{"id":2862,"date":"2013-12-06T19:59:00","date_gmt":"2013-12-06T17:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/wanderfalke-falco-peregrinus\/"},"modified":"2013-12-06T20:41:30","modified_gmt":"2013-12-06T18:41:30","slug":"wanderfalke-falco-peregrinus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/wanderfalke-falco-peregrinus\/","title":{"rendered":"Wanderfalke (Falco peregrinus)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Wanderfalke<\/strong> (<em>Falco peregrinus<\/em>) ist ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Greifvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Greifvogel\">Greifvogel<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der Falken (<a title=\"Falkenartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falkenartige\">Falconidae<\/a>). Er z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Vertretern der Familie. Der Wanderfalke ist die am weitesten verbreitete Vogelart der Welt; er besiedelt bis auf <a title=\"Antarktika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antarktika\">Antarktika<\/a> alle Kontinente. Wanderfalken sind prim\u00e4r Felsbr\u00fcter und bewohnen in erster Linie gebirgige Landschaften aller Art sowie Steilk\u00fcsten. In den letzten Jahrzehnten hat die Art in vielen Teilen des Verbreitungsgebietes auch St\u00e4dte und Industrieanlagen mit ihren zahlreichen \u201eKunstfelsen\u201c besiedelt.<\/p>\n<p>Wanderfalken sind hochspezialisierte Vogelj\u00e4ger; die Nahrung besteht fast ausschlie\u00dflich aus kleinen bis mittelgro\u00dfen V\u00f6geln, die im freien Luftraum erjagt werden. Die Sturzfl\u00fcge aus gro\u00dfen H\u00f6hen bei der Jagd und die dabei erreichten hohen Geschwindigkeiten sind spektakul\u00e4r. Der durch das Insektizid <a class=\"mw-redirect\" title=\"DDT\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DDT\">DDT<\/a> verursachte Bestandseinbruch und die anschlie\u00dfende Bestandserholung mit der Ansiedlung in vielen St\u00e4dten haben den Wanderfalken zu einer der weltweit bekanntesten Greifvogelarten gemacht.<\/p>\n<p>Ausgef\u00e4rbte (<a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulte<\/a>) Wanderfalken sind auf der gesamten Oberseite dunkelblaugrau. Die Unterseite ist auf wei\u00dfem bis cremefarbenem Grund \u00fcberwiegend dunkel quergeb\u00e4ndert, nur der vordere Hals und die obere Brust sind sehr variabel leicht bis kr\u00e4ftig dunkel gefleckt oder gestrichelt. Kennzeichnend f\u00fcr die Art ist der sehr kr\u00e4ftige, schwarze Bartstreif, der von der hellen Kehle scharf abgesetzt ist. Die Iris der Augen ist dunkelbraun, Wachshaut, Augenring und Beine sind gelb, die Krallen sind schwarz.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die F\u00e4rbung der Geschlechter sehr \u00e4hnlich ist, zeigen Wanderfalken einen starken reversen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> hinsichtlich der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe. Kleine M\u00e4nnchen haben eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 35&nbsp;cm und eine Fl\u00fcgelspannweite 79&nbsp;cm, gro\u00dfe Weibchen eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 51&nbsp;cm und eine Spannweite von 114&nbsp;cm. Mitteleurop\u00e4ische M\u00e4nnchen haben eine <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von 289\u2013334&nbsp;mm und wiegen 550\u2013750&nbsp;g, die Fl\u00fcgell\u00e4nge von Weibchen aus diesem Raum betr\u00e4gt 339\u2013375&nbsp;mm und das Gewicht 740\u20131300&nbsp;g. Wanderfalken z\u00e4hlen damit zu den gr\u00f6\u00dften Arten der Gattung <em>Falco<\/em>, nur <a title=\"Sakerfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sakerfalke\">Sakerfalke<\/a> und <a title=\"Gerfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerfalke\">Gerfalke<\/a> sind noch gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Das <a title=\"Flugbild\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugbild\">Flugbild<\/a> des Wanderfalken ist typisch falkenartig mit einem kr\u00e4ftigen Rumpf, einem gro\u00dfen Kopf, relativ langen, etwas dreieckigen, spitzen Fl\u00fcgeln und einem mittellangen, leicht gerundeten Schwanz. Beste Erkennungsmerkmale sind die sehr dunkle Oberseite, die helle, quergeb\u00e4nderte Unterseite und der auch auf gr\u00f6\u00dfere Entfernung erkennbare Bartstreif. H\u00e4ufig kann die Art auch aufgrund des Verhaltens erkannt werden (siehe unten).<\/p>\n<p>Frisch ausgeflogene Jungv\u00f6gel unterscheiden sich erheblich von den adulten (ausgef\u00e4rbten) V\u00f6geln. Junge Wanderfalken sind auf der Oberseite schwarzbraun, alle Deckfedern sind hell br\u00e4unlich ger\u00e4ndert. Die Unterseite ist auf r\u00f6tlich braunem Grund dunkelbraun l\u00e4ngsgestreift. Der Backenstreif ist weniger kr\u00e4ftig als bei den adulten Falken und hebt sich gegen die rotbraunen Kopfseiten viel weniger ab. Die Beine, die Wachshaut und der Augenring sind blaugrau. Wanderfalken mausern ab dem Fr\u00fchjahr des zweiten Kalenderjahres, also im Alter von ca. 12 Monaten, in das Adultkleid und sind im Herbst des zweiten Kalenderjahres nicht mehr von den adulten unterscheidbar.