{"id":2273,"date":"2013-02-24T12:17:33","date_gmt":"2013-02-24T10:17:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/mittelspecht-dendrocopos-medius\/"},"modified":"2013-02-24T13:31:53","modified_gmt":"2013-02-24T11:31:53","slug":"mittelspecht-dendrocopos-medius","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/mittelspecht-dendrocopos-medius\/","title":{"rendered":"Mittelspecht (Dendrocopos medius)"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"post-title entry-title\">&nbsp;<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>Mittelspecht<\/strong> (<em>Dendrocopos medius<\/em>) ist eine in <a title=\"Mitteleuropa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mitteleuropa\">Mitteleuropa<\/a> relativ seltene <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Spechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechte\">Spechte<\/a> (Picidae). Sie ist in einem vergleichsweise kleinen Gebiet der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Pal\u00e4arktische Region\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktische_Region\">West- und S\u00fcdwestpal\u00e4arktis<\/a> verbreitet. Die Art ben\u00f6tigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen \u00c4sten und Stammbereichen. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes zeigt der Mittelspecht daher eine Bindung an W\u00e4lder mit alten Eichen; er wurde in den letzten Jahren aber auch in naturnahen Laubw\u00e4ldern nachgewiesen, in denen andere Baumarten dominieren.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist nur geringf\u00fcgig kleiner als der <a title=\"Buntspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buntspecht\">Gro\u00dfe Buntspecht<\/a>, aber bedeutend gr\u00f6\u00dfer als der <a title=\"Kleinspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinspecht\">Kleinspecht<\/a>. Er ist der einzige europ\u00e4ische Specht, bei dem der Farb<a title=\"Sexualdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexualdimorphismus\">dimorphismus<\/a> zwischen den Geschlechtern nur sehr schwach ausgepr\u00e4gt ist. Der Mittelspecht ist ein typischer Buntspecht mit kontrastierender schwarz-wei\u00dfer Gefiederzeichnung. Die schwarzen Gesichtszeichen sind bei dieser Art vergleichsweise schwach ausgepr\u00e4gt, sodass das Gesicht \u00fcberwiegend schmutzig wei\u00df erscheint. Insbesondere unterscheidet sich dieser Specht durch das Fehlen eines schwarzen <a class=\"new\" title=\"Z\u00fcgelbandes (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Z%C3%BCgelbandes&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Z\u00fcgelbandes<\/a> von allen anderen europ\u00e4ischen Buntspechten. Der Scheitel ist bei beiden Geschlechtern von einer ziegelroten, zum Nacken hin ins Rotorange wechselnden, nicht schwarz gerandeten Gefiederpartie bedeckt; sehr h\u00e4ufig, insbesondere in aggressions- oder sexuell motivierten Situationen werden die Scheitelfedern gestr\u00e4ubt. Der Schnabel ist relativ kurz, hellgrau und nicht sehr kr\u00e4ftig. R\u00fccken und Fl\u00fcgel sind gl\u00e4nzend schwarz, der Schulterbereich ist wei\u00df, die Armdecken sind breit wei\u00df geb\u00e4ndert. Der kr\u00e4ftige St\u00fctzschwanz ist schwarz, die \u00e4u\u00dferen Steuerfedern sind wei\u00df mit einer individuell sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gten Schwarzzeichnung. Die Flanken sind auffallend dunkelgrau l\u00e4ngsgestrichelt. Die Brust dieses Spechtes ist blassgelblich gef\u00e4rbt, der Bauch weist einen Rosaton auf, der sich zum Stei\u00df hin zum R\u00f6tlichen verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel sind etwas blasser, weniger kontrastreich gef\u00e4rbt. Ihre Scheitelplatte ist nur angedeutet r\u00f6tlich, die Bauchpartie ist schmutzig wei\u00df.<\/p>\n<p>Die durchschnittliche K\u00f6rperl\u00e4nge des Mittelspechtes betr\u00e4gt 21&nbsp;Zentimeter. Er ist damit etwa 15&nbsp;Prozent kleiner als der Gro\u00dfe Buntspecht, aber 40&nbsp;Prozent gr\u00f6\u00dfer als der Kleinspecht. Die Spannweite liegt bei 34&nbsp;Zentimetern. Das Gewicht adulter Mittelspechte schwankt zwischen 50 und 85&nbsp;Gramm.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist eine gut zu bestimmende Buntspechtart, obwohl er bei ungen\u00fcgenden Beobachtungsverh\u00e4ltnissen leicht mit dem Gro\u00dfen Buntspecht, dem <a title=\"Blutspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blutspecht\">Blutspecht<\/a> oder dem <a title=\"Wei\u00dfr\u00fcckenspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fr%C3%BCckenspecht\">Wei\u00dfr\u00fcckenspecht<\/a> verwechselt werden kann. Wichtigstes Erkennungszeichen ist die rote Scheitel- und Nackenpartie sowie die nur sp\u00e4rliche Schwarzzeichnung des Gesichtes des Mittelspechts. Bei allen anderen Buntspechten tragen nur die M\u00e4nnchen einen roten Hinterhauptfleck, die Schwarzzeichnungen im Gesicht sind bei ihnen viel gro\u00dffl\u00e4chiger, vor allem reicht bei allen anderen das schwarze Z\u00fcgelband bis zur Schnabelwurzel. Schwieriger sind Jungv\u00f6gel des Buntspechtes und des Blutspechtes von adulten Mittelspechten zu unterscheiden, da auch diese in beiden Geschlechtern eine rote Scheitelplatte tragen. Die sicherste Unterscheidung bieten neben dem Gr\u00f6\u00dfenunterschied auch hier die Schwarzanteile im Gesicht, die bei Buntspecht und Blutspecht bedeutend ausgepr\u00e4gter sind als beim Mittelspecht. Insbesondere ist auch bei Jungv\u00f6geln auf das Vorhandensein eines schwarzen Z\u00fcgels, der bis zur Schnabelwurzel reicht, zu achten. Wichtige Unterscheidungsmerkmale zum Buntspecht sind die rosa Unterschwanzdecken, die allm\u00e4hlich in das Wei\u00df des Bauchs \u00fcbergehen (beim Buntspecht rote Unterschwanzdecken mit scharfer Grenze zum Wei\u00df des Bauchs) und die schwarze Flankenstreifung (beim Buntspecht wei\u00dfe Flanken ohne Streifung).