{"id":3063,"date":"2013-12-10T21:53:38","date_gmt":"2013-12-10T19:53:38","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/rotkopfwurger-lanius-senator\/"},"modified":"2013-12-10T22:05:10","modified_gmt":"2013-12-10T20:05:10","slug":"rotkopfwurger-lanius-senator","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/rotkopfwurger-lanius-senator\/","title":{"rendered":"Rotkopfw\u00fcrger (Lanius senator)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Rotkopfw\u00fcrger<\/strong> (<em>Lanius senator<\/em>) ist ein Singvogel der Gattung <em>Lanius<\/em> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"W\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrger\">W\u00fcrger<\/a> (Laniidae). Das Verbreitungsgebiet dieses, bis auf die nordwestafrikanischen Populationen, obligaten <a title=\"Zugvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugvogel\">Zugvogels<\/a> ist auf die <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Westpal\u00e4arktis<\/a> beschr\u00e4nkt, wo er in vier Unterarten vorkommt. Die Verbreitung ist auf der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> fl\u00e4chig, ansonsten l\u00fcckenhaft. Die \u00dcberwinterungsgebiete liegen in der <a title=\"Sahelzone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahelzone\">Sahelzone<\/a> s\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a>. Die seit etwa 50&nbsp;Jahren immer kleiner werdenden Brutvorkommen des Rotkopfw\u00fcrgers in <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropa<\/a> sind mittlerweile weitgehend erloschen.<\/p>\n<p>In der Gruppe der mittelgro\u00dfen braun, rotbraun oder schwarzr\u00fcckigen W\u00fcrger ist der Rotkopfw\u00fcrger eine in den meisten F\u00e4llen leicht zu bestimmende Art. Nur Jungv\u00f6gel und <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">immature<\/a> Individuen \u00e4hneln stark solchen anderer Arten, vor allem jenen des <a title=\"Maskenw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maskenw%C3%BCrger\">Maskenw\u00fcrgers<\/a> und des <a title=\"Neunt\u00f6ter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neunt%C3%B6ter\">Neunt\u00f6ters<\/a>. Bestimmungsprobleme bereiten weiters <a title=\"Hybride\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybride<\/a>, die zumindest zwischen dem Rotkopfw\u00fcrger und dem Neunt\u00f6ter gelegentlich vorkommen.<\/p>\n<p>Mit einer Gesamtl\u00e4nge von bis zu 19&nbsp;Zentimetern, wovon etwa 8&nbsp;Zentimeter auf den Schwanz entfallen, ist der Rotkopfw\u00fcrger durchschnittlich nur geringf\u00fcgig gr\u00f6\u00dfer als der Neunt\u00f6ter; er ist jedoch mit bis zu 50&nbsp;Gramm um 10\u221220&nbsp;Prozent schwerer als dieser und wirkt kompakter und massiger. Ausgef\u00e4rbte M\u00e4nnchen sind auf der Oberseite weitgehend schwarz, auf der Unterseite sehr hell, fast wei\u00df gef\u00e4rbt. Scheitel und Nacken sind rostbraun, gelegentlich orangebraun. Die Schultern sind wei\u00df, ebenso die Basen der Handschwingen, wodurch beim sitzenden Vogel ein deutliches wei\u00dfes Fl\u00fcgelfenster entsteht, beim fliegenden ein recht breites wei\u00dfes Band. Bei einigen V\u00f6geln ist die wei\u00dfe Schulterf\u00e4rbung am R\u00fccken v-f\u00f6rmig geschlossen. Der <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> ist wei\u00df, der schmal wei\u00df gerandete, <a title=\"Spatel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spatel\">spatelf\u00f6rmige<\/a> Schwanz schwarz. Stirn und Vorderkopf sind schwarz; diese F\u00e4rbung setzt sich \u00fcber die Augen und Wangen zum Hals fort und bildet eine stark von der wei\u00dflichen Kehle abgesetzte Gesichtsmaske. \u00dcber dem Schnabelansatz befinden sich oft kleinere wei\u00dfe Einschl\u00fcsse. Der deutlich gez\u00e4hnte, kr\u00e4ftige W\u00fcrgerschnabel ist schwarz, ebenso die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a>. Die Beine sind graubraun.<\/p>\n<p>Die Geschlechter unterscheiden sich in Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht nicht, in der F\u00e4rbung jedoch recht deutlich. Weibchen sind insgesamt blasser und weniger kontrastreich gef\u00e4rbt. Das Oberseitengefieder ist meist br\u00e4unlich, die Gesichtsmaske ebenfalls dunkelbraun und h\u00e4ufig fragmentiert. Ein deutliches wei\u00dfes Feld \u00fcber dem Schnabelansatz kann aus der N\u00e4he einen guten Hinweis zur Geschlechtsbestimmung geben. Gelegentlich ist eine leichte Flockung und Wellung des bauchseitigen Gefieders zu erkennen; die Flanken sind fast immer hellbr\u00e4unlich behaucht.