<\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Beide Geschlechter rufen in Brutplatzn\u00e4he h\u00e4ufig. Der bei Beute\u00fcbergaben oder beim \u201eNestzeigen\u201c ge\u00e4u\u00dferte Balzruf ist ein weit h\u00f6rbares, deutlich zweisilbiges, gereihtes \u201eakzick-akzick\u201c, das bei zunehmender Erregung immer schneller wiederholt wird. Der Alarmruf ist ein durchdringendes, scharfes \u201eeeek-eeeek-eeeeek\u201c, das bei leichteren St\u00f6rungen langgezogen ist (<a class=\"external text\" href=\"http:\/\/www.vogelwarte.ch\/wanderfalke.html&amp;voice=1\" rel=\"nofollow\">Stimmbeispiel<\/a>). Bei massiven St\u00f6rungen (z.&nbsp;B. Nestkontrollen) wird dieser Ruf von den dann meist \u00fcber dem Brutplatz kreisenden Falken in immer h\u00f6herer Frequenz ge\u00e4u\u00dfert und klingt dann wie \u201eeek-eek-eek-eek\u201c. Dieser Ruf wird auch als Lahnen bezeichnet. Weit weniger auff\u00e4llig ist zum Beispiel der Warnruf, mit dem der Partner auf eine St\u00f6rung aufmerksam gemacht wird, dieser klingt wie \u201ekjuck\u201c und ist nur aus geringer Entfernung h\u00f6rbar.<\/p>\n<div id=\"Reproduction\" class=\"mw-headline\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-2843\" src=\"http:\/\/wildtravel.ro\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/oou.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><br style=\"text-align: justify;\" \/><\/p>\n<p>Wanderfalken kommen auf allen Kontinenten au\u00dfer auf <a title=\"Antarktika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antarktika\">Antarktika<\/a> vor. Sie haben au\u00dferdem auch die meisten gr\u00f6\u00dferen Inseln und Inselgruppen besiedelt, sie fehlen nur auf den Inseln der <a title=\"Karibik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karibik\">Karibik<\/a>, <a title=\"Neuseeland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuseeland\">Neuseelands<\/a> und in Island. Der Wanderfalke ist damit der am weitesten verbreitete Vogel der Welt. Die weltweite Verbreitung der Art ist wesentlich auf ihre sehr unspezifischen Lebensraumanspr\u00fcche zur\u00fcckzuf\u00fchren; diese beschr\u00e4nken sich letztlich auf eine gesicherte Brutm\u00f6glichkeit und freien Luftraum mit einem ausreichenden Angebot an V\u00f6geln.<\/p>\n<p>Im gr\u00f6\u00dften Teil des Verbreitungsgebietes sind Wanderfalken Felsbr\u00fcter. Sie finden sich daher weltweit vor allem in Regionen mit Felsen. Geschlossen bewaldete und\/oder gro\u00dfr\u00e4umig felsfreie Gebiete werden nur regional in Mittel- und Osteuropa, im Nordwesten Nordamerikas und in Teilen Australiens besiedelt; hier br\u00fcten Wanderfalken dann in Greifvogelhorsten oder in gro\u00dfen Baumh\u00f6hlen, wobei Baumh\u00f6hlen nur in Nordamerika und Australien genutzt werden. Ebenfalls nur regional br\u00fctet die Art als Bodenbr\u00fcter in gro\u00dfen <a title=\"Moor\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moor\">Mooren<\/a>, vor allem im <a title=\"Baltikum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltikum\">Baltikum<\/a> und im Norden <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinaviens<\/a>, <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnlands<\/a> und Russlands. Wanderfalken fehlen in den tropischen W\u00e4ldern der Niederungen <a title=\"S\u00fcdamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdamerika\">S\u00fcdamerikas<\/a> und <a title=\"Afrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">Afrikas<\/a> und in den <a title=\"Steppe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppenregionen<\/a> Asiens. Sie meiden au\u00dferdem die <a title=\"Arides Klima\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arides_Klima\">ariden<\/a> Zonen <a title=\"Amerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amerika\">Amerikas<\/a>, Afrikas und im Inneren <a title=\"Australien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australien\">Australiens<\/a>.<\/p>\n<p>In vielen Teilen der Welt, vor allem in Europa und Nordamerika, haben Wanderfalken in den letzten Jahrzehnten auch gro\u00dfe Geb\u00e4ude in St\u00e4dten und Industrieanlagen als \u201eKunstfelsen\u201c besiedelt. Au\u00dferhalb der Brutzeit und im Winterquartier sind Wanderfalken auch in vogelreichen Lebensr\u00e4umen aller Art anzutreffen, z.&nbsp;B. auch an K\u00fcsten und in gro\u00dfen Feuchtgebieten.