{"id":2757,"date":"2013-11-22T19:43:10","date_gmt":"2013-11-22T17:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/lachmowe-larus-ridibundus\/"},"modified":"2013-11-22T19:56:39","modified_gmt":"2013-11-22T17:56:39","slug":"lachmowe-larus-ridibundus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/lachmowe-larus-ridibundus\/","title":{"rendered":"Lachm\u00f6we (Larus ridibundus)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;Die <strong>Lachm\u00f6we<\/strong> (<em>Chroicocephalus ridibundus<\/em>, <a title=\"Synonym (Taxonomie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Synonym_%28Taxonomie%29\">Syn.<\/a> <em>Larus ridibundus<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6wen<\/a> (Laridae). Diese kleine M\u00f6wenart besiedelt weite Teile der n\u00f6rdlichen <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> von <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> und <a title=\"Irland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irland<\/a> bis <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a>. Lachm\u00f6wen br\u00fcten in den <a title=\"Verlandung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verlandung\">Verlandungszonen<\/a> gr\u00f6\u00dferer Gew\u00e4sser vor allem im Binnenland, seit einiger Zeit jedoch auch zunehmend an K\u00fcsten. Die Art ist im n\u00f6rdlichen Mitteleuropa ein h\u00e4ufiger Brutvogel und verbringt auch den Winter in gro\u00dfer Zahl in Mittel- und Westeuropa.<\/p>\n<p>Mit einer K\u00f6rperl\u00e4nge von 35\u201339&nbsp;cm und einer <a title=\"Fl\u00fcgelspannweite\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspannweite\">Fl\u00fcgelspannweite<\/a> von 86\u201399&nbsp;cm ist diese Art die kleinste regelm\u00e4\u00dfig in Mitteleuropa br\u00fctende M\u00f6we. M\u00e4nnchen sind gr\u00f6\u00dfer und schwerer als Weibchen. Beispielsweise hatten in der <a title=\"Schweiz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a> \u00fcberwinternde M\u00e4nnchen eine <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von im Mittel 319,1&nbsp;mm, Weibchen erreichten im Mittel nur 300,7&nbsp;mm und Winterv\u00f6gel in <a title=\"Z\u00fcrich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich\">Z\u00fcrich<\/a> hatten ein Gewicht von im Mittel 324,2&nbsp;g (M\u00e4nnchen) gegen 283,2&nbsp;g (Weibchen).<\/p>\n<p>Im etwa von Anfang M\u00e4rz bis Juli vorhandenen <a title=\"Prachtkleid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prachtkleid\">Prachtkleid<\/a> ist der Kopf dunkel schwarzbraun, die Augen sind schmal wei\u00df gerandet, wobei dieser Rand vorn nicht geschlossen ist. Der R\u00fccken, die oberen und unteren Fl\u00fcgeldecken sowie die Oberseite der <a title=\"Armschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Arm-<\/a> und der inneren <a title=\"Handschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Handschwingen<\/a> sind hellgrau; der \u00fcbrige Rumpf und der Schwanz sind wei\u00df. Die \u00e4u\u00dferen Handschwingen sind \u00fcberwiegend wei\u00df, sie zeigen eine schwarze Endbinde sowie schmale schwarze R\u00e4nder an der Innenseite der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Innenfahne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innenfahne\">Innenfahne<\/a>. Nur die \u00e4u\u00dferste Handschwinge ist auch auf der Au\u00dfenkante der Au\u00dfenfahne schmal schwarz gerandet. Hierdurch entsteht auf der Oberseite des Fl\u00fcgels ein breiter wei\u00dfer Keil, der dunkel eingefasst ist; im Flug ist dieses Merkmal oft schon aus gro\u00dfer Entfernung zur Artbestimmung nutzbar. Der Schnabel und die Beine sind rot. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist dunkelbraun.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Schlichtkleid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlichtkleid\">Schlichtkleid<\/a> sind nur die Augenregion und der Ohrbereich diffus schw\u00e4rzlich gef\u00e4rbt, der rote Schnabel hat eine schw\u00e4rzliche Spitze.