{"id":2436,"date":"2013-07-14T06:36:52","date_gmt":"2013-07-14T04:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/weidensperling-passer-hispaniolensis\/"},"modified":"2013-07-14T07:16:05","modified_gmt":"2013-07-14T05:16:05","slug":"weidensperling-passer-hispaniolensis","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/weidensperling-passer-hispaniolensis\/","title":{"rendered":"Weidensperling (Passer hispaniolensis)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Weidensperling<\/strong> (<em>Passer hispaniolensis<\/em>) ist eine im <a title=\"Mittelmeer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeer\">Mittelmeerraum<\/a> und in gem\u00e4\u00dfigten Teilen S\u00fcdasiens verbreitete Art der <a title=\"Sperlinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperlinge\">Sperlinge<\/a>. Er ist eng mit dem <a title=\"Haussperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haussperling\">Haussperling<\/a> verwandt, mit dem er sich auch oft fortpflanzt und <a title=\"Hybride\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybride<\/a> hervorbringt, die Charakteristika beider Arten zeigen und im Aussehen dem <a title=\"Italiensperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italiensperling\">Italiensperling<\/a> (<em>Passer italiae<\/em>) entsprechen.<\/p>\n<p>Es werden je nach Autor zwei oder drei Unterarten unterschieden.<\/p>\n<h2><span id=\"Erscheinungsbild\" class=\"mw-headline\">Erscheinungsbild<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;Der Weidensperling erreicht eine K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von f\u00fcnfzehn Zentimetern. Die M\u00e4nnchen wiegen durchschnittlich 28,3 Gramm, die Weibchen 28,1 Gramm. Die Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt 23 bis 26 Zentimeter.<\/p>\n<p>&nbsp;Der m\u00e4nnliche Weidensperling ist durch ein im Vergleich zum Haussperling ausgedehnteres Schwarz auf der Brust und eine braune Kappe zu identifizieren. Seine Flanken zeigen eine schwarze Strichelzeichnung. Auch der R\u00fccken ist gestreift; diese Streifung ist auch beim Weibchen erkennbar, das insgesamt aber nur schwer vom weiblichen Haussperling zu unterscheiden ist. Mitunter tauchen Weidensperlinge als <a title=\"Irrgast\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irrgast\">Irrg\u00e4ste<\/a> in Mitteleuropa auf.<\/p>\n<p>&nbsp;Die Mauser durchlaufen adulte Weidensperlinge etwa einen Monat nach der Brut, die Jungv\u00f6gel etwa einen Monat nach dem Zeitpunkt des Fl\u00fcggewerdens. Die <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauser<\/a> ist nach etwa 65 Tagen abgeschlossen.<\/p>\n<h2><span id=\"Verbreitung_und_Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Verbreitung und Lebensraum<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;Das Verbreitungsgebiet des Weidensperlings erstreckt sich \u00fcber den Norden Afrikas und den S\u00fcden Europas \u00fcber Kasachstan bis nach Afghanistan. Weidensperlinge kommen au\u00dferdem auf den Kanarischen Inseln, den Kapverden sowie Madeira vor.<\/p>\n<p>&nbsp;In Europa br\u00fctet er vor allem in Spanien s\u00fcdlich des <a title=\"Ebro\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ebro\">Ebros<\/a>, auf dem <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a> sowie auf den meisten Mittelmeerinseln. Auf der Balkanhalbinsel kommt er seit einigen Jahren auch in der feucht-gem\u00e4\u00dfigten Zone vor. Die Balkanpopulationen sind \u00fcberwiegend <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a> mit \u00dcberwinterungsgebieten an den nordafrikanischen K\u00fcsten sowie in einzelnen Oasengebieten der Sahara, w\u00e4hrend die spanischen Weidensperlinge zum Gro\u00dfteil <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a> sind. Die spanischen Weidensperling, die in den Norden Afrikas ziehen, \u00fcberqueren gew\u00f6hnlich in kleiner Zahl die Stra\u00dfe von Gibraltar. Sie verlassen Europa Ende September bis Anfang Oktober und ziehen dann entlang der Westk\u00fcste Marokkos. Die Weidensperlinge, die im Nordosten des Mittelmeerraums br\u00fcteten, ziehen gew\u00f6hnlich ins Niltal. Sie halten sich dort von September bis April auf. Im Nordwesten Afrikas br\u00fctende Weidensperling zeigen dagegen ein sehr uneinheitliches Zugverhalten. Sie \u00fcberwintern meist im \u00dcbergangsgebiet zur Sahara und im Innenland von Algerien sowie in S\u00fcdlybien. Einige Populationen sind jedoch \u00fcberwiegend Standv\u00f6gel, die nomadisch umherziehen, um sich Nahrungsquellen zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;Der Weidensperling ist ein Brutvogel der gem\u00e4\u00dfigt sommertrockenen Steppen- und W\u00fcstenregionen. Er besiedelt \u00fcberwiegend offenes, h\u00e4ufig auch bergige Regionen, sofern sich in der N\u00e4he Wasser befindet. Er kommt in Dickichten, auf verbuschten Gel\u00e4nde, in Feldgeh\u00f6lzen und Hainen sowie Feigen-, Palmen- und Eukalyptusplantagen vor. Auch in Wadis, auf Aufforstungsfl\u00e4chen mit <a title=\"Franz\u00f6sische Tamariske\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz%C3%B6sische_Tamariske\">Franz\u00f6sischer Tamariske<\/a>, Oasen, Schwemmfl\u00e4chen, R\u00f6hrichten, entlang von Entw\u00e4sserungskan\u00e4len und Hecken neben Getreidefeldern ist der Weidensperling zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Lebensweise\" class=\"mw-headline\">Lebensweise<\/span><\/p>\n<p>Weidensperling sind ganzj\u00e4hrig ausgesprochen gesellig lebende V\u00f6gel. Sie nisten in gro\u00dfen Kolonien und suchen au\u00dferhalb der Fortpflanzungszeit in Schw\u00e4rmen nach Nahrung, die mehrere tausend Individuen umfassen k\u00f6nnen. Die Schw\u00e4rme sind umso gr\u00f6\u00dfer, je mehr Nahrung zur Verf\u00fcgung steht. Sie sind jedoch gelegentlich auch einzeln oder in Paaren sowie kleinen Gruppen von zehn bis 200 V\u00f6geln zu beobachten. Au\u00dferhalb der Fortpflanzungszeit sind sie gelegentlich auch mit Finken, Haussperling und dem <a title=\"W\u00fcstensperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCstensperling\">W\u00fcstensperling<\/a> vergesellschaftet. Fl\u00fcgge gewordene Weidensperling bilden regelm\u00e4\u00dfig eigene Schw\u00e4rme, die auf der Suche nach Nahrung auch weit wandern. W\u00e4hrend der Ruhephasen sitzen Weidensperlinge h\u00e4ufig dicht gedr\u00e4ngt in B\u00e4umen und Str\u00e4uchern. Ihren Ruheplatz verlassen sie bei Sonnenaufgang, sie kreisen zun\u00e4chst \u00fcber dem Ruheplatz, bevor sie diesen verlassen. Sie kehren zu diesen Ruhepl\u00e4tzen um den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;In den Regionen, in der sich sein Verbreitungsgebiet mit dem Haussperling \u00fcberlappt, ist der Weidensperling ein eher scheuer Vogel, der bei St\u00f6rung sofort auffliegt. Wo der Haussperling dagegen fehlt, ist der Weidensperling deutlich vertrauter und kommt auch im innenst\u00e4dtischen Regionen vor. Seine Nahrung findet er \u00fcberwiegend auf dem Erdboden. Er untersucht aber auch das Blattwerk von Str\u00e4uchern und B\u00e4umen nach Insekten.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Nahrung\" class=\"mw-headline\">Nahrung<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Weidensperlinge fressen \u00fcberwiegend Gras- und Getreidesamen. Unter anderem werden von ihnen Weizen, Hafer, Gerste und Hirse gefressen. Sie nehmen au\u00dferdem junge Bl\u00e4tter sowie Fr\u00fcchte und Insekten zu sich. Den Nestlingen werden \u00fcberwiegend gro\u00dfe Insektenlarven gef\u00fcttert, aber gelegentlich auch junge Bl\u00e4tter, frisch gekeimte Pflanzen und weiche Samen.