{"id":1890,"date":"2013-01-10T20:00:13","date_gmt":"2013-01-10T18:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/nordlicher-raubwurger-lanius-exubitor\/"},"modified":"2013-01-10T20:25:58","modified_gmt":"2013-01-10T18:25:58","slug":"nordlicher-raubwurger-lanius-exubitor","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/nordlicher-raubwurger-lanius-exubitor\/","title":{"rendered":"N\u00f6rdlicher Raubw\u00fcrger (Lanius exubitor)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger<\/strong> (<em>Lanius excubitor<\/em>), h\u00e4ufig auch <strong>Grauw\u00fcrger<\/strong> genannt, ist eine etwa <a title=\"Amsel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amsel\">amselgro\u00dfe<\/a> <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der Familie der <a title=\"W\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrger\">W\u00fcrger<\/a>. Die Art besiedelt die gem\u00e4\u00dfigten, <a title=\"Boreale Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boreale_Zone\">borealen<\/a> und <a title=\"Waldtundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldtundra\">subarktischen<\/a> Zonen der <a title=\"Holarktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktis\">Holarktis<\/a>; sie kommt au\u00dferdem in einigen Steppen- und Hochgebirgsgebieten <a title=\"Zentralasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralasien\">Zentralasiens<\/a> vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die heute <a title=\"S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdlicher_Raubw%C3%BCrger\">S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger<\/a> oder Mittelmeerraubw\u00fcrger (<em>Lanius meridionalis<\/em>) genannte Art galt lange als Unterart von <em>Lanius excubitor<\/em>. Vor allem der Umstand, dass die beiden sehr nahe verwandten Arten dort, wo sie <a title=\"Sympatrie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sympatrie\">sympatrisch<\/a> vorkommen, deutlich verschiedene Habitatanspr\u00fcche haben und offenbar nicht hybridisieren, untermauert neben Unterschieden in der Gefiederf\u00e4rbung ihre systematische Trennung.<\/p>\n<p>Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist ein gut amselgro\u00dfer, \u00fcberwiegend grau wirkender, langschw\u00e4nziger Vogel mit deutlichen schwarzen und \u2013 von Unterart zu Unterart unterschiedlich ausgepr\u00e4gten \u2013 wei\u00dfen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Gefieder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gefieder\">Gefiederpartien<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Charakteristisch ist der graue Rumpf, wobei die Oberseite immer erheblich dunkler gef\u00e4rbt ist als der Brust- und Bauchbereich, der bei einigen Unterarten fast wei\u00df sein kann. Von der Basis des kr\u00e4ftigen, dunklen Hakenschnabels ausgehend, zieht sich ein reinschwarzes schmales Band \u00fcber die Augen bis zu den Ohrdecken, wo es sich leicht verbreitert. Die Stirn wird von dieser Maske jedoch nicht erreicht. Bei den meisten Unterarten ist diese Gesichtsmaske von einem schmalen wei\u00dfen Brauenstreif begrenzt. Die relativ breiten und runden Fl\u00fcgel sind schwarz. Beim sitzenden Vogel erscheint immer ein kleines, reinwei\u00dfes Fl\u00fcgelfeld, bei einigen Unterarten zwei. Scharf kontrastieren die schwarzen Fl\u00fcgel mit einem hellen, manchmal reinwei\u00dfen Gefiedersaum im Schulterbereich. Die Armschwingen sind immer deutlich reinwei\u00df ges\u00e4umt. Der lange Schwanz ist abgerundet oder gestuft; er ist kontrastreich schwarz-wei\u00df gef\u00e4rbt, wobei die inneren Steuerfedern schwarz, die \u00e4u\u00dferen wei\u00df sind; von unten wirkt der Schwanz fast reinwei\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Flug wirkt der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger grau-schwarz-wei\u00df. Charakteristisch in der Oberansicht sind das breite wei\u00dfe Fl\u00fcgelfeld auf schwarzem Fl\u00fcgelgrund, die wei\u00dfe Ums\u00e4umung der Armschwingen sowie der lange, meist abgerundete, wei\u00df ges\u00e4umte, schwarze Schwanz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschlechter unterscheiden sich in der Gr\u00f6\u00dfe nicht und in ihrer F\u00e4rbung nur unwesentlich. Weibchen sind meist geringf\u00fcgig weniger kontrastreich gezeichnet, h\u00e4ufig ist eine leichte <a title=\"Sperberung\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperberung\">Sperberung<\/a> im Brust-, Flanken- und Nackenbereich erkennbar. Die wei\u00dfen Gefiederanteile der Fl\u00fcgel und des Schwanzes sind beim Weibchen kleiner als beim M\u00e4nnchen und weniger scharf von den schwarzen abgesetzt. Die bei den M\u00e4nnchen tiefschwarzen Gefiederbereiche k\u00f6nnen bei den Weibchen ein sehr dunkles Braun aufweisen. Die Sperberung juveniler Individuen vor allem im Hals-, Brust-, Flanken- und Nackenbereich ist deutlich, aber nicht so markant wie bei einigen anderen W\u00fcrgerarten; die Handschwingen der Jungv\u00f6gel sind breiter wei\u00df eingefasst, und der Schnabel ist nicht schwarz, sondern mittelbraun; am Unterschnabel weist er helle Ockert\u00f6ne auf.<\/p>\n<p>Der Flug von Ansitz zu Ansitz verl\u00e4uft bogenf\u00f6rmig und erinnert etwas an einen <a title=\"Spechte\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spechte\">Spechtflug<\/a>. Kurz vor dem Erreichen der neuen Ansitzwarte steilt der Vogel markant auf. Der kr\u00e4ftige und sehr schnelle Distanzflug dagegen ist geradlinig. Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger segelt kurze Strecken und <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">r\u00fcttelt<\/a> h\u00e4ufig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Flug sind die wei\u00dfen Fl\u00fcgelabzeichen, der schmale wei\u00dfe Schulterbereich sowie die schwarz-wei\u00dfe Schwanzf\u00e4rbung gute Identifizierungsmerkmale.