{"id":2528,"date":"2013-10-30T05:42:49","date_gmt":"2013-10-30T03:42:49","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/zitronenstelze-motacilla-citreola\/"},"modified":"2013-10-30T16:00:45","modified_gmt":"2013-10-30T14:00:45","slug":"zitronenstelze-motacilla-citreola","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/zitronenstelze-motacilla-citreola\/","title":{"rendered":"Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)"},"content":{"rendered":"<p> Die <strong>Gebirgsstelze<\/strong> (<em>Motacilla cinerea<\/em>) oder <strong>Bergstelze<\/strong> ist eine Singvogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper (Motacillidae). Die sehr langschw\u00e4nzige, oberseits graue und unterseits intensiv gelbe Stelze besiedelt schnell flie\u00dfende, meist bewaldete Gew\u00e4sser und ern\u00e4hrt sich vorwiegend von Insekten und deren Larven. Sie br\u00fctet oft an Wehren, Br\u00fccken oder M\u00fchlen. Das Verbreitungsgebiet reicht von den Inseln des Ostatlantik und dem Atlasgebirge in Nordafrika \u00fcber gro\u00dfe Teile Eurasiens, wo die Art allerdings in Nordeuropa, dem europ\u00e4ischen Teil Russlands und gro\u00dfen Teilen Zentralasiens weitgehend fehlt.<\/p>\n<p>Die meisten Gebirgsstelzen des atlantisch beeinflussten Europas und der subtropischen Regionen sind Standv\u00f6gel, n\u00f6rdlicher br\u00fctende Populationen und die meisten asiatischen V\u00f6gel \u00fcberwintern in den subtropischen und tropischen Regionen Europas, Afrikas und Asiens. Die Art hat sich seit etwa 1850 von den zentraleurop\u00e4ischen Mittelgebirgen aus in die norddeutsche Tiefebene und nach Polen ausgebreitet und von dort auch neue Brutr\u00e4ume in den Niederlanden, Nordeuropa und dem Baltikum erschlossen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts gingen die Best\u00e4nde dort stark zur\u00fcck, scheinen sich aber seither erholt zu haben. Die Art ist laut IUCN nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Die Gebirgsstelze ist mit etwa 17\u201320 cm K\u00f6rperl\u00e4nge etwa so gro\u00df wie eine Bachstelze, mit 9\u201310,5 cm aber geringf\u00fcgig langschw\u00e4nziger und schlanker. Die Fl\u00fcgell\u00e4nge liegt zwischen 80 und 89 mm. Der schwarze Schnabel misst zwischen 15 und 17 mm, die Beine und F\u00fc\u00dfe sind fleischfarben bis br\u00e4unlich hornfarben. Die Hinterkralle ist recht lang und gebogen. Die Iris ist dunkelbraun, das Auge zeigt einen wei\u00dfen Ring.<\/p>\n<p>Beim M\u00e4nnchen der Nominatform ist im Prachtkleid die Oberseite bis zum R\u00fccken k\u00fchl grau und im frischen Gefieder leicht gr\u00fcnlichbraun get\u00f6nt. Der schmale \u00dcberaugenstreif ist wei\u00df, die Z\u00fcgel dunkelgrau bis schwarz. Die Kehle ist schwarz nach oben hin durch einen kr\u00e4ftigen Kinnstreif von der grauen Oberseite getrennt. Der B\u00fcrzel und die Oberschwanzdecken sind gr\u00fcnlich gelb und an den Seiten rein gelb wie die Unterschwanzdecken, die besonders farbintensiv sind. Die \u00fcbrige Unterseite ist ebenfalls \u00fcberwiegend gelb, jedoch zur Flankenmitte hin wei\u00dflich aufgehellt und manchmal zudem grau \u00fcberwaschen.<\/p>\n<p>Die Randdecken sind grau wie die Oberseite, die \u00fcbrigen Oberfl\u00fcgeldecken sind schwarzgrau und heller grau ges\u00e4umt. Die Schwingen sind \u00e4hnlich gef\u00e4rbt, zeigen aber an den Basen der inneren Hand und der Armschwingen einen wei\u00dfen Bereich, der beim zusammengelegten Fl\u00fcgel nicht auff\u00e4llt, im Flug aber als wei\u00dfes Fl\u00fcgelband sichtbar wird. Dieses ist auch auf der Fl\u00fcgelunterseite deutlich zu erkennen. Die Schirmfedern sind schw\u00e4rzlich und wei\u00df bis beigewei\u00df ges\u00e4umt. Von den hellgrauen Unterfl\u00fcgeldecken tragen die l\u00e4ngsten wei\u00dfe Spitzen. Die mittleren drei Steuerfederpaare sind schwarz und im frischen Gefieder teils gr\u00fcnlichgelb ges\u00e4umt, die \u00e4u\u00dferen drei \u00fcberwiegend wei\u00df und nur die beiden inneren an der Basis zu einem Teil schwarz.<\/p>\n<p>Das Weibchen im Sommerkleid \u00e4hnelt dem M\u00e4nnchen. Meist ist die Kehle im Unterschied zu der des M\u00e4nnchens wei\u00dflich, bei vielen Individuen findet sich aber auch verwaschenes Schwarz an den R\u00e4ndern und bei einigen, wenigen ist die Kehle komplett schwarz. Die Unterseite ist meist weniger lebhaft gelb, die Flanken oft ausgedehnter wei\u00df.