{"id":2545,"date":"2013-10-30T18:01:29","date_gmt":"2013-10-30T16:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/wespenbussard-pernis-apivorus\/"},"modified":"2013-10-30T18:23:50","modified_gmt":"2013-10-30T16:23:50","slug":"wespenbussard-pernis-apivorus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/wespenbussard-pernis-apivorus\/","title":{"rendered":"Wespenbussard (Pernis apivorus)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>Wespenbussard<\/strong> (<em>Pernis apivorus<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Habichtartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habichtartige\">Habichtartigen<\/a> (Accipitridae). Er ist etwa so gro\u00df wie ein <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussard<\/a>. Die Art besiedelt den gr\u00f6\u00dften Teil Europas und das westliche Asien.<\/p>\n<p>Der deutsche Name bezieht sich auf die besondere Nahrung, die vor allem aus der Brut <a title=\"Echte Wespen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Wespen\">sozialer Faltenwespen<\/a> der Gattung <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Vespula\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vespula\">Vespula<\/a><\/em> besteht. Der Wespenbussard zeigt in Anpassung an diese spezielle Nahrung zahlreiche <a title=\"Morphologie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morphologie_%28Biologie%29\">morphologische<\/a> und <a title=\"Ph\u00e4nologie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ph%C3%A4nologie\">ph\u00e4nologische<\/a> Besonderheiten, so sind die Nasenl\u00f6cher schlitzf\u00f6rmig, insbesondere das Kopfgefieder ist sehr steif und die F\u00fc\u00dfe sind f\u00fcr eine grabende T\u00e4tigkeit optimiert. Die Art kommt erst sehr sp\u00e4t aus den afrikanischen Winterquartieren zur\u00fcck, so dass die Jungenaufzucht in die Zeit der gr\u00f6\u00dften H\u00e4ufigkeit von Wespen im Hochsommer f\u00e4llt. Der Wespenbussard gilt weltweit als nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Wespenbussarde sind etwas gr\u00f6\u00dfer als <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussarde<\/a>, sie sind auch langfl\u00fcgeliger und langschw\u00e4nziger als diese Art, aber im Mittel etwas leichter. Die K\u00f6rperl\u00e4nge betr\u00e4gt 50\u201360&nbsp;cm, wovon 21\u201327&nbsp;cm auf den Schwanz entfallen. Die Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt 118\u2013144&nbsp;cm. Der reverse <a class=\"mw-redirect\" title=\"Geschlechtsdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> bez\u00fcglich der Gr\u00f6\u00dfe ist sehr gering; M\u00e4nnchen erreichen 94&nbsp;% der Gr\u00f6\u00dfe der Weibchen. M\u00e4nnchen aus Mitteleuropa haben <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4ngen<\/a> zwischen 383 und 441&nbsp;mm, im Mittel 409&nbsp;mm, Weibchen aus diesem Gebiet messen 397\u2013430&nbsp;mm, im Mittel 415&nbsp;mm. Repr\u00e4sentative Daten zum Gewicht liegen bisher offenbar kaum vor, im August wogen M\u00e4nnchen aus Europa 790\u2013943&nbsp;g, im Mittel 836&nbsp;g; Weibchen 790\u20131050&nbsp;g, im Mittel 963&nbsp;g.<\/p>\n<p>Bei adulten V\u00f6geln ist die gesamte Oberseite fast einfarbig braun. <a title=\"Handschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handschwinge\">Hand-<\/a> und <a title=\"Armschwinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armschwinge\">Armschwingen<\/a> sowie der <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Sto\u00df<\/a> zeigen eine breite, dunkle Endbinde und au\u00dferdem zwei weitere, schmalere, dunkle Binden; die eine nahe der Basis und die zweite etwa auf H\u00f6he des ersten Drittels der Federn.<\/p>\n<p>Die Unterseite ist erheblich variabler. Bei den meisten V\u00f6geln sind K\u00f6rper und alle Unterfl\u00fcgeldecken auf wei\u00dflichem Grund grob mittelbraun bis beigebraun quergeb\u00e4ndert. Davon deutlich abgesetzt sind die wei\u00dflich grauen Schwingen und die ebenso gef\u00e4rbte Schwanzunterseite. Die dunklen Binden der Schwingen und des Schwanzes sind wesentlich auff\u00e4lliger als auf der Oberseite. Die selteneren farblichen Extreme sind V\u00f6gel mit sehr dunkler, dunkelbrauner Unterseite und unterseits cremefarbene bis fast wei\u00dfe V\u00f6gel. In allen F\u00e4rbungsvarianten zeigt die Art jedoch die dunklen Binden auf Schwanz und Schwingen sowie einen gro\u00dfen dunklen Bugfleck an der Vorderkante des Unterfl\u00fcgels, letzterer ist bei hellen V\u00f6geln sehr auff\u00e4llig. Adulte m\u00e4nnliche Tiere haben in der Regel einen blaugrau gef\u00e4rbten Kopf, bei Weibchen ist der Kopf wie die \u00fcbrige Oberseite meist braun.