{"id":1255,"date":"2012-03-22T20:21:03","date_gmt":"2012-03-22T18:21:03","guid":{"rendered":"http:\/\/wildtravel.ro\/bird\/graureiher-ardea-cinerea\/"},"modified":"2012-03-22T20:32:45","modified_gmt":"2012-03-22T18:32:45","slug":"graureiher-ardea-cinerea","status":"publish","type":"bird","link":"https:\/\/wildtravel.ro\/de\/bird\/graureiher-ardea-cinerea\/","title":{"rendered":"Graureiher (Ardea cinerea)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;Der <strong>Graureiher<\/strong> (<em>Ardea cinerea<\/em>), umgangssprachlich auch <strong>Fischreiher<\/strong>, ist eine <a title=\"V\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6gel\">Vogel<\/a><a title=\"Art (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Art_%28Biologie%29\">art<\/a> aus der <a title=\"Ordnung (Biologie)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ordnung_%28Biologie%29\">Ordnung<\/a> der <a title=\"Schreitv\u00f6gel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schreitv%C3%B6gel\">Schreitv\u00f6gel<\/a> (Ciconiiformes). Er ist in Eurasien und Afrika weit verbreitet und h\u00e4ufig. Weltweit werden vier Unterarten unterschieden. In Mitteleuropa ist er mit der <a title=\"Nominotypisches Taxon\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nominotypisches_Taxon\">Nominatform<\/a> <em>Ardea cinera cinera<\/em> vertreten.<\/p>\n<p>Der Graureiher erreicht eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 90 bis 98 Zentimeter und wiegt zwischen 1.020 und 2073 Gramm.Die Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt zwischen 175 und 195 Zentimeter. Ein auff\u00e4lliger <a title=\"Sexualdimorphismus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexualdimorphismus\">Geschlechtsdimorphismus<\/a> besteht nicht. Die M\u00e4nnchen sind im Durchschnitt allerdings etwas gr\u00f6\u00dfer. Er gleicht mit diesem Aussehen sehr dem <a title=\"Nordamerika\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordamerika\">nordamerikanischem<\/a> <a title=\"Kanadareiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanadareiher\">Kanadareiher<\/a>, der dort eine \u00e4hnliche \u00f6kologische Nische wie der europ\u00e4ische Graureiher besetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gefieder des Graureihers ist auf Stirn und Oberkopf wei\u00df, am Hals grauwei\u00df und auf dem R\u00fccken aschgrau mit wei\u00dfen B\u00e4ndern. Er hat schwarze Augenstreifen sowie drei lange schwarze Schopffedern, die einen <a title=\"Haube (V\u00f6gel)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haube_%28V%C3%B6gel%29\">Federbusch<\/a> bilden, eine dreifache schwarze Fleckenreihe am Vorderhals sowie schwarze Schwingen. Der lange Schnabel ist gelblich und geht auf dem Schnabelfirst ins br\u00e4unlich \u00fcber. Die Wachshaut ist gelb und wird Richtung Auge gr\u00fcnlich. Einzelne Individuen k\u00f6nnen von diesem Graureiher-typischen Gefieder jedoch deutlich abweichen und ein anderes Verteilungsmuster aufweisen. Die drei langen Vorderzehen sind am Stelzenbein weit auseinander gespreizt und verhindern das Einsinken in den weichen Untergrund. Der Schnabeltyp ist der Pinzettenschnabel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Graureiher besitzt nur eine sehr verk\u00fcmmerte <a title=\"B\u00fcrzeldr\u00fcse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrzeldr%C3%BCse\">B\u00fcrzeldr\u00fcse<\/a>, weshalb er Puderfedern an seiner Brust und in den Leisten besitzt, an denen er gelegentlich seinen Kopf reibt und sie damit zerbr\u00f6selt. Diese sind sehr fetthaltig, weshalb er das entstandene Pulver \u00fcber seinen K\u00f6rper verteilt um sich vor N\u00e4sse zu sch\u00fctzen. Die <a title=\"Puderdunen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Puderdunen\">Puderdunen<\/a> wachsen