{"id":1714,"date":"2012-12-20T12:42:14","date_gmt":"2012-12-20T10:42:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/fischadler-pandion-haliaetus\/"},"modified":"2012-12-20T13:27:24","modified_gmt":"2012-12-20T11:27:24","slug":"fischadler-pandion-haliaetus","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/fischadler-pandion-haliaetus\/","title":{"rendered":"Fischadler (Pandion haliaetus)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Fischadler<\/strong> (<em>Pandion haliaetus<\/em>) ist eine <a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">Vogelart<\/a> aus der Ordnung der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Accipitriformes\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Accipitriformes\">Accipitriformes<\/a>. Aufgrund zahlreicher besonderer Merkmale wird die Art meist in eine eigene <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> <strong>Pandionidae<\/strong> gestellt, diese Familie und die Gattung <em><strong>Pandion<\/strong><\/em> sind damit <a title=\"Monotypisch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monotypisch\">monotypisch<\/a>. Die Art ist fast weltweit verbreitet und kommt auch in Mitteleuropa vor.<\/p>\n<p>Fischadler sind mittelgro\u00dfe, schlanke und langfl\u00fcgelige Greifv\u00f6gel. Die K\u00f6rperl\u00e4nge betr\u00e4gt 50\u201366&nbsp;cm, die <a title=\"Fl\u00fcgelspannweite\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgelspannweite\">Fl\u00fcgelspannweite<\/a> betr\u00e4gt 1,27\u20131,74 m. Weibchen sind im Mittel gr\u00f6\u00dfer und schwerer als M\u00e4nnchen. Weibchen der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> <em>P. h. haliaetus<\/em> haben eine <a title=\"Fl\u00fcgell\u00e4nge\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCgell%C3%A4nge\">Fl\u00fcgell\u00e4nge<\/a> von 470\u2013518&nbsp;mm und ein Gewicht von 1,21\u20132,05&nbsp;kg, M\u00e4nnchen erreichen eine Fl\u00fcgell\u00e4nge von 448 bis 495&nbsp;mm und ein Gewicht von 1,12\u20131,74&nbsp;kg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei <a title=\"Adult\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adult\">adulten<\/a> V\u00f6geln der Nominatform sind R\u00fccken und Fl\u00fcgeloberseite einfarbig dunkelbraun, nur der Schwanz ist auf der Oberseite hell-dunkel geb\u00e4ndert und zeigt eine breite dunkle Endbinde. Die Unterseite des gesamten Rumpfes, die Kehle, die Beine und der \u00fcberwiegende Teil der Unterarmdecken sind leuchtend wei\u00df. Die Brust zeigt ein br\u00e4unliches Band, das bei Weibchen meist deutlich breiter und dunkler ist als bei M\u00e4nnchen. Die Geschlechter weisen ansonsten keine F\u00e4rbungs- und Zeichnungsunterschiede auf. Die Unterseiten von Schwingen und Schwanz sind auf wei\u00dflichem Grund dicht dunkel geb\u00e4ndert. Die gro\u00dfen Unterarmdecken sind schw\u00e4rzlich und bilden daher einen deutlichen Kontrast zu den ansonsten wei\u00dfen Unterfl\u00fcgeldecken und zu den Schwingen. Die Unterhanddecken sind ebenfalls schw\u00e4rzlich und bilden daher einen deutlich sichtbaren dunklen Fleck am Fl\u00fcgelbug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der wei\u00dfe Kopf zeigt einen breiten, scharf abgesetzten, dunkelbraunen <a class=\"new\" title=\"Augenstreif (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Augenstreif&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Augenstreif<\/a>, der sich von der Schnabelbasis bis zum Nacken zieht. Die <a title=\"Wachshaut\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachshaut\">Wachshaut<\/a> und die Schnabelbasis sind bleigrau, der \u00fcbrige Schnabel ist schwarz. Die unbefiederten Teile der Beine sind blass blaugrau, die Krallen sind schwarz. Die <a title=\"Iris (Auge)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iris_%28Auge%29\">Iris<\/a> ist gelb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im <a title=\"Juvenil\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juvenil\">Jugendkleid<\/a> sind alle