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> sind Kopf, Mantel, Schulter- und <a title=\"Schirmfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schirmfeder\">Schirmfedern<\/a> sowie die mittleren Fl\u00fcgeldecken br\u00e4unlich sandfarben. Der Schwanz ist an der Basis reinwei\u00df und zeigt eine breite, scharf abgesetzte dunkelbraune Endbinde. Der Schnabel ist rosa bis orange mit schwarzer Spitze; die Beine sind ebenso gef\u00e4rbt. Im Alter von zwei Jahren sind die V\u00f6gel ausgef\u00e4rbt. <\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Der in den Kolonien am h\u00e4ufigsten und sowohl tags\u00fcber als auch nachts ge\u00e4u\u00dferte Balzrufe sind gereiht kr\u00e4chzend etwa wie \u201er\u00e4 gr\u00e4 gr\u00e4-kr\u00e4\u00e4, kr\u00e4\u00e4hh\u201c. Au\u00dferhalb der Brutzeit an Futterstellen ist h\u00e4ufig ein scharfes, durchdringendes \u201ekriii\u00e4rr\u201c in vielen Variationen zu h\u00f6ren, daneben auch ein kurzes und scharfes \u201ekik\u201c.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Lachm\u00f6we umfasst weite Teile der n\u00f6rdlichen <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> von <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a> und <a title=\"Irland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irland\">Irland<\/a> bis <a title=\"Kamtschatka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamtschatka\">Kamtschatka<\/a>. Einzelne Paare br\u00fcten unregelm\u00e4\u00dfig an der K\u00fcste <a title=\"Neufundland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neufundland\">Neufundlands<\/a>. In Mitteleuropa liegt der Schwerpunkt des Vorkommens im k\u00fcstennahen Tiefland. Die Lachm\u00f6we gilt als h\u00e4ufigster Brutvogel im Wattenmeer. Mit mehr als 57.000 Paaren ist sie an der deutschen Nordseek\u00fcste vertreten.<\/p>\n<p>Zur Brutzeit besiedelt die Art Verlandungszonen gr\u00f6\u00dferer Gew\u00e4sser vor allem im Binnenland, seit einiger Zeit jedoch auch zunehmend an K\u00fcsten; dabei werden vor allem Stillgew\u00e4sser, seltener gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcsse mit geringer Flie\u00dfgeschwindigkeit bewohnt. Im Winter werden g\u00fcnstige Nahrungshabitate aller Art aufgesucht, dazu z\u00e4hlen kurzrasige Wiesen, Ackerfl\u00e4chen, M\u00fcllkippen, Kl\u00e4ranlagen, H\u00e4fen sowie Gew\u00e4sser in St\u00e4dten. In den letzten Jahrzehnten tritt die Lachm\u00f6we in St\u00e4dten auch zunehmend weit entfernt von Gew\u00e4ssern auf Pl\u00e4tzen, in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und an \u00e4hnlichen Orten auf.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr die Lachm\u00f6we sind keine Unterarten anerkannt.<\/p>\n<p>Die Nahrung wird je nach Angebot aus dem niedrigen Suchflug \u00fcber dem Wasser oder dem Boden, im R\u00fcttelflug oder im Sturzflug aufgenommen, h\u00e4ufig aber auch gehend. Au\u00dferdem wird Beute im Seichtwasser oder auf schlammigen B\u00f6den durch Trampeln aufgescheucht. Fliegende Insekten werden auch in der Luft erbeutet, schlie\u00dflich parasitieren Lachm\u00f6wen auch bei Artgenossen und anderen V\u00f6geln, indem sie versuchen, ihnen Nahrungsbrocken abzujagen.