{"id":2244,"date":"2013-02-19T20:04:46","date_gmt":"2013-02-19T18:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/blasshuhn-fulica-atra\/"},"modified":"2013-02-19T20:15:47","modified_gmt":"2013-02-19T18:15:47","slug":"blasshuhn-fulica-atra","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/blasshuhn-fulica-atra\/","title":{"rendered":"Bl\u00e4sshuhn (Fulica atra)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das <strong>Bl\u00e4sshuhn<\/strong> (<em>Fulica atra<\/em>) ist eine mittelgro\u00dfe <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Art<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Rallen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rallen\">Rallen<\/a>, die als einer der h\u00e4ufigsten Wasserv\u00f6gel bevorzugt auf n\u00e4hrstoffreichen Gew\u00e4ssern anzutreffen ist. Die Art ist \u00fcber gro\u00dfe Teile <a title=\"Eurasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasien\">Eurasiens<\/a> verbreitet und kommt dar\u00fcber hinaus in <a title=\"Australasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australasien\">Australasien<\/a> vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Art wird bisweilen auch \u201eBl\u00e4ssralle\u201c genannt, um auf die korrekte taxonomische Einordnung hinzuweisen. Die alternative Schreibweise mit <em>e<\/em> (<em>Blesshuhn<\/em>, <em>Blessralle<\/em>), die auf die namengebende <a title=\"Blesse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blesse\">Blesse<\/a> hinweist, wird ebenfalls oft verwendet.<\/p>\n<p>Das Bl\u00e4sshuhn ist eine mit 36\u201342 cm K\u00f6rperl\u00e4nge mittelgro\u00dfe, rundliche Ralle, die meist entenartig schwimmend auf dem Wasser anzutreffen ist und dabei relativ hoch im Wasser liegt. Der Kopf ist relativ klein, der Schwanz kurz. Der etwa 30&nbsp;mm lange, wei\u00dfe oder leicht rosa get\u00f6nte Schnabel ist spitz mit gebogenem Oberschnabelfirst und kr\u00e4ftiger Basis. Die namensgebende <a title=\"Blesse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blesse\">Blesse<\/a> ist ein leuchtend wei\u00dfer Hornschild \u00fcber dem Schnabel, der die Stirn bedeckt und individuell, altersm\u00e4\u00dfig und bei den Geschlechtern in der Gr\u00f6\u00dfe variiert. Er ist mit 14\u201330&nbsp;mm L\u00e4nge meist etwas k\u00fcrzer als der Schnabel und zwischen 6 und 19&nbsp;mm breit. Betrachtet man den Kopf im Profil, bildet die Einbuchtung zwischen Oberschnabel und Schild im Unterschied zu anderen Arten wie dem <a title=\"Kammbl\u00e4sshuhn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kammbl%C3%A4sshuhn\">Kammbl\u00e4sshuhn<\/a> einen spitzen Winkel (siehe Portr\u00e4t in der Bildergalerie unten). Die F\u00fc\u00dfe sind kr\u00e4ftig und die langen Zehen mit Schwimmlappen versehen. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist rot bis dunkel braunrot gef\u00e4rbt. Die Geschlechter unterscheiden sich im Gefieder nicht. M\u00e4nnchen haben meist einen gr\u00f6\u00dferen Stirnschild als Weibchen, was aber aufgrund der individuellen Variation kein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist. Stehen beide nebeneinander, ist ein leichter Gr\u00f6\u00dfenunterschied bemerkbar. Weibchen wiegen durchschnittlich etwa um 700&nbsp;g, M\u00e4nnchen etwa um 900&nbsp;g.