaten wurden vergleichsweise hohe Dichten mit bis zu zehn Brutpaaren pro Quadratkilometer festgestellt. Meist sind geeignete Gebiete aber bedeutend d\u00fcnner besiedelt. Der durchschnittliche Aktionsraum eines Grauspechtpaares betr\u00e4gt in Mitteleuropa etwa einen bis zwei Quadratkilometer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht ist ein Vertreter der Gattung <em>Picus<\/em>, der au\u00dfer ihm noch 11 andere Arten angeh\u00f6ren. Nur der Gr\u00fcnspecht (<em>Picus viridis<\/em>) und der Atlasgr\u00fcnspecht (<em>Picus vaillantii<\/em>) sind noch weiter in die West- beziehungsweise S\u00fcdwestpal\u00e4arktis vorgedrungen. Die <a title=\"Adaptive Radiation\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adaptive_Radiation\">Radiation<\/a> ging von S\u00fcdostasien aus, wo auch heute noch die meisten anderen Arten dieser Gattung beheimatet sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gr\u00fcnspecht, Grauspecht und Atlasgr\u00fcnspecht sind evolutionsgeschichtlich junge Arten. Wahrscheinlich wurden w\u00e4hrend der letzten <a class=\"mw-redirect\" title=\"Eiszeit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiszeit\">Eiszeit<\/a>, der <a class=\"mw-redirect\" title=\"W\u00fcrmeiszeit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmeiszeit\">W\u00fcrmeiszeit<\/a>, Populationen einer gemeinsamen Stammart isoliert. Erst nach Abschmelzen der Eismassen kamen die Arten wieder miteinander in Ber\u00fchrung. M\u00f6glicherweise ist die genetische Differenzierung zwischen Atlasgr\u00fcnspecht und Gr\u00fcnspecht von noch j\u00fcngerem Datum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Unterarten\" class=\"mw-headline\">Unterarten<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zurzeit werden elf bis zw\u00f6lf Unterarten beschrieben. Die st\u00e4rkste Unterartenaufspaltung besteht in den ostasiatischen und malaiischen Brutgebieten. Zwei deutliche Unterartengruppen sind zu unterscheiden: Die im Aussehen weitgehend einheitliche <em>canus<\/em>-Gruppe, und die stark differenzierte <em>guerini<\/em>-Gruppe. Bei V\u00f6geln der <em>canus<\/em>-Gruppe ist der Scheitel in der Regel grau und nur in \u00dcbergangsbereichen grau-schwarz gestreift. Der Nacken ist grau. Neben der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> <em>Picus canus canus<\/em>, die bis in das westliche <a title=\"Amur\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amur\">Amur<\/a>-Gebiet vorkommt, geh\u00f6ren der auf Sachalin und Hokkaido br\u00fctende <em>Picus canus jessoensis<\/em> und der auf der Koreanischen Halbinsel vorkommende <em>Picus canus griseoviridis<\/em> der <em>canus<\/em>-Gruppe an. Letzterer ist allerdings als Unterart nicht allgemein anerkannt.<em>Guerini<\/em>-Spechte weisen immer einen schwarz gestreiften Scheitel und meist einen schwarzen Nacken auf. Die in den Vorbergen und T\u00e4lern des Himalayas vorkommenden Spechte der Subspezies <em>P. c. kogo<\/em> und <em>P. c. sanguiniceps<\/em> sind die gr\u00f6\u00dften, die der Inselrasse <em>P. c. tancolo<\/em> von <a title=\"Hainan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hainan\">Hainan<\/a> und <a title=\"Taiwan (Insel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taiwan_%28Insel%29\">Taiwan<\/a>, die kleinsten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von diesen beiden Hauptgruppen unterscheiden sich die nur in der orientalischen Region vorkommenden Unterarten <em>Picus canus robinsoni<\/em> (in den Bergregionen auf der Malaiischen Halbinsel) durch eine gelblichere, weniger gr\u00fcn-gelbe Gefiederf\u00e4rbung der Oberseite, sowie <em>Picus canus dedemi<\/em> (auf Sumatra, m\u00f6glicherweise auch in Teilen Borneos) durch eine von allen anderen Unterarten stark abweichende Gefiederf\u00e4rbung, die auf dem R\u00fccken dunkle Braunt\u00f6ne aufweist, w\u00e4hrend die Unterseite einen karminr\u00f6tlichen Anflug hat. Der Schwanz dieser Unterart ist zeichnungslos schwarz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Hybridisierungen\" class=\"mw-headline\">Hybridisierungen<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt einige Belege f\u00fcr Mischbruten zwischen Grau- und Gr\u00fcnspecht, sie scheinen allerdings \u00e4u\u00dferst selten vorzukommen. Der weibliche Partner war offenbar immer ein Grauspecht. Die Jungen, \u00fcber deren <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fertilit\u00e4t\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fertilit%C3%A4t\">Fertilit\u00e4t<\/a> nichts bekannt ist, weisen Merkmale beider Elternteile auf, einige waren auffallend dunkel gef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht ist ein etwas weniger stark spezialisierter Ameisenj\u00e4ger als der <a title=\"Gr\u00fcnspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCnspecht\">Gr\u00fcnspecht<\/a>. In seiner Ern\u00e4hrungsstrategie bildet er ein Zwischenglied zwischen vielen Arten der <a title=\"Buntspechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buntspechte\">Buntspechte<\/a> (<em>Dendrocopos<\/em>) und den vielfach vorwiegend auf <a title=\"Ameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a> spezialisierten anderen Arten der Gattung <em>Picus<\/em>. Diese weniger strikte Ausrichtung des Grauspechtes auf Ameisennahrung erlaubt es auch den beiden heimischen <em>Picus<\/em>-Arten in vielen Gebieten <a title=\"Sympatrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sympatrie\">sympatrisch<\/a> vorzukommen und bei Distanzen von etwa 100 Metern auch sehr nahe zueinander zu br\u00fcten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dennoch bilden vor allem im Fr\u00fchjahr und Sommer Ameisen und ihre Entwicklungsstadien den Hauptbestandteil der Grauspechtnahrung. Vor allem <a title=\"Waldameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldameisen\">Waldameisen<\/a> (<em>Formica<\/em> sp.), <a title=\"Wegameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wegameisen\">Wegameisen<\/a> (<em>Lasius<\/em> sp.) sowie Vertreter der <a title=\"Knotenameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Knotenameisen\">Knotenameisen<\/a>, insbesondere solche der Gattung <em><a title=\"Myrmica\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Myrmica\">Myrmica<\/a><\/em> dominieren das Nahrungsspektrum. Daneben spielen <a title=\"Raupe (Schmetterling)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raupe_%28Schmetterling%29\">Raupen<\/a>, <a title=\"Echte Grillen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Grillen\">Grillen<\/a> und verschiedene rinden- und holzbewohnende K\u00e4ferlarven sowie Fliegen und L\u00e4use als Beutetiere eine wesentliche Rolle. Im Sp\u00e4therbst und im Winter nehmen Grauspechte regelm\u00e4\u00dfig und in betr\u00e4chtlichen Mengen vegetarische Kost zu sich, wie verschiedene Beeren und Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Aktivit.C3.A4t_und_Komfortverhalten\" class=\"mw-headline\">Aktivit\u00e4t und Komfortverhalten<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Aktivit\u00e4tsspanne des Grauspechts reicht von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Weibchen sind in der Regel l\u00e4nger aktiv und kehren oft erst in der sp\u00e4ten Abendd\u00e4mmerung zu ihren Schlafh\u00f6hlen zur\u00fcck. Innerhalb dieser Aktivit\u00e4tszeit legen Grauspechte individuell sehr unterschiedlich lange und auch in ihrer zeitlichen Verteilung unregelm\u00e4\u00dfige Ruhe- und Komfortpausen ein. Grauspechte ben\u00fctzen mehrere Schlafh\u00f6hlen und wechseln diese h\u00e4ufiger als der Gr\u00fcnspecht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber das Komfortverhalten der Art ist nur sehr wenig bekannt. So sind Grauspechte bislang nur sehr selten beim Baden oder Trinken beobachtet worden. H\u00e4ufiger dagegen wurden Grauspechte sowohl beim passiven, als auch beim aktiven <a title=\"Einemsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einemsen\">Einemsen<\/a> gesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Territorial-_und_Aggressionsverhalten\" class=\"mw-headline\">Territorial- und Aggressionsverhalten<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grauspechte