{"id":1516,"date":"2012-04-06T17:03:24","date_gmt":"2012-04-06T15:03:24","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/flussuferlaufer-actitis-hypoleucos\/"},"modified":"2012-04-06T17:18:57","modified_gmt":"2012-04-06T15:18:57","slug":"flussuferlaufer-actitis-hypoleucos","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/flussuferlaufer-actitis-hypoleucos\/","title":{"rendered":"Flussuferl\u00e4ufer (Actitis hypoleucos)"},"content":{"rendered":"<p>Der <strong>Flussuferl\u00e4ufer<\/strong> (<em>Actitis hypoleucos<\/em>) ist eine <a title=\"Monotypisch\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monotypisch\">monotypische<\/a> <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogelart<\/a> aus der <a title=\"Familie (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Familie_%28Biologie%29\">Familie<\/a> der <a title=\"Schnepfenv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnepfenv%C3%B6gel\">Schnepfenv\u00f6gel<\/a> (Scolopacidae), die ausschlie\u00dflich in der <a title=\"Pal\u00e4arktis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%A4arktis\">Pal\u00e4arktis<\/a> br\u00fctet. In Mitteleuropa ist der Flussuferl\u00e4ufer ein verbreiteter, aber wenig h\u00e4ufiger Brut- und Sommervogel.<\/p>\n<p>Ein ausgewachsener Flussuferl\u00e4ufer wird bis zu 22 Zentimeter gro\u00df und erreicht eine Fl\u00fcgelspannweite bis zu 40 Zentimeter. Er wiegt 40 bis 80 Gramm. Damit ist der Flussuferl\u00e4ufer kleiner als der <a title=\"Waldwasserl\u00e4ufer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waldwasserl%C3%A4ufer\">Waldwasserl\u00e4ufer<\/a> und unterscheidet sich von dieser Art auch durch die charakteristische wei\u00dfe Keilzeichnung unter den wei\u00dfen Brustseiten. Es besteht kein <a title=\"Sexualdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexualdimorphismus\">Sexualdimorphismus<\/a>.<\/p>\n<p>Der Bauch ist wei\u00df und die Oberseite ist in Prachtkleid braun mit einer feinen dunkelbraunen Kritzel und Pfeilspitzenzeichnung sowie einer unregelm\u00e4\u00dfigen B\u00e4nderung gemustert. Im Ruhekleid ist die K\u00f6rperoberseite einheitlicher olivbraun. Die Augen sind schwarz und die relativ kurzen Beine blassgelb gef\u00e4rbt. Er hat einen mittellangen Schnabel, der in allen Kleidern dunkelbraun mit einer hell orangebraunen Wurzel ist sowie einen dunklen Augenstreif.<\/p>\n<p>Der Flussuferl\u00e4ufer fliegt recht schnell, gleichm\u00e4\u00dfig und niedrig \u00fcber dem Wasser. Die Fl\u00fcgelschl\u00e4ge sind rasch und kurz und die Fl\u00fcgel sind abw\u00e4rts gebogen. Der Flug ist meist von schrillen Rufen begleitet, die wie <em>Hi-di-di<\/em> klingen. Im Flug sind der braune B\u00fcrzel, die wei\u00df geb\u00e4nderten Schwanzseiten, eine auffallend wei\u00dfe Fl\u00fcgelbinde sowie die wei\u00dflichen Armschwingen gut erkennbar. Ebenso wie fliegen kann er schwimmen und bis ein Meter tief tauchen und das bis 20 Sekunden lang. Am Boden wippt und knickst er st\u00e4ndig mit dem l\u00e4nglichen Hinterk\u00f6rper auf und ab.<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<p>Das Verbreitungsgebiet des Flussuferl\u00e4ufers erstreckt sich vom S\u00fcden und Westen Europas \u00fcber ganz Eurasien bis Japan und den Inseln S\u00fcdostasiens.<\/p>\n<p>Von April bis Oktober verbringt der Langstreckenzieher seine Zeit in fast ganz <a title=\"Europa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europa\">Europa<\/a> (au\u00dfer <a title=\"Island\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Island\">Island<\/a>). Er \u00fcberwintert vom <a title=\"Mittelmeerraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittelmeerraum\">Mittelmeerraum<\/a> bis S\u00fcd<a title=\"Afrika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrika\">afrika<\/a>.