{"id":3034,"date":"2013-12-10T20:37:57","date_gmt":"2013-12-10T18:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/blaukehlchen-luscinia-svecica\/"},"modified":"2013-12-10T20:51:05","modified_gmt":"2013-12-10T18:51:05","slug":"blaukehlchen-luscinia-svecica","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/blaukehlchen-luscinia-svecica\/","title":{"rendered":"Blaukehlchen ( Luscinia svecica)"},"content":{"rendered":"<p>Das <strong>Blaukehlchen<\/strong> (<em>Luscinia svecica<\/em>) ist eine <a title=\"Singv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Singv%C3%B6gel\">Singvogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4pper<\/a> (Muscicapidae). Namensgebend ist die auffallende Blauf\u00e4rbung von Kehle und Vorderbrust, die das M\u00e4nnchen im Brutkleid zeigt. Je nach Unterart befindet sich auf diesem Grund ein zentraler wei\u00dfer oder roter \u201eStern\u201c. Die zehn Unterarten werden daher in zwei Gruppen geteilt, das Wei\u00dfsternige und das Rotsternige Blaukehlchen (Tundrablaukehlchen). Bei manchen Unterarten fehlt der Stern jedoch.<\/p>\n<p>Das Blaukehlchen besiedelt busch- oder r\u00f6hrichtbestandene Biotope meist an sehr feuchten Standorten und ern\u00e4hrt sich \u00fcberwiegend von Insekten. Es kommt in weiten Teilen der <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> vor und hat jenseits der <a title=\"Beringstra\u00dfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beringstra%C3%9Fe\">Beringstra\u00dfe<\/a> auch einen Teil Nordalaskas besiedelt. In Europa ist das Verbreitungsgebiet stark zergliedert und die Art vielerorts durch Mangel an geeignetem Lebensraum bedroht.<\/p>\n<p>Das Blaukehlchen ist ein Zugvogel. Die europ\u00e4ischen Blaukehlchen \u00fcberwintern in S\u00fcdspanien, <a title=\"Nordafrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordafrika\">Nordafrika<\/a>, s\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> und in <a title=\"S\u00fcdasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdasien\">S\u00fcdasien<\/a>, wobei das Wei\u00dfsternige Blaukehlchen eher ein <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurz-<\/a> oder <a title=\"Mittelstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelstreckenzieher\">Mittelstreckenzieher<\/a> und das Rotsternige Blaukehlchen <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a> ist.<\/p>\n<p>Das Blaukehlchen ist ein schlank gebauter, hochbeiniger Singvogel, mit 13\u201314&nbsp;cm K\u00f6rperl\u00e4nge etwa <a title=\"Rotkehlchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkehlchen\">rotkehlchengro\u00df<\/a> und somit etwas kleiner als die nahe verwandte <a title=\"Nachtigall\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtigall\">Nachtigall<\/a>. Die <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> betr\u00e4gt beim M\u00e4nnchen durchschnittlich etwa 78&nbsp;mm, die Schwanzl\u00e4nge 54&nbsp;mm. Beim Weibchen liegt die Fl\u00fcgell\u00e4nge bei 74&nbsp;mm, die Schwanzl\u00e4nge bei 52&nbsp;mm. Beide Geschlechter wiegen 16 bis 18&nbsp;g.<\/p>\n<p>Die Oberseite ist \u00fcberwiegend dunkelgraubraun, <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> und Oberschwanzdecken sind etwas w\u00e4rmer get\u00f6nt. Von den dunkel gestrichelten Scheitelseiten hebt sich deutlich ein beiger <a title=\"\u00dcberaugenstreif\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cberaugenstreif\">\u00dcberaugenstreif<\/a> ab. Z\u00fcgel und Ohrdecken sind dunkel graubraun und tragen eine hellere Strichelung. Die K\u00f6rperseiten sind blassbeige, Hinterbrust und Bauch wei\u00dflich und die Unterschwanzdecken rahmfarben. Bestes Artmerkmal in allen Kleidern sind die zweifarbigen Seiten des <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Sto\u00dfes<\/a>. Die beiden mittleren Steuerfedern sind braun, bei allen \u00e4u\u00dferen ist die basale H\u00e4lfte rostrot, die terminale H\u00e4lfte schwarzbraun. Die ebenfalls schwarzbraunen <a title=\"Handschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Hand<\/a>&#8211; und <a title=\"Armschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Armschwingen<\/a> tragen helle S\u00e4ume. An den dunkelbraunen <a title=\"Fl\u00fcgel (Vogel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgel_%28Vogel%29\">Oberfl\u00fcgeldecken<\/a> zeigen sich r\u00f6tlich braune S\u00e4ume. Der Unterfl\u00fcgel ist braun. Der dunkel hornbraune bis schwarzbraune Schnabel ist innen lebhaft zitronengelb gef\u00e4rbt. Die F\u00fc\u00dfe und Beine sind wie der Schnabel dunkel hornbraun, der Lauf ist r\u00f6tlich durchscheinend. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist schwarzbraun.<\/p>\n<h4><span id=\"M.C3.A4nnchen\" class=\"mw-headline\">M\u00e4nnchen<\/span><\/h4>\n<p>Beim M\u00e4nnchen im Brutkleid sind Kinn, Kehle, <a title=\"Bartstreif\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bartstreif\">Bartstreif<\/a> und obere Brust seidengl\u00e4nzend und lebhaft blau. Die blaue Kehlzeichnung ist auch im ultravioletten Spektrum stark reflektierend, was offenbar entscheidenden Einfluss auf die Partnerwahl der Weibchen hat. Unterhalb der Kehle liegt inmitten der blauen F\u00e4rbung zentral ein nierenf\u00f6rmiger Fleck \u2013 \u201eStern\u201c genannt \u2013, der je nach Unterart rostrot (Rotsterniges Blaukehlchen) oder wei\u00df (Wei\u00dfsterniges Blaukehlchen) ist, in der Ausdehnung variieren oder ganz fehlen kann. Der blaue Kehlfleck ist zum Bauch hin von einem dunklen Rand begrenzt, auf den ein beiges Band und eine rostrote Brustbinde folgen, die zum Bauch hin auslaufen. Kehlfleck und Brustband k\u00f6nnen von hellen Feders\u00e4umen durchsetzt sein. Im Ruhekleid ist die blaue F\u00e4rbung weniger ausgepr\u00e4gt, Kinn und Kehle sind keilf\u00f6rmig wei\u00df mit schmalem, schw\u00e4rzlich braunem Bartstreif.<\/p>\n<h4><span id=\"Weibchen\" class=\"mw-headline\">Weibchen<\/span><\/h4>\n<p>Im Brut- und Ruhekleid des Weibchens sind die beim M\u00e4nnchen blauen Partien hellbeige und zeigen dazu kontrastierend den dunklen Bartstreif, der auch im Ruhekleid des M\u00e4nnchens sichtbar wird. Das Brustband ist dunkel gew\u00f6lkt bis gestrichelt. Bei einigen Weibchen ist die W\u00f6lkung auch blassblau durchsetzt. Das rostrote Band zum Bauch hin ist allenfalls angedeutet.