<\/p>\n<p><a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">Adulte<\/a> V\u00f6gel zeigen auf dem R\u00fccken ein schiefergraues bis schw\u00e4rzliches Gefieder, das br\u00e4unlich bis olivfarben schimmert. Kehle und unterer Hals sind dunkler, der Kopf und der Hals samtschwarz. Die Unterseite ist grau bis graubraun. An Brust und Bauch finden sich sehr feine (im Feld nicht sichtbare) wei\u00dfliche Spitzens\u00e4ume. Die braunschwarzen Handschwingen tragen wei\u00dfliche Spitzen, die \u00e4u\u00dferste einen feinen wei\u00dfen Au\u00dfensaum. Das Fl\u00fcgelgefieder ist \u00fcberwiegend schw\u00e4rzlich gef\u00e4rbt. Auf den inneren Armdecken findet sich eine olivbraune T\u00f6nung, am Fl\u00fcgelvorderrand ein wei\u00dfer Saum und \u2013 ein Merkmal, das im Flug erkennbar ist \u2013 am Hinterrand des Armfl\u00fcgels ein wei\u00dfer Rand. Die Unterfl\u00fcgeldecken sind grau bis hellgrau und zeigen im Bereich des Handfl\u00fcgels wei\u00dfe Spitzen. Die <a title=\"Steuerfeder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steuerfeder\">Steuerfedern<\/a> sind braunschwarz. Die L\u00e4ufe sind hell aschgrau, blass gr\u00fcnlich gelb oder grellgelb gef\u00e4rbt. Das Fersengelenk wird mit zunehmendem Alter kr\u00e4ftiger goldlackbraun. Die Zehen und Schwimmlappen sind bleich olivfarben mit schmutzig blaugr\u00fcnen Gelenken. Die Lappenr\u00e4nder sind bleigrau bis schw\u00e4rzlich.<\/p>\n<p>Im <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> ist die Oberseite braunschwarz. Die Kopfseiten sind fleckig grauwei\u00df. Manchmal ist ein \u00dcberaugenstreif angedeutet, mehr oder weniger ausgedehnt stehen die dunklen Ohrdecken im wei\u00dflichen Wangenbereich. Die Partie zwischen Oberschnabel und Auge, die Kehle, der untere Hals und die Brust sind schmutzig wei\u00df. Stellenweise k\u00f6nnen die br\u00e4unlichen Federbasen durchscheinen. Die Unterseite ist dunkel braungrau mit kaum sichtbaren wei\u00dflichen Feders\u00e4umen. Schwingen und Steuerfedern sind bersits wie bei adulten V\u00f6geln gef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>Diesj\u00e4hrige V\u00f6gel sind bis in dem Sp\u00e4therbst am kleineren Hornschild zu unterscheiden. Oft zeigen sie einen grauen Lauf mit allenfalls angedeuteter Gr\u00fcnf\u00e4rbung, was aber kein sicheres Altersmerkmal ist.<\/p>\n<p>Die Brutverbreitung des Bl\u00e4sshuhns erstreckt sich durch gro\u00dfe Teile des Pal\u00e4arktis, umfasst den <a title=\"Indischer Subkontinent\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indischer_Subkontinent\">Indischen Subkontinent<\/a> und gro\u00dfe Teile <a title=\"Australasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australasien\">Australasiens<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Europa fehlt die Art in gro\u00dfen Teilen <a title=\"Fennoskandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandinavien\">Fennoskandinaviens<\/a>, wo sich die Verbreitung auf den S\u00fcden beschr\u00e4nkt. In Norwegen reicht sie bis <a title=\"Hedmark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hedmark\">Hedmark<\/a> und <a title=\"Hordaland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hordaland\">Hordaland<\/a>, an der Atlantikk\u00fcste zergliedert etwa bis zum <a title=\"Trondheimfjord\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trondheimfjord\">Trondheimfjord<\/a>, in Schweden im Inland etwa auf die H\u00f6he von <a title=\"Dalarna\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dalarna\">Dalarna<\/a> und an der K\u00fcste \u2013 wie auch Finnland \u2013 bis zum Nordrand der Ostsee. In Russland verl\u00e4uft die Nordgrenze etwas weiter s\u00fcdlich bei ungef\u00e4hr 61\u00b0 N. Auf Island und den Azoren br\u00fctet die Art nur gelegentlich. Im Norden der Britischen Inseln und in den Gebirgen des Mittelmeerraums ist die Verbreitung nur l\u00fcckenhaft. S\u00fcdlich des Mittelmeerraums reicht sie bis in den <a title=\"Maghreb\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maghreb\">Maghreb<\/a> und zu den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Kanaren\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanaren\">Kanaren<\/a>.