st\u00e4ndig nach und fallen auch nicht w\u00e4hrend der Mauser aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Abflug wird oft mit einigen Spr\u00fcngen eingeleitet. Graureiher fliegen mit langsamen Fl\u00fcgelschl\u00e4gen und bis auf die Schultern zur\u00fcckgezogenem Kopf und einem s-f\u00f6rmig gekr\u00fcmmtem Hals. Nur w\u00e4hrend des Abflugs und bei der Landung ist der Hals vorgestreckt. W\u00e4hrend des Fluges ist regelm\u00e4\u00dfig ein lautes, raues <em>chr\u00e4ik<\/em> zu h\u00f6ren. Beim schnellen Gehen ist eine balanciende Halsbewegung zu beobachten. W\u00e4hrend der Nahrungssuche schreiten sie in der Regel langsam mit vorgestrecktem Hals.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Graureiher ist in den milderen und s\u00fcdlichen Regionen Europas und Asiens zu finden, au\u00dferdem im gesamten s\u00fcdlichen Afrika mit Ausnahme der s\u00fcdlichen K\u00fcstennamib. Er fehlt innerhalb dieses gro\u00dfen Verbreitungsgebietes lediglich in den Tundren, W\u00fcsten, Steppen und Hochgebirgen. In Mitteleuropa ist er ein sehr h\u00e4ufiger Brutvogel. Die h\u00f6chsten Bestandsdichten werden in wasserreichen Tieflandgebieten erreicht. In der Schweiz finden sich die h\u00f6chsten Brutpl\u00e4tze in H\u00f6henlagen von 900 bis 1.230 Meter, in Deutschland kommt er in H\u00f6henlagen zwischen 800 und 1060 Meter vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je nach Verbreitungsgebiet ist der Graureiher ein Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Die britischen und irischen Brutv\u00f6gel sind gr\u00f6\u00dftenteils Standv\u00f6gel, f\u00fcr einzelne V\u00f6gel ist aber auch eine \u00dcberwinterung in Israel beziehungsweise dem Senegal nachgewiesen worden. Die \u00fcbrigen europ\u00e4ischen Graureiher ziehen im Winterhalbjahr gew\u00f6hnlich in s\u00fcd-s\u00fcdwestlicher Richtung. Ab Polen dominiert eine s\u00fcd-s\u00fcd\u00f6stliche Zugrichtung. Allerdings werden nur die Brutgebiete im Norden Europas sowie die in H\u00f6henlagen vollst\u00e4ndig von Graureihern verlassen. Zu den l\u00e4ngsten bisher nachgewiesenen Zugstrecken geh\u00f6rt der Zug eines schwedischen Graureihers, der in Sierra Leone wiedergefunden wurde und damit eine Zugstrecke von 5.865 Kilometer zur\u00fccklegte. Der Zug in die \u00dcberwinterungsquartiere setzt im September ein und sie kehren zu Ende Februar bis Anfang M\u00e4rz wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jungv\u00f6gel zeigen eine nachbrutzeitliche Streuungswanderung ab September. Sie ziehen in alle Richtungen, wobei eine s\u00fcdwestliche Zugrichtung leicht dominiert. Die Strecken, die sie zur\u00fccklegen k\u00f6nnen mehrere 100 Kilometer betragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Lebensraum\" class=\"mw-headline\">Lebensraum<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Graureiher sind Lebensraumgeneralisten, die gleicherma\u00dfen an S\u00fc\u00dfgew\u00e4ssern im Landesinneren, an Flussm\u00fcndungen sowie in K\u00fcstenregionen zu Hause sind. Ihre Anspr\u00fcche an ihren Lebensraum sind relativ gering. Sie ben\u00f6tigen eine N\u00e4he zu Gew\u00e4ssern mit Flachwasserzonen, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Beute und vier bis f\u00fcnf Monate, in denen die Gew\u00e4sser nicht zufrieren. Entsprechend findet man sie an Seeufern, Fl\u00fcssen, \u00dcberschwemmungszonen, Schilfg\u00fcrtel, S\u00fcmpfen, Teichen, Str\u00e4nden, Mangroven und Salzmarschen. Weidefl\u00e4chen, die sich in einiger Entfernung vom n\u00e4chsten Gew\u00e4sser befinden, werden gleichfalls genutzt. Solche Habitate findet der Reiher in der Regel im Flachland. Er zeigt aber auch eine f\u00fcr Reiher ungew\u00f6hnliche H\u00f6henverbreitung. So kommt er in