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Weidensperlinge gehen in der Regel eine monogame Paarbeziehung ein, es ist bislang jedoch nicht bekannt, ob die Paarbeziehung l\u00e4nger als f\u00fcr einen Brutversuch besteht. Sie nisten in Kolonien, dabei befinden sich die Nester h\u00e4ufig nahe beieinander. Die Kolonien k\u00f6nnen dabei aus einigen wenigen Paaren bis zu vielen tausenden bestehen. In Marokko wurde in den 1950er Jahren eine Brutkolonie beobachtet, bei der sich etwa 125.000 Nester auf 60 Hektar befanden. Dabei befanden sich bis zu 50 Nester in einem einzelnen Baum. Meldungen \u00fcber Brutkolonien solcher Gr\u00f6\u00dfe sind jedoch die Ausnahme: Erst in den 1980er Jahren z\u00e4hlte man in Algerien wieder eine Brutkolonie mit 4.678 Nestern. Insgesamt br\u00fcteten zu dem Zeitpunkt 35.000 Paare Weidensperlinge in 13 Kolonien in einem Gebiet, das sich \u00fcber 40.000 Quadratkilometer erstreckte. Damit kamen auf einen Quadratkilometer 0,9 Brutpaare. H\u00e4ufig werden die Brutpl\u00e4tze \u00fcber mehrere Jahre genutzt und auch der zweite Brutversuch findet an dieser Stelle statt. Gelegentlich ziehen Weidensperlinge jedoch f\u00fcr die zweite Brut in eine andere Region, um sich neue Nahrungsgr\u00fcnde zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;Das Territorialverhalten der Brutpaare ist auf die unmittelbare Nestumgebung begrenzt. Weidensperlinge ziehen in einem Jahr zwischen ein bis drei Bruten gro\u00df. Zu Beginn der Brutsaison besetzt das M\u00e4nnchen entweder ein alter Nest aus dem vorherigen Jahr oder baut ein neues. Durch Singen versucht er ein Weibchen anzulocken. Der Paarbindungsprozess erfolgt innerhalb weniger Tage, sobald das Weibchen den Nistplatz akzeptiert, ist er abgeschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;Das Nest ist aus Gras, Stroh, Zweigen und Bl\u00e4ttern sowie anderem Pflanzenmaterial lose zusammengef\u00fcgt. Die eigentliche Nistmulde ist mit feinem Pflanzenmaterial, Federn und Haaren ausgelegt. Das Nest hat einen Durchmesser von 15 bis 30 Zentimetern und wiegt durchschnittlich 150 Gramm. Es befindet sich auf \u00c4sten in niedrigen B\u00fcschen, in Hecken, Schilfr\u00f6hrichten, in der Krone von Palmen oder in Baum- oder Felsh\u00f6hlen. Auch L\u00f6cher an Hausmauern oder unter D\u00e4chern werden gelegentlich von Weidensperlingen f\u00fcr die Anlage ihrer Nester genutzt, allerdings ist dieses Verhalten nur zu beobachten, wenn keine Haussperlinge in der Region vorkommen. Weidensperlinge br\u00fcten auch in alten, aufgegebenen Nestern von <a title=\"Mehlschwalbe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mehlschwalbe\">Mehlschwalben<\/a> und <a title=\"R\u00f6telschwalbe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6telschwalbe\">R\u00f6telschwalben<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;Das Nest wird in vier bis sieben Tagen errichtet, dabei baut zun\u00e4chst das M\u00e4nnchen allein und nach Abschluss der Paarbildung dann beide Elternv\u00f6gel. Die eigentliche Nistmulde wird \u00fcberwiegend vom Weibchen. In Kolonien, in denen andere M\u00e4nnchen Nistmaterial stehlen, bewacht das M\u00e4nnchen den Nistplatz, w\u00e4hrend das Weibchen alleine am Nest arbeitet. Die Arbeit am Nest setzt sich auch nach Beginn des Brutgesch\u00e4fts fort.