{"id":3313,"date":"2013-12-13T13:23:16","date_gmt":"2013-12-13T11:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/hausrotschwanz-phoenicurus-ochruros\/"},"modified":"2013-12-13T13:38:26","modified_gmt":"2013-12-13T11:38:26","slug":"hausrotschwanz-phoenicurus-ochruros","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/hausrotschwanz-phoenicurus-ochruros\/","title":{"rendered":"Hausrotschwanz(Phoenicurus ochruros)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Hausrotschwanz<\/strong> (<em>Phoenicurus ochruros<\/em>) ist eine <a title=\"Singv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singv%C3%B6gel\">Singvogelart<\/a> aus der Familie der <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4pper<\/a> (Muscicapidae). Er ist etwas kleiner als der <a title=\"Haussperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperling<\/a> und vor allem an seinem rostorangen Schwanz und dem ansonsten dunklen Gefieder zu erkennen.<\/p>\n<p>Hausrotschw\u00e4nze sind <a title=\"Nischenbr\u00fcter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nischenbr%C3%BCter\">Nischenbr\u00fcter<\/a> und waren urspr\u00fcnglich ausschlie\u00dflich im Gebirge beheimatet. Erst seit ungef\u00e4hr 250 Jahren ist die Art im Tiefland verbreitet und auch in Siedlungsgebieten in der N\u00e4he des Menschen anzutreffen. Die Nahrung besteht haupts\u00e4chlich aus <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a>, die von einer <a title=\"Sitzwarte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sitzwarte\">Warte<\/a> aus meist am Boden, seltener auch in der Luft gefangen werden. Der Gesang des Hausrotschwanzes ist charakteristisch, da der Mittelteil eher einem kratzenden Ger\u00e4usch \u00e4hnelt. Er z\u00e4hlt tageszeitlich zu den ersten gesangsaktiven V\u00f6geln <\/p>\n<p>Die Hausrotschw\u00e4nze <a title=\"Westeuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westeuropa\">West<\/a>&#8211; und <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropas<\/a> sind <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a> und \u00fcberwintern vorwiegend im <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraum<\/a>. Sie verlassen dabei als eine der letzten wegziehenden Arten das Brutgebiet und kehren fr\u00fch im Jahr bereits zur\u00fcck. Der Hausrotschwanz wird als ungef\u00e4hrdet eingestuft und geh\u00f6rt zu den Singvogelarten, deren Best\u00e4nde in Europa in den letzten Jahren leicht zugenommen haben.<\/p>\n<p>Der Hausrotschwanz ist mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 14 bis 15&nbsp;Zentimetern geringf\u00fcgig kleiner und vor allem schlanker als der <a title=\"Haussperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperling<\/a>. Das namensgebende Kennzeichen der Gattung sind die rostorange gef\u00e4rbten Oberschwanzdecken und Schwanzfedern, wobei beim Hausrotschwanz das mittlere <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfederpaar<\/a> dunkelbraun ist. Dieses Merkmal ist in allen Kleidern sowohl beim M\u00e4nnchen als auch beim Weibchen vorhanden. Der braunschwarze Schnabel ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig lang, an der Basis breit und mit recht langen <a title=\"Vibrisse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vibrisse\">Schnabelborsten<\/a> besetzt. Die schwarzen, schlanken Beine sind auffallend lang, die Sitzhaltung ist aufrecht. Charakteristisch f\u00fcr die Art sind auch das h\u00e4ufige Knicksen und Schwanzzittern. Das Gewicht liegt zwischen 14 und 20&nbsp;Gramm, im Mittel bei 16,2&nbsp;Gramm. Die Fl\u00fcgel sind relativ lang, die <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> mitteleurop\u00e4ischer Vertreter der Art reicht von 85 bis 91&nbsp;Millimetern, die Spannweite betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 26&nbsp;Zentimeter.<\/p>\n<h3><span id=\"Federkleid_und_Mauser\" class=\"mw-headline\">Federkleid und Mauser<\/span><\/h3>\n<p>Wie alle Rotschw\u00e4nze ist der Hausrotschwanz <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">geschlechtsdimorph<\/a>. Die Oberseite <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulter<\/a> M\u00e4nnchen ist zur Brutzeit dunkel schiefergrau. Die Stirn ist schwarz, manchmal mit einem wei\u00dfen Stirnfleck. Z\u00fcgel, Wangen und die Unterseite vom Kinn bis zum Bauch sind schwarz, die Unterseite ist heller und grauer. Die dunkel braungrauen <a title=\"Handschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Hand<\/a>&#8211; und <a title=\"Armschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Armschwingen<\/a> haben einen wei\u00dfen Saum, der bei den mittleren Armschwingen besonders deutlich ist und einen wei\u00dfen <a title=\"Spiegel (Gefieder)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spiegel_%28Gefieder%29\">Fl\u00fcgelspiegel<\/a> bildet. Dieser ist nur bei einem sitzenden Vogel sichtbar und kann im Sommer kaum mehr erkennbar sein. Im Herbst und Winter wirken die M\u00e4nnchen durch graue Feders\u00e4ume insgesamt etwas heller.<\/p>\n<p>Weibchen sind deutlich unscheinbarer gef\u00e4rbt als M\u00e4nnchen. <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> und Oberschwanzdecken erscheinen gegen\u00fcber dem M\u00e4nnchen weniger leuchtend und eher rotbraun als rostorange. Oberseits sind die Weibchen einheitlich graubraun gezeichnet, nur Mittel- und Unterbauch sind verwaschen grauwei\u00df und damit heller.<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel sehen wie Weibchen aus, die Unterseite ist jedoch scheckiger und st\u00e4rker gew\u00f6lkt. Nach der Jugend<a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">mauser<\/a>, bei der nur ein Teil des Gefieders gewechselt wird, sind die jungen Weibchen im Feld nicht mehr von Altv\u00f6geln zu unterscheiden. Auch ein Gro\u00dfteil der M\u00e4nnchen sieht im ersten Lebensjahr noch immer wie Weibchen aus, denn der Hausrotschwanz weist eine verz\u00f6gerte Gefiederreifung (engl. <em>delayed plumage maturation<\/em>) auf. Dieses Ph\u00e4nomen ist bei Singvogelarten mit sexuell unterschiedlicher F\u00e4rbung nicht ungew\u00f6hnlich. Eine Besonderheit beim Hausrotschwanz ist, dass nicht alle der einj\u00e4hrigen M\u00e4nnchen diese verz\u00f6gerte Gefiederreifung mit dem auch als <em>cairei<\/em>&#8211;<a title=\"Morphe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morphe\">Morphe<\/a> bezeichneten \u201eHemmungskleid\u201c zeigen. Die anderen einj\u00e4hrigen M\u00e4nnchen, etwa 15&nbsp;Prozent, zeigen das \u201eFortschrittskleid\u201c \u2013 die <em>paradoxus<\/em>-Morphe. Sie \u00e4hneln damit schon stark adulten M\u00e4nnchen, ihnen fehlen aber die wei\u00dfen Fl\u00fcgelspiegel und die dunklen, schw\u00e4rzlichen Fl\u00fcgelfedern der Mehrj\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Die Jahresmauser ist eine Vollmauser in der f\u00fcr Singv\u00f6gel \u00fcblichen Abfolge und findet in Mitteleuropa zwischen Mitte Juli und Mitte Oktober statt. Die Dauer der Handschwingenmauser betr\u00e4gt 50 Tage und liegt im f\u00fcr <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a> normalen Bereich.<\/p>\n<h3><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h3>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 522px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:VoiceBlackRedstart.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/88\/VoiceBlackRedstart.png\/520px-VoiceBlackRedstart.png\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"173\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:VoiceBlackRedstart.