sind au\u00dferhalb der Brutzeit ausgesprochene <em>Distanzv\u00f6gel<\/em>. Brutpartner sind jedoch auch au\u00dferhalb der Brutzeit gelegentlich gemeinsam anzutreffen. Die gr\u00f6\u00dfte nachgewiesene N\u00e4he benachbarter Bruth\u00f6hlen lag bei 1,25 Kilometern. Grauspechte beanspruchen unterschiedlich gro\u00dfe Reviere, die bei g\u00fcnstigsten Bedingungen nur etwa zehn Hektar gro\u00df sein k\u00f6nnen, meist aber diese Gr\u00f6\u00dfe um ein Mehrfaches \u00fcberschreiten. Besonders die Winterreviere umfassen einige Quadratkilometer. Das Revier wird durch Rufe markiert, eindringende Artgenossen werden aber nicht direkt angegriffen. Direkt und aggressiv werden Schl\u00fcsselstellen gegen\u00fcber Artgenossen und auch anderen V\u00f6geln verteidigt. Dabei kann es sich um besonders g\u00fcnstige Nahrungspl\u00e4tze (Ameisenh\u00fcgel, insektenreiche Baumstumpen, frequentierte Ameisenstra\u00dfen), Rast- und Trommelpl\u00e4tze sowie Schlafh\u00f6hlen innerhalb des Reviers handeln. Solche Auseinandersetzungen k\u00f6nnen zu gelegentlich t\u00f6dlich endenden Hackk\u00e4mpfen f\u00fchren. Auf Klangattrappen reagieren beide Geschlechter meist mit Antworten aus weiterer Distanz, gelegentlich aber auch mit gr\u00f6\u00dferer Ann\u00e4herung und genauerer Inspektion der St\u00f6rungsquelle. Bei St\u00f6rungen durch Menschen am Nest verhalten sich Grauspechte meist sehr still, oft fliehen sie bereits bei den ersten St\u00f6rungsanzeichen. Gegen\u00fcber potentiellen Feinden sichern sie intensiv und verharren oft v\u00f6llig regungslos \u00fcber l\u00e4ngere Zeit auf der dem Eindringling abgewandten Stammseite.<br \/> Bei Auseinandersetzungen um eine Bruth\u00f6hle unterliegt der Grauspecht dem Gr\u00fcnspecht, weicht aber auch gegen\u00fcber anderen H\u00f6hlen beanspruchenden V\u00f6geln wie <a title=\"Hohltaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hohltaube\">Hohltauben<\/a> oder <a title=\"Star (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">Staren<\/a> relativ rasch aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrungserwerb<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nahrung wird \u00fcberwiegend am Boden gesucht und aufgenommen. Meist werden die Ameisen direkt vom Boden, von einem Baumstrunk oder einem Stamm eingesammelt, seltener stochert er selbst L\u00f6cher in morsches Holz. Die Zunge dient bei der Nahrungsaufnahme mehr als Leimrute denn als Harpune. Holzbewohnende Insekten werden unter der Rinde aufgesp\u00fcrt, dabei entfernt er lose Rindenteile und stochert Insektenlarven mit bohrenden Schnabelbewegungen aus verrottenden Holzst\u00fcmpfen. Im Winter werden Fr\u00fcchte und Beeren sowohl vom Boden, als auch direkt von den B\u00e4umen und Str\u00e4uchern aufgenommen, wobei Grauspechte gelegentlich kopfunter an einem Zweig h\u00e4ngend balancieren. Die Nahrungsfl\u00fcge f\u00fchren Grauspechte relativ weit von der Bruth\u00f6hle weg, Distanzen \u00fcber einen Kilometer wurden regelm\u00e4\u00dfig festgestellt. In strengen Wintern profitieren Grauspechte oft von den Aktivit\u00e4ten des <a title=\"Schwarzspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzspecht\">Schwarzspechtes<\/a> (<em>Dryocopus martius<\/em>), der selbst bei tiefen Temperaturen und hoher Schneebedeckung Ameisenhaufen \u00f6ffnen, oder durch seine gro\u00dffl\u00e4chige Hackarbeit an holzbewohnende Insekten gelangen kann. Regelm\u00e4\u00dfig sind Grauspechte nahrungssuchend an Felsen und Klippen, gelegentlich auch an Geb\u00e4uden zu beobachten und etwas h\u00e4ufiger als Gr\u00fcnspechte besuchen sie Futterh\u00e4uschen oder landwirtschaftliche Anwesen. Dabei handelt es sich vor allem um Jungv\u00f6gel und Weibchen, die bei Nahrungsknappheit offenbar aus M\u00e4nnchenrevieren vertrieben werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den meisten Populationen dieser Art \u00fcberwiegen <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a>. Ortswechsel sind meist kleinr\u00e4umig, wobei Weibchen &#8211; wohl gezwungenerma\u00dfen &#8211; eine