{"id":2298,"date":"2013-03-04T12:01:31","date_gmt":"2013-03-04T10:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/gartenrotschwanz-phoenicurus-phoenicurus\/"},"modified":"2013-03-04T12:15:46","modified_gmt":"2013-03-04T10:15:46","slug":"gartenrotschwanz-phoenicurus-phoenicurus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/gartenrotschwanz-phoenicurus-phoenicurus\/","title":{"rendered":"Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>Gartenrotschwanz<\/strong> (<em>Phoenicurus phoenicurus<\/em>) ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogel<\/a><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Fliegenschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegenschn%C3%A4pper\">Fliegenschn\u00e4pper<\/a> (Muscicapidae), fr\u00fcher wurde die Gattung mit anderen schm\u00e4tzer\u00e4hnlichen Arten zu den <a title=\"Drosseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drosseln\">Drosseln<\/a> (Turdidae) gez\u00e4hlt. Er besiedelt Eurasien ostw\u00e4rts bis zum <a title=\"Baikalsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baikalsee\">Baikalsee<\/a> sowie Teile Nordafrikas und des <a title=\"Naher Osten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naher_Osten\">Nahen Ostens<\/a>. Als H\u00f6hlen- und Halbh\u00f6hlenbr\u00fcter bewohnt er vorwiegend lichte Laubw\u00e4lder, Parkanlagen und G\u00e4rten mit altem Baumbestand. Er ist ein <a title=\"Transsaharazieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transsaharazieher\">Transsaharazieher<\/a>, der sich schon im Sp\u00e4tsommer auf den Weg in die Winterquartiere macht. Seit Beginn der 80er Jahre sind die Best\u00e4nde der Art stark r\u00fcckl\u00e4ufig, scheinen sich jedoch in den letzten Jahren auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Der Gesamtbestand des Gartenrotschwanzes gilt nicht als gef\u00e4hrdet. F\u00fcr das Jahr 2011 wurde er zum <a title=\"Vogel des Jahres (Deutschland)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Deutschland%29\">Vogel des Jahres<\/a> in Deutschland und \u00d6sterreich gew\u00e4hlt. In der Schweiz war er 2009 <a title=\"Vogel des Jahres (Schweiz)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogel_des_Jahres_%28Schweiz%29\">Vogel des Jahres<\/a>.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz ist wie der <a title=\"Hausrotschwanz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausrotschwanz\">Hausrotschwanz<\/a> um die 13 bis 14,5 Zentimeter lang. Das Gewicht betr\u00e4gt zwischen 12 und 20 Gramm.<\/p>\n<p>Das M\u00e4nnchen ist auffallend kontrastreich gef\u00e4rbt: Gesichtsfeld und Kehle sowie die Partie direkt \u00fcber dem Schnabel sind schwarz, die Stirn sowie ein auslaufender, bis zu den Ohrdecken reichender <a title=\"\u00dcberaugenstreif\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cberaugenstreif\">\u00dcberaugenstreif<\/a> hingegen reinwei\u00df. Oberkopf, Nacken und R\u00fccken sind grau. Die Brustpartie ist lebhaft rostrot gef\u00e4rbt, zum wei\u00dflichen Unterbauch hin l\u00e4uft sie durch breiter werdende helle Feders\u00e4ume aus. Flanken und Unterschwanzdecken sind sehr viel fahler rostorange. Die Fl\u00fcgel sind meist br\u00e4unlich, die Decken der Fl\u00fcgelunterseite rostrot. Der <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Sto\u00df<\/a>, <a title=\"B\u00fcrzel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzel\">B\u00fcrzel<\/a> und die Oberschwanzdecken sind \u2013 als namensgebendes Merkmal \u2013 ebenfalls kr\u00e4ftig rostrot, die Schwanzmittelfedern erd- bis dunkelbraun. Nach der Mauser ist die schwarzwei\u00dfe Gesichtsmaske durch br\u00e4unliche Feders\u00e4ume verdeckt und kommt erst im Fr\u00fchjahr durch Gefiederabnutzung als \u201ePrachtkleid\u201c zutage.