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p><a title=\"Spektrogramm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spektrogramm\">Sonagramm<\/a> einer Gesangsstrophe (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.avisoft.com\/sounds\/blackred.wav\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>; <a title=\"RIFF WAVE\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RIFF_WAVE\">WAV<\/a>; 167&nbsp;kB)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Revier<a title=\"Vogelgesang\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelgesang\">gesang<\/a> besteht im Regelfall aus einer klar in drei Abschnitte gegliederten Strophe, die 2,5 bis etwa 4 Sekunden dauern kann. Der Anfangsabschnitt klingt etwas m\u00fchsam und gepresst und l\u00e4sst sich ungef\u00e4hr mit \u201ejirr tititi\u201c wiedergeben, wobei die Lautst\u00e4rke gegen Ende hin zunimmt. Nach einer Pause von ungef\u00e4hr einer Sekunde folgt der charakteristische kratzende, ger\u00e4uschartige Mittelteil, der in den wieder deutlich modulierten Schlussteil \u00fcbergeht \u2013 etwa wie \u201ekrchrch-t\u00fctititi\u201c. Diese Strophe kann mehrfach aneinander gereiht werden. Der Schlussteil und auch der Mittelteil werden gelegentlich weggelassen, die Tendenz zu unvollst\u00e4ndigen Strophen nimmt gegen Ende der Saison zu. Variationen treten vor allem im Schlussteil auf, wobei es geografische sowie intra- und interindividuelle Unterschiede gibt. Bei den zentralasiatischen Rassen ist der Gesang deutlich einf\u00f6rmiger, weil bei diesen der Anfangs- und Schlussteil aus identischen Elementen besteht. Wie bei Versuchen mit Klangattrappen gezeigt werden konnte, wird diese Form des Gesangs auch von den europ\u00e4ischen Artgenossen noch erkannt, was auf den einheitlichen Aufbau des Anfangsteils zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Neben dem Gesang sind am h\u00e4ufigsten zwei Rufe zu h\u00f6ren, die oft auch kombiniert werden und beide als Kontakt-, Alarm- oder Erregungsruf Verwendung finden. Dies ist zum einen ein kurzes, nach oben gezogenes \u201ehuid\u201c, \u201efit\u201c oder \u201esit\u201c, zum anderen ein schnalzendes, aggressiv klingendes \u201etk-tk\u201c oder \u201etuc-tuc\u201c. Besonders letzterer Ruf wird bei Ann\u00e4herung von Bodenfeinden schnell gereiht vorgetragen.<\/p>\n<h3><span id=\"Unterscheidung_von_Haus-_und_Gartenrotschwanz\" class=\"mw-headline\">Unterscheidung von Haus- und Gartenrotschwanz<\/span><\/h3>\n<p>In Europa br\u00fctet neben dem Hausrotschwanz der nahe verwandte <a title=\"Gartenrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gartenrotschwanz\">Gartenrotschwanz<\/a> (<em>Phoenicurus phoenicurus<\/em>). Adulte M\u00e4nnchen des Gartenrotschwanzes sind zur Brutzeit an der wei\u00dfen Stirn, der schwarzen Gesichtsmaske und der rostorangen statt braungrauen Unterseite leicht zu unterscheiden. Schwieriger ist die Unterscheidung der Weibchen, die Gartenrotschw\u00e4nze unterscheiden sich von weiblichen Hausrotschw\u00e4nzen durch die helle, meist wei\u00dflich-<a title=\"Naturfarben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturfarben#Isabellfarben\">isabellfarbene<\/a> Kehle und die deutlich hellere rostorange bis isabellbraune Unterseite.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung.2C_Wanderungen_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung, Wanderungen und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 364px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:DistributionBlackRedstart.png\"><img decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/5\/55\/DistributionBlackRedstart.png\/362px-DistributionBlackRedstart.png\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"197\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:DistributionBlackRedstart.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Brutgebiet des Hausrotschwanzes, differenziert nach Unterarten<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h3>\n<p>Der Hausrotschwanz hat als einzige <a title=\"Rotschw\u00e4nze\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotschw%C3%A4nze\">Rotschwanzart<\/a> ein Verbreitungsgebiet, das von den <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">zentralasiatischen<\/a> Gebirgsregionen westw\u00e4rts bis in die Bergregionen des <a title=\"Mittelmeer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeerraums<\/a> und Europas sowie in die gem\u00e4\u00dfigten Tieflandregionen Nordost-, Mittel- und Westeuropas reicht.<\/p>\n<p>Die Ostgrenze der Verbreitungsgebiets liegt etwa bei 111\u00b0 \u00f6stlicher L\u00e4nge in China. Die Vorkommen im Nordosten, d.&nbsp;h. in der <a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a> und im S\u00fcden <a title=\"Russland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russlands<\/a>, sind durch die n\u00f6rdlichen zentralasiatischen Gebirgsz\u00fcge gepr\u00e4gt und d\u00fcrften bis in die Quellregion des <a title=\"Jenissei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jenissei\">Jenissei<\/a> bei 52\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite reichen. Weiter in westlicher Richtung wird die Nordgrenze des Brutareals von Gebirgsausl\u00e4ufern und den Vorbergen Mittelasiens gepr\u00e4gt und verl\u00e4uft vom <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a>-Gebirge bis zum <a title=\"Hindukusch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hindukusch\">Hindukusch<\/a> grob in s\u00fcdwestlicher Richtung. Im S\u00fcden verl\u00e4uft die Verbreitungsgrenze \u00fcber die S\u00fcdabdachung des <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalayas<\/a> zum Hindukusch. Die Tiefl\u00e4nder, Steppen und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Halbw\u00fcste\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halbw%C3%BCste\">Halbw\u00fcsten<\/a> <a title=\"Turkmenistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turkmenistan\">Turkmeniens<\/a> und <a title=\"Usbekistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Usbekistan\">Usbekistans<\/a> unterbrechen das Brutgebiet des Hausrotschwanzes, erst im <a title=\"Kopet-Dag\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kopet-Dag\">Kopet-Dag<\/a>&#8211; und <a title=\"Elburs-Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elburs-Gebirge\">Elburs-Gebirge<\/a> und dem <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a> tritt die Art wieder auf, isolierte inselartige Vorkommen existieren auch im S\u00fcd<a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">iran<\/a>.<\/p>\n<p>Im Mittelmeerraum ist der Hausrotschwanz ebenfalls \u00fcberwiegend auf die Gebirgslagen beschr\u00e4nkt. Im S\u00fcdwesten reicht das Brutgebiet bis zum <a title=\"Hoher Atlas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoher_Atlas\">Hohen Atlas<\/a>, im \u00f6stlichen Mittelmeerraum bis ins <a class=\"mw-redirect\" title=\"Libanongebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libanongebirge\">Libanongebirge<\/a>. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat sich die Art in den Mittelgebirgsregionen und auch im Tiefland in Europa nach Norden hin ausgebreitet, w\u00e4hrend die <a title=\"Karpaten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karpaten\">Karpaten<\/a>, die <a title=\"Alpen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpen\">Alpen<\/a>, das <a title=\"Zentralmassiv\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralmassiv\">Zentralmassiv<\/a> und die <a title=\"Pyren\u00e4en\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyren%C3%A4en\">Pyren\u00e4en<\/a> wohl seit l\u00e4ngerem besiedelt sind. Seit dieser Zeit hat der Hausrotschwanz ein Gebiet von sch\u00e4tzungsweise 1,6 Millionen Quadratkilometern neu erobert. Die Nordgrenze der Verbreitung reicht in Europa nun bis 65\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite, die Art br\u00fctet beispielsweise in S\u00fcd<a title=\"England\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/England\">england<\/a>, S\u00fcd<a title=\"Schweden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">schweden<\/a>, <a title=\"Lettland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lettland\">Lettland<\/a> und seit 1966 auch im S\u00fcdwesten <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnlands<\/a>. Die Eroberung von Tieflandregionen h\u00e4lt in Europa auch in den letzten Jahren noch an, Brutnachweise gibt es beispielsweise vereinzelt in den K\u00fcstengebieten Mittelfinnlands und im <a title=\"Wolga\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolga\">Wolgatiefland<\/a> bei <a title=\"Kasan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasan\">Kasan<\/a>. Die Besiedlungsdichte ist allerdings in den Gebirgslagen deutlich h\u00f6her als im Tiefland.