<\/p>\n<p>Das \u00fcber dem Auge liegende <a title=\"Supraorbitalschild\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Supraorbitalschild\">Supraorbitalschild<\/a> ist kaum ausgebildet, so dass der Kopf tauben\u00e4hnlich wirkt. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist gelb. Der relativ kleine und schlanke Schnabel ist schwarzgrau, die <a title=\"Wachshaut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachshaut\">Wachshaut<\/a> dunkelgrau. Die Beine sind ebenfalls gelb, die Krallen sind schwarz. <\/p>\n<p>Im Flug sind die Fl\u00fcgelenden deutlich gerundet, der Fl\u00fcgelhinterrand ist leicht s-f\u00f6rmig geschwungen. Die Schwanzl\u00e4nge entspricht etwa der Fl\u00fcgelbreite, die Schwanzecken sind gerundet. Beim Kreisen werden die Fl\u00fcgel waagerecht gehalten, im Gleitflug meist leicht nach unten gebogen.<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel unterscheiden sich bis zur ersten <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauser<\/a> deutlich von den adulten Tieren. Der Rumpf ist bei dunklen V\u00f6geln einfarbig, bei hellen V\u00f6geln vor allem auf Hals und Brust kr\u00e4ftig gefleckt oder gestrichelt. Fl\u00fcgel und Schwanz zeigen wie bei adulten V\u00f6geln drei Binden, die Endbinde ist jedoch deutlich schmaler. Sowohl Schwanz als auch Schwingen sind zus\u00e4tzlich mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig dicht dunkel quergeb\u00e4ndert, so dass die drei Binden insgesamt viel weniger auffallen. Die Wachshaut ist gelb, die Iris dunkelbraun.<\/p>\n<p>Der Wespenbussard zeigt in Anpassung an seine hochspezialisierte Ern\u00e4hrung einige besondere Merkmale, die ihn von allen anderen europ\u00e4ischen Greifv\u00f6geln unterscheiden. Der Schnabel ist f\u00fcr das Herausziehen von Wespenlarven aus <a title=\"Wabe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wabe\">Waben<\/a> optimiert. Er ist relativ lang und schmal, der Oberschnabel ist nur schwach gekr\u00fcmmt. Zum Schutz vor Stichen sind die Nasenl\u00f6cher schmal und schlitzf\u00f6rmig, das Gefieder am Kopf ist schuppenartig und vor allem in der Augenumgebung sehr dicht und steif. Die Beine sind vor allem an das Graben im Boden angepasst. Der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tarsometatarsus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tarsometatarsus\">Tarsometatarsus<\/a> ist kurz und sehr kr\u00e4ftig, wobei der unbefiederte Teil sehr dick beschuppt ist. Die Krallen sind kaum gebogen.<\/p>\n<h2><span id=\"Laut.C3.A4u.C3.9Ferungen\" class=\"mw-headline\">Laut\u00e4u\u00dferungen<\/span><\/h2>\n<p>Insgesamt sind Wespenbussarde im Vergleich zu anderen mitteleurop\u00e4ischen Greifvogelarten auffallend still. Der noch am h\u00e4ufigsten zu h\u00f6rende Balzruf ist ein mehrsilbiges, fl\u00f6tendes Wimmern oder Pfeifen, das etwa mit \u201ebli\u00fci-joid-joid\u201c, \u201egli\u00fc\u00fc-h\u00fc-h\u00fc-h\u00fc-h\u00fc-\u00fc\u201c oder \u201eflieuw\u201c wiedergegeben werden kann. Dieser Ruf wird bei Balzfl\u00fcgen ge\u00e4u\u00dfert, aber auch bei Erregung oder Bedrohung. Noch seltener wahrgenommen wird ein vergleichsweise leiser, klappernder und in der Tonh\u00f6he variierender \u201eRasselruf\u201c, der vor allem bei der Abl\u00f6sung des Partners am Nest eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Gegensatz zu den meisten anderen mitteleurop\u00e4ischen Greifvogelarten sind auch junge Wespenbussarde nach dem Ausfliegen fast stumm. Nur wenn ein Altvogel mit Futter zum Horst kommt, rufen die Jungv\u00f6gel gelegentlich und auch dann nur maximal etwa eine Minute lang. Diese Bettelrufe \u00e4hneln den Balzrufen der Altv\u00f6gel.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung\" class=\"mw-headline\">Verbreitung<\/span><\/h2>\n<div class=\"thumb tright\">\n<div class=\"thumbinner\" style=\"width: 222px;\"><a class=\"image\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Pernis_apivorus_distr.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"thumbimage\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/3a\/Pernis_apivorus_distr.png\/220px-Pernis_apivorus_distr.png\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"253\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"thumbcaption\">\n<div class=\"magnify\"><a class=\"internal\" title=\"vergr\u00f6\u00dfern und Informationen zum Bild anzeigen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Pernis_apivorus_distr.