<\/p>\n<p>Das Weibchen ist unscheinbarer gef\u00e4rbt. Die Oberseite ist br\u00e4unlich und geht auf dem unteren R\u00fccken in die rostrote F\u00e4rbung der Oberschwanzdecken \u00fcber, der Schwanz ist wie beim M\u00e4nnchen rostrot. Die Unterseite ist heller beige mit einer \u2013 manchmal intensiv \u2013 orange \u00fcberhauchten Brust, die sich deutlich von grauem bis dunkelgrauem Kinn und den Halsseiten absetzt. Die sich von der Oberseite deutlicher abhebende, ins orange spielende Unterseite ist das Hauptunterscheidungsmerkmal vom wesentlich einfarbigeren Weibchen des Hausrotschwanzes. Die Fl\u00fcgel sind \u00e4hnlich wie beim M\u00e4nnchen br\u00e4unlich gef\u00e4rbt, die Unterseiten beige mit orangefarbenem Anflug. Mit zunehmendem Alter k\u00f6nnen Weibchen sich dem M\u00e4nnchen in der F\u00e4rbung ann\u00e4hern und werden dann kontrastreicher. Es kann sich dann eine helle bis wei\u00dfe Stirn ausbilden, die sonst graueren Partien werden dunkler, die orange \u00fcberhauchten intensiver.<\/p>\n<p>Der Gesang besteht aus recht eing\u00e4ngigen, in der L\u00e4nge stark variierenden Strophen, die in drei, teils wiederkehrende Teile eingeteilt werden k\u00f6nnen. Die Einleitung ist wenig variabel, fl\u00f6tend melodisch und etwas in die H\u00f6he gezogen, manchmal auch gebunden zweisilbig. Also etwa <em>h\u00fcit<\/em> oder <em>t\u00fc-li<\/em>. Darauf folgt ein Teil aus kurzen, etwa zwei bis viermal wiederholten Silben. Diese sind stimmloser und kratzender als die Einleitung und individuell sehr verschieden. Die letzte Silbe kann sich von den vorangegangenen unterscheiden. Der ausklingende, dritte Teil ist in L\u00e4nge und Auspr\u00e4gung meist sehr variabel und l\u00e4nger als die beiden ersten. Er besteht aus trillernden, fl\u00f6tenden, aber auch kratzenden oder pl\u00e4tschernden Lauten. Oft werden Imitationen anderer Arten eingebunden, hierbei handelt es sich oft um besonders stereotype Gesangsmuster wie den Gesang von <a title=\"Dorngrasm\u00fccke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dorngrasm%C3%BCcke\">Dorn-<\/a> oder <a title=\"Klappergrasm\u00fccke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klappergrasm%C3%BCcke\">Klappergrasm\u00fccke<\/a>.<\/p>\n<p>Ein Gesangsbeispiel k\u00f6nnte \u2013 die drei Teile durch Gedankenstriche getrennt \u2013 also etwa lauten: <em>t\u00fcli<\/em> \u2013 <em>tri-tri-ti<\/em> \u2013 <em>tri-lui-dididi-tridi<\/em>. Nach einer Pause folgt dann die n\u00e4chste, gleich eingeleitete Strophe. Die Pausen sind beim Nachtgesang meist etwa doppelt so lang. Bisweilen sind auch vom Weibchen kurze Gesangsmotive zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Lockruf \u00e4hnelt dem des Hausrotschwanzes ist aber fl\u00f6tender und somit dem des <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fitislaubs\u00e4nger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fitislaubs%C3%A4nger\">Fitislaubs\u00e4ngers<\/a> \u00e4hnlich. Manchmal wird auch ein stimmloses <em>tek<\/em> angeh\u00e4ngt. Wie auch beim Hausrotschwanz kann dieses Element auch den schnickernden Warnruf einleiten, also etwa <em>h\u00fcit-tick-tick<\/em> oder <em>f\u00fcid-tek-tek<\/em>.<\/p>\n<p>Die Verbreitung dieser <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">west- und zentralpal\u00e4arktischen<\/a> Art erstreckt sich \u00fcber die <a title=\"Gem\u00e4\u00dfigte Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gem%C3%A4%C3%9Figte_Zone\">gem\u00e4\u00dfigte Zone<\/a> und reicht bis in die <a title=\"Boreale Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boreale_Zone\">boreale<\/a>, die <a title=\"Subtropen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subtropen\">mediterrane<\/a> und die <a title=\"Steppe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steppe\">Steppenzone<\/a>. In den s\u00fcdlichen Teilen des Areals beschr\u00e4nken sich die Vorkommen auf Gebirge.