<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 262px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:DistributionBlackRedstartW.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/03\/DistributionBlackRedstartW.png\/260px-DistributionBlackRedstartW.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"153\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:DistributionBlackRedstartW.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Winterquartier, Gebiete mit ganzj\u00e4hrigem Vorkommen in Gr\u00fcn<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Hausrotschw\u00e4nze der West<a class=\"mw-redirect\" title=\"Pal\u00e4arktische Region\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktische_Region\">pal\u00e4arktis<\/a> sind sp\u00e4t wandernde <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a> und \u00fcberwintern \u00fcberwiegend im Mittelmeerraum bis an den Nordrand der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> und bis zur <a title=\"Sinai-Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinai-Halbinsel\">Sinai-Halbinsel<\/a>. Die n\u00f6rdliche Grenze des regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcberwinterungsgebiets entspricht grob der 7,5\u201310&nbsp;\u00b0C Januar<a title=\"Isotherme\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isotherme\">isotherme<\/a>.<\/p>\n<p>Die Populationen der S\u00fcdwestpal\u00e4arktis sind \u00fcberwiegend <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a>, k\u00f6nnen aber auch \u00fcber relativ kurze Strecken aus den Bergregionen in die nahegelegenen Tiefl\u00e4nder abwandern. St\u00e4rker von den Brutgebieten getrennt sind die \u00dcberwinterungsareale der Hausrotschw\u00e4nze Zentralasiens und des Westhimalayas. Diese \u00fcberwintern von den Tiefebenen Nordwest<a title=\"Indien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indien\">indiens<\/a> und <a title=\"Pakistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pakistan\">Pakistans<\/a> \u00fcber den S\u00fcdiran, die <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabische Halbinsel<\/a> bis ins Hochland von <a title=\"\u00c4thiopien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84thiopien\">\u00c4thiopien<\/a> und <a title=\"Somalia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Somalia\">Somalia<\/a>. Das Winterquartier der Populationen des \u00f6stlichen Himalayas, Tibets und Westchinas reicht von Nord<a title=\"Myanmar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Myanmar\">burma<\/a> bis S\u00fcdindien.<\/p>\n<p>Der Wegzug der mitteleurop\u00e4ischen Hausrotschw\u00e4nze beginnt im letzten Septemberdrittel, das Zugmaximum tritt Anfang bis Mitte Oktober auf, und der Zug klingt im November langsam aus. Vereinzelt werden mitteleurop\u00e4ische Hausrotschw\u00e4nze auch im Winter im Brutgebiet beobachtet, die Zahl der Beobachtungen scheint bislang aber unbedeutend. Es ist allerdings nicht auszuschlie\u00dfen, dass die milden Winter der letzten Jahre eine schrittweise \u00c4nderung des Wanderverhaltens zur Folge haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Heimzug nach Mitteleuropa beginnt schon ab Januar, die ersten V\u00f6gel treffen Ende Februar in den Brutgebieten ein. Mitte M\u00e4rz ist der Heimzug am lebhaftesten, in Ost- und Nordeuropa treffen die letzten Heimkehrer erst Anfang Juni ein. Nicht selten schie\u00dft ein Teil der V\u00f6gel \u00fcber das Ziel hinaus. Insbesondere Jungv\u00f6gel wurden regelm\u00e4\u00dfig in <a title=\"Schottland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottland<\/a> oder sogar bis 69\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite in Norwegen beobachtet. Solche Zugwegprolongationen d\u00fcrften ein wesentlicher Faktor bei der Arealausweitung des Hausrotschwanzes in den letzten Jahren gewesen sein. W\u00e4hrend die Reviertreue mehrj\u00e4hriger V\u00f6gel sehr stark ist, kehren einj\u00e4hrige Hausrotschw\u00e4nze praktisch nie an den Geburtsort zur\u00fcck. Auch dieser erhebliche <a title=\"Dismigration\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dismigration\">Dispersionsdrang<\/a> d\u00fcrfte bei der Neueroberung von Lebensr\u00e4umen eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Einen Gro\u00dfteil ihres Weges legen Hausrotschw\u00e4nze offenbar in f\u00fcr Singv\u00f6gel typischem <a title=\"Breitfrontzug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitfrontzug\">Breitfrontzug<\/a> zur\u00fcck, die H\u00f6henz\u00fcge des <a title=\"Jura (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jura_%28Gebirge%29\">Schweizer Jura<\/a> haben allerdings eine deutliche Leitlinienwirkung. Die Frage nach den Anteilen von Tag- und Nachtzug ist nach wie vor umstritten. Einerseits zeigen V\u00f6gel in Gefangenschaft im Herbst sprunghaft ansteigende n\u00e4chtliche Zugunruhe, andererseits weisen Fangergebnisse im <a title=\"Jura (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jura_%28Gebirge%29\">Jura<\/a> und an Alpenp\u00e4ssen \u00fcberwiegend tags\u00fcber gerichtete Fortbewegungen nach. Vermutet wird, dass in der fr\u00fchen Phase des Zuges der Hausrotschwanz sich tags\u00fcber in einer Art \u201eSchleichzug\u201c fortbewegt, bei der er unterwegs relativ viel Zeit f\u00fcr das Jagen aufwendet. Wenn sp\u00e4ter weite Strecken zur\u00fcckzulegen sind, zieht er hingegen nachts \u2013 wie andere <a title=\"Insektenfresser\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insektenfresser\">insektivoren<\/a> Zugv\u00f6gel \u2013 mit anschlie\u00dfender Tagesrast in insektenreichen Gebieten.<\/p>\n<h3><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h3>\n<p>Als einzige Vogelart der Westpal\u00e4arktis besiedelt der Hausrotschwanz alle H\u00f6henstufen von Meeresh\u00f6he bis in die alpine, sporadisch sogar bis in die untere <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nival\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nival\">nivale<\/a> <a title=\"H\u00f6henstufe (\u00d6kologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6henstufe_%28%C3%96kologie%29\">H\u00f6henstufe<\/a>. Schon die Prim\u00e4rhabitate der Art umfassen eine breite Palette trockener bis feuchter Berg- und Felsregionen, zudem besiedelt der Hausrotschwanz inzwischen eine Vielzahl vom Menschen geschaffener Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Allen Prim\u00e4rhabitaten gemeinsam ist der offene, weitgehend \u00fcbersichtliche Charakter sowie das Fehlen h\u00f6herer, dichter Vegetation. Diese Lebensr\u00e4ume weisen zumindest einzelne Felsen oder Bl\u00f6cke auf, die als Brutpl\u00e4tze oder Warten wichtig sind. Die <a title=\"Klima\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klima\">klimatischen<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Orografie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orografie\">orografischen<\/a> Rahmenbedingungen der Prim\u00e4rhabitate unterscheiden sich erheblich. Beispiele sind sanfte, sp\u00e4rlich bewachsene, mit Ger\u00f6ll bedeckte Bergh\u00e4nge und Kuppen in der <a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a>, steile Schluchten und H\u00e4nge mit angrenzenden Hochgebirgs-Halbw\u00fcsten in den <a title=\"Trockental\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trockental\">Trockent\u00e4lern<\/a> des inneren <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalaya<\/a> oder auch felsige Hochmatten und <a title=\"Blockhalde\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blockhalde\">Blockhalden<\/a> an <a title=\"Gletscher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gletscher\">Gletscherr\u00e4ndern<\/a> in den Hochgebirgen Europas und Asiens. Brutnachweise gibt es in den Alpen bis <span style=\"border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;\">3200&nbsp;<abbr title=\"H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel\">m<\/abbr><\/span> am <a title=\"Gornergrat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gornergrat\">Gornergrat<\/a> und im Himalaya bis etwa <span style=\"border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;\">5700&nbsp;<abbr title=\"H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel\">m<\/abbr><\/span>.