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<h3><span id=\"Externe_Systematik\" class=\"mw-headline\">Externe Systematik<\/span><\/h3>\n<p>Der Artstatus des Wanderfalken ist unumstritten, die systematische Stellung innerhalb der Gattung <em>Falco<\/em> ist jedoch noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. Bei einer systematischen Untersuchung anhand des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Mitochondrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondrien\">mitochondrialen<\/a> <a class=\"mw-redirect\" title=\"Cytochrom\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cytochrom\">Cytochrom<\/a>-b-Gens wurde f\u00fcr die Art ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwestertaxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwestertaxon\">Schwestergruppenverh\u00e4ltnis<\/a> zu den Gro\u00dffalken der <em><a class=\"new\" title=\"Hierofalco (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Hierofalco&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Hierofalco<\/a><\/em>-Gruppe (<a title=\"Lannerfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lannerfalke\">Lannerfalke<\/a>, <a title=\"Gerfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerfalke\">Gerfalke<\/a>, <a title=\"Sakerfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sakerfalke\">Sakerfalke<\/a> und <a title=\"Laggarfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laggarfalke\">Laggarfalke<\/a>) und zum <a title=\"Pr\u00e4riefalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4riefalke\">Pr\u00e4riefalken<\/a> festgestellt. Bei einer weiteren Untersuchung auf Basis der CR-Region der <a title=\"Mitochondriale DNA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitochondriale_DNA\">mitochondrialen DNA<\/a> wurde jedoch ein Schwestergruppenverh\u00e4ltnis zum Pr\u00e4riefalken festgestellt, beide Arten bildeten hier ein <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwestertaxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwestertaxon\">Schwestertaxon<\/a> zur <em>Hierofalco<\/em>-Gruppe.<\/p>\n<h3><span id=\"Interne_Systematik\" class=\"mw-headline\">Interne Systematik<\/span><\/h3>\n<p>Wanderfalken zeigen eine deutliche Gr\u00f6\u00dfenzunahme nach Norden. Au\u00dferdem sind die Wanderfalken in feuchten Klimaten insgesamt relativ dunkel, zu trockeneren Klimaten hin werden sie immer heller. Die Abgrenzung der Unterarten ist komplex und wird in der Wissenschaft intensiv diskutiert. Die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Unterarten sind meist flie\u00dfend; je nach Autor unterscheiden sich Anzahl und geographische Abgrenzung der Unterarten daher oft erheblich.<\/p>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 402px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:PeregrineSubspeciesMap.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/ae\/PeregrineSubspeciesMap.png\/400px-PeregrineSubspeciesMap.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"223\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:PeregrineSubspeciesMap.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.23wmf5\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Verbreitungskarte der Unterarten<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die folgende Darstellung basiert im Wesentlichen auf Ratcliffe (1993). Insgesamt werden von ihm 19 Unterarten unterschieden:<\/p>\n<ul>\n<li><em>F. p. peregrinus<\/em>: Gem\u00e4\u00dfigte und boreale Zone Eurasiens von Irland bis Ostsibirien.<\/li>\n<li><em>F. p. calidus<\/em>: N\u00f6rdlich an <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> anschlie\u00dfend; <a title=\"Tundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a> Eurasiens etwa von der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kola-Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kola-Halbinsel\">Kola-Halbinsel<\/a> nach Osten bis zur <a title=\"Lena (Arktischer Ozean)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lena_%28Arktischer_Ozean%29\">Lena<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. japonensis<\/em>: \u00d6stlich an Nominatform anschlie\u00dfend; <a title=\"Sibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Ostsibirien<\/a>, <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a>, <a title=\"Japan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Japan\">Japan<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. brookei<\/em>: S\u00fcdlich an Nominatform anschlie\u00dfend; von der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> nach Osten \u00fcber <a title=\"Italien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">Italien<\/a>, den <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a> und die <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a> bis zum <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. babylonicus<\/em>: Gebirge und Hochgebirge im zentralen Iran, <a title=\"Afghanistan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afghanistan\">Afghanistan<\/a>, s\u00fcdlicher <a title=\"Himalaya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Himalaya\">Himalaya<\/a> bis zur Westmongolei. Wurde fr\u00fcher als Unterart des W\u00fcstenfalken eingestuft.