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bits.wikimedia.org\/static-1.22wmf22\/skins\/common\/images\/magnify-clip.png\" alt=\"\" width=\"15\" height=\"11\" \/><\/a><\/div>\n<p>Verbreitung des Wespenbussards; Brutverbreitung (orange) und \u00dcberwinterungsgebiete (blau)<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Art bewohnt ein relativ kleines Areal in der westlichen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pal\u00e4arktische Region\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktische_Region\">Pal\u00e4arktis<\/a>. Das Verbreitungsgebiet umfasst den gr\u00f6\u00dften Teil Europas sowie das s\u00fcdwestliche <a title=\"Sibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">Sibirien<\/a>. Die \u00f6stliche Arealgrenze ist bisher nicht genau bekannt, sie wird im Gebiet <a title=\"Tomsk\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tomsk\">Tomsk<\/a> \u2013 <a title=\"Nowosibirsk\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nowosibirsk\">Nowosibirsk<\/a> \u2013 <a title=\"Barnaul\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barnaul\">Barnaul<\/a> vermutet. Der Wespenbussard fehlt im atlantisch gepr\u00e4gten \u00e4u\u00dfersten Westen und im Norden Europas. In <a title=\"Gro\u00dfbritannien (Insel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fbritannien_%28Insel%29\">Gro\u00dfbritannien<\/a> kommt die Art nur im S\u00fcden und Osten sowie lokal im Osten <a title=\"Schottland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottlands<\/a> vor; die weitere nordwestliche beziehungsweise n\u00f6rdliche Verbreitungsgrenze verl\u00e4uft durch das s\u00fcd\u00f6stliche <a title=\"Norwegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norwegen\">Norwegen<\/a>, <a title=\"Schweden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweden\">Mittelschweden<\/a> und <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Mittelfinnland<\/a> und dann in <a title=\"Russland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russland\">Russland<\/a> etwa zwischen 61\u00b0 und 63\u00b0 Nord.<\/p>\n<p>Die s\u00fcdliche Verbreitungsgrenze verl\u00e4uft durch <a title=\"Spanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spanien\">Zentralspanien<\/a>, <a title=\"Italien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">S\u00fcditalien<\/a> und durch den S\u00fcden <a title=\"Griechenland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechenland\">Griechenlands<\/a>. Weiter \u00f6stlich teilt sich das Verbreitungsgebiet unter Umgehung der zentralasiatischen Steppenregion in einen n\u00f6rdlichen und einen s\u00fcdlichen Teil. Die s\u00fcdliche Grenze des gro\u00dffl\u00e4chigen n\u00f6rdlichen Teilareals folgt nach Norden der Westk\u00fcste des <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzen Meeres<\/a>. Der weitere Verlauf der S\u00fcdgrenze ist dort ebenfalls nicht genau gekl\u00e4rt, sie verl\u00e4uft vermutlich entlang einer Linie <a title=\"Wolgograd\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolgograd\">Wolgograd<\/a> \u2013 <a title=\"Oral (Stadt)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oral_%28Stadt%29\">Uralsk<\/a> \u2013 <a title=\"Omsk\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Omsk\">Omsk<\/a> bis in das n\u00f6rdliche Vorland des <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a>. Das relativ schmale s\u00fcdliche Teilareal erstreckt sich am Nordrand der <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a> entlang und vom Ostufer des Schwarzen Meeres bis zum <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a> und bis in den Norden des <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Iran<\/a>. <\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Wespenbussards umfasst damit im Wesentlichen die gem\u00e4\u00dfigte Zone des subkontinentalen bis kontinental gepr\u00e4gten Europas und des westlichsten Asien.<\/p>\n<h2><span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span> <\/h2>\n<p>F\u00fcr die Art werden keine Unterarten unterschieden. Einige Autoren betrachteten den sehr \u00e4hnlichen <a class=\"new\" title=\"Schopfwespenbussard (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Schopfwespenbussard&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Schopfwespenbussard<\/a> (<em>Pernis ptilorhynchus<\/em>) als Unterart des Wespenbussards, diese Zuordnung akzeptierten aufgrund morphologischer Unterschiede jedoch weder Glutz von Blotzheim et al. noch Ferguson-Lees &amp; Christie. Eine molekulargenetische Untersuchung der Gattung <em>Pernis<\/em> best\u00e4tigte diese Auffassung, die beiden Arten stellen demnach auch keine <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schwestertaxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwestertaxon\">Schwestertaxa<\/a> dar. <\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>Der Wespenbussard bewohnt zumindest teilweise bewaldete Landschaften aller Art; bevorzugt werden Waldbereiche, die durch Lichtungen oder abwechslungsreiche