<\/p>\n<p>&nbsp;Weidensperlinge beginnen mit der Eiablage, wenn das Nest fertig oder fast fertig ist. Das Gelege besteht gew\u00f6hnlich aus vier bis sechs Eiern, der Legeabstand betr\u00e4gt einen Tag. Die Brut wird aufgenommen noch bevor das Gelege vollst\u00e4ndig ist. Beide Elternv\u00f6gel sind an der Brut beteiligt. Die Brutzeit betr\u00e4gt 11 bis 11,5 Tage. Die Nestlinge werden anfangs von beiden Elternv\u00f6geln gehudert; den gr\u00f6\u00dferen Anteil hat jedoch das Weibchen. Beide Elternv\u00f6gel f\u00fcttern die Nestlinge, dabei sind beide gleicherma\u00dfen beteiligt. Die Jungv\u00f6gel sind nach etwa 15 Tagen fl\u00fcgge und werden von den Elternv\u00f6gel f\u00fcr weitere vier bis f\u00fcnf Tage versorgt.<\/p>\n<p>&nbsp;Der Bruterfolg ist teils sehr hoch. In Marokko wurden bei 95 beobachteten Nestern je Nest zwischen einem und f\u00fcnf Nestlinge fl\u00fcgge. In Algerien wurde von 4023 Gelegen mindestens ein Jungvogel je Nest fl\u00fcgge. Zu den Fressfeinden geh\u00f6rt die <a title=\"Schleiereule\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleiereule\">Schleiereule<\/a>. Nestlinge werden von Schlangen der Gattung <em>Elapha<\/em> sowie von <a title=\"Kuhreiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuhreiher\">Kuhreihern<\/a> gefressen.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Bestand\" class=\"mw-headline\">Bestand<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Der europ\u00e4ische Brutbestand wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf etwa 2,7 bis 6,0 Millionen Brutpaare gesch\u00e4tzt. Zu den L\u00e4ndern, in denen mehr als 200.000 Brutpaare vorkommen z\u00e4hlt die T\u00fcrkei, Bulgarien, Griechenland, die Azoren und Italien.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Unterarten\" class=\"mw-headline\">Unterarten<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Die Nominatform <em>Passer hispaniolensis hispaniolensis<\/em> kommt im S\u00fcdwesten Europas sowie im Westen Marokkos bis in den Norden des Sudans vor. <em>Passer hispaniolensis transcapius<\/em> ist in \u00c4gypten und dem Sudan beheimatet. Beim M\u00e4nnchen ist das Gefieder insgesamt blasser. Die Unterschwanzdecken und die Federn am R\u00fccken und dem B\u00fcrzel haben blassere graubraune Feders\u00e4ume. Die Unterart <em>Passer hispaniolensis italiae<\/em> ist in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen beheimatet. Kopf und K\u00f6rperoberseite des M\u00e4nnchens entsprechen der der Nominatform, auf der K\u00f6rperunterseite ist der schwarze Gefiederanteil jedoch geringer. Die Streifung an den Flanken und auf der unteren Brust ist weniger ausgepr\u00e4gt als bei der Nominatform.<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Systematik\" class=\"mw-headline\">Systematik<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Der Weidensperling galt lange Zeit als <a title=\"Unterart\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterart\">Unterart<\/a> des Haussperlings, heute sieht man den Weidensperling als eigene Art. Beide Arten leben auf der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">iberischen Halbinsel<\/a>, dem <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a> und Teilen Nordafrikas weitgehend <a title=\"Sympatrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sympatrie\">sympatrisch<\/a>, ohne dass es zu <a title=\"Hybride\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybridisierungen<\/a> kommt, was als Beleg der Eigenst\u00e4ndigkeit der Arten gilt. Das Gefieder der M\u00e4nnchen und die Laut\u00e4u\u00dferungen weichen deutlich voneinander ab, \u00f6kologisch und ern\u00e4hrungsbiologisch stimmen die Arten aber weitgehend \u00fcberein. Im gemeinsamen Verbreitungsgebiet besetzt der Haussperling St\u00e4dte und Ortschaften und \u201e\u00fcberl\u00e4sst\u201c dem Weidensperling die l\u00e4ndlichen Lebensr\u00e4ume. Kommen beide Arten alleine vor, besetzen sie jedoch ein \u00e4hnliches \u00f6kologisches Spektrum. Als <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ethologisch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ethologisch\">ethologische<\/a> Isolationsmechanismen werden Unterschiede in Gefiedermerkmalen, Nestbau, Stimme und Zugverhalten angesehen. Vor allem in Ost<a title=\"Algerien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerien\">algerien<\/a> und <a title=\"Tunesien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunesien\">Tunesien<\/a> scheinen stellenweise diese Isolationsbarrieren aber weitgehend zusammengebrochen zu sein, aufgrund der Hybridisierung kommt es dort zu bez\u00fcglich Aussehen und Merkmalen sehr variablen Sperlingspopulationen.<\/p>\n<p>&nbsp;Auch der <a title=\"Italiensperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italiensperling\">Italiensperling<\/a> wird gelegentlich als Hybridform von Haus- und Weidensperling angesehen. Auch wenn molekularbiologische Untersuchungen heute widerspr\u00fcchlich sind, spricht vieles f\u00fcr die Einstufung des Italiensperlings als Unterart des Weidensperlings. Ein Indiz hierf\u00fcr ist auch, dass im Gegensatz zu dem abrupten geografischen Ausschluss von Italien- und Haussperling im Alpengebiet Italien- und Weidensperling in Mittel- und S\u00fcditalien durch eine breite flie\u00dfende \u00dcbergangszone miteinander verbunden sind (weiteres siehe <a title=\"Italiensperling\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italiensperling#Taxonomische_Diskussion\">Italiensperling<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<span id=\"Weidensperling_und_Mensch\" class=\"mw-headline\">Weidensperling und Mensch<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;Die in Europa eigentlich nicht sehr h\u00e4ufigen Weidensperlinge haben sich in einigen Regionen zu einem Problem entwickelt. In der <a title=\"Estremadura\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Estremadura\">Estremadura<\/a>, in der nach der Realisierung von Bew\u00e4sserungsprojekten Reis angebaut wird, gelten sie als gro\u00dfer Sch\u00e4dling. Weidensperlinge sind Brutv\u00f6gel der sommertrockenen Steppen- und W\u00fcstenregionen. Sie nutzen die kurze Vegetationsphase nach Regenf\u00e4llen, um ihre Brut hochzuziehen. Nach erfolgreicher Aufzucht eines Geleges ziehen sie weiter nach Norden, um dort geeignete Brutareale zu finden. Bis sie die n\u00f6rdliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes erreicht haben, kann daher ihr Bestand stark angestiegen sein. F\u00fcr Kasachstan wurde die Zahl der auf einem Quadratkilometer vorkommenden V\u00f6gel auf bis zu 2,5 Millionen Individuen gesch\u00e4tzt. Solche gro\u00dfen Bestandszahlen machen wirkungsvolle Ma\u00dfnahmen gegen Sch\u00e4den auf Getreidefeldern fast unm\u00f6glich. Der Anbau von Weizen ist in diesen Regionen daher wirtschaftlich kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>In Tunesien ist die Zerst\u00f6rung von Nestern des Weidensperlings seit 1892 vorgeschrieben, allerdings verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig auch praktiziert. Ob diese Vorschrift irgendwelche gr\u00f6\u00dferen Auswirkungen auf die Population hat, ist bislang nicht abschlie\u00dfend untersucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weidensperling (Passer hispaniolensis) ist eine im Mittelmeerraum und in gem\u00e4\u00dfigten Teilen S\u00fcdasiens verbreitete Art der Sperlinge. Er ist eng mit dem Haussperling verwandt, mit dem er sich auch oft fortpflanzt und Hybride hervorbringt, die Charakteristika beider Arten zeigen und im Aussehen dem Italiensperling (Passer italiae) entsprechen. 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