<\/p>\n<p>Das Stimmrepertoire des Mittelspechtes ist sehr vielf\u00e4ltig. Einige der Rufe dieser Art unterscheiden sich auff\u00e4llig von denen anderer Buntspechte. Bekanntester Ruf ist das sogenannte <em>Qu\u00e4ken<\/em>, das etwa mit <em>kw\u00e4\u00e4h\u2026kw\u00e4\u00e4h\u2026kw\u00e4\u00e4h<\/em> oder <em>gh\u00e4\u00e4h\u2026gh\u00e4\u00e4h\u2026gh\u00e4\u00e4h<\/em> transkribiert werden kann. Dieser Gesang dient sowohl der territorialen Positionierung als auch als Balzgesang. Er besteht aus mindestens zwei, meist aber aus bedeutend mehr (bis zu drei\u00dfig) Einzelelementen und wird vor allem, aber nicht ausschlie\u00dflich, vom M\u00e4nnchen vorgetragen. Zu Beginn ist die klagende Rufreihe vokalisiert, zum Ende hin wird sie rau und kr\u00e4chzend. Der Ruf tr\u00e4gt sehr weit; entfernt erinnert er an den Warnruf des <a title=\"Eichelh\u00e4her\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichelh%C3%A4her\">Eichelh\u00e4hers<\/a> (<em>Garrulus glandarius<\/em>). Der Mittelspecht wird schon sehr fr\u00fch im Jahr, oft schon im J\u00e4nner akustisch auff\u00e4llig; der Gesangsgipfel wird in der Hauptbalzzeit von Mitte M\u00e4rz bis Mitte April erreicht. Auch im Sp\u00e4therbst ist das <em>Qu\u00e4ken<\/em> gelegentlich wieder zu vernehmen. Neben diesem markantesten Ruf besteht eine Vielzahl von kurzen, oft auch gereihten Laut\u00e4u\u00dferungen. Am h\u00e4ufigsten ist ein kurzer <em>G\u00fck<\/em>-Laut zu h\u00f6ren, der in Erregungssituationen zu einer langen Rufreihe werden kann. Auffallend und charakteristisch ist die abfallende Tonreihe und das betonte erste Element.<\/p>\n<p>Mittelspechte trommeln \u00e4u\u00dferst selten. Offenbar wird die revieranzeigende Funktion des Trommelns bei dieser Art vom <em>Qu\u00e4ken<\/em> \u00fcbernommen. Die eher leisen Trommelwirbel bestehen aus 18\u201330&nbsp;Einzelschl\u00e4gen und dauern knapp 2&nbsp;Sekunden. Die Intervalle zwischen den Schl\u00e4gen bleiben gleich.<\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Mittelspechtes beginnt in Westeuropa im <a title=\"Kantabrisches Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kantabrisches_Gebirge\">Kantabrischen Gebirge<\/a>, zieht sich \u00fcber die <a title=\"Pyren\u00e4en\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pyren%C3%A4en\">Pyren\u00e4en<\/a> und \u00fcber gro\u00dfe Teile Frankreichs und Teile Belgiens nach Mitteleuropa und endet im Westen des europ\u00e4ischen Teils Russlands. In den Niederlanden bewohnt der Mittelspecht nur die s\u00fcdlichen Landesteile, in den westlichen und s\u00fcdwestlichen Bereichen der <a title=\"Norddeutsches Tiefland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norddeutsches_Tiefland\">Norddeutschen Tiefebene<\/a> fehlt die Art bis auf kleine inselartige Vorkommen weitgehend, erst in der Umgebung von Hamburg erreichen die Brutgebiete wieder k\u00fcstenn\u00e4here Regionen. In Skandinavien br\u00fctet die Art nicht, nachdem die kleinen Restpopulationen in D\u00e4nemark 1959 und auf <a title=\"Gotland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotland\">Gotland<\/a> 1982 erloschen sind. In Osteuropa sind Polen, <a title=\"Lettland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lettland\">Lettland<\/a>, <a title=\"Litauen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Litauen\">Litauen<\/a> und <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrussland<\/a> gut von dieser Spechtart besiedelt, w\u00e4hrend in <a title=\"Estland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Estland\">Estland<\/a> nur eine sehr kleine, aber wachsende Population in den s\u00fcdlichen Landesteilen vorkommt. In S\u00fcd- und S\u00fcdosteuropa ist die Art in kleinen Verbreitungsinseln in Italien vertreten, viel dichter sind die Vorkommen in Ungarn und auf dem Balkan. In der T\u00fcrkei bestehen gute Vorkommen im <a title=\"Pontisches Gebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontisches_Gebirge\">Pontischen Gebirge<\/a>, im \u00e4g\u00e4ischen K\u00fcstenland und im <a title=\"Taurusgebirge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taurusgebirge\">Taurus<\/a>. Schlie\u00dflich br\u00fctet die Art noch im <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasus<\/a> und <a title=\"Transkaukasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transkaukasien\">Transkaukasien<\/a> sowie im <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Westiran<\/a>. Au\u00dfer auf der \u00c4g\u00e4isinsel <a title=\"Lesbos\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lesbos\">Lesbos<\/a> nahe der kleinasiatischen K\u00fcste scheint dieser Specht auf keiner anderen Mittelmeerinsel vorzukommen.