Deckfedern der Oberseite hell gerandet, so dass die Oberseite insgesamt deutlich geschuppt wirkt. Die gro\u00dfen Unterarmdecken sind hell-dunkel geb\u00e4ndert und nicht einfarbig dunkel, so dass sie kaum mit der \u00fcbrigen Fl\u00fcgelunterseite kontrastieren. Der wei\u00dfe Oberkopf ist deutlich dunkel gestreift, wodurch die Kopfzeichnung insgesamt weniger kontrastreich ist. Jungv\u00f6gel haben im Gegensatz zu adulten Adlern eine orange Iris. Nach der ersten Mauser sind die Jungv\u00f6gel ausgef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Flug wirken Fischadler auffallend lang- und schmalfl\u00fcgelig. Sehr h\u00e4ufig wird der Handfl\u00fcgel im Handgelenk leicht nach unten geknickt, so dass der Vogel auf gr\u00f6\u00dfere Entfernung an eine gro\u00dfe <a title=\"M\u00f6wen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6wen\">M\u00f6we<\/a> erinnert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Anpassung an seine hochspezialisierte Ern\u00e4hrung zeigt der Fischadler zahlreiche besondere Merkmale. So sind die Nasenl\u00f6cher schr\u00e4g und schlitzf\u00f6rmig. Fischadler haben keine <em>Hosen<\/em>, also keine lange, herabh\u00e4ngende Unterschenkelbefiederung und der sehr kr\u00e4ftige <a class=\"mw-redirect\" title=\"Tarsometatarsus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tarsometatarsus\">Tarsometatarsus<\/a> ist bis auf den obersten Teil unbefiedert. Die kurzen, aber sehr kr\u00e4ftigen Zehen haben auf der Unterseite viele, kleine, dornartig zugespitzte Schuppen, die \u00e4u\u00dfere (dritte) Zehe kann nach hinten gedreht werden. Die Krallen sind sehr lang und spitz und sehr stark gekr\u00fcmmt; sie sind im Querschnitt oval und nicht, wie bei fast allen anderen Greifv\u00f6geln, auf der Unterseite <a title=\"Konkav\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konkav\">konkav<\/a>. Als weitere Besonderheit steht das <a title=\"Daune\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daune\">Daunengefieder<\/a> des Fischadlers nicht in <a class=\"mw-redirect\" title=\"Federflur\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Federflur\">Federfluren<\/a>.<\/p>\n<p>Der Balzruf des M\u00e4nnchens ist ein weittragendes, zweisilbiges, eher pfeifendes \u201e\u00fc-iilp\u201c. Bei St\u00f6rungen am Nest rufen die Altv\u00f6gel gereiht \u201ekju-kju-kju\u201c. Wenn Artgenossen das Nest eines Paares anfliegen, rufen die Revierv\u00f6gel durchdringend und ebenfalls eher pfeifend \u201epj\u00fcpp\u201c.<\/p>\n<p>Der Fischadler ist fast weltweit verbreitet. Das Brutgebiet umfasst die <a title=\"Boreale Zone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boreale_Zone\">borealen<\/a> bis subtropischen Zonen der <a title=\"Holarktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktis\">Holarktis<\/a>, Teile der <a title=\"Karibik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karibik\">Karibik<\/a>, die Tropen S\u00fcdostasiens sowie <a title=\"Australien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australien\">Australien<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In <a title=\"Europa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europa<\/a> ist die Verbreitung der Art vor allem durch intensive menschliche Verfolgung bis Mitte der 1950er Jahre stark zersplittert und \u00fcberwiegend auf den Norden und Osten beschr\u00e4nkt. Im Westen Europas br\u00fctet der Fischadler nur in <a title=\"Schottland\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schottland\">Schottland<\/a> und neuerdings in Zentral-<a title=\"Frankreich\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankreich\">Frankreich<\/a> und <a title=\"Wales\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wales\">Wales<\/a>. In Mitteleuropa kommt die Art nur in Deutschland und Polen vor, in Deutschland ist die Verbreitung weitgehend auf die neuen Bundesl\u00e4nder beschr\u00e4nkt. Gro\u00dfe Best\u00e4nde haben sich in <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinavien<\/a> halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das riesige Verbreitungsgebiet des Fischadlers ist vor allem auf seine vergleichsweise geringen Habitatanspr\u00fcche zur\u00fcckzuf\u00fchren; diese beschr\u00e4nken sich im Wesentlichen auf fischreiche, langsam flie\u00dfende oder stehende Gew\u00e4sser und benachbarte Brutm\u00f6glichkeiten in Form von B\u00e4umen, Felsw\u00e4nden, k\u00fcnstlichen Bauwerken oder unbewohnten und raubs\u00e4ugerfreien Inseln.