<\/p>\n<p>In Asien verl\u00e4uft die Nordgrenze des Areals in einem Bogen, der im Ural bei 57\u00b0 N seinen s\u00fcdlichsten Punkt erreicht und durch <a title=\"Westsibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westsibirien\">Westsibirien<\/a> wieder langsam seinem n\u00f6rdlichsten Punkt bei 64\u00b0 N an der M\u00fcndung des <a title=\"Aldan (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aldan_%28Fluss%29\">Aldan<\/a> in die <a title=\"Lena (Arktischer Ozean)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lena_%28Arktischer_Ozean%29\">Lena<\/a> entgegenstrebt. Am Ostrand des Areals reicht die Verbreitung vermutlich nur etwa bis 54\u00b0 N am S\u00fcdrand des <a title=\"Ochotskisches Meer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ochotskisches_Meer\">Ochotskischen Meeres<\/a>; hier br\u00fctet die Art ostw\u00e4rts noch bis <a title=\"Sachalin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachalin\">Sachalin<\/a>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Hokkaido\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hokkaido\">Hokkaido<\/a> und s\u00fcdw\u00e4rts bis in den Norden <a title=\"Honsh\u016b\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Honsh%C5%AB\">Honsh\u016bs<\/a>. Auf dem Kontinent reicht die Verbreitung s\u00fcdostw\u00e4rts bis Westchina und Korea. W\u00e4hrend die Art im innerasiatischen Hochland und am Oberlauf des <a title=\"Gelber Fluss\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gelber_Fluss\">Gelben Flusses<\/a> fehlt, besiedelt sie gro\u00dfe Teile des Indischen Subkontinents und <a title=\"Sri Lanka\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sri_Lanka\">Sri Lanka<\/a>. Westw\u00e4rts reicht das Areal dann in den Westen und Norden <a title=\"Iran\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran\">Irans<\/a> sowie sehr zerstreut zum <a title=\"Persischer Golf\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Persischer_Golf\">Persischen Golf<\/a>, zum <a title=\"Nildelta\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nildelta\">Nildelta<\/a> und \u00fcber Teile <a title=\"Kleinasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinasien\">Kleinasiens<\/a>.<\/p>\n<p>Das Zugverhalten des Bl\u00e4sshuhns variiert je nach geografischer Lage. Einige Populationen ziehen regelm\u00e4\u00dfig, andere sind <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Stand<\/a>&#8211; oder <a title=\"Strichvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strichvogel\">Strichv\u00f6gel<\/a>. Die Art neigt zu Winterfluchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Europa r\u00e4umen die ostmitteleurop\u00e4ischen, baltischen, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Fennoskandien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fennoskandien\">fennoskandischen<\/a> und nordrussischen V\u00f6gel gr\u00f6\u00dftenteils zum Winter hin ihre Brutgebiete und ziehen s\u00fcdwestw\u00e4rts, wobei die Zugstrecken unterschiedlich lang sein k\u00f6nnen. Ab D\u00e4nemark und Ostdeutschland nimmt der Anteil der Standv\u00f6gel nach S\u00fcden und Westen hin zu. Ein Teil zieht jedoch s\u00fcd- oder westw\u00e4rts, um entlang der K\u00fcsten bis Frankreich und zu den Britischen Inseln zu \u00fcberwintern. Winterfluchten, die teils \u00fcber gro\u00dfe Strecken erfolgen, kommen bei allen mitteleurop\u00e4ischen V\u00f6geln vor. Die meisten V\u00f6gel des Mittelmeerraums und in Nordafrika sind Standv\u00f6gel, aber auch bei diesen Populationen k\u00f6nnen Wanderungen festgestellt werden, die jedoch meist nicht gerichtet sind. In Asien sind die meisten Populationen n\u00f6rdlich und westlich des Hochlands von Tibet Zugv\u00f6gel. Die V\u00f6gel S\u00fcdasiens, S\u00fcdjapans und des australasiatischen Raums sind Standv\u00f6gel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u00dcberwinterungsgebiete erstrecken sich von den Britischen Inseln ostw\u00e4rts bis S\u00fcdskandinavien sowie s\u00fcdw\u00e4rts bis Nordafrika und \u00fcber den Mittelmeerraum in den