<\/li>\n<li><em>F. p. peregrinator<\/em>: Indischer Subkontinent, <a title=\"Indochina\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indochina\">Indochina<\/a> nach S\u00fcden bis einschlie\u00dflich <a title=\"Malaysia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malaysia\">Malaysia<\/a>. Artstatus wird diskutiert.<\/li>\n<li><em>F. p. ernesti<\/em>: <a title=\"Ozeanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ozeanien\">Ozeanien<\/a>; <a title=\"Indonesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indonesien\">Indonesien<\/a>, <a title=\"Philippinen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philippinen\">Philippinen<\/a>, <a title=\"Neuguinea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuguinea\">Neuguinea<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. furuitii<\/em>: <a title=\"Ogasawara-Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ogasawara-Inseln\">Ogasawara-Inseln<\/a> (etwa 1000&nbsp;km s\u00fcd\u00f6stlich von <a title=\"Honsh\u016b\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Honsh%C5%AB\">Honsh\u016b<\/a>).<\/li>\n<li><em>F. p. macropus<\/em>: Norden und Osten <a title=\"Australien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australien\">Australiens<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. submelanogenys<\/em>: S\u00fcdwesten Australiens.<\/li>\n<li><em>F. p. nesiotes<\/em>: Pazifische Inseln \u00f6stlich von Australien; <a title=\"Vanuatu\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vanuatu\">Vanuatu<\/a>, <a title=\"Fidschi\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fidschi\">Fidschi<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. pelegrinoides<\/em>: Nordwest- (von <a title=\"Mauretanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauretanien\">Mauretanien<\/a> und Kanarischen Inseln nach Osten bis <a title=\"Tunesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunesien\">Tunesien<\/a>) und <a title=\"Afrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">Nordostafrika<\/a> (<a title=\"\u00c4gypten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84gypten\">\u00c4gypten<\/a>, <a title=\"Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sudan\">Sudan<\/a>) sowie Nordwesten der Arabischen Halbinsel (<a title=\"Israel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel\">Israel<\/a>, <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a>). Wurde fr\u00fcher als Nominatform des <a title=\"W\u00fcstenfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCstenfalke\">W\u00fcstenfalken<\/a> eingestuft. Anderer Name war auch Berberfalke.<\/li>\n<li><em>F. p. madens<\/em>: <a title=\"Kap Verde\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kap_Verde\">Kap Verde<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. minor<\/em>: Afrika s\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. radama<\/em>: <a title=\"Madagaskar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madagaskar\">Madagaskar<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. tundrius<\/em>: <a title=\"Arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arktis\">Arktis<\/a> <a title=\"Nordamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">Nordamerikas<\/a>.<\/li>\n<li><em>F. p. anatum<\/em>: s\u00fcdlich an <em>F. p. tundrius<\/em> anschlie\u00dfend; Nordamerika; nach S\u00fcden etwa Nord-<a title=\"Mexiko\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mexiko\">Mexiko<\/a>, weiter \u00f6stlich bis Mississippi. Artstatus der Falken an der Ostk\u00fcste (fr\u00fcher anatum) ist unklar da Wanderfalken verschiedener Unterarten ausgewildert wurden.<\/li>\n<li><em>F. p. pealei<\/em>: Westk\u00fcsten <a title=\"Kanada\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanada\">Kanadas<\/a> und Alaskas, ferner auf den Aleuten und auf den Kommandeursinseln.<\/li>\n<li><em>F. p. cassini<\/em>: <a title=\"Anden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anden\">Anden<\/a> von <a title=\"Kolumbien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolumbien\">Kolumbien<\/a> bis zur S\u00fcdspitze von <a title=\"S\u00fcdamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdamerika\">S\u00fcdamerika<\/a>. <em>F. kreyenborgi<\/em> hat sich als helle Morphe von <em>F. p. cassini<\/em> herausgestellt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wanderfalken jagen fast ausschlie\u00dflich V\u00f6gel im freien Luftraum. Da eine gedeckte Ann\u00e4herung an die Beute hier nicht m\u00f6glich ist, wird das \u00dcberraschungsmoment durch die Ann\u00e4herung mit gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Geschwindigkeit erreicht. Der Beute bleibt dann nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Reaktion. Die beiden wesentlichen Jagdtechniken sind der Steilsto\u00df aus gro\u00dfer H\u00f6he und der Flachsto\u00df von einer Warte.