<\/p>\n<h4><span id=\"Jugendkleid_und_erster_Winter\" class=\"mw-headline\">Jugendkleid und erster Winter<\/span><\/h4>\n<p>Im Jugendkleid ist die Oberseite schwarzbraun mit einer keilf\u00f6rmigen, rostbeigen Fleckung, die Oberschwanzdecken sind r\u00f6tlich braun. Kehle, Brust und Bauchseiten sind beige mit dunklen Spitzen, Bauch und Unterschwanzdecken wei\u00dflich.<\/p>\n<p>Im ersten Winter \u00e4hnelt das Ruhekleid dem Kleid <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulter<\/a> V\u00f6gel, allerdings sind beim M\u00e4nnchen die wei\u00dfen und schwarzen Partien ausgedehnter, das Blau auf den Bartstreif beschr\u00e4nkt und die rostrote Binde weniger ausgepr\u00e4gt. Beim Weibchen sind die wei\u00dfen Partien ausgedehnter, eine blaue F\u00e4rbung ist h\u00f6chstens sehr schwach angedeutet. Ebenso schwach ausgepr\u00e4gt ist das dunkle und das rostrote Brustband.<\/p>\n<h3><span id=\"Mauser\" class=\"mw-headline\">Mauser<\/span><\/h3>\n<p>Die Jugendmauser ist eine Teilmauser, bei der nur das Kleingefieder vermausert wird. Sie findet bei der Unterart <em>L. s. svecica<\/em> zwischen Mitte Juli und September, bei <em>L. s. cyanecula<\/em> ab Ende Juni statt. Die adulten V\u00f6gel vermausern ab Mitte Juli das gesamte Gefieder und sind deshalb Anfang August f\u00fcr kurze Zeit fast flugunf\u00e4hig. Diese Vollmauser dauert zwischen 42 und 45 Tagen. Im Winterquartier findet zudem zwischen Ende Februar und Ende M\u00e4rz eine Teilmauser statt, die sich auf das Kinn- und Kehlgefieder sowie die Kopfseiten beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h3><span id=\"Stimme\" class=\"mw-headline\">Stimme<\/span><\/h3>\n<p>Der Gesang des Blaukehlchens (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.xeno-canto.org\/sounds\/uploaded\/NAVSCGONZE\/Blaastrupe_Fokstumyra_270506.mp3\" rel=\"nofollow\">Beispiel<\/a>) ist kr\u00e4ftig, tr\u00e4gt aber im Unterschied zu anderen Arten der Gattung nicht sehr weit. Er ist melodisch und rau und kann viele Elemente anderer Arten oder auch imitierte mechanische Ger\u00e4usche enthalten. Besonders charakteristisch ist die Einleitung der Strophen, die mit einem z\u00f6gernd gereihten <em>djip-djip-djip<\/em> oder <em>zri-zri-zri<\/em> beginnt, das dann schneller und kr\u00e4ftiger wird und in eine meist l\u00e4ngere Passage von melodisch-fl\u00f6tenden, rohrs\u00e4ngerartig rauen oder hart klirrenden Lautfolgen m\u00fcndet. Da die Anzahl der eingeflochtenen Imitationen anderer Arten meist sehr gro\u00df ist und diese sehr vielf\u00e4ltig sind, f\u00e4llt es oft schwer, die arttypischen Laute herauszuh\u00f6ren. Das Repertoire an Imitationen gibt die Zusammensetzung der Vogelwelt in der Umgebung des Brutortes gut wieder und kann auch von Tag zu Tag in der Zusammensetzung wechseln.<\/p>\n<p>Der Alarmruf \u2013 ein rohrs\u00e4nger\u00e4hnlich raues, manchmal schnalzendes <em>rack<\/em> oder <em>track<\/em> \u2013 ist h\u00e4rter als der entsprechende Ruf der Nachtigall. Er wird manchmal als <em>h\u00fci-dack<\/em> zweisilbig mit dem sanft pfeifenden Lockruf (<em>huid<\/em>, <em>iht<\/em> oder <em>si<\/em>) gepaart. Au\u00dferdem gibt es Rufreihen \u2013 etwa <em>dj\u00fcp-dj\u00fcp-dj\u00fcp<\/em> \u2013 die der Einleitung der Gesangsstrophen \u00e4hneln und ebenfalls bei Erregung vorgebracht werden. Weiterhin sind ein erregtes <em>chr\u00e4\u00e4<\/em> oder ein stark frequenzmoduliertes <em>chiit<\/em> zu h\u00f6ren.<\/p>\n<h3><span id=\"Verhalten\" class=\"mw-headline\">Verhalten<\/span><\/h3>\n<p>Das Blaukehlchen ist tag- und d\u00e4mmerungsaktiv. Die gr\u00f6\u00dfte Gesangsaktivit\u00e4t mitteleurop\u00e4ischer V\u00f6gel setzt mit der D\u00e4mmerung ein und reicht bis nach Einbruch der Dunkelheit. Morgens beginnt der Gesang manchmal noch bei Dunkelheit und wird dann meist bis in die Morgenstunden fortgesetzt. Er wird von exponierten Warten aus vorgetragen. Bisweilen unternimmt das M\u00e4nnchen Singfl\u00fcge, wobei es in einem flachen Bogen zu einer Warte fliegt. Es startet dabei meist von einer anderen Warte, manchmal auch vom Boden. Die Intensit\u00e4t von Gesang und Singfl\u00fcgen ist nach der Ankunft der Weibchen und vor der Eiablage am st\u00e4rksten. Danach verstummt das M\u00e4nnchen fast vollst\u00e4ndig. M\u00e4nnchen, die noch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt singen, sind unverpaart geblieben. Aber auch bei Gelegeverlust kann die Gesangsaktivit\u00e4t sp\u00e4ter wieder einsetzen. Das fr\u00fche Verstummen des Gesangs, die Tatsache, dass sich M\u00e4nnchen durch den Gesang nicht gegenseitig stimulieren (wie bei Nachtigall und Sprosser) und dass sich das Weibchen durch den Gesang anlocken l\u00e4sst, lassen vermuten, dass dieser nicht der Revierabgrenzung, sondern lediglich der Partnerwerbung dient.<\/p>\n<p>Das Blaukehlchen ist nicht scheu, lebt aber sehr versteckt. Die Fluchtdistanz liegt zwischen 10 und 30 m. Auf dem Boden bewegt es sich \u00e4hnlich wie Nachtigall oder Rotkehlchen. Es steht gereckt mit vorgestreckter Brust, gestelztem Schwanz und leicht h\u00e4ngenden Fl\u00fcgeln. Die Fortbewegung erfolgt meist h\u00fcpfend, seltener mit wenigen Schritten laufend. Manchmal wirkt das schnelle H\u00fcpfen \u00fcber lange Strecken, als w\u00fcrde der Vogel laufen. Bei Erregung oder auch bisweilen scheinbar unmotiviert wird der Schwanz aufgestellt und gespreizt, wobei die roten Schwanzseiten sichtbar werden. Im Ge\u00e4st oder R\u00f6hricht bewegt sich das Blaukehlchen schnell und \u00e4hnlich geschickt wie ein <a title=\"Schwirle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwirle\">Schwirl<\/a>.<\/p>\n<p>Der Flug ist schnell und bogenf\u00f6rmig und erfolgt im freien Gel\u00e4nde meist dicht an der Deckung entlang. Hindernisse werden meist um-, nicht \u00fcberflogen. Bei der Landung in der Deckung wird der Schwanz oft kurz aufgef\u00e4chert, anschlie\u00dfend wechselt der Vogel rasch durch einige Spr\u00fcnge den Ort <\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<p>Die Verbreitung des Blaukehlchens ist <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">transpal\u00e4arktisch<\/a>, weist aber in Europa gro\u00dfe L\u00fccken auf. Sie erstreckt sich vom Nordrand der <a title=\"Tundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Strauchtundra<\/a> s\u00fcdw\u00e4rts bis in die <a title=\"Steppe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppenzone<\/a> und in einige s\u00fcdpal\u00e4arktische Gebirgsz\u00fcge. In der <a title=\"Nearktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nearktis\">Nearktis<\/a> gibt es ein kleines Kolonisationsvorkommen in <a title=\"Alaska\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Nordalaska<\/a>.