<\/p>\n<p>Auf der <a title=\"Iberische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iberische_Halbinsel\">Iberischen Halbinsel<\/a> ist der Gartenrotschwanz im Norden relativ verbreitet, im S\u00fcden und Westen nur zerstreut. Zergliederte Vorkommen gibt es im Norden Afrikas. Auf den Britischen Inseln kommt er in Irland nur im \u00e4u\u00dfersten Osten vor und fehlt weitgehend auf den schottischen Inseln. Ostw\u00e4rts reicht die geschlossene Verbreitung bis Sibirien und dort bis zum <a title=\"Baikalsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baikalsee\">Baikalsee<\/a>. Einige kleinere Vorkommen finden sich auch noch \u00f6stlich davon. Im Norden wird das Verbreitungsgebiet etwa durch die 10-\u00b0C-Juli-<a title=\"Isotherme\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Isotherme\">Isotherme<\/a> begrenzt, reicht in Skandinavien etwa bis 71\u00b0&nbsp;N, schlie\u00dft die <a class=\"mw-redirect\" title=\"Halbinsel Kola\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halbinsel_Kola\">Halbinsel Kola<\/a> mit ein und reicht dann ostw\u00e4rts bis zum <a title=\"Jenissei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jenissei\">Jenissei<\/a> etwa bis 66\u00b0&nbsp;N. Im S\u00fcden reicht es in Italien bis <a title=\"Sizilien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sizilien\">Sizilien<\/a>, die Art fehlt aber auf Sardinien und auf Korsika. Auf der <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkanhalbinsel<\/a> sind die Vorkommen teils recht zerstreut und reichen bis in den Norden Griechenlands. Dort und in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Anatolien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anatolien\">Anatolien<\/a> bilden sich Mischpopulationen der Nominatform mit der s\u00fcd\u00f6stlichen Unterart <em>samamisicus<\/em>. Die Verbreitung der Nominatform reicht weiterhin im S\u00fcden bis zum Nordrand des <a title=\"Schwarzes Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzes_Meer\">Schwarzen Meeres<\/a> und bis in den s\u00fcdwestlichen <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a> und entlang von etwa 50\u00b0&nbsp;N durch Kasachstan, dort bis zum <a class=\"new\" title=\"Saur-Gebirge (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Saur-Gebirge&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Saur-Gebirge<\/a> und weiter \u00f6stlich bis zum Mongolischen Altai, in den Gobi-<a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altai<\/a> und das <a title=\"Chentii-Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chentii-Gebirge\">Chentii-Gebirge<\/a>. Die Verbreitung von <em>samamiricus<\/em> reicht von der <a title=\"Krim\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krim\">Krim<\/a> und dem Osten der T\u00fcrkei bis in den Kaukasus und zum <a title=\"Kopet-Dag\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kopet-Dag\">Kopet-Dag<\/a> sowie im Nordosten des <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Irans<\/a> bis zum <a title=\"Pamir (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pamir_%28Gebirge%29\">Pamir<\/a>, im S\u00fcden bis in das <a class=\"mw-redirect\" title=\"Zagros-Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zagros-Gebirge\">Zagros-Gebirge<\/a>. Ein kleines Vorkommen liegt in <a title=\"Syrien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrien\">Syrien<\/a>.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz ist ein <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Die V\u00f6gel der Nominatform sind Transsaharazieher, die in einem Gebiet \u00fcberwintern, das sich ziemlich genau mit den Savannen der <a title=\"Gro\u00dflandschaft Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Flandschaft_Sudan\">Sudan-Zone<\/a> deckt. Seltene Winternachweise gibt es auch in der Sahara oder aus Westeuropa. Die s\u00fcd\u00f6stliche Unterart <em>samamiricus<\/em> \u00fcberwintert s\u00fcdw\u00e4rts des Brutgebietes vorwiegend im S\u00fcden der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a> sowie in Afrika in <a title=\"\u00c4thiopien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84thiopien\">\u00c4thiopien<\/a> und im <a title=\"Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sudan\">Sudan<\/a> \u00f6stlich des <a title=\"Nil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nil\">Nils<\/a>. In <a title=\"Eritrea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eritrea\">Eritrea<\/a> kommen anscheinend zerstreut V\u00f6gel beider Unterarten nebeneinander vor.