{"id":2222,"date":"2013-02-03T14:51:04","date_gmt":"2013-02-03T12:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/wintergoldhahnchen-regulus-regulus\/"},"modified":"2013-02-03T15:45:47","modified_gmt":"2013-02-03T13:45:47","slug":"wintergoldhahnchen-regulus-regulus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/wintergoldhahnchen-regulus-regulus\/","title":{"rendered":"Wintergoldh\u00e4hnchen (Regulus regulus )"},"content":{"rendered":"<p>Das <strong>Wintergoldh\u00e4hnchen<\/strong> (<em>Regulus regulus<\/em>) ist der kleinste <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogel<\/a> <a title=\"Europa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europas<\/a>. Mit seinen etwa neun Zentimetern K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe wiegt es nur zwischen vier und sieben Gramm. Es ist leicht mit dem <a title=\"Sommergoldh\u00e4hnchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sommergoldh%C3%A4hnchen\">Sommergoldh\u00e4hnchen<\/a> zu verwechseln, das aber anders als das Wintergoldh\u00e4hnchen einen schwarzen Augenstreifen besitzt. Die Reviere dieser beiden Vogelarten, die eine Vielzahl \u00e4hnlicher Verhaltensweisen haben, \u00fcberlappen sich gelegentlich. Das Wintergoldh\u00e4hnchen steht jedoch in keiner direkten Nahrungskonkurrenz mit dem Sommergoldh\u00e4hnchen, da es sich mit seinem Nahrungsspektrum auf kleinste Beutetiere spezialisiert hat und anders als das Sommergoldh\u00e4hnchen diese bevorzugt auf der Unterseite von \u00c4sten sucht.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen br\u00fcten \u00fcberwiegend in Nadelb\u00e4umen. Sie verwenden zum Bau ihrer Nester unter anderem Spinnstoffe aus den <a title=\"Kokon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kokon\">Eierkokons<\/a> von Spinnen und den <a title=\"Gespinst\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gespinst\">Gespinsten<\/a> einiger <a title=\"Raupe (Schmetterling)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raupe_%28Schmetterling%29\">Raupenarten<\/a> und errichten dadurch ein besonders stabiles H\u00e4ngenest. Es ist so gut isoliert, dass das Weibchen bei jeder Witterung bis zu 25 Minuten die zu bebr\u00fctenden Eier verlassen kann, ohne dass diese ausk\u00fchlen.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen sind durchschnittlich etwa neun Zentimeter lang. Der K\u00f6rper der V\u00f6gel wirkt stets rundlich aufgeplustert, da das Nackengefieder etwas verl\u00e4ngert ist und der Kopf dadurch nicht klar vom K\u00f6rper abgehoben ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An der K\u00f6rperoberseite ist das Gefieder fahl olivgr\u00fcn bis gelbgr\u00fcn, die K\u00f6rperunterseite dagegen ist grauwei\u00df bis graugr\u00fcnlich. Die Schwungfedern sind im Vergleich zum \u00fcbrigen Gefieder etwas br\u00e4unlicher. Die olivbraunen Arm- und Handdecken sind an der Spitze heller und bilden dadurch eine gelblichwei\u00dfe Fl\u00fcgelbinde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beide Geschlechter haben einen auff\u00e4llig, farbig abgesetzten Scheitelstreif, der an den Seiten durch kleine schwarze Federn begrenzt ist. Bei den Weibchen ist der Scheitelstreif rein gelb bis gelbgr\u00fcn. Beim M\u00e4nnchen ist der Scheitelstreif dagegen im Zentrum orange und im Randbereich gelb. Die orangefarbenen Federchen der Mitte sind jedoch meist durch die gelben Randfedern bedeckt, so dass bei Freilandbeobachtungen die Geschlechter h\u00e4ufig nicht zu unterscheiden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gefieder des Gesichts ist hell und anders als beim Sommergoldh\u00e4hnchen verl\u00e4uft kein dunkler Strich \u00fcber das Auge hinweg. Die Iris ist dunkel und durch das umgebende helle Federkleid klar abgehoben. Der Schnabel ist von dunkler Farbe, die Nasenl\u00f6cher sind durch zwei Borstenfedern verdeckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige K\u00f6rperbaumerkmale weisen auf die hohe Anpassung an das Leben in Nadelw\u00e4ldern hin. \u00c4hnlich wie bei der gleichfalls in Nadelwaldbest\u00e4nden vorkommenden <a title=\"Tannenmeise\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tannenmeise\">Tannenmeise<\/a> hat auch das Wintergoldh\u00e4hnchen eine lange und stark gebogene R\u00fcckw\u00e4rtskralle. An den Fu\u00dfsohlen befinden sich stark ausgepr\u00e4gte Zehenschwielen. Beim Sommergoldh\u00e4hnchen sind diese dagegen schw\u00e4cher ausgebildet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen vermeiden in der Regel ein \u00dcberfliegen gr\u00f6\u00dferer deckungsfreier Strecken. Sind sie doch dazu gezwungen, erinnert ihr Flug an den wellenf\u00f6rmigen von Tannenmeisen. An ihrem Zielort landen sie an den Stellen, an denen die Zweige sehr eng beieinander stehen.