<\/p>\n<p>Das Nahrungsspektrum der Lachm\u00f6we ist entsprechend sehr breit und umfasst sowohl pflanzliche als auch tierische Anteile, wobei letztere meist \u00fcberwiegen. Zur Nahrung z\u00e4hlen vor allem <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmer<\/a>, <a title=\"Vielborster\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vielborster\">Vielborster<\/a>, <a title=\"Krebstiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebstiere<\/a>, verschiedenste Insekten, kleine Fische sowie Getreidek\u00f6rner und andere Pflanzensamen, regelm\u00e4\u00dfig auch kleine <a title=\"Wirbeltiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbeltiere\">Wirbeltiere<\/a> lebend oder als Aas. In der Garnelenfischerei sind sie regelm\u00e4\u00dfig Schiffsfolger. Sie folgen au\u00dferdem auf Agrarland ackernden Traktoren, wobei sie die durch den Maschineneinsatz freigelegten Regenw\u00fcrmer fressen. Vor allem im Winterhalbjahr werden Abf\u00e4lle auf M\u00fcllkippen und menschliche Nahrungsreste aller Art verwertet, in St\u00e4dten vor allem Brot. Der Nahrungsbedarf eines ausgewachsenen Individuums betr\u00e4gt etwa 142 Gramm pro Tag. Ern\u00e4hren sich Lachm\u00f6wen \u00fcberwiegend von Regenw\u00fcrmern, ben\u00f6tigen sie davon ein Frischgewicht zwischen 165 bis 220 Gramm.<\/p>\n<p>Lachm\u00f6wen sind im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif, ein erstmaliges Br\u00fcten erfolgt jedoch meist erst im vierten Kalenderjahr. Lachm\u00f6wen f\u00fchren eine monogame Saisonehe. Auf Grund ihrer Brutplatztreue ist eine Wiederverpaarung mit dem Partnervogel des Vorjahres m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Lachm\u00f6wen br\u00fcten in Kolonien, die meist 10\u20131000 Paare umfassen, in denen jedoch auch unter 10 und bis maximal 21.000 Paare br\u00fcten k\u00f6nnen. Die Nester werden \u00fcberwiegend am oder schwimmend auf dem Wasser in dichter, aber nicht zu hoher Vegetation angelegt, h\u00e4ufig aber auch auf ungew\u00f6hnlichen Strukturen wie Baumst\u00fcmpfen, Hausd\u00e4chern, Bretterfl\u00f6\u00dfen und \u00e4hnlichem. Die Nester sind minimal 70\u2013100&nbsp;cm voneinander entfernt. Das Nest ist gelegentlich nur eine von wenigen Grashalmen begrenzte Mulde im Sand oder <a title=\"Torf\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Torf\">Torf<\/a>, meist aber eine 20\u201350&nbsp;cm breite Struktur aus groben, etwa 30\u201350&nbsp;cm langen Pflanzenhalmen aus der Umgebung. Es wird \u00fcberwiegend vom M\u00e4nnchen gebaut.<\/p>\n<p>Die Eiablage erfolgt in Europa \u00fcberwiegend ab Mitte bis Ende April, nur im S\u00fcden und Westen Mitteleuropas auch Anfang April. Der Legebeginn ist innerhalb einer Kolonie meist hochsynchronisiert, der \u00fcberwiegende Teil der Eier wird innerhalb von 14 Tagen gelegt. Das Gelege besteht meist aus drei Eiern, seltener aus zwei und sehr selten aus nur einem Ei. Eier aus <a title=\"Oberschwaben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberschwaben\">Oberschwaben<\/a> ma\u00dfen im Mittel 52,0&nbsp;mm \u00d7 36,7&nbsp;mm, die Ma\u00dfe aus anderen Bereichen des Verbreitungsgebietes sind sehr \u00e4hnlich. Die Eier sind auf \u00fcberwiegend braunem bis olivgr\u00fcnem Grund sehr variabel dunkel gefleckt und gestrichelt. Beide Partner br\u00fcten, die Brutzeit betr\u00e4gt 22 bis 23 Tage.<\/p>\n<p>Die Jungv\u00f6gel sind Platzhocker, bleiben also am Brutplatz, und sind nach ca. 26\u201328 Tagen fl\u00fcgge. Sie werden von beiden Elternv\u00f6geln gef\u00fcttert. Auf Bettellaute der Jungv\u00f6gel w\u00fcrgen die Elternv\u00f6gel Futter meist auf den Boden hervor. Dann werden die Brocken mit dem Schnabel den Jungv\u00f6geln vorgehalten. Etwas \u00e4ltere Jungv\u00f6gel ziehen den Elternv\u00f6geln auch Futter aus dem Schlund. Die Jungv\u00f6gel werden bis zu ihrem siebten Lebenstag st\u00e4ndig gehudert, aber dann nur noch nachts. Sie sind ab ihrem 26. bis 28. Lebenstag flugf\u00e4hig und mit einem Alter von etwa 35 Tagen selbst\u00e4ndig. Die \u00e4ltesten beringten V\u00f6gel wurden 28, 30 und mehr als 32 Jahre alt.