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz zieht sehr fr\u00fch in die Winterquartiere. Der Wegzug erfolgt ab Mitte Juli mit dem Abwandern der Jungv\u00f6gel und ist meist Ende September abgeschlossen. Die Hauptzugzeit liegt in der zweiten Augusth\u00e4lfte. Nachz\u00fcgler werden bis in den Oktober, sehr selten noch im November festgestellt. Die meisten V\u00f6gel ziehen in Richtung S\u00fcdwesten ab, so ziehen etwa s\u00fcdschwedische V\u00f6gel \u00fcber S\u00fcdwestfrankreich, Andalusien und Marokko. Der Heimzug erfolgt meist auf \u00f6stlicheren Routen, im genannten Beispiel also \u00fcber Algerien und die Schweiz. Der R\u00fcckzug beginnt etwa Anfang M\u00e4rz. In den Brutgebieten treffen die fr\u00fchesten Heimzieher Ende M\u00e4rz ein, die Hauptankunftszeit liegt zwischen Mitte April und Anfang Mai.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz ist ein <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Die V\u00f6gel der Nominatform sind Transsaharazieher, die in einem Gebiet \u00fcberwintern, das sich ziemlich genau mit den Savannen der <a title=\"Gro\u00dflandschaft Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Flandschaft_Sudan\">Sudan-Zone<\/a> deckt. Seltene Winternachweise gibt es auch in der Sahara oder aus Westeuropa. Die s\u00fcd\u00f6stliche Unterart <em>samamiricus<\/em> \u00fcberwintert s\u00fcdw\u00e4rts des Brutgebietes vorwiegend im S\u00fcden der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a> sowie in Afrika in <a title=\"\u00c4thiopien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%84thiopien\">\u00c4thiopien<\/a> und im <a title=\"Sudan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sudan\">Sudan<\/a> \u00f6stlich des <a title=\"Nil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nil\">Nils<\/a>. In <a title=\"Eritrea\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eritrea\">Eritrea<\/a> kommen anscheinend zerstreut V\u00f6gel beider Unterarten nebeneinander vor.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz zieht sehr fr\u00fch in die Winterquartiere. Der Wegzug erfolgt ab Mitte Juli mit dem Abwandern der Jungv\u00f6gel und ist meist Ende September abgeschlossen. Die Hauptzugzeit liegt in der zweiten Augusth\u00e4lfte. Nachz\u00fcgler werden bis in den Oktober, sehr selten noch im November festgestellt. Die meisten V\u00f6gel ziehen in Richtung S\u00fcdwesten ab, so ziehen etwa s\u00fcdschwedische V\u00f6gel \u00fcber S\u00fcdwestfrankreich, Andalusien und Marokko. Der Heimzug erfolgt meist auf \u00f6stlicheren Routen, im genannten Beispiel also \u00fcber Algerien und die Schweiz. Der R\u00fcckzug beginnt etwa Anfang M\u00e4rz. In den Brutgebieten treffen die fr\u00fchesten Heimzieher Ende M\u00e4rz ein, die Hauptankunftszeit liegt zwischen Mitte April und Anfang Mai.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz ist als H\u00f6hlen- und Halbh\u00f6hlenbr\u00fcter stark an alten Baumbestand gebunden und besiedelt prim\u00e4r lichte und trockene Laubw\u00e4lder, Lichtungen oder Waldr\u00e4nder. Hier bewohnt er vor allem Habitate, die eine aufgelockerte Strauch- und Krautschicht aufweisen, in denen er vorwiegend seine Nahrung findet. Sein Lebensraum deckt sich oft mit dem des <a title=\"Trauerschn\u00e4pper\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trauerschn%C3%A4pper\">Trauerschn\u00e4ppers<\/a>, der aber eher die h\u00f6here Baumschicht als Nahrungsnische nutzt.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig ist der Gartenrotschwanz auch in Siedlungsn\u00e4he anzutreffen, so in Parkanlagen mit lockerem Baumbestand, stark begr\u00fcnten Villenvierteln oder Gartenst\u00e4dten, Dorfr\u00e4ndern und Obstg\u00e4rten, bisweilen auch in Industrieanlagen mit viel Gr\u00fcn. In Jahren mit hohen Bestandszahlen werden auch Misch- und Nadelw\u00e4lder besiedelt.