<\/p>\n<p>Der Gesang und die Rufe der Wintergoldh\u00e4hnchen sind so hoch, dass sie von vielen Menschen gar nicht oder nur in unmittelbarer N\u00e4he wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Tonbandaufnahmen und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Sonagramm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sonagramm\">Sonagrammanalysen<\/a> sind daher wesentliche Hilfsmittel zur Untersuchung der Laut\u00e4u\u00dferungen des Wintergoldh\u00e4hnchens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stimm\u00e4u\u00dferungen wie Stimmf\u00fchl-, Warn- und Flugrufe, die nicht im Zusammenhang mit der Fortpflanzung stehen, sind bei Wintergoldh\u00e4hnchen und Sommergoldh\u00e4hnchen weitgehend \u00e4hnlich. Dies beg\u00fcnstigt wahrscheinlich die gelegentlich im Winter zu beobachtende Schwarmbildung der beiden Arten . Die deutlich unterschiedlichen Laut\u00e4u\u00dferungen beim Reviergesang verhindern dagegen eine <a title=\"Hybride\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybride\">Hybridisierung<\/a> der beiden Arten, deren Reviere sich gelegentlich \u00fcberlappen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Reviergesang wird nur vom M\u00e4nnchen vorgetragen; er ist besonders h\u00e4ufig von solchen M\u00e4nnchen zu h\u00f6ren, die gerade im Brutrevier angekommen sind und noch keine Partnerin haben. Anders als viele andere Vogelarten tr\u00e4gt das Wintergoldh\u00e4hnchen seinen Reviergesang nicht von einer exponierten Warte aus vor. Sie lassen ihren Gesang vielmehr w\u00e4hrend der Nahrungssuche erklingen und unterbrechen sie jeweils kurz, wenn sie ein Beutetier gefunden haben. Wie h\u00e4ufig er \u00fcber die Fortpflanzungsperiode zu h\u00f6ren ist, ist individuell unterschiedlich. Er ist meist das letzte Mal zu h\u00f6ren, wenn die Jungv\u00f6gel der zweiten Jahresbrut fl\u00fcgge werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Reviergesang besteht aus wispernden, im Gegensatz zum Sommergoldh\u00e4hnchen nicht in der Tonh\u00f6he ansteigenden, sondern rhythmisch in der Tonh\u00f6he stetig an- und absteigenden Elementen. Er endet mit einem kurzen Triller, der individuell verschieden ist. H\u00e4ufig enthalten diese Endschn\u00f6rkel fremdimitierte Elemente wie etwa das <em>h\u00fcid<\/em> des <a title=\"Zilpzalp\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zilpzalp\">Zilpzalps<\/a> oder das <em>pink<\/em> des <a title=\"Buchfink\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buchfink\">Buchfinks<\/a>.Reviernachbarn und Partner erkennen sich an ihrem Endtriller. Das Vorspielen eines Endtrillers, der nicht von einem Reviernachbarn stammt, l\u00f6st bei den M\u00e4nnchen ein deutliches, aggressives Verhalten aus. Auf den Endtriller eines Reviernachbars reagieren die M\u00e4nnchen dagegen kaum. Jungv\u00f6geln ist der Gesang nur teilweise angeboren; sie erlernen den vollst\u00e4ndigen Gesang etwa ab dem 10. Lebenstag und haben ihn bis zum Ausfliegen aus dem Nest erlernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Reviergesang nur von M\u00e4nnchen vorgetragen wird, ist der Plaudergesang von beiden Geschlechtern zu h\u00f6ren. Sie lassen diesen schw\u00e4tzenden, leisen Subsong, bei dem sie viele andere Arten imitieren, kontinuierlich h\u00f6ren. Es handelt sich um ein melodi\u00f6ses, sehr hoch vorgetragenes leises \u201esisisis\u201c. Er ist im Gegensatz zum Reviergesang vollst\u00e4ndig angeboren.