<\/p>\n<p>Das Spektrum der vom Hausrotschwanz besiedelten <a title=\"Sekund\u00e4rbiotop\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rbiotop\">Sekund\u00e4rhabitate<\/a> ist au\u00dferordentlich breit, der Zusammenhang zu den Prim\u00e4rhabitaten ist zwar nicht in allen F\u00e4llen offensichtlich, bei n\u00e4herer Betrachtung aber erkennbar. Ein Schl\u00fcsselfaktor dieser Lebensr\u00e4ume ist die Existenz zumindest einzelner \u00fcbersichtlicher, kurzrasiger oder vegetationsarmer Bereiche, die bevorzugt bejagt werden. Bei der Wahl der Neststandorte ist der Hausrotschwanz ausgesprochen flexibel und st\u00f6rungsunempfindlich. Es gibt Sekund\u00e4rhabitate inner- und au\u00dferhalb menschlicher Siedlungen. Beispiele sind <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kiesgrube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiesgrube\">Kiesgruben<\/a>, <a title=\"Steinbruch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinbruch\">Steinbr\u00fcche<\/a>, von St\u00fctzmauern durchzogene <a title=\"Weinberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weinberg\">Weinberge<\/a> und praktisch alle Typen von Wohn-, Gewerbe- und Industrieanlagen. In Europa d\u00fcrften Siedlungen mittlerweile 90&nbsp;Prozent des Gesamtbestands beherbergen.<\/p>\n<p>Offene, \u00fcbersichtliche Habitate werden auch nach der Brutzeit und w\u00e4hrend des Zuges als Rastpl\u00e4tze bevorzugt. Siedlungsv\u00f6gel nutzen im Sp\u00e4tsommer ebenso umliegendes Kulturland, insbesondere Ackerbrachen und abgeerntete Maisfelder. Besonders beliebte Rastpl\u00e4tze w\u00e4hrend des Zuges sind Flussufer, vor allem bei Schlechtwetter. <a title=\"R\u00f6hricht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6hricht\">Ried<\/a>&#8211; und <a title=\"Schilfrohr\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schilfrohr\">Schilfgebiete<\/a> hingegen werden trotz ihres Nahrungsreichtums und des offenen bis halboffenen Charakters gemieden.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung_und_Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrung und Nahrungserwerb<\/span><\/h2>\n<p>Die Nahrung des Hausrotschwanzes besteht vor allem aus <a title=\"Wirbellose\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">wirbellosen<\/a> Kleintieren, aber auch pflanzliche Nahrung, insbesondere <a title=\"Beere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beere\">Beeren<\/a>, spielt eine gewisse Rolle. Das Beutespektrum ist vielf\u00e4ltig, es umfasst mehr als 50 <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insektenfamilien<\/a>, verschiedene <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnentiere<\/a> \u2013&nbsp;vor allem <a title=\"Webspinnen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Webspinnen\">Webspinnen<\/a> und <a title=\"Weberknechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weberknechte\">Weberknechte<\/a>&nbsp;\u2013 sowie verschiedene Arten weiterer vor allem bodenbewohnender <a title=\"Gliederf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gliederf%C3%BC%C3%9Fer\">Gliederf\u00fc\u00dfer<\/a> und <a title=\"Schnecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a>. Die Gr\u00f6\u00dfe der Beutetiere liegt haupts\u00e4chlich zwischen zwei und acht Millimetern. Daneben erbeutet der Hausrotschwanz gelegentlich auch Schmetterlingsraupen und Regenw\u00fcrmer, die bis zu sieben Zentimeter lang sein k\u00f6nnen. Derartig gro\u00dfe Beutetiere werden vor Verzehr oder Verf\u00fctterung gequetscht oder zerst\u00fcckelt.<\/p>\n<p>Der Verdauungstrakt des Hausrotschwanzes zeigt Anpassungen an tierische Nahrung. Ob die Beeren eine besondere <a title=\"Physiologie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Physiologie\">physiologische<\/a> Bedeutung haben oder ein entsprechendes Angebot nur opportunistisch ausgenutzt wird, ist umstritten.<\/p>\n<p>Der Hausrotschwanz ist haupts\u00e4chlich ein <a title=\"Lauerj\u00e4ger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauerj%C3%A4ger\">Wartenj\u00e4ger<\/a>. Typisch ist dabei das Lauern auf am Boden befindliche Beutetiere von erh\u00f6hten Positionen, beispielsweise auf Steinen, Felsen, Pfosten oder D\u00e4chern, seltener Str\u00e4uchern oder B\u00e4umen. Am h\u00e4ufigsten wird die Beute mit geradlinigen Sturzfl\u00fcgen erreicht, Richtungswechsel des fixierten Objekts kann der Hausrotschwanz kompensieren. Die Entfernung zur Beute liegt meist zwischen zwei und drei Metern, kann aber auch \u00fcber zehn Meter betragen. Regelm\u00e4\u00dfig werden auch Fluginsekten erbeutet, der Luftraum ist aber von sekund\u00e4rer Bedeutung. Auch den <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">R\u00fcttelflug<\/a> setzt der Hausrotschwanz zum Nahrungserwerb ein und kann auch auf diese Weise Beutetiere an Felsen oder Geh\u00f6lzen ablesen oder Beeren von Str\u00e4uchern pfl\u00fccken.<\/p>\n<p>Alternativ zur Wartenjagd sucht der Hausrotschwanz auf vielf\u00e4ltige Weise direkt am Boden nach Nahrung. Hierf\u00fcr ist er mit seinen langen L\u00e4ufen und gleich langen Innen- und Au\u00dfenzehen gut angepasst. Meist bewegt er sich dabei h\u00fcpfend, seltener laufend fort. Zusammenfassend zeigt der Hausrotschwanz beim Nahrungserwerb eine hohe Flexibilit\u00e4t und vielfach opportunistisches Verhalten bei kurzfristig verf\u00fcgbarer Nahrung \u2013 beispielsweise wird die gute Sichtbarkeit von Insekten nach Neuschneefall im Gebirge ausgenutzt.<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Hausrotschw\u00e4nze sind wenig soziale V\u00f6gel, auch au\u00dferhalb der Brutzeit sind sie bei der Nahrungssuche fast immer alleine. Nur w\u00e4hrend des Zuges bei Schlechtwetter oder bei lokalen Massierungen von Beute \u2013 beispielsweise an Flussufern \u2013 k\u00f6nnen kurzfristig lockere Verb\u00e4nde auftreten, aber selbst in solchen F\u00e4llen wird eine erhebliche Individualdistanz eingehalten.<\/p>\n<h3><span id=\"Aktivit.C3.A4t_und_Komfortverhalten\" class=\"mw-headline\">Aktivit\u00e4t und Komfortverhalten<\/span><\/h3>\n<p>In Mitteleuropa beginnen Hausrotschw\u00e4nze von M\u00e4rz bis Juni etwa eine, mitunter auch zwei Stunden vor Sonnenaufgang mit dem Gesang. Damit geh\u00f6ren sie mit den <a title=\"Amsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amsel\">Amseln<\/a> zu den fr\u00fchesten morgendlichen S\u00e4ngern, in den Alpen kann nur der Gesang des <a title=\"Steinschm\u00e4tzer (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinschm%C3%A4tzer_%28Art%29\">Steinschm\u00e4tzers<\/a> noch fr\u00fcher einsetzen. Besonders zu Beginn der Brutperiode kann der Hausrotschwanz mit kleinen Pausen bis in die sp\u00e4te Abendd\u00e4mmerung ununterbrochen singen. Dabei gibt er bei gutem Wetter durchschnittlich mehr als 5000 Strophen von sich, die reine Gesangszeit liegt bei \u00fcber sechs Stunden. Gelegentlich ist der Gesang auch nachts zu h\u00f6ren. Auch gibt es Berichte \u00fcber Hausrotschw\u00e4nze, die nachts an einer Stra\u00dfenlaterne schw\u00e4rmende Insekten fangen.