{"id":2465,"date":"2013-10-22T16:13:12","date_gmt":"2013-10-22T14:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/zaunkonig-troglodytes-troglodytes\/"},"modified":"2013-10-23T08:02:43","modified_gmt":"2013-10-23T06:02:43","slug":"zaunkonig-troglodytes-troglodytes","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/zaunkonig-troglodytes-troglodytes\/","title":{"rendered":"Zaunk\u00f6nig (Troglodytes troglodytes)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Zaunk\u00f6nig<\/strong> (<em>Troglodytes troglodytes<\/em>) ist die einzige in Eurasien vorkommende Art aus der Vogelfamilie der Zaunk\u00f6nige (Troglodytidae). Zudem ist er nach dem Winter- und Sommergoldh\u00e4hnchen der drittkleinste Vogel Europas. Lange Zeit wurde er <strong>\u201eSchneek\u00f6nig\u201c<\/strong> genannt, da er auch im Winter lebhaft singt. Der Zaunk\u00f6nig besiedelt Europa, Nordafrika, Vorder-, Zentral- und Ostasien und Nordamerika. Seine Nahrung setzt sich aus Spinnen, Weberknechten und Insekten, wie beispielsweise Nachtfaltern und Fliegen, sowie deren Eiern und Larven zusammen. Die Art gilt derzeit als nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>In Erz\u00e4hlungen tr\u00e4gt der Zaunk\u00f6nig den Ruf der Schlauheit und List. Diese Nachrede geht auf eine Fabel des \u00c4sop zur\u00fcck, nach der die V\u00f6gel einst beschlossen, denjenigen von ihnen zum K\u00f6nig zu machen, der am h\u00f6chsten fl\u00f6ge. Dies vermochte der Adler, aber dem Zaunk\u00f6nig gelang es durch eine List, diesen zu \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig ist \u2212 wie alle Vertreter der Gattung \u2212 von runder Gestalt mit meist hochgestelltem Schwanz. Der spitze, leicht gebogene Schnabel ist im oberen Teil schwarzbraun und im unteren Teil gelblich gef\u00e4rbt. Die Iris des Auges ist nussbraun. Das Gefieder ist an der Oberseite rotbraun und an der Unterseite fahlbraun gef\u00e4rbt. Ein undeutlicher cremefarbiger \u00dcberaugenstrich endet an den dunklen Ohrdecken. An Schwanz, Fl\u00fcgeln und Flanken befinden sich dunkelbraune Wellenlinien. M\u00e4nnchen und Weibchen sehen gleich aus. W\u00e4hrend die Fl\u00fcgel beim Weibchen eine L\u00e4nge von 45 bis 48 Millimeter aufweisen, sind sie beim M\u00e4nnchen zwischen 49 und 53 Millimeter lang. Die F\u00fc\u00dfe sind fleischfarben bis br\u00e4unlich. Zaunk\u00f6nige haben eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 9,5 bis 11 Zentimeter. Die Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt 14 bis 15 Zentimeter und das K\u00f6rpergewicht liegt meist zwischen 7,5 und 11 Gramm.<\/p>\n<p>Die Jungv\u00f6gel gleichen den Altv\u00f6geln, die dunkle B\u00e4nderung ist jedoch nicht so ausgepr\u00e4gt. Die Nestlinge haben an Kopf und R\u00fccken kurze, sch\u00fcttere dunkelgraue Daunen. Der Rachen ist leuchtend gelb und die Randw\u00fclste sind blassgelb. Die Jugendmauser findet je nach Schlupf in Mitteleuropa zwischen Ende Juli und Ende Oktober statt. Die Zeit der Brutmauser, eine Vollmauser der Altv\u00f6gel, liegt im August bis Oktober. Die Ruhemauser als Teilmauser findet von Januar bis April statt.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig kann einen Stamm mit den langen Zehen und den kr\u00e4ftigen Krallen senkrecht hinaufklettern, jedoch nicht kopf\u00fcber hinunterkommen. Er fliegt mit raschen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen gradlinig und direkt \u00fcber den Boden.<\/p>\n<p>Der Stimmf\u00fchlungsruf des Zaunk\u00f6nigs \u00e4u\u00dfert sich in einem lauten, harten \u201etek\u201c \u201etek\u201c. Bei Erregung wird laut \u201edzrr-dzrr\u201c gerufen, das zu einem langen \u00bbdrrrrr\u00ab gedehnt werden kann.<\/p>\n<p>Der Gesang des M\u00e4nnchens ist schmetternd laut mit Trillern und Rollern und endet abrupt. Er setzt sich aus etwa 130 verschiedenen Lauten zusammen. Von h\u00f6heren Singwarten vorgetragen, ist er bei einer Lautst\u00e4rke von 40 bis zu 90 Dezibel auf eine Distanz von bis zu 500 Metern zu h\u00f6ren. Eine vollst\u00e4ndige Strophe ist in der Regel vier bis f\u00fcnf Sekunden lang, kann jedoch bis zu sieben Sekunden andauern. Sie wird in die Bestandteile \u201eEinleitung \u2013 Schmettertour \u2013 Zwischent\u00f6ne \u2013 Schmettertour \u2013 Zwischent\u00f6ne \u2013 Roller\u201c unterteilt.<\/p>\n<p>Weibchen singen weniger laute, einfache Lieder. Der Gesang kann sowohl aus der unteren Krautschicht als auch von erh\u00f6hten Singwarten aus vorgetragen werden. Dabei wechselt der Zaunk\u00f6nig h\u00e4ufig durch h\u00fcpfende Bewegungen die Position. W\u00e4hrend der Brutzeit beginnen die M\u00e4nnchen ihren Gesang bereits in den fr\u00fchen Morgenstunden, h\u00e4ufig um kurz nach vier Uhr, erreichen am Vormittag ihren H\u00f6hepunkt, ehe der Gesang am Nachmittag deutlich abnimmt. In den fr\u00fchen Abendstunden ist eine erneute Spitze zu beobachten. Der Gesang endet am sp\u00e4ten Abend.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische und japanische Zaunk\u00f6nige haben ein Repertoire von sechs bis sieben h\u00e4ufig wiederholbaren Liedertypen, die an Dauer und Komplexit\u00e4t vergleichbar sind. Die V\u00f6gel aus dem \u00f6stlichen Nordamerika haben zwar eine \u00e4hnliche Gesangsorganisation, die innere Mikrostruktur ist jedoch einfacher und enth\u00e4lt nur ein bis drei Liedertypen. Diese beiden Gesangsgruppen unterscheiden sich stark von den Zaunk\u00f6nigen des westlichen Nordamerika, deren Lieder eine gr\u00f6\u00dfere interne Vielfalt, mehr variable Liedsequenzen und ein deutlich gr\u00f6\u00dferes Repertoire an Liedertypen (30 oder mehr) aufweisen.