<\/p>\n<p>Das Wintergoldh\u00e4hnchen ist ein Brutvogel Europas, Vorderasiens, S\u00fcdwestsibiriens sowie der Gebirge Mittel- und Zentralasiens und br\u00fctet auch in Japan. Seine Gesamtverbreitung ist mit der der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Picea abies\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Picea_abies\">Fichte<\/a> (<em>Picea abies<\/em>) weitgehend identisch. In diesem gro\u00dfen Verbreitungsgebiet weist diese Vogelart jedoch einige Verbreitungsl\u00fccken auf. So fehlt es zum Beispiel in weiten Teilen Spaniens sowie in Osteuropa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je nach Autor werden zwischen 12 und 15 Unterarten unterschieden, wobei die im Osten vorkommenden Arten etwas gr\u00f6\u00dfer sind. Die Nominatform \u201eRegulus regulus regulus\u201c ist die in Kontinentaleuropa beheimatete. Von ihr unterscheidet sich die in Gro\u00dfbritannien und Irland vorkommende Unterart R. r. anglorum durch ein etwas dunkleres Gefieder. Auf den Azoren kommen mit R. r. azoricus, R. r. sanctamariae und R. r. inermis drei Unterarten vor. Die auf <a title=\"Teneriffa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teneriffa\">Teneriffa<\/a> vorkommenden Wintergoldh\u00e4hnchen R. r. teneriffae wurde fr\u00fcher dem Sommergoldh\u00e4hnchen zugerechnet. Auf Grund von Verhaltensweisen, den Laut\u00e4u\u00dferungen sowie dem Reviergesang ordnet man diese Unterart mittlerweile jedoch gleichfalls den Wintergoldh\u00e4hnchen zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das von Nord- bis Mittelamerika verbreitete <a title=\"Indianergoldh\u00e4hnchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indianergoldh%C3%A4hnchen\">Goldkr\u00f6nchen<\/a> wurde fr\u00fcher gelegentlich als eine weitere Unterart des Wintergoldh\u00e4hnchens angesehen. Dieses ist in Verhalten und Aussehen dem Wintergoldh\u00e4hnchen \u00e4hnlich, weist aber insbesondere an der Kopfzeichnung auch \u00c4hnlichkeit mit dem Sommergoldh\u00e4hnchen auf. Nach heutigem Wissensstand ist es als eigenst\u00e4ndige Art anzusehen.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen sind <a title=\"Teilzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teilzieher\">Teilzieher<\/a>. Lediglich die Brutpopulationen des hohen Nordens verlassen im Winter vollst\u00e4ndig ihre Brutgebiete. Die Brutv\u00f6gel Finnlands ziehen beispielsweise in s\u00fcdwestlicher Richtung nach Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Gro\u00dfbritannien und Nordfrankreich. Vereinzelt erreichen sie auch den S\u00fcden Frankreichs, den Norden Spaniens und Italiens. W\u00e4hrend auff\u00e4llige Masseneinfl\u00fcge im Binnenland <a title=\"Avifauna Mitteleuropas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avifauna_Mitteleuropas\">Mitteleuropas<\/a> unbekannt sind, kommt es gelegentlich zu einem invasionsartigen Auftreten im Ost- und Nordseeraum. Dies ist vermutlich auf hohe Nachwuchsraten in Skandinavien, milde Winter in Mitteleuropa und g\u00fcnstige Windverh\u00e4ltnisse zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Wegzug aus den Brutarealen setzt im August ein und w\u00e4hrt bis November und Anfang Dezember, wobei das Zugverhalten stark von den Witterungsverh\u00e4ltnissen abh\u00e4ngig ist. Der Heimzug setzt im Westen Mitteleuropas ab Anfang bis Mitte M\u00e4rz ein und w\u00e4hrt in der Regel bis Mai. Bislang konnten mehrfach Tageszugstrecken von 150 bis 240 Kilometer nachgewiesen werden. Die weitesten bisher bekannten Zugstrecken betrugen 2.100 Kilometer von <a class=\"mw-redirect\" title=\"St. Petersburg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Petersburg\">St. Petersburg<\/a> nach <a title=\"Kroatien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kroatien\">Kroatien<\/a> und 2.475 Kilometer von <a title=\"Bornholm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bornholm\">Bornholm<\/a> nach <a title=\"Algerien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerien\">Algerien<\/a>.<\/p>\n<p>Dichte- oder nahrungsbedingte <a title=\"Evasion\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evasion\">Evasionen<\/a> sind f\u00fcr diese Art nicht bekannt. Nichtziehende Populationen sind bisher nicht eindeutig nachgewiesen, vielmehr scheint es sich beim Wintergoldh\u00e4hnchen um einen Zugopportunisten zu handeln, der je nach Ern\u00e4hrungslage und Wetterbedingungen eine latente Zugbereitschaft bis in den Dezember hinein zeigt.