S\u00fcden Russlands und den Nahen Osten. Zerstreut kommt die Art im Winter bis zu den <a title=\"Kanarische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanarische_Inseln\">Kanarischen Inseln<\/a> und <a title=\"Madeira\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madeira\">Madeira<\/a>, bis zum S\u00fcdrand der <a title=\"Sahara\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sahara\">Sahara<\/a> (beispielsweise <a title=\"Tschadsee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschadsee\">Tschadsee<\/a> oder Niltal s\u00fcdw\u00e4rts bis <a title=\"Khartum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khartum\">Khartum<\/a>) oder auf der <a title=\"Arabische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Halbinsel\">Arabischen Halbinsel<\/a> vor. In Asien reichen die \u00dcberwinterungsgebiete \u00fcber den Indischen Subkontinent und Sri Lanka, bis auf die <a title=\"Malaiische Halbinsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malaiische_Halbinsel\">Malaiische Halbinsel<\/a> und zu den <a title=\"Philippinen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philippinen\">Philippinen<\/a>.<\/p>\n<p>Bereits im Sommer lassen sich an g\u00fcnstigen Orten gro\u00dfe Ansammlungen von Nichtbr\u00fctern feststellen, zu denen sich sp\u00e4ter auch diesj\u00e4hrige und Brutv\u00f6gel nach abgeschlossenem Brutgesch\u00e4ft hinzugesellen. Sie umfassen dann manchmal bis zu mehrere tausend Exemplare. Vermutlich handelt es sich teils um Ansammlungen <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">mausernder<\/a> V\u00f6gel. Diesj\u00e4hrige V\u00f6gel streifen im Sommer teils ungerichtet umher. Erste wirkliche Zugbewegungen gibt es ab Ende August oder Anfang September. Die meisten V\u00f6gel sind bis Oktober in die Winterquartiere abgewandert. Lokal zieht sich der Zug aber noch bis November hin. Ab Februar k\u00f6nnen die Brutgebiete bereits wieder besetzt werden, manchmal liegen die Erstankunftsdaten aber erst um Ende M\u00e4rz. Der Heimzug h\u00e4lt in Mitteleuropa bis in den April an. In Skandinavien und Nordrussland treffen die ersten V\u00f6gel teils erst im Mai ein.<\/p>\n<p>Das Bl\u00e4sshuhn kommt als Brutvogel an stehenden oder langsam flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern vor, an denen flache Ufer und eine als Nistplatz geeignete Ufervegetation wie beispielsweise eine gut ausgepr\u00e4gte <a title=\"R\u00f6hricht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6hricht\">R\u00f6hrichtzone<\/a> oder ins Wasser ragende Geb\u00fcsche vorhanden sind. Optimalerweise sollte es neben flachen, krautigen Stellen auch offene Wasserfl\u00e4chen geben. Das Wasser muss einen hohen oder mittlereren <a title=\"Trophiesystem\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trophiesystem\">N\u00e4hrstoffgehalt<\/a> aufweisen. Besonders n\u00e4hrstoffarme Gew\u00e4sser werden weitgehend gemieden \u2013 die Art fehlt daher oft an Bergseen. W\u00e4hrend Brackwasserlagunen durchaus angenommen werden, br\u00fctet das Bl\u00e4sshuhn an der Meeresk\u00fcste nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da die Gr\u00f6\u00dfe des Gew\u00e4ssers eine untergeordnete Rolle spielt, findet man das Bl\u00e4sshuhn bisweilen auch an kleinen Waldt\u00fcmpeln oder an \u00dcberschwemmungsfl\u00e4chen in Bruchw\u00e4ldern. Auch in Bezug auf die Umgebung ist die Art tolerant. Sie kommt teils auch an Gew\u00e4ssern in geschlossenen Waldgebieten oder in ausger\u00e4umter Landschaft vor. Bevorzugt wird aber ein Mosaik aus R\u00f6hrichten, feuchtem Grasland, kleinen H\u00fcgeln oder Inselchen und Geb\u00fcschen.