<\/p>\n<p>Die Unterarten unterscheiden sich sowohl in ihrer Gr\u00f6\u00dfe als auch in der F\u00e4rbung des Gefieders, insbesondere in der Ausdehnung der Wei\u00dfzeichnungen auf den Fl\u00fcgeln und am Schwanz sowie im Vorhandensein oder Fehlen einer Wellenzeichnung auf Brust und Bauch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>L.e. excubitor<\/em> (mit den nicht allgemein anerkannten Unterarten <em>L. e. galliae<\/em> und der dunklen Form <em>L.e. melanopterus<\/em>, bei der es sich m\u00f6glicherweise um eine Hybridform zwischen <em>L. e. excubitor<\/em> und <em>L. e. sibiricus<\/em> handelt): Das Vorkommen dieser Unterart erstreckt sich \u00fcber West-, Mittel- und Nordeuropa bis in den n\u00f6rdlichen Teil West<a title=\"Sibirien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sibirien\">sibiriens<\/a>.<\/li>\n<li><em>L. e. homeyeri<\/em>: S\u00fcdosteuropa, Transkaukasien bis zum mittleren Westsibirien. Sie ist heller als die Nominatform mit ausgedehnteren Wei\u00dfzeichnungen im Fl\u00fcgel.<\/li>\n<li><em>L. e. leucopterus<\/em>: S\u00fcdwestsibirien. Sehr hell, mit reinwei\u00dfer Kehle und gro\u00dfem wei\u00dfen Fl\u00fcgelfeld.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Vertreter dieser westlichen Unterartengruppe werden von Westen nach Osten hin heller, die Fl\u00fcgell\u00e4nge nimmt etwas zu, und die wei\u00dfen Fl\u00fcgelabzeichen werden gr\u00f6\u00dfer. Brust- und Bauch weisen keine Wellenzeichnung auf und sind meist schmutzigwei\u00df. Auf der Oberseite sind diese Unterarten in unterschiedlicher Intensit\u00e4t grau gef\u00e4rbt. Eine Ausnahme bildet die sehr dunkle hochnordische Unterart <em>L. e. melanopterus<\/em>. Sie erscheint im Winter ebenso wie <em>L. e. homeyeri<\/em> gelegentlich in Mitteleuropa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Vertreter der \u00f6stlichen Unterartengruppe sind zum Teil deutlich gr\u00f6\u00dfer, zudem dunkler gef\u00e4rbt als die Mitglieder der Westgruppe. Auf der Oberseite weisen sie Braunt\u00f6ne auf, Brust und Bauch sind oft deutlich gesperbert. Beim sitzenden Vogel ist nur ein wei\u00dfes Fl\u00fcgelfeld zu erkennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>L. e. sibiricus<\/em>: Diese Unterart kommt in Ostsibirien und der Nord<a title=\"Mongolei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei\">mongolei<\/a> vor. Ihr Gefieder weist auf der Oberseite deutliche Braunt\u00f6ne auf, die Unterseite ist auf grauwei\u00dfem Grund dunkelbraun geb\u00e4ndert. Diese B\u00e4nderung wird bei den beiden folgenden Unterarten dunkler und nimmt an Deutlichkeit zu.<\/li>\n<li><em>L. e. mollis<\/em>: Vertreter dieser Subspecies br\u00fcten in den Vorbergen des russischen <a title=\"Altai\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altai\">Altais<\/a> sowie in der Nordwestmongolei.<\/li>\n<li><em>L. e. funereus<\/em> ist die gr\u00f6\u00dfte Unterart und weist ein wenig kontrastreich gezeichnetes dunkles Gefieder auf. Ihre Unterseite wirkt blaugrau, die B\u00e4nderung ist schwarz. Die Unterart ist vor allem ein Hochgebirgsbewohner im <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tianshan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tianshan\">Tianshan<\/a>.<\/li>\n<li><em>L. e. bianchii<\/em>, eine Inselrasse, die auf einigen Inseln der s\u00fcdlichen <a title=\"Kurilen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurilen\">Kurilen<\/a> sowie auf <a title=\"Sachalin\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachalin\">Sachalin<\/a> br\u00fctet, ist wieder deutlich kleiner als die zuvor genannten, deutlich heller und zeigt keine oder nur eine undeutliche B\u00e4nderung.<\/li>\n<li><em>L. e. invictus<\/em>: Westliches Nordamerika, von Nord<a title=\"Alberta\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alberta\">Alberta<\/a> bis Nordalaska, m\u00f6glicherweise auch im \u00e4u\u00dfersten Nordosten Sibiriens. Sehr \u00e4hnlich der Unterart <em>L. e. borealis<\/em>, jedoch etwas gr\u00f6\u00dfer und etwas heller.<\/li>\n<li><em>L. e. borealis<\/em>: Nord\u00f6stliches Nordamerika, vor allem Nord<a title=\"Qu\u00e9bec\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qu%C3%A9bec\">qu\u00e9bec<\/a> und Nord<a title=\"Ontario\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ontario\">ontario<\/a>. Diese Unterart \u00e4hnelt stark der Nominatform, die Unterseite ist jedoch hellgrau (nicht schmutzigwei\u00df) und weist eine leicht wellenf\u00f6rmige B\u00e4nderung auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\".C3.84hnliche_Arten\" class=\"mw-headline\">\u00c4hnliche Arten<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem gro\u00dfen Verbreitungsgebiet kann der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger leicht mit einigen nah verwandten Grauw\u00fcrgern verwechselt werden. F\u00fcr Verwechslungen kommen in S\u00fcdwest- und S\u00fcdeuropa vor allem die Nominatform des Mittelmeerraubw\u00fcrgers (<em>Lanius meridionalis meridionalis<\/em>) sowie der <a title=\"Schwarzstirnw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzstirnw%C3%BCrger\">Schwarzstirnw\u00fcrger<\/a> (<em>Lanius minor<\/em>) in Frage; in Mittelasien \u00fcberlappen sich die Brutgebiete des W\u00fcstenraubw\u00fcrgers (<em>Lanius meridionalis pallidirostris<\/em>) mit den \u00dcberwinterungsgebieten einiger Unterarten des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers, und in Ostasien grenzen die Brutgebiete der sehr gro\u00dfen Rasse <em>L.&nbsp;e. mollis<\/em> an die des <a class=\"new\" title=\"Keilschwanzw\u00fcrger (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Keilschwanzw%C3%BCrger&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Keilschwanzw\u00fcrgers<\/a> (<em>Lanius sphenocercus<\/em>). In der Nearktis besteht w\u00e4hrend der Wintermonate eine nicht unbetr\u00e4chtliche Verwechslungsgefahr vor allem der Unterart <em>L.