<\/p>\n<p>Junge M\u00e4nnchen singen weniger und einfachere Lieder als erfahrene M\u00e4nnchen. Die Komplexit\u00e4t des Gesanges steigert sich insbesondere nach der Jugendmauser und im Fr\u00fchjahr, so dass nach einem Jahr ein Repertoire vom leisen Fl\u00fcstergesang bis zum lauten Territorialgesang vorliegt. So geben erfahrene M\u00e4nnchen durchschnittlich 21 Liedertypen mit vielen Varianten von sich, was durch Aufnahmen an mindestens zwei Morgen pro Woche gezeigt werden konnte.<\/p>\n<p>Silben werden in den Ges\u00e4ngen nicht planlos arrangiert; so werden bestimmte Silbentypen auf der Basis einer akustischen Figur bevorzugt in der Einleitung eines Lieds gebraucht. Die M\u00f6glichkeiten zum \u00dcberleiten zwischen Silbentypen werden f\u00fcr konsekutive Silben ungleichm\u00e4\u00dfig, aber mit den Jahren konsequent angewandt. Das Gesangsrepertoire ist wahrscheinlich nicht festgelegt, so dass die Beschaffenheit der Gesangstypen sowohl in der Brutsaison als auch zwischen den Jahren variiert.<\/p>\n<p>Sonagramm-Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Vielfalt der Elemente im gesamten Gesang eine effektive Kommunikation durch Informationstransfer \u00fcber weite und relevante Distanzen potentiell erm\u00f6glicht. Zudem er\u00f6ffnet der Variationsreichtum des Gesanges flexible M\u00f6glichkeiten, die Rangordnung einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Brutzeit tragen M\u00e4nnchen und Weibchen h\u00e4ufig ein Duett vor. Juvenile V\u00f6gel singen im ersten Lebensjahr noch leise und unvollst\u00e4ndig (Jugendgesang). Mit Erreichen der Geschlechtsreife beginnt der Vollgesang. Die Hauptaktivit\u00e4t liegt in der Brutzeit. Nach der Mauser verringert sich der Gesang deutlich und steigt zur Zugzeit wieder ein wenig an. In den Wintermonaten erklingt der Gesang eher leise und sp\u00e4rlich. Im Herbst ist laut Dallmann\u00fcberwiegend der Gesang juveniler V\u00f6gel zu h\u00f6ren<\/p>\n<h2>Verbreitung und Lebensraum<\/h2>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig besiedelt Europa, Nordafrika, Vorder-, Zentral- und Ostasien und Nordamerika. Er fehlt jedoch in weiten Teilen Europas, im Norden Fennoskandiens und im n\u00f6rdlichen Russland. Er lebt in Gebieten von der Ebene bis zur H\u00f6he von 4.000 Metern. Der Zaunk\u00f6nig ist in Nordafrika und Nordamerika Standvogel, in Mittel- und S\u00fcdeuropa sowie in Asien Teilzieher und in Skandinavien, den baltischen Staaten sowie Russland Zugvogel. Jungv\u00f6gel, die noch kein eigenes Revier haben, schlie\u00dfen sich gr\u00f6\u00dftenteils ziehenden Populationen an, um beliebig weit nach S\u00fcden mitzuziehen. Im Winter fehlt der Zaunk\u00f6nig in den Bergw\u00e4ldern der Alpen und im Mittelgebirge.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig lebt in B\u00fcschen, Hecken und im Dickicht von W\u00e4ldern, G\u00e4rten und Parks. Bei entsprechendem Angebot an Schlupfwinkeln ist er in der offenen Kulturlandschaft anzutreffen. Zu seinen bevorzugten Lebensr\u00e4umen z\u00e4hlen Bachauen mit freigesp\u00fcltem Wurzelwerk und Schling- und Kletterpflanzen sowie unterholzreiche W\u00e4lder und Feldgeh\u00f6lze. Er besiedelt oft auch Gebiete in der N\u00e4he von Gew\u00e4ssern. Der Zaunk\u00f6nig \u00fcberwintert in W\u00e4ldern, Parks und G\u00e4rten mit deckenden Str\u00e4uchern und einer Krautschicht, oft in der N\u00e4he gro\u00dfer Gew\u00e4sser. Er ist einzeln oft in St\u00e4llen und Scheunen zu finden, in naturnahen G\u00e4rten auch an berankten Hausw\u00e4nden, meistens G\u00e4rten mit Gartenteich. Dort ist er auch nicht besonders scheu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf.jpg\" alt=\"Zaunk\u00f6nig (Troglodytes troglodytes)\" width=\"1445\" height=\"1080\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf-150x150.jpg 150w, \/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf-300x224.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf-768x574.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf-1024x765.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2013\/10\/gf.jpg 1445w\" sizes=\"auto, 1445px\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2461 wt-image\" \/><\/p>\n<h2>Wanderungen<\/h2>\n<p>Je nach Verbreitungsgebiet kann der Beginn des Herbstzugs im September liegen und sich bis in den zeitigen November erstrecken. Der Fr\u00fchjahrszug erfolgt normalerweise zwischen M\u00e4rz und Mai. In Gebirgslagen findet ein Teilzug in die T\u00e4ler statt. Nordeurop\u00e4ische Populationen ziehen normalerweise nach Mittel- oder S\u00fcdeuropa. Die Zaunk\u00f6nige im n\u00f6rdlichen Nordamerika suchen Winterquartiere in den zentralen und s\u00fcdlichen US-Bundesstaaten oder im n\u00f6rdlichen Mexiko auf. In Asien ziehen die n\u00f6rdlichen Population meist nach S\u00fcdwest- oder S\u00fcdostasien.<\/p>\n<p>Die Habitate in den Winterquartieren liegen h\u00e4ufig in W\u00e4ldern, die durch eine dichte Krautschicht gekennzeichnet sind. Schilfreiche Habitate werden auch gerne angenommen. Im Gegensatz zur Brutzeit sind Zaunk\u00f6nige in Ortschaften h\u00e4ufig in Stallungen, Scheunen, Gew\u00e4chsh\u00e4usern und an \u00e4hnlichen Orten anzutreffen. Der Zug erfolgt sowohl am Tage als auch w\u00e4hrend der Nacht.<\/p>\n<p>Aufgrund von Ringfunden konnten erstmals Aussagen \u00fcber das Wanderverhalten der Zaunk\u00f6nige getroffen werden. Demnach entfernten sich rund 87 Prozent der vorwiegend beringten F\u00e4nglinge und Nestlinge in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Jeweils zwischen drei und vier Prozent ergaben Entfernungen von 51 bis 100 Kilometer und 101 bis 200 Kilometer. Dar\u00fcber hinaus ergaben die Ringfunde deutlich abnehmende Werte, so dass diese wahrscheinlich von Durchz\u00fcglern stammen.