R\u00e4nder strukturiert sind oder die in der N\u00e4he zu abwechslungsreichen Feuchtgebieten liegen. Das regelm\u00e4\u00dfige Vorkommen reicht vom Flachland bis in die montane Stufe, h\u00f6chste Brutnachweise erfolgten in den <a title=\"Alpen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpen\">Alpen<\/a> auf etwa 1500&nbsp;m. <\/p>\n<p>Der Wespenbussard ist hinsichtlich seiner Ern\u00e4hrung hochspezialisiert und nimmt in dieser Hinsicht eine Sonderstellung unter den europ\u00e4ischen Greifv\u00f6geln ein. Er ern\u00e4hrt sich zumindest im Brutgebiet ganz \u00fcberwiegend von der Brut sozialer <a title=\"Faltenwespen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Faltenwespen\">Faltenwespen<\/a> der Gattung <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Vespula\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vespula\">Vespula<\/a><\/em>, in Mitteleuropa vor allem von Brut der <a title=\"Deutsche Wespe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Wespe\">Deutschen Wespe<\/a> und der <a title=\"Gemeine Wespe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeine_Wespe\">Gemeinen Wespe<\/a>. Die wesentliche Suchstrategie ist das ausdauernde Sitzen in B\u00e4umen unterhalb der Baumkrone in aufgelockerten W\u00e4ldern, an Waldr\u00e4ndern und an \u00e4hnlichen, offenen Strukturen. Dabei suchen Wespenbussarde vermutlich nach fliegenden Wespen, die in Bodenn\u00e4he verschwinden. Die gefundenen Nester werden ausgegraben und die Teile mit Larven und Puppen st\u00fcckweise zum eigenen Nest transportiert, bis alle Waben ausgebeutet sind. W\u00e4hrend des Grabens schlie\u00dft der Wespenbussard seine Augen; die vor allem am Kopf sehr dichten Federn sch\u00fctzen den Vogel vor Stichen.<\/p>\n<p>Neben Wespennestern werden auch die Nester von <a title=\"Hummeln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hummeln\">Hummeln<\/a> ausgegraben. Kleine Wirbeltiere spielen vor allem in nassen und k\u00fchlen und damit wespenarmen Sommern eine wichtige Rolle, am h\u00e4ufigsten erbeutet die Art Fr\u00f6sche der Gattung <em><a title=\"Echte Fr\u00f6sche (Gattung)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_Fr%C3%B6sche_%28Gattung%29\">Rana<\/a><\/em> \u2013 sowohl \u201eGr\u00fcnfr\u00f6sche\u201c (<a title=\"Teichfrosch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teichfrosch\">Teich-<\/a>, <a title=\"Seefrosch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seefrosch\">See-<\/a> und <a title=\"Kleiner Wasserfrosch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleiner_Wasserfrosch\">Kleiner Wasserfrosch<\/a>) als auch <a title=\"Grasfrosch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grasfrosch\">Gras-<\/a> und <a title=\"Moorfrosch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moorfrosch\">Moorfr\u00f6sche<\/a>. Auch nestjunge V\u00f6gel geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfig zur Beute. Nach Magenuntersuchungen umfasst das Nahrungsspektrum neben diesen Hauptbeutetieren aber auch <a title=\"Reptilien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reptilien\">Reptilien<\/a> sowie ein breites Spektrum von vor allem bodenbewohnenden <a title=\"Wirbellose\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirbellose\">Wirbellosen<\/a>; viele dieser Arten fangen Wespenbussarde offenbar bei ausgedehnten Jagden zu Fu\u00df. Kleine <a title=\"S\u00e4ugetiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ugetiere\">S\u00e4ugetiere<\/a> wie <a title=\"M\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4use\">M\u00e4use<\/a> sind hingegen seltene Ausnahmebeute. Bisweilen an <a title=\"Aas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a> beobachtete Wespenbussarde haben es in der Mehrzahl der F\u00e4lle auf die darin enthaltenen Fliegen<a title=\"Made\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Made\">maden<\/a> abgesehen. Im Sp\u00e4tsommer werden auch Fr\u00fcchte verzehrt, vor allem <a title=\"Pflaume\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflaume\">Pflaumen<\/a>, Kirschen und Beeren.