<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel weisen das f\u00fcr juvenile W\u00fcrger typische br\u00e4unlichgraue, dunkel gewellte und geflockte Oberseitengefieder auf. Die Unterseite ist auf hellem, gr\u00e4ulich verwaschenem Grund br\u00e4unlich <a title=\"Sperberung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperberung\">gesperbert<\/a>. Deutliche Farbkontraste fehlen. Die wei\u00dfen Schulterfedern werden ansatzweise schon nach der Teilmauser im ersten Herbst sichtbar und bilden dann das beste Unterscheidungsmerkmal zu anderen juvenilen W\u00fcrgerarten. Jungv\u00f6gel des Maskenw\u00fcrgers, die dieses Merkmal auch zeigen, sind insgesamt heller und im Farbton nicht br\u00e4unlich, sondern hellgrau; die wei\u00dfe Stirn, die die Altv\u00f6gel charakterisiert, ist bei ihnen bereits ausgebildet, fehlt jedoch bei jungen Rotkopfw\u00fcrgern.<\/p>\n<p>Der Flug des Rotkopfw\u00fcrgers ist geradlinig und sehr schnell.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-3053\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ddddd.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Gesang des Rotkopfw\u00fcrgers \u2013&nbsp;ein kontinuierliches Schw\u00e4tzen, Trillern und Pfeifen&nbsp;\u2013 ist dem des Neunt\u00f6ters sehr \u00e4hnlich, jedoch etwas lauter. Eingeleitet wird er oft von einem abgehackten <em>gr\u00fcg<\/em> Laut, dem gepresste, kr\u00e4chzende, aber auch wohlt\u00f6nendere Laute folgen (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.vogelwarte.ch\/db\/sound\/5140.mp3\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>). Fast immer werden Rufe und Ges\u00e4nge anderer Vogelarten imitiert, weshalb der Gesang des Rotkopfw\u00fcrgers je nach Vorbildart individuell sehr verschieden sein kann. Die h\u00e4ufigsten Vorbildarten sind der <a title=\"Brachpieper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brachpieper\">Brachpieper<\/a>, die <a title=\"Orpheusgrasm\u00fccke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orpheusgrasm%C3%BCcke\">Orpheusgrasm\u00fccke<\/a> und die <a title=\"Grauammer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grauammer\">Grauammer<\/a>. Beide Geschlechter singen, oft im Duett. Das M\u00e4nnchen tr\u00e4gt den Gesang von exponierten Warten vor, w\u00e4hrend singende Weibchen meist in der Deckung bleiben. Insgesamt ist die akustische Pr\u00e4senz der Art aber nicht besonders gro\u00df; vor allem bereits verpaart im Brutgebiet erscheinende W\u00fcrger verhalten sich recht heimlich.<\/p>\n<p>Wie alle W\u00fcrger verf\u00fcgen auch Rotkopfw\u00fcrger \u00fcber eine Reihe von Rufen. Einfacher Anwesenheits- und Kontaktruf ist ein zweisilbiges, recht leises <em>Kwikwik<\/em>. Warn- und Alarmruf ist ein lautes, einzelnes, oder bei gr\u00f6\u00dferer Erregung gereihtes <em>G\u00e4ck<\/em> oder <em>Tsch\u00e4ck<\/em> (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.birdsongs.it\/songs\/lanius_senator\/call2.wav\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>; <a title=\"RIFF WAVE\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RIFF_WAVE\">WAV<\/a>; 288&nbsp;kB). Besonders w\u00e4hrend der F\u00fchrungszeit bleibt die Familie mit <em>krek<\/em> oder <em>krex<\/em>-Rufen miteinander in Kontakt (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.birdsongs.it\/songs\/lanius_senator\/call1.wav\" rel=\"nofollow\">H\u00f6rbeispiel<\/a>; <a title=\"RIFF WAVE\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RIFF_WAVE\">WAV<\/a>; 251&nbsp;kB). Ein durchdringendes <em>Drrirrd<\/em> deutet auf h\u00f6chste Erregung in einer antagonistischen Situation hin.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 302px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Lanius_senator_distr.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f2\/Lanius_senator_distr.png\/300px-Lanius_senator_distr.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"217\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Lanius_senator_distr.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Brut- (orange) und \u00dcberwinterungsgebiete (blau) des Rotkopfw\u00fcrgers<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Rotkopfw\u00fcrger ist eine Singvogelart der s\u00fcdwestlichen Pal\u00e4arktis, insbesondere des <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraumes<\/a>. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt auf der Iberischen Halbinsel, wo etwa 85&nbsp;Prozent der gesamteurop\u00e4ischen Population br\u00fctet.