gr\u00f6\u00dfere Mobilit\u00e4t aufweisen als M\u00e4nnchen. Brutv\u00f6gel aus h\u00f6heren Lagen dehnen ihre Reviere weitr\u00e4umig in tiefer gelegene Gebiete aus. Brutreviere werden im Winter oft auf das zehnfache der Fl\u00e4che vergr\u00f6\u00dfert, wobei der ehemalige Brutplatz nicht unbedingt im Zentrum des Winterreviers liegen muss. Weibchen und Jungv\u00f6gel m\u00fcssen bei Nahrungsknappheit h\u00e4ufig in weniger optimale Gebiete ausweichen und erscheinen dann auch in unmittelbarer N\u00e4he von Siedlungen und an Futterstellen. Bei hoher Schneebedeckung verstreichen auch die M\u00e4nnchen in g\u00fcnstigere Gebiete. Weitr\u00e4umigere und saisonal wiederkehrende Wanderbewegungen finden offenbar in nordeurop\u00e4ischen und sibirischen Populationen statt. Manche, nach Ringbefunden mittelschwedische V\u00f6gel, ziehen \u00fcber einige 100 Kilometer entlang der K\u00fcstenlinie der <a title=\"Ostsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostsee\">Ostsee<\/a> nach S\u00fcdwesten und kehren im Sp\u00e4twinter wieder an ihre Brutpl\u00e4tze zur\u00fcck. M\u00f6glicherweise \u00fcberfliegen Grauspechte aus Finnland und den <a class=\"mw-redirect\" title=\"\u00c5land-Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%85land-Inseln\">\u00c5land-Inseln<\/a> regelm\u00e4\u00dfig den <a title=\"Bottnischer Meerbusen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bottnischer_Meerbusen\">Bottnischen Meerbusen<\/a>. \u00c4hnliche Zugbewegungen sind von mittelsibirischen Grauspechten bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die generelle Brutortstreue der Art spiegelt sich auch in den mehrheitlich geringen Distanzen des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Dispersionszug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dispersionszug\">Jugenddispersals<\/a> wider. Bei durchschnittlicher Bestandsdichte und ausreichenden Nahrungs- und Brutplatzressourcen versuchen sich junge Grauspechte meist innerhalb eines Radius von 20 Kilometern wieder zu etablieren, Dispersionsfl\u00fcge von mehr als 50 Kilometern geh\u00f6ren zu den Ausnahmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Brutbiologie\" class=\"mw-headline\">Brutbiologie<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Balz_und_Paarbildung\" class=\"mw-headline\">Balz und Paarbildung<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grauspechte werden am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Sie f\u00fchren eine weitgehend monogame Brutsaisonehe. Wegen der gro\u00dfen Brutplatztreue der Art d\u00fcrften Wiederverpaarungen nicht selten sein. Die Balz beginnt im fr\u00fchen Sp\u00e4twinter, in Mitteleuropa bei mildem Wetter schon Ende Januar. Ihren H\u00f6hepunkt erreicht sie jedoch erst Ende Februar und Anfang M\u00e4rz. Sie kann bis weit in den April hinein w\u00e4hren, in Ausnahmef\u00e4llen h\u00f6rt man die Revier- und Balzrufe des Grauspechtes bis in den Mai hinein. Die Hauptbalz der nordeurop\u00e4ischen und nordasiatischen Populationen beginnt erst Mitte M\u00e4rz und dauert bis Juni. \u00dcber die Fortpflanzungszeit der s\u00fcdostasiatischen Unterarten sowie jener aus den Himalayat\u00e4lern und Vorgebirgen liegen keine Informationen vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Hauptbalz beginnt mit intensiven Rufreihen und Trommelfolgen, zuerst des M\u00e4nnchens, nach erfolgter Anpaarung beider Geschlechter. Das Brutrevier wird abgeflogen, vorhandene H\u00f6hlen werden inspiziert. Gelegentlich, insbesondere vor einer Kopula, f\u00fcttert das M\u00e4nnchen das Weibchen. Wesentlicher Bestandteil der Paarbindung ist das H\u00f6hlenzeigen und der Bruth\u00f6hlenbau. Ob eine neue H\u00f6hle gezimmert wird, h\u00e4ngt vom Angebot brauchbarer alter ab, h\u00e4ufig werden <a title=\"Schwarzspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzspecht\">Schwarzspechth\u00f6hlen<\/a> adaptiert oder <a title=\"Buntspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buntspecht\">Buntspechth\u00f6hlen<\/a> ausgebaut. Sehr selten br\u00fcten Grauspechte in