<\/p>\n<p>Das Wintergoldh\u00e4hnchen ist grunds\u00e4tzlich ein Nadelwaldbewohner mit einer starken Bindung an Fichten und andere kurznadelige Baumarten. In den typischen mitteleurop\u00e4ischen Verbreitungsgebieten kommen Wintergoldh\u00e4hnchen bevorzugt an nicht zu dicht stehenden, buschigen Altfichten mit gut ausgebildeten Kamm\u00e4sten und\/oder Flechtenbewuchs vor. In \u00e4lteren Laubholzbest\u00e4nden br\u00fctet das Wintergoldh\u00e4hnchen nur, wenn sich darin Fichtengruppen von mindestens sechzehn bis zwanzig B\u00e4umen finden. Es nimmt auch Fichtenmonokulturen an, sobald die B\u00e4ume eine bestimmte Mindesth\u00f6he erreicht haben. Im Gebirge br\u00fctet es auch in reinen <a title=\"Zirbelkiefer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zirbelkiefer\">Zirbelkieferw\u00e4ldern<\/a> oder in <a title=\"Arven-L\u00e4rchenwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arven-L%C3%A4rchenwald\">Arven-L\u00e4rchenwald<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abweichend davon halten sich die auf den Azoren lebenden Wintergoldh\u00e4hnchen bevorzugt in der immergr\u00fcnen <a title=\"Macchie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Macchie\">Macchie<\/a> und im Wacholdergeb\u00fcsch auf. Die auf Teneriffa vorkommenden V\u00f6gel dieser Art nutzen <a title=\"Baumheide\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baumheide\">Baumheide<\/a> als Nistb\u00e4ume.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb der Brutzeit sind Wintergoldh\u00e4hnchen auch in f\u00fcr sie untypischen Lebensr\u00e4umen zu beobachten. Sie halten sich dann auch in reinen Laubw\u00e4ldern oder Schilfgebieten auf. In dieser Zeit sind sie gelegentlich auch in Stadtparks mit geringem Nadelholzbestand zu sehen.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen sind ausschlie\u00dflich Insektenfresser, die t\u00e4glich mindestens ihr K\u00f6rpergewicht an Insekten fressen m\u00fcssen. Bei Jungv\u00f6geln, V\u00f6geln in der <a title=\"Mauser (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauser_%28V%C3%B6gel%29\">Mauser<\/a> oder bei Weibchen w\u00e4hrend der Eiablage kann der Nahrungsbedarf auf das Doppelte ansteigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bandbreite der gefressenen Spinnen- und Insektenarten ist sehr gro\u00df. Wintergoldh\u00e4hnchen bevorzugen eine m\u00f6glichst kleine und weichh\u00e4utige Beute. Dies gilt auch im Vergleich zum Sommergoldh\u00e4hnchen. Bei Untersuchungen zu den Fressgewohnheiten w\u00e4hlten Wintergoldh\u00e4hnchen aus einem Spektrum unterschiedlich gro\u00dfer Spinnen grunds\u00e4tzlich die kleinsten Spinnen aus. Sommergoldh\u00e4hnchen dagegen bevorzugten in derselben Versuchsreihe immer die jeweils gr\u00f6\u00dfte Spinne . Den gr\u00f6\u00dften Nahrungsanteil machen beim Wintergoldh\u00e4hnchen <a title=\"Springschw\u00e4nze\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Springschw%C3%A4nze\">Springschw\u00e4nze<\/a> aus. Sommergoldh\u00e4hnchen dagegen verschm\u00e4hen diese Beute, sofern sie ausreichend andere Beutetiere finden. Diese kleinen, rindenbewohnenden Kerbtiere sind auch im Winter verf\u00fcgbar. Das weitere Nahrungsspektrum des Wintergoldh\u00e4hnchens umfasst <a title=\"Spinnentiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinnentiere\">Spinnen<\/a>, kleine Raupen, <a title=\"Blattl\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blattl%C3%A4use\">Blattl\u00e4use<\/a>, <a title=\"Staubl\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staubl%C3%A4use\">Staubl\u00e4use<\/a>, <a title=\"Blattfl\u00f6he\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blattfl%C3%B6he\">Blattfl\u00f6he<\/a>, <a title=\"M\u00fccken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCcken\">M\u00fccken<\/a>, <a title=\"Netzfl\u00fcgler\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Netzfl%C3%BCgler\">Netzfl\u00fcgler<\/a> und Insekten- sowie Spinnengelege . Die zum Nahrungsspektrum geh\u00f6renden Insekten sind durchg\u00e4ngig klein und weichh\u00e4utig. Es gibt allerdings eine Reihe von Insekten, die in Gr\u00f6\u00dfe und Weichh\u00e4utigkeit in das Beuteschema passen, jedoch trotzdem nicht gefressen werden. Zu diesen Insekten z\u00e4hlen unter anderem die Schmetterlingsarten <a title=\"Widderchen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Widderchen\">Widderchen<\/a>, <a title=\"Bl\u00e4ulinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bl%C3%A4ulinge\">Bl\u00e4ulinge<\/a> und <a title=\"Wei\u00dflinge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Flinge\">Wei\u00dflinge<\/a>. Zwergspinnen aus der Familie <a class=\"new\" title=\"Erigonidae (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Erigonidae&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Erigonidae<\/a> werden von den Wintergoldh\u00e4hnchen wieder hochgew\u00fcrgt, wenn sie sie versehentlich verschlucken. Grunds\u00e4tzlich werden weibliche Spinnen eher angenommen als m\u00e4nnliche.<\/p>\n<p>Frisch geschl\u00fcpfte Jungv\u00f6gel erhalten als erste Nahrung Springschw\u00e4nze, die dann durch kleine Raupen und Spinnen erg\u00e4nzt werden. Mit zunehmendem Alter der Jungv\u00f6gel werden die Beutetiere gr\u00f6\u00dfer. Wie die Ornithologin Thaler-Kottek in ihren Untersuchungen feststellte, verf\u00fcttern Elternv\u00f6gel dabei durchaus auch Beutetiere, die sie selber entweder gar nicht oder nur bei gro\u00dfer Futterknappheit fressen w\u00fcrden. Ab dem 5. Lebenstag der Nestlinge verf\u00fcttern Goldh\u00e4hnchen an ihren Nachwuchs auch winzige Geh\u00e4useschnecken, die die Voraussetzung f\u00fcr die Knochenbildung sind. Ab dem 12. Lebenstag der Nestlinge geht die Menge an verf\u00fctterten Geh\u00e4useschnecken deutlich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Anders als <a title=\"Meisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meisen\">Meisen<\/a> sind die Arten aus der Gattung der Goldh\u00e4hnchen nicht in der Lage, ihre Beute mit den Fu\u00dfkrallen zu fassen. Sie sind auch nicht in der Lage, ihre Nahrung mit seitlichen Schnabelbewegungen zu zerteilen, wie dies etwa K\u00f6rnerfresser beherrschen. Beutetiere, die wegen Fl\u00fcgeln oder Beinen zu gro\u00df sind, um sofort heruntergeschluckt zu werden, werden von ihnen dagegen gegen eine harte Unterlage geschleudert, bis alle sperrigen Extremit\u00e4ten entfernt sind .<\/p>\n<p>90&nbsp;% ihrer Tagesaktivit\u00e4ten verbringen Wintergoldh\u00e4hnchen mit der Nahrungssuche. Sie suchen dabei ihre Nahrung in der Regel entlang von \u00c4sten und halten sich dabei h\u00e4ufiger als Sommergoldh\u00e4hnchen an den Astunterseiten auf. Bevorzugte Nahrungssuchpl\u00e4tze sind Kamm\u00e4ste \u00e4lterer Fichten. Auf dem Boden suchen Wintergoldh\u00e4hnchen in der Regel nicht nach Nahrung, auch ihren Wasserbedarf decken sie normalerweise durch Regen- und Tautropfen von Zweigspitzen. Wintergoldh\u00e4hnchen suchen jedoch auf der Nahrungssuche gelegentlich auch bodennahes Gestr\u00fcpp auf. Bei starkem Schneefall schl\u00fcpfen sie gelegentlich sogar unter die Schneedecke, um so an darunter liegende Fichtenzweige zu kommen. Dort finden sie noch ausreichend Springschw\u00e4nze und andere Kleininsekten ihres Beutespektrums, um auch unter diesen Wetterbedingungen zu \u00fcberleben. Charakteristisch f\u00fcr Wintergoldh\u00e4hnchen ist w\u00e4hrend der Nahrungssuche ein Fl\u00fcgelzucken, bei dem in der Regel der der Bewegungsrichtung entgegengesetzt liegende Fl\u00fcgel seitlich nach oben rasch gestreckt wird. Erregte V\u00f6gel zucken auch mit beiden Fl\u00fcgeln .