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig ern\u00e4hrt sich ganzj\u00e4hrig haupts\u00e4chlich von tierischer Nahrung. Er frisst bevorzugt Spinnen, Weberknechte, Milben, kleine Krebstiere, Asseln, Tausendf\u00fc\u00dfer und Insekten sowie deren Eier und Larven. An Insekten vertilgt er vor allem kleine Nachtfalter, kleine Libellen, den Gemeinen Ohrwurm (<em>Forficula auricularia<\/em>), Geradfl\u00fcgler, Wanzen, Ameisen, Hautfl\u00fcgler, Netzfl\u00fcgler, Stechm\u00fccken, Schmetterlinge, Fliegen und M\u00fccken. Zu seiner Nahrung z\u00e4hlen auch Kaulquappen und Weichtiere. Manchmal ern\u00e4hrt er sich von kleinen Samen. Ab und zu frisst er Brom-, Him- und Holunderbeeren. Gelegentlich tritt er auch als Traubendieb in Erscheinung, der selbst Obstnetze durchschl\u00fcpfen kann. Zur Nahrung geh\u00f6ren auch im flachen Wasser lebende Kleintiere.<\/p>\n<p>Die Beutesuche findet \u00fcberwiegend in Bodenn\u00e4he, im Wurzelwerk, im Reisig und am Gew\u00e4sserrand statt. Seltener wird die Beute im Ge\u00e4st von B\u00e4umen oder Str\u00e4uchern aufgelesen. Nahrungshabitate liegen gew\u00f6hnlich in unmittelbarer N\u00e4he zu einem Gew\u00e4sser, da das Nahrungsangebot dort h\u00f6her als an anderer Stelle ausf\u00e4llt und selbst in der Winterzeit gegeben ist. Der Zaunk\u00f6nig schl\u00fcpft dabei durch das Unterholz, dringt mit seinem langen und schlanken Schnabel in kleinste Ritzen und Fugen der Rinde sowie in Astl\u00f6cher vor und st\u00f6bert dort Insekten, Spinnen und Larven auf. Die unverdaulichen Chitinteile werden als Speiballen herausgew\u00fcrgt. Am Gew\u00e4sserrand nimmt der Zaunk\u00f6nig Kleintiere aus dem Wasser auf. W\u00e4hrend Weibchen ihre Nahrung grunds\u00e4tzlich nur in Bodenn\u00e4he suchen, begeben sich M\u00e4nnchen auch in das Ge\u00e4st hoher B\u00e4ume.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig ist am Tag und in der D\u00e4mmerung aktiv. Der Zug in die Winterquartiere kann jedoch auch nachts erfolgen. Der Zaunk\u00f6nig verl\u00e4sst seinen Schlafplatz meist mit dem ersten Tageslicht am Morgen kurz und sucht ihn kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder auf. W\u00e4hrend der Ruhephasen h\u00e4lt sich der Zaunk\u00f6nig in der Regel allein in dichter Bodenvegetation auf, selten in einem seiner Wahlnester. Weibchen \u00fcbernachten w\u00e4hrend der Brutzeit jedoch im Nest. Der Zaunk\u00f6nig h\u00e4lt sich meistens in der dichten Vegetation von Str\u00e4uchern verborgen. H\u00e4ufig schl\u00fcpft er lebhaft und geschickt von einem Geb\u00fcsch zur n\u00e4chsten Deckung. Er meidet meist das Fliegen gr\u00f6\u00dferer Strecken. In der Regel \u00fcberwindet er Wasserfl\u00e4chen im Tiefflug.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig putzt sein Gefieder in der Regel in dichter Vegetation am Boden. Dabei wird es mit dem Schnabel geputzt und mit einem Sekret aus der B\u00fcrzeldr\u00fcse eingefettet. Der Schnabel wird meist an kleinen \u00c4sten gewetzt und so gereinigt. Zum Baden sucht er feuchtes Gras auf oder nimmt ein Staub-, Sand- oder Sonnenbad. Selten geht er dazu ins Wasser.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig ist ganzj\u00e4hrig ein territorialer Einzelg\u00e4nger. W\u00e4hrend M\u00e4nnchen im Allgemeinen untereinander nicht vertr\u00e4glich sind, k\u00f6nnen Weibchen weitgehend konfliktfrei in unmittelbarer N\u00e4he zueinander br\u00fcten. Jungv\u00f6gel im ersten Lebensjahr k\u00f6nnen sich zu kleineren Gruppen zusammenschlie\u00dfen. Der Zaunk\u00f6nig stelzt seinen Schwanz bei leichter Erregung, knickst im Sitzen bei mittlerer Erregung und neigt bei starker und pl\u00f6tzlicher Erregung zur Schreckmauser. Erregte M\u00e4nnchen zeigen in der Regel einen aufgerichteten Schwanz und singen lauter. Nimmt der Zaunk\u00f6nig andere Tiere wahr, verh\u00e4lt er sich normalerweise unauff\u00e4llig im Geb\u00fcsch und nutzt Deckungen geschickt aus. W\u00e4hrend Weibchen eine geringe Fluchtdistanz aufweisen und sich sehr zur\u00fcckhaltend verhalten, warnen M\u00e4nnchen bei Gefahr durch heftige Ausrufe und wirken aufgeregt. Oft vertreiben vor allem M\u00e4nnchen durch ihr Zischen erfolgreich Eichh\u00f6rnchen und Katzen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4nnchen h\u00e4lt und sichert ganzj\u00e4hrig ein Revier. Das Brutrevier wird besonders energisch gegen\u00fcber der Konkurrenz verteidigt. Reicht das Singen von hoher Singwarte nicht aus, werden m\u00e4nnliche Artgenossen schimpfend verfolgt, so dass sich oft heftige K\u00e4mpfe entwickeln. Die Intensit\u00e4t der Revierverteidigung ist in der Nestn\u00e4he am st\u00e4rksten und wird zu den Grenzen hin etwas schw\u00e4cher. Die Weibchen sind in der Brutzeit nicht reviertreu, verteidigen jedoch ein eigenes Nahrungsrevier im Winter. Durch die dadurch anwachsende Konkurrenz sind selbst au\u00dferhalb der Brutzeit K\u00e4mpfe und renzverschiebungen m\u00f6glich. Somit unterliegt die Revierverteilung j\u00e4hrlich Schwankungen, die nach harten Wintern st\u00e4rker als gew\u00f6hnlich ausfallen.<\/p>\n<p>Im Winter versuchen Zaunk\u00f6nige bei strenger K\u00e4lte gelegentlich, sich nachts in einer Schlafgemeinschaft zu sch\u00fctzen. Dabei liegen zw\u00f6lf bis zwanzig V\u00f6gel in einem alten Zaunk\u00f6nigsnest oder Nistkasten dicht aneinander im Kreis, den Kopf nach innen und den Schwanz nach au\u00dfen gesteckt. Manche Schlafpl\u00e4tze werden \u00fcber mehrere Winter lang regelm\u00e4\u00dfig genutzt. Gelegentlich nutzen Zaunk\u00f6nige auch die Nester anderer V\u00f6gel zum \u00dcbernachten.