<\/p>\n<p>In Westeuropa beschr\u00e4nkt sich das Vorkommen auf einige Gebirge der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> sowie einige kleine, <a title=\"Disjunktion (\u00d6kologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Disjunktion_%28%C3%96kologie%29\">disjunkte<\/a> Teilareale in <a title=\"Frankreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">Frankreich<\/a>, vor allem einen 10&nbsp;km breiten Streifen entlang der Atlantikk\u00fcste (Unterart <em>L. s. namnetum<\/em>). Gr\u00f6\u00dfere Areale gibt es in den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Beneluxl\u00e4nder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beneluxl%C3%A4nder\">Beneluxl\u00e4ndern<\/a>, n\u00f6rdlich der Alpen in Deutschland und \u00d6sterreich und entlang der <a title=\"Donau\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donau\">Donau<\/a> im <a title=\"Ungarn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungarn\">ungarischen Raum<\/a>. Das mehr oder weniger geschlossene Areal reicht von Nordostdeutschland und <a title=\"Polen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polen\">Polen<\/a> ostw\u00e4rts. In <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fennoskandien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandien\">Fennoskandien<\/a> beschr\u00e4nkt sich die Verbreitung auf die Hochgebirge <a title=\"Norwegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegens<\/a>, <a title=\"Schweden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">Nordschweden<\/a>, <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Nordfinnland<\/a> sowie die Halbinsel <a title=\"Kola\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kola\">Kola<\/a> und ist entlang der K\u00fcste des <a title=\"Wei\u00dfes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fes_Meer\">Wei\u00dfen Meeres<\/a> mit dem geschlossenen Areal verbunden. Dessen Nordgrenze verl\u00e4uft ostw\u00e4rts zwischen 70 und 72\u00b0 Nord bis zur <a title=\"Tschuktschen-Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuktschen-Halbinsel\">Tschuktschen-Halbinsel<\/a>, nach <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a> und Nordalaska. Im S\u00fcden reicht die dort teils sehr disjunkte Verbreitung bis in die Gebirgsregionen des nordwestlichen <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a>, des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Zagros\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zagros\">Zagros<\/a>, des <a title=\"Pamir (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pamir_%28Gebirge%29\">Pamir<\/a>, <a title=\"Tian Shan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tian_Shan\">Tian Shan<\/a>, <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a>, <a title=\"Tannu-ola-Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tannu-ola-Gebirge\">Tannu Ola<\/a> und <a title=\"Changai-Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Changai-Gebirge\">Changai<\/a>. In <a class=\"mw-redirect\" title=\"Jakutien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jakutien\">Jakutien<\/a> kommt die Art nur im Norden und sonst sehr lokal vor. M\u00f6glicherweise besteht hier eine zu gro\u00dfe Konkurrenz zum <a title=\"Rubinkehlchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rubinkehlchen\">Rubinkehlchen<\/a>, das hier seinen Verbreitungsschwerpunkt hat. Gelegentliche Brutversuche des Rotsternigen Blaukehlchens gab es in Nordschottland.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Unterarten unterscheiden sich deutlich in ihrem Zugverhalten. W\u00e4hrend es sich bei <em>L. s. svecica<\/em> um einen ausgesprochenen <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a> handelt, sind <em>L. s. cyanecula<\/em> und <em>L. s. namnetum<\/em> eher <a title=\"Vogelzug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelzug\">Kurz- bis Mittelstreckenzieher.<\/a> \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die asiatischen Unterarten, deren \u00dcberwinterungsgebiete sich teilweise mit denen von <em>L. s. svecica<\/em> \u00fcberschneiden.<\/p>\n<p>Die Haupt\u00fcberwinterungsgebiete von <em>L. s. svecica<\/em> liegen auf dem <a title=\"Indischer Subkontinent\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indischer_Subkontinent\">indischen Subkontinent<\/a> und reichen bis etwa 20\u00b0 N, gelegentlich gibt es Nachweise bis nach <a title=\"Sri Lanka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a>. Ostw\u00e4rts gibt es Nachweise bis ins s\u00fcd\u00f6stliche <a title=\"China\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/China\">China<\/a> und ausnahmsweise bis <a title=\"Japan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Japan\">Japan<\/a>. Die westliche Ausdehnung des Gebiets reicht im Norden bis in den \u00f6stlichen <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraum<\/a>. S\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> \u00fcberwintert diese Unterart aber bis Westafrika, wobei sich aber die meisten V\u00f6gel im Osten konzentrieren. Die Zugrichtungen k\u00f6nnen recht unterschiedlich sein und z.&nbsp;B. bei in Finnland br\u00fctenden V\u00f6geln von S\u00fcdosten bis S\u00fcd-S\u00fcdwesten streuen.<\/p>\n<p>Die Unterart <em>L. s. cyanecula<\/em> \u00fcberwintert meist s\u00fcdlich und s\u00fcdwestlich des Brutgebietes. Der \u00fcberwiegende Teil ist in <a title=\"Nordafrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordafrika\">Nordafrika<\/a>, in den <a title=\"Oase\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oase\">Oasen<\/a> der Sahara und s\u00fcdlich derselben anzutreffen. \u00d6stlich wurden \u00dcberwinterer bis zum <a title=\"Persischer Golf\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Persischer_Golf\">persischen Golf<\/a> festgestellt. Bei dieser Unterart konzentriert sich der gr\u00f6\u00dfte Teil aber auf Westafrika, \u00f6stlich bis <a title=\"Nigeria\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nigeria\">Nigeria<\/a>. Einzelne V\u00f6gel sind aber auch schon im Mittelmeerraum anzutreffen.