<\/p>\n<p>In Deutschland ist der Mittelspecht weit verbreitet, aber nirgendwo h\u00e4ufig. Die besten Vorkommen liegen in Baden-W\u00fcrttemberg (entlang des gesamten <a title=\"Oberrhein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberrhein\">Oberrheins<\/a> und im <a title=\"Neckarbecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neckarbecken\">Neckarbecken<\/a>), in Brandenburg (<a title=\"Biosph\u00e4renreservat Schorfheide-Chorin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biosph%C3%A4renreservat_Schorfheide-Chorin\">Schorfheide Chorin<\/a>; <a title=\"Uckerm\u00e4rkische Seen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uckerm%C3%A4rkische_Seen\">Uckerm\u00e4rkische Seen<\/a>), sowie in Niedersachsen und Bayern, hier vor allem in den Donauauen und im <a title=\"Gerolfing\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerolfing\">Gerolfinger<\/a> Eichenwald. In \u00d6sterreich ist der Mittelspecht in den \u00f6stlichen und s\u00fcd\u00f6stlichen Landesteilen vertreten. So bestehen gute Populationen im <a title=\"Wienerwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wienerwald\">Wienerwald<\/a> und im <a title=\"Wiener Prater\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiener_Prater\">Wiener Prater<\/a> und in den Hartholzauen entlang der s\u00fcdsteirischen <a title=\"Mur (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mur_%28Fluss%29\">Mur<\/a>. In der Schweiz sind nur die n\u00f6rdlichen Landesteile von dieser Spechtart besiedelt. Die gr\u00f6\u00dften Vorkommen liegen im <a title=\"Z\u00fcrcher Weinland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrcher_Weinland\">Z\u00fcrcher Weinland<\/a>, in der Gegend um <a title=\"Basel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Basel\">Basel<\/a> sowie am S\u00fcdfu\u00df des <a title=\"Jura (Gebirge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jura_%28Gebirge%29\">Jura<\/a>.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist eine Charakterart der warmgem\u00e4\u00dfigten Laubwaldzone Europas und Westasiens. Er folgt auff\u00e4llig dem Verbreitungsgebiet der <a title=\"Hainbuche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hainbuche\">Hainbuche<\/a> (<em>Carpinus betulus<\/em>), mit deren Verbreitungsgrenzen die Mittelspechtvorkommen nur in Nordspanien (dort kommt die Hainbuche nicht vor) und in S\u00fcdengland (dort kommt der Mittelspecht nicht vor) nicht \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis Ende der 1990er Jahre wurde die enge Bindung des Mittelspechts in Mitteleuropa an alte <a title=\"Eichen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichen\">Eichen<\/a> betont und die Art daher als Charakterart alter Eichenw\u00e4lder bezeichnet. Seitdem wurden in Deutschland jedoch auch Vorkommen in Buchenurw\u00e4ldern, in urwaldartigen Erlenbruchw\u00e4ldern und im Kaukasus auch Reviere in Weichholzauen mit angrenzenden Buchenw\u00e4ldern gefunden. Eine neue Untersuchung, die im Landkreis <a class=\"mw-redirect\" title=\"Esslingen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Esslingen\">Esslingen<\/a> in Baden-W\u00fcrttemberg durchgef\u00fchrt wurde, ergab zudem sehr hohe Bestandsdichten in Obstbaumwiesen, insbesondere dann, wenn diese an geschlossene Laubwaldgebiete grenzten. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man geht heute davon aus, dass weniger die Artenzusammensetzung eines Waldgebietes als dessen Alter und die Bewirtschaftungsform f\u00fcr das Vorkommen des Mittelspechts ausschlaggebend sind. Die Art ben\u00f6tigt zur Nahrungssuche B\u00e4ume mit grobrissiger Rinde oder stark strukturiertes <a title=\"Totholz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Totholz\">Totholz<\/a>. In forstlich bewirtschafteten W\u00e4ldern ist die Art daher auf Eichen angewiesen, da nur diese auch bereits in j\u00fcngerem Alter ausreichend grobrissig sind. In eichenfreien W\u00e4ldern ist au\u00dferdem ein ausreichendes Angebot an stehendem <a title=\"Totholz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Totholz\">Totholz<\/a> Basis f\u00fcr eine ausreichende Nahrungsgrundlage. Die Art ist demnach weniger an Eichen gebunden als an naturnahe, totholzreiche W\u00e4lder und gilt daher heute als Urwaldrelikt. Da <a title=\"Rotbuche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotbuche\">Rotbuchen<\/a> erst im bereits hiebreifen Alter ab etwa 150-200 Jahren eine grobrissige Rinde und f\u00fcr den Mittelspecht nutzbare Totholzpartien entwickeln, wird das gro\u00dffl\u00e4chige Fehlen der Art in den mitteleurop\u00e4ischen Buchenw\u00e4ldern heute als \u201eforstwirtschaftliches Artefakt\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Mitteleuropa findet die Art heute geeignete Habitatstrukturen vor allem in Augebieten