<\/p>\n<p>Im Winterkleid fehlt auch dem M\u00e4nnchen das Schwarz der Kehle, diese ist dann oft etwas r\u00f6tlich beige, wie auch die gelbe Brust etwas r\u00f6tlich beige \u00fcberwaschen sein kann und der \u00dcberaugenstreif eher beige ist. Im Unterschied zum Weibchen im Winterkleid ist die helle Kehle meist zur Brust hin deutlich abgesetzt. Beim Weibchen sind zudem die Ohrdecken, der \u00dcberaugenstreif, die Kehle und die Brust st\u00e4rker beige get\u00f6nt und das Gelb der Unterseite weniger farbintensiv.<\/p>\n<p>Das Jugendkleid \u00e4hnelt dem Winterkleid des Weibchens, jedoch sind die Kopfpartie und der R\u00fccken br\u00e4unlicher und heller, der \u00dcberaugenstreif oft undeutlich ausgepr\u00e4gt und der Unterschnabel fleischfarben. Einige Individuen zeigen am Hals einen diffusen Fleck oder ein Band. Die Brust ist meist isabellfarben \u00fcberwaschen, die \u00fcbrige Unterseite bis auf die hellgelben Unterschwanzdecken wei\u00dflich. Das Gr\u00fcnlichgelb des B\u00fcrzels ist weniger ausgedehnt, als bei den Altv\u00f6geln.<\/p>\n<p>V\u00f6gel im ersten Winter zeigen immer noch sehr viel Beige an Kopf und Brust und die gelbliche Unterseite ist auch oft noch nicht ganz ausgef\u00e4rbt. Die \u00dcberg\u00e4nge zum Adultkleid sind aber flie\u00dfend. Im ersten Brutkleid lassen sich junge Gebirgsstelzen im Feld nicht mehr von adulten Tieren unterscheiden.<\/p>\n<h2>Stimme<\/h2>\n<p>Der Ruf der Gebirgsstelze ist ein hartes, metallisches \u201ezitzitt\u201c oder \u201ezezeze\u201c<\/p>\n<h2>Geografische Variation<\/h2>\n<ul>\n<li><em>M. c. cinerea<\/em> Tunstall, 1771 \u2013 Europa, Nordafrika und Kleinasien bis zum Kaukasus sowie s\u00fcdw\u00e4rts bis in den n\u00f6rdlichen und s\u00fcdwestlichen Iran<\/li>\n<li><em>M. c. melanope<\/em> Pallas, 1776 \u2013 Nordasien vom Ural bis zum Ochotskischen Meer und s\u00fcdw\u00e4rts bis in die Mongolei und ins \u00f6stliche China sowie Gebirgsregionen vom Tien Shan bis Ost-Afghanistan und ostw\u00e4rts entlang des Himalayas<\/li>\n<li><em>M. c. robusta<\/em> (C. L. Brehm, 1857) \u2013 Kamtschatka und Russisch-Fernost s\u00fcdw\u00e4rts bis Korea und Japan<\/li>\n<li><em>M. c. patriciae<\/em> Vaurie, 1957 \u2013 Azoren<\/li>\n<li><em>M. c. schmitzi<\/em> Tschusi, 1900 \u2013 Madeira<\/li>\n<li><em>M. c. canariensis<\/em> Hartert, 1901 \u2013 Kanarische Inseln<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Nahrung besteht \u00fcberwiegend aus Insekten der Flie\u00dfgew\u00e4sser \u2013 Fliegen, kleine K\u00e4fer, Libellenlarven, aber auch kleine Krebstiere und kleine Weichtiere. Die V\u00f6gel waten bei der Nahrungssuche auch durchs Wasser und picken hinein. Auf der Wasseroberfl\u00e4che treibende Insekten k\u00f6nnen im Flug aufgenommen werden.<\/p>\n<h3>Lebensraum und Verbreitung<\/h3>\n<p>Gebirgsstelzen findet man an schnell flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern im Bergland bis 2000 m und im Flachland. Verbreitet sind sie in Europa bis auf Skandinavien und Nordrussland, au\u00dferdem in Kleinasien, Nordchina und Japan. Sie sind Teilzieher, sie \u00fcberwintern in West- und S\u00fcdeuropa, in Nord- und Westafrika. In Mitteleuropa sieht man sie auch im Winter.<\/p>\n<p>Optimale Habitate sind von Wald umgebene, schattige, schnell flie\u00dfende B\u00e4che und Fl\u00fcsse mit Ger\u00f6ll- und Kiesufern, wenigen tiefen und str\u00f6mungsarmen Stellen sowie zeitweilig trocken fallenden Geschiebeinseln. Als Niststandort ben\u00f6tigt die Gebirgsstelze au\u00dferdem Strukturen wie Steilufer, Br\u00fccken, Wehre und M\u00fchlen.<\/p>\n<p>Das Weibchen baut ein Nest in einem Erdloch oder einer Mauernische in Wassern\u00e4he aus Moos und Gras und kleidet es mit Haaren aus. Manchmal werden auch alte Nester von Wasseramseln oder spezielle Nistk\u00e4sten bezogen. Es werden ein- bis zweimal je Brutsaison zwischen April und Juni meist f\u00fcnf gelbbraune, graubraun gesprenkelte Eier gelegt, die das Weibchen oder beide Eltern 12 bis 14 Tage bebr\u00fcten. Beide Eltern f\u00fcttern die Nestlinge, bis sie nach 11 bis 16 Tagen fl\u00fcgge sind. Gebirgsstelzen br\u00fcten meist zweimal pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"wt-photo-credit\">foto:Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) oder Bergstelze ist eine Singvogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper (Motacillidae). Die sehr langschw\u00e4nzige, oberseits graue und unterseits intensiv gelbe Stelze besiedelt schnell flie\u00dfende, meist bewaldete Gew\u00e4sser und ern\u00e4hrt sich vorwiegend von Insekten und deren Larven. Sie br\u00fctet oft an Wehren, Br\u00fccken oder M\u00fchlen. 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