<\/p>\n<p>Bei <em>L. s. namnetum<\/em> sind die Zugwege am k\u00fcrzesten, diese Unterart \u00fcberwintert im S\u00fcdwesten <a title=\"Portugal\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portugal\">Portugals<\/a> und im <a title=\"Maghreb\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maghreb\">Maghreb<\/a>. <em>L. s. volgae<\/em> bildet auch im Zugverhalten einen \u00dcbergang: im Winter sind diese Populationen im nord\u00f6stlichen Afrika und im s\u00fcdwestlichen Asien anzutreffen. Die Unterarten <em>L. s. pallidogularis<\/em> und <em>L. s. kobdensis<\/em> \u00fcberwintern in S\u00fcdwest- und S\u00fcdasien, <em>L. s. saturatior<\/em> in S\u00fcdasien. Die Winterquartiere von <em>L. s. abotti<\/em> liegen in Nordindien, die von <em>L. s. przevalskii<\/em> im Osten Chinas.<\/p>\n<p>In der <a title=\"Ph\u00e4nologie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4nologie\">Zugph\u00e4nologie<\/a> unterscheiden sich die Unterarten wenig. Die Brutstandorte werden meist in der zweiten Julih\u00e4lfte ger\u00e4umt. Bis zum Wegzug, der vorwiegend ab Mitte August und im September erfolgt, halten sich die mausernden V\u00f6gel aber noch in deckungsreichen Lebensr\u00e4umen wie beispielsweise R\u00f6hrichtfl\u00e4chen auf. Die Unterart <em>L. s. svecica<\/em> ist dann auch au\u00dferhalb der gebirgigen Brutareale im Tiefland anzutreffen. Sp\u00e4testens Anfang Oktober ist der Wegzug aus den Brutgebieten abgeschlossen. Der Heimzug setzt in Mitteleuropa meist Ende M\u00e4rz ein, ungew\u00f6hnlich fr\u00fche Heimkehrer erreichen den s\u00fcddeutschen Raum manchmal schon im ersten M\u00e4rzdrittel. Der Durchzug ist in Mitteleuropa sp\u00e4testens Mitte Mai abgeschlossen.<\/p>\n<h2><span id=\"Geografische_Variation\" class=\"mw-headline\">Geografische Variation<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 502px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Luscinia_svecica_distribution.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/8\/84\/Luscinia_svecica_distribution.png\/500px-Luscinia_svecica_distribution.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"175\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Luscinia_svecica_distribution.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Eine auff\u00e4llige Variation besteht bez\u00fcglich der F\u00e4rbung des zentralen Kehlflecks bei den adulten M\u00e4nnchen. Man unterteilt daher die zehn Unterarten in zwei Subspezies-Gruppen: das Wei\u00dfsternige Blaukehlchen (<em>cyanecula<\/em>-Gruppe), das vorwiegend im S\u00fcden und Westen des Verbreitungsgebietes zu finden ist, und das Rotsternige Blaukehlchen (<em>svecica<\/em>-Gruppe), das eher im Norden und Osten vorkommt. Dazwischen liegende Populationen variieren stark und zeigen bisweilen auch einen roten Stern mit wei\u00dfer Basis. Bei manchen Populationen der <em>cyanecula<\/em>-Gruppe (z.&nbsp;B. <em>L. s. magna<\/em>) kann der Stern auch vollst\u00e4ndig fehlen. Andere Merkmale wie Gr\u00f6\u00dfe und F\u00e4rbung der Oberseite variieren nur geringf\u00fcgig.<\/p>\n<h3><span id=\"Cyanecula-Gruppe\" class=\"mw-headline\"><em>Cyanecula<\/em>-Gruppe<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><em>L. s. cyanecula<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Johann Wolf (P\u00e4dagoge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Wolf_%28P%C3%A4dagoge%29\">Wolf<\/a><\/span>, 1810) \u2013 <a title=\"Niederlande\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederlande\">Niederlande<\/a>, nord\u00f6stliches Frankreich und <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberische Halbinsel<\/a>, \u00f6stlich bis nach <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrussland<\/a> und in die nordwestliche <a title=\"Ukraine\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><em>L. s. namnetum<\/em> <span class=\"Person\"><a class=\"new\" title=\"No\u00ebl Mayaud (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=No%C3%ABl_Mayaud&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Mayaud<\/a><\/span>, 1934 \u2013 S\u00fcdwestliches und zentrales Frankreich<\/li>\n<li><em>L. s. magna<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Nikolai Alexejewitsch Sarudny\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nikolai_Alexejewitsch_Sarudny\">Zarudny<\/a> &amp; <a class=\"mw-redirect\" title=\"John Loudon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Loudon\">Loudon<\/a><\/span>, 1904) \u2013 \u00d6stliche <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a>, <a title=\"Transkaukasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transkaukasien\">Transkaukasien<\/a> und nordwestlicher <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bisweilen werden zudem die spanischen Populationen als Unterart <em>azuricollis<\/em> abgegliedert.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbergangspopulationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>L. s. volgae<\/em> (<span class=\"Person\">O. Kleinschmidt, 1907<\/span>) \u2013 Nord\u00f6stliche Ukraine und Zentralrussland<\/li>\n<li><em>L. s. abbotti<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Charles Wallace Richmond\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charles_Wallace_Richmond\">Richmond<\/a><\/span>, 1896) \u2013 N\u00f6rdliches <a title=\"Afghanistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afghanistan\">Afghanistan<\/a>, Nord-<a title=\"Kaschmir\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaschmir\">Kaschmir<\/a>, <a title=\"Karakorum (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karakorum_%28Gebirge%29\">Karakorum<\/a> und <a title=\"Ladakh\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ladakh\">Ladakh<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3><span id=\"Svecica-Gruppe\" class=\"mw-headline\"><em>Svecica<\/em>-Gruppe<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><em>L. s. svecica<\/em> (<span class=\"Person\">Linnaeus<\/span>, 1758) \u2013 Skandinavien und n\u00f6rdliches Asien sowie Nordalaska, seit den 1970er Jahren auch in einigen mitteleurop\u00e4ischen Gebirgen<\/li>\n<li><em>L. s. pallidogularis<\/em> (<span