<\/p>\n<p>Auch neuere molekulargenetische Untersuchungen haben die Sonderstellung des Fischadlers innerhalb der Ordnung der Greifv\u00f6gel best\u00e4tigt, er wird meist in eine eigene Familie Pandionidae, gelegentlich auch nur in eine Unterfamilie innerhalb der Familie Accipitridae gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zurzeit werden neben der <a class=\"mw-redirect\" title=\"Nominatform\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominatform\">Nominatform<\/a> drei Unterarten unterschieden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>P. h. haliaetus<\/em>: Gesamte <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a><\/li>\n<li><em>P. h. carolinensis<\/em>: Nordamerika nach S\u00fcden bis zum <a title=\"Golf von Mexiko\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golf_von_Mexiko\">Golf von Mexiko<\/a>, im Vergleich zur Nominatform etwas gr\u00f6\u00dfer, \u00dcberaugenstreif fast reinwei\u00df, Brustfleck weitgehend fehlend, Oberseite dunkler braun.<\/li>\n<li><em>P. h. ridgwayi<\/em>: <a title=\"Karibik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karibik\">Karibik<\/a> (<a title=\"Bahamas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahamas\">Bahamas<\/a>, Inseln vor <a title=\"Kuba\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuba\">Kuba<\/a>, <a title=\"Yucat\u00e1n (Halbinsel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yucat%C3%A1n_%28Halbinsel%29\">Yukatan<\/a>, <a title=\"Belize\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belize\">Belize<\/a>); kleiner als Nominatform, \u00dcberaugenstreif noch wei\u00dfer und Brustfleck noch weitgehender reduziert als bei <em>P. h. carolinensis<\/em>.<\/li>\n<li><em>P. h. cristatus<\/em>: Von <a title=\"Sulawesi\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sulawesi\">Sulawesi<\/a> und <a title=\"Java (Insel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Java_%28Insel%29\">Java<\/a> nach Osten bis zu den <a title=\"Salomonen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salomonen\">Salomonen<\/a> und <a title=\"Neukaledonien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neukaledonien\">Neukaledonien<\/a>, K\u00fcsten Australiens. Kleiner und kurzfl\u00fcgeliger als Nominatform, wei\u00dfer \u00dcberaugenstreif breiter und bis in den Nacken ausgedehnt, so dass der Augenstreif nicht mit der dunklen Halsf\u00e4rbung verbunden ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einer molekulargenetischen Untersuchung von drei der vier Unterarten (<em>P. h. haliaetus<\/em>, <em>P. h. carolinensis<\/em> und <em>P. h. cristatus<\/em>) wurden <a class=\"new\" title=\"Genetische Distanz (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Genetische_Distanz&amp;action=edit&amp;redlink=1\">genetische Distanzen<\/a> von zwei bis vier Prozent festgestellt, die f\u00fcr diese Unterarten jeweils Artstatus rechtfertigen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Jagd findet ausnahmslos an und \u00fcber Gew\u00e4ssern statt. Fische werden nicht selten von einer Warte am Ufer aus gesucht, h\u00e4ufiger aber aus einem niedrigen Kreisen in 10 bis 30 Metern H\u00f6he \u00fcber der Wasseroberfl\u00e4che. Wenn ein geeigneter Fisch entdeckt ist, <a title=\"R\u00fcttelflug\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCttelflug\">r\u00fcttelt<\/a> der Adler \u00fcber der Stelle und st\u00f6\u00dft dann mit vorgestreckten F\u00fc\u00dfen ins Wasser. Der Sturzflug kann senkrecht, aber