<\/p>\n<p>Besonders w\u00e4hrend der Mauser sieht man die V\u00f6gel beim Sonnenbaden, seltener sind Wasserb\u00e4der und nur ausnahmsweise Staubb\u00e4der zu beobachten.<\/p>\n<h3><span id=\"Territorialit.C3.A4t_und_antagonistisches_Verhalten\" class=\"mw-headline\">Territorialit\u00e4t und antagonistisches Verhalten<\/span><\/h3>\n<p>Der Zeitraum der Reviergr\u00fcndung durch die Hausrotschwanz-M\u00e4nnchen erstreckt sich in Mitteleuropa \u00fcber einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen nach Ankunft im Brutgebiet. Wie bei anderen Singvogelarten kommen die jungen M\u00e4nnchen sp\u00e4ter im Brutgebiet an und haben damit bei der Revierauswahl bereits einen Nachteil. Das Angebot an auff\u00e4lligen Singwarten d\u00fcrfte bei der Wahl des Reviers ein mindestens ebenso wichtiges Kriterium darstellen wie das Nistplatzangebot. Der Hausrotschwanz ist unter den Singvogelarten bei der Auswahl der Singwarten am selektivsten und bevorzugt die exponiertesten Pl\u00e4tze, typisch sind im Prim\u00e4rhabitat die h\u00f6chsten verf\u00fcgbaren Felsen oder im <a title=\"Sekund\u00e4rbiotop\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rbiotop\">Sekund\u00e4rhabitat<\/a> die <a title=\"Giebel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giebel\">Giebelspitzen<\/a>. Baumkronen werden auch genutzt, wenn auch \u00e4u\u00dferst selten. Diese Pr\u00e4ferenz \u00e4u\u00dferst auff\u00e4lliger, hoher Warten ist f\u00fcr einen vorwiegend am Boden nach Nahrung suchenden Vogel ungew\u00f6hnlich. F\u00fcr die Reviergr\u00f6\u00dfe in Sekund\u00e4rhabitaten liegen die Angaben in der Literatur zwischen 0,35 und 7&nbsp;<a title=\"Hektar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hektar\">Hektar<\/a>. In einigerma\u00dfen geeigneten Lebensr\u00e4umen d\u00fcrften die Reviere aber kaum gr\u00f6\u00dfer als 2&nbsp;Hektar sein, die mittlere Gr\u00f6\u00dfe liegt deutlich darunter. F\u00fcr die Prim\u00e4rhabitate fehlen verl\u00e4ssliche Angaben, es ist jedoch davon auszugehen, dass die Reviere oft weit auseinander liegen und es weniger feste Reviergrenzen gibt.<\/p>\n<p>Auf Konkurrenten im Randbereich der Reviere und auf Eindringlinge reagieren revierhaltende Hausrotschw\u00e4nze deutlich und unmittelbar. Das Spektrum der Reaktionen reicht von Gesangsduellen \u00fcber vorsichtige, schleichende Ann\u00e4herung mit Drohgeb\u00e4rden bis zu aggressiven, \u00fcberfallartigen Attacken. Gegen\u00fcber artfremden Mitbenutzern des Reviers hingegen zeigen sich Hausrotschw\u00e4nze wenig aggressiv, selbst der verwandte <a title=\"Gartenrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gartenrotschwanz\">Gartenrotschwanz<\/a> wird meist geduldet. Vom gr\u00f6\u00dferen <a title=\"Steinschm\u00e4tzer (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinschm%C3%A4tzer_%28Art%29\">Steinschm\u00e4tzer<\/a> wird der Hausrotschwanz viel h\u00e4ufiger attackiert als umgekehrt.<\/p>\n<p>Wie Weibchen gef\u00e4rbte einj\u00e4hrige Hausrotschwanz-M\u00e4nnchen (\u201eHemmungskleid\u201c), die in ein Revier eines \u00e4lteren M\u00e4nnchens eindringen, scheinen von den Revierinhabern genauso heftig attackiert zu werden, wie Eindringlinge im Adultkleid. Dies steht im Widerspruch zur \u201efemale mimicry\u201c-Hypothese. Dieses von Sievert Rohwer und seinen Mitarbeitern 1980 ver\u00f6ffentlichte Erkl\u00e4rungsmodell \u00fcber den <a title=\"Evolution\u00e4re Anpassung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evolution%C3%A4re_Anpassung\">adaptiven<\/a> Wert schlichter Jugendkleider unterstellt, dass wie Weibchen gef\u00e4rbte geschlechtsreife junge M\u00e4nnchen die \u00fcberlegenen \u00c4lteren \u00fcber ihren Status t\u00e4uschen k\u00f6nnten und dadurch im Vorteil w\u00e4ren. Gegen diese These spricht auch, dass einj\u00e4hrige M\u00e4nnchen im \u201eHemmungskleid\u201c minderwertigere Reviere halten als die gleichaltrigen M\u00e4nnchen im \u201eFortschrittskleid\u201c und \u2013&nbsp;vermutlich als Folge davon&nbsp;\u2013 auch seltener verpaart sind.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig beim Hausrotschwanz ist der Herbstgesang, der in Mitteleuropa nach der Mauser im September und Oktober zu h\u00f6ren ist. Er wird fast ausschlie\u00dflich von adulten M\u00e4nnchen vorgetragen und bereitet bereits die Reviergr\u00fcndung der folgenden Brutsaison vor.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 572px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:AnualCycleBlackRedstart.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/2e\/AnualCycleBlackRedstart.png\/570px-AnualCycleBlackRedstart.png\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"198\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:AnualCycleBlackRedstart.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Jahreszyklus bezogen auf <a title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baden-W%C3%BCrttemberg\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> (48\u00b0&nbsp;30\u2032&nbsp;N)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Hausrotschw\u00e4nze werden am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif, dies gilt auch f\u00fcr die wie Weibchen gef\u00e4rbten Einj\u00e4hrigen im \u201eHemmungskleid\u201c. Vertreter der Art f\u00fchren vorwiegend eine monogame Saisonehe. Reviertreue und individuelle Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr bestimmte Reviere k\u00f6nnen aber auch dazu f\u00fchren, dass die Partner eines Jahres im folgenden Jahr wieder gemeinsam Junge aufziehen. <a title=\"Polygynie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polygynie\">Polygynie<\/a> wurde mehrfach nachgewiesen, einj\u00e4hrigen M\u00e4nnchen gelingt es dabei nur unter \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstigen Bedingungen, zwei Weibchen zu erobern.<\/p>\n<p>In weiten Teilen seines s\u00fcd- und mitteleurop\u00e4ischen Areals gelingen dem Hausrotschwanz zwei, seltener auch drei Jahresbruten. Infolge der asynchronen Ankunft im Brutgebiet besteht eine zeitliche \u00dcberschneidung der Erst- und Zweitbruten auch innerhalb einzelner Populationen. Die H\u00e4ufigkeit der Zweitbruten variiert nach H\u00f6henlage und Breitengrad. Zudem schaffen mehrj\u00e4hrige M\u00e4nnchen signifikant h\u00e4ufiger eine zweite Brut als Einj\u00e4hrige.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz_und_Paarbildung\" class=\"mw-headline\">Balz und Paarbildung<\/span><\/h3>\n<p>Die Weibchen, die in Mitteleuropa einige Tage bis zwei Wochen sp\u00e4ter als die M\u00e4nnchen im Brutgebiet eintreffen, entscheiden sich offenbar nicht sofort f\u00fcr einen Partner, sondern streunen mehrere Tage herum. M\u00f6glicherweise sammeln sie Informationen \u00fcber Revierqualit\u00e4ten und den Status potentieller Partner. In der fr\u00fchen Paarbildungsphase sind ausgedehnte Verfolgungsjagden die auff\u00e4lligste Verhaltensweise. In den Hetzpausen kommt es zu ritualisierten Imponier- und Balzgesten, in denen mehrj\u00e4hrige M\u00e4nnchen ihren <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fl\u00fcgelspiegel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspiegel\">Fl\u00fcgelspiegel<\/a> zur Geltung bringen. Auch gemeinsame Inspektionen potentieller Nistpl\u00e4tze sind Vorbereitungen auf das Brutgeschehen.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Partnerbeziehungen werden <a title=\"Begattung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Begattung\">Kopulationen<\/a> durch l\u00e4ngere Aufforderungs- und Imponiergesten eingeleitet, sp\u00e4ter in der Saison fordert das Weibchen kurz durch geduckte K\u00f6rperhaltung und Fl\u00fcgelzittern zur Begattung auf. Die nur wenige Sekunden dauernden Kopulationen finden h\u00e4ufig an exponierten Stellen statt, beispielsweise auf Dachfirsten.