<\/p>\n<p>Beim Steilsto\u00df kreist der Falke in gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he und wartet auf V\u00f6gel, die unter ihm entlang fliegen. Der Falke geht dann in den Sturzflug \u00fcber und legt die Fl\u00fcgel an, die Steuerung erfolgt mit den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Daumenfittich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daumenfittich\">Daumenfittichen<\/a>. H\u00f6chstwahrscheinlich benutzen die Falken f\u00fcr den eigentlichen Schlag dann die unge\u00f6ffneten F\u00fc\u00dfe. Der Falke fliegt nach dem Schlag aufgrund seiner gro\u00dfen Geschwindigkeit an der Beute vorbei und kehrt dann in einer Kurve zu dieser zur\u00fcck. Die Beute wird h\u00e4ufig allein durch den Aufprall get\u00f6tet, falls sie nur verletzt ist, t\u00f6tet der Falke sie dann mit einem Biss ins Genick. V\u00f6gel, die den anfliegenden Falken rechtzeitig bemerken, beginnen sofort, sehr eng zu kreisen. Diese Man\u00f6ver kann der anfliegende Falke aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit nicht mitmachen und ist dann meist erfolglos. Es wird oft vermutet, dass der Wanderfalke bei seinen Sturzfl\u00fcgen konkurrenzlose Spitzengeschwindigkeiten von 340&nbsp;km\/h oder mehr erreichen kann, verl\u00e4ssliche Radarmessungen in freier Wildbahn ergaben bisher jedoch nur Spitzengeschwindigkeiten von 140&nbsp;km\/h.<\/p>\n<p>Beim Flachsto\u00df von einer Warte erfolgt die Ann\u00e4herung an die Beute von hinten und etwas versetzt unterhalb der Beute. Wanderfalken k\u00f6nnen jeden anderen Vogel im Geradeausflug schnell einholen, hier stellt der Falke das \u00dcberraschungsmoment also durch die schnelle Ann\u00e4herung im \u201etoten Winkel\u201c der Beute her. Der Beutevogel wird dann von hinten und unten gegriffen. Wenn V\u00f6gel die Ann\u00e4herung des Falken rechtzeitig bemerken, haben sie relativ gute Chancen zu entkommen. Kleinere V\u00f6gel (z.&nbsp;B. <a title=\"Star (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">Stare<\/a>) lassen sich sofort fallen, gr\u00f6\u00dfere wie <a title=\"Tauben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tauben\">Tauben<\/a> versuchen \u00e4hnlich wie bei Steilst\u00f6\u00dfen durch das Fliegen sehr enger Kurven zu entkommen, auch in diesen F\u00e4llen ist der Falke dann meist aufgrund seiner zu geringen Wendigkeit erfolglos.<\/p>\n<p>Diese beiden Grundmuster der Jagd werden vielf\u00e4ltig variiert oder auch kombiniert. Insbesondere au\u00dferhalb der Brutzeit jagen die Paare h\u00e4ufig gemeinsam, die Ann\u00e4herung an einen Beutevogel erfolgt dann in einem gewissen Abstand zueinander, so dass der zweite Falke bei einem Fehlsto\u00df des ersten auf den ausweichenden Vogel nachsto\u00dfen kann. Weicht der Vogel nach oben aus, folgt einer der Falken dem Vogel in die H\u00f6he, w\u00e4hrend der andere (meist das Weibchen) unter dem Beutevogel kreist und ihm so den Weg nach unten abschneidet.<\/p>\n<p><br id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\" \/><\/p>\n<p>Wanderfalken fressen fast ausschlie\u00dflich kleine und mittelgro\u00dfe V\u00f6gel. Das Maximalgewicht der Beute liegt bei etwa 500&nbsp;g, das entspricht etwa dem Gewicht einer <a title=\"Ringeltaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringeltaube\">Ringeltaube<\/a> oder einer <a title=\"Aaskr\u00e4he\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aaskr%C3%A4he\">Aaskr\u00e4he<\/a>. Die meisten Beutev\u00f6gel sind jedoch deutlich leichter.<\/p>\n<p>Welche Arten im Beutespektrum dominieren, h\u00e4ngt vom lokalen Angebot ab. Die Jagdmethoden des Wanderfalken sind am erfolgreichsten bei V\u00f6geln, die \u00fcber eine l\u00e4ngere Strecke geradeaus fliegen. In weiten Teilen West- und Mitteleuropas dominieren daher <a title=\"Haustaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haustaube\">Haustauben<\/a> in der Beute. Im Sommerhalbjahr sind dies vor allem die in gro\u00dfer Zahl zu Wettfl\u00fcgen \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen aufgelassenen <a title=\"Brieftaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brieftaube\">Brieftauben<\/a>, in St\u00e4dten und an Felsk\u00fcsten zus\u00e4tzlich wilde <a class=\"mw-redirect\" title=\"Stra\u00dfentaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stra%C3%9Fentaube\">Stra\u00dfentauben<\/a> bzw. die <a title=\"Felsentaube\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Felsentaube\">Felsentaube<\/a>. Besonders im Herbst und im Fr\u00fchjahr spielen Zugv\u00f6gel, vor allem <a title=\"Drosseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drosseln\">Drosseln<\/a> und <a title=\"Star (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Star_%28Art%29\">Stare<\/a> eine wichtige Rolle bei der Ern\u00e4hrung. An K\u00fcsten leben Wanderfalken vor allem von Seev\u00f6geln wie <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6wen<\/a>, <a title=\"Lummen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lummen\">Lummen<\/a> und <a title=\"Alkenv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alkenv%C3%B6gel\">Alken<\/a>.