und in naturbelassenen Hangw\u00e4ldern. Grenzen Eichenbest\u00e4nde an ausgedehnte alte Obstg\u00e4rten oder liegen Eichenbest\u00e4nde in gro\u00dffl\u00e4chigen Parklandschaften, vermag der Mittelspecht auch solche <a title=\"Sekund\u00e4rbiotop\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sekund%C3%A4rbiotop\">Sekund\u00e4rhabitate<\/a> zu besiedeln. Wesentlich ist auch die Gr\u00f6\u00dfe der Waldgebiete selbst. Stark fragmentierte W\u00e4lder oder Geh\u00f6lze unter 10 Hektar werden kaum besiedelt. Ganz selten br\u00fcten Mittelspechte in Nadelwaldgebieten. So kommt die Art in Mittelgriechenland in einem Bergwaldgebiet mit <a title=\"Schwarzkiefer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzkiefer\">Schwarzf\u00f6hren<\/a> und der <a title=\"Griechische Tanne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Griechische_Tanne\">Griechischen Tanne<\/a> (<em>Abies cephalonica<\/em>) vor, auf Lesbos werden gro\u00dfe, alte <a title=\"Olivenbaum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olivenbaum\">Olivenpflanzungen<\/a> bewohnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Zentral- und Osteuropa kommt der Mittelspecht vor allem in niederen Lagen und im H\u00fcgelland vor; Brutpl\u00e4tze \u00fcber 900 Metern sind in dieser Zone nicht bekannt. In Italien, auf dem Balkan sowie in der T\u00fcrkei br\u00fcten diese Spechte bis in H\u00f6hen von 1700 Metern, aus dem Kaukasus und dem Iran sind noch h\u00f6her gelegene Brutvorkommen bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Siedlungsdichten k\u00f6nnen in Optimalhabitaten sehr hoch sein. So wurden im \u00f6stlichen Wienerwald fast vier Brutpaare auf 10 Hektar festgestellt, \u00e4hnliche Maximalwerte wurden in der Gegend um <a title=\"Schaffhausen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schaffhausen\">Schaffhausen<\/a> in einer Hartholzaue entlang des Hochrheins ermittelt, wo ein M\u00e4nnchenrevier etwa vier Hektar umfasste. \u00dcblicherweise sind Mittelspechtreviere jedoch viel gr\u00f6\u00dfer; Durchschnittsgr\u00f6\u00dfen der Sommerreviere liegen zwischen 10 und 20 Hektar; Winterreviere sind wesentlich gr\u00f6\u00dfer, in ihren Grenzstrukturen jedoch sehr variabel.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist ein Vertreter der recht umfangreichen Gattung <em>Dendrocopos<\/em>, in der kleine bis mittelgro\u00dfe Baumspechte von \u00fcberwiegend schwarz-wei\u00dfem Federkleid zusammengefasst sind. Die 20 Vertreter der Gattung <em>Dendrocopos<\/em> kommen in <a title=\"Eurasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasien\">Eurasien<\/a> sowie in Nordafrika vor. Bis vor wenigen Jahren war <em>Dendrocopos<\/em> mit verwandten, vor allem <a title=\"Nearktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nearktis\">nearktischen<\/a> Arten in der Gattung <em>Picoides<\/em> vereint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wahrscheinlich lag das <a title=\"Eiszeitalter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiszeitalter\">glaziale<\/a> R\u00fcckzugsgebiet des Mittelspechts auf dem <a title=\"Balkanhalbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkanhalbinsel\">Balkan<\/a> oder im \u00f6stlichen Mittelmeerraum, von wo aus die nacheiszeitliche Ausbreitung erfolgte. Zurzeit unterscheiden die meisten Autoren vier Unterarten, die sich jedoch nur geringf\u00fcgig voneinander unterscheiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>D. m. medius:<\/em> Die <a title=\"Nominotypisches Taxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominotypisches_Taxon\">Nominatform<\/a> kommt in Europa und in der Nordwestt\u00fcrkei vor. Die V\u00f6gel aus Spanien sind etwas farbintensiver gezeichnet, vor allem die Rosaf\u00e4rbung des Stei\u00dfes ist ausgedehnter und intensiver. Die t\u00fcrkischen Spechte weisen eine etwas intensivere Flankenstrichelung auf. Diese F\u00e4rbungsvarianten f\u00fchrten zur Beschreibung der Unterarten <em>D. m. lilianae<\/em> und <em>D. m. splendidor<\/em>, die jedoch zurzeit nicht anerkannt sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>D. m. caucasicus:<\/em> Diese Unterart ist in der Nordt\u00fcrkei und im <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasusgebiet<\/a> verbreitet. Die Bauchpartie ist heller als bei der Nominatform, die Brust deutlich gelblich gef\u00e4rbt. Die \u00e4u\u00dferen Steuerfedern sind stark und regelm\u00e4\u00dfig schwarz geb\u00e4ndert. Der Stei\u00df ist r\u00f6tlicher als bei <em>D. m. medius<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>D. m. anatoliae:<\/em> Eine nicht allgemein anerkannte Unterart aus der S\u00fcd- und S\u00fcdwestt\u00fcrkei, die von einigen Autoren mit der obigen vereint wird. Die V\u00f6gel sind <em>D. m. caucasicus<\/em> \u00e4u\u00dferst \u00e4hnlich, aber geringf\u00fcgig kleiner.