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa br\u00fctet das Bl\u00e4sshuhn an eutrophen Flachwasserseen, Fisch- und Kl\u00e4rteichen, an verlandenden Moorstichen oder Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben, Kiesgruben, Baggerseen und <a title=\"R\u00fcckhaltebecken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCckhaltebecken\">R\u00fcckhaltebecken<\/a>, an langsam flie\u00dfenden Fl\u00fcssen und <a title=\"Altwasser (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altwasser_%28Fluss%29\">Altw\u00e4ssern<\/a>. Auch im Siedlungsbereich ist es h\u00e4ufig zu finden, wo es beispielsweise an Teichen in Parks vorkommt.<\/p>\n<p>Bl\u00e4ssh\u00fchner sind Allesfresser, deren Nahrungszusammensetzung stark saisonal und regional variiert. Frische und faulende Pflanzenteile spielen eine erhebliche Rolle. Sie fressen au\u00dferdem Abf\u00e4lle und Entenfutter, kleine Mollusken wie beispielsweise <a title=\"Wandermuschel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wandermuschel\">Wandermuscheln<\/a> und Schnecken sowie Insekten und deren Larven. Auch kleine Fischchen werden gefressen. W\u00e4hrend des Sommers fressen Bl\u00e4ssh\u00fchner auch Schilf, das einen hohen Gehalt an Rohproteinen und Kohlenhydraten aufweist. Bei reiner Ern\u00e4hrung von Bl\u00e4ttern und Trieben von Schilf ben\u00f6tigen Bl\u00e4ssh\u00fchner t\u00e4glich knapp ihr K\u00f6rpergewicht. Bei sehr hoher Dichte an Bl\u00e4ssh\u00fchnern kann es zu einer \u00dcbernutzung des Schilfg\u00fcrtels kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Untersuchungen in der Schweiz haben gezeigt, dass w\u00e4hrend des Winterhalbjahres bevorzugt Gras, Gr\u00fcnalgen sowie Wasserpflanzen wie <a title=\"Tausendblatt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tausendblatt\">Tausendblatt<\/a>, <a title=\"Laichkr\u00e4uter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laichkr%C3%A4uter\">Laichkr\u00e4uter<\/a>, <a title=\"Wasserpest\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserpest\">Wasserpest<\/a> und <a title=\"Flutender Wasserhahnenfu\u00df\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flutender_Wasserhahnenfu%C3%9F\">Flutender Wasserhahnenfu\u00df<\/a> als Nahrung eine Rolle spielen. Bl\u00e4ssh\u00fchner auf der Havel in Berlin leben w\u00e4hrend des Winterhalbjahres \u00fcberwiegend von Gras, Brotresten, Falllaub, Algen und an einigen Stellen \u00fcberwiegend von Mollusken. Auch kleinste Nahrungspartikel werden dabei mit seitlich gelegtem Kopf und Schnabel aufgelesen.<\/p>\n<p>Im Pflanzeng\u00fcrtel der Verlandungszone finden Bl\u00e4ssh\u00fchner ihre Nahrung durch Abrei\u00dfen und Abzwicken von Halmen und Bl\u00e4ttern sowohl \u00fcber als auch knapp unter der Wasseroberfl\u00e4che. Gras und \u00e4hnliches suchen sie auf ufernahen \u00c4ckern und Wiesen. Sie tauchen und gr\u00fcndeln au\u00dferdem unter Wasser. Sie schmarotzen Nahrung besonders h\u00e4ufig bei Schw\u00e4nen, aber auch bei Artgenossen und Enten. Zu den Vogelarten, die ihnen Nahrung stehlen, z\u00e4hlen Gr\u00fcndelenten, M\u00f6wen und Kr\u00e4hen.<\/p>\n<p>Bl\u00e4ssh\u00fchner werden im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, br\u00fcten allerdings erstmalig oft erst im dritten Kalenderjahr. Die Paare finden sich meist zu einer monogamen Saisonehe zusammen. Wiederverpaarungen in mehreren Folgejahren oder Paarzusammenhalt im Winterhalbjahr sind jedoch nicht ungew\u00f6hnlich. In der Regel gibt es eine Jahresbrut, h\u00e4ufig aber auch zwei. Vor allem bei erfahrenen V\u00f6geln wurden auch drei und in seltenen F\u00e4llen vier nachgewiesen. Bei Gelegeverlust kann es bis zu f\u00fcnf weitere Nachgelege geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Paarbildung erfolgt meist schon auf dem Zug, teils aber auch erst am Brutplatz. Reviere werden in Mitteleuropa teils schon im Winter verteidigt, meist aber erst zwischen Februar und Anfang M\u00e4rz besetzt. Der Nestbau kann in ab Februar beginnen. Die Legezeit beginnt fr\u00fchestens