auch in jedem anderen Winkel zur Wasseroberfl\u00e4che erfolgen; in flachen Gew\u00e4ssern erfolgt der Sto\u00df oft fast parallel zur Wasseroberfl\u00e4che. Der Fischadler landet beim Jagdversuch meist kurz im Wasser, hebt dann nach einigen Sekunden mit einigen kr\u00e4ftigen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen wieder ab, kreist kurz und sch\u00fcttelt dann im Flug das Wasser aus dem Gefieder. Im Falle eines erfolgreichen Jagdversuchs greift der Adler bei einem gr\u00f6\u00dferen Fisch um und transportiert diesen mit dem Kopf voran zum Nest oder zu einer Fra\u00dfstelle. Meist wird von Fischen nur der Kopf und der vordere Teil des K\u00f6rpers gefressen, der Rest wird h\u00e4ufig fallengelassen.<\/p>\n<p>Die Nahrung besteht fast ausschlie\u00dflich aus kleinen bis mittelgro\u00dfen, meist 100\u2013300 g schweren See- und S\u00fc\u00dfwasserfischen. Diese werden im Normalfall lebend erbeutet, nur gelegentlich werden auch tote Fische verwertet. Seltene Zufalls- oder Gelegenheitsbeute sind andere meist an Wasser gebundene Tiere wie kleine S\u00e4uger, verletzte oder geschw\u00e4chte kleine V\u00f6gel, kleine <a class=\"mw-redirect\" title=\"Schildkr\u00f6te\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schildkr%C3%B6te\">Schildkr\u00f6ten<\/a> und <a title=\"Krokodile\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krokodile\">Krokodile<\/a>, Fr\u00f6sche und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Krebse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebse\">Krebse<\/a>. Bisweilen gehen sie auch an Aas.<\/p>\n<p>Fischadler sind in der Regel im dritten Kalenderjahr, also im Alter von knapp 2 Jahren geschlechtsreif und k\u00f6nnen dann auch schon br\u00fcten. Sie f\u00fchren eine monogame Saisonehe, durch die Brutplatztreue kommt es h\u00e4ufig zu Wiederverpaarungen der vorj\u00e4hrigen Partner.<\/p>\n<p>Fischadler br\u00fcten meist einzeln, h\u00e4ufig aber auch in lockeren Kolonien, wobei nur die unmittelbare Horstumgebung verteidigt wird. Das Nest wird je nach nat\u00fcrlichen Gegebenheiten auf B\u00e4umen, an Felsw\u00e4nden oder auf dem Boden errichtet, in Mitteleuropa und Nordamerika auch sehr h\u00e4ufig auf k\u00fcnstlichen Bauwerken, vor allem auf Strommasten. Es ist im Normalfall nach oben exponiert und frei anfliegbar. Fischadler bauen gro\u00dfe Nester aus kr\u00e4ftigen und meist toten \u00c4sten, die Nistmulde wird mit Gras ausgepolstert. Das Gelege umfasst meist zwei bis drei, selten nur ein oder vier <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ei (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ei_%28Biologie%29\">Eier<\/a>, die auf wei\u00dfem Grund intensiv r\u00f6tlich-braun gefleckt sind und 38\u201341 Tage lang bebr\u00fctet werden. Nach weiteren 50\u201354 Tagen sind die Jungv\u00f6gel fl\u00fcgge.<\/p>\n<p>Je nach geographischer Lage ist der Fischadler <a title=\"Standvogel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Standvogel\">Standvogel<\/a> bis <a title=\"Langstreckenzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langstreckenzieher\">Langstreckenzieher<\/a>. Die Brutv\u00f6gel der <a title=\"Holarktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holarktis\">Holarktis<\/a> sind fast ausnahmslos Langstreckenzieher; die nordamerikanischen Fischadler \u00fcberwintern in S\u00fcdamerika, die eurasischen V\u00f6gel \u00fcberwintern gelegentlich im Mittelmeerraum, \u00fcberwiegend jedoch in Afrika s\u00fcdlich der Sahara und in S\u00fcd- und S\u00fcdostasien. Die Brutv\u00f6gel der S\u00fcdspitze <a title=\"Florida\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Florida\">Floridas<\/a>, der <a title=\"Karibik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karibik\">Karibik<\/a>, des Mittelmeerraumes, der Arabischen Halbinsel, S\u00fcdostasiens und <a title=\"Australien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Australien\">Australiens<\/a> sind \u00fcberwiegend Standv\u00f6gel oder verstreichen im Winter nur \u00fcber geringe Entfernungen.