<\/p>\n<p>Wanderfalken jagen bis weit in die D\u00e4mmerung hinein; <a title=\"Flederm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flederm%C3%A4use\">Flederm\u00e4use<\/a>, vor allem fr\u00fch fliegende Arten wie <a title=\"Abendsegler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abendsegler\">Abendsegler<\/a>, sind daher die einzigen regelm\u00e4\u00dfig erbeuteten S\u00e4ugetiere. In Gro\u00dfst\u00e4dten nutzen Wanderfalken das gro\u00dfe Kunstlichtangebot und jagen nachts ziehende V\u00f6gel wie <a class=\"mw-redirect\" title=\"Rallen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rallen\">Rallen<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Limikolen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Limikolen\">Limikolen<\/a>, in <a title=\"Berlin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin\">Berlin<\/a> z.&nbsp;B. h\u00e4ufig <a title=\"Wasserralle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserralle\">Wasserrallen<\/a>, <a title=\"Wachtelk\u00f6nig\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachtelk%C3%B6nig\">Wachtelk\u00f6nige<\/a> und <a title=\"Waldschnepfe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldschnepfe\">Waldschnepfen<\/a>.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung_und_Lebensalter\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung und Lebensalter<\/span><\/h2>\n<p>Wanderfalken sind im zweiten Kalenderjahr, also im Alter von etwa 9 Monaten, geschlechtsreif. Im Vorjahr geborene Individuen sind als Brutv\u00f6gel in intakten Populationen aufgrund der gro\u00dfen innerartlichen Konkurrenz jedoch sehr selten.<\/p>\n<p>Wanderfalken sind in Mitteleuropa ganzj\u00e4hrig in ihren Revieren anzutreffen. Etwa ab Januar beginnt die meist nicht sehr auff\u00e4llige Balz damit, dass die Revierpartner dicht nebeneinander auf Warten sitzen und bei gutem Wetter zusammen \u00fcber dem Revier kreisen. Etwa 6 Wochen vor der Eiablage beginnt das M\u00e4nnchen das Weibchen mit Beute zu versorgen, das Weibchen ist dann kaum noch aktiv. Einige Wochen vor der Eiablage ist der H\u00f6hepunkt der Balz erreicht, sie besteht nun neben den Beute\u00fcbergaben vor allem aus dem \u201eNestzeigen\u201c des M\u00e4nnchens. Dieses kratzt an den potenziellen Brutpl\u00e4tzen eine Mulde und versucht das Weibchen durch lautes \u201eakzicken\u201c dorthin zu locken.<\/p>\n<p>Wanderfalken bauen wie alle Falken keine Nester. Felsbr\u00fcter nutzen vorhandene kleine H\u00f6hlen oder Felsb\u00e4nder sowie verlassene Nester von anderen in Felsw\u00e4nden br\u00fctenden gr\u00f6\u00dferen V\u00f6geln, z.&nbsp;B. <a title=\"Kolkrabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolkrabe\">Kolkraben<\/a>. Baumbr\u00fcter nutzen verlassene Nester von anderen Greifv\u00f6geln, <a title=\"Reiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reiher\">Reihern<\/a> oder Kolkraben. Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa meist Mitte M\u00e4rz bis Mitte April, ausnahmsweise bereits ab Ende Februar oder, vor allem bei Nachgelegen, bis Mitte Mai. Die Gelegegr\u00f6\u00dfe betr\u00e4gt meist 3\u20134 (1\u20135) Eier. Die Eier sind recht rundlich, messen im Mittel etwa 51&#215;41 mm und wiegen 39\u201348&nbsp;g. Sie sind auf gelblichem Grund sehr dicht rot- oder gelbbraun gefleckt und wirken daher aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung oft einfarbig braun. Die Brutdauer betr\u00e4gt 34\u201338 Tage. Die Jungv\u00f6gel fliegen mit etwa 42 Tagen (M\u00e4nnchen) bzw. 46 Tagen (Weibchen) aus. Die Jungv\u00f6gel bleiben meist etwa 4 bis 6 Wochen im Revier der Eltern und wandern dann ab. Wanderfalken erreichen ein Maximalalter von \u00fcber 15 Jahren, das nachgewiesene H\u00f6chstalter sind fast 18 Jahre.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Wanderfalken sind je nach Vorkommen <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a> bis <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>; die Zugneigung nimmt nach Norden zu. Die Populationen der tropischen und mediterranen Zonen sind Stand- oder allenfalls <a title=\"Strichvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strichvogel\">Strichv\u00f6gel<\/a>. In Mittel-, Nord- und Osteuropa wandern insbesondere im ersten Lebensjahr viele Wanderfalken nach West- und S\u00fcdwesteuropa und \u00fcberwintern dort, die adulten Wanderfalken sind hier jedoch \u00fcberwiegend Standv\u00f6gel. Die arktischen Wanderfalken sind Langstreckenzieher. Die V\u00f6gel der Arktis Kanadas und Alaskas ziehen nach Mittel- und S\u00fcdamerika, die Wanderfalken der russischen Arktis \u00fcberwintern in Afrika und im S\u00fcden Asiens.