<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen beschr\u00e4nken sich auf f\u00fcr sie sofort optisch erkennbare Beutetiere. Anders als etwa <a title=\"Meisen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meisen\">Meisen<\/a> suchen sie nicht nach sich versteckt haltenden Beutetieren. F\u00fcr einen Meter Astl\u00e4nge wenden sie etwa 1 Minute auf. Ihre Fortbewegungsweise wechselt dabei sehr schnell und unmittelbar. Teils bewegen sich die V\u00f6gel flatternd und h\u00fcpfend den \u00c4sten entlang; immer wieder untersuchen sie die Astunterseite, indem sie sich an ein senkrecht herabh\u00e4ngendes \u00c4stchen klammern, oder sie klettern herabh\u00e4ngende \u00c4ste kopfabw\u00e4rts h\u00e4ngend hinab. Gelegentlich gehen sie auch in einen Schwirrflug \u00fcber, um beispielsweise von einem Ende eines Zweiges Insekten abzupicken. Sie sind auf diese Weise auch in der Lage, aus einem freih\u00e4ngenden Radnetz einer Spinne Insekten herauszupicken. Im kurzen Sturzflug erbeuten sie gelegentlich sich rasch abseilende Spinnen oder Fluginsekten. Letztere werden allerdings nicht \u00fcber eine l\u00e4ngere Strecke verfolgt.<\/p>\n<p>Das Wintergoldh\u00e4hnchen putzt w\u00e4hrend des Tages sein Gefieder mehrfach. Nur w\u00e4hrend der Mauser kann diese Putzphase bis zu 15 Minuten andauern. Typisch sind Pflegephasen von nur zwei bis drei Minuten. Im Winter dagegen beschr\u00e4nken sich die Putzsequenzen auf nur wenige Sekunden, sie werden dann jedoch mehrfach pro Stunde ausgef\u00fchrt. . Regen nutzen die V\u00f6gel, um zwischen den nassen Zweigen zu baden. Im Winter kann frisch gefallener Schnee auf den Zweigen f\u00fcr intensive Badephasen genutzt werden.<\/p>\n<p>Der bevorzugte Schlafplatz von Wintergoldh\u00e4hnchen sind dichte Fichten\u00e4ste. Sie suchen die Stellen auf der Oberseite eines Astes auf, der durch dar\u00fcberh\u00e4ngende \u00c4ste besonders gut gesch\u00fctzt ist. Insbesondere im Winter versammeln sich an solchen Pl\u00e4tzen mehrere Wintergoldh\u00e4hnchen, die gelegentlich sogar K\u00f6rperkontakt zueinander halten.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen sind territoriale V\u00f6gel. Zum Verhaltensrepertoire beider Geschlechter geh\u00f6rt daher ein Imponierverhalten, das sowohl bei der Revierverteidigung als auch bei der Partnerwahl eine Rolle spielt. Imponierende V\u00f6gel plustern sich dabei auf, die Scheitelfedern sind leicht abgespreizt und der Schwanz gelegentlich etwas gef\u00e4chert. Diese Imponierhaltung wird beispielsweise dann gezeigt, wenn M\u00e4nnchen ihren Reviergesang vortragen. In direkter Konfrontation mit Artgenossen verst\u00e4rkt sich diese Imponierhaltung. Die Scheitelfedern sind dann maximal gestr\u00e4ubt, die Fl\u00fcgel etwas gespreizt und der Vogel knickst mit nach unten gesenkten Schnabel gegen\u00fcber dem Artgenossen. Bei Weibchen ist dieses Imponierverhalten vor allem im Herbst zu beobachten, wenn bis zu f\u00fcnf Weibchen so gegeneinander imponieren. Dabei ist ein intensiv vorgetragenes Sirren zu h\u00f6ren. Bei der Konfrontation zwischen zwei M\u00e4nnchen kann dieses Imponierverhalten sehr schnell in einen direkten Angriff \u00fcbergehen. Die beiden verkrallen sich ineinander, fallen dabei unter heftigen Fl\u00fcgelschlagen auf den Boden und versuchen sich gegenseitig Schnabelhiebe beizubringen.<\/p>\n<p>Ein intensives Imponieren zeigt das paarungswillige M\u00e4nnchen auch gegen\u00fcber Weibchen. Es leitet damit die so genannte Hetzkopulae ein, bei der sich das Weibchen den Paarungsversuchen der M\u00e4nnchen durch Flucht entzieht. Diese Hetzkopulae sind fester Bestandteil des Paarungsverhaltens bei Wintergoldh\u00e4hnchen und dienen vermutlich der Synchronisierung der beiden Partnerv\u00f6gel. Es wird regelm\u00e4\u00dfig auch durch das Weibchen ausgel\u00f6st, in dem es beispielsweise vor einem sie anf\u00e4nglich nicht beachtenden M\u00e4nnchen demonstrativ Nistmaterial eintr\u00e4gt oder an ihm dicht vorbeifliegt. Paarungswillige Weibchen bleiben bewegungslos mit leicht abgespreizten Fl\u00fcgeln auf einem Zweig sitzen und haben gelegentlich ihre Kloakenfedern gespreizt.<\/p>\n<p>Nur das M\u00e4nnchen zeigt dagegen Schaufl\u00fcge, bei denen es in engen Spiralfl\u00fcgen meist isoliert stehende Fichten umfliegt. Bevorzugt werden beim Schaufliegen solche B\u00e4ume, die an der Grenze zum Reviernachbarn stehen.<\/p>\n<p>Die Brutreviere sind mit einem Fl\u00e4chenma\u00df von unter 50 mal 50 Meter klein, die Form des Reviers ist von der Topographie und dem Bewuchs des Gel\u00e4ndes bestimmt. Aus Freilandbeobachtungen wei\u00df man, dass bereits 18 bis 19 gro\u00dfe B\u00e4ume ausreichen, um ein Goldh\u00e4hnchenpaar inklusive des Nachwuchses ausreichend mit Nahrung zu versorgen .