&nbsp;e. borealis<\/em> mit dem <a title=\"Louisianaw\u00fcrger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Louisianaw%C3%BCrger\">Louisianaw\u00fcrger<\/a> (<em>Lanius ludovicianus<\/em>), der dem Schwarzstirnw\u00fcrger sehr \u00e4hnlich ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom S\u00fcdlichen Raubw\u00fcrger unterscheiden sich die Unterarten des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers vor allem durch den etwas k\u00fcrzeren und weniger robust wirkenden Schnabel, die l\u00e4ngeren Fl\u00fcgel und die etwas k\u00fcrzeren Beine. Die Nominatformen sind auf Grund ihrer unterschiedlichen Gefiederf\u00e4rbung gut zu unterscheiden: Der S\u00fcdliche Raubw\u00fcrger ist auf der Oberseite bleigrau (nicht schiefergrau wie <em>L.&nbsp;e. excubitor<\/em>), weist nur ein kleines wei\u00dfes Fl\u00fcgelfeld auf (<em>L.&nbsp;e.&nbsp;excubitor<\/em> zwei), und seine Unterseite ist im Gegensatz zum N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrger deutlich rosa \u00fcberhaucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Schwarzstirnw\u00fcrger und Louisianaw\u00fcrger unterscheidet sich der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger vor allem deutlich in der Gr\u00f6\u00dfe. Die beiden genannten Arten sind um 15\u201320&nbsp;% kleiner. Beim Schwarzstirnw\u00fcrger ist die Gesichtsmaske wesentlich breiter und bedeckt markant den unteren Stirnbereich. Beim Louisianaw\u00fcrger \u00e4hnelt die Breite der Gesichtsmaske jener der Unterart <em>L.&nbsp;e.&nbsp;borealis<\/em>, doch ist auch bei diesem W\u00fcrger ein schmaler Bereich \u00fcber dem Schnabelansatz schwarz eingefasst. Zudem fehlt die wei\u00dfe obere Begrenzung der Gesichtsmaske beim Louisianaw\u00fcrger v\u00f6llig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Keilschwanzw\u00fcrger, der in Ostasien f\u00fcr Verwechslungen in Frage kommt, kann in der Gefiederf\u00e4rbung der Rasse <em>L.&nbsp;e.&nbsp;sibiricus<\/em> sehr \u00e4hneln, doch ist er wesentlich gr\u00f6\u00dfer und auffallend langschw\u00e4nziger.<\/p>\n<p>Der Gesang des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers, bei dem beide Geschlechter singen, besteht aus kurzen, wohlt\u00f6nend-fl\u00f6tend klingenden Strophen, die sehr variabel sind und in die h\u00e4ufig Elemente anderer Vogelges\u00e4nge und Rufe eingebettet werden. Meist beginnt der Gesang mit <em>trrr<\/em>&#8211; oder <em>prrrr<\/em>-Lautreihen, die sp\u00e4ter in relativ leise, auf der zweiten Silbe betonte <em>t\u00fc-lick\u2026pr\u00fc-ii<\/em> Elemente \u00fcbergehen, die als eigentliche Kontaktrufe gedeutet werden. Dieser Gesang wird von exponierten Warten aus vorgetragen und ist von auff\u00e4lligen K\u00f6rperposen begleitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Rufe sind sehr vielf\u00e4ltig. Am h\u00e4ufigsten ist der <em>W\u00e4chterpfiff<\/em>, ein scharfer Triller, der vor allem bei der Sichtung eines Flugfeindes zu h\u00f6ren ist. Daneben verf\u00fcgt der Raubw\u00fcrger \u00fcber eine Vielfalt oft rau und heiser klingender Laut\u00e4u\u00dferungen. In Bedrohungs -oder aggressiv gestimmten Situationen sind aus der N\u00e4he <a title=\"Instrumentallaut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Instrumentallaut\">Instrumentallaute<\/a>, wie <a title=\"Schnabelknappen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnabelknappen\">Schnabelknappen<\/a>, zu vernehmen.<\/p>\n<p>Allen Brut<a title=\"Habitat\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habitat\">habitaten<\/a> des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers gemeinsam sind eine sehr gute Rundumsicht, ein lockerer Baum- und Buschbestand, ein weitgehend niedriger Bodenbewuchs und oft dichterstehende Baumgruppen im Nestbereich. Die Artverteilung der Baum- und Buschbest\u00e4nde scheint keine besondere Rolle zu spielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Solche Habitatstrukturen findet der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger in halboffenen Landschaften mit locker stehenden B\u00e4umen und B\u00fcschen, ebenso in <a title=\"Streuobstwiese\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Streuobstwiese\">Streuobstwiesen<\/a>, Randgebieten von <a title=\"Moor\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moor\">Mooren<\/a>, Waldr\u00e4ndern, die an geeignete Habitate grenzen, zuweilen in ausgedehnten Windbruch- oder brandgesch\u00e4digten Nadelwaldgebieten sowie in gro\u00dfen Wiederaufforstungen. Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume, wie Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze oder aufgelassene Tagbaugebiete spielen vor allem in Zentraleuropa eine Rolle. Der Bodenbewuchs in den Bruthabitaten muss weitfl\u00e4chig sch\u00fctter und niedrig sein, um energiesparende und erfolgreiche Jagden zu erm\u00f6glichen. H\u00e4ufig liegen Reviere des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers topographisch etwas exponiert auf Kuppen und K\u00e4mmen, wobei der Sichtkontakt zu Nachbarrevieren eine Rolle spielen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brut- und Winterhabitate des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers sind nicht identisch. Nach der Brutzeit verlassen auch die <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standv\u00f6gel<\/a> unter den N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgern ihre Brutreviere und siedeln kleinr\u00e4umig in offenere, st\u00e4rker durch Strauch- als durch Baumstrukturen gepr\u00e4gte Landschaften um. Auch st\u00e4rker landwirtschaftlich genutzte Gebiete k\u00f6nnen von der Art im Winter genutzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschlossene Waldgebiete, enge T\u00e4ler, intensiv genutzte Agrargebiete sowie Landschaften mit zu geringem Bestand an B\u00e4umen, Hecken und B\u00fcschen sind als Bruthabitat nicht geeignet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Reviergr\u00f6\u00dfen h\u00e4ngen stark mit dem Nahrungsangebot zusammen. In Mitteleuropa wurden durchschnittliche Brutreviergr\u00f6\u00dfen von etwa 40&nbsp;Hektar ermittelt, in manchen Teilen <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrusslands<\/a>, wo der Raubw\u00fcrger vor allem am Rande von Nadelw\u00e4ldern br\u00fctet, wurden bis zu 10 Reviere innerhalb eines Quadratkilometers festgestellt.