<\/p>\n<h2><span id=\"Raumnutzung_und_Siedlungsdichte\" class=\"mw-headline\">Raumnutzung und Siedlungsdichte<\/span><\/h2>\n<p>Bisher liegt nur eine Untersuchung zur Gr\u00f6\u00dfe des <a title=\"Aktionsraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktionsraum\">Aktionsraumes<\/a> in der Brutzeit mit Hilfe von <a title=\"Telemetrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Telemetrie\">Telemetriesendern<\/a> vor. In den Jahren 1993\u20131995 wurden in <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> zwei M\u00e4nnchen und zwei Weibchen besendert. Die beiden M\u00e4nnchen beflogen eine Fl\u00e4che von 17,0&nbsp;km\u00b2 und 22,0&nbsp;km\u00b2. Sie zeigten deutliches Territorialverhalten, die durch Revierfl\u00fcge markierte Fl\u00e4che war jedoch deutlich kleiner und umfasste nur etwa 6,4&nbsp;km\u00b2 bzw. 3,8&nbsp;km\u00b2. Die beiden Weibchen nutzten etwa doppelt so gro\u00dfe Fl\u00e4chen wie die M\u00e4nnchen, die beflogenen Areale waren 43,5&nbsp;km\u00b2 bzw. 45,0&nbsp;km\u00b2 gro\u00df. Die Weibchen zeigten kaum Territorialverhalten und ihre Aktionsr\u00e4ume \u00fcberschnitten sich gro\u00dfr\u00e4umig mit denen von Artgenossen. <\/p>\n<p>Zur Siedlungsdichte liegen nur wenige Angaben vor. Auf einer 640&nbsp;km\u00b2 gro\u00dfen Fl\u00e4che in Nordrhein-Westfalen wurden zwischen 1976 und 1998 13\u201346 Paare gefunden, was 2,0 bis 7,2 Paaren\/100&nbsp;km\u00b2 entspricht, wobei die Siedlungsdichte eine stark abnehmende Tendenz aufwies. F\u00fcr die <a title=\"Niederlande\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niederlande\">holl\u00e4ndische<\/a> Provinz <a class=\"mw-redirect\" title=\"Drenthe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drenthe\">Drenthe<\/a> wurden zwischen 1980 und 1991 etwa 80 Paare ermittelt, entsprechend 2,0 Paaren\/100&nbsp;km\u00b2.<\/p>\n<h3><span id=\"Balz_und_Nestbau\" class=\"mw-headline\">Balz und Nestbau<\/span><\/h3>\n<p>Nach der Ankunft im Brutrevier balzt das M\u00e4nnchen insbesondere im Mai und dann wieder ab Mitte Juli und im August. Der spektakul\u00e4re Balzflug besteht aus langen Fl\u00fcgen in eine Richtung, die pl\u00f6tzlich in einen flachen Wellenflug \u00fcbergehen. Jeweils am h\u00f6chsten Punkt einer \u201eWelle\u201c streckt das M\u00e4nnchen die Fl\u00fcgel nach oben und schl\u00e4gt sie 4\u201310 mal \u00fcber dem R\u00fccken fast zusammen, dies wird oft als \u201eSchmetterlingsflug\u201c bezeichnet. Dabei wird h\u00e4ufig gerufen. Dieser Balzflug findet sowohl \u00fcber dem Horstbereich statt als auch bis zu mehreren Kilometer von diesem entfernt und dient vermutlich sowohl der Paarbindung als auch der Abgrenzung von Nahrungsterritorien gegen Artgenossen.<\/p>\n<p>Das Nest wird fast immer im gr\u00f6\u00dften jeweils verf\u00fcgbaren Wald und m\u00f6glichst weit von dessen R\u00e4ndern entfernt errichtet. Zur Nestanlage werden B\u00e4ume aller Art genutzt. Die genutzten B\u00e4ume sind h\u00e4ufig eher schw\u00e4chere Individuen des Bestandes. Das Nest wird in der Baumkrone h\u00e4ufig so angelegt, dass es sowohl von oben als auch von unten gut gegen Sicht gesch\u00fctzt ist, bei schw\u00e4cheren B\u00e4umen nah am Stamm, bei dickst\u00e4mmigen B\u00e4umen h\u00e4ufig auf einem schw\u00e4cheren Seitenast. Beide Geschlechter bauen. Vor allem neugebaute Nester sind f\u00fcr einen Vogel dieser Gr\u00f6\u00dfe auffallend klein, ihr Durchmesser betr\u00e4gt 65\u201390&nbsp;cm und die H\u00f6he 25\u201340&nbsp;cm. Sp\u00e4testens mit Beginn der Brutzeit und dann bis zum Ausfliegen der Jungv\u00f6gel werden die meisten Nester st\u00e4ndig mit belaubten Zweigen belegt; durch die \u00fcber den Rand h\u00e4ngenden Zweige ist das Nest oft leicht schirmf\u00f6rmig.<\/p>\n<p>Der Wespenbussard z\u00e4hlt in Europa zu den ausgesprochen sp\u00e4t br\u00fctenden Greifvogelarten. Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa fr\u00fchestens Mitte, meist jedoch erst ab Ende Mai bis Mitte Juni. Bei einer Untersuchung in den Niederlanden wurde als fr\u00fchester Legebeginn der 19. Mai und als sp\u00e4tester Legebeginn der 14. Juni festgestellt, im Mittel fiel der Legebeginn auf den 1. Juni. Die Gelege bestehen ganz \u00fcberwiegend aus zwei Eiern, selten aus nur einem und sehr selten aus drei Eiern. In den Niederlanden bestanden von insgesamt 42 Gelegen 39 aus 2 Eiern; zweimal wurden ein Ei und einmal drei Eier gefunden. Die recht rundlichen Eier messen in Mitteleuropa im Mittel 49,8 \u00d7 40,8&nbsp;mm und wiegen im Mittel etwa 45&nbsp;g. Die Eier sind auf wei\u00dflichem bis hellbr\u00e4unlichem Grund sehr intensiv variabel rotbraun bis schwarzbraun verwaschen gefleckt. H\u00e4ufig ist die Fleckung so ausgedehnt, dass die Grundfarbe kaum noch erkennbar ist.