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandsentwicklung_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Wanderfalken wurden mindestens seit Ende des 19. Jahrhunderts von Taubenz\u00fcchtern intensiv verfolgt, auch Eiersammler stellten Wanderfalken zumindest regional intensiv nach. Aufgrund der Unzug\u00e4nglichkeit vieler Brutpl\u00e4tze f\u00fchrte diese Verfolgung jedoch nur regional zu st\u00e4rkeren Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfr\u00e4umiger, katastrophaler Bestandsr\u00fcckgang des Wanderfalken wurde 1961 in <a title=\"Vereinigtes K\u00f6nigreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich\">Gro\u00dfbritannien<\/a> entdeckt. Bei einem Zensus im Jahr 1962 wurde ein Bestandsr\u00fcckgang von 44&nbsp;% f\u00fcr das ganze Land gegen\u00fcber dem mittleren Bestand der Jahre 1930\u201339 festgestellt. Im S\u00fcden <a title=\"England\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/England\">Englands<\/a> war die Art v\u00f6llig verschwunden, in <a title=\"Wales\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wales\">Wales<\/a> und in Nordengland war der Bestand stark zur\u00fcckgegangen und nur in den schottischen Highlands war der Bestandsr\u00fcckgang relativ gering. Unabh\u00e4ngig davon waren ab 1951 geh\u00e4uft zerbrochene Eier in Wanderfalkennestern gefunden worden, was vorher praktisch unbekannt war. Nach der Entdeckung des drastischen Bestandseinbruches wurden daraufhin \u00e4ltere Eischalen des Wanderfalken aus Eiersammlungen in Museen und bei Sammlern untersucht und ein schlagartiger R\u00fcckgang der Eischalendicke um im Mittel etwa 20&nbsp;% ab 1947 festgestellt. \u00c4hnliche Verringerungen der Eischalendicke wurden in Gro\u00dfbritannien auch bei <a title=\"Sperber (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperber_%28Art%29\">Sperber<\/a> und <a title=\"Merlin (Vogel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merlin_%28Vogel%29\">Merlin<\/a> gefunden.<\/p>\n<p>Katastrophale Bestandseinbr\u00fcche und ein erheblicher R\u00fcckgang der Eischalendicke nach 1950 wurden zeitgleich oder nur wenig sp\u00e4ter in weiten Teilen der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re verzeichnet. In Europa starb der Wanderfalke in <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a>, Polen, den <a title=\"Niederlande\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederlande\">Niederlanden<\/a>, <a title=\"Belgien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belgien\">Belgien<\/a>, <a title=\"Luxemburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luxemburg\">Luxemburg<\/a> und der <a class=\"mw-redirect\" title=\"DDR\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DDR\">DDR<\/a> bis Ende der 1970er Jahre aus, die Best\u00e4nde in <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinavien<\/a>, der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bundesrepublik Deutschland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesrepublik_Deutschland\">Bundesrepublik Deutschland<\/a>, der <a title=\"Schweiz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a> und <a title=\"\u00d6sterreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreich\">\u00d6sterreich<\/a> gingen bis auf wenige Paare zur\u00fcck. Die Baumbr\u00fcterpopulation Mittel- und Osteuropas starb vollst\u00e4ndig aus. In den <a class=\"mw-redirect\" title=\"USA\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/USA\">USA<\/a> verschwand der Wanderfalke aus allen Bundesstaaten \u00f6stlich der <a title=\"Rocky Mountains\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rocky_Mountains\">Rocky Mountains<\/a>.<\/p>\n<p>Der pl\u00f6tzliche R\u00fcckgang der Eischalendicke nach 1946 fiel mit den Jahren der erstmaligen gro\u00dffl\u00e4chigen Anwendung von <a class=\"mw-redirect\" title=\"DDT\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DDT\">DDT<\/a> in der Land- und Forstwirtschaft zusammen. Ende der 1960er Jahre wurde festgestellt, dass der Gehalt des DDT-<a title=\"Metabolit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metabolit\">Metaboliten<\/a> DDE (Dichlor-Diphenyl-Dichlorethylen) in den Eiern mit der Eischalendicke negativ korreliert. Eine Abnahme der Eischalendicke um 17&nbsp;% war mit einem DDE-Gehalt von 15\u201320 <a title=\"Parts per million\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parts_per_million\">ppm<\/a> DDE bezogen auf das Frischgewicht des Eiinhalts verbunden. Wanderfalkenpopulationen, deren durchschnittliche Eischalendicken um 17&nbsp;% oder mehr verringert waren, gingen stark zur\u00fcck oder starben aus.