<\/p>\n<p>Das sehr gro\u00dfe Brutgebiet des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers liegt in seinen Kernbereichen im holarktischen <a title=\"Borealer Nadelwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borealer_Nadelwald\">Taigag\u00fcrtel<\/a> und in den \u00dcbergangsbereichen von Taiga zur <a title=\"Tundra\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tundra\">Tundra<\/a>. In Europa br\u00fctet die Art in West- und Mittel<a title=\"Frankreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">frankreich<\/a>, in geringer Zahl in den <a class=\"mw-redirect\" title=\"Beneluxstaaten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beneluxstaaten\">Beneluxstaaten<\/a>, <a title=\"D\u00e4nemark\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A4nemark\">D\u00e4nemark<\/a>, <a title=\"Litauen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Litauen\">Litauen<\/a> und <a title=\"Lettland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lettland\">Lettland<\/a> sowie in wenigen Brutpaaren in <a title=\"\u00d6sterreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreich\">\u00d6sterreich<\/a>. In Deutschland br\u00fcten etwa 2000 Paare, die sich bis auf <a title=\"Schleswig-Holstein\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schleswig-Holstein\">Schleswig-Holstein<\/a> auf alle Bundesl\u00e4nder verteilen. Die Bestandszahlen sind stark r\u00fcckl\u00e4ufig; die individuenreichsten Vorkommen liegen in <a title=\"Niedersachsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsen\">Niedersachsen<\/a> sowie in <a title=\"Sachsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachsen\">Sachsen<\/a>. Zahlreicher kommt der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger in Nord<a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">skandinavien<\/a>, <a title=\"Estland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Estland\">Estland<\/a>, <a title=\"Polen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polen\">Polen<\/a> und <a title=\"Wei\u00dfrussland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Frussland\">Wei\u00dfrussland<\/a> sowie in der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tschechische Republik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechische_Republik\">Tschechischen Republik<\/a> und in der <a title=\"Slowakei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a> vor. Nach S\u00fcden und S\u00fcdosten erreicht die Art <a title=\"Rum\u00e4nien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">Rum\u00e4nien<\/a>, <a title=\"Bulgarien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bulgarien\">Bulgarien<\/a>, <a title=\"Moldawien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moldawien\">Moldawien<\/a> und die <a title=\"Ukraine\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine\">Ukraine<\/a>. Auch in der Ost<a title=\"T\u00fcrkei\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkei\">t\u00fcrkei<\/a> sowie in <a title=\"Transkaukasien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transkaukasien\">Transkaukasien<\/a> kommt der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger vor. Die Schwerpunktverbreitungsgebiete liegen im europ\u00e4ischen und asiatischen Teil Russlands, wo sie sich in einem relativ breiten G\u00fcrtel ostw\u00e4rts bis in das <a title=\"Anadyr (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anadyr_%28Fluss%29\">Anadyr<\/a>-Gebiet am Pazifischen Ozean hinziehen. Die Nordgrenze der geschlossenen Verbreitung liegt zwischen 65 und 70\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite. Die S\u00fcdgrenze ist uneinheitlicher: Abgesehen von einigen Verbreitungsinseln in Europa liegen die s\u00fcdlichsten Vorkommen in <a title=\"Kasachstan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachstan\">Kasachstan<\/a>, in Nordwest<a title=\"China\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/China\">china<\/a> (<a class=\"mw-redirect\" title=\"Tianshan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tianshan\">Tianshan<\/a>), in der n\u00f6rdlichen Mongolei, im \u00e4u\u00dfersten Osten auf Sachalin sowie auf einigen Inseln der s\u00fcdlichen Kurilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Nordamerika br\u00fctet die Art von <a title=\"Labrador (Kanada)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Labrador_%28Kanada%29\">Labrador<\/a> westw\u00e4rts \u00fcber Mittel<a title=\"Kanada\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanada\">kanada<\/a> bis nach <a title=\"Alaska\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alaska\">Alaska<\/a>. Die Nordgrenze stimmt mit jener der eurasischen Verbreitung \u00fcberein, die s\u00fcdlichsten Brutgebiete liegen in der Provinz Qu\u00e9bec bei etwa 60\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Winterverbreitung \u00fcberlappt sich mit den Brutgebieten, reicht jedoch generell viel st\u00e4rker nach S\u00fcden, in Europa auch nach Nordwesten. So erscheint der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger w\u00e4hrend des Winters zum Beispiel in <a title=\"Vereinigtes K\u00f6nigreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich\">Gro\u00dfbritannien<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sofern geeignete Bruthabitate vorhanden sind, br\u00fctet der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger sowohl im Tiefland als auch in H\u00f6henlagen \u00fcber 2.000&nbsp;m, so beispielsweise im Altai oder Tianshan. Auch im <a title=\"Kaukasus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasus\">Kaukasusgebiet<\/a> sind Brutpl\u00e4tze jenseits der Baumgrenze bekannt.