<\/p>\n<p>Der Fischadler ist bei seinen Wanderungen nicht auf <a title=\"Thermik\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thermik\">Thermik<\/a> angewiesen und \u00fcberquert als <a class=\"mw-redirect\" title=\"Breitfrontzieher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitfrontzieher\">Breitfrontzieher<\/a> Meere und W\u00fcsten auch an deren breitesten Stellen. Es gibt daher an den Landbr\u00fccken oder Engstellen wie dem <a title=\"Bosporus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bosporus\">Bosporus<\/a> oder <a title=\"Gibraltar\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gibraltar\">Gibraltar<\/a> keine auffallenden Zugkonzentrationen, wie sie f\u00fcr <a class=\"new\" title=\"Thermikzieher (Seite nicht vorhanden)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Thermikzieher&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Thermikzieher<\/a> typisch sind.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa wandern Fischadler ab August aus den Brutgebieten ab, die letzten Durchz\u00fcgler werden hier um Mitte November beobachtet. Ende M\u00e4rz bis Mitte April treffen die Adler wieder an den Brutpl\u00e4tzen ein.<\/p>\n<p>Bis Mitte der 1950er-Jahre wurde der Fischadler in weiten Teilen Europas und Nordamerikas durch menschliche Verfolgung ausgerottet. Weitere Bestandseinbr\u00fcche erlitt die Art in den 1950er- bis 1970er-Jahren durch das <a title=\"Pestizid\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pestizid\">Pestizid<\/a> <a title=\"Dichlordiphenyltrichlorethan\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dichlordiphenyltrichlorethan\">DDT<\/a>, das sich \u00fcber aquatische <a title=\"Nahrungskette\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahrungskette\">Nahrungsketten<\/a> besonders stark anreichert und die Fortpflanzung des Fischadlers gehemmt oder verhindert hat. Seit dem Verbot von DDT ab Anfang der 1970er-Jahre in Europa und Nordamerika haben sich die Best\u00e4nde hier deutlich erholt und nehmen in vielen Regionen noch immer zu. Die Art dehnt auch ihr Verbreitungsgebiet wieder aus und hat unter anderem Schottland (ab 1954), Zentral-Frankreich (ab 1985), <a title=\"Th\u00fcringen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Th%C3%BCringen\">Th\u00fcringen<\/a> und <a title=\"Rheinland-Pfalz\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rheinland-Pfalz\">Rheinland-Pfalz<\/a> (jeweils ab 2003) sowie <a title=\"Niedersachsen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niedersachsen\">Niedersachsen<\/a> (ab 2004) wiederbesiedelt. Der deutsche Bestand stieg von etwa 70 Paaren um 1975 auf 470 Paare in den Jahren 2003 und 2004, ist aber nach wie vor weitgehend auf den Nordosten Deutschlands beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Bestand wurde f\u00fcr die Zeit um das Jahr 2000 auf 7800 bis 10.300 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Die gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Best\u00e4nde hatten zu dieser Zeit Schweden mit allein 3300\u20133600 Paaren, Russland mit 2000 bis 4000 Paaren und Finnland mit etwa 1200 Paaren.<sup id=\"cite_ref-7\" class=\"reference\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fischadler#cite_note-7\">[7]<\/a><\/sup> Weltweit gilt die Art heute als ungef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span>foto:mihai baciu<br \/><\/span><\/p>\n<h3 class=\"r\">&nbsp;<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fischadler (Pandion haliaetus) ist eine Vogelart aus der Ordnung der Accipitriformes. Aufgrund zahlreicher besonderer Merkmale wird die Art meist in eine eigene Familie Pandionidae gestellt, diese Familie und die Gattung Pandion sind damit monotypisch. Die Art ist fast weltweit verbreitet und kommt auch in Mitteleuropa vor. Fischadler sind mittelgro\u00dfe, schlanke und langfl\u00fcgelige Greifv\u00f6gel. 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