Nistk\u00e4sten. Selbst zimmern Grauspechte H\u00f6hlen in unterschiedliche Baumarten, wobei vor allem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Buche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buche\">Buchen<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Eiche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiche\">Eichen<\/a>, in den <a title=\"Auwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Auwald\">Auw\u00e4ldern<\/a> <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pappel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappel\">Pappeln<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Birke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Birke\">Birken<\/a> und <a title=\"Weiden (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weiden_%28Botanik%29\">Weiden<\/a> bevorzugt werden. Grauspechth\u00f6hlen finden sich aber auch in <a title=\"Linden (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linden_%28Botanik%29\">Linden<\/a>, <a title=\"Erlen (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erlen_%28Botanik%29\">Erlen<\/a>, <a title=\"Ulmen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulmen\">Ulmen<\/a> und <a title=\"Eschen (Pflanzengattung)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eschen_%28Pflanzengattung%29\">Eschen<\/a>, gelegentlich auch in Nadelb\u00e4umen. In <a title=\"Sekund\u00e4rbiotop\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rbiotop\">Sekund\u00e4rhabitaten<\/a> werden auch Obstb\u00e4ume, vor allem <a title=\"Vogel-Kirsche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel-Kirsche\">Kirsch-<\/a> und <a title=\"Kultur-Birne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kultur-Birne\">Birnb\u00e4ume<\/a>, als H\u00f6hlenb\u00e4ume gew\u00e4hlt. An den Brut- und Schlafh\u00f6hlen arbeiten beide Partner. In der Regel werden Verwitterungsstellen oder Astausbr\u00fcche ausgenutzt um den Nistplatz zu zimmern. Nicht selten werden die H\u00f6hlen nicht im Stamm sondern in weitgehend vertikalen Astabschnitten angelegt. Die Bruth\u00f6hlen liegen meist in H\u00f6hen zwischen drei und f\u00fcnf Metern. In Ausnahmef\u00e4llen k\u00f6nnen sie fast bodennah oder im Kronenbereich hoher B\u00e4ume angelegt werden. Der Stamm- oder Astabschnitt, in dem die H\u00f6hle liegt, ist h\u00e4ufig leicht geneigt, so dass das Einflugloch gegen eindringenden Regen gesch\u00fctzt ist. Das Einflugloch selbst ist rund, manchmal auch leicht hochoval und misst etwa f\u00fcnf bis sechs Zentimeter im Durchmesser. Oft bildet aber auch ein Riss oder Spalt im Baum die von au\u00dfen kaum erkennbare Einflugstelle. Die Bruth\u00f6hlen selbst sind im Durchschnitt bis zu 30 Zentimeter tief. Wie fast alle Spechte tr\u00e4gt auch der Grauspecht kein Nistmaterial ein, doch verbleiben in der Nesth\u00f6hle gen\u00fcgend Hacksp\u00e4ne um eine relativ weiche Unterlage abzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Gelege_und_Brut\" class=\"mw-headline\">Gelege und Brut<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Eiablage beginnt etwas sp\u00e4ter als beim Gr\u00fcnspecht, in Mitteleuropa meist Mitte April, in den nordeurop\u00e4ischen und nordasiatischen Brutgebieten entsprechend sp\u00e4ter. \u00dcber die Brutzeiten der s\u00fcdostasiatischen Gr\u00fcnspechte liegen keine Angaben vor. Gorman nennt vier bis f\u00fcnf Eier als Durchschnitt, w\u00e4hrend Glutz von Blotzheim und Bauer die Gr\u00f6\u00dfe des Durchschnittsgeleges mit sieben bis neun Eiern beziffert. Die Eier sind meist langoval, feinporig, wei\u00df und gl\u00e4nzend und weisen gelegentlich einen feinen gelben oder grauen Schimmer auf. Sie wiegen bei einer mittleren Gr\u00f6\u00dfe von etwa 27,5 x 20,5 Millimetern ungef\u00e4hr sieben Gramm. Die Eiablage erfolgt im Tagesrhythmus am fr\u00fchen Morgen. Intensiv wird von beiden Geschlechtern erst nach der Ablage des letzten Eies gebr\u00fctet, sodass die Jungen nach 16 bis 17 (14 bis 18) Tagen fast zeitgleich schl\u00fcpfen. Grauspechte br\u00fcten nur einmal im Jahr, \u00fcber Nachgelege bei