Armenien bis in H\u00f6henlagen von 2.000 Meter \u00fcber <a title=\"Normalnull\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Normalnull\">NN<\/a> vor und im Nordwesten Indiens findet man ihn noch in H\u00f6henlagen von 4.000 Metern. Er nutzt sehr h\u00e4ufig Gew\u00e4sser, die vom Menschen geschaffen wurden. Dazu z\u00e4hlen Staugew\u00e4sser, Reisfelder und Fischteiche. Als Ruhe- und Nistb\u00e4ume nutzt er hohe B\u00e4ume, die m\u00f6glichst weitgehend frei von St\u00f6rungen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In j\u00fcngster Zeit dringt er immer mehr in st\u00e4dtische Gebiete vor, wo er sogar oft in den Innenst\u00e4dten beobachtet werden kann. Er bildet auch gemeinsame Gruppen mit <a title=\"Seidenreiher\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seidenreiher\">Seidenreihern<\/a>, wie zum Beispiel in der <a title=\"Po (Fluss)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Po_%28Fluss%29\">Poebene<\/a> in Norditalien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Aktueller_Bestand\" class=\"mw-headline\">Aktueller Bestand<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Graureiher ist in Eurasien die am weitesten verbreitete Reiherart. In Europa betrug die Brutpopulation zu Beginn des 21. Jahrhunderts zwischen 210.000 und 290.000 Brutpaare. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen ist der Bestand des Graureihers im 20. Jahrhundert angestiegen. Er hat au\u00dferdem sein Verbreitungsgebiet in Europa vergr\u00f6\u00dfert. Zur Bestandeszunahme hat in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ein Nachlassen der Jagd auf die Art beigetragen. So stieg in Frankreich die Anzahl der Brutpaare zwischen 1974 und 1994 von 4.500 auf 27.000, nachdem die Art dort unter Schutz gestellt wurde. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr Deutschland, wo es insbesondere in Norddeutschland gro\u00dfe Kolonien mit mehr als hundert Brutpaaren gibt. Die deutschen Brutpopulation wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts auf 24.000 bis 27.500 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Die gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Kolonie mit 1.000 bis 1.900 Brutpaaren findet sich in der Bretagne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Westafrika ist die Anzahl der Brutpaare sehr gering und betr\u00e4gt au\u00dferhalb von <a title=\"Mauretanien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauretanien\">Mauretanien<\/a> m\u00f6glicherweise weniger als 500 Paare. Deutlich gr\u00f6\u00dfer ist die mauretanische Population, die isoliert an der K\u00fcste br\u00fctet. Die Anzahl der Brutpaare betrug im Jahr 1997 4.188 Brutpaare.In Ostafrika ist der Graureiher dagegen eine weitverbreitete Art. Allein in <a title=\"Tansania\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tansania\">Tansania<\/a> gibt es \u00fcber 15.000 Exemplare. Auch im s\u00fcdlichen Afrika nehmen die Best\u00e4nde zu, da die Spezies hier vor allem von den Staugew\u00e4ssern profitiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Bestandsentwicklung_in_Mitteleuropa\" class=\"mw-headline\">Bestandsentwicklung in Mitteleuropa<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einige der gro\u00dfen mitteleurop\u00e4ischen Brutkolonien des Graureihers zeigten schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts Bestandr\u00fcckg\u00e4nge. Der Bestand ging bis 1940 kontinuierlich zur\u00fcck, wenn auch einige L\u00e4nder wie die Schweiz ihn bereits fr\u00fchzeitig unter Schutz stellten. Die kriegsbedingte Einstellung der Jagd f\u00fchrte in der ersten H\u00e4lfte der 1940er Jahren zu einer kurzfristigen Bestandserholung. Danach gingen bis zum Ende der 1960er Jahre die Populationen drastisch