<\/p>\n<h2><span id=\"Wanderungen\" class=\"mw-headline\">Wanderungen<\/span><\/h2>\n<p>Die Lachm\u00f6we ist je nach geographischer Lage des Vorkommens <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Stand-<\/a> oder Strichvogel, <a title=\"Teilzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teilzieher\">Teilzieher<\/a>, <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurz-<\/a> oder selten <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Der Abzug aus den Brutgebieten beginnt ab Ende Mai mit den Nichtbr\u00fctern und erfolglosen Brutv\u00f6geln; ab Ende Juni verlassen auch erfolgreiche Brutv\u00f6gel und Jungv\u00f6gel die Kolonie und zerstreuen sich zu nahrungsreichen Orten der Umgebung. Der eigentliche Wegzug beginnt im August. Das Winterquartier wird meist Anfang Oktober erreicht, der Wegzug kann sich aber bis in den Dezember hinein erstrecken.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwinterung erfolgt \u00fcberwiegend in der gem\u00e4\u00dfigten bis subtropischen Zone der Pal\u00e4arktis, in geringerem Umfang auch noch weiter s\u00fcdlich; S\u00fcdgrenze der \u00dcberwinterung ist im Westen <a title=\"Ostafrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostafrika\">Ostafrika<\/a>, weiter \u00f6stlich S\u00fcdindien, die <a title=\"Malaiische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malaiische_Halbinsel\">Malaiische Halbinsel<\/a> und <a title=\"Indonesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indonesien\">Indonesien<\/a>. In Europa wird das Haupt\u00fcberwinterungsgebiet nach Norden und Osten durch die 0-\u00b0C-Januar-<a title=\"Isotherme\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isotherme\">Isotherme<\/a> begrenzt; zwischen den 0-\u00b0C und \u22122,5-\u00b0C-Januar-Isothermen halten sich Winterbest\u00e4nde meist nur in St\u00e4dten durch die intensive F\u00fctterung. Der Heimzug beginnt in Mitteleuropa ab Mitte Februar, der Hauptheimzug findet Anfang bis Mitte M\u00e4rz statt.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestand und Gef\u00e4hrdung<\/span>&nbsp; <\/h2>\n<p>Bei der Lachm\u00f6we kam es im Verlauf des 19. Jahrhunderts auf Grund von Lebensraumverlusten an nat\u00fcrlichen Verlandungszonen und Flie\u00dfgew\u00e4ssern sowie durch direkte Verfolgung zu drastischen Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahmen die Best\u00e4nde zu. Es kam in ganz Europa zu erheblichen Bestandszunahmen und zum Teil zu deutlichen Arealausweitungen. So wurde unter anderem Island ab 1911 und Spanien ab 1960 durch Lachm\u00f6wen besiedelt. Zumindest in Deutschland fand aber gleichzeitig eine Konzentration von Lachm\u00f6wenkolonien auf die verbliebenen Feuchtgebiete sowie die K\u00fcstenregionen statt. Der insgesamt positive Bestandstrend hielt bis in die 1970er Jahre an und f\u00fchrte beispielsweise dazu, dass der Brutpaarbestand in den Niederlanden von 18.000 bis 35.000 Brutpaaren im Jahre 1925 auf 200.000 Brutpaare im Jahre 1978 anstieg. Auf dem Gebiet \u00d6sterreichs, wo 1935 weniger als 200 Paare br\u00fcteten, gab es im Zeitraum 1975 bis 1981 einen Bestand von 6000 bis 8000 Paaren.Grunds\u00e4tzlich wird davon ausgegangen, dass sich allein im Zeitraum 1960 bis 1975 der <a title=\"Avifauna Mitteleuropas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avifauna_Mitteleuropas\">mitteleurop\u00e4ische Brutbestand<\/a> verdoppelte. Die h\u00f6chsten Best\u00e4nde wurden in den 1970er beziehungsweise den 1980er Jahren erreicht. Seitdem wurden regional sehr unterschiedliche Bestandstrends beobachtet. Insgesamt nahm der Bestand zwischen 1990 und 2000 um ca. 10&nbsp;% ab.&nbsp; In Deutschland nahm der Gesamtbestand zwischen 1988 bis 1999 um mehr als 25 Prozent ab. Einzelne Kolonien weisen dabei sehr drastische R\u00fcckg\u00e4nge auf. So gingen am <a title=\"D\u00fcmmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%BCmmer\">D\u00fcmmer<\/a>, einem flachen See im norddeutschen Tiefland, die Best\u00e4nde von mehr als 5.000 Brutpaare im Jahr 1985 auf weniger als 50 im Jahr 2004 zur\u00fcck und auf <a title=\"Baltrum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltrum\">Baltrum<\/a>, wo 1998 9.000 Brutpaare br\u00fcteten, wurden 2003 nur noch 