<\/p>\n<p>M\u00e4nnchen besetzen ein Revier und verfolgen dann in Hetzfl\u00fcgen die Weibchen, die angelockt durch die Revierges\u00e4nge im Revier auftauchen. Diese Hetzfl\u00fcge gehen dann allm\u00e4hlich in ein Nestplatzzeigen durch das M\u00e4nnchen \u00fcber. Nistpl\u00e4tze zeigt das M\u00e4nnchen dem Weibchen durch Rufe und ein langsames Drehen um die K\u00f6rperachse sowie Fl\u00fcgelvibrieren an. Als Nistpl\u00e4tze werden Kamm\u00e4ste bevorzugt, deren herabh\u00e4ngende Zweige es erlauben, das f\u00fcr Goldh\u00e4hnchen typische H\u00e4ngenest zu errichten. Zeigt das Weibchen kein Interesse an dem vom M\u00e4nnchen vorgeschlagenen Standort, konzentriert er sich mit seinem demonstrativen Nestplatzzeigen auf andere Stellen in seinem Revier. Zeigt das Weibchen Interesse an einem Standort, leitet das M\u00e4nnchen den Nestbau ein. Das H\u00e4ngenest wird im engen Zweiggewirr von Nadelb\u00e4umen errichtet. Fichten stellen dabei den bevorzugten Nistbaum dar.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen haben in der Regel zwei Bruten pro Jahr. Der Nestbau des ersten Nestes wird von dem M\u00e4nnchen eingeleitet. Etwa ab dem dritten Tag beteiligt sich auch das Weibchen; insgesamt wenden die V\u00f6gel etwa 20 Tage f\u00fcr den Nestbau auf. Au\u00dfen besteht das Nest \u00fcberwiegend aus <a title=\"Moose\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moose\">Moosen<\/a> und <a title=\"Flechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flechte\">Flechten<\/a> sowie Spinnstoffen aus den <a title=\"Kokon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kokon\">Eierkokons<\/a> von Spinnen und einiger Raupenarten. Gehalten wird das Nest von den herabh\u00e4ngenden Zweigen, die fest in die Au\u00dfenwand verflochten sind. Typisch f\u00fcr Wintergoldh\u00e4hnchennester ist die Verwendung von Flechten in der Au\u00dfenwand. Sommergoldh\u00e4hnchen verwenden hierf\u00fcr eher Moos. Die mittlere Schicht besteht aus lockerem Moos und Flechten. Federn und Haare verschiedener Tierarten stellen die Innenauskleidung dar . Der zweite Nestbau wird von dem Weibchen initiiert. Er geht in der Regel schneller voran als der beim ersten.<\/p>\n<p>Die Nester sind sehr stabil und so gut w\u00e4rmeisoliert, dass Weibchen ihr Gelege oder die Jungv\u00f6gel f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit verlassen k\u00f6nnen. Verlassene Nester k\u00f6nnen \u00fcber Jahre den Witterungseinfl\u00fcssen widerstehen.<\/p>\n<p>Die Weibchen der Wintergoldh\u00e4hnchen beginnen kurz vor der Eiablage die M\u00e4nnchen zur Verpaarung aufzufordern. Der Nestbau ist dann bereits so weit fortgeschritten, dass die Elternv\u00f6gel dabei sind, das Nest innen zu polstern. Die Eiablage f\u00fcr das erste Gelege ist abh\u00e4ngig von der geografischen Lage und kann bereits im M\u00e4rz beginnen. Typischerweise erfolgt sie jedoch im Laufe des Aprils. Das zweite Gelege wird ab etwa Juni angelegt. Es handelt sich um eine <a title=\"Schachtelbrut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schachtelbrut\">Schachtelbrut<\/a>, das Weibchen legt die Eier des zweiten Geleges noch bevor die Jungen des ersten fl\u00fcgge sind. Sie werden in dieser Zeit vom M\u00e4nnchen versorgt. Die Gelegegr\u00f6\u00dfe ist sehr gro\u00df; sie umfasst im Schnitt zwischen acht und 11 Eiern. Ein einzelnes Ei wiegt weniger als ein Gramm. Die Grundfarbe der Eier ist wei\u00df, sie haben eine br\u00e4unlich-gelbe Fleckenzeichnung, die sich am stumpfen Pol des Eies verdichtet.<\/p>\n<p>Das Gelege wird ausschlie\u00dflich vom Weibchen bebr\u00fctet. Die Weibchen verbleiben immer nur kurz auf den Nestern, sie begeben sich nach sp\u00e4testens 20 Minuten auf Nahrungssuche und kehren nach etwa 10 Minuten wieder in das Nest zur\u00fcck . Da wegen des gro\u00dfen Geleges nur immer wenige Eier direkten Kontakt mit dem <a title=\"Brutfleck\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutfleck\">Brutfleck<\/a> haben, wendet das Weibchen mit strampelnden Bewegungen ihrer Beine das Gelege in kurzen Abst\u00e4nden um.