<\/p>\n<p>Die Nahrung des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers besteht fast ausschlie\u00dflich aus Tieren, nur im Herbst werden in sehr geringen Mengen Fr\u00fcchte aufgenommen. <a title=\"W\u00fchlm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BChlm%C3%A4use\">W\u00fchlm\u00e4use<\/a>, vor allem Arten der Gattung <em>Microtus<\/em>, <a class=\"mw-redirect\" title=\"Echte M\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Echte_M%C3%A4use\">Echte M\u00e4use<\/a> sowie <a title=\"Spitzm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spitzm%C3%A4use\">Spitzm\u00e4use<\/a> (<em>Sorex sp.<\/em>) \u00fcberwiegen. Ihr Anteil an der Gesamtnahrungsmasse kann bis zu 90&nbsp;% betragen. Daneben bilden verschiedene Kleinvogelarten einen weiteren wichtigen Nahrungsanteil. Bei hoher Schneelage k\u00f6nnen Kleinv\u00f6gel zur Hauptbeute werden. W\u00e4hrend der Jungenaufzucht, vor allem w\u00e4hrend der ersten Tage, werden verst\u00e4rkt verschiedene <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insektenarten<\/a>, besonders <a title=\"Laufk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laufk%C3%A4fer\">Laufk\u00e4fer<\/a>, <a title=\"Blatthornk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blatthornk%C3%A4fer\">Blatthornk\u00e4fer<\/a> und <a title=\"R\u00fcsselk\u00e4fer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCsselk%C3%A4fer\">R\u00fcsselk\u00e4fer<\/a>, aufgenommen, auch <a title=\"Ohrw\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ohrw%C3%BCrmer\">Ohrw\u00fcrmer<\/a> spielen in dieser Zeit eine Rolle. Selten erbeutet der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger <a title=\"Flederm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flederm%C3%A4use\">Flederm\u00e4use<\/a>, <a title=\"Amphibien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amphibien\">Amphibien<\/a>, <a title=\"Reptilien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reptilien\">Reptilien<\/a> oder <a title=\"Fische\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fische\">Fische<\/a> und gelegentlich wurde die Art an <a title=\"Aas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aas\">Aas<\/a> gr\u00f6\u00dferer <a title=\"S\u00e4ugetiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%A4ugetiere\">S\u00e4ugetiere<\/a> beobachtet. Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist in der Lage, V\u00f6gel bis zur Gr\u00f6\u00dfe einer <a title=\"Wacholderdrossel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholderdrossel\">Wacholderdrossel<\/a> und S\u00e4ugetiere bis zur Gr\u00f6\u00dfe eines <a title=\"Lemmini\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lemmini\">Lemmings<\/a> zu \u00fcberw\u00e4ltigen und Beutetiere bis zum eigenen Gewicht im Fluge wegzutragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist vor allem ein Wartenj\u00e4ger, der von meist exponierten, mehrheitlich in H\u00f6hen zwischen drei und acht Metern liegenden Ansitzen aus insbesondere den Boden seiner Umgebung nach Nahrung absucht. Wird ein Beutetier entdeckt, gleitet er steil abw\u00e4rts und versucht, es nach einem bodennahen Gleitflug zu schlagen. Die Warten werden h\u00e4ufig gewechselt. Neben dieser Hauptjagdmethode werden Beutetiere auch aus einem langsamen Suchflug aus entdeckt, der h\u00e4ufig von kurzen, relativ bodennahen R\u00fcttelphasen unterbrochen wird. Die Beute wird haupts\u00e4chlich am Boden geschlagen, doch werden auch erfolgreiche Flugjagden auf Kleinv\u00f6gel und Insekten beobachtet. Auch im Ge\u00e4st sitzende V\u00f6gel werden in einem \u00fcberraschenden, <a title=\"Sperber (Art)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sperber_%28Art%29\">sperberartigen<\/a> Angriffsflug erbeutet. Bei sehr schlechter Sicht sucht der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger auch am Boden h\u00fcpfend oder schreitend nach Nahrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Beutetier wird durch kr\u00e4ftige Schnabelhiebe oder durch einen Nackenbiss get\u00f6tet und h\u00e4ufig auf Dornen aufgespie\u00dft oder in einer Astgabel eingeklemmt, was sowohl der Aufbewahrung und Vorratshaltung als auch der Fixierung der Beute dient, um bei ihrer st\u00fcckweisen Zerlegung die ganze Kraft einsetzen zu k\u00f6nnen. Gef\u00fcllte <em>Vorratskammern<\/em> k\u00f6nnten auch bei der Partnerwahl eine Rolle spielen. Eine polnische Untersuchung zeigte deutliche Ver\u00e4nderungen im Balz- und Vorbrutzeit wurden mehr Beutetiere aufgespie\u00dft und vor allem an den Reviergrenzen in gut sichtbarer Lage deponiert. Viele der Beutetiere wurden nicht gefressen. W\u00e4hrend der Brutzeit und danach lagen die meisten Spie\u00dfpl\u00e4tze relativ versteckt und nestnah und die Beutetiere wurden in der Regel verzehrt. <sup id=\"cite_ref-1\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N%C3%B6rdlicher_Raubw%C3%BCrger#cite_note-1\">[1]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inwieweit den Gesangsimitationen eine Funktion beim Beuteerwerb zukommt, ist nicht ersch\u00f6pfend erforscht. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnten dadurch verschiedene Kleinvogelarten angelockt werden und so leichter zu erbeuten sein.