100 Brutpaare gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ursache f\u00fcr lokale Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge sind neben Lebensraumverlusten wie Melioration oder eine gezielte Wasserstandsanhebung in Feuchtgebieten sowie Verlandung, Zerst\u00f6rung von Verlandungszonen und einer verst\u00e4rkten Nutzung von Schilfzonen ein gro\u00dfr\u00e4umiger R\u00fcckgang der Nahrung insbesondere zur Aufzuchtzeit der Nestlinge. Diese ist vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft bedingt. Bei einigen regionalen Trends spielt auch die Reduktion der offenen M\u00fclldeponien sowie eine \u00c4nderung in der Fischereiwirtschaft eine Rolle.<\/p>\n<h3><span id=\"Aktueller_Bestand_und_Bestandsprognosen\" class=\"mw-headline\">Aktueller Bestand und Bestandsprognosen<\/span><\/h3>\n<p><a title=\"BirdLife International\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BirdLife_International\">BirdLife International<\/a> gibt den Weltbestand f\u00fcr 2002 mit 7,3\u201311,0 Mio. Individuen und den Bestand in Europa f\u00fcr etwa 1990\u20132003 mit 1,5\u20132,2&nbsp;Mio. Paaren an. Die gr\u00f6\u00dften Best\u00e4nde in Europa haben <a title=\"Russland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russland<\/a> mit 200.000\u2013500.000 Paaren, <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrussland<\/a> mit 180.000\u2013220.000 Paaren und Deutschland mit 137.000\u2013167.000 Paaren (Sch\u00e4tzwert f\u00fcr 1995\u20131999). Die Niederlande wiesen f\u00fcr 1998 bis 2.00 132.000\u2013137.000 Brutpaare und Polen zwischen 110.000 und 120.000 Brutpaare auf. Die <a class=\"mw-redirect\" title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> h\u00e4lt die Art trotz des leichten Bestandsr\u00fcckganges derzeit f\u00fcr ungef\u00e4hrdet (\u201e<span lang=\"en\">least concern<\/span>\u201c).<\/p>\n<p>Die Lachm\u00f6we gilt als eine der Arten, die von einem m\u00f6glichen Klimawandel besonders betroffen sein k\u00f6nnte. Ein Forschungsteam, das im Auftrag der britischen Umweltbeh\u00f6rde und der <a title=\"Royal Society for the Protection of Birds\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Royal_Society_for_the_Protection_of_Birds\">Royal Society for the Protection of Birds<\/a> die zuk\u00fcnftige Verbreitungsentwicklung von europ\u00e4ischen Brutv\u00f6geln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, geht davon aus, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts das Verbreitungsgebiet der Lachm\u00f6we erheblich schrumpfen wird. Weite Teile des heutigen Verbreitungsgebietes in Westeuropa w\u00fcrden der Art nach diesen Prognosen keine geeigneten Lebensr\u00e4ume mehr bieten. Auch das mitteleurop\u00e4ische Verbreitungsgebiet k\u00f6nnte deutlich fragmentierter werden. Eine Ausdehnung des Verbreitungsgebietes w\u00fcrde nach diesen Modellen nur in einem sehr geringem Ausma\u00dfe stattfinden, auch wenn <a class=\"mw-redirect\" title=\"Novaya Zemlya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Novaya_Zemlya\">Novaya Zemlya<\/a>, der \u00e4u\u00dferste Norden Norwegens und Russlands sowie Teile von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Svalbard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Svalbard\">Svalbard<\/a> als neues Verbreitungsgebiet dieser Art in Frage kommen.<\/p>\n<p>foto: Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp;Die Lachm\u00f6we (Chroicocephalus ridibundus, Syn. Larus ridibundus) ist eine Vogelart aus der Familie der M\u00f6wen (Laridae). Diese kleine M\u00f6wenart besiedelt weite Teile der n\u00f6rdlichen Pal\u00e4arktis von Island und Irland bis Kamtschatka. Lachm\u00f6wen br\u00fcten in den Verlandungszonen gr\u00f6\u00dferer Gew\u00e4sser vor allem im Binnenland, seit einiger Zeit jedoch auch zunehmend an K\u00fcsten. 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