<\/p>\n<h2>Fortpflanzung und Entwicklung<\/h2>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig erreicht die Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr. In Mitteleuropa findet die erste Brut Ende April\/Mai und meist eine zweite im Juni\/Juli statt. In der Regel lebt das M\u00e4nnchen mit mehreren Weibchen, selten monogam.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr sucht das M\u00e4nnchen ein Brutrevier. Dort beginnt es bei der Ankunft sogleich mehrere Nester im Rohbau zu fertigen. Die Wahl der Neststandorte h\u00e4ngt sowohl vom Gel\u00e4nde als auch von der Vegetation ab. Die Nester befinden sich meist in einer H\u00f6he von maximal zwei Metern unter Bruchholz und Baumwurzeln, unter ausgesp\u00fclten Bachufern oder im dichten Buschwerk. Weiterhin stellen Verstecke in Hecken, unter Stegen, in alten Mauern oder in Stallungen geeignete Nistpl\u00e4tze dar.<\/p>\n<p>Nester werden aber auch in vertrockneten Tierleichen, in zum Trocknen aufgeh\u00e4ngter W\u00e4sche, in Brutr\u00f6hren des Eisvogels und der Uferschwalbe, in Nestern der Wasseramsel, Beutelmeise oder anderer V\u00f6gel gebaut. Auch im Geb\u00e4lk von D\u00e4chern oder in zusagenden Nistk\u00e4sten sind sie zu finden. Oft duldet der Zaunk\u00f6nig die Nester von Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Dorngrasm\u00fccke, Haussperling und Rotschulterst\u00e4rling in unmittelbarer N\u00e4he zu seinem Nistplatz.<\/p>\n<p>Das Nest ist oval und kugelf\u00f6rmig geschlossen mit seitlichem Eingang; Gr\u00f6\u00dfe und Material variieren je nach Standort. Das Kugelnest wird normalerweise aus Moos, trockenen Bl\u00e4ttern, Farnwedeln, St\u00e4ngeln und kleinen \u00c4sten sowie Wurzeln gebaut. Das M\u00e4nnchen bildet durch feuchte Bl\u00e4tter zun\u00e4chst Nestboden und Hinterwand und verst\u00e4rkt das Ganze schlie\u00dflich mit Halmen, Wurzeln und \u00c4sten. Nachdem etwa eine Halbkugel gefertigt ist, baut es \u00fcberwiegend mit feuchtem Moos weiter, bis die Kugel geschlossen ist. Manche Nester werden g\u00e4nzlich nur aus Moos gefertigt.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass das Material feucht ist, damit es beim Trocknen die Form festigen kann. Das Nest ist in der Regel etwa 16 Zentimeter hoch und 13 Zentimeter breit. Das seitliche Einschlupfloch hat einen Durchmesser von 2,5 Zentimetern und ist an den R\u00e4ndern besonders verst\u00e4rkt. Das M\u00e4nnchen baut bis zu acht Rohbauten vor der ersten Kopulation. Danach kann es noch weitere zwei bis vier Nester fertigen.<\/p>\n<h3>Balz und Paarung<\/h3>\n<p>Sobald ein Nest im Rohbau gefertigt ist, beginnt das M\u00e4nnchen seinen Gesang, um ein Weibchen anzulocken. Begibt sich eines in seine N\u00e4he, wird der Gesang leise und unvollst\u00e4ndig. Bei Interesse nimmt das Weibchen eine Balzhaltung ein, indem es mit h\u00e4ngenden, dauernd zuckenden Fl\u00fcgeln den gef\u00e4cherten Schwanz auf und ab und seitlich hin und her herbewegt. Nun fliegt das M\u00e4nnchen das Weibchen an. Manchmal fliegt das Weibchen jedoch fort, woraufhin ihm das M\u00e4nnchen folgt. Nach erneutem Singen fliegt es mit dem Weibchen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das M\u00e4nnchen schl\u00fcpft schlie\u00dflich singend in eines seiner Nester, um es vorzuzeigen. Das Weibchen schaut sich das Nest von au\u00dfen an und schl\u00fcpft manchmal f\u00fcr eine Zeitspanne von mindestens zehn Sekunden bis zu einer Minute hinein, um das Nest auf Stabilit\u00e4t, Gr\u00f6\u00dfe und Aufbau zu pr\u00fcfen. Zeigt das Weibchen mit leisem \u201etzerr\u201c sein Interesse, so ist es paarungsbereit und ver\u00e4ndert seine K\u00f6rperhaltung. In Kauerstellung zittert es mit abgestellten Fl\u00fcgeln und schl\u00e4gt den gef\u00e4cherten Schwanz nach unten. Sofort nach der Kopulation fliegt das M\u00e4nnchen zu seiner Singwarte.<\/p>\n<p>In den folgenden Tagen polstert das Weibchen das Nest mit Moos, Wolle und Federn aus. W\u00e4hrenddessen versucht das M\u00e4nnchen, weitere Nester zu bauen und jedes sich n\u00e4hernde Weibchen f\u00fcr sich zu gewinnen. In einer Brutzeit wurden Paarungen mit f\u00fcnf Weibchen beobachtet<\/p>\n<p>F\u00fcnf bis sechs Tage nach der ersten Kopulation legt das Weibchen das erste Ei. T\u00e4glich kurz vor Sonnenaufgang wird je ein weiteres gelegt, bis f\u00fcnf bis acht Eier im Nest liegen. Die Grundfarbe ist mattwei\u00df bei rostroten Punkten, welche sich zum stumpfen Pol hin verdichten. Im Durchschnitt messen sie 16,6 x 12,6 mm. Ihr Frischgewicht betr\u00e4gt 1,36 Gramm und das Schalengewicht 0,074 Gramm. Nach Ablage des letzten Eies br\u00fctet das Weibchen 14 bis 18 Tage allein. Es muss sich w\u00e4hrend der Brutzeit selbst mit Nahrung versorgen. Beim Verlust der ersten Brut folgt ein Nachgelege<\/p>\n<p>Nach dem Ausfliegen der Erstbrut k\u00fcmmert sich das Weibchen um das zweite Gelege. Dass die Jungen bei der Aufzucht der Zweitbrut beteiligt sind, konnte nicht beobachtet werden. Gelegentlich f\u00fcttern Zaunk\u00f6nige Nestlinge anderer Arten: Blaumeisen, Kohlmeisen, Tannenmeisen, Bluth\u00e4nflinge, Feldsperlinge, Wasseramseln und Zilpzalp.<\/p>\n<p>Gefahr droht den Eiern von Rabenv\u00f6geln, in W\u00e4ldern insbesondere vom Eichelh\u00e4her, aber auch von Ratten, M\u00e4usen und Igeln. Ein weiteres Risiko f\u00fcr die Brut stellt der Kuckuck dar. In diesem Fall bringt das Weibchen das Ei mit dem Schnabel durch das Eingangsloch in das Nest ein, so dass der Jungvogel kurz vor dem Ausfliegen den Kopf aus dem Eingangsloch streckt und bei jeder F\u00fctterung mit den F\u00fc\u00dfen strampelt, bis das Nest auseinander platzt.