<\/p>\n<p>Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist tagaktiv, auch in den n\u00f6rdlichsten Brutgebieten h\u00e4lt er einen scheinbaren Tag-Nacht-Rhythmus ein. Gelegentlich werden die Aktivit\u00e4tsphasen in die D\u00e4mmerungsstunden verlegt, besonders bei der Jagd auf Flederm\u00e4use oder wenn bestimmte Insektenarten schw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Den Tag verbringt er vor allem mit Ansitzjagd, wobei seine K\u00f6rperhaltung meist etwas waagerechter ist als die anderer W\u00fcrger. W\u00e4hrend der Ruheperioden sucht er dichte B\u00fcsche oder junge Nadelb\u00e4ume auf, oft deuten gr\u00f6\u00dfere <a title=\"Gew\u00f6lle\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gew%C3%B6lle\">Gew\u00f6lleansammlungen<\/a> auf regelm\u00e4\u00dfig benutzte Schlafpl\u00e4tze hin. Wenn vorhanden, werden <a title=\"Wacholder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholder\">Wacholderb\u00fcsche<\/a> (<em>Juniperus communis<\/em>) als Schlafgeh\u00f6lze bevorzugt.<\/p>\n<p>N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger baden oft, wobei sie den K\u00f6rper ganz unter Wasser tauchen. Anschlie\u00dfend wird das Gefieder mit leicht ausgebreiteten Schwingen getrocknet. Nach den Mahlzeiten reinigt er den Schnabel durch seitliches Reiben an einem Ast.<\/p>\n<p>&nbsp;Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist w\u00e4hrend des gesamten Jahres territorial. W\u00e4hrend der Brutzeit behauptet ein Brutpaar ein Territorium, au\u00dferhalb der Brutzeit besetzt jedes Individuum ein <a title=\"Revier (Tier)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Revier_%28Tier%29\">Revier<\/a> f\u00fcr sich. Die Winterterritorien sind meist etwas gr\u00f6\u00dfer als die der Brutsaison. H\u00e4ufig bilden einige Brutpaare sogenannte Revierklumpen, die relativ weitr\u00e4umig von Nachbarrevieren getrennt sind. Auch in den Wintergebieten besteht ein loser sozialer Zusammenhang zwischen einzelnen Revieren. Die Bedeutung dieser sozialen Affinit\u00e4t zeigt sich darin, dass Einzelbrutpl\u00e4tze in optimalen Habitaten eher aufgegeben werden als Revierklumpen selbst in suboptimalen Lebensr\u00e4umen. Die Reviergrenzen werden von den Revierinhabern regelm\u00e4\u00dfig inspiziert, h\u00e4ufig f\u00fchren diese Markierungsfl\u00fcge zu <em>Gruppentreffen<\/em> mit anderen Mitgliedern des Revierverbandes au\u00dferhalb der jeweiligen Reviergrenzen. Obwohl vorhanden, ist das Rivalit\u00e4ts-und Aggressionsverhalten gegen\u00fcber Mitgliedern des Revierverbandes gem\u00e4\u00dfigter als das gegen\u00fcber fremden Artgenossen.<\/p>\n<p>Sowohl gemeinsame Brutterritorien als auch Individualterritorien werden gegen\u00fcber Artgenossen energisch verteidigt, wobei es aber fast immer bei Drohgeb\u00e4rden bleibt. Dabei wird abh\u00e4ngig vom Aggressionsgrad der Schwanz gef\u00e4chert, die Fl\u00fcgel zucken, und der Schnabel ist bei fast waagrechter K\u00f6rperhaltung vorgestreckt. Bei h\u00f6chster Erregung ist das Nacken- und Kopfgefieder gestr\u00e4ubt. Begleitet werden diese K\u00f6rperposen von rauen, kreischenden Rufen.<\/p>\n<p>Auf Flugfeinde reagiert die Art sehr unterschiedlich. Naht ein <a title=\"Habicht\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habicht\">Habicht<\/a> oder Sperber oder eine bevorzugt V\u00f6gel jagende Vogelart (verschiedene <a title=\"Falken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falken\">Falkenarten<\/a>, <a title=\"Eulen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eulen\">Eulen<\/a>, <a title=\"Raubm\u00f6wen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raubm%C3%B6wen\">Raubm\u00f6wen<\/a>), warnt der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger intensiv und flieht in dichtes Gestr\u00fcpp. <a title=\"M\u00e4usebussard\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4usebussard\">M\u00e4usebussarde<\/a>, <a title=\"Milane\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milane\">Milane<\/a>, <a title=\"Turmfalke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turmfalke\">Turmfalken<\/a>, <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Raben<\/a>, <a title=\"Raben und Kr\u00e4hen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raben_und_Kr%C3%A4hen\">Kr\u00e4hen<\/a>, <a title=\"Elster\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elster\">Elstern<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"H\u00e4her\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%A4her\">H\u00e4her<\/a> werden w\u00e4hrend der Brut energisch attackiert und \u00fcber die Reviergrenzen hinaus verfolgt. Au\u00dferhalb der Brutzeit warnt der W\u00fcrger zwar, greift die Eindringlinge aber nur an, wenn sie einem Spie\u00dfplatz zu nahe kommen. Vor nahenden Menschen wird w\u00e4hrend der Brut- und Nestlingszeit schon in Entfernungen von \u00fcber 200 Metern gewarnt, im Winter kann die Fluchtdistanz unter 50 Meter sinken. Selten wurden auch direkte Angriffe auf Menschen beobachtet, die dem Brut- oder einem Spie\u00dfplatz zu nahe kamen.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber anderen W\u00fcrgerarten besteht kein Rivalit\u00e4tsverh\u00e4ltnis; <a title=\"Neunt\u00f6ter\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neunt%C3%B6ter\">Neunt\u00f6ter<\/a> br\u00fcten regelm\u00e4\u00dfig in Raubw\u00fcrgerrevieren, ohne dass Aggressionsbegegnungen beobachtet worden w\u00e4ren. <a title=\"Wacholderdrossel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wacholderdrossel\">Wacholderdrosseln<\/a> suchen nicht selten die N\u00e4he zu Raubw\u00fcrgerrevieren und geben gelegentlich ihre Brutpl\u00e4tze auf, wenn die Raubw\u00fcrger abziehen. Sie profitieren wahrscheinlich von der <em>Luftraum\u00fcberwachung<\/em> durch diese W\u00fcrgerart. Welchen Nutzen der Raubw\u00fcrger aus dieser N\u00e4he zieht, ist nicht bekannt, doch ist auff\u00e4llig, dass die im Revier br\u00fctenden Wacholderdrosseln von der W\u00fcrgerart nicht angegriffen werden, und umgekehrt die Walcholderdrosseln die W\u00fcrger nicht bekoten.