<\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich im Westen von den <a title=\"Maghreb\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maghreb\">Maghreb<\/a>-Staaten in Nordwestafrika \u00fcber S\u00fcdportugal und gro\u00dfe Teile Spaniens, S\u00fcd- und Zentralfrankreich nach Italien. Besiedelt sind die gro\u00dfen Inseln im westlichen Mittelmeer, teilweise auch vorgelagerte Eilande. Nach Osten hin bestehen zahlenm\u00e4\u00dfig gute Brutvorkommen vor allem im k\u00fcstennahen Bereich der <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkanhalbinsel<\/a>, auf den meisten der <a title=\"Ionische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ionische_Inseln\">Ionischen<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"\u00c4g\u00e4ische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84g%C3%A4ische_Inseln\">\u00c4g\u00e4ischen Inseln<\/a>, sowie in der West<a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">t\u00fcrkei<\/a>. Brutvogel ist der Rotkopfw\u00fcrger ferner in <a title=\"Bulgarien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bulgarien\">S\u00fcdbulgarien<\/a> und an der <a title=\"Rum\u00e4nien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">rum\u00e4nischen<\/a> <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzmeerk\u00fcste<\/a>, in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Anatolien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatolien\">Zentralanatolien<\/a>, in der s\u00fcdlichen T\u00fcrkei, in <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Nordsyrien<\/a> sowie im Hinterland der \u00f6stlichen und s\u00fcd\u00f6stlichen Mittelmeerk\u00fcste. In nicht unbetr\u00e4chtlichen Zahlen br\u00fctet die Art in den <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasusstaaten<\/a>, insbesondere entlang der Westk\u00fcste des <a title=\"Kaspisches Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspisches_Meer\">Kaspischen Meeres<\/a>. Die Ostgrenze des Verbreitungsgebietes ist nicht genau bekannt; isolierte Brutvorkommen liegen im s\u00fcd\u00f6stlichen <a title=\"Turkmenistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turkmenistan\">Turkmenistan<\/a>. Die am weitesten nach Osten vorgeschobenen, zahlenm\u00e4\u00dfig relevanten Brutgebiete liegen jedoch im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Zagrosgebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zagrosgebirge\">Zagrosgebirge<\/a> sowie im <a title=\"Kuhrud\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuhrud\">Kuhrud<\/a>.<\/p>\n<p>Im zentralen und n\u00f6rdlichen Mitteleuropa war der Rotkopfw\u00fcrger immer sehr selten und ist heute aus diesem Bereich weitgehend verschwunden. Einige wenige Paare br\u00fcten in Deutschland, Polen, der <a title=\"Slowakei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a> und in der Schweiz.<\/p>\n<p>Die au\u00dferbrutzeitliche Verbreitung liegt in der <a title=\"Sahelzone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahelzone\">Sahelzone<\/a> sowie im <a title=\"Trockensavanne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trockensavanne\">Trockensavanneng\u00fcrtel<\/a> Afrikas s\u00fcdlich der Sahara. Einige V\u00f6gel aus den \u00f6stlichsten Brutgebieten \u00fcberwintern im S\u00fcdwesten der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a>, vor allem im <a title=\"Jemen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jemen\">Jemen<\/a>.<\/p>\n<h3><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h3>\n<p>Bis auf die nordwestafrikanischen Rotkopfw\u00fcrger sind alle anderen Populationen obligate Langstreckenzieher. Die \u00dcberwinterungsgebiete der Unterarten sind deutlich voneinander getrennt. Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> <em>L. s. senator<\/em> \u00fcberwintert im Westteil des Winterareals ostw\u00e4rts etwa bis zum Oberlauf des <a title=\"Nil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nil\">Nils<\/a>. Die \u00dcberwinterungsgebiete von <em>L. senator badius<\/em> liegen in einem relativ kleinen Bereich am <a title=\"Golf von Guinea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golf_von_Guinea\">Golf von Guinea<\/a>, vor allem in <a title=\"Nigeria\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nigeria\">S\u00fcdnigeria<\/a>, die von <em>L. s. niloticus<\/em> \u00f6stlich des Nils in <a title=\"Somalia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Somalia\">Somalia<\/a>, <a title=\"Eritrea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eritrea\">Eritrea<\/a>, <a title=\"\u00c4thiopien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84thiopien\">Nordabessinien<\/a> und im Jemen.<\/p>\n<p>Die ersten Rotkopfw\u00fcrger verlassen schon Ende Juli das Brutgebiet, der Schwerpunkt des Wegzugs liegt im August. Mitte September sind die Brutgebiete weitgehend ger\u00e4umt. Die V\u00f6gel ziehen nachts in breiter Front in s\u00fcdwestliche Richtungen. Das Mittelmeer und die Sahara werden \u00fcberflogen; einige V\u00f6gel \u00fcberwintern bereits in Oasen der Sahara. Die ersten V\u00f6gel treffen Mitte September im Winterquartier ein, die Hauptankunftszeit liegt im Oktober. Der Heimzug beginnt vereinzelt bereits im Februar und setzt im M\u00e4rz voll ein. Wahrscheinlich sind viele Rotkopfw\u00fcrger <a title=\"Schleifenzug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleifenzug\">Schleifenzieher<\/a> und ziehen auf \u00f6stlicher gelegenen Routen ins Brutgebiet zur\u00fcck. Fr\u00fchestens Mitte April werden die Brutgebiete besetzt, die Hauptankunftszeit liegt jedoch im Mai; nur einzelne V\u00f6gel von <em>L. s. niloticus<\/em> erscheinen schon im M\u00e4rz im Brutgebiet.