zur\u00fcck. Viele Kolonien wurden aufgegeben und gleichzeitig war eine Verkleinerung des Verbreitungsareals zu beobachten. Erst durch die Einschr\u00e4nkung beziehungsweise dem Verbot der Verfolgung kam es ab den 1970er Jahren zu einer Bestandszunahme. Unterst\u00fctzt durch g\u00fcnstige Klimaverh\u00e4ltnisse nimmt der Bestand bis heute gebietsweise zu, was zu einer Arealausweitung und Gr\u00fcndung neuer Kolonien gef\u00fchrt hat. Unterbrochen wird die Zunahme nur durch K\u00e4ltewinter. Mittlerweile zeigt sich in einigen Gebieten, dass die Kapazit\u00e4tsgrenze erreicht ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Graureiher sucht seine Nahrung in der Regel alleine. Nur da, wo ein \u00fcberreiches Nahrungsvorkommen besteht, sieht man sie in lockeren, kleinen Schw\u00e4rmen und gelegentlich auch mit anderen Arten vergesellschaftet. Fressen sie einzelg\u00e4ngerisch, dann sind sie in der Lage, ihr Nahrungsterritorium energisch zu verteidigen. Bei solchen innerartlichen Aggressionen kommt es gelegentlich sogar zu T\u00f6tungen eines konkurrierenden Reihers. Das Aggressionsniveau variiert in Abh\u00e4ngigkeit von der Jahreszeit und ist dann am h\u00f6chsten, wenn Graureiher Jungv\u00f6gel gro\u00dfziehen. Die pr\u00e4ferierten Nahrungsgr\u00fcnde k\u00f6nnen sich in unmittelbarer N\u00e4he zum Nistplatz befinden, liegen aber gelegentlich in betr\u00e4chtlicher Entfernung von diesem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ruhig wie eine <a title=\"Rohrdommel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rohrdommel\">Rohrdommel<\/a> stakst der Graureiher mit gesenktem Kopf und gekr\u00fcmmtem Hals langbeinig durch das seichte Wasser. Er sticht blitzschnell nach kleineren Fischen, Fr\u00f6schen, Molchen, Schlangen und Wasserinsekten. Er frisst auch <a title=\"Scherm\u00e4use\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scherm%C3%A4use\">Wasserratten<\/a>, die er \u2013 wie auch die anderen Nahrungstiere \u2013 im Ganzen verschlingt. Auf Wiesen wartet er stocksteif stehend auf <a title=\"Feldmaus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldmaus\">Feldm\u00e4use<\/a> und verzehrt gelegentlich auch Eier und Jungv\u00f6gel. Typisch f\u00fcr solche Ansitzjagden ist zun\u00e4chst ein langsames Vorbeugen und dann ein schnelles Zusto\u00dfen. Zur Fischjagd kann er auf dem Wasser landen, ein bis drei Sekunden schwimmen und dann wieder auffliegen. Die bevorzugte Methode ist jedoch, einige Meter vom Wasser entfernt zu landen und dann langsam ins Wasser zu schreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Brutverhalten\" class=\"mw-headline\">Brutverhalten<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Graureiher erreichen ihre Geschlechtsreife in der Regel erst im zweiten Lebensjahr. Sie sind monogam, nur sehr selten ist <a title=\"Bigamie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bigamie\">Bigamie<\/a> beziehungsweise <a title=\"Polygynie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polygynie\">Polygynie<\/a> zu beobachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Nest ist ein gro\u00dfer, nicht sehr stabiler Bau aus Reisig in Baumwipfeln. In Mitteleuropa werden die Nester gew\u00f6hnlich hoch auf Laub- oder Nadelb\u00e4umen errichtet. Nistpl\u00e4tze im Schilf sind dagegen sehr selten. Beide Elternv\u00f6gel sind am Nestbau beteiligt. Meist tr\u00e4gt das M\u00e4nnchen das Nistmaterial ein. Alte Nester werden sehr h\u00e4ufig wiederbesetzt. Die unvollendet wirkende Bauweise des Nestes wird darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, dass der Reiher vor noch nicht allzu langer Zeit nur am Boden br\u00fctete. Als Beleg daf\u00fcr wird angef\u00fchrt, dass man beispielsweise in Holland Reiherkolonien in