<\/p>\n<p>Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger ist sowohl <a class=\"mw-redirect\" title=\"Jahresvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jahresvogel\">Jahresvogel<\/a>, fakultativer <a title=\"Kurzstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurzstreckenzieher\">Kurzstreckenzieher<\/a> als auch <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>, wobei sowohl die Anteile jener V\u00f6gel, die das Brutgebiet im Winter verlassen, als auch die Zugdistanzen von S\u00fcden nach Norden zunehmen. Die Winterquartiere der nordischen V\u00f6gel liegen meist in den Brutgebieten der etwas s\u00fcdlicher br\u00fctenden Populationen, w\u00e4hrend diese wiederum im weiteren Umkreis des Brutgebietes verharren oder in klimatisch und nahrungsm\u00e4\u00dfig g\u00fcnstigere Gebiete ausweichen. Die Zugrichtungen sowohl der Unterarten als auch einzelner Populationen sind uneinheitlich: sie liegen im Sektor West-S\u00fcdwest-S\u00fcd-S\u00fcdost. Die Hochgebirgsrassen wandern vor allem altitudinal.<\/p>\n<p>Zugbewegungen der in gem\u00e4\u00dfigten Breiten br\u00fctenden V\u00f6gel werden meist durch Nahrungsengp\u00e4sse ausgel\u00f6st, wobei die Weibchen eher das Brutgebiet verlassen als die M\u00e4nnchen. Skandinavische V\u00f6gel scheinen vor allem in Gro\u00dfbritannien zu \u00fcberwintern, w\u00e4hrend mitteleurop\u00e4ische haupts\u00e4chlich nach S\u00fcd- und Westfrankreich verstreichen. Von den in Zentraleuropa br\u00fctenden V\u00f6geln verlassen etwa 50&nbsp;% das Brutrevier, die am \u00e4u\u00dfersten Nordrand ihres Verbreitungsgebietes lebenden Populationen r\u00e4umen zu 100&nbsp;% ihre Brutgebiete.<\/p>\n<p>Auf Grund der unterschiedlichen Zugstrategien k\u00f6nnen die Best\u00e4nde des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers in Mittel- und Westeuropa im Winterhalbjahr gr\u00f6\u00dfer sein als w\u00e4hrend der Brutsaison.<\/p>\n<p>N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger werden gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif, viele der V\u00f6gel br\u00fcten aber erst im zweiten Lebensjahr. Sie f\u00fchren eine <a title=\"Monogamie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monogamie\">monogame<\/a> Brutsaisonehe; bei in einem Revierverband br\u00fctenden Paaren wurden jedoch gelegentliche Kopulationen verpaarter Weibchen mit M\u00e4nnchen aus Nachbarrevieren beobachtet.<\/p>\n<p>Die Paarbildung der Standv\u00f6gel beginnt schon Ende Februar, die der Zugv\u00f6gel \u2013 abh\u00e4ngig von der geografischen Breite des Brutgebietes \u2013 wesentlich sp\u00e4ter. Sie dauert fast einen Monat und ist gekennzeichnet durch einen langsamen Abbau der innerartlichen Aggression. W\u00e4hrend dieser Anpaarungszeit verliert das Weibchen mehr und mehr seine Selbstst\u00e4ndigkeit, bis es zum Zeitpunkt der Eiablage vollst\u00e4ndig vom M\u00e4nnchen mit Nahrung versorgt wird. Auch in der Auswahl der Wartenpl\u00e4tze wird diese Dominanzverschiebung deutlich: Bei verpaarten Raubw\u00fcrgern sitzt das M\u00e4nnchen immer h\u00f6her und weiter au\u00dfen als das Weibchen, ein Verhalten, das <em>Bauchzeigen<\/em> genannt wird. Bei der Nahrungs\u00fcbergabe zeigt das Weibchen Nestlings- und Beschwichtigungsverhalten: In geduckter K\u00f6rperhaltung zittert es mit den Fl\u00fcgeln und st\u00f6\u00dft Bettelrufe aus.<\/p>\n<p>In der Zeit der Hoch<a title=\"Balz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balz\">balz<\/a>, in der auch die ersten Nestbauhandlungen beginnen, vollf\u00fchrt das M\u00e4nnchen auff\u00e4llige Hochfl\u00fcge, aus denen es, langsam abw\u00e4rts gleitend, zum Neststandort zur\u00fcckkehrt. Den h\u00e4ufigen Kopulationen gehen meist solche Hochfl\u00fcge sowie Futter\u00fcbergaben voraus.<\/p>\n<p>Der Neststandort wird vom M\u00e4nnchen ausgew\u00e4hlt. Meist liegt er in B\u00e4umen oder in h\u00f6heren, bevorzugt mit Dornen bewehrten B\u00fcschen. Die Art des Nistgeh\u00f6lzes ist sehr unterschiedlich, ebenso die H\u00f6hen, in denen das Nest errichtet wird. Nester k\u00f6nnen relativ bodennah (unter zwei Meter), aber auch in relativ gro\u00dfen H\u00f6hen von 20 Metern und mehr errichtet werden. Baumnester liegen meist in einer besonders dichten Stelle in der Krone, nach M\u00f6glichkeit sind sie sowohl von oben als auch von unten gegen Sicht gedeckt. Oft werden sie in <a title=\"Hexenbesen (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hexenbesen_%28Biologie%29\">Hexenbesen<\/a> oder in <a title=\"Misteln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Misteln\">Mistelb\u00fcsche<\/a> gebaut. Der Nistplatz wird h\u00e4ufig von h\u00f6heren B\u00e4umen \u00fcberragt, von denen aus das M\u00e4nnchen das Nest bewachen kann. Sonnenexponierte Lagen auf H\u00fcgelkuppen oder kleinen Erhebungen zeichnen viele Neststandorte aus.<\/p>\n<p>Das Nest wird vom Paar gemeinsam gebaut, das M\u00e4nnchen schafft jedoch das meiste Material herbei. Das volumin\u00f6se Nest wirkt von au\u00dfen unregelm\u00e4\u00dfig und etwas schlampig gebaut, ist jedoch eine stabile und festgef\u00fcgte Konstruktion. Verbaut werden St\u00e4ngel, Zweige, Grashalme und andere Materialien. In die Au\u00dfenverkleidung werden h\u00e4ufig dornige Zweige eingearbeitet. F\u00fcr die Nestmulde verwendet diese W\u00fcrgerart vor allem Federn, Tierhaare oder weiche Pflanzenteile (zum Beispiel <a class=\"mw-redirect\" title=\"Wollgras\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wollgras\">Wollgras<\/a>). Gelegentlich werden Nester mehrmals ausgebessert und \u00fcber mehrere Jahre hinweg benutzt.