<\/p>\n<h3><span id=\"Neststandort_und_Nest\" class=\"mw-headline\">Neststandort und Nest<\/span><\/h3>\n<table style=\"border-collapse: collapse; background-color: transparent;\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"right\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Hausrotschwanz ist vorwiegend <a title=\"Nischenbr\u00fcter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nischenbr%C3%BCter\">Nischen<\/a>-, seltener auch <a title=\"H\u00f6hlenbr\u00fcter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6hlenbr%C3%BCter\">Halbh\u00f6hlenbr\u00fcter<\/a>. Im Prim\u00e4rhabitat dienen wie bei anderen V\u00f6geln des Hochgebirges Felsspalten und -nischen als Neststandort. Im Siedlungsgebiet zeigt die Art eine erstaunliche Flexibilit\u00e4t bei der Nutzung von Niststandorten, zudem erweisen sich die V\u00f6gel als unempfindlich gegen\u00fcber St\u00f6rungen, L\u00e4rm und Gestank. In der Literatur finden sich ausf\u00fchrliche Aufstellungen extremer Niststandorte \u2013 beispielsweise das Gest\u00e4nge eines <a title=\"Elektrischer Generator\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elektrischer_Generator\">Generators<\/a>, der t\u00e4glich 10 bis 12 Stunden in Betrieb war und dessen Standort w\u00e4hrend der Jungenaufzucht wiederholt wechselte. Selbst bei den meisten Extremstandorten ist aber eine Vorliebe f\u00fcr etwas d\u00e4mmrige, gut gesch\u00fctzte, \u00fcberdachte oder abgedeckte Pl\u00e4tze erkennbar. K\u00fcnstliche Nisthilfen werden gelegentlich angenommen, aber nicht bevorzugt.<\/p>\n<p>Sowohl die Wahl des Nistplatzes als auch der Bau des Nests erfolgt fast ausschlie\u00dflich durch das Weibchen. Nistmaterial wird meist im n\u00e4heren Umkreis gesammelt. Dabei verstehen es die Weibchen, Gr\u00f6\u00dfe und Umfang des Nests an die Gegebenheiten anzupassen, um eine bestm\u00f6gliche W\u00e4rmeisolation und Abschirmung zu erreichen. Das Nest ist ein recht volumin\u00f6ser, solider Napf mit einer vergleichsweise tiefen Mulde. Unterbau, Au\u00dfenrahmen und Mittelteil bestehen vor allem aus l\u00e4ngeren, trockenen Halmen, daneben wird h\u00e4ufiger auch Moos verwendet, seltener kleinere Wurzelbestandteile, Flechten, Federn oder Papier. F\u00fcr die Innenauspolsterung verwenden die Weibchen haupts\u00e4chlich Tierhaare und Federn, seltener Glaswolle oder Watte. F\u00fcr die Zweitbrut wird meist ein neues Nest gebaut, andererseits werden mitunter schon f\u00fcr die Erstbrut vorj\u00e4hrige Nester wieder verwendet.<\/p>\n<h3><span id=\"Gelege_und_Brut\" class=\"mw-headline\">Gelege und Brut<\/span><\/h3>\n<p>Die spitzovalen Eier sind reinwei\u00df, nur selten zart hellblau angehaucht. Im Mittel messen sie ungef\u00e4hr 20&nbsp;\u00d7&nbsp;15&nbsp;Millimeter und wiegen etwas \u00fcber zwei Gramm. Wie bei den meisten Singv\u00f6geln findet die Eiablage vorwiegend in den fr\u00fchen Morgenstunden statt, jeweils mit einem Tag Abstand. Das durchschnittliche Vollgelege enth\u00e4lt f\u00fcnf Eier. Die Gelegegr\u00f6\u00dfe zeigt in Europa nur geringe saisonale, geografische und h\u00f6henabh\u00e4ngige Variation. Am zweith\u00e4ufigsten sind Vierergelege, Sechsergelege sind seltener, aber noch normal.<\/p>\n<p>Das Weibchen beginnt nach der Ablage des letzten Eies oder in der vorausgehenden Nacht mit der Bebr\u00fctung. Die Brutdauer betr\u00e4gt in Mitteleuropa 12 bis 17, im Mittel 14&nbsp;Tage. Eine Brutbeteiligung des M\u00e4nnchens kommt nur in Ausnahmef\u00e4llen in vernachl\u00e4ssigbarem Umfang vor.<\/p>\n<h3><span id=\"Entwicklung_der_Jungen\" class=\"mw-headline\">Entwicklung der Jungen<\/span><\/h3>\n<p>Die Jungv\u00f6gel schl\u00fcpfen weitgehend synchron, oft innerhalb weniger Stunden. Die Eischalen werden unmittelbar nach dem Schlupf ausgetragen, der Kot wird in den ersten Tagen gefressen und die Nestlinge werden vom Weibchen <a title=\"Hudern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">gehudert<\/a>. Sp\u00e4ter werden die Kotballen der Jungen in erheblicher Entfernung vom Nest abgelegt, dieser betr\u00e4chtliche energetische Aufwand wird als Abwehrstrategie gegen <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Nestr\u00e4uber<\/a> gedeutet.<\/p>\n<p>Die Nestlingszeit dauert zwischen 12 und 19&nbsp;Tagen, im Regelfall verbleiben die Jungv\u00f6gel 15 bis 17&nbsp;Tage im Nest. Frisch geschl\u00fcpfte Junge wiegen ungef\u00e4hr 1,5&nbsp;Gramm und k\u00f6nnen das Geburtsgewicht in etwa 10&nbsp;Tagen verzehnfachen. Ab dem elften Lebenstag sind junge Hausrotschw\u00e4nze weitgehend befiedert.<\/p>\n<p>Beide Geschlechter beteiligen sich an der F\u00fctterung, Weibchen f\u00fcttern regelm\u00e4\u00dfiger und etwas h\u00e4ufiger als M\u00e4nnchen, letztere \u00fcbergeben einen Teil der Beute an das Weibchen und bringen gr\u00f6\u00dfere Beutest\u00fccke zum Nest. Beide Elternteile betreuen die Jungen auch nach dem Ausfliegen, meist etwa 10&nbsp;Tage, in Ausnahmef\u00e4llen auch bis zu drei Wochen. In Erwartung des Futters sitzen die Fl\u00fcgglinge h\u00e4ufig exponiert in Bodenn\u00e4he, beispielsweise auf Z\u00e4unen \u2013 und werden dabei nicht selten von <a title=\"Hauskatze\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hauskatze\">Katzen<\/a> erbeutet. Die Stummelschw\u00e4nze der Jungv\u00f6gel brauchen nach dem Ausfliegen zwei bis drei Wochen, bis sie die den Altv\u00f6geln entsprechende L\u00e4nge erreicht haben.<\/p>\n<p>Die Ei- und Nestlingsverluste sind vergleichsweise gering, da die Nester meist gut gesch\u00fctzt und f\u00fcr Nestfeinde schwer erreichbar sind. Unter normalen Umst\u00e4nden schl\u00fcpfen aus 85 bis 90&nbsp;Prozent der Eier Junge, und 90 bis 95&nbsp;Prozent der geschl\u00fcpften Jungv\u00f6gel fliegen aus. Totalverluste besonders exponierter Nester wirken sich sp\u00fcrbar auf die Verlustrate aus, im Siedlungsbereich ist mehr als ein Drittel dieser F\u00e4lle auf menschliche St\u00f6rungen zur\u00fcckzuf\u00fchren. In Berglagen k\u00f6nnen K\u00e4lteeinbr\u00fcche die Nestlingssterblichkeit drastisch erh\u00f6hen. Zu weiteren Verlusten kommt es durch <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ektoparasit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ektoparasit\">Ektoparasiten<\/a> und durch den <a title=\"Kuckuck\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuckuck\">Kuckuck<\/a>, der regelm\u00e4\u00dfig \u2013 vor allem im Alpenraum \u2013 seine Eier in Nester des Hausrotschwanzes legt.<\/p>\n<p>Die bedeutendsten <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Pr\u00e4datoren<\/a> f\u00fcr die Altv\u00f6gel sind der Sperber und mit einigem Abstand die <a title=\"Schleiereule\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleiereule\">Schleiereule<\/a>. Auff\u00e4llig ist, dass Hausrotschw\u00e4nze im Gegensatz zu anderen V\u00f6geln wie <a title=\"Amsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amsel\">Amseln<\/a>, <a title=\"Haussperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperlingen<\/a> oder <a title=\"Buchfink\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buchfink\">Buchfinken<\/a> im Siedlungsgebiet selten dem Stra\u00dfenverkehr zum Opfer fallen. M\u00f6glicherweise h\u00e4ngt dies mit der Wendigkeit und Reaktionsf\u00e4higkeit auf bewegte Objekte zusammen, die f\u00fcr den Hausrotschwanz als Wartenj\u00e4ger wichtig sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Altersstruktur von Hausrotschwanz-Populationen ergeben Beobachtungsdaten und Hochrechnungen \u00fcbereinstimmend, dass ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der geschlechtsaktiven V\u00f6gel einj\u00e4hrig ist. Weitere 40&nbsp;Prozent sind zwischen einem und drei Jahre alt, nur etwa 3&nbsp;Prozent sind f\u00fcnf Jahre und \u00e4lter. Das bisher bekannte H\u00f6chstalter eines freilebenden Hausrotschwanzes betr\u00e4gt zehn Jahre.