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Optimale Habitate der Art sind mediterrane <a title=\"Magerrasen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magerrasen\">Magerrasenfluren<\/a>, die von einzelnen Buschreihen oder einzeln stehenden B\u00e4umen durchsetzt sind, und ein gro\u00dfes Angebot an <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fern<\/a>, <a title=\"Heuschrecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heuschrecken\">Heuschrecken<\/a> und <a title=\"Zikaden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zikaden\">Zikaden<\/a> bieten. Sie besiedelt stark aufgelockerte <a title=\"Macchie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Macchie\">Macchie<\/a>, lichte Buschw\u00e4lder, wegbegleitende Hecken, offene, lichte Eichenbest\u00e4nde und gelegentlich Randzonen von <a title=\"Pinie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pinie\">Pinien<\/a>&#8211; und <a title=\"Wacholder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholder\">Wacholderbest\u00e4nden<\/a>. Der Rotkopfw\u00fcrger kommt auch in extensiv als Weideland genutzten Gebieten, in Olivenhainen und Weing\u00e4rten, in <a title=\"Marokko\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marokko\">Marokko<\/a> h\u00e4ufig in <a title=\"Arganbaum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arganbaum\">Arganienbest\u00e4nden<\/a> vor. Auf dem <a title=\"Hermon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermon\">Hermon<\/a>, an dessen H\u00e4ngen der <a title=\"S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdlicher_Raubw%C3%BCrger\">S\u00fcdliche Raubw\u00fcrger<\/a>, der <a title=\"Neunt\u00f6ter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neunt%C3%B6ter\">Neunt\u00f6ter<\/a> und der <a title=\"Maskenw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maskenw%C3%BCrger\">Maskenw\u00fcrger<\/a> <a title=\"Sympatrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sympatrie\">sympatrisch<\/a> mit dem Rotkopfw\u00fcrger vorkommen, war der Rotkopfw\u00fcrger in \u00e4hnlichen Habitaten wie der Neunt\u00f6ter anzutreffen, bevorzugte dort die trockeneren, offeneren Areale. Im Osten des Verbreitungsgebietes werden auch sehr trockene, halbw\u00fcstenartige Lebensr\u00e4ume besiedelt, die nur mehr sp\u00e4rlich mit <a title=\"Pistazie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pistazie\">Pistazienstr\u00e4uchern<\/a>, <a title=\"Granatapfel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Granatapfel\">Granat\u00e4pfelb\u00e4umen<\/a> und <a title=\"Christusdorn (Paliurus)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christusdorn_%28Paliurus%29\">Christusdornstr\u00e4uchern<\/a> bewachsen sind. In Mitteleuropa kam, beziehungsweise kommt, die Art in alten, w\u00e4rmebeg\u00fcnstigten Obstg\u00e4rten und Streuobstwiesen vor, seltener in Pappel- und Lindenalleen.<\/p>\n<p>Im Winterquartier besiedelt der Rotkopfw\u00fcrger lichte Baum- und Dornbuschsavannen, erscheint jedoch auch im Kulturland und gebietsweise auf gr\u00f6\u00dferen Lichtungen des Regenwaldes&nbsp;<\/p>\n<p>Rotkopfw\u00fcrger sind vor allem Brutv\u00f6gel der <a title=\"H\u00f6henstufe (\u00d6kologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6henstufe_%28%C3%96kologie%29\">planaren<\/a> und <a title=\"H\u00f6henstufe (\u00d6kologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6henstufe_%28%C3%96kologie%29\">kollinen<\/a> H\u00f6henstufe. In der Schweiz lag der h\u00f6chstgelegene Nestfund auf \u00fcber 1200&nbsp;Metern im <a title=\"Kanton Wallis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanton_Wallis\">Kanton Wallis<\/a>. Dort wo Rotkopfw\u00fcrger und Neunt\u00f6ter sympatrisch vorkommen, besiedeln Neunt\u00f6ter oft die h\u00f6her gelegenen Gebiete, beziehungsweise Gebiete mit h\u00f6herem und dichterem Unterwuchs.<\/p>\n<p>Die Siedlungsdichte und der Raumbedarf des Rotkopfw\u00fcrgers sind insofern schwer zu bestimmen, da die Art, wie andere W\u00fcrger auch, zu gruppenartigen Konzentrationen neigt. Innerhalb dieser <em>Cluster<\/em> werden jedoch eigene Territorien behauptet, die den Neststandort, einige Ansitze sowie ein offenes Jagdgebiet beinhalten. Zwischen den einzelnen Gruppen kann durchaus geeignetes, jedoch nicht genutztes Areal liegen. Bei g\u00fcnstigen Gegebenheiten k\u00f6nnen die Territorien mit weniger als 3&nbsp;Hektar recht klein sein.