<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus vier bis sieben, in Ausnahmef\u00e4llen bis zu neun Eiern, die in ihrer F\u00e4rbung recht variabel, meist aber gr\u00fcnlich- oder bl\u00e4ulichwei\u00df sind und vermehrt am stumpfen Pol eine br\u00e4unliche oder purpurne Fleckung aufweisen. Ihre Gr\u00f6\u00dfe betr\u00e4gt im Mittel 26,5 \u00d7 19,5 Millimeter. Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger br\u00fctet nur ein Mal im Jahr, nur bei Gelegeverlust zeitigt er ein Zweitgelege, meist mit geringerer Eianzahl. Die Eiablage der westeurop\u00e4ischen Standv\u00f6gel beginnt fr\u00fchestens Ende M\u00e4rz. Zugv\u00f6gel, insbesondere die der nordischen Populationen, beginnen wesentlich sp\u00e4ter zu br\u00fcten. Vollgelege k\u00f6nnen bis in den Juni hinein gefunden werden. Die Eier werden im Abstand von 24&nbsp;Stunden in den Vormittagsstunden gelegt, das Weibchen beginnt erst mit der Ablage des vorletzten Eies zu br\u00fcten. Die Brutdauer liegt abh\u00e4ngig von der Witterung zwischen 15 und 17 Tagen. Die Jungen schl\u00fcpfen im Abstand von zwei Tagen nackt und blind. In den ersten Tagen versorgt das M\u00e4nnchen Weibchen und Brut mit Nahrung, nach etwa einer Woche beteiligt sich das Weibchen an der Nahrungsbeschaffung, verbringt jedoch die meiste Zeit noch immer am Nest. Die Jungen sind nach durchschnittlich 19 Tagen fl\u00fcgge; sie werden noch mindestens weitere vier Wochen von den Eltern betreut, bevor sich der Familienverband nach und nach aufl\u00f6st und die Jungen <a class=\"mw-redirect\" title=\"Dispersionszug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dispersionszug\">dismigrieren<\/a>. Auch die Paarbindung erlischt bald darauf, und die Eltern wechseln in die getrennten Winterreviere oder verlassen g\u00e4nzlich das Brutgebiet.<\/p>\n<p>Gelegentlich wurden sowohl unverpaarte M\u00e4nnchen als auch Weibchen als <a title=\"Bruthelfer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bruthelfer\">Bruthelfer<\/a> beobachtet. Nicht selten wird der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger vom <a title=\"Kuckuck\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuckuck\">Kuckuck<\/a> (<em>Cuculus canorus<\/em>) parasitiert, auch intraspezifischer <a title=\"Brutparasitismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brutparasitismus\">Brutparasitismus<\/a> kommt vor.<\/p>\n<p>Die Bestandsentwicklung dieser Art ist uneinheitlicher und komplexer als die anderer W\u00fcrgerarten. Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen in West-und Zentraleuropa stehen stabile Vorkommen oder Zunahmen in Nord- und Nordosteuropa gegen\u00fcber. F\u00fcr die Bestandseinbu\u00dfen werden sowohl st\u00e4rker atlantisch beeinflusste Gro\u00dfwetterlagen, die K\u00e4ltewinter am Anfang der 1960er und gegen Ende der 1970er Jahre, auf <a title=\"Pestizid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pestizid\">Pestizideintrag<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchrender Mangel an Beutetieren sowie Habitatverluste verantwortlich gemacht. Die europ\u00e4ische Gesamteinsch\u00e4tzung mit <em>D<\/em> (= depleting) ist insofern irref\u00fchrend, als in ihr auch die relativ stark abnehmenden spanischen Best\u00e4nde von <em>Lanius meridionalis<\/em> enthalten sind. In der <a title=\"Schweiz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a> ist der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger seit 1987 ausgestorben, schon etwas fr\u00fcher erloschen sind die Vorkommen in <a title=\"Vorarlberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorarlberg\">Vorarlberg<\/a> und im <a title=\"Bodensee\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodensee\">Bodenseegebiet<\/a>. Die ehemals guten Best\u00e4nde des N\u00f6rdlichen Raubw\u00fcrgers in <a title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baden-W%C3%BCrttemberg\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> sind bis auf wenige Paare, die im s\u00fcdlichen <a title=\"Schwarzwald\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzwald\">Schwarzwald<\/a> beziehungsweise auf der <a title=\"Schw\u00e4bische Alb\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schw%C3%A4bische_Alb\">Schw\u00e4bischen Alb<\/a> br\u00fcten, erloschen.<\/p>\n<p>Die amerikanischen Best\u00e4nde scheinen im Westen weitgehend stabil zu sein, im Osten wird eine Abnahme der Brutvorkommen vermutet. Doch fehlt, ebenso wie f\u00fcr die asiatische Bestandssituation, verl\u00e4ssliches Zahlenmaterial.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>foto:mihai baciu &#8211; chettusia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger (Lanius excubitor), h\u00e4ufig auch Grauw\u00fcrger genannt, ist eine etwa amselgro\u00dfe Vogelart aus der Familie der W\u00fcrger. Die Art besiedelt die gem\u00e4\u00dfigten, borealen und subarktischen Zonen der Holarktis; sie kommt au\u00dferdem in einigen Steppen- und Hochgebirgsgebieten Zentralasiens vor. &nbsp; Die heute S\u00fcdlicher Raubw\u00fcrger oder Mittelmeerraubw\u00fcrger (Lanius meridionalis) genannte Art galt lange als Unterart [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":36433,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"categories":[],"tags":[],"birdwatching":[],"class_list":["post-1890","bird","type-bird","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>N\u00f6rdlicher Raubw\u00fcrger (Lanius exubitor) - Wilde Reise im Donaudelta<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wildtravel.ro\/bird\/great-grey-shrike-lanius-exubitor\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"N\u00f6rdlicher Raubw\u00fcrger (Lanius exubitor) - Wilde Reise im Donaudelta\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der N\u00f6rdliche Raubw\u00fcrger (Lanius excubitor), h\u00e4ufig auch Grauw\u00fcrger genannt, ist eine etwa amselgro\u00dfe Vogelart aus der Familie der W\u00fcrger. 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