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<table class=\"prettytable\" style=\"float: right; text-align: center;\">\n<tbody>\n<tr>\n<th align=\"left\">Land<\/th>\n<th>Anzahl Brutpaare<\/th>\n<th>Zeitraum<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\">Deutschland<\/td>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;600.000\u20131.000.000<\/td>\n<td>1995\u20131999<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\">\u00d6sterreich<\/td>\n<td>100.000\u2013200.000<\/td>\n<td>1998\u20132002<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"left\">Schweiz<\/td>\n<td>250.000\u2013500.000<\/td>\n<td>1993\u20131996<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr den weltweiten Bestand der Art gibt es keine verwertbaren Angaben, der europ\u00e4ische Bestand wird auf vier bis neun Millionen Brutpaare gesch\u00e4tzt. Kurzfristige, vor allem witterungsbedingte Schwankungen, sind unbedeutend. Trotz lokaler Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge \u2013 vor allem in Frankreich und England \u2013 haben insgesamt gesehen die Best\u00e4nde des Hausrotschwanzes in Europa in den letzten Jahren leicht zugenommen. Insofern wird die Art nicht als gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p>Im Tiefland und im Siedlungsgebiet Mitteleuropas war der Hausrotschwanz Mitte des 19. Jahrhunderts noch weit seltener als der <a title=\"Gartenrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gartenrotschwanz\">Gartenrotschwanz<\/a>, das auch heute noch g\u00fcltige umgekehrte Verh\u00e4ltnis wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Auff\u00e4llig waren die Bestandszunahmen am Ende des <a title=\"Zweiter Weltkrieg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweiter_Weltkrieg\">Zweiten Weltkriegs<\/a> in vielen der zerst\u00f6rten St\u00e4dte. Die vor\u00fcbergehenden Bestandseinbu\u00dfen nach Beseitigung der Tr\u00fcmmerlandschaft konnte der Hausrotschwanz in der Folgezeit wegen der Ausdehnung der \u00fcberbauten Fl\u00e4chen und der Siedlungsbereiche weitgehend kompensieren.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Verwandtschaftsbeziehungen_der_Rotschw.C3.A4nze\" class=\"mw-headline\">Verwandtschaftsbeziehungen der Rotschw\u00e4nze<\/span><\/h3>\n<p>Die <a title=\"Rotschw\u00e4nze\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotschw%C3%A4nze\">Rotschw\u00e4nze<\/a> wurden mit der Unterfamilie der <a title=\"Schm\u00e4tzer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schm%C3%A4tzer\">Schm\u00e4tzer<\/a> traditionell der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Drosseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drosseln\">Drosseln<\/a> (Turdidae) zugerechnet. Sowohl die Befunde der <a title=\"Hybridisierung (Molekularbiologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybridisierung_%28Molekularbiologie%29\">DNA-Hybridisierung<\/a> als auch j\u00fcngere Ergebnisse der Sequenzierung des <a title=\"Mitochondriale DNA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondriale_DNA\">mitochondrialen<\/a> <a title=\"Cytochrome\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cytochrome\">Cytochrome<\/a>-b-Gens legen allerdings nahe, dass die Schm\u00e4tzer und damit auch die Rotschw\u00e4nze n\u00e4her mit den <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4ppern<\/a> (Muscicapidae) als mit den <a title=\"Drosseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drosseln\">Drosseln<\/a> verwandt sind.<\/p>\n<p>Innerhalb der Rotschw\u00e4nze d\u00fcrfte der <a title=\"Tibet\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tibet\">tibetische<\/a> <a title=\"Feldrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldrotschwanz\">Feldrotschwanz<\/a> der n\u00e4chste Verwandte des Hausrotschwanzes sein. Diese Art stimmt mit dem Hausrotschwanz nicht nur im F\u00e4rbungsmuster weitgehend \u00fcberein \u2013 zumindest mit dessen \u201eurspr\u00fcnglicheren\u201c \u00f6stlichen Rassen. Der Feldrotschwanz hat zudem, als einzige weitere Rotschwanzart, wie der Hausrotschwanz eine verz\u00f6gerte Gefiederreifung.<\/p>\n<p>Laut im Jahr 2006 durchgef\u00fchrten <a title=\"Molekularbiologie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Molekularbiologie\">molekulargenetischen<\/a> Untersuchungen geh\u00f6rt der <a title=\"Gartenrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gartenrotschwanz\">Gartenrotschwanz<\/a> nicht zu den am n\u00e4chsten mit dem Hausrotschwanz verwandten Rotschwanzarten, obwohl es in der Kontaktzone nicht selten zu <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fertil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fertil\">fertilen<\/a> <a title=\"Hybride\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybriden<\/a> kommt. Es wird vermutet, dass Haus- und Gartenrotschwanz erst durch die neuzeitliche Arealausweitung des Hausrotschwanzes wieder in Kontakt kamen und es so trotz fehlender <a title=\"Isolation (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isolation_%28Biologie%29\">reproduktiver Isolation<\/a> hier zur Artaufspaltung kommen konnte.<\/p>\n<h3><span id=\"Unterarten\" class=\"mw-headline\">Unterarten<\/span><\/h3>\n<p>Die insgesamt f\u00fcnf bis sieben anerkannten <a title=\"Unterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterarten<\/a> unterscheiden sich haupts\u00e4chlich in der Gefiederf\u00e4rbung der adulten M\u00e4nnchen. Entsprechend <a title=\"Morphologie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morphologie_%28Biologie%29\">morphologischen<\/a> und molekulargenetischen Befunden werden diese Unterarten in drei Unterartgruppen eingeteilt:<\/p>\n<p><strong><em>gibraltariensis<\/em>-Gruppe<\/strong><br \/> Die westlichen Rassen weisen eine graue bis hellgraue Bauchf\u00e4rbung und einen deutlichen Fl\u00fcgelspiegel auf. Die Aufspaltung dieser Gruppe in die zwei Unterarten erfolgte vermutlich w\u00e4hrend der letzten <a class=\"mw-redirect\" title=\"W\u00fcrmeiszeit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmeiszeit\">Eiszeit<\/a>.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Phoenicurus ochruros gibraltariensis<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Johann Friedrich Gmelin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Friedrich_Gmelin\">J. F. Gmelin<\/a><\/span>, 1789): Diese Unterart besiedelt Europa und Nordwest-Afrika. Das Aussehen entspricht obiger Beschreibung.<\/li>\n<li><em>Phoenicurus ochruros aterrimus<\/em> (<span class=\"Person\">von Jordans<\/span>, 1923): Die Populationen in <a title=\"Portugal\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portugal\">Portugal<\/a> sowie in Zentral- und S\u00fcd<a title=\"Spanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">spanien<\/a> zeigen vor allem an Nacken und R\u00fccken eine intensivere Schwarzf\u00e4rbung. Die Abgrenzung von <em>P. o. gibraltariensis<\/em> als eigene Unterart ist allerdings umstritten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>ochruros<\/em>-Gruppe<\/strong><br \/> Das Aussehen der Populationen in <a title=\"Kleinasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinasien\">Kleinasien<\/a> und dem <a title=\"Naher Osten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naher_Osten\">Nahen Osten<\/a> wandelt sich flie\u00dfend von Westen, wo die M\u00e4nnchen oberseitig mehr ru\u00dfschwarz sind und den <em>gibraltariensis<\/em>-Formen \u00e4hneln, nach Osten, wo die V\u00f6gel oberseitig eher aschgrau und unterseitig zunehmend rotbraun sind und bereits \u00c4hnlichkeiten mit den ostasiatischen Formen zeigen.