class=\"Person\">Zarudny<\/span>, 1897) \u2013 Tiefebene von <a title=\"Kasachstan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachstan\">Kasachstan<\/a> und ostw\u00e4rts bis in den Tien Shan und zum <a title=\"Pamir (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pamir_%28Gebirge%29\">Pamir<\/a><\/li>\n<li><em>L. s. saturatior<\/em> (<span class=\"Person\"><a title=\"Pjotr Petrowitsch Suschkin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pjotr_Petrowitsch_Suschkin\">Sushkin<\/a><\/span>, 1925) \u2013 <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a>, nordwestliche <a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">Mongolei<\/a> und Gebirge Mittelasiens<\/li>\n<li><em>L. s. kobdensis<\/em> (<span class=\"Person\"><a class=\"new\" title=\"Arkadi Jakowlewitsch Tugarinow (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Arkadi_Jakowlewitsch_Tugarinow&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Tugarinov<\/a><\/span>, 1929) \u2013 Westmongolei, S\u00fcden des Altaigebirges westw\u00e4rts zum <a title=\"Saissansee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saissansee\">Saissansee<\/a> sowie in Westchina (Provinz <a title=\"Xinjiang\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang\">Xinjiang<\/a>)<\/li>\n<li><em>L. s. przevalskii<\/em> (<span class=\"Person\">Tugarinov<\/span>, 1929) \u2013 Zentralchina (<a title=\"Qinghai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qinghai\">Qinghai<\/a> bis zum <a title=\"Nan Shan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nan_Shan\">Nan Shan<\/a> und \u00f6stlich bis zur <a title=\"Dsungarische Pforte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dsungarische_Pforte\">Dsungarischen Pforte<\/a> und zum <a title=\"Ordos-Plateau\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ordos-Plateau\">Ordos-Plateau<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>Das Blaukehlchen wurde lange in eine eigene Gattung <em>Cyanecula<\/em> oder <em>Cyanosilvia<\/em> gestellt und die Unterarten oftmals als eigene Arten beschrieben.Sp\u00e4ter wurde es bisweilen in die Gattung <em>Erithacus<\/em> und schlussendlich in die Gattung <em><a title=\"Luscinia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luscinia\">Luscinia<\/a><\/em> eingeordnet, die aus mehreren <a class=\"mw-redirect\" title=\"Superspecies\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Superspecies\">Superspecies<\/a> und einigen eigenst\u00e4ndigen Arten besteht. Eine solche Art ist das Blaukehlchen, das auch in eine monotypische <a class=\"mw-redirect\" title=\"Untergattung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Untergattung\">Untergattung<\/a> <em>Cyanosilvia<\/em> eingeordnet wird, deren Status \u2013&nbsp;wie \u00fcberhaupt die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Phylogenetik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phylogenetik\">phylogenetischen<\/a> Verh\u00e4ltnisse innerhalb der Gattung&nbsp;\u2013 nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>Die phylogenetischen Verh\u00e4ltnisse innerhalb der Art wurden 1998 und 2003 untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass aufgrund der Vergleiche von <a title=\"Haplotyp\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haplotyp\">Haplotypen<\/a> lediglich eine grobe Trennung in eine n\u00f6rdliche und eine s\u00fcdliche Gruppe feststellbar ist und diese sich innerhalb der letzten 15.000 Jahre entwickelt haben m\u00fcssen. Die geografische Variation des <a title=\"Ph\u00e4notyp\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4notyp\">Ph\u00e4notyps<\/a> und die Einteilung in Unterarten wurden durch die genetischen Befunde nicht gest\u00fctzt.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Das Blaukehlchen besiedelt nasse Standorte, die eine Kombination aus sch\u00fctterem Bewuchs und guter Deckung bieten. Bei letzterem muss es sich nicht wie bei der <a title=\"Nachtigall\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtigall\">Nachtigall<\/a> um dichtes Geb\u00fcsch handeln, sondern es reichen entsprechend dichte Best\u00e4nde aus Altschilf oder Hochstauden. Gew\u00e4ssern\u00e4he ist nicht unbedingt erforderlich, jedoch werden solche Biotope vielerorts bevorzugt angenommen.<\/p>\n<p>Bei den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Prim\u00e4rhabitat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prim%C3%A4rhabitat\">Prim\u00e4rhabitaten<\/a> der Unterart <em>L. s. cyanecula<\/em> handelt es sich um zwei recht kurzlebige <a title=\"Sukzession (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sukzession_%28Biologie%29\">Sukzessionsstufen<\/a> der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Niedermoor\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedermoor\">Niedermoor<\/a>&#8211; und Flie\u00dfgew\u00e4sserverlandung. Zum einen ist dies die Pflanzengesellschaft des <a title=\"Weiden (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weiden_%28Botanik%29\">Weiden<\/a>&#8211;<a title=\"Faulbaum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Faulbaum\">Faulbaum<\/a>-Geb\u00fcsches (<em>Frangulo-Salicetum cinereae<\/em>), in dem Geb\u00fcsche aus <a title=\"Asch-Weide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asch-Weide\">Grau-<\/a> und <a title=\"Ohr-Weide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohr-Weide\">Ohr-Weide<\/a> die \u00dcbergangsstufe vom R\u00f6hricht zum Erlenbruch darstellen. Zum anderen sind dies der Korbweidenbusch (<em>Salicetum triandro-viminalis<\/em>), in dem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Korbweide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korbweide\">Korb-<\/a> und <a title=\"Mandel-Weide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandel-Weide\">Mandel-Weide<\/a> entlang von Flie\u00dfgew\u00e4ssern Geb\u00fcsche mit einer artenarmen Krautschicht bilden und der Bruchweiden-Auwald (<em>Salicetum fragilis<\/em>), in dem Geb\u00fcsche aus <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bruchweide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bruchweide\">Bruch-<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Silberweide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silberweide\">Silber-<\/a> oder <a title=\"Purpur-Weide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Purpur-Weide\">Purpur-Weide<\/a> an Flie\u00dfgew\u00e4ssern oder Altarmen zum Auwald \u00fcberleiten.