<\/p>\n<p>In Skandinavien ist er ein typischer Brutvogel trockener, lichter und alter Kiefernw\u00e4lder, besiedelt aber auch lichte Birkenw\u00e4lder oder Feldgeh\u00f6lze in Moorlandschaften.<\/p>\n<p>In h\u00f6heren Lagen kommt er meist in der N\u00e4he von Siedlungen mit altem Baumbestand vor, besiedelt aber auch naturnahe, offene Bergw\u00e4lder unterhalb der Baumgrenze \u2013 beispielsweise den <a title=\"Arven-L\u00e4rchenwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arven-L%C3%A4rchenwald\">Arven-L\u00e4rchenwald<\/a>. In Skandinavien kommt er in H\u00f6hen bis 700, in den Sudeten bis 1300 und in den Alpen bis 2000 Meter H\u00f6he vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nahrung wird haupts\u00e4chlich am Boden, in der unteren Strauch- und Krautschicht gesucht. Ist ein \u00fcberreiches Angebot (z.&nbsp;B. schw\u00e4rmende Insekten) in der oberen Strauch- oder Baumschicht vorhanden, wird dieses aber auch durchaus genutzt.<\/p>\n<p>Sie besteht haupts\u00e4chlich aus <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a>, <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a> und <a title=\"Weberknechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weberknechte\">Weberknechten<\/a>, einen gro\u00dfen Anteil machen <a title=\"Hautfl\u00fcgler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hautfl%C3%BCgler\">Haut-<\/a> und <a title=\"Zweifl\u00fcgler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweifl%C3%BCgler\">Zweifl\u00fcgler<\/a> sowie <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fer<\/a> aus. Bei den Hautfl\u00fcglern dominieren <a title=\"Ameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisen<\/a>, <a title=\"Schlupfwespen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlupfwespen\">Schlupf-<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Blattwespen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blattwespen\">Blattwespen<\/a>. Wehrhafte Insekten wie Bienen und Wespen werden weitgehend gemieden. Bei den K\u00e4fern werden vor allem <a class=\"mw-redirect\" title=\"Imagines\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Imagines\">Imagines<\/a> und bodenbewohnende <a title=\"Larve\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Larve\">Larven<\/a> erbeutet. <a title=\"Schmetterlinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmetterlinge\">Schmetterlinge<\/a> spielen vor allem als Nestlingsnahrung eine Rolle, entweder bei <a title=\"Gradation (Zoologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gradation_%28Zoologie%29\">Gradationen<\/a> oder aber \u2013 gezielt gesucht und vor allem in der ersten H\u00e4lfte der Brutzeit \u2013 als Larven. Andere Insektengruppen, aber auch <a title=\"Tausendf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausendf%C3%BC%C3%9Fer\">Tausendf\u00fc\u00dfer<\/a>, <a title=\"W\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrmer\">W\u00fcrmer<\/a>, <a title=\"Asseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asseln\">Asseln<\/a> oder <a title=\"Schnecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnecken\">Schnecken<\/a> dienen vor allem der Nahrungserg\u00e4nzung. Beeren und andere Fr\u00fcchte werden gelegentlich sowohl an Nestlinge verf\u00fcttert, als auch \u2013 vor allem nach der der Brutzeit \u2013 von <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulten<\/a> Tieren gefressen.