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Phoenicurus ochruros ochruros<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Samuel Gottlieb Gmelin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Samuel_Gottlieb_Gmelin\">S. G. Gmelin<\/a><\/span>, 1774): Die <a title=\"Ph\u00e4notyp\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4notyp\">ph\u00e4notypisch<\/a> sehr variable <a title=\"Nominotypisches Taxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominotypisches_Taxon\">Nominatform<\/a> besiedelt <a title=\"Kleinasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinasien\">Kleinasien<\/a>, den Kaukasus und den Nordwesten des <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a>, die Vertreter dieser Rasse sind kleiner als <em>P. o. gibraltariensis<\/em>.<\/li>\n<li><em>Phoenicurus ochruros semirufus<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Friedrich Wilhelm Hemprich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Wilhelm_Hemprich\">Hemprich<\/a><\/span> &amp; <span class=\"Person\"><a title=\"Christian Gottfried Ehrenberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Gottfried_Ehrenberg\">Ehrenberg<\/a><\/span>, 1833): Die M\u00e4nnchen dieser Unterart sind unterhalb von Kinn und Brust schwarz und sonst einschlie\u00dflich der Achselfedern kr\u00e4ftig kastanienbraun sowie oberseits sehr dunkel gef\u00e4rbt. Diese Rasse besiedelt das Hochland von <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a>, dem <a title=\"Libanon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libanon\">Libanon<\/a> und <a title=\"Israel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel\">Israel<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Rassen des \u00f6stlichen Verbreitungsgebiets, die als die urspr\u00fcnglichen Formen der Art angesehen werden, erinnern mit ihren rotbraun gef\u00e4rbten B\u00e4uchen und Achselfedern recht stark an Gartenrotschw\u00e4nze.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Phoenicurus ochruros phoenicuroides<\/em> (<span class=\"Person\"><a class=\"new\" title=\"Frederic Moore (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Frederic_Moore&amp;action=edit&amp;redlink=1\">F. Moore<\/a><\/span>, 1854): Diese Populationen besiedeln <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">Zentralasien<\/a> und den Westen des <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalaya<\/a>. Die Vertreter sind kleiner und weisen unterschiedliche F\u00e4rbungen auf, haben aber stets graue Farbt\u00f6ne auf dem Oberkopf.<\/li>\n<li><em>Phoenicurus ochruros rufiventris<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Louis Jean Pierre Vieillot\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Louis_Jean_Pierre_Vieillot\">Vieillot<\/a><\/span>, 1818): <a title=\"China\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/China\">China<\/a>, <a title=\"Tibet\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tibet\">Tibet<\/a> sowie der zentrale und der \u00f6stliche <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalaya<\/a> werden von dieser Unterart besiedelt. Die Vertreter dieser Rasse sind deutlich gr\u00f6\u00dfer als <em>P. o. phoenicuroides<\/em>, zudem sind Kopf und R\u00fccken nicht aschgrau sondern gleichm\u00e4\u00dfig tiefschwarz gef\u00e4rbt.<\/li>\n<li><em>Phoenicurus ochruros xerophilus<\/em> (<span class=\"Person\">Stegmann<\/span>, 1928): Die Populationen von <a title=\"Xinjiang\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang\">Xinjiang<\/a> und <a title=\"Qinghai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qinghai\">Qinghai<\/a> unterscheiden sich durch eine blassr\u00f6tliche Bauchf\u00e4rbung. Die Abtrennung als eigene Unterart von <em>P. o. rufiventris<\/em> ist umstritten.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Hausrotschwanz_und_Mensch\" class=\"mw-headline\">Hausrotschwanz und Mensch<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Etymologie_und_Benennung\" class=\"mw-headline\">Etymologie und Benennung<\/span><\/h3>\n<p>Wie im Deutschen <em>(Rotschw\u00e4nze)<\/em> bezieht sich die <a title=\"Gattung (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gattung_%28Biologie%29\">Gattungsbezeichnung<\/a> in vielen Sprachen auf den r\u00f6tlichen Schwanz der V\u00f6gel. Gleiches gilt f\u00fcr die wissenschaftliche Bezeichnung <em>Phoenicurus,<\/em> die griechischen Ursprungs ist (<a title=\"Altgriechische Sprache\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altgriechische_Sprache\">altgriechisch<\/a>&nbsp;<span class=\"polytonic\" lang=\"grc\"><em>phoinix<\/em> \u03c6\u03bf\u1fd6\u03bd\u03b9\u03be<\/span> \u201apurpur\u2018, \u201akarminrot\u2018, <em>oura<\/em> <span class=\"polytonic\" lang=\"grc\">\u03bf\u1f50\u03c1\u03ac<\/span> \u201aSchwanz\u2018). Das Art<a title=\"Epitheton\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Epitheton\">epitheton<\/a> verbindet die Endung <em>-uros<\/em> mit dem griechischen Adjektiv <em>\u014dchros<\/em> <span class=\"polytonic\" lang=\"grc\">\u1f60\u03c7\u03c1\u03cc\u03c2<\/span>, das \u201ablass\u2018 bedeutet und ihn vom Gartenrotschwanz (<em>Phoenicurus phoenicurus<\/em>) abhebt, der einen leuchtenderen Schwanz besitzt.<\/p>\n<p>Im Deutschen wird der Hausrotschwanz auch <em>Hausr\u00f6tel<\/em> genannt, daneben haben sich in den etwas mehr als 200 Jahren, die die Art nun in der N\u00e4he des Menschen br\u00fctet, einige Namen eingeb\u00fcrgert, die oft nur lokale Bedeutung haben. Dabei wird vielfach nicht zwischen Haus- und Gartenrotschwanz unterschieden. Umgangssprachlich werden beide Arten einfach als <em>Rotschw\u00e4nzchen<\/em> bezeichnet, oder vor allem in der <a title=\"Schweiz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a> auch als <em>Rotzigeli<\/em>, was das gleiche bedeutet. Insbesondere in <a title=\"Tirol\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tirol\">Tirol<\/a> und <a title=\"Bayern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bayern\">Bayern<\/a> gibt es in einigen Abwandlungen die Bezeichnung <em>Brantele,<\/em> was auf den gro\u00dfen Schwarzanteil des Gefieders zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, der mit Ru\u00df oder Kohle in Verbindung gebracht wird. Eine weitere \u00e4hnlich motivierte Bezeichnung ist <em>Zagelm\u00f6nch<\/em>, was so viel bedeutet wie \u201aM\u00f6nch mit Schwanz\u2018. Die etwas derben Bezeichnungen <em>Wackelarsch<\/em> oder <em>Schwappelarsch<\/em> sind auf das Schwanzzittern zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<h3><span id=\"Volksglaube\" class=\"mw-headline\">Volksglaube<\/span><\/h3>\n<p>Die N\u00e4he zum Menschen hat der Art auch eine gewisse Bedeutung im <a title=\"Volksglaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volksglaube\">Volksglauben<\/a> eingebracht. Im Schweizer <a title=\"Kanton Bern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanton_Bern\">Kanton Bern<\/a> gilt der Hausrotschwanz als Gl\u00fccksbringer, andernorts soll er ein Haus vor Feuer sch\u00fctzen \u2013 in manchen Gegenden gilt aber auch das genaue Gegenteil. In l\u00e4ndlichen Gebieten hat man dem Hausrotschwanz zudem unterstellt, seine Anwesenheit st\u00fcnde im Zusammenhang damit, dass K\u00fche rote Milch g\u00e4ben. Den wahren Grund kannte man damals nicht \u2013 n\u00e4mlich dass die Milch infolge entz\u00fcndeter und blutender Milchdr\u00fcsen (<a title=\"Mastitis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mastitis\">Mastitis<\/a>) r\u00f6tlich wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">foto: Mihai Baciu<br \/><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) ist eine Singvogelart aus der Familie der Fliegenschn\u00e4pper (Muscicapidae). Er ist etwas kleiner als der Haussperling und vor allem an seinem rostorangen Schwanz und dem ansonsten dunklen Gefieder zu erkennen. Hausrotschw\u00e4nze sind Nischenbr\u00fcter und waren urspr\u00fcnglich ausschlie\u00dflich im Gebirge beheimatet. 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