<\/p>\n<p>Die Brutzeit betr\u00e4gt etwa 34 Tage. Beide Partner br\u00fcten, l\u00f6sen sich ab und gehen unabh\u00e4ngig voneinander auf Nahrungssuche. Etwa in den ersten drei Wochen nach dem Schlupf der Jungen beschafft das M\u00e4nnchen den \u00fcberwiegenden Teil der Nahrung, danach beteiligt sich auch das Weibchen immer st\u00e4rker an der Nahrungssuche, wobei im Normalfall immer ein Partner am Nest bleibt. Die angebrachten Waben werden vom Altvogel Zelle f\u00fcr Zelle mit dem Schnabel geleert und die Larven und Puppen einzeln an die Jungv\u00f6gel verf\u00fcttert. Die Jungv\u00f6gel k\u00f6nnen mit 16\u201320 Tagen stehen, im Alter von etwa vier Wochen erwacht bei ihnen der Scharrtrieb; sie graben dann das Nestmaterial um. In auffallendem Gegensatz zu allen anderen europ\u00e4ischen Greifvogelarten koten die Jungv\u00f6gel nicht so fr\u00fch wie m\u00f6glich \u00fcber den Nestrand, so dass auf dem Boden unter dem Nest auch bei \u00e4lteren Jungv\u00f6geln nur wenige Kotspritzer zu finden sind. Der Kot wird stattdessen in bestimmten Bereichen auf dem Nestrand abgelegt und bildet dort kleine H\u00e4ufchen. Nach etwa 44 Tagen werden die Jungv\u00f6gel fl\u00fcgge, sie werden bis zum Abzug der Altv\u00f6gel auf dem Nest mit Futter versorgt.<\/p>\n<h2><span id=\"Geschlechtsreife_und_Lebensalter\" class=\"mw-headline\">Geschlechtsreife und Lebensalter<\/span><\/h2>\n<p>Wespenbussarde sind im zweiten Lebensjahr ausgef\u00e4rbt und dann vermutlich auch geschlechtsreif. \u00dcber das Durchschnittsalter freilebender Wespenbussarde ist nichts bekannt, das durch Beringung nachgewiesene Maximalalter betrug fast 29 Jahre (28 Jahre, 10 Monate, 27 Tage).<\/p>\n<p>Der Wespenbussard ist <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>, die gesamte Population \u00fcberwintert in Afrika s\u00fcdlich der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a>. Wespenbussarde halten sich in Europa etwa von Anfang Mai bis Ende August auf, also nur etwa vier Monate. Sie sind als Thermikzieher ausgesprochene <a class=\"new\" title=\"Schmalfrontzieher (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Schmalfrontzieher&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Schmalfrontzieher<\/a>, gr\u00f6\u00dfere Meere werden an den schmalsten Stellen \u00fcberflogen. Der Zug konzentriert sich daher auf die bekannten Schwerpunkte des Vogelzuges in Europa und im Nahen Osten.<\/p>\n<h3><span id=\"Herbstzug\" class=\"mw-headline\">Herbstzug<\/span><\/h3>\n<p>Die skandinavische Population zieht im Herbst \u00fcber <a title=\"Falsterbo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falsterbo\">Falsterbo<\/a>, dort zogen im Herbst von 1973\u20131990 im Mittel j\u00e4hrlich 4704 Wespenbussarde nach S\u00fcden. Der Wegzug beginnt dort in der zweiten Augustdekade. Der Hauptdurchzug findet in der letzten August- und der ersten Septemberdekade statt und l\u00e4uft dann schnell aus. Maximal wurden in Falsterbo an einem Tag 2240 Wegz\u00fcgler beobachtet. Letzte Durchz\u00fcgler werden dort Ende September oder Anfang Oktober beobachtet.&nbsp; Nach Alter differenzierte Beobachtungen in den Jahren 1986\u20131990 ergaben dort ein etwas anderes Bild. Der Wegzug der Altv\u00f6gel war schon in der ersten Augustdekade im Gange und beginnt wohl schon Ende Juli. Der <a title=\"Median\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Median\">Median<\/a> des Wegzuges der Altv\u00f6gel fiel auf den 27. August, letzte adulte Durchz\u00fcgler wurden Mitte September beobachtet. Der Wegzug der Jungv\u00f6gel begann erst Ende August, der Wegzugmedian fiel auf den 11. September, war also 15 Tage sp\u00e4ter als jener der Altv\u00f6gel. Die letzten Jungv\u00f6gel ziehen in der ersten Oktoberdekade.<\/p>\n<p>Ebenso wie die skandinavischen V\u00f6gel zieht auch der gr\u00f6\u00dfte Teil der west- und mitteleurop\u00e4ischen Population nach S\u00fcdwesten und verl\u00e4sst Europa \u00fcber <a title=\"Gibraltar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gibraltar\">Gibraltar<\/a>, maximal wurden hier im Herbst 1972 117.000 Durchz\u00fcgler gez\u00e4hlt. Der Hauptdurchzug findet dort in den ersten beiden Septemberdekaden statt, Mediandatum des Wegzuges war hier in den Jahren 1967\u20131970 der 5. September. Nur ein kleiner Teil \u00fcberquert das Mittelmeer auf der Route <a title=\"Sizilien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sizilien\">Sizilien<\/a> \u2013 <a class=\"mw-redirect\" title=\"Cap Bon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cap_Bon\">Cap Bon<\/a>. <\/p>\n<p>Ein Teil der osteurop\u00e4ischen Population zieht nach S\u00fcdosten \u00fcber den <a title=\"Bosporus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bosporus\">Bosporus<\/a>; zwischen 1966 und 1972 wurden dort maximal 25.000 Durchz\u00fcgler pro Herbst gez\u00e4hlt. Der weitere Zug verl\u00e4uft dann entlang der \u00f6stlichen Mittelmeerk\u00fcste \u00fcber die \u00f6stliche <a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">T\u00fcrkei<\/a>, <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a>, den <a title=\"Libanon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libanon\">Libanon<\/a> und <a title=\"Israel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel\">Israel<\/a> nach