<\/p>\n<h3>Entwicklung der Jungv\u00f6gel<\/h3>\n<p>Nach dem eint\u00e4gigen Schl\u00fcpfen sind die Jungen nackt und blind. Das Weibchen tr\u00e4gt die Eierschalen bis zu 25 Meter vom Nest weg. Ist ein Gew\u00e4sser in der N\u00e4he, werden sie dort hineingeworfen. Bis zum f\u00fcnften Tag frisst das Weibchen den Kot, ab dem sechsten Tag tr\u00e4gt es ihn fort (siehe Bildserie). Ab dem vierten Tag beginnen sich die Augen der Jungen zu \u00f6ffnen. Nach acht Tagen sind Bettelrufe zu h\u00f6ren, die das M\u00e4nnchen zur Beteiligung an der F\u00fctterung anregen. Es hilft jedoch nur sporadisch und unregelm\u00e4\u00dfig. Bis zum zehnten Tag werden die Jungen vom Weibchen gehudert. Bei Gefahr k\u00f6nnen sie in der Regel mit 14 bis 17 Tagen das Nest verlassen. Manchmal sind sie dazu schon mit zehn Tagen f\u00e4hig.<\/p>\n<p>Nach dem Ausfliegen werden die Jungv\u00f6gel vom M\u00e4nnchen gef\u00fchrt, aber selten gef\u00fcttert. Die nicht belegten Nester werden nun als Schlafnester benutzt. Die Jungen sind noch lange nach dem Fl\u00fcggewerden gemeinsam unterwegs. Gefahr droht ihnen vor allem von Katzen, Mardern, Eichh\u00f6rnchen, Ratten und F\u00fcchsen, aber auch von Sperber, Habicht und Falken.<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei drei bis vier Jahren. Der Zaunk\u00f6nig wird h\u00f6chstens sieben Jahre alt.<\/p>\n<p>Bis 1990 geh\u00f6rte die Gattung <em>Donacabius<\/em> zur monophyletischen Familie der Zaunk\u00f6nige (Troglodytidae). Der Zaunk\u00f6nig (<em>Troglodytes troglodytes<\/em>) galt zudem bisher als naher Verwandter der amerikanischen Arten der Gattung <em>Troglodytes<\/em>. Phylogenetische Studien von 1999, die auf Untersuchungen mitochondrialer DNA-Sequenzen von zehn Arten der Familie der Zaunk\u00f6nige (Troglodytidae) basieren, zeigen neue Erkenntnisse \u00fcber die Beziehungen zwischen den Gruppen.<\/p>\n<p>Demnach teilt sich die Gattung <em>Troglodytes<\/em> in eine tropisch-montane Gruppe, die den Hauszaunk\u00f6nig (<em>Troglodytes aedon<\/em>) und <em>Troglodytes musculus<\/em> umfasst, und eine n\u00f6rdlich-flachl\u00e4ndische Gruppe, die die zwei n\u00f6rdlichsten montanen Taxa (<em>Troglodytes rufociliatus<\/em>, <em>Troglodytes brunneicollis<\/em>) enth\u00e4lt. Um die ausgepr\u00e4gten Unterschiede zu den amerikanischen Arten der Gattung <em>Troglodytes<\/em> herauszustellen und um Paraphylie zu vermeiden, wird der Zaunk\u00f6nig (<em>Nannus troglodytes<\/em>) in die monotypische Gattung <em>Nannus<\/em> eingeordnet, die nah mit dem Bergzaunk\u00f6nig (<em>Thryorchilus browni<\/em>) verwandt ist.<\/p>\n<p>Andere Untersuchungen mitochondrialer und nuklearer DNA-Sequenzen folgern 2003 aus ihren Ergebnissen, dass die Familie der Zaunk\u00f6nige (Troglodytidae) monophyletisch ist. Als einzige Ausnahme wird die Gattung <em>Donacabius<\/em> in die Gruppe mit <em>Zosterops<\/em>, <em>Prinia<\/em> und <em>Sitta<\/em> eingeordnet, um Paraphylie zu vermeiden. Weiterhin soll die Familie Trogloditae mit der Gattung <em>Polioptila<\/em> aus der Familie der M\u00fcckenf\u00e4nger (Polioptilidae) eine Schwestergruppe bilden.<\/p>\n<p>Zudem stellen die Gattungen <em>Troglodytes<\/em> und <em>Cistothorus<\/em> Schwestergruppen dar, wobei die Gattung <em>Salpinctes<\/em> (Felsenzaunk\u00f6nig (<em>Salpinctes obsoletus<\/em>)) mit allen Arten der Trogloditae verwandt ist. Untersuchungen von 2004 nehmen an, dass die Gattung <em>Troglodytes<\/em>, die den Bergzaunk\u00f6nig (<em>Thryorchilus browni<\/em>) enth\u00e4lt, mit <em>Cistothorus<\/em> eine eigene Gruppe bildet. Hier stellen der Hauszaunk\u00f6nig (<em>Troglodytes aedon<\/em>) und <em>Troglodytes musculus intermedius<\/em> die n\u00e4chsten Verwandten des Zaunk\u00f6nigs dar.<\/p>\n<p>Weitere Untersuchungen mitochondrialer DNA-Sequenzen sehen den Zaunk\u00f6nig 2005 ebenfalls als isolierten <em>Nannus troglodytes<\/em>, wollen jedoch seine endg\u00fcltige systematische Stellung erst nach Kl\u00e4rung der Einordnung der Gattungen <em>Cistothorus<\/em> und <em>Thryorchilus<\/em> in Beziehung zu <em>Troglodytes<\/em> festlegen. Daher wird von zwei Modellen (siehe unten) ausgegangen. In beiden F\u00e4llen wird <em>Troglodytes brunneicollis<\/em> sowohl in naher Verwandtschaft zum Hauszaunk\u00f6nig (<em>Troglodytes aedon<\/em>) und <em>Troglodytes musculus<\/em> als auch zu <em>Thryomanes sissonii<\/em> gesehen (Clade A).<\/p>\n<h3>Interne Systematik<\/h3>\n<p>Nach ITIS gibt es dreizehn Unterarten:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Troglodytes troglodytes troglodytes<\/em> ist die Nominatform.<\/li>\n<li><em>Troglodytes t. alascensis<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. helleri<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. hiemalis<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. kiskensis<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. meligerus<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. pacificus<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. petrophilus<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. pullus<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. seguamensis<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. semidiensis<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. stevensoni<\/em><\/li>\n<li><em>Troglodytes t. tanagensis<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Andere Quellen gehen hingegen von deutlich mehr Unterarten aus. Die traditionelle dreiteilige Einteilung (1. <em>T. t. troglodytes<\/em>-Gruppe: Nordafrika, Europa bis Innerasien: 11 UA; 2. <em>T. t. fumigatus<\/em>-Gruppe: Ostasien und Himalaya: 13 UA; 3. <em>T. t. hiemalis<\/em>-Gruppe: Nordamerika: 8 UA) erkennt 32 Unterarten an, w\u00e4hrend eine weitere Quelle drei neue Gruppen (1. Osten: <em>T. t. hiemalis<\/em>-Gruppe; 2. Pacifik: <em>T. t. pacificus<\/em>-Gruppe; 3. Pribilofs: <em>T. t. alascensis<\/em>-Gruppe) zusammenstellt. Schlie\u00dflich findet sich eine Quelle, die von 46 Unterarten ausgeht. Besonders der dort aufgenommene Borodino-Zaunk\u00f6nig (<em>Troglodytes troglodytes orii<\/em>) wird kontrovers diskutiert.