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung_und_Nahrungserwerb\" class=\"mw-headline\">Nahrung und Nahrungserwerb<\/span><\/h2>\n<p>Der Rotkopfw\u00fcrger ern\u00e4hrt sich im Unterschied zu den meisten anderen <em>Lanius<\/em>-Arten<sup id=\"cite_ref-12\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkopfw%C3%BCrger#cite_note-12\">[<\/a><\/sup> fast ausschlie\u00dflich von gr\u00f6\u00dferen Insekten. Andere <a title=\"Wirbellose\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellose<\/a> sowie <a title=\"Wirbeltiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbeltiere\">Wirbeltiere<\/a> werden nur gelegentlich und in meist unbedeutenden Mengen verzehrt. Gro\u00dfe <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fer<\/a>, Heuschrecken, Zikaden und <a title=\"Echte Grillen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Grillen\">Grillen<\/a> bilden die Hauptbestandteile der Nahrung. Unter den K\u00e4fern werden auch solche Arten erbeutet, die sich durch Absonderung von Sekreten vor Fressfeinden sch\u00fctzen und von weniger spezialisierten Insektenj\u00e4gern gemieden werden. Daneben werden h\u00e4ufig <a title=\"Ameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schmetterling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmetterling\">Schmetterlinge<\/a> und <a title=\"Raupe (Schmetterling)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raupe_%28Schmetterling%29\">Schmetterlingsraupen<\/a>, <a title=\"Hautfl\u00fcgler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hautfl%C3%BCgler\">Hautfl\u00fcgler<\/a> und <a title=\"Schnabelkerfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabelkerfe\">Schnabelkerfe<\/a> gefressen. Bei gro\u00dfem Mangel an Insekten verzehren Rotkopfw\u00fcrger auch <a title=\"Schnecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a>, <a title=\"Ringelw\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringelw%C3%BCrmer\">Ringelw\u00fcrmer<\/a>, <a title=\"Tausendf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausendf%C3%BC%C3%9Fer\">Tausendf\u00fc\u00dfer<\/a> und <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>. Wirbeltiere, wie <a title=\"M\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4use\">M\u00e4use<\/a>, kleine <a title=\"Singv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singv%C3%B6gel\">Singv\u00f6gel<\/a>, <a title=\"Echte Eidechsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Eidechsen\">Eidechsen<\/a> oder <a title=\"Froschlurche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Froschlurche\">Fr\u00f6sche<\/a> geh\u00f6ren ins <a class=\"mw-redirect\" title=\"Beutespektrum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beutespektrum\">Beutespektrum<\/a> der Art, werden aber nur bei besonders g\u00fcnstiger Gelegenheit oder bei Knappheit der Hauptbeutetiere erbeutet. Ausnahmsweise nimmt der Rotkopfw\u00fcrger pflanzliche Kost auf, wie <a title=\"Maulbeeren\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maulbeeren\">Maulbeeren<\/a> und Fr\u00fcchte verschiedener <a title=\"Prunus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prunus\"><em>Prunus<\/em>-Arten<\/a>. Gelegentlich wurde <a title=\"Kleptoparasitismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleptoparasitismus\">Kleptoparasitismus<\/a> beobachtet.<\/p>\n<p>Der Rotkopfw\u00fcrger ist vor allem ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ansitzj\u00e4ger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ansitzj%C3%A4ger\">Ansitzj\u00e4ger<\/a>. Er sitzt auf einer meist nur einige Meter hohen Warte, etwa einem Busch, einem Zaunpfahl oder einem Leitungsdraht und schl\u00e4gt das von dort ersp\u00e4hte Beutetier am Boden. Fast zwei Drittel aller erfolgreichen Jagden erfolgen mit dieser Methode. Daneben jagen Rotkopfw\u00fcrger auch zu Fu\u00df, vor allem nach Ameisen und anderen in gro\u00dfen Mengen vorkommenden Insekten und nach Art der <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4pper<\/a> in der Luft nach Fluginsekten. Kleinere Beutetiere werden sofort und als Ganzes geschluckt, gr\u00f6\u00dfere mit einem Fu\u00df festgehalten und st\u00fcckweise verzehrt. Bienen, Wespen und andere mit einem Stachel ausgestattete Insekten entstachelt der Rotkopfw\u00fcrger bevor er sie frisst. Da Insekten die Hauptbeutetiere sind, sind Spie\u00dfpl\u00e4tze des Rotkopfw\u00fcrgers eher selten zu finden; gr\u00f6\u00dfere Beutetiere, insbesondere Wirbeltiere, spie\u00dft aber auch der Rotkopfw\u00fcrger zur Aufbewahrung auf.