<\/p>\n<p>Der Gartenrotschwanz legt sein Nest meist in H\u00f6hlen oder Nischen an, seltener br\u00fctet er auch frei. Meist nutzt er nat\u00fcrliche Baumh\u00f6hlen, Astl\u00f6cher oder Spechth\u00f6hlen. Das Innere darf aber nicht komplett im Dunkeln liegen, sondern sollte wenigstens durch schwachen Lichteinfall erhellt sein, etwa durch einen breiten Eingang oder eine zweite \u00d6ffnung. Nicht selten br\u00fctet die Art auch in Halbh\u00f6hlen wie beispielsweise Felsspalten, hohlen Zaunpf\u00e4hlen oder in Reisighaufen. H\u00e4ufig werden auch Strukturen an menschlichen Geb\u00e4uden wie Bretterverschalungen, Holzstapel oder Mauerl\u00f6cher bezogen. Meist findet sich das Nest in einer H\u00f6he von einem bis f\u00fcnf Metern. Wird es am Boden angelegt, dann meist in oder an sch\u00fctzenden Strukturen wie Wurzelwerk, Erdl\u00f6chern oder Steinhaufen. Freistehende Nester finden sich meist im Ge\u00e4st. In den trockenen Kiefernw\u00e4ldern Finnlands br\u00fctet der Gartenrotschwanz sehr h\u00e4ufig am Boden.<\/p>\n<p>Gartenrotschw\u00e4nze f\u00fchren meist eine monogame Saisonehe, es wurden aber auch F\u00e4lle von <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bigynie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bigynie\">Bigynie<\/a> festgestellt. Balz und Paarbildung finden am Brutplatz statt. Das etwas fr\u00fcher eintreffende M\u00e4nnchen gr\u00fcndet ein Revier und macht sich auf die Suche nach geeigneten Nisth\u00f6hlen. Diese werden dann vom Weibchen inspiziert, das dann die endg\u00fcltige Entscheidung trifft.<\/p>\n<p>Das Nest wird fast ausschlie\u00dflich vom Weibchen gebaut, das dazu 1,5 bis 8 Tage ben\u00f6tigt. Die Gr\u00f6\u00dfe wird oft vom Volumen der Nisth\u00f6hle bestimmt. Es besteht aus einem losen Unterbau aus trockenem Pflanzenmaterial wie Stroh, Gr\u00e4sern, Moos, Laub oder Kiefernnadeln. H\u00e4ufig finden sich kleine Beimengungen anderer, gr\u00f6berer Materialien wie Rinde, kleine Zweige, Flechten oder Weidenk\u00e4tzchen. Die eigentliche Nistmulde, die etwa 60 bis 65 Millimeter breit und 25 bis 48 Millimeter tief ist, besteht oft aus dem gleichen Material wie der Unterbau, dieses ist aber feiner und wird sorgf\u00e4ltiger verbaut. Sie wird oft mit Federn, Moos, Tierhaaren oder \u00e4hnlichem ausgekleidet.<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus 3 bis 9, meist 6 oder 7 Eiern. Befinden sich mehr Eier im Nest, handelt es sich vermutlich um die Gelege zweier Weibchen. Die Eier sind oval, zeigen eine tief gr\u00fcnlich blaue F\u00e4rbung und sind matt bis schwach gl\u00e4nzend. Sehr selten findet sich am stumpfen Pol eine schwache, r\u00f6tlich braune Fleckung. Die Bebr\u00fctung dauert etwa 12 bis 14 Tage und beginnt kurz nach der Ablage des letzten Eies. Das Schl\u00fcpfen der Jungv\u00f6gel, vom ersten bis zum letzten, kann l\u00e4nger als einen Tag dauern. Nach durchschnittlich 14 Tagen fliegen die Jungen aus.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa findet meist eine Jahresbrut statt. Bei Verlust der Brut kann es auch noch recht sp\u00e4t zu Ersatzbruten kommen. Der fr\u00fcheste Legebeginn ist etwa Ende April\/Anfang Mai, die sp\u00e4testen Eiablagen wurden in der ersten Julih\u00e4lfte beobachtet. Die sp\u00e4testen Ausfliegedaten wurden im August festgestellt.<\/p>\n<p>Umsiedelungen finden h\u00e4ufig nur erzwungenerma\u00dfen statt und neue Reviere werden oft in geringer Entfernung bezogen. Zweit- oder Ersatzbruten finden meist im gleichen Revier, manchmal sogar am gleichen Neststandort statt.<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel wandern nach kurzen Dispersionen sehr schnell in die Winterquartiere ab. Sie werden vermutlich etwa gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Vorj\u00e4hrige V\u00f6gel siedeln sich oft in der N\u00e4he des Brutortes an, manchmal jedoch durchaus auch in gr\u00f6\u00dferer Entfernung.<\/p>\n<p>foto: mihai baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) ist eine Vogelart aus der Familie der Fliegenschn\u00e4pper (Muscicapidae), fr\u00fcher wurde die Gattung mit anderen schm\u00e4tzer\u00e4hnlichen Arten zu den Drosseln (Turdidae) gez\u00e4hlt. Er besiedelt Eurasien ostw\u00e4rts bis zum Baikalsee sowie Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens. 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