ab Anfang M\u00e4rz, liegt meist zwischen Anfang\/Mitte April und Ende Juli und kann sich bis in den August hinein erstrecken. Ein Gipfel kann lokal oder von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein. Im Westen des Verbreitungsgebiets liegt die Brutzeit bis zu einen Monat fr\u00fcher, im Norden und Osten bis zu einem Monat sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nistplatzwahl erfolgt vermutlich durch das M\u00e4nnchen, das oft erst an mehreren Stellen Nestunterlagen baut, bevor es sich f\u00fcr eine entscheidet. Meist befindet sich der Nistplatz gut gedeckt in der Ufervegetation in der N\u00e4he des offenen Wassers, nicht selten kann er aber auch ganz frei stehen. Oft befindet sich das Nest in R\u00f6hrichten oder <a title=\"Seggen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seggen\">Seggenbest\u00e4nden<\/a>, h\u00e4ufig aber auch in Weidenb\u00fcschen oder herunterh\u00e4ngenden \u00c4sten anderer B\u00e4ume. Der \u00fcberwiegende Anteil der Nester befindet sich im Wasser \u2013 die meisten schwimmend, manche auf einer festen Unterlage. Die Minderheit wird am Ufer oder auf Inseln auf festem Grund errichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Nest ist ein umfangreicher Bau aus Pflanzenmaterial, das aus der n\u00e4heren Umgebung herangetragen wird. Meist besteht es aus Halmen von <a title=\"Schilfrohr\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schilfrohr\">Schilf<\/a>, <a title=\"Rohrkolben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rohrkolben\">Rohrkolben<\/a>, <a title=\"Gew\u00f6hnliche Teichbinse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6hnliche_Teichbinse\">Teichsimsen<\/a> oder anderen Uferpflanzen, bisweilen auch aus Zweigen oder \u00c4sten. Seltener werden Bl\u00e4tter von Schwimmpflanzen verbaut. Das Nest kann je nach Standort sehr im Umfang variieren und in einen gr\u00f6beren Unterbau und einen feineren Oberbau gegliedert sein. Der Au\u00dfendurchmesser liegt meist zwischen 25 und 55&nbsp;cm, die H\u00f6he bei 8\u201328&nbsp;cm. Die 16\u201330&nbsp;cm breite und 3,5\u201310&nbsp;cm tiefe Mulde wird mit feinerem Material, teilweise auch mit Gras oder Bl\u00e4ttern ausgekleidet. Bisweilen f\u00fchren eine oder mehrere breite \u201eRampen\u201c auf das Nest. Manchmal werden auch neben dem Nest emporwachsende Halme zu einer tunneligen Haube verflochten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beide Geschlechter bauen am Nest, jedoch oft in sehr unterschiedlichen Ausma\u00dfen. Oft tr\u00e4gt das M\u00e4nnchen einen Gro\u00dfteil des Materials herbei, das vom Weibchen verbaut wird. Die Zeit, in der ein Nest fertiggestellt wird, variiert zwischen 1 und \u00fcber 20 Tagen. Auch w\u00e4hrend der gesamten Brutzeit wird noch am Nest weitergebaut. Es kann sogar passieren, dass Eier mit eingebaut werden. Zus\u00e4tzlich zum Brutnest baut das M\u00e4nnchen oft noch 1\u20132 Ruhenester.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus 5\u201310 glanzlosen oder schwach gl\u00e4nzenden Eiern von etwa 53 x 36&nbsp;mm Gr\u00f6\u00dfe, die auf beigem bis hellgrauem Grund fein rotbraun bis schwarz gepunktet sind. Gelege mit mehr als 14 Eiern stammen von mehreren Weibchen, kleinere Gelege von 3\u20134 Eiern treten oft bei Erstbruten auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bebr\u00fctung beginnt mit dem dritten oder vierten Ei und dauert zwischen 19 und 24 Tagen. Nachgelege werden oft von Anfang an bebr\u00fctet. Beide Eltern teilen sich das Brutgesch\u00e4ft, wobei das Weibchen l\u00e4nger und \u00f6fter br\u00fctet. Bei Erstgelegen schl\u00fcpfen die Jungen recht synchron innerhalb von 2\u20135 Tagen, bei Nachgelegen im Abstand von 1 Tag.