<\/p>\n<h2><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h2>\n<p>Rotkopfw\u00fcrger sind tagaktiv. Ihre Aktivit\u00e4tsperiode beginnt kurz vor Sonnenaufgang und endet mit Sonnenuntergang. Die Zugstrecken werden jedoch nachts zur\u00fcckgelegt. In der Vorbrutzeit sitzen Rotkopfw\u00fcrger h\u00e4ufig in aufrechter Position auf exponierten Stellen ihres Reviers, sp\u00e4ter verhalten sie sich wesentlich heimlicher und werden auch akustisch recht unauff\u00e4llig. Sie verbringen insgesamt mehr Zeit in der Deckung von B\u00fcschen und B\u00e4umen als andere W\u00fcrger. Die Art ist w\u00e4hrend des gesamten Jahres territorial und bildet auch w\u00e4hrend der Zugzeit in Raststationen kurzfristig Territorien. Innerhalb der Territorien duldet der Rotkopfw\u00fcrger au\u00dfer dem Partner keine Artgenossen und greift sie, wenn Drohgeb\u00e4rden und Drohrufe nichts fruchten, direkt an. Singv\u00f6gel mit einem \u00e4hnlichen Nahrungsspektrum wie zum Beispiel <a title=\"Steinschm\u00e4tzer (Gattung)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steinschm%C3%A4tzer_%28Gattung%29\">Steinschm\u00e4tzer<\/a>, sowie andere W\u00fcrgerarten versucht er aus dem Territorium zu vertreiben. Andere Arten, insbesondere die <a title=\"Orpheusgrasm\u00fccke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orpheusgrasm%C3%BCcke\">Orpheusgrasm\u00fccke<\/a> duldet der Rotkopfw\u00fcrger. H\u00e4ufig nisten Rotkopfw\u00fcrger und Orpheusgrasm\u00fccke in unmittelbarer N\u00e4he, sodass gelegentlich von einer <a title=\"Mutualismus (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mutualismus_%28Biologie%29\">mutualistischen<\/a> Beziehung zwischen diesen beiden Arten gesprochen wird, wie sie etwa auch zwischen dem <a title=\"Isabellw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isabellw%C3%BCrger\">Isabellw\u00fcrger<\/a> und der <a title=\"Sperbergrasm\u00fccke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperbergrasm%C3%BCcke\">Sperbergrasm\u00fccke<\/a> bestehen k\u00f6nnte. Der Nutzen, den Rotkopfw\u00fcrger und Orpheusgrasm\u00fccke aus dieser N\u00e4he ziehen, k\u00f6nnte in der Feindabwehr liegen, indem die Orpheusgrasm\u00fccke vor Feinden innerhalb des Brutgeh\u00f6lzes warnt, der Rotkopfw\u00fcrger aber die Umgebung absichert.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber Menschen ist der Rotkopfw\u00fcrger nur wenig scheu und l\u00e4sst Ann\u00e4herungen auf weniger als 20&nbsp;Meter zu, bevor er auffliegt.<\/p>\n<h2><span id=\"Brutbiologie\" class=\"mw-headline\">Brutbiologie<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Balz.2C_Nestbau_und_Nest\" class=\"mw-headline\">Balz, Nestbau und Nest<\/span><\/h3>\n<p>Rotkopfw\u00fcrger werden am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif; sie f\u00fchren eine monogame Saisonpartnerschaft. Wiederverpaarungen letztj\u00e4hriger Partner wurden gelegentlich beobachtet. Die meisten Rotkopfw\u00fcrger erscheinen schon verpaart im Brutgebiet und beginnen oft unmittelbar nach der Ankunft mit dem Nestbau. Manchmal erscheinen aber auch unverpaarte M\u00e4nnchen, meist einige Tage vor den Weibchen im Brutgebiet. Auff\u00e4llige Balzelemente sind der niedrige, langsame Revierflug und die aufrechte Imponierpose des M\u00e4nnchens, bei der das K\u00f6rpergefieder eng angelegt ist, das Kopf- und Halsgefieder aber gestr\u00e4ubt sind. Wenn das Weibchen vom M\u00e4nnchen dargebotene Beutetiere annimmt und ihm ins Innere eines potentiellen Nistgeh\u00f6lzes folgt, ist die Partnerschaft besiegelt.<\/p>\n<p>Als Neststandort wird die im Brutgebiet am h\u00e4ufigsten vorhandene Baum- oder Buschart gew\u00e4hlt; Pr\u00e4ferenzen sind nicht erkennbar. In S\u00fcdfrankreich war unter den B\u00fcschen der <a title=\"Wacholder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholder\">Zedern-Wacholder<\/a> der h\u00e4ufigste Nesttr\u00e4ger, unter den B\u00e4umen die <a title=\"Steineiche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steineiche\">Steineiche<\/a> und die <a title=\"Flaumeiche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flaumeiche\">Flaumeiche<\/a>. Im Osten des Verbreitungsgebietes ist die <a title=\"Pistazie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pistazie\">Pistazie<\/a> das h\u00e4ufigste Nistgeh\u00f6lz, in Mitteleuropa sind es vor allem Obstb\u00e4ume, insbesondere <a title=\"Birnen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Birnen\">Birnb\u00e4ume<\/a>, wegen ihrer fr\u00fchen Belaubung. Die Nester werden in sehr guter Deckung auf Seiten\u00e4sten im Durchschnitt etwa drei&nbsp;Meter \u00fcber dem Boden von beiden Partnern errichtet. Gelegentlich liegen sie fast in Bodenn\u00e4he, in seltenen F\u00e4llen auch in gro\u00dfen H\u00f6hen von 15\u221220&nbsp;Metern.<\/p>\n<p>Das Nest ist ein kompakter, haupts\u00e4chlich aus verschiedenen Pflanzenst\u00e4ngeln aufgebauter, halbkugeliger Napf. H\u00e4ufig werden Filzkr\u00e4uter und andere wei\u00df- und graufilzige Pflanzen als Nestmaterial verwendet. Holzige Zweige verbaut der Rotkopfw\u00fcrger nicht. Die Nestmulde wird mit feinen Materialien, wie Schafwolle, Federn oder Bl\u00fctenst\u00e4nden kleiner wolliger Korbbl\u00fctler ausgelegt. Der Nestdurchmesser betr\u00e4gt 110\u2212140&nbsp;Millimeter, jener der Nestmulde 70\u221280&nbsp;Millimeter.