Afrika. Der \u00fcberwiegende Teil der osteurop\u00e4ischen und westasiatischen Wespenbussarde zieht jedoch an der Ostk\u00fcste des <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzen Meeres<\/a> entlang nach S\u00fcden, dann durch den Osten der T\u00fcrkei und ebenfalls \u00fcber <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a>, den <a title=\"Libanon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Libanon\">Libanon<\/a> und <a title=\"Israel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel\">Israel<\/a> nach Afrika. Die weltweit gr\u00f6\u00dfte Konzentration ziehender Wespenbussarde wird daher \u00fcber <a title=\"Israel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel\">Israel<\/a> beobachtet. In <a class=\"new\" title=\"Kefar Kassem (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Kefar_Kassem&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Kefar Kassem<\/a> n\u00f6rdlich von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tel Aviv\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tel_Aviv\">Tel Aviv<\/a> wurden von 1982\u20131987 im Herbst im Mittel 337.000 Durchz\u00fcgler erfasst, in den weiter n\u00f6rdlich gelegenen \u201eNorthern Valleys\u201c wurden von 1988\u20131990 im Mittel 370.000 Durchz\u00fcgler pro Herbst mit Tagessummen von bis zu 84.000 Individuen gez\u00e4hlt. <\/p>\n<p>Um individuelle Zugwege verfolgen zu k\u00f6nnen, wurden in Schweden in den Jahren 1997\u20132000 Wespenbussarde mit <a title=\"Satellitentelemetrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Satellitentelemetrie\">Satellitentelemetriesendern<\/a> versehen. Dabei konnten deutlich unterschiedliche Zugstrategien von adulten und juvenilen V\u00f6geln festgestellt werden. F\u00fcnf adulte V\u00f6gel zogen zwischen dem 16. August und dem 7. September, im Mittel am 23. August, aus dem Brutgebiet ab, ein weiterer, verletzt gefundener Vogel 11 Tage nach seiner Freilassung am 15. September. F\u00fcnf V\u00f6gel verlie\u00dfen Schweden \u00fcber Falsterbo, der sechste Vogel \u00fcberquerte die Ostsee weiter \u00f6stlich. Alle sechs V\u00f6gel zogen dann in einem relativ schmalen Korridor nach SW durch Deutschland, Frankreich und Spanien, \u00fcberquerten das Mittelmeer bei Gibraltar und zogen dann \u00fcber die westliche <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> weiter nach S\u00fcden. Die f\u00fcnf vor dem Abzug gesunden V\u00f6gel trafen zwischen 21. September und 21. Oktober, im Mittel am 5. Oktober, in ihren westafrikanischen Winterquartieren zwischen <a title=\"Sierra Leone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sierra_Leone\">Sierra Leone<\/a> und <a title=\"Kamerun\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamerun\">Kamerun<\/a> ein. <\/p>\n<p>Drei Jungv\u00f6gel zogen erst zwischen dem 5. und 15. September ab, im Mittel am 12. September, und flogen mehr oder weniger direkt nach S\u00fcden. Ein Vogel \u00fcberquerte das Mittelmeer weit \u00f6stlich von Gibraltar etwa auf H\u00f6he der <a title=\"Balearische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balearische_Inseln\">Balearen<\/a> und erreichte Afrika in <a title=\"Algerien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerien\">Algerien<\/a>, zwei weitere V\u00f6gel zogen \u00fcber das zentrale Mittelmeer oder \u00fcber <a title=\"Italien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">Italien<\/a> und erreichten Afrika bei Cap Bon in <a title=\"Tunesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunesien\">Tunesien<\/a>. Von ihrem Ankunftsort in Afrika zogen die Jungv\u00f6gel dann \u00fcber die Zentralsahara weiter nach S\u00fcden. Auf ihrem Zug legten die Jungv\u00f6gel bis zu 16 Tage lange Pausen ein und erreichten dieselben Winterquartiere wie die adulten V\u00f6gel daher erst zwischen dem 11. und 13. November, also im Mittel 37 Tage nach den Altv\u00f6geln. <\/p>\n<p>Bis einschlie\u00dflich 1996 lagen von in West- und Mitteleuropa sowie in <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinavien<\/a> und <a title=\"Finnland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finnland\">Finnland<\/a> nestjung beringten Wespenbussarden 54 Funde aus den Winterquartieren vor. Diese Wiederfunde erfolgten alle in der Zone des Tropischen Regenwaldes s\u00fcdlich der Sahara von <a title=\"Sierra Leone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sierra_Leone\">Sierra Leone<\/a> im Westen bis in die <a title=\"Demokratische Republik Kongo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demokratische_Republik_Kongo\">Demokratische Republik Kongo<\/a> in Zentralafrika. Nach Sichtbeobachtungen \u00fcberwintert die Art jedoch auch im gesamten \u00fcbrigen Afrika s\u00fcdlich der Sahara, m\u00f6glicherweise \u00fcberwintern hier vor allem V\u00f6gel aus den \u00f6stlichen Teilen des Verbreitungsgebietes, die Afrika \u00fcberwiegend von Nordosten erreichen.