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>D. m. sanctijohannis:<\/em> Die Spechte dieser Unterart kommen im Norden des <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Irans<\/a>, vielleicht auch im <a title=\"Irak\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Nordirak<\/a> vor. Die Rasse zeigt eine auffallend wei\u00dfe Gesichtszeichnung, auch die Unterseite ist weitgehend wei\u00df bis auf eine sehr ausgedehnte Rotzeichnung, die vom Unterbauch \u00fcber den Stei\u00df bis zu Unterschwanzdeckfedern reicht. Die Flanken sind sehr eng schwarz gestrichelt.<\/p>\n<p>Mittelspechte ern\u00e4hren sich vornehmlich von unterschiedlichen <a title=\"Gliederf\u00fc\u00dfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gliederf%C3%BC%C3%9Fer\">Arthropoden<\/a> und deren Entwicklungsstadien. Dabei \u00fcberwiegen stamm- und rindenbewohnende Arten gegen\u00fcber jenen, die auf Zweigen oder Bl\u00e4ttern leben. Holzbohrende K\u00e4ferlarven spielen keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle. Nach der Individuenzahl bilden <a title=\"Blattl\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blattl%C3%A4use\">Blattl\u00e4use<\/a>, verschiedene <a title=\"Ameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ameisen\">Ameisenarten<\/a> wie die <a title=\"Gl\u00e4nzendschwarze Holzameise\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gl%C3%A4nzendschwarze_Holzameise\">Gl\u00e4nzendschwarze Holzameise<\/a> oder die <a title=\"Fremde Wegameise\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fremde_Wegameise\">Fremde Wegameise<\/a> den Nahrungshauptanteil, w\u00e4hrend Gattungen der <a title=\"Waldameisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldameisen\">Waldameisen<\/a> eine nur untergeordnete Bedeutung im Nahrungserwerb dieses Spechtes haben. Daneben bilden noch <a title=\"K\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4fer\">K\u00e4fer<\/a>, <a title=\"Schildl\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schildl%C3%A4use\">Schildl\u00e4use<\/a>, <a title=\"Schnaken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnaken\">Schnaken<\/a>, verschiedene <a title=\"Raupe (Schmetterling)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raupe_%28Schmetterling%29\">Raupen<\/a> sowie <a title=\"Fliegen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fliegen\">Fliegen<\/a>, <a title=\"M\u00fccken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCcken\">M\u00fccken<\/a> und <a title=\"Asseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asseln\">Asseln<\/a> Bestandteile der animalischen Kost. Die meisten Beutetiere sind klein, die mittlere L\u00e4nge betr\u00e4gt etwa 8,5 Millimeter. An frisch geschl\u00fcpfte K\u00fcken werden vor allem Blattl\u00e4use verf\u00fcttert, mit zunehmendem Alter gleicht die Nestlingsnahrung der der Erwachsenen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Mittelspecht nimmt vegetarische Kost zu sich, jedoch bei weitem nicht in dem Ausma\u00df, wie dies beim <a title=\"Buntspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buntspecht\">Gro\u00dfen Buntspecht<\/a>, besonders aber beim <a title=\"Blutspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blutspecht\">Blutspecht<\/a> festzustellen ist. Im Fr\u00fchjahr <a title=\"Ringeln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ringeln\">ringelt<\/a> er gelegentlich safttreibende B\u00e4ume, vor allem <a title=\"Linden (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linden_%28Botanik%29\">Linden<\/a>, um Baums\u00e4fte aufnehmen zu k\u00f6nnen; im Juni und Juli k\u00f6nnen Kirschen eine wichtige Beikost sein, die auch an die Jungen verf\u00fcttert wird. Im Herbst und Winter spielen N\u00fcsse und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kiefernartige\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiefernartige\">Koniferensamen<\/a> eine gewisse, wenn auch untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist ein \u00e4u\u00dferst agiler, unruhig und rastlos wirkender Specht. Er huscht unter andauerndem Stochern \u00e4u\u00dferst gewandt die St\u00e4mme auf- und abw\u00e4rts, wobei er wie ein <a title=\"Kleiber (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleiber_%28Art%29\">Kleiber<\/a> auch kopf\u00fcber abw\u00e4rts klettert. Die Verweildauer auf einem Nahrungsbaum ist oft nur kurz. Auch geringf\u00fcgige Ortswechsel legt er fliegend zur\u00fcck. Der Streckenflug ist ein kr\u00e4ftiger und schneller Bogenflug. Die Aufw\u00e4rtsbewegung wird durch einige kr\u00e4ftige, schnell aufeinanderfolgende Fl\u00fcgelschl\u00e4ge erreicht, am Bogengipfel werden die Fl\u00fcgel eng an den K\u00f6rper gelegt. Pl\u00f6tzliche Richtungswechsel sind von einem lauten Ger\u00e4usch begleitet. H\u00e4ufig sitzt er wie ein Singvogel quer auf einem Ast und nicht, wie die meisten anderen Spechte, in der L\u00e4ngsrichtung.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist wie alle Spechte tagaktiv, seine Aktivit\u00e4tsphase reicht von Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang. Vor Einbruch der Abendd\u00e4mmerung kann er noch eine gewisse Zeit in der N\u00e4he seiner Schlafh\u00f6hle verweilen, bevor er in diese einschl\u00fcpft. Die Nacht wird in einer Schlafh\u00f6hle verbracht, gelegentlich auch in einem Nistkasten. Ausgesprochenes Schlechtwetter verk\u00fcrzt die Aktivit\u00e4tszeit. W\u00e4hrend der fr\u00fchen Nachmittagsstunden werden Ruhepausen eingelegt, die der Specht meist im Kronenbereich verbringt und auch zur Gefiederpflege nutzt. Spezifische Komfortverhaltensweisen wurden selten beobachtet; einige Male wurden Mittelspechte beim Sonnenbaden gesehen, wobei sie den Kopf einziehen und das Gefieder str\u00e4uben.