Gelegeverlust ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Jungen werden von beiden Elternteilen gef\u00fcttert und gew\u00e4rmt. In den ersten Tagen wird die Insektennahrung vorverdaut, in der Folge werden die Nahrungstiere im Schnabel angeboten. Einige Male wurden unverpaarte Weibchen als <a title=\"Bruthelfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bruthelfer\">Bruthelfer<\/a> beobachtet. Nach etwa 24 bis 25 Tagen sind die Nestlinge fl\u00fcgge. Innerhalb einer Woche verl\u00e4sst die gesamte Familie die Umgebung der Nisth\u00f6hle. Die F\u00fchrungszeit scheint immer sehr kurz zu sein und d\u00fcrfte gelegentlich vollkommen entfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Bruterfolg_und_H.C3.B6chstalter\" class=\"mw-headline\">Bruterfolg und H\u00f6chstalter<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Obwohl die Gelege des Grauspechtes sehr gro\u00df sein k\u00f6nnen, fliegen nur selten mehr als vier Junge aus. Frischfl\u00fcgge Jungv\u00f6gel sind besonders gef\u00e4hrdet und verungl\u00fccken oft. \u00dcber die Lebenserwartung freilebender Grauspechte liegen nur wenige Daten vor. Das bisher festgestellte H\u00f6chstalter eines beringten Vogels lag bei f\u00fcnf Jahren und vier Monaten. Generell k\u00f6nnen Spechte jedoch auch im Freiland gelegentlich ein recht hohes Alter erreichen. Das bisher festgestellte H\u00f6chstalter eines Gr\u00fcnspechtes lag bei \u00fcber 15 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grauspecht geh\u00f6rt zu den recht schwer zu erfassenden Arten, da vor allem Einzelbr\u00fcter eine geringe Rufaktivit\u00e4t zeigen. Isolierte Reviere werden daher oft \u00fcbersehen. Aus diesem Grunde unterliegen Bestandsangaben einer betr\u00e4chtlichen Unsch\u00e4rfe. Wahrscheinlich fand in Europa, vor allem an der nordwestlichen Grenze des Verbreitungsgebietes, seit den 1960er Jahren ein Bestandsr\u00fcckgang und auch ein damit einhergehender Arealverlust statt. Seit den 1990er Jahren scheinen sich aber die Grauspechtbest\u00e4nde, wohl auf Grund der \u00fcberwiegend milden Winter, wieder zu erholen. Weltweit wird ein leichter Bestandsr\u00fcckgang festgestellt, der aber nicht die Kriterien f\u00fcr eine Gef\u00e4hrdungsstufe erf\u00fcllt. Deshalb gelten die Best\u00e4nde dieser Spechtart als gesichert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Europa sind die Best\u00e4nde zurzeit stabil beziehungsweise nehmen in einigen Staaten sogar leicht zu, ein Umstand, der m\u00f6glicherweise aber ein Scheineffekt und nur auf die bessere Erfassung dieser Art in den letzten Jahren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die europ\u00e4ische Gesamtpopulation wird auf 180.000 bis 320.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Schl\u00fcsselvorkommen befinden sich im europ\u00e4ischen Teil Russlands sowie in Rum\u00e4nien. In Deutschland br\u00fcten etwa 15.000 Paare, in \u00d6sterreich um die 2.500 und in der Schweiz ungef\u00e4hr 1.500.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die au\u00dfereurop\u00e4ischen Bestandsverh\u00e4ltnisse liegen keine zusammenfassenden Zahlen vor. In China ist die Art zwar weit verbreitet, scheint aber nirgendwo h\u00e4ufig zu sein. Die beiden Unterarten <em>P.c.robinsoni<\/em> beziehungsweise <em>P.c.dedemi<\/em> z\u00e4hlen in ihrem s\u00fcdostasiatischen Verbreitungsgebiet zu den seltenen Arten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da der Grauspecht ungest\u00f6rte und urspr\u00fcngliche W\u00e4lder mit nat\u00fcrlichen Altersstrukturen sowie Auwaldgebiete als Bruthabitate bevorzugt, liegt in der Zerst\u00f6rung solcher Lebensr\u00e4ume die gr\u00f6\u00dfte Gef\u00e4hrdung der Art.<\/p>\n<div class=\"jouwweb-region\">foto: Mihai Baciu<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grauspecht (Picus canus) ist eine Vogelart aus der Familie der Spechte (Picidae). Er ist neben dem bedeutend h\u00e4ufigeren Gr\u00fcnspecht (Picus viridis) der zweite Vertreter der sogenannten \u201eErdspechte\u201c in Europa. 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