<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel schl\u00fcpfen etwa 15\u201316 Tage nach Brutbeginn. Meist sind nach etwa zwei Tagen alle Jungv\u00f6gel eines Geleges geschl\u00fcpft. Die Eierschalen werden von den Elternv\u00f6geln sofort aus dem Nest getragen und weit entfernt vom Nest abgesetzt. Die Kotballen der Jungen werden anfangs von den Elternv\u00f6geln noch geschluckt. Der Kot von Nestlingen, die bereits den 5. Lebenstag erreicht haben, wird dagegen von den Elternv\u00f6geln abtransportiert und weit vom Nest entfernt abgesetzt.<\/p>\n<p>Die Jungv\u00f6gel des ersten Geleges werden \u00fcberwiegend vom M\u00e4nnchen gef\u00fcttert. Die ersten Tage <a title=\"Hudern\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hudern\">hudert<\/a> das Weibchen noch intensiv, beginnt dann aber allm\u00e4hlich mit dem Bau des zweiten Nestes. Erst bei den Jungv\u00f6geln des zweiten Geleges ist auch das Weibchen in gleichem Ma\u00dfe an der F\u00fctterung des Nachwuchses beteiligt. Die kugelf\u00f6rmige Form des H\u00e4ngenestes bedingt, dass ab dem dritten Lebenstag die Nestlinge \u00fcbereinander im Nest liegen. Oben liegende Jungv\u00f6gel, die gerade gef\u00fcttert wurden, haben dabei die Tendenz in das Nestinnere, d.&nbsp;h. unter ihre Nestgeschwister zu kriechen. Dieses Verhalten f\u00f6rdert, dass alle Jungv\u00f6gel des Nestes von den Eltern gef\u00fcttert werden.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen k\u00f6nnen 4 Jahre alt werden. Besonders gef\u00e4hrdet sind sie allerdings w\u00e4hrend des Sp\u00e4therbstes und dem Winter. In dieser Zeit sterben viele Wintergoldh\u00e4hnchen an Nahrungsmangel oder K\u00e4lte. Besonders kritisch ist f\u00fcr sie, wenn sich auf den \u00c4sten eine Eisschicht bildet und sie damit keine M\u00f6glichkeit haben, wie gewohnt an den \u00c4sten entlang vor allem nach Springschw\u00e4nzen zu suchen. Wintergoldh\u00e4hnchen sind mehrfach beobachtet worden, wie sie in Schneeverwehungen entlang von Fichten einschl\u00fcpfen. Sie suchen dann entlang der eingeschneiten Fichtenzweige nach Nahrung.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Gesamtbestand wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf 19 bis 35 Millionen Brutpaare gesch\u00e4tzt. Zu den L\u00e4ndern mit Populationen mit mehr als einer Million Brutpaare z\u00e4hlt der europ\u00e4ische Teil Russlands (8 bis 15 Millionen Brutpaare), Schweden (zwei bis vier Millionen Brutpaare), Rum\u00e4nien (1,84 bis 2,45 Millionen Brutpaare) und Deutschland mit etwa einer Million Brutpaaren. In Mitteleuropa br\u00fcten insgesamt etwa 2,3 bis 4,3 Millionen Paare.<\/p>\n<p>Wintergoldh\u00e4hnchen unterliegen erheblichen Bestandsschwankungen. Ursache sind die hohen Verluste w\u00e4hrend des Zuges sowie sehr harte Winter. In den Tiefebenen Mitteleuropas ist das Wintergoldh\u00e4hnchen ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig junger Brutvogel. Vermutlich entwickelten sich gr\u00f6\u00dfere Best\u00e4nde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts als gro\u00dffl\u00e4chig in diesen Regionen Fichten angepflanzt wurden. Dies f\u00f6rderte auch die Ausbreitung und Zunahme in den Mittelgebirgslagen. Dort wo gro\u00dfe Immissionssch\u00e4den in W\u00e4ldern feststellbar sind, sind die Best\u00e4nde zum Teil deutlich zur\u00fcckgegangen. Dies gilt beispielsweise f\u00fcr das Erzgebirge, Riesengebirge und den B\u00f6hmerwald. Ursache ist, dass die ausged\u00fcnnten \u00c4ste den Wintergoldh\u00e4hnchen keinen ausreichenden Schutz mehr bieten und das Nahrungsangebot stark beeintr\u00e4chtigt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:mihai baciu &#8211; chettusia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wintergoldh\u00e4hnchen (Regulus regulus) ist der kleinste Vogel Europas. Mit seinen etwa neun Zentimetern K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe wiegt es nur zwischen vier und sieben Gramm. Es ist leicht mit dem Sommergoldh\u00e4hnchen zu verwechseln, das aber anders als das Wintergoldh\u00e4hnchen einen schwarzen Augenstreifen besitzt. 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