<\/p>\n<p>Junge Bl\u00e4ssh\u00fchner sind <a title=\"Nestfl\u00fcchter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nestfl%C3%BCchter\">Nestfl\u00fcchter<\/a>, die bereits nach kurzer Zeit schwimmen k\u00f6nnen, die aber meist noch 2\u20134 Tage im Brutnest <a title=\"Hudern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">gehudert<\/a> und gef\u00fcttert werden und noch etwa eine Woche dort schlafen. 4\u20135 Wochen werden die Jungen von den Eltern im Familienverband gef\u00fchrt und gef\u00fcttert. Dabei h\u00e4lt sich ein Teil der Jungen an den Vater, ein Teil an die Mutter. Diese k\u00fcmmern sich jeweils nur um \u201eihren\u201c Teil. Das M\u00e4nnchen baut Ruhe- und Schlafnester f\u00fcr die Jungen, auf denen sie teils auch noch l\u00e4nger gehudert werden. Mit acht Wochen sind die Jungen fl\u00fcgge und selbstst\u00e4ndig, bleiben aber oft noch lange im Revier.<\/p>\n<p>Zu nat\u00fcrlichen Ursachen, die einen Bestandsr\u00fcckgang zur Folge haben, geh\u00f6ren Gelegeverluste durch starke Wasserstandsschwankungen, hohe Mortalit\u00e4tsraten in extrem kalten Wintern und Massensterben durch <a title=\"Botulismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Botulismus\">Botulismus<\/a> und Wurmbefall. Pestizidbelastungen und der Tod in Stellnetzen und Bisamrattenfallen z\u00e4hlen ebenfalls zu den wesentlichen Todesursachen.<\/p>\n<p>Von den Jungv\u00f6geln sterben im 1. Lebensjahr zwischen 75 und 87 Prozent, von den zweij\u00e4hrigen V\u00f6geln erleben 48 bis 72 Prozent nicht das n\u00e4chste Lebensjahr. Der \u00e4lteste Ringvogel, der bislang gefunden wurde, ist ein in D\u00e4nemark aufgefundener Vogel, der 20 Jahre und sieben Monate alt wurde.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Gesamtbestand wird auf 1,3 bis 2,3 Millionen Brutpaare gesch\u00e4tzt. Zu den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern mit jeweils mehr als 100.000 Brutpaaren geh\u00f6ren Russland, Polen, Deutschland, Niederlande, Ungarn, Rum\u00e4nien und Frankreich. In Mitteleuropa ist das Bl\u00e4sshuhn weit verbreitet. Es kommt von Tieflagen bis in H\u00f6henlagen von 1.400 Meter vor. Der mitteleurop\u00e4ische Bestand wird auf 410.000 bis 750.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich haben die europ\u00e4ischen Best\u00e4nde von Bl\u00e4ssh\u00fchnern in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Art hat dabei von einer Eutrophierung von Gew\u00e4ssern, der Einwanderung der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Dreikantmuschel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dreikantmuschel\">Dreikantmuschel<\/a> <em>Dreissena polymorpha<\/em>, einer Verringerung des Jagddrucks in Mitteleuropa, der Schaffung neuer k\u00fcnstlicher Gew\u00e4sser und der Zunahme von Winterf\u00fctterung profitiert. Parallel nutzt die Art auch zunehmend Gew\u00e4sser in St\u00e4dten und war in der Lage, auf Grund g\u00fcnstiger klimatischer Bedingungen das Areal in Nordeuropa deutlich auszuweiten. Diesem Trend steht eine regionale Abnahme gegen\u00fcber, die zum Teil sehr drastisch ist. In Baden-W\u00fcrttemberg sind die Best\u00e4nde so stark zur\u00fcckgegangen, dass die Art in der Roten Liste aufgenommen wurde. In Brandenburg kam es lokal zu R\u00fcckg\u00e4ngen der Brutbest\u00e4nde um mehr als f\u00fcnfzig Prozent. In Ungarn, Tschechien und gebietsweise auch der Slowakei und Polen gab es seit den 1970er-Jahren zum Teil erhebliche Bestandseinbu\u00dfen durch Lebensraumverluste. In Russland spielt beim Bestandsr\u00fcckgang neben dem Lebensraumverlust auch eine intensive Bejagung eine Rolle.<\/p>\n<p>foto:mihai baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Das Bl\u00e4sshuhn (Fulica atra) ist eine mittelgro\u00dfe Art aus der Familie der Rallen, die als einer der h\u00e4ufigsten Wasserv\u00f6gel bevorzugt auf n\u00e4hrstoffreichen Gew\u00e4ssern anzutreffen ist. 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