<\/p>\n<h3><span id=\"Gelege_und_Brut\" class=\"mw-headline\">Gelege und Brut<\/span><\/h3>\n<p>Die Gelege bestehen aus 5\u20136 (3\u20139), in Form und Farbe sehr variablen Eiern. Der Untergrund ist meist cremefarben; oft ist ein gr\u00fcnlicher oder rosafarbener Schimmer zu bemerken. Am stumpfen Ende befinden sich in unterschiedlicher Dichte dunkle Flecken; gelegentlich ist das gesamte stumpfe Ende dunkel. Nachgelege kommen regelm\u00e4\u00dfig vor; Zweitgelege sind nur von den Populationen in Nordafrika und der <a title=\"Levante\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Levante\">Levante<\/a> bekannt. Die durchschnittlichen Eima\u00dfe betragen 23&nbsp;\u00d717&nbsp;Millimeter. Das Gelege wird ausschlie\u00dflich vom Weibchen bebr\u00fctet. Es sitzt schon nach dem ersten Ei fallweise im Nest, fest zu br\u00fcten beginnt es jedoch erst nach dem dritten und vierten Ei. Die Jungen schl\u00fcpfen deshalb recht zeitgleich etwa 18&nbsp;Tage nach Ablage des ersten Eis. W\u00e4hrend der Brutzeit verl\u00e4sst das Weibchen etwa alle 45&nbsp;Minuten das Nest zur Nahrungssuche. Es wird in dieser Zeit auch regelm\u00e4\u00dfig vom M\u00e4nnchen gef\u00fcttert.<\/p>\n<p>Die Jungen schl\u00fcpfen nackt. Sie werden etwa bis zum neunten Tag vom Weibchen gehudert; zu diesem Zeitpunkt sind sie schon recht gut befiedert. Das Futter wird anfangs allein vom M\u00e4nnchen herbeigeschafft, sp\u00e4ter beteiligt sich auch das Weibchen an der Nahrungssuche. Fr\u00fchestens nach 15&nbsp;Tagen verlassen die ersten Jungv\u00f6gel das Nest, sie sind zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht voll fl\u00fcgge. Mindestens drei Wochen werden sie noch von den Eltern gef\u00fcttert, bevor sie beginnen, selbst nach Beute zu jagen. Der Familienverband bleibt bis zum Wegzug erhalten, gelegentlich wird auch der Zug noch gemeinsam angetreten.<\/p>\n<h3><span id=\"Bruterfolg_und_Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Bruterfolg und Lebenserwartung<\/span><\/h3>\n<p>Eine gro\u00dfe Untersuchung in <a title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baden-W%C3%BCrttemberg\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> ergab eine Schlupfrate von 69&nbsp;%; von diesen erreichten etwa 54&nbsp;% das Beringungsalter mit 9 Tagen, von denen schlie\u00dflich 44&nbsp;% tats\u00e4chlich ausflogen. Pro Paar ergibt das eine durchschnittliche Nachwuchsrate von 2,7 Jungen. Isenmann und Fradet errechneten mit 36,5&nbsp;% eine noch niedrigere Ausfliegerate. Der Bruterfolg schwankt von Jahr zu Jahr erheblich; ausschlaggebend daf\u00fcr ist das Wetter zur Brutzeit. Anhaltend kaltes und regnerisches Wetter veranlasst viele Rotkopfw\u00fcrger, die Brut abzubrechen und fr\u00fchzeitig den Wegzug anzutreten.<\/p>\n<p>Zur Lebenserwartung liegen nur wenige Daten vor. Wie bei fast allen Vogelarten ist die Sterberate im ersten Lebensjahr am gr\u00f6\u00dften; die \u00e4ltesten Ringv\u00f6gel waren etwa sechs Jahre alt&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Der Rotkopfw\u00fcrger ist eine der mindestens 26 Arten der Gattung <em>Lanius<\/em>. Ihre Vertreter sind in Afrika, Europa und Asien weit verbreitet. In Nordamerika kommen nur zwei Arten vor, in S\u00fcdamerika und Australien br\u00fcten keine Arten dieser Gattung. Von verschiedenen Autoren wurde der Rotkopfw\u00fcrger in die n\u00e4chste Verwandtschaft schwarzr\u00fcckiger afrikanischer Arten der Gattung <em>Lanius<\/em> gestellt. Nach einer <a class=\"mw-redirect\" title=\"Molekulargenetik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Molekulargenetik\">molekulargenetischen<\/a> Untersuchung der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mitochondrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondrien\">mitochondrialen<\/a> <a class=\"mw-redirect\" title=\"DNA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DNA\">DNA<\/a> (mtDNA) und der <a title=\"Zellkern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zellkern\">Zellkern<\/a>-DNA von den sechs westpal\u00e4arktischen und zwei weiteren Arten der Gattung ist der Rotkopfw\u00fcrger jedoch am n\u00e4chsten mit dem <a title=\"Schwarzstirnw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzstirnw%C3%BCrger\">Schwarzstirnw\u00fcrger<\/a> verwandt Zwischen Neunt\u00f6ter und Rotkopfw\u00fcrger sind Mischbruten bekannt geworden; in den meisten F\u00e4llen war der Rotkopfw\u00fcrger der weibliche Partner.<\/p>\n<p>Zurzeit werden drei bis vier Unterarten des Rotkopfw\u00fcrgers anerkannt, die sich vor allem in der Verteilung der Wei\u00dfanteile im Fl\u00fcgelfeld und auf dem Schwanz sowie in der Fl\u00fcgell\u00e4nge und K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe unterscheiden:<\/p>\n<dl>\n<dd>\n<ul>\n<li><em>Lanius senator senator<\/em>: Die Nominatform br\u00fctet im Westteil des Verbreitungsgebietes ostw\u00e4rts bis in die Westt\u00fcrkei. Sie ist oben beschrieben.