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner toxischen Wirkung auf Wanderfalken und viele andere Greifv\u00f6gel wurde DDT ab Anfang der 1970er Jahre in allen westlichen Industriestaaten verboten. Die Restbest\u00e4nde des Wanderfalken nahmen etwa ab Ende der 1970er Jahre wieder \u00fcberall stark zu, die Bestandserholung wurde durch den intensiven Schutz der Brutpl\u00e4tze, wobei teilweise die Brutpl\u00e4tze w\u00e4hrend der Brutzeit bewacht wurden, und zahlreiche Auswilderungsprogramme in vielen Regionen stark gef\u00f6rdert. Heute sind fast alle Regionen, in denen Wanderfalken vor dem sogenannten \u201eDDT-Crash\u201c heimisch waren, wieder besiedelt. Im Zuge dieser Bestandserholung hat der Wanderfalke auch viele St\u00e4dte besiedelt, hier werden die Ansiedlungen h\u00e4ufig durch Brutplatzmanagement intensiv betreut. Bis heute ist aber die s\u00fcdliche Landesh\u00e4lfte Finnlands, das Baltikum, Wei\u00dfrussland, Ukraine mit Ausnahme der Krim und der westliche Teil des europ\u00e4ischen Russlands unbesiedelt.<\/p>\n<p>Der deutsche Bestand stieg nach dem Tief um 1975 mit etwa 50 Paaren wieder stark an und umfasste 2006 etwa 950 Brutpaare (BP), in \u00d6sterreich br\u00fcteten um 2004 wieder etwa 250 BP und in der Schweiz 2002 etwa 250 BP. Der europ\u00e4ische Gesamtbestand am Anfang des 21. Jahrhundert wurde auf etwa 6.600 BP gesch\u00e4tzt. Der Wanderfalke war <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Deutschland%29\">Vogel des Jahres<\/a> <a title=\"1971\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1971\">1971<\/a> und damit \u00fcberhaupt die erste so bedachte Art.<\/p>\n<p>Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> sch\u00e4tzt die Gesamtpopulation des Wanderfalken heute auf 10.000 bis 100.000 Tiere und h\u00e4lt sie f\u00fcr stabil. Die Art wird als \u201enicht gef\u00e4hrdet\u201c eingestuft.<\/p>\n<p>Bis vor etwa 30 Jahren waren Bruten des Wanderfalken an Geb\u00e4uden seltene Ausnahmen. Hauptursache war vor 1955 die intensive Verfolgung, nach 1955 der Bestandszusammenbruch durch DDT. Als Folge des \u201ePestizid-Crashs\u201c \u00e4nderte sich die Einstellung des Menschen zum Wanderfalken grundlegend. Im Verlauf der Erholung der Best\u00e4nde ab Mitte der 1970er Jahre wurden auch Geb\u00e4ude inner- und au\u00dferhalb von St\u00e4dten besiedelt, vor allem gro\u00dfe Kraftwerke und gro\u00dfe Geb\u00e4ude in Stadtzentren. Ausnahmsweise wird selbst an in Betrieb befindlichen <a title=\"Schaufelradbagger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schaufelradbagger\">Schaufelradbaggern<\/a> und <a title=\"Absetzer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Absetzer\">Absetzern<\/a> in gro\u00dfen Tagebauen gebr\u00fctet. Diese Ansiedlungen wurden nun intensiv unterst\u00fctzt, vor allem durch die Anbringung geeigneter Nisthilfen. Wanderfalken konnten so auch neue Populationen in gro\u00dfr\u00e4umig felsfreien Gebieten etablieren. Vor allem im Flachland machen Geb\u00e4udebr\u00fcter regional heute zum Teil einen erheblichen Teil des Gesamtbestandes aus. Im Osten der USA br\u00fcteten 1993 etwa 34&nbsp;% der Population an Geb\u00e4uden, im Mittleren Westen der USA 1995 \u00fcber 80&nbsp;% , in Nordrhein-Westfalen 1996 ebenfalls \u00fcber 80&nbsp;%. In der Bundesrepublik Deutschland br\u00fcteten im Jahr 2006 von den rd. 950 bekannten Paaren gut 310 (= 33&nbsp;%) an Bauwerken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend adulten Wanderfalken im urbanen Raum kaum Gefahren drohen, verungl\u00fccken hier viele eben ausgeflogene Falken an technischen Hindernissen, vor allem durch Anfl\u00fcge gegen Glasfassaden und durch St\u00fcrze in gro\u00dfe Schornsteine. In Berlin \u00fcberlebten 1986\u20131999 34,3&nbsp;% der ausgeflogenen Jungv\u00f6gel nicht bis zum Selbst\u00e4ndigwerden; auch in <a title=\"New York City\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/New_York_City\">New York<\/a> lag die Verlustrate 1983\u20131992 bei rund 33&nbsp;%.<\/p>\n<p>In einer hellerleuchteten Gro\u00dfstadt (z.&nbsp;B. Berlin, K\u00f6ln, G\u00f6ttingen, Oberhausen) wird auch nachts w\u00e4hrend der Zugzeiten sehr erfolgreich gejagt. H\u00e4ufige Sichtbeobachtungen und Beutenachweise von Nachtziehern wie Rallen, Wachteln, kleinen Lappentauchern u.&nbsp;a. belegen das<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist ein Greifvogel aus der Familie der Falken (Falconidae). Er z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Vertretern der Familie. Der Wanderfalke ist die am weitesten verbreitete Vogelart der Welt; er besiedelt bis auf Antarktika alle Kontinente. Wanderfalken sind prim\u00e4r Felsbr\u00fcter und bewohnen in erster Linie gebirgige Landschaften aller Art sowie Steilk\u00fcsten. 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