<\/p>\n<p>Vergleichende Untersuchungen \u00fcber das Gesangsverhalten des Zaunk\u00f6nigs in Europa, Japan sowie dem \u00f6stlichen und westlichen Nordamerika decken sich mit der Hypothese, dass die Populationen in der montanen Region des westlichen Nordamerika isoliert waren, bevor die Zaunk\u00f6nige des \u201e\u00f6stlichen\u201c Nordamerika die Alte Welt besiedelten, wahrscheinlich \u00fcber die Beringstra\u00dfe.<\/p>\n<h2>Bestand und Bestandsentwicklung<\/h2>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig hat ein gro\u00dfes Verbreitungsgebiet von 21.800.000 km\u00b2. Die Ausdehnung in Afrika und Amerika wird zusammen auf 5.430.000 km\u00b2 gesch\u00e4tzt. Die Gesamtpopulation hat eine Gr\u00f6\u00dfe von etwa 200.000.000 bis 1.000.000.000 Individuen. Auf Grund ihrer hohen Bestandszahlen wird die Art als nicht gef\u00e4hrdet (LC) eingestuft. Die Gr\u00f6\u00dfe des Brutbestands wird wesentlich von der Winterstrenge bestimmt. Harte Winter mit l\u00e4nger andauernden K\u00e4lteeinbr\u00fcchen und Schneeperioden k\u00f6nnen regional zu empfindlichen Bestandseinbr\u00fcchen (bis zu 80 Prozent) f\u00fchren, da viele V\u00f6gel erfrieren oder verhungern k\u00f6nnen. Durch die polygame Lebensweise und mit zwei Jahresbruten k\u00f6nnen Verluste der Bestandsdichte meist innerhalb mehrerer Jahre wieder ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>Das europ\u00e4ische Gebiet macht weniger als ein Viertel der weltweiten Verbreitung aus. Die europ\u00e4ische Population ist mit mehr als 23.000.000 Brutpaaren beziehungsweise etwa 20.000.000 bis 50.000.000 Brutpaaren sehr gro\u00df. Die weite Spanne der Bestandssch\u00e4tzung, insbesondere in der Gesamtpopulation, erkl\u00e4rt sich durch die bereits erw\u00e4hnten erheblichen Schwankungen der Population. Der Bestand war im Mittel von 1970 bis 1990 stabil und hatte zwischen 1990 und 2000 einen leichten Anstieg der Populationen au\u00dferhalb des europ\u00e4ischen Hauptverbreitungsgebietes zu verzeichnen. Dies betraf insbesondere das Vereinigte K\u00f6nigreich. Konsequenterweise wird die Art als sicher (Secure) gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig ist gem\u00e4\u00df \u00a7 10 Abs. 2 Nr. 5 und Nr. 11 BNatSchG eine in Deutschland streng gesch\u00fctzte Art. Er war in Deutschland und \u00d6sterreich Vogel des Jahres 2004, weil ihm immer mehr intakter Lebensraum abhandenkommt, da naturnahe Vorg\u00e4rten und G\u00e4rten zunehmend verschwinden. Der Bestand in Deutschland wird auf 2,0 bis 2,5 Millionen Paare gesch\u00e4tzt, die Art gilt damit im Jahr 2008 als derzeit zw\u00f6lfth\u00e4ufigste Brutvogelart<\/p>\n<p>In der Schweiz ist der Zaunk\u00f6nig Vogel des Jahres 2012.<\/p>\n<p>Nach einer Fabel des \u00c4sop (um 600 v. Chr.) beschlossen einst die V\u00f6gel, denjenigen von ihnen zum K\u00f6nig zu machen, der am h\u00f6chsten fl\u00f6ge. Dies vermochte der Adler, aber als er sich wieder senken musste, erhob sich der kleine Zaunk\u00f6nig, der sich in seinem Gefieder versteckt hatte, flog <em>noch<\/em> h\u00f6her und rief: \u201e<em>K\u00f6nig bin ich!<\/em>\u201c Darauf zerschlug sich die ganze Wahl. Zur Strafe sperrten sie ihn in ein Mauseloch, aus dem er am Ende jedoch wieder entkam. Die Erz\u00e4hlung findet sich in verschiedenen Literaturgattungen (M\u00e4rchen, Gedicht) in fast allen europ\u00e4ischen Nationalliteraturen. Folglich wird der Zaunk\u00f6nig auch bei Aristoteles (4. Jh. v. Chr.) und Plutarch (1. Jh. n. Chr.) \u201ebasileus\u201c (K\u00f6nig) oder \u201ebasiliskos\u201c (K\u00f6niglein) genannt.<\/p>\n<p>Als \u201eK\u00f6nig der V\u00f6gel\u201c wird der Zaunk\u00f6nig sp\u00e4ter in Litauen, Polen, Frankreich, Italien, in den Niederlanden und der Schweiz, sogar in Japan bezeichnet; dar\u00fcber hinaus nennen die Japaner den Zaunk\u00f6nig auch \u201eK\u00f6nig der L\u00fcfte\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die altgermanische Bezeichnung \u201ewrendo\u201c im Englischen (\u201ewinter wren\u201c, Winterk\u00f6nig) gehalten hat, wurde sie in Deutschland verdr\u00e4ngt. Dieser Vogel wurde lange Zeit \u201eSchneek\u00f6nig\u201c genannt, da er auch im Winter lebhaft singt. Davon leitet sich auch die Redensart <em>\u201esich freuen wie ein Schneek\u00f6nig\u201c<\/em> ab.<\/p>\n<p>Der wissenschaftliche Name des Vogels wurde 1758 von Carl von Linn\u00e9 gepr\u00e4gt, der den Zaunk\u00f6nig als <em>Sylvia troglodytes<\/em> bezeichnete. Der lateinische Name des Zaunk\u00f6nigs geht auf das griechische Wort \u201etroglodyt\u201c zur\u00fcck, das \u201eH\u00f6hlenbewohner\u201c bedeutet.<\/p>\n<p>Sprachliche Beziehungen zum Zaun werden erst in deutschen M\u00e4rchen greifbar. In Deutschland wurde \u00c4sops Fabel in dem M\u00e4rchen <em>Der Zaunk\u00f6nig<\/em>von den Gebr\u00fcdern Grimm in den <em>Kinder- und Hausm\u00e4rchen<\/em> dahingehend abgewandelt, dass der Zaunk\u00f6nig auf dem R\u00fccken des Adlers Gott auf dem Stuhl sitzen sehen konnte.