<\/li>\n<li><em>L. s. rutilans<\/em>: Diese Unterart unterscheidet sich von der Nominatform im Aussehen nicht, weist jedoch geringere Fl\u00fcgell\u00e4ngen auf. Sie kommt in S\u00fcdspanien und Nordafrika vor. Einige Autoren betrachten sie als Variet\u00e4t von <em>L. s. senator<\/em>. Viele Individuen dieser Unterart sind Standv\u00f6gel.<\/li>\n<li><em>L. s. badius<\/em>: Die Inselrasse der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Balearen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balearen\">Balearen<\/a>, <a title=\"Korsika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korsika\">Korsikas<\/a>, <a title=\"Sardinien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sardinien\">Sardiniens<\/a> und <a title=\"Capraia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Capraia\">Capraias<\/a> unterscheidet sich deutlich von der Nominatform. Sie zeigt wenig Wei\u00df am Schwanzansatz, der schwarze Stirnstreif ist sehr schmal und das wei\u00dfe Feld an den Basen der Handschwingen klein und beim sitzenden Vogel oft verdeckt.<\/li>\n<li><em>L. s. niloticus<\/em>: Diese gr\u00f6\u00dfte Unterart bewohnt die \u00f6stlichsten Brutgebiete von der Levante ostw\u00e4rts bis in den Iran und Turkmenistan. Bei ihr ist der Schwanz bis zur Mitte wei\u00df, die Au\u00dfenfahnen der <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> sind breiter und deutlicher wei\u00df gezeichnet als bei der Nominatform. Ebenso ist das wei\u00dfe Fl\u00fcgelfeld gr\u00f6\u00dfer und auff\u00e4lliger; h\u00e4ufig zeigt diese Rasse Wei\u00dfeinschl\u00fcsse im Stirnbereich. Der Scheitel- und Nackenbereich sind nicht rot- sondern kastanienbraun.<\/li>\n<\/ul>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<h2><span id=\"Bestandssituation\" class=\"mw-headline\">Bestandssituation<\/span><\/h2>\n<p>Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> listet den Rotkopfw\u00fcrger in keiner Gef\u00e4hrdungskategorie und gibt den europ\u00e4ischen Gesamtbestand mit mindestens 1 Million Individuen an. Zahlenmaterial zu den au\u00dfereurop\u00e4ischen Vorkommen fehlt, doch scheint der Rotkopfw\u00fcrger in den \u00f6stlichen Teilen seines Verbreitungsgebietes ein allgemein verbreiteter und nicht seltener Brutvogel zu sein.<\/p>\n<p>Die Bestandsentwicklung der europ\u00e4ischen Brutv\u00f6gel zeigt ein unterschiedliches Bild. Die Best\u00e4nde in den Kernzonen auf der Iberischen Halbinsel sowie in S\u00fcdfrankreich gingen zwischen 1970\u22121990 signifikant zur\u00fcck, w\u00e4hrend sie im \u00fcbrigen S\u00fcd- und S\u00fcdosteuropa weitgehend stabil blieben oder sogar zunahmen.Schutzma\u00dfnahmen konnten den R\u00fcckgang in S\u00fcdwesteuropa mittlerweile weitgehend zum Stillstand bringen. In Mitteleuropa sind in diesem Zeitraum die meisten Vorkommen erloschen, so die anfangs der 60er Jahre mit mehreren 100 Brutpaaren noch guten Best\u00e4nde in <a title=\"Rheinland-Pfalz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rheinland-Pfalz\">Rheinland-Pfalz<\/a> und in Baden-W\u00fcrttemberg. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen katastrophalen Zusammenbruch der mitteleurop\u00e4ischen Brutvorkommen lagen weniger in den h\u00e4ufigen nasskalten Sommern in diesem Zeitabschnitt, als in der weitr\u00e4umigen Umwandlung alter Streuobstbest\u00e4nde in Niederstammkulturen und in einer Intensivierung der Insektenbek\u00e4mpfung. Bestandsminimierend wirken sich nach wie vor die direkte Verfolgung der Art in vielen Mittelmeerl\u00e4ndern sowie Habitatver\u00e4nderungen in den \u00dcberwinterungsgebieten aus. Nat\u00fcrliche bestandsregulierende Faktoren sind <a title=\"Eleonorenfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eleonorenfalke\">Eleonorenfalken<\/a> und <a title=\"Schieferfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schieferfalke\">Schieferfalken<\/a>, f\u00fcr die ziehende Rotkopfw\u00fcrger bevorzugte Beutetiere sind. Gelege und Jungv\u00f6gel fallen h\u00e4ufig Rabenv\u00f6geln und Schlangen zum Opfer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto: Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rotkopfw\u00fcrger (Lanius senator) ist ein Singvogel der Gattung Lanius aus der Familie der W\u00fcrger (Laniidae). Das Verbreitungsgebiet dieses, bis auf die nordwestafrikanischen Populationen, obligaten Zugvogels ist auf die Westpal\u00e4arktis beschr\u00e4nkt, wo er in vier Unterarten vorkommt. Die Verbreitung ist auf der Iberischen Halbinsel fl\u00e4chig, ansonsten l\u00fcckenhaft. 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