gro\u00dfen Schilfbest\u00e4nden findet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gelege besteht aus vier bis f\u00fcnf Eiern, der Legeabstand betr\u00e4gt in der Regel zwei Tage. Die Eier sind stumpfoval, hell blaugr\u00fcn und ohne Glanz. Die Brutdauer betr\u00e4gt zwischen 25 und 26 Tagen. Die Jungv\u00f6gel schl\u00fcpfen asynchron. An der F\u00fctterung der Nestlinge sind beide Eltern beteiligt. Bis zum 14. Lebenstag werden die Nestlinge gehudert, erst ab dem 20. Tag werden die Jungv\u00f6gel alleine gelassen. Mit etwa 30 Tagen sind sie inder Lage auf dem Brutbaum auf andere \u00c4ste zu klettern und mit etwa 50 Tagen sind sie fl\u00fcgf\u00e4hig. Sie kehren jedoch meist noch zehn bis zwanzig Tage zum Nest zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sterblichkeit der Jungreiher ist w\u00e4hrend der Nestzeit sehr gro\u00df. Es wird gesch\u00e4tzt, dass in den ersten sechs Monaten 70% der Jungtiere sterben. Der \u00e4lteste nachgewiesene beringte Graureiher erreichte ein Lebensalter von 35 Jahren und einem Monat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span id=\"Sozialverhalten\" class=\"mw-headline\">Sozialverhalten<\/span>&nbsp;<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Reiherkolonien sind sehr lebhaft. Zwischen den V\u00f6geln einer Kolonie herrscht st\u00e4ndiger Streit, da sich die V\u00f6gel untereinander das Nistmaterial streitig machen. Gemeinsam wehren die V\u00f6gel auch die Kr\u00e4hen ab, die sich f\u00fcr die unbewachten Eier interessieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Bejagung_und_Schadensabwehr\" class=\"mw-headline\">Bejagung und Schadensabwehr<\/span>&nbsp;<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Graureiher ist Wild im Sinne des Bundesjagdgesetzes. Eine Jagdzeit ist aber nur in Bayern festgesetzt (16.&nbsp;September \u2013 31.&nbsp;Oktober), die Jagd darf lt. Verordnung \u00fcber die Aufhebung der Schonzeit f\u00fcr Graureiher vom 25. Juli 1983 (umgangssprachlich: Graureiherverordnung) in einen Umkreis von 200&nbsp;Meter um geschlossene Gew\u00e4sser (im Sinn des Art. 2 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 des Fischereigesetzes) ausge\u00fcbt werden. In den anderen Bundesl\u00e4ndern ist der Graureiher ganzj\u00e4hrig geschont, das hei\u00dft f\u00fcr einen Abschuss ist eine Einzelerlaubnis der Unteren <a title=\"Jagdbeh\u00f6rde\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jagdbeh%C3%B6rde\">Jagdbeh\u00f6rde<\/a> erforderlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An kleineren Teichen hat sich aber die \u00dcberspannung mit Netzen bew\u00e4hrt. An gr\u00f6\u00dferen Teichen k\u00f6nnen Graureiher mit am unmittelbaren Uferrand gespannten Dr\u00e4hten abgehalten werden (verhindert das Schreiten vom Ufer ins Gew\u00e4sser).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Vogelscheuche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vogelscheuche\">Vogelscheuchen<\/a> werden meist schnell als harmlos erkannt und bieten daher nur kurzzeitigen Schutz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An nat\u00fcrlichen Gew\u00e4ssern sind meist keine erheblichen fischereiwirtschaftlichen Sch\u00e4den zu beobachten, da der Reiher nur im Flachwasser seine Nahrung sucht und dort meist nur wirtschaftlich unbedeutende Fischarten erbeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span id=\"Belege\" class=\"mw-headline\"><br id=\"Belege\" class=\"mw-headline\" \/><\/span><\/h2>\n<div>\n<p>foto Mihai Baciu<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Der Graureiher (Ardea cinerea), umgangssprachlich auch Fischreiher, ist eine Vogelart aus der Ordnung der Schreitv\u00f6gel (Ciconiiformes). 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