<\/p>\n<p>Nach der misslungenen K\u00f6nigswahl stellen die V\u00f6gel die neue Bedingung, dass derjenige K\u00f6nig wird, der \u201eam tiefsten in die Erde\u201c fallen kann. Daraufhin schl\u00fcpft der damals noch namenlose Zaunk\u00f6nig in ein Mauseloch und beansprucht die K\u00f6nigsw\u00fcrde. Nun wollen sie den listenreichen Vogel in seinem Loch mit der Eule als Wache gefangen halten und aushungern. Als die W\u00e4chterin nach einer durchwachten Nacht am Morgen einschl\u00e4ft, entflieht der K\u00f6nig der V\u00f6gel. Zur Strafe darf sich die Eule tags\u00fcber nicht mehr sehen lassen. Da auch der Zaunk\u00f6nig den Missmut der V\u00f6gel f\u00fcrchtet, <em>schl\u00fcpft er in den Z\u00e4unen herum<\/em>. Nur wenn er sich ganz sicher f\u00fchlt, ruft er: \u201eK\u00f6nig b\u00fcn ick!\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dfer den Br\u00fcdern Grimm befassen sich noch mindestens zwei weitere deutschsprachige Werke mit der angeblich urspr\u00fcnglichen Namensherkunft des Zaunk\u00f6nigs. In Nikolaus B\u00e4rs Lehrgedicht <em>Regillicinium \u2013 Gesang \u00fcber das K\u00f6niglein.<\/em> (1700) erz\u00e4hlt der Zaunk\u00f6nig die Geschichte seiner Namensgebung in lateinischen und deutschen Reimen. Auch Ludwig Heinrich von Nicolai widmet sich in dem Gedicht <em>Wie der Zaunschl\u00fcpfer K\u00f6nig ward.<\/em> der Thematik.<\/p>\n<p>In dem M\u00e4rchen <em>Der Zaunk\u00f6nig und der B\u00e4r<\/em> werden die Zaunk\u00f6nigskinder vom B\u00e4r der L\u00fcge bezichtigt, ebensolchen Rang nicht zu besitzen. Zur Bekr\u00e4ftigung ihrer Aussage sind sie bereit, bis zu deren Beweis zu hungern, so dass ihr Vater sich gezwungen sieht, mit dem Fuchs als General eine Schlacht gegen den B\u00e4ren zu f\u00fchren. Nachdem sie gewonnen haben, leistet der B\u00e4r wie gefordert Abbitte. Im Unterschied zu den oben angef\u00fchrten Literaturstellen gibt es hier keine Ursache f\u00fcr den offenbar aus dem Nichts entstandenen K\u00f6nigsnamen, der erst im Nachhinein unter Beweis gestellt werden soll.<\/p>\n<p>Weitere deutsche Bezeichnungen sind Zauns\u00e4nger, Tannk\u00f6nig, M\u00e4usek\u00f6nig, Meisenk\u00f6nig, Schupk\u00f6nig, Zaunschnerz, Back\u00f6felchen. In Mecklenburg und Niedersachsen wurde der Zaunk\u00f6nig im Gegensatz zu seiner Gr\u00f6\u00dfe als \u201eGrot-Jochen\u201c (Gro\u00df-Joachim) bezeichnet. Nach dem Grafen Buffon wurde ihm aus demselben Grund in vielen franz\u00f6sischen Provinzen der Name \u201eB\u0153uf\u201c (Ochse) verliehen. Im Westf\u00e4lischen, Niederl\u00e4ndischen, im Schwedischen und D\u00e4nischen wird er hingegen \u201eD\u00e4umling\u201c genannt. In \u00d6sterreich tr\u00e4gt er sowohl den Namen \u201eZitzerl\u201c (kleines St\u00fcckchen) als auch \u201eZwergvogerloder\u201c. H\u00e4ufig werden auch Namen wie \u201ePfutschepfeil\u201c, \u201ePfutschek\u00f6nig\u201c oder \u201eKiniv\u00f6gerl\u201c verwendet. Im Deutschen W\u00f6rterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird er auch als &#8222;Schl\u00fcpferlein&#8220; bzw. &#8222;Zaunschl\u00fcpferlein&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<h3>M\u00e4rchen<\/h3>\n<p>Im walisischen M\u00e4rchen <em>Wie der Zaunk\u00f6nig f\u00fcr ein halbe Stunde der K\u00f6nig der V\u00f6gel wurde<\/em> zeigt sich der Zaunk\u00f6nig einsichtig und verzichtet freiwillig auf den Thron.<\/p>\n<p>In der schottischen Volkssage <em>Robin Redbreast&#8217;s Christmas Song<\/em> heiraten ein Rotkehlchen und ein Zaunk\u00f6nig. Davon handelt auch Robert Burns Kindererz\u00e4hlung <em>The Marriage of Robin Redbreast and the Wren<\/em>.<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>In William Shakespeares Werken findet der Zaunk\u00f6nig auch oft Erw\u00e4hnung. So hei\u00dft es in <em>K\u00f6nig Richard III.<\/em> in der dritten Szene: \u201eThe world is grown so bad, That wrens make prey where eagles dare not perch.\u201c Im vierten Akt von <em>Macbeth<\/em> sagt Lady Macduff: \u201eFor the poor wren (The most diminutive of birds) will fight, Her young ones in her nest, against the owl.\u201c In der deutschen \u00dcbersetzung hei\u00dft es nach Tieck \u201eBek\u00e4mpft der schwache Zaunk\u00f6nig, das kleinste V\u00f6glein, die Eule doch f\u00fcr seine Brut im Nest\u201c oder nach Wieland \u201eDer arme Zaunk\u00f6nig sogar, der allerkleinste unter den V\u00f6geln, hat Muth, wenn seine Jungen im Nest sind, gegen die Eule zu k\u00e4mpfen\u201c.<\/p>\n<p>Im vierten Akt des Dramas <em>K\u00f6nig Lear<\/em> tadelt die Titelfigur seine lieblosen T\u00f6chter: \u201e&#8230; Dein Vergehen? War&#8217;s Ehebruch? Du sollst nicht sterben: Nicht f\u00fcr Ehebruch! Nein: Das tut der Zaunk\u00f6nig, die kleine goldne Fliege Treibt&#8217;s mir vor Augen.\u201c<\/p>\n<p>Im dritten Akt des <em>Sommernachtstraums<\/em> singt Meister Zettel f\u00fcr die Elfenk\u00f6nigin Titania: \u201eThe woosel cock so black of hue, With orange-tawny bill, The throstle with his note so true, The wren with little quill \u2013 &#8230; The finch, the sparrow, and the lark, The plain-song cuckoo grey, Whose note full many a man doth mark, And dares not answer nay.\u201c Im f\u00fcnften Akt des <em>Kaufmanns von Venedig<\/em> meint die sch\u00f6ne Portia: \u201eThe crow doth sing as sweetly as the lark When neither is attended; and I think The nightingale, if she should sing by day When every goose is cackling, would be thought No better a musician than the wren. How many thing by season seasoned are To their right praise and true perfection!\u201c<\/p>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig Limmershin erz\u00e4hlt die Geschichte <em>Die Wei\u00dfe Robbe<\/em> in Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling.<\/p>\n<p>In der englischen Lyrik findet der Zaunk\u00f6nig auch Erw\u00e4hnung. So ver\u00f6ffentlicht John Webster <em>A Land Dirge<\/em>, Robert Burns <em>The Wren&#8217;s Nest<\/em> (Fragment) und William Wordsworth <em>A Wren&#8217;s Nest<\/em>. Weiterhin schreibt Edward Lear das Nonsensgedicht <em>There Was an Old Man with a Beard<\/em>. Emily Dickinsons Gedicht <em>For every Bird a Nest<\/em> und Mark van Dorens <em>No Communication<\/em> erw\u00e4hnen auch diesen Vogel. Am bekanntesten ist wohl der alte Kinderreim <em>When Jenny Wren Was Young<\/em>. Weiterhin gibt es von Masako Takahashi das Haiku <em>Wren on a Low Bush<\/em>:<\/p>\n<div class=\"poem\">\n<div class=\"Vorlage_Zitat\">\n<div>\n<blockquote>\n<p>\u201eWren on a low bush;<br \/> hardly a handful of fluff &#8230;<br \/> acres of song.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<div>\u2013 <span>Masako Takahashi<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Als deutscher Dichter widmet sich Joachim Heinrich Campe in <em>Der Zaunk\u00f6nig<\/em> diesem Vogel. Auch Eugen Roth gibt ihm mit <em>Der Zaunk\u00f6nig<\/em> in <em>Die V\u00f6gel<\/em> einen Platz:<\/p>\n<div class=\"poem\">\n<div class=\"Vorlage_Zitat\">\n<div>\n<blockquote>\n<p>\u201eMan trifft heut manchen Zaungast zwar,<br \/> doch der Zaunk\u00f6nig, der wird rar,<br \/> der durch die G\u00e4rten, gr\u00fcn umbuscht,<br \/> so winzig wie ein M\u00e4uschen huscht.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<div>\u2013 <span>Eugen Roth<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Robert Don Hughes thematisiert den Zaunk\u00f6nig in dem Werk <em>Es wird doch wieder Fr\u00fchling<\/em>.<\/p>\n<h3>Musik, Kunst und Architektur<\/h3>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig hat auch in der Kunst seine Spuren hinterlassen. Richard Eilenbergs Opus 213 <em>Le Roitelet (Der Zaunk\u00f6nig).<\/em> f\u00fcr vierh\u00e4ndiges Piano stellt daf\u00fcr ein gutes Beispiel dar.<\/p>\n<p>Adolf Dietrich widmet sich diesem Vogel in dem Gem\u00e4lde <em>Zaunk\u00f6nig in Fr\u00fchlingslandschaft<\/em>. Karl Wilhelm de Hamilton wird das Aquarell <em>Ein Zaunk\u00f6nig.<\/em> (<em>Passer Troglodytes<\/em>) zugeschrieben. Basil Edes widmete sich dem Vogel in dem Werk <em>Zaunk\u00f6nig im Sanddorn<\/em>.<\/p>\n<p>Der international bekannten Vogelmaler Peter Barrett gestaltete <em>Der Zaunk\u00f6nig (The Wren)<\/em>, als in Lebensgr\u00f6\u00dfe skulptiertes Porzellan-Gl\u00f6ckchen, das von Franklin Porzellan 1981 herausgegeben wurde.<\/p>\n<p>Richard M\u00fcller und Emil H\u00f6gg entwarfen die Lik\u00f6rstube <em>Zaunk\u00f6nig<\/em>.<\/p>\n<h3>Arznei, Omen und K\u00e4figvogel<\/h3>\n<p>Nach Aristoteles und Plinius dem \u00c4lteren lieferte der griechische Arzt Aetius von Amida in seiner Enzyklop\u00e4die eine Beschreibung des Zaunk\u00f6nigs, die auf die kleine Gestalt, den erhobenen Schwanz, die kurzen Fl\u00fcgel und den dynamischen Gesang hinweist. Er schrieb dem eingesalzenen rohen Fleisch eine Heilwirkung gegen den Nieren- und Blasenstein zu. Im 12. Jahrhundert streitet Hildegard von Bingen die Heilwirkung seines Fleisches ab, da er zu klein sei. Als guter Zusatz zu Heilpflanzen eigne sich jedoch der zu Pulver verbrannte K\u00f6rper ohne Kopf und Eingeweide. Im 16. Jahrhundert erw\u00e4hnte Conrad Gesner einige Patienten, denen diese Medizin geholfen haben soll (<em>Von dem Zaunschl\u00fcpfflein&#8230;<\/em>).<\/p>\n<p>Bei den Druiden wurde aus dem Zwitschern des Zaunk\u00f6nigs wahrgesagt. Der Vogel hie\u00df auch in Cormac&#8217;s Glossary \u201eDrui-den\u201c, der Vogel der Druiden, irisch \u201edrean\u201c. Nach Sueton flog am Tag vor Caesars Ermordung als Vorzeichen ein Zaunk\u00f6nig mit einem Lorbeerzweig in die Kurie des Pompeius, der von verschiedenen V\u00f6geln aus dem nahe gelegenen Hain verfolgt und zerrissen wurde.<\/p>\n<p>Nach der Legende wurde der Heilige Stephanus st\u00e4ndig von diesem lauten Vogel begleitet, als er sich vor seinen Feinden zu verstecken suchte. Daher wird in Irland, Schottland und Teilen Englands traditionell am St. Stephen&#8217;s Day (26. Dezember) durch das Jagen und T\u00f6ten von Zaunk\u00f6nigen an den Hl. Stephanus erinnert. Im Anschluss werden die gefangenen Tiere der keltischen \u00dcberlieferung folgend in einer Prozession durch das Dorf oder die Stadt getragen. In der Eisenzeit baten dabei die Jungen um Geld, um den Vogel zu begraben, und sangen dabei ein Lied, das in jedem Ort, in dem dieser Brauch existierte, nachgewiesen wurde:<\/p>\n<div class=\"poem\">\n<div class=\"Vorlage_Zitat\">\n<div>\n<blockquote>\n<p>\u201eDer Zaunk\u00f6nig, der Zaunk\u00f6nig, K\u00f6nig aller V\u00f6gel<br \/> Wurde am Stephanstag im Busch get\u00f6tet<br \/> So klein er ist, so gro\u00df ist seine Ehre<br \/> Und deswegen, gute Leute, gebt uns was.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Zaunk\u00f6nig wurde auf Grund seines kr\u00e4ftigen Gesanges als K\u00e4figvogel gehalten. Man fing ihn im M\u00e4rz, indem ein mit Mehlwurm besteckter, enger Meisen-Schlag in Str\u00e4uchern\u00e4he gebracht wurde. Die Haltung erfolgte in einem sehr engen Vogelbauer. Manchmal durfte er freifliegen. Der Vogel war ein beliebtes Heimtier, da er kosteng\u00fcnstiger und pflegeleichter als eine Nachtigall war.<\/p>\n<p>Auch heute wird der Zaunk\u00f6nig noch als Ziervogel gehalten. Wildf\u00e4nge sind nach dem \u00a7 20d BNatSchG jedoch illegal.<\/p>\n<p class=\"wt-photo-credit\">foto: Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zaunk\u00f6nig (Troglodytes troglodytes) ist die einzige in Eurasien vorkommende Art aus der Vogelfamilie der Zaunk\u00f6nige (Troglodytidae). Zudem ist er nach dem Winter- und Sommergoldh\u00e4hnchen der drittkleinste Vogel Europas. Lange Zeit wurde er \u201eSchneek\u00f6nig\u201c genannt, da er auch im Winter lebhaft singt. Der Zaunk\u00f6nig besiedelt Europa, Nordafrika, Vorder-, Zentral- und Ostasien und Nordamerika. 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