<\/p>\n<h3><span id=\"Fr.C3.BChjahrszug\" class=\"mw-headline\">Fr\u00fchjahrszug<\/span><\/h3>\n<p>Vorj\u00e4hrige V\u00f6gel werden in Europa nur sehr selten beobachtet, diese V\u00f6gel \u00fcbersommern in ihrem ersten Lebensjahr also wohl \u00fcberwiegend in den Winterquartieren. Wann die adulten Wespenbussarde aus ihren afrikanischen Winterquartieren abziehen, ist bisher nicht bekannt. \u00dcber Gibraltar beginnt der Heimzug z\u00f6gerlich um den 20. April, erreicht Anfang Mai den H\u00f6hepunkt und l\u00e4uft dann sehr schnell aus; mit letzten Heimz\u00fcglern Anfang Juni. Median des Heimzuges ist dort der 11. Mai. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Ostzieher verl\u00e4sst Afrika an dessen Nordostspitze, umfliegt das <a title=\"Rotes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotes_Meer\">Rote Meer<\/a> am Nordende bei <a title=\"Eilat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eilat\">Eilat<\/a> und zieht dann weiter nach Norden und Nordosten. Der zeitliche Verlauf des Zuges \u00fcber Eilat \u00e4hnelt mit ersten Durchz\u00fcglern im April dem \u00fcber Gibraltar, der Zug kulminiert dort ebenfalls Anfang Mai und l\u00e4uft dann Ende Mai bereits aus. \u00c4hnlich wie auf dem Herbstzug \u00fcber Kefar Kassem zogen hier im Mittel der Jahre 1977\u20131988 rund 363.000 Individuen pro Fr\u00fchjahr durch, maximal wurden im Fr\u00fchjahr 1985 852.000 Heimz\u00fcgler beobachtet. In Mitteleuropa trifft die Art fr\u00fchestens Ende April in den Brutgebieten ein, meist jedoch erst Anfang bis Mitte Mai.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestandsentwicklung_und_Gef.C3.A4hrdung\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung und Gef\u00e4hrdung<\/span><\/h2>\n<p>Gro\u00dfr\u00e4umige Bestandserfassungen sind bei dieser Art aufgrund der sp\u00e4ten Ankunft in den Brutgebieten und der sehr heimlichen Lebensweise sehr schwierig und liegen daher kaum vor; die folgenden Bestandsangaben stellen daher nur grobe Sch\u00e4tzungen dar. F\u00fcr Deutschland wurden um das Jahr 2002 4000\u20134900 Paare angegeben, f\u00fcr \u00d6sterreich etwa 1500 und f\u00fcr die Schweiz Mitte der 1990er Jahre 400\u2013600 Paare. Der Gesamtbestand in Europa und Vorderasien wurde um 2000 auf etwa 130.000 Paare gesch\u00e4tzt. Da maximal jedoch allein in <a title=\"Eilat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eilat\">Eilat<\/a> 852.000 Heimz\u00fcgler erfasst wurden (s. o.), was etwa 425.000 Paaren entsprechen w\u00fcrde, ist selbst bei Ber\u00fccksichtigung der in der obigen Gesamtzahl nicht enthaltenen sibirischen Population von einer erheblichen Untersch\u00e4tzung des Bestandes auszugehen.<\/p>\n<p>Der Bestand in <a title=\"Deutschland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschland\">Deutschland<\/a> insgesamt gilt nach der <a title=\"Rote Liste gef\u00e4hrdeter Arten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten\">Roten Liste<\/a> als ungef\u00e4hrdet, in Sachsen-Anhalt wird die Art jedoch als \u201egef\u00e4hrdet\u201c eingestuft. Auch weltweit gilt der Wespenbussard laut <a class=\"mw-redirect\" title=\"IUCN\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IUCN\">IUCN<\/a> als ungef\u00e4hrdet (\u201eLeast Concern\u201c).<\/p>\n<p>Wie alle europ\u00e4ischen Greifvogelarten ist auch der Wespenbussard \u00fcber die <a title=\"Vogelschutzrichtlinie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelschutzrichtlinie\">Vogelschutzrichtlinie<\/a> nach Anhang I und die Berner Konvention \u201estreng gesch\u00fctzt\u201c. Er ist nach dem <a title=\"Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Washingtoner_Artenschutz%C3%BCbereinkommen\">Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen<\/a> beziehungsweise der \u201eEG-VO Nr. 338\/97 zur Umsetzung der Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommens\u201c und nach der <a title=\"Bonner Konvention\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bonner_Konvention\">Bonner Konvention<\/a> gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Der Wespenbussard (Pernis apivorus) ist eine Vogelart aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Er ist etwa so gro\u00df wie ein M\u00e4usebussard. Die Art besiedelt den gr\u00f6\u00dften Teil Europas und das westliche Asien. Der deutsche Name bezieht sich auf die besondere Nahrung, die vor allem aus der Brut sozialer Faltenwespen der Gattung Vespula besteht. 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