<\/p>\n<p>Mittelspechte sind w\u00e4hrend des gesamten Jahres territorial und begegnen Artgenossen innerhalb der Reviergrenzen aggressiv. Sie antworten sofort auf Rufattrappen, h\u00e4ufig fliegen sie die Schallquelle auch an. Weibchen werden im Winterrevier geduldet, von besonders ergiebigen Futterquellen aber oft vertrieben. Auf Buntspechtrufe und Laut\u00e4u\u00dferungen des Stares reagiert der Mittelspecht aggressiv, obwohl strittig ist, ob es zu einer echten Rivalit\u00e4t zwischen diesen Arten kommt, da sie doch verschiedene Lebensbereiche im zuweilen gemeinsamen Nahrungshabitat nutzen. Einige Male wurden besetzte Buntspecht- und Mittelspechth\u00f6hlen auf engstem Raum nebeneinander gefunden, ohne dass ein Aggressionsverhalten feststellbar gewesen w\u00e4re. Sicher ist aber auch, dass der Buntspecht in der direkten Auseinandersetzung \u00fcberlegen ist und gelegentlich auch besetzte Mittelspechth\u00f6hlen \u00fcbernimmt und die Nestlinge t\u00f6tet. Auf <a title=\"Eichh\u00f6rnchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichh%C3%B6rnchen\">Eichh\u00f6rnchen<\/a> und <a title=\"Bilche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bilche\">Bilche<\/a> reagiert der Mittelspecht energisch <a title=\"Hassen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hassen\">hassend<\/a> und versucht sie mit direkten Flugattacken zu vertreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor Flugfeinden, insbesondere dem <a title=\"Sperber (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperber_%28Art%29\">Sperber<\/a>, verharrt der Mittelspecht, wenn er nicht in eine H\u00f6hle fliehen kann, regungslos eng an den Stamm gedr\u00fcckt. Diese <em>Einfrierposition<\/em> ist auch von anderen Buntspechten bekannt. Angriffen von <a title=\"Marder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marder\">Mardern<\/a>, dem zweiten wesentlichen <a title=\"Pr\u00e4dator\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4dator\">Pr\u00e4dator<\/a>, k\u00f6nnen sich adulte V\u00f6gel meist fliegend entziehen, w\u00e4hrend eben fl\u00fcgge gewordene und Jungv\u00f6gel ihnen oft zum Opfer fallen.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist ein ausgesprochener Baumspecht, der nur sehr selten seine Nahrung auf der Erde oder auf liegenden St\u00e4mmen oder \u00c4sten sucht. Dabei bevorzugt er w\u00e4hrend des gesamten Jahres den inneren Kronenbereich grobborkiger, alter Laubb\u00e4ume, insbesondere von Eichen. Die oberen und mittleren Stammabschnitte werden bedeutend weniger h\u00e4ufig genutzt, die unteren Stammabschnitte vergleichsweise selten. Allerdings variiert die Nutzung der verschiedenen Abschnitte w\u00e4hrend des Jahres etwas, vor allem im Winter werden die mittleren und oberen Stammabschnitte sowie gro\u00dfe Seiten\u00e4ste h\u00e4ufiger aufgesucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Mittelspecht sammelt seine Beutetiere von der Stammoberfl\u00e4che auf, indem er mit hastigen Bewegungen in Borkenrissen stochert, Bl\u00e4tter absucht und gelegentlich auch in kurzen Ausfallsfl\u00fcgen Fluginsekten zu erbeuten sucht. Bei der Beutesuche klettert er sehr gewandt, auch kopf\u00fcber und seitlich an \u00c4sten; Beeren und Kirschen erntet er oft, indem er sich kopfunter an ein \u00c4stchen klammert. Nach verborgenen Beutetieren hackt diese Spechtart vergleichsweise selten und nicht sehr ausdauernd; nur in der obersten Borkenschicht und unter losen Rindenteilen werden holzbewohnende Insekten und deren Larven erbeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um N\u00fcsse \u00f6ffnen zu k\u00f6nnen oder um an Koniferensamen heranzukommen, benutzt der Mittelspecht einfache <a title=\"Schmiede (Spechte)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmiede_%28Spechte%29\">Schmieden<\/a>. Echte Schmieden legt diese Art jedoch nicht an. Im Fr\u00fchjahr ringelt er safttreibende B\u00e4ume oder nutzt Saftaustritte aus Rindenverletzungen oder Ringelstellen anderer Spechte.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht ist in hohem Ma\u00dfe standorttreu. Auch in strengen Wintern verharrt die Art im Brutgebiet, das allerdings w\u00e4hrend der Wintermonate gro\u00dfr\u00e4umig erweitert wird. Gelegentlich <a title=\"Strichvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strichvogel\">verstreichen<\/a> Mittelspechte winters auch in g\u00fcnstigere Nahrungsgebiete und k\u00f6nnen dann in Parks oder an Futterstellen beobachtet werden. Auch die Jugenddispersion f\u00fchrt meist nur \u00fcber kurze Distanzen, ein nestjung beringter Vogel wurde allerdings 55 Kilometer entfernt wiedergefunden. Gelegentlich kommt es zu kleinr\u00e4umigen Wanderbewegungen und ausgedehnteren Dispersionsfl\u00fcgen, wie etwa das regelm\u00e4\u00dfige Erscheinen von Mittelspechten in den ehemaligen s\u00fcdschwedischen Brutgebieten zeigt, bei denen es sich offenbar um <a title=\"Baltikum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltikum\">baltische<\/a> Spechte handelt.