<\/p>\n<p>In der Kulturlandschaft, wo diese Stadien aufgrund der <a title=\"Flussbegradigung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flussbegradigung\">Gew\u00e4sserregulierung<\/a> meist fehlen, ist das Blaukehlchen auf Biotope angewiesen, die kurzfristig durch menschliche Eingriffe entstehen und dann verbuschen oder mit R\u00f6hricht \u00fcberwuchern. Dies k\u00f6nnen Baggerungen und Aufsch\u00fcttungen in Kiesgruben, an Flussufern, Baggerseen oder Fischteichen sein. In der Agrarlandschaft werden bisweilen auch schilfbestandene Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben, Wegr\u00e4nder, <a title=\"Brache\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brache\">Nassbrachen<\/a> und <a title=\"Ruderalfl\u00e4che\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruderalfl%C3%A4che\">Ruderalfl\u00e4chen<\/a> besiedelt. In den <a title=\"Marschland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marschland\">Marschlandschaften<\/a> der Nordseek\u00fcste (Niederlande, Belgien und Deutschland) besiedelt die Art seit einigen Jahren erfolgreich <a title=\"Raps\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raps\">Rapsfelder<\/a> mit r\u00f6hrichtbestandenen Gr\u00e4ben sowie trockene Gr\u00e4ben in <a title=\"Koog\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koog\">Poldern<\/a>. An der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste br\u00fctet das Blaukehlchen in verlandenden und verbuschenden <a class=\"mw-redirect\" title=\"Salinen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salinen\">Salinen<\/a>. In Spanien werden trockene, steinige Gebirgsh\u00e4nge als Brutbiotop genutzt.<\/p>\n<p>Die Unterart <em>L. s. svecica<\/em> br\u00fctet in Skandinavien in sumpfigen Buschw\u00e4ldern der <a title=\"Moor-Birke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moor-Birke\">Moor-Birke<\/a> (<em>Betula tortuosa<\/em>), an sumpfigen Standorten mit Gestr\u00fcpp aus Weiden und Birke in <a title=\"Fjell\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fjell\">Fjell<\/a> und <a title=\"Tundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a>, in <a title=\"Zwergstrauchheide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwergstrauchheide\">Zwergstrauchheiden<\/a>, sowie an Gew\u00e4ssern und Moorr\u00e4ndern der Nadelwaldzone. In den europ\u00e4ischen Gebirgen, wo diese Unterart seit Mitte der 1970er vorkommt, werden <a title=\"Regenmoor\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenmoor\">Hochmoore<\/a>, <a title=\"Moorheide (Biotoptyp)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moorheide_%28Biotoptyp%29\">Moorheiden<\/a> und <a title=\"Kleinseggenried\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinseggenried\">Kleinseggenriede<\/a> mit mindestens 50&nbsp;% Deckung aus <a class=\"mw-redirect\" title=\"Latschenkiefer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Latschenkiefer\">Latschenkiefer<\/a> besiedelt \u2013 so etwa im <a title=\"Riesengebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Riesengebirge\">Riesengebirge<\/a>, in der <a title=\"Tatra (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tatra_%28Gebirge%29\">Tatra<\/a> oder den <a title=\"Alpen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpen\">Zentralalpen<\/a>. In den Alpen br\u00fctet das Rotsternige Blaukehlchen auch in Blockh\u00e4ngen mit alpinen Str\u00e4uchern, die an <a class=\"new\" title=\"Quellflur (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Quellflur&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Quellfluren<\/a> oder nasse <a title=\"Runse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Runse\">Runsen<\/a> angrenzen. Die H\u00f6henverbreitung liegt dort zwischen 1300 und 2100 Metern \u00fcber dem Meer.<\/p>\n<p>Auf dem Zug sind alle europ\u00e4ischen Unterarten in Geb\u00fcschen und R\u00f6hrichten an Flussm\u00fcndungen, Reisfeldern oder Gew\u00e4ssern anzutreffen.<\/p>\n<h2><span id=\"Siedlungsdichte\" class=\"mw-headline\">Siedlungsdichte<\/span><\/h2>\n<p>Zur Brutzeit betr\u00e4gt der Raumbedarf der Unterart <em>L. s. cyanecula<\/em> zwischen 0,24 und \u00fcber 2&nbsp;ha. In g\u00fcnstigen, dichtbesetzten Habitaten werden Brutdichten zwischen 5&nbsp;und&nbsp;6&nbsp;Brutpaaren\/10&nbsp;ha erreicht, so in einer Verlandungszone mit anschlie\u00dfendem Bruchwald am <a class=\"mw-redirect\" title=\"Niederrhein (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederrhein_%28Fluss%29\">Niederrhein<\/a>. In den benachbarten R\u00f6hrichtfl\u00e4chen betrug die Dichte 1,4&nbsp;Bp.\/10 ha. F\u00fcr <em>L. s. svecica<\/em> finden sich \u00e4hnliche Angaben mit 4,5\u20135&nbsp;Bp.\/10 ha in feuchtem Bergbirkenwald am Rand von Zwergbirkenmoorland sowie demgegen\u00fcber 0,8-1,5 Bp.\/10 ha in trockenerem Birkenwald. Der Raumbedarf von <em>L. s. namnetum<\/em> scheint mit Revieren ab 1,3&nbsp;ha kleiner zu sein. In der <a title=\"Loire\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Loire\">Loire<\/a>-M\u00fcndung wurden Dichten bis zu 8&nbsp;Bp.\/10 ha erreicht.<\/p>\n<h2><span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/h2>\n<p>Das Blaukehlchen sammelt seine Nahrung \u00fcberwiegend auf dem Boden und in der Krautschicht. Sie besteht zum gro\u00dfen Teil aus <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a> wie <a title=\"Zweifl\u00fcgler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweifl%C3%BCgler\">Zweifl\u00fcglern<\/a>, <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fern<\/a>, kleinen <a title=\"Heuschrecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heuschrecken\">Heuschrecken<\/a> und <a title=\"Kleinlibellen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinlibellen\">Kleinlibellen<\/a>. Erg\u00e4nzend kommen <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>, <a title=\"W\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmer\">W\u00fcrmer<\/a> und kleine <a title=\"Schnecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a> hinzu. Anders als bei Nachtigall und Sprosser geh\u00f6ren <a title=\"Ameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a> kaum zum Beutespektrum, <a title=\"Asseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asseln\">Asseln<\/a>, <a title=\"Hundertf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hundertf%C3%BC%C3%9Fer\">Hundert-<\/a> und <a title=\"Tausendf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausendf%C3%BC%C3%9Fer\">Tausendf\u00fc\u00dfer<\/a> werden nur sehr selten gefressen. Ab dem Sp\u00e4tsommer kommen gelegentlich Beeren und Fr\u00fcchte hinzu.