<\/p>\n<p>Der Flussuferl\u00e4ufer kommt in einem Brutgebiet vor, dass von der Steppen- und W\u00fcstenzone \u00fcber die gem\u00e4\u00dfigten Zone bis zu den borealen und Bergw\u00e4ldern bis fast zur Schneegrenze und der arktischen Tundra reicht. Seine H\u00f6henverbreitung reicht von der Tiefebene bis zu H\u00f6henlagen von 4.000 Metern. Er lebt h\u00e4ufig an <a title=\"Fluss\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fluss\">Fl\u00fcssen<\/a> und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Bach (Gew\u00e4sser)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bach_%28Gew%C3%A4sser%29\">B\u00e4chen<\/a>, aber auch <a title=\"Stillgew\u00e4sser\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stillgew%C3%A4sser\">Stillgew\u00e4sser<\/a> werden genutzt. Er br\u00fctet auf locker bewachsenen Flusskiesb\u00e4nken aber auch in steil eingeschnittenen Gebirgsfl\u00fcssen. Er bevorzugt einen festen sandigen Untergrund mit einer gut ausgebildeten Krautschicht und kleinen offenen kiesigen Stellen. Er ist aber an lockeren Treibholzanschwemmungen zu finden. Als Durchz\u00fcgler h\u00e4lt er sich an Binnengew\u00e4ssern aller Art auf. Kurzfristig ist er dann auch an kleinsten T\u00fcmpeln und Pf\u00fctzen zu beobachten. Auch k\u00fcnstliche Gew\u00e4sser wie Fischteiche, Stauseen oder Baggerseen werden von ihm genutzt. Am Meer nutzt er auch Fels- und Kiesk\u00fcsten.<\/p>\n<h2><span id=\"Ern.C3.A4hrung\" class=\"mw-headline\">Ern\u00e4hrung<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<p>Der Flussuferl\u00e4ufer ern\u00e4hrt sich von <a title=\"Insekten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insekten\">Insekten<\/a> und <a title=\"Spinne\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spinne\">Spinnen<\/a>. Au\u00dferdem stehen kleine <a title=\"Krebstiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krebstiere\">Krebstiere<\/a> und <a title=\"Weichtiere\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weichtiere\">Weichtiere<\/a> noch auf dem Speiseplan und werden mit dem Schnabel aus dem flachen <a title=\"Wasser\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasser\">Wasser<\/a> gepickt. Er ortet seine Beute vor allem visuell. Seltener als die ihm \u00e4hnlichen Arten der Gattung <em><a class=\"mw-redirect\" title=\"Tringa\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tringa\">Tringa<\/a><\/em> watet er im flachen Wasser, sondern h\u00e4lt sich bevorzugt am feuchten Ufer auf.<\/p>\n<h2><span id=\"Fortpflanzung\" class=\"mw-headline\">Fortpflanzung<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<p>Flussuferl\u00e4ufer erreichen ihre Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr. Sie f\u00fchren \u00fcberwiegend eine monogame Saisonehe. Sie erreichen in Deutschland ihre Brutpl\u00e4tze fr\u00fchestens Anfang bis Mitte April.<\/p>\n<p>Es gibt einige Hinweise darauf, dass das Brutrevier vom Weibchen begr\u00fcndet wird. Das <a title=\"Nest\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nest\">Nest<\/a> ist eine Mulde im Boden das mit <a title=\"Pflanzen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pflanzen\">Pflanzenteilen<\/a> gepolstert ist. Die Mulde wird von beiden Elternv\u00f6geln gescharrt. Es wird auf <a title=\"Insel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Insel\">Inseln<\/a> oder nah am Ufer, gut versteckt in der dichten Vegetation, gebaut. Es befindet sich meist auf v\u00f6llig trockenem Untergrund ist maximal f\u00fcnfzig Meter vom Wasser entfernt. In der Regel befindet es sich aber wesentlich n\u00e4her in Gew\u00e4ssern\u00e4he. Der Legebeginn ist in Mitteleuropa fr\u00fchestens ab Anfang April, die Hauptlegezeit f\u00e4llt in den Mai. Nachgelege werden bis Anfang Juni beobachtet. Das Weibchen legt meist vier, 35 mm gro\u00dfe <a class=\"mw-redirect\" title=\"Ei (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ei_%28Biologie%29\">Eier<\/a>. Die Eier sind relativ gro\u00df und zugespitzt kreiself\u00f6rmig. Die Grundfarbe der Schale ist ein blass-br\u00e4unlich mit braunen Punkten und kleinen bis mittelgro\u00dfen rotbraunen Felcken. Beide Elternv\u00f6gel sind an der Brut beteiligt, die Brutdauer betr\u00e4gt zwischen 21 und 22 Tagen. Wie viele andere Schnepfenv\u00f6gel zeigen Flussuferl\u00e4ufer ein <a title=\"Verleiten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verleiten\">Verleiten<\/a>, meist ist dieses Verhalten beim Weibchen zu beobachten. Die Jungv\u00f6gel k\u00f6nnen ab ihrem 15. Lebenstag auffliegen und sind ab dem 21. Lebenstag voll flugf\u00e4hig. Der Bruterfolg ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering. Bei Untersuchungen in Gro\u00dfbritannien hat sich gezeigt, dass nur zwischen 24 und 35 Prozent der geschl\u00fcpften Jungen fl\u00fcgge werden.