<\/p>\n<p>Mittelspechte werden am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif; sie f\u00fchren eine weitgehend monogame Brutsaisonehe. Die Partnerschaft wird nach der Brutsaison loser, d\u00fcrfte aber h\u00e4ufig locker auch \u00fcber den Winter weiter bestehen und zur Hauptbalzzeit erneuert werden. Wie bei allen Spechten ist die innerartliche Aggression sehr gro\u00df, sie wird langsam mit dem Aufbau des Brutreviers und mit dem H\u00f6hlenbau abgebaut, erlischt aber auch bei verpaarten Mittelspechten nie ganz. Schon Ende J\u00e4nner, h\u00e4ufiger aber im Februar und verst\u00e4rkt im M\u00e4rz, streift das M\u00e4nnchen mit lauten <em>Qu\u00e4k<\/em>-Rufen durch sein Nahrungsrevier. N\u00e4hert sich ein Weibchen, intensiviert das M\u00e4nnchen das <em>Qu\u00e4ken<\/em> und umfliegt es in einem auff\u00e4lligen Flatterflug. Danach lockt es das Weibchen zu vollendeten oder begonnenen H\u00f6hlen, die durch Klopfen angezeigt werden. Dabei sind die Federn der roten Kopfplatte gestr\u00e4ubt. Das Weibchen inspiziert die H\u00f6hlen und kann bald durch eine geduckte K\u00f6rperhaltung zu einer Kopulation auffordern. Die ersten Kopulationen finden schon im Februar statt, h\u00e4ufiger werden sie jedoch erst im M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht zimmert seine H\u00f6hlen ausschlie\u00dflich in B\u00e4umen mit weichen H\u00f6lzern wie etwa <a title=\"Pappeln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappeln\">Pappeln<\/a>, <a title=\"Weiden (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weiden_%28Botanik%29\">Weiden<\/a> oder <a title=\"Erlen (Botanik)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erlen_%28Botanik%29\">Erlen<\/a>, beziehungsweise in solchen, die bereits durch Pilzbefall stark gesch\u00e4digt sind. Oft werden die H\u00f6hlen auch in stehendem Totholz angelegt. Charakteristisch f\u00fcr Mittelspechth\u00f6hlen ist ihre h\u00e4ufige Lage in starken, horizontalen Seiten\u00e4sten, wobei sich das Einflugloch oft auf der Unterseite des Astes befindet, oder die Lage unter der baldachinartigen Abdeckung durch einen Baumpilz, wie etwa einem <a title=\"Zunderschwamm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zunderschwamm\">Zunderschwamm<\/a>. An der H\u00f6hle bauen beide Partner, das M\u00e4nnchen allerdings h\u00e4ufiger und ausdauernder als das Weibchen. Die H\u00f6hlentiefe liegt bei einer Breite von etwa 12 Zentimetern zwischen 20 und 35 Zentimetern, das Einschlupfloch ist ann\u00e4hernd rund und misst zumindest 34 Millimeter. Mittelspechth\u00f6hlen k\u00f6nnen sich in Ausnahmef\u00e4llen in Bodenn\u00e4he befinden, liegen aber meist in H\u00f6hen zwischen 5 und 10 Metern, gelegentlich auch in \u00fcber 20 Metern H\u00f6he. Die Bauzeit betr\u00e4gt mindestens eine Woche, meist aber zwei bis 4 Wochen; gelegentlich werden Buntspechth\u00f6hlen adaptiert, alte eigene wiederverwendet, oder die des <a title=\"Kleinspecht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinspecht\">Kleinspechtes<\/a> erweitert.<\/p>\n<p>Die Eiablage beginnt in Mitteleuropa fr\u00fchestens Anfang April, auf dem Balkan und in der T\u00fcrkei etwas fr\u00fcher, in Nordosteuropa etwas sp\u00e4ter. Die Gelege bestehen aus 5\u20136 (4\u20138) ovalen, reinwei\u00dfen und gl\u00e4nzenden Eiern in einer durchschnittlichen Gr\u00f6\u00dfe von 23&nbsp;x&nbsp;18 Millimetern; ihr Gewicht liegt bei etwas mehr als 4 Gramm. Die feste Brut beginnt nach Ablage des letzten Eies, vorher werden die Eier nur vor dem Ausk\u00fchlen gesch\u00fctzt. Beide Geschlechter br\u00fcten zu etwa gleichen Teilen, wie bei allen Spechten das M\u00e4nnchen w\u00e4hrend der Nacht. Bei fr\u00fchem Gelegeverlust kommt es zu einer Ersatzbrut, im Normalfall br\u00fcten Mittelspechte nur einmal pro Jahr. Nach fr\u00fchestens 10 Tagen schl\u00fcpfen die Jungen, meist aber erst am 12. oder 13. Tag nach Brutbeginn. Die Nestlingszeit schwankt zwischen 20 und 24 Tagen, in der sie von beiden Eltern etwa zu gleichen Teilen versorgt werden. Den Abtransport der <a title=\"Kot\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kot\">F\u00e4zes<\/a> scheint allerdings nur das M\u00e4nnchen zu besorgen. Nach dem Ausfliegen werden die Jungv\u00f6gel schnell von der Bruth\u00f6hle weggelockt und oft in zwei Gruppen geteilt noch bis zu zwei Wochen von einem Elternteil betreut, bevor sie weitgehend selbst\u00e4ndig sind und in die n\u00e4here Umgebung <a title=\"Dismigration\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dismigration\">dismigrieren<\/a>.<\/p>\n<p>Zum Bruterfolg gibt es nur wenige gr\u00f6\u00dfere Untersuchungen. Bei 35 untersuchten Bruten in der Nordschweiz flogen durchschnittlich 2,3 Junge aus; eine bedeutend h\u00f6here Ausfliegrate mit 5,2 Jungen wurden bei einer kleinen Untersuchung in S\u00fcdwestrussland festgestellt.<\/p>\n<p>Der Mittelspecht geh\u00f6rt zu den schwer zu kartierenden Spechtarten. Die Art kann praktisch nur \u00fcber ihre Laut\u00e4u\u00dferungen festgestellt werden und diese k\u00f6nnen bei isoliert lebenden Paaren unauff\u00e4llig sein. So gesehen k\u00f6nnte es also sein, dass einige kleinere Populationen bislang \u00fcbersehen wurden. Die Bestandsentwicklungen sind uneinheitlich: die kleinen d\u00e4nischen und schwedischen Vorkommen sind erloschen, dagegen konnte sich die Art in den Niederlanden mit einer kleinen aber stabilen Population wieder etablieren. Die Vorkommen in den Schl\u00fcssell\u00e4ndern Deutschland, Polen und Griechenland sind stabil, in Belgien und der Tschechischen Republik nehmen die Best\u00e4nde stark zu. Eine umfangreiche Bestandserhebung in Landkreis Esslingen s\u00fcd\u00f6stlich von Stuttgart ergab weitaus h\u00f6here Best\u00e4nde als bislang angenommen, sodass die Autoren dieser Studie den Gesamtbestand dieser Art in Baden-W\u00fcrttemberg auf \u00fcber 10000 Brutpaare sch\u00e4tzen; S\u00fcdbeck und Flade gingen 2004 von maximal 2500 Brutpaaren aus.&nbsp; Als Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Bestandszunahmen werden vor allem die vorherrschend milden Winter des letzten Jahrzehnts, die Zunahme holzbewohnender und holzbr\u00fctender Insekten, sowie die durchschnittlich l\u00e4ngere forstwirtschaftliche <a title=\"Umtriebszeit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umtriebszeit\">Umtriebszeit<\/a> genannt.<\/p>\n<p>Starke Abnahmen werden aus Rum\u00e4nien und Serbien gemeldet, auch in der Schweiz entwickeln sich die Best\u00e4nde zurzeit trotz intensiver Schutzma\u00dfnahmen negativ. Unklar ist die Bestandsentwicklung in Frankreich, auch aus der T\u00fcrkei liegen kaum verl\u00e4ssliche Zahlen vor. Zurzeit br\u00fcten in Europa mindestens 140.000 Paare, was mehr als 90&nbsp;Prozent des Gesamtbestandes betr\u00e4gt. In Deutschland wird die Brutpopulation auf zumindest 10.000 Paare gesch\u00e4tzt, in \u00d6sterreich auf etwa 3.000 und in der Schweiz auf 250. Die IUCN sch\u00e4tzt die Bestandssituation dieser Spechtart mit <em>least concern<\/em> ein, Birdlife europe mit <em>secure<\/em>.<\/p>\n<p>Trotz dieser insgesamt nicht unerfreulichen Situation sind die mitteleurop\u00e4ischen Best\u00e4nde in n\u00e4herer Zukunft keineswegs gesichert. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr diesen Habitatsspezialisten geht nach wie vor von der Lebensraumzerst\u00f6rung aus. Viele der jetzigen Vorkommen sind sehr stark fragmentiert und klein, ein Umstand, der die Gefahr der genetischen Isolation in sich birgt, umso mehr, als die <a title=\"Dismigration\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dismigration\">Dismigrationsdistanzen<\/a> bei dieser Art sehr klein sind. Der Mittelspecht ist auf alte, grobborkige Laubb\u00e4ume, insbesondere auf Eichen angewiesen. <a title=\"Mittelwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelwald\">Mittelw\u00e4lder<\/a> kommen seinen Habitatsanspr\u00fcchen sehr entgegen, doch wurde diese forstliche Bewirtschaftungsmethode weitgehend aufgegeben. Dort, wo Mittelwaldstrukturen wieder gepflegt werden, zum Beispiel im Niederholz bei <a title=\"Z\u00fcrich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich\">Z\u00fcrich<\/a> oder im <a title=\"Gerolfingen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerolfingen\">Gerolfinger<\/a> Eichenwald, k\u00f6nnen sich gute Mittelspechtvorkommen halten. Eine weitere Gefahr geht davon aus, dass die Edelholzproduktion aus Eichenst\u00e4mmen in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa stark zur\u00fcckging und kaum Eichen nachgepflanzt wurden. Erst in den letzten 20 Jahren wird wieder intensiver mit Eichen aufgeforstet. Es fehlt also weitfl\u00e4chig eine ganze Eichengeneration; die bestehenden Best\u00e4nde sind alt, zum Teil geschw\u00e4cht und so anf\u00e4lliger f\u00fcr <a title=\"Gradation (Zoologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gradation_%28Zoologie%29\">Sch\u00e4dlingsgradationen<\/a>, wie zum Beispiel die Massenvermehrungen des <a title=\"Eichenwickler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichenwickler\">Eichenwicklers<\/a>, die vor allem in den letzten Jahren h\u00e4ufig geworden sind.<\/p>\n<p>foto:mihai baciu<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Der Mittelspecht (Dendrocopos medius) ist eine in Mitteleuropa relativ seltene Vogelart aus der Familie der Spechte (Picidae). Sie ist in einem vergleichsweise kleinen Gebiet der West- und S\u00fcdwestpal\u00e4arktis verbreitet. Die Art ben\u00f6tigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen \u00c4sten und Stammbereichen. 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&nbsp; Der Mittelspecht (Dendrocopos medius) ist eine in Mitteleuropa relativ seltene Vogelart aus der Familie der Spechte (Picidae). Sie ist in einem vergleichsweise kleinen Gebiet der West- und S\u00fcdwestpal\u00e4arktis verbreitet. Die Art ben\u00f6tigt zur Nahrungssuche Baumkronen mit grobrindigen \u00c4sten und Stammbereichen. 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