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/h2>\n<p>Das Blaukehlchen f\u00fchrt f\u00fcr gew\u00f6hnlich eine monogame Saisonehe, bisweilen kommt <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bigynie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bigynie\">Bigynie<\/a> vor. Bei der Unterart <em>L. s. cyanecula<\/em> finden Zweitbruten statt, <em>L. s. svecica<\/em> br\u00fctet nur einmal.<\/p>\n<p>Die Geschlechtsreife wird mit einem Jahr erreicht, jedoch scheinen nicht alle vorj\u00e4hrigen M\u00e4nnchen zu br\u00fcten oder ein Revier zu besetzen. So werden bisweilen auch w\u00e4hrend der Brutzeit noch mehrere M\u00e4nnchen in fremden Revieren oder f\u00fcr einen Tag singend in wenig geeigneten Habitaten festgestellt.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nnchen treffen \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber zwei Wochen im Brutgebiet ein, die Weibchen folgen zwei bis zweieinhalb Wochen sp\u00e4ter. Bei schlechter Witterung kann sich die Reviergr\u00fcndung bis zu einer Woche hinziehen. In den n\u00f6rdlichen Populationen gehen Ankunft und Revierbildung meist schneller vonstatten. Bisweilen werden vorj\u00e4hrige Reviere wiederbesetzt.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz\" class=\"mw-headline\">Balz<\/span><\/h3>\n<p>Balz und Paarbildung finden gleich nach dem Eintreffen der Weibchen statt. Die Balz hat teils recht aggressive Z\u00fcge, einige Verhaltensweisen \u00e4hneln solchen des <a title=\"Agonistisches Verhalten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Agonistisches_Verhalten\">agonistischen Verhaltens<\/a>. Im Unterschied zu Nachtigall und Sprosser, bei denen dieser fehlt, wird ein Imponierflug des M\u00e4nnchens beschrieben, der auff\u00e4llig und schwirrend ist. Wird dabei ein Weibchen angesteuert, m\u00fcndet dies oft in Verfolgungsfl\u00fcge, bei denen das Weibchen meist aus dem Revier fl\u00fcchtet. Kehrt es zur\u00fcck, kann sich der Vorgang wiederholen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Bestandteil der Werbung ist das <a title=\"Imponierverhalten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Imponierverhalten\">Imponierverhalten<\/a>, bei dem das M\u00e4nnchen seine farbigen Partien deutlich zur Schau stellt, indem es Kehl- und Brustgefieder str\u00e4ubt, Kopf und Hals aufrichtet, mit den Fl\u00fcgeln schl\u00e4gt und den aufgef\u00e4cherten Schwanz hebt. Bei intensivem Gesang ist deutlich das gelbe Innere des Schnabels sichtbar. Zudem wiegt sich das balzende M\u00e4nnchen hin und her. Das Weibchen wird umworben, am Boden oder von einem Zweig aus besungen und mitunter verfolgt.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter signalisiert das Weibchen seinen Paarungswillen, verh\u00e4lt sich aber noch aggressiv gegen\u00fcber einem sich n\u00e4hernden M\u00e4nnchen. Dieses versucht, mit halblautem Singen und durch Pr\u00e4sentieren des Kehlfelds den Abstand zu reduzieren, und \u00fcberfliegt das Weibchen mit schwirrenden Fl\u00fcgeln. Nach ausgedehnter Bodenbalz des M\u00e4nnchens fordert das Weibchen schlie\u00dflich unter Zirpen in vorgestreckter Haltung mit aufgestelltem Schwanz und vibrierenden Fl\u00fcgeln zur Paarung auf.<\/p>\n<h3><span id=\"Nestbau\" class=\"mw-headline\">Nestbau<\/span><\/h3>\n<p>Das Nest wird ausschlie\u00dflich vom Weibchen am Boden oder in Bodenn\u00e4he gebaut. Es wird gut in der Vegetation verborgen, gerne auch in kleinen H\u00f6hlungen oder Vertiefungen errichtet \u2013 beispielsweise an <a class=\"new\" title=\"Erosionskante (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Erosionskante&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Erosionskanten<\/a> oder in Wurzelwerk. Das Nest ist napff\u00f6rmig und misst zwischen 11 und 14&nbsp;cm im Au\u00dfendurchmesser und 7\u201310&nbsp;cm in der H\u00f6he. Die Mulde ist etwa 6&nbsp;cm tief. Das Nest von <em>svecica<\/em> besteht aus d\u00fcrren Halmen und Bl\u00e4ttern der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Rasenschmiele\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rasenschmiele\">Rasenschmiele<\/a> und seltener auch aus Moos. Bei <em>L. s. cyanecula<\/em> werden Grashalme, St\u00fccke von Schilf- oder <a title=\"Rohrkolben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rohrkolben\">Rohrkolben<\/a>-Bl\u00e4ttern und Schilfrispen, f\u00fcr die Mulde auch feinere Pflanzenfasern und Haare, verwendet.<\/p>\n<h3><span id=\"Brut_und_Jungenaufzucht\" class=\"mw-headline\">Brut und Jungenaufzucht<\/span><\/h3>\n<p>Das Gelege besteht aus 4\u20137, meist 5 oder 6 Eiern. Diese sind dunkel olivgr\u00fcn, gl\u00e4nzend und meist einfarbig, seltener gew\u00f6lkt oder rostbraun gesprenkelt. Die Ma\u00dfe liegen etwa bei 19&nbsp;\u00d7&nbsp;14&nbsp;mm. Die Bebr\u00fctung dauert etwa zwei Wochen (bei <em>svecica<\/em> bis zu zwei Tage k\u00fcrzer) und erfolgt durch das Weibchen. Sie beginnt nach Ablage des letzten Eis (bei <em>svecica<\/em> auch eher).<\/p>\n<p>Die Nestlingszeit liegt zwischen 13 und 14&nbsp;Tagen. Es f\u00fcttern beide Partner. Die ausgeflogenen Jungen halten sich noch mindestens einen Monat im Revier der Eltern auf.<\/p>\n<h3><span id=\"Bruterfolg_und_Lebenserwartung\" class=\"mw-headline\">Bruterfolg und Lebenserwartung<\/span><\/h3>\n<p>Bei einer Untersuchung in Finnland lag der Bruterfolg in zwei untersuchten Jahren jeweils bei etwa 75&nbsp;%, trotz ung\u00fcnstiger Witterung im zweiten Jahr. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Verluste ging auf <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Pr\u00e4datoren<\/a> zur\u00fcck, bei denen es sich in diesem Fall um <a title=\"Nebelkr\u00e4he\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nebelkr%C3%A4he\">Nebelkr\u00e4he<\/a>, <a title=\"Merlin (Vogel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merlin_%28Vogel%29\">Merlin<\/a>, <a title=\"Mauswiesel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauswiesel\">Mauswiesel<\/a> und <a title=\"Hermelin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermelin\">Hermelin<\/a> handelte. Eine Untersuchung an einer <em>L. s. namnetum<\/em>-Population ergab einen wesentlich geringeren Bruterfolg von 46,2&nbsp;%. Neben Pr\u00e4datoren, die sich hier aus <a class=\"mw-redirect\" title=\"Marderartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marderartige\">Marderartigen<\/a>, <a title=\"Vipern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vipern\">Vipern<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Microtus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Microtus\">Feldm\u00e4usen<\/a> und <a title=\"Rabenv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rabenv%C3%B6gel\">Rabenv\u00f6geln<\/a> zusammensetzten, war wohl auch das raue Atlantikwetter urs\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Der mit 8 Jahren und 9 Monaten \u00e4lteste Ringvogel wurde in Schweden gefangen. In Gefangenschaft wurde ein Vogel 11 Jahre alt.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung<\/span><\/h2>\n<p>Die Bestandsentwicklung f\u00fcr die Unterart <em>L. s. cyanecula<\/em> ist vermutlich etwa seit dem 19. Jahrhundert insgesamt negativ, da geeignete Lebensr\u00e4ume seltener und zunehmend zerst\u00fcckelt wurden. Lokal und tempor\u00e4r k\u00f6nnen sich <a title=\"Anthropogen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anthropogen\">anthropogene<\/a> Einfl\u00fcsse jedoch auch positiv auswirken, da durch sie geeignete, allerdings oft sehr kurzlebige Sukzessionsstadien erst entstehen, so dass vielerorts die Best\u00e4nde stark schwankten. Die Art verschwand aber zunehmend aus gro\u00dfen Teilen Mitteleuropas und konnte sich fast nur noch in gr\u00f6\u00dferen Flussniederungen halten. In den 1970er Jahren wurde schlie\u00dflich ein Bestandstief erreicht. Das Blaukehlchen galt als Inbegriff einer vom Aussterben bedrohten Vogelart. Seit den 1980er Jahren ist die Entwicklung jedoch wieder positiv. Unter anderem in den Niederlanden konnten sich stabile Vorkommen etablieren, was in den 1990er Jahren zu einer starken Ausbreitung f\u00fchrte, die bis nach D\u00e4nemark und S\u00fcddeutschland zu sp\u00fcren war. 2001 ergab eine landesweite Erfassung in Niedersachsen, dass die Art hier vor allem in den Marschlandschaften der Nordseek\u00fcste \u00fcberraschend gro\u00dfe Best\u00e4nde aufweist. Sie konnte hier Rapsfelder mit r\u00f6hrichtbestandenen Gr\u00e4ben als Sekund\u00e4rlebensraum erobern und br\u00fctet somit erfolgreich in der Agrarlandschaft.<\/p>\n<p>Kurzfristige Bestandsanstiege und -abnahmen, die heimliche Lebensweise und das fr\u00fche Aussetzen des Gesangs schon im Mai machen eine fl\u00e4chendeckende Erfassung der Art schwierig. In Deutschland wird der Bestand auf 7.000\u20138.300 Brutpaare (2005) gesch\u00e4tzt. Der Bestandstrend von 1980 bis 2005 war positiv. Bereits seit den 1950er und 1960er Jahren hat der Bestand in Frankreich, im S\u00fcden Mitteleuropas und in Rum\u00e4nien zugenommen.<\/p>\n<p>Die Gef\u00e4hrdungsursachen sind heute zum einen weiterhin die Aus- und Umbauma\u00dfnahmen an Gew\u00e4ssern und in gro\u00dfen Flusslandschaften, die in gro\u00dfem Ma\u00dfe die f\u00fcr die Art wichtigen Verlandungszonen und Niedermoorbereiche vernichten. Zum anderen ist ein bedeutender Faktor in der Kulturlandschaft das Ausr\u00e4umen von Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben, die Entw\u00e4sserung \u00fcber unterirdische Rohrsysteme oder eine unkontrollierte Schilfmahd. Die R\u00f6hrichtbest\u00e4nde, die der Art in der Kulturlandschaft geeignete Brutm\u00f6glichkeiten bieten, werden dadurch beseitigt.<\/p>\n<p>Der Bestand von <em>svecica<\/em> ist vermutlich seit den 1970er Jahren relativ konstant geblieben. Die gesamteurop\u00e4ische Population des Blaukehlchens wird auf 800.000\u20132.500.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt, wovon etwa 95&nbsp;% auf diese Unterart entfallen. Hiervon wiederum machen den gr\u00f6\u00dften Teil die Brutv\u00f6gel Skandinaviens und Russlands aus. Der schwedische Bestand wird mit 140.000\u2013250.000&nbsp;Bp., der finnische mit 100.000\u2013200.000 beziffert. In Skandinavien hat es vermutlich eine leichte Arealausdehnung gegeben. In diesem Zusammenhang gab es auch gelegentliche Brutversuche in Nordschottland. Seit Mitte der 1970er Jahre hat das Rotsternige Blaukehlchen einige europ\u00e4ische Gebirge besiedelt, so die Hohe Tatra, das Riesengebirge, die Alpen und die ukrainischen Karpaten.<\/p>\n<p>Der Weltbestand des Blaukehlchens wird auf 30\u2013100 Millionen Exemplare gesch\u00e4tzt und gilt als nicht gef\u00e4hrdet (\u201cleast concern\u201d).<\/p>\n<h2><span id=\"Historisches_und_Namensgebung\" class=\"mw-headline\">Historisches und Namensgebung<\/span><\/h2>\n<p>Wie Nachtigall und Sprosser war das Blaukehlchen in historischen Zeiten als Stubenvogel beliebt. Im Unterschied zu den ersteren stellt <a title=\"Christian Ludwig Brehm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Ludwig_Brehm\">Christian Ludwig Brehm<\/a> es 1832 in seinem \u201eHandbuch f\u00fcr den Liebhaber der Stuben- und Hausv\u00f6gel\u201c zu den \u201eS\u00e4ngern zweiten Ranges\u201c, hebt aber auch die gro\u00dfe Imitationsf\u00e4higkeit hervor. Es wurde vor allem auf dem Zug mit Schlagnetzen und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Leimrute\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leimrute\">Leimruten<\/a> gefangen.<\/p>\n<p>Andere Namen f\u00fcr diese Art waren Spiegelv\u00f6gelchen, Wegflecklein, Blaukatel, Blaukr\u00f6pfel oder Blaukropf, blaukehliger S\u00e4nger, Schildnachtigall, Wassernachtigall oder Carlsvogel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"contentbox\">\n<p>foto : Mihai Baciu<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) ist eine Singvogelart aus der Familie der Fliegenschn\u00e4pper (Muscicapidae). Namensgebend ist die auffallende Blauf\u00e4rbung von Kehle und Vorderbrust, die das M\u00e4nnchen im Brutkleid zeigt. Je nach Unterart befindet sich auf diesem Grund ein zentraler wei\u00dfer oder roter \u201eStern\u201c. 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