<\/p>\n<h2><span id=\"Bestand\" class=\"mw-headline\">Bestand<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<h3><span id=\"Aktueller_Bestand_und_Bestandsentwicklung\" class=\"mw-headline\">Aktueller Bestand und Bestandsentwicklung<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>Der europ\u00e4ische Bestand wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf 720.000 bis 1.600.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Bedeutende Brutbest\u00e4nde gibt es in Fennoskandinavien mit 300.000 bis 575.000 Brutpaaren und in Russland mit 350.000 bis 900.000 Brutpaaren. In Mitteleuropa und im S\u00fcdwesten Europas ist der Flussuferl\u00e4ufer nur noch sehr l\u00fcckig verbreitet. Der Brutbestand betr\u00e4gt maximal 2.600 bis 4.600 Brutpaare. Der Verbreitungsschwerpunkt findet sich in den Alpen, wo er bis in H\u00f6hen von 1.800 Meter vorkomment, in den Sudeten sowie den Karpaten und Teilen des Rheintals.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa sind die Best\u00e4nde seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich zur\u00fcckgegangen, so dass in vielen Regionen nur noch wenige Restvorkommen erhalten geblieben sind. Der Bruterfolg dieser zum Teil isolierten Restpopulationen ist zu gering, um einen Bestandserhalt ohne Zuwanderung sicherzustellen. An vergleichsweise ungest\u00f6rten und naturnah gebliebenen Gew\u00e4ssern vor allem in alpinen und subalpinen Bereichen sind die Best\u00e4nde seit Jahrzehnten weitgehend stabil. In einigen mitteleurop\u00e4ischen Regionen gibt es auch wieder Zunahmen. So hat sich der Flussuferl\u00e4ufer seit den 1990er Jahren wieder in Niederlanden angesiedelt. Er br\u00fctet dabei in neu entstandenen Schutzgebieten entlang von Fl\u00fcssen. Auch in Teilen Ungarn und der Slowakei hat sich gezeigt, dass er beispielsweise neu entstandene Tagebaugew\u00e4sser und Staubecken zum Teil sehr schnell besiedelt.<\/p>\n<p>Zu den wesentlichen Gef\u00e4hrdungsursachen des Flussuferl\u00e4ufers z\u00e4hlt eine Zerst\u00f6rung seines Lebensraumes durch Flussregulierung und Kanalisierung, Schiffbarmachung oder eine energiewirtschaftliche Nutzung mit \u00dcberstauungen. Er verliert dadurch seine Brutpl\u00e4tze auf den Kiesb\u00e4nken. Durch Wassersport, Badebetrieb, Angler und Camper kommt es au\u00dferdem zu St\u00f6rungen w\u00e4hrend der Fortpflanzungszeit.<\/p>\n<h3><span id=\"Bestandsprognosen\" class=\"mw-headline\">Bestandsprognosen<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>Der Flussuferl\u00e4ufer gilt wie viele andere Schnepfenv\u00f6gel auch als eine der Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Ein Forschungsteam, das im Auftrag der britischen Umweltbeh\u00f6rde und der <a title=\"Royal Society for the Protection of Birds\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Royal_Society_for_the_Protection_of_Birds\">Royal Society for the Protection of Birds<\/a> die zuk\u00fcnftige Verbreitungsentwicklung von europ\u00e4ischen Brutv\u00f6geln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, geht davon aus, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts das Verbreitungsgebiet des Flussuferl\u00e4ufer um etwa 25 Prozent schrumpfen und sich nach Norden verschieben wird. Die Art wird im Gegensatz zu einer Reihe anderer Schnepfenv\u00f6gel weiterhin zum Brutvogelbestand <a title=\"Avifauna Mitteleuropas\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avifauna_Mitteleuropas\">Mitteleuropas<\/a> geh\u00f6ren. Potentielle neue Verbreitungsgebiete werden auf Grund des Klimawandels auf Island, Svalbard und <a class=\"mw-redirect\" title=\"Novaya Zemlya\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Novaya_Zemlya\">Novaya Zemlya<\/a>entstehen, jedoch k\u00f6nnen sie den Arealverlust vor allem im S\u00fcden und Osten Europas nicht kompensieren.<\/p>\n<p>&nbsp; foto Mihai Baciu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Flussuferl\u00e4ufer (Actitis hypoleucos) ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenv\u00f6gel (Scolopacidae), die ausschlie\u00dflich in der Pal\u00e4arktis br\u00fctet. In Mitteleuropa ist der Flussuferl\u00e4ufer ein verbreiteter, aber wenig h\u00e4ufiger Brut